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Stillegung von Bahnanlagen soll erleichtert werden, Änderung §11 Allgemeines Eisenbahngesetz [Zur Themenübersicht]
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Tequila
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:12


Kaiser


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Beiträge: 1538

Alter: 41
Wohnort: Selke-Aue (LHEW)


Ich wundere mich, daß das Thema noch nicht in das Forum geschwappt zu sein scheint.

Es geht um eine offensichtliche Planung, den in Eisenbahnerkreisen auch hochbekannten "Stillegungsparagraphen" §11 AEG zu ändern.
Hierbei soll dann sowohl die dreimonatige Verkaufspflicht als auch die Genehmigungspflicht des EBA zur Stillegung weitgehend entfallen. Es muß dann nur noch die Stillegungsabsicht des EIU beim EBA angezeigt werden.
Mit dieser Änderung wäre es dann möglich, bspw. die derzeit strittige Bäderbahntrasse in SH (Lübeck - Neustadt) wesentlich einfacher loszuwerden, sobald die Neubaustrecke nach Dänemark fertig ist. Oder das Wiehltalbahn- und Westeifelbahnprojekt, wo mit dem derzeitigen AEG im Rücken gerichtlich gegen die lokale- und Landespolitik erfolgreich gekämpft wurde, hätte es damit auch nicht mehr gegeben.

Ich bitte, bei den beiden folgenden verlinkten Quellen nicht nur Stuttgart 21 im Fokus zu sehen, sondern die allgemeine Bedeutung für die Eisenbahnen in Deutschland. Deswegen habe ich das auch in einen neuen Thread gestellt.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/s...4309840/zgjcko/
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.s...32f9a1b4f5.html

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02.05.1996 - 27.05.2000: RE 4 Halle - Halberstadt - Goslar
28.05.2000 - 04.11.2000: RE 4 Halle - Halberstadt - Goslar - Hildesheim
05.11.2000 - 13.12.2014: RE 4 Halle - Halberstadt - Bad Harzburg - Hildesheim - Hannover
ab 14.12.2014: RE 4 Halle - Halberstadt - Goslar
Der ZGB beschloß im Rahmen des Regionalbahnkonzepts 2014+ zusammen mit der LNVG und RH das Brechen des RE 4 in Goslar zugunsten eines fahrzeugreinen Echtstundentaktes auf Bad Harzburg - Hannover!
    
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Iarn
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:19


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 21038




Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Klar sind Streckenstilllegungen nicht schön aber ich habe auch insbesondere in den neuen Bundesländern schon Bahnübergangsneubauten an Stellen gesehen, wo der letzte Zug noch vor der Wende fuhr.

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Autonome Volksfront für die Wiedererrichtung der klassischen 22er Tram in München
Nicht zu verwechseln mit der Populären Front
    
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146225
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:34


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Iarn @ 9 Oct 2014, 21:19)
Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Klar sind Streckenstilllegungen nicht schön aber ich habe auch insbesondere in den neuen Bundesländern schon Bahnübergangsneubauten an Stellen gesehen, wo der letzte Zug noch vor der Wende fuhr.

Genau diese Argumentation braucht Deutschland - damit das Land diesen lästigen Schienendreck in den nächsten 10 Jahren endlich los werden kann. Mit dieser Einstellung ist Tür und Tor sperrangelweit offen, um überall jedes Gleis, dass irgendeinem aus Ideologie oder Profitgier im Weg rum liegt, ruckzuck rauszureißen und fertig. Beispiele wie die Wiehltalbahn sind undenkbar, bevor eine angedachte Streckenreaktivierung auch nur den Anfang des bürokratischen Hürdenlaufs genommen haben könnte, sind die lästigen Gleise längst rausgerissen und überbaut. Und könnte man nicht auch in München soviel Gleisflächen so profitabel vermarkten?

Wenn Deutschland eines nicht braucht, dann so etwas.

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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:41


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 6616

Alter: 27
Wohnort: München


Ich schließe mich 146225 da weitestgehend an. Um Stuttgart 21 zu retten, werden wohl zahlreiche Nebenstrecken dran glauben müssen. Es gibt immer wieder Fälle, wo sinnlos Geld verschwendet wird, z.B. Bahnsteige barrierefrei ausbauen und wenige Jahre danach den SPNV abbestellen oder auch aufwendige Gleissanierungen. Aber das sollte doch kein Grund sein, jedes Gleis einfach abbauen zu dürfen, denn häufig findet sich dann doch noch ein Anbieter, der Gelegenheitsverkehr anbieten will oder die Strecke wird Jahr(zehnt)e später reaktiviert. Durch die hohen Investitionskosten in eine Eisenbahnstrecke ist die Hürde zur Entwidmung zurecht sehr hoch.
    
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Boris Merath
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:43


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Beiträge: 18301
Chat: BorisM 

Wohnort: München


QUOTE (Iarn @ 9 Oct 2014, 21:19)
Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Klar sind Streckenstilllegungen nicht schön aber ich habe auch insbesondere in den neuen Bundesländern schon Bahnübergangsneubauten an Stellen gesehen, wo der letzte Zug noch vor der Wende fuhr.

Was spricht dagegen, die Strecke dann nach dem bestehenden Verfahren stillzulegen? Entweder es gibt Verkehrsbedarf und einen Interessenten, oder halt eben nicht, dann kann stillgelegt werden?

Gegen eine Sonderregel, dass bei gleichwertiger Kompensierung eine Ausschreibung der Anlagen nicht nötig ist, kann man in meinen Augen schon aufnehmen. Die Entscheidung, ob die Kompensierung gleichwertig ist, sollte aber nicht der Betreiber treffen. Wir haben ja bereits heute ein Amt, das dafür geeignet wäre, nämlich das EBA.

Im Idealfall sollte man das Verfahren allerdings zusammen mit dem Planfeststellungsverfahren durchführen können. In dem Fall wäre ja auch eine Festlegung durch das EBA denkbar, dass z.B. vier oberirdische Gleise ausgeschrieben werden müssen, der Rest dagegen beseitigt werden darf und ähnliches.

Dass der Betreiber einfach selbst entscheidet, ob er ausschreiben muss oder nicht, ist jedenfalls nicht sehr sinnig.

Bearbeitet von Boris Merath am 9 Oct 2014, 20:51

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Bis zur vollzogenen Anbringung von ausreichenden Sandstreuapparaten an allen Maschinen haben die Bahnwärter bei aufwärtsgehenden Zügen auf stärkeren Steigungen die Schienen ausgiebig mit trockenem Sand zu bestreuen und für die Bereithaltung eines entsprechenden Vorrathes zu sorgen.

Fahrdienstvorschrift bayerische Staatsbahnen 1876
    
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JeDi
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:50


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Beiträge: 19433

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QUOTE (Entenfang @ 9 Oct 2014, 21:41)
Um Stuttgart 21 zu retten, werden wohl zahlreiche Nebenstrecken dran glauben müssen.

Die Initiative für die Gesetzesnovelle kam aber wohl aus Rheinland-Pfalz. Ein Schelm, wer böses denkt...

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"Gleichzeitig" und "Zeitgleich" sind keine Synonyme.
    
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146225
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 20:56


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 1 Apr 07
Beiträge: 15773

Alter: 43
Wohnort: TH/EDBU


QUOTE (JeDi @ 9 Oct 2014, 21:50)
Die Initiative für die Gesetzesnovelle kam aber wohl aus Rheinland-Pfalz. Ein Schelm, wer böses denkt...

Ich denke höchstens das man dort halt etliches im Hunsrück einfacher loshaben möchte, bevor das tote Pferd einer "Bahn zum Hahn" noch ein paar Jahrhunderte geritten wird. Scheint ja ein entsetzliches Spuken zu sein.



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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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andreas
  Geschrieben am: 9 Oct 2014, 21:02


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 6383

Wohnort: 85777


wie ist das eigentlich mit dem Rückbau nicht mehr benötigter Gleisanlagen? Fährt man durch Deutschland sieht man eigentlich an jeden Bahnhof die ungenutzen Gütergleise vor sich hingammeln, es gibt so viel ungenutzes Zeug an den Bahnstrecken, Gleise, Lokschuppen etc, zählt das auch als Stilllegung? Oder steht es der Bahn frei, ungenutze Gleise/Gebäude umzunutzen?

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Es heißt nicht, nicht net.
    
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218 466-1
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 09:38


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QUOTE (146225 @ 9 Oct 2014, 21:34)
Genau diese Argumentation braucht Deutschland - damit das Land diesen lästigen Schienendreck in den nächsten 10 Jahren endlich los werden kann. Mit dieser Einstellung ist Tür und Tor sperrangelweit offen, um überall jedes Gleis, (...), ruckzuck rauszureißen und fertig.

Ich finde, dass (egal ob nach neuem oder altem AEG) stillgelegte Bahnstrecken, mindestens 50 Jahre noch für mögliche Reaktivierungen vogehalten werden müssen sollten.
Viele in den 1970er und 1980er Jahren abgebaute Strecken, würden sich heute dafür anbieten, doch wegen nicht vorhandener Trassen und Überbauung ist das nicht mehr möglich.
Ein Abbau von Strecken, kurz nach deren Stilllegung ist nicht weitsichtig.
Ausnahmen natürlich bei Neubau von Ersatz, wie z.B. Bahnhof Reichertshofen -> Ersatz durch Baar-Ebenhausen oder Greisvorfeld Stuttgart Hbf -> Ersatz durch Tiefbahnhof. Dann wären Dobi und die DB trotzdem zufrieden, ohne gleich bundesweit sämtlichen Nebenstrecken den Todesstoß zu verpassen.

Bestandsstraßen sollten m.M. dagegen auch zurückgebaut werden, wenn es eine neue Umgehung, Autobahn etc. gibt.

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Keine Alternative zum Transrapid MUC
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Daniel Schuhmann
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 10:02


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Beiträge: 3966




QUOTE (218 466-1 @ 10 Oct 2014, 10:38)
Bestandsstraßen sollten m.M. dagegen auch zurückgebaut werden, wenn es eine neue Umgehung, Autobahn etc. gibt.

Und die Dörfer und Gemeinden, die an den Straßen liegen, machen wir zu?

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www.tramgeschichten.de

Signaturen können bis zu 50 Zeichen lang sein und
    
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218 466-1
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 11:03


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Beiträge: 7115

Alter: 42
Wohnort: Red Bank NJ, ex-Ingolstadt


QUOTE (Daniel Schuhmann @ 10 Oct 2014, 11:02)
Und die Dörfer und Gemeinden, die an den Straßen liegen, machen wir zu?

Zurückgebaut ist nicht abgebaut. Für Anlieger bleiben Zufahrtswege in auf das nötigste reduzierter Form natürlich erhalten.

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TramBahnFreak
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 11:09


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 2 Oct 09
Beiträge: 10907

Alter: 27
Wohnort: Da drüben, gleich da hinter'm Wellblechzaun


QUOTE (218 466-1 @ 10 Oct 2014, 12:03)
Für Anlieger

Und ÖPNV!

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Huift ja doch nix...
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 14:55


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 10 Apr 06
Beiträge: 13294

Wohnort: ja


In der Regel wird das ja auch gemacht. Es gibt beispielweise viele ehemalige Bundesstraßen, die zu Staats-, Kreis- oder Gemeindestraßen zurückgebaut wurden. Die B18 ist vor nicht allzu langer Zeit auf diese Weise sogar komplett verschwunden und durch die A96 ersetzt worden. Ein ehemaliger, zugegeben schon vor Jahrzehnten durch eine neue Trasse ersetzter Abschnitt der B13 in Pfaffenhofen ist heute sogar Fußgängerzone. biggrin.gif

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MfG
    
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NJ Transit
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 16:45


EF-Pensionist


Status: EF-Pensionist
Mitglied seit: 7 Sep 09
Beiträge: 5641

Alter: 24
Wohnort: Wabe 320


QUOTE (Rohrbacher @ 10 Oct 2014, 15:55)
Die B18 ist vor nicht allzu langer Zeit auf diese Weise sogar komplett verschwunden und durch die A96 ersetzt worden.

Nö. Sie heißt zwar nicht mehr B18, aber z.B. zwischen Buchloe und Mindelheim existiert das Trassee der B18 zum Teil direkt neben der A96 weiterhin - nicht zurückgebaut und oft sogar noch als B18 ausgeschildert.

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My hovercraft is full of eels.

SWMdrölf. Jetzt noch nächer, noch hältiger, noch fitter. Bist auch du Glasfaser und P-Wagen?
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 10 Oct 2014, 20:05


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 10 Apr 06
Beiträge: 13294

Wohnort: ja


QUOTE (NJ Transit @ 10 Oct 2014, 17:45)
Nö. Sie heißt zwar nicht mehr B18, aber z.B. zwischen Buchloe und Mindelheim existiert das Trassee der B18 zum Teil direkt neben der A96 weiterhin - nicht zurückgebaut und oft sogar noch als B18 ausgeschildert.

Da gehört der erste Satz natürlich auch noch dazu. Wurde nicht das letzte Stück vor kurzem erst runtergestuft? Sagt zumindest Tante Wiki und draufgekommen bin ich, weil ich meine neulich was über das Verschwinden der B18 gelesen zu haben!? Oder war das 'ne andere? Jedenfalls meinte ich, die B18 sei als Bundesstraße verschwunden, dürfte baulich als Staats-, Kreis- oder Gemeindestraße mit geringerem Unterhaltsaufwand natürlich schon noch überwiegend erhalten sein. Anderes Beispiel: Die Mainburger-, Untere Haupt-, Obere Haupt- und Freisinger Straße in Au in der Hallertau war bis vor kurzem noch die B301, der Bund also Baulastträger. Seit Eröffnung der Umgehung ist die Ortsdurchfahrt eine normale Gemeindestraße.

Komplette Rückbauten von Straßen bis zur grünen Wiese kenne ich bisher nur von sehr kurzen, verlegten Trassen, hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Wegfall von Bahnübergängen. wink.gif

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MfG
    
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