Powered by Invision Board
 Willkommen Gast ( Einloggen | Registrieren )

Portal | Board | TV | Kalender | Suche | Mitglieder | Regeln | Impressum | Datenschutzerklärung | Hilfe

Seiten: (3) [1] 2 3  ( Zum ersten neuen Beitrag ) Antworten | Neues Thema | Neue Umfrage |
Fiktiv, modernisierte Schmalspurbahnen. [Zur Themenübersicht]
« Älteres Thema | Neueres Thema » Thema abonnieren | Thema versenden | Thema drucken
Mühldorfer
  Geschrieben am: 8 Jan 2017, 22:34


König


Status: Mitglied
Mitglied seit: 11 Dec 10
Beiträge: 885




Hall,
historisch war es ja daß nur sehr wenige NE-Nebenbahnen elektrifiziert wurden, im Norden Externtal, Herford und Bad Eilsen meines Wissens nach, im Süden Tettnang und Trossigen.

Was micht interessiert, die sächsischen Schmalspurbahnen waren mit dem teuren Dampfbetrieb samt Lastbeschränkunge und umständliche Rollbockverkehr kostenmäßig völlig von heutige Rentabilität entfernt.

Technisch aber intessiert mich, wäre auf 600mm oder 750mm der Einsatz von 20feet und 40feet Containertragwagen möglich, Schwerpunkt, nicht umkippen?

Mit geeigneter Technik Container von 1435mm auf einen 750mm-Tragwagen umsetzen sollte ja weniger aufwendig als Rollbockverkehr sein, wurde das irgendwo schon früher realsiert, Container gibt es ja auch schon über 40 Jahre.

Stichwort Schmalspurbahnen bis 1000mm ( enge Radien mit der geeigneten Wagentechnik ) als kooperatives "Flurfördermittel" oder Güterstraßenbahn in Industriegebieten.
    
     Link zum BeitragTop
Auer Trambahner
  Geschrieben am: 8 Jan 2017, 23:28


Lebende Forenlegende


Status: Globaler Moderator
Mitglied seit: 4 May 05
Beiträge: 10039

Wohnort: Drunt in da greana Au


Wenn Güterwagen via Rollbock auf 750/760 ohne umschmeißen gefahren werden können sollte Container mit mangels Fahrwerk tieferem Schwerpunkt kein Problem darstellen.
40Ft sind kürzer als z.B. die D 75 BB SE der Zillertalbahn, also auch kein wirkliches Gegenargument.



--------------------
Der mit dem Ölkännchen tanzt!
    
       Link zum BeitragTop
Iarn
  Geschrieben am: 9 Jan 2017, 05:14


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 20 Jul 07
Beiträge: 17982




Die Frage ist, was Du mit der geringeren Spurweite gewinnst, wenn die Wagen "oben herum" dank der Container quasi die gleichen Abmessungen haben wie Normalspurbahnen.

--------------------
Autonome Volksfront für die Wiedererrichtung der klassischen 22er Tram in München
Nicht zu verwechseln mit der Populären Front
    
     Link zum BeitragTop
Rohrbacher
  Geschrieben am: 9 Jan 2017, 06:30


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 10 Apr 06
Beiträge: 12048

Wohnort: ja


QUOTE (Iarn @ 9 Jan 2017, 05:14)
Die Frage ist, was Du mit der geringeren Spurweite gewinnst, wenn die Wagen "oben herum" dank der Container quasi die gleichen Abmessungen haben wie Normalspurbahnen.

Kleinere Radien, größere Neigungen -> günstigere Trassierungsmöglichkeiten. Deswegen hat man früher Schmalspurbahnen in einigen Regionen gebaut. Die Rhätische Bahn (1000 mm) in Normalspur mit 26,4 m langen Wagen wäre noch deutlich spektakulärer als heute. Aber auch genau deswegen hat man sie später fast alle dichtgemacht: Zu leichter Oberbau, keine hohen Geschwindigkeiten, nur umständlich über Rollböcke kompatibel zum Regelspurnetz, allgemein viel zu uneinheitlich. Da wäre ich bei der Ausgangsfrage: Schmalspur ist nicht gleich Schmalspur. Die haben allein schon sehr verschiedene Lichtraumprofile und zulässige Lasten. Die Räthische Bahn hat z.B. Wagen für zwei (niedrigere) Abrollcontainer oder Wagen für eine Wechselpritsche oder sicherlich kurze Container, wie den Tankcontainer auf dem ersten verlinkten Bild. Wie man dort auch sieht, muss man den Standard-Container tieferlegen, damit er ins Lichtraumprofil passt, wenn er auch durch Tunnels fahren soll. Damit geht aber nur noch ein kurzer Container.

Mal angenommen, der Lichtraum passt: Bei Meterspur geht das mit den Containern noch, bei 750 mm waren die Rollwagen früher nicht mehr so richtig stabil, einen kurzen Container direkt drauf verladen ginge vielleicht noch irgendwie, bei 600 mm gab es allerdings auch früher, soweit ich weiß, aus Stabilitätsgründen keine Rollböcke. Lange Container sehe ich vielleicht grad noch bei Meterspur, bei 750 mm wäre ich mir nicht sicher, ob man durch die Gleisbögen käme, weswegen man eine Strecke mit fast halber Regelspur baut.

Bayern hat fast alle Nebenbahnen der Einheitlichkeit wegen von Beginn an regelspurig gebaut und das war auch sicher sinnvoll so. Eichstätt Stadt - Kinding wurde 1934 doch noch auf Normalspur umgebaut, übrig blieb dann nur noch die Wallhallabahn, ehemals LAG. Heute sind trotzdem beide weg. Ansonsten gab's und gibt's aus Gründen in Bayern nur Wald-, Berg- und Straßenbahnen in Schmalspur. Das Umsetzen von Containern von großer Eisenbahn zu kleiner Eisenbahn wäre auch nicht gerade sinnvoll.

--------------------
Ja mei...
    
    Link zum BeitragTop
guru61
  Geschrieben am: 10 Jan 2017, 11:38


Haudegen


Status: Mitglied
Mitglied seit: 20 Mar 11
Beiträge: 733

Alter: 57
Wohnort: Arolfingen


QUOTE (Iarn @ 9 Jan 2017, 06:14)
Die Frage ist, was Du mit der geringeren Spurweite gewinnst, wenn die Wagen "oben herum" dank der Container quasi die gleichen Abmessungen haben wie Normalspurbahnen.

Hallo
Wenn man Normalspurwagen Rollschemeln kann, hat man eh ein Lichtraumprofil, von dem die Normalspur nur träumen kann!
https://www.flickr.com/photos/r_walther/167...57651106295717/
https://www.flickr.com/photos/r_walther/167...57651106295717/

Abgesehen davon, geht das Umladen mit Rollböcken mit den System Vevey automatisch. Container müssen umgeladen werden.
https://www.youtube.com/watch?v=Img646hQJrg
https://www.youtube.com/watch?v=Xbj300QaOds

Und neu denkt man über umspurbare Drehgestelle nach.
http://www.ozdoba.net/mob/netz/mob_umspuren_d.html
http://www.schienenfahrzeugtagung.at/downl...6-Deiss_Gyr.pdf
http://www.bernerzeitung.ch/region/oberlan.../story/20345438

Sieht so aus in Natura:
user posted image

user posted image

Aber das Problem liegt doch anderswo:
Wer kann sich in Deutschland schon vorstellen, dass eine Schmalspurbahn ein leistungsfähiges Verkehrsmittel sein kann.

Für den Otto Normalverbraucher und den Dienstwagengeschädigten Politiker ist das doch alles Bimmelbahn!
Dass man auf 750 mm mit 75 - 80 km/h fahren kann, ist für die undenkbar.
Beispiel: Zillertal mit 80 km/h und Waldenburgerbahn mit 75 km/h.
Hier das Fahrdiagramm der Waldenburgerbahn von Niederwil nach Liestal, mit dem Wander- GPS aufgenommen in einem Fahrplanzug:

user posted image

Dass man in Deutschland für Meterspur Züge mit 120 km/h bestellt, kommt wohl niemandem in den Sinn:
http://www.rbs.ch/medien/medienmitteilunge...fahrgastbetrieb

Nein, man nagelt sogar eine Normalspurlinie um und hötterlt dann mit 50 drauf rum. Und verkauft das dann noch als Fortschritt!

Als Vergleich: Die Strecken Aarau - Suhr und Reinach - Menziken wurden von den SBB stillgelegt und von der WSB auf Meterspur umgebaut. In Beiden Abschnitten konnte man den Strassenbahnbetrieb aufheben und die HG massiv, auf 80km/h steigern.
https://map.geo.admin.ch/?topic=ech&lang=de...56317.50&zoom=7
https://map.geo.admin.ch/?topic=ech&lang=de...47843.05&zoom=7
Der heutige Zustand erscheint, wenn man links den Haken "Zeitreise" herausnimmt.

Hierzulande hatte man das Glück, dass die Schmalspurbahnen keine Staatsbahnen waren und sie ein Interesse hatten, haben mussten, dem Autoverkehr paroli zu bieten. Es wurde immer wieder, bei den heute noch bestehenden Bahnen, massiv investiert. Die, die das nicht machten, sind verschwunden.

Ziel war es immer wieder, die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen. Man vergesse nicht: Die RhB war seinerzeit ebenso eine Bimmelbahn (ohne Bimmel zwar, weil man die in der Schweiz nicht kennt!), wie die HSB. Die Sächsischen bahnen liessen sich durchaus mit der Waldenburgerbahn vergleichen:

Man vergleiche das Pfupferli Gedeon Thommen, 1902-1910 Produziert mit einer IV K ab 1892 produziert:
http://www.g-st.ch/trambasel/rm/rm_wb_004.html

https://telebasel.ch/wp-content/uploads/201...0/DSCF76701.jpg

Und man vergleiche den heutigen Zustand der Bahnen!

Ich hoffe zwar, dass ich unrecht habe, aber einige Schmalspurbahnen werden verschwinden oder gestutzt werden in den nächsten 30-40 Jahren.
Denn spätestens wenn so in 20 Jahren wieder grössere Erneuerungen anstehen, und die Euphorie der Nachwendejahre schon lange verschwunden ist, wird man sich fragen, was ein Schienenstrang so zwischen Eisfelder Talmühle und Drei Annen Hohne bringt. Die 4 Zugspaare, wobei noch zwei mit Dampf, werden keinen Millionenbetrag rechtfertigen.

Leider hat man eben nicht in die Verbesserung der Infrastruktur, im Sinne von Kurven strecken und Heraufsetzen der HG, investiert. Man fährt noch wie zu Opas Zeiten rum, was sicher für den Touristen interessant ist, aber nicht für den Anwohner.
Dieser Prozess hätte schon mindestens seit der Wende einsetzen müssen.
Jetzt ist es vielleicht zu spät.

Gruss Guru

Bearbeitet von guru61 am 10 Jan 2017, 11:54
    
     Link zum BeitragTop
Blauer Klaus
  Geschrieben am: 17 Feb 2017, 19:33


Jungspund


Status: Mitglied
Mitglied seit: 17 Feb 17
Beiträge: 1




Hallo,

die Spurweite ist insgesamt das kleinste Problem. Relevant ist das verfügbare Lichtraumprofil, auf 760mm werden/wurden in Bulgarien in den Rhodopen erfolgreich Containertragwagen betrieben, der Umschlag ist mit den entsprechenden Geräte sehr simpel, und mit Vevey-Rollschemeln kann man bis auf Fahrzeugtypen mit sehr hohem schwerpunkt auch gut fahren, wie die HSB beweisen. Dass Personenverkehr kein Problem ist beweisen neben den Meterspurbahnen in Nordafrika, die schon sehr lange mit 130km/h unterwegs sind auch Schweiz und andere Länder, z.B. Spanien.

In Deutschland verhinderte die Gesamtsituation und die Starke Auto-Fokussierung eine Weiterentwicklung des Systems, die heutige Eisenbahn-Bau und Betriebsordnung f. Schmalspurbahnen geht von technischen Gegebenheiten aus, die rd. 100 Jahre in der Vergangenheit liegen, und es bestand und besteht keinerlei Tendenz, daran zu rütteln.

Insofern ist für Deutschland die sehr interessante Debatte von akademischer Natur, ein Revival der Schmalspur ist hier nicht abzusehen. Die wenigen Restbetriebe halten sich wegen ihres Besuchermagnet-Status, das war es. Oder sie sind heute Straßenbahnbetriebe wie die OEG und werden als Eisenbahnen gar nicht mehr wahrgenommen. In der Straßenbahnwelt hat die Meterspur ihren Platz und wird ihn wohl auch halten, aber das ist bezogen auf das hier behandelte Thema eher ein Randeffekt.

J.
    
     Link zum BeitragTop
viafierretica
  Geschrieben am: 17 Feb 2017, 20:35


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 12 Jun 04
Beiträge: 2410

Alter: 49



In der Schweiz oder auch in Italien werden Schmalspurbahnen reihenweise modernisiert. Gerade in Süditalien wird richtig viel Geld investiert, z.B. rund um Bari. Die modernen Schmalspurbahnen unterscheiden sich in Geschwindigkeit und Komfort kaum von Normalspurbahnen. Ähnliches gilt für Nordspanien.
In Deutschland, v.a. Sachsen, handelt es sich um reine Museums- und Touristikbahnen ohne irgendeinen Nutzen im normalen SPNV.
    
     Link zum BeitragTop
Cloakmaster
  Geschrieben am: 17 Feb 2017, 20:51


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 25 Jan 04
Beiträge: 8820




Wäre es nicht trotzdem streckenweise einfacher / besser, da augf 3-schienengleise zu gehen?
    
     Link zum BeitragTop
146225
  Geschrieben am: 17 Feb 2017, 23:00


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 1 Apr 07
Beiträge: 14729

Alter: 41
Wohnort: TH


QUOTE (Cloakmaster @ 17 Feb 2017, 20:51)
Wäre es nicht trotzdem streckenweise einfacher / besser, da augf 3-schienengleise zu gehen?

Und wozu? Man kann auch auf 750 mm elektrisch, Halbstundentakt und Tempo 80 haben - kein Problem. Es sei denn, man befindet sich gerade in Sachsen.

--------------------
Tågskryt!
    
     Link zum BeitragTop
Cloakmaster
  Geschrieben am: 18 Feb 2017, 08:43


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 25 Jan 04
Beiträge: 8820




In erster Linmie wegen der Fahrzeugverfügbarkeit. Und auch evtl für Durchbindungen, damit die Strecken keine reinen Inselnetze bleiben.
    
     Link zum BeitragTop
guru61
  Geschrieben am: 21 Feb 2017, 06:02


Haudegen


Status: Mitglied
Mitglied seit: 20 Mar 11
Beiträge: 733

Alter: 57
Wohnort: Arolfingen


QUOTE (Cloakmaster @ 17 Feb 2017, 21:51)
Wäre es nicht trotzdem streckenweise einfacher / besser, da augf 3-schienengleise zu gehen?

Hallo
Da wollte man zwischen Zweisimmen und Interlaken machen: Viel zu teuer. Darum kam man auf die Idee der Spurwechseldrehgestelle.
Schau mal so eine Weiche an:

user posted image

Alleine 3 Herzstücke!
Und alles, das sage ich, weil diese Weiche zu meinem Betrieb gehört und ich die Kosten kenne, schweineteuer und kompliziert.
Das bedeutet auch Anpassung der Sicherungsanlagen, denn die verschiedenen Spurweiten bedingen separate Überwiachungs. Sonst passiert das:

user posted image

user posted image

user posted image

Dann kommt dazu, dass Schmalspur andere Perronhöhen bedingt, wenn man Barrierefrei einsteigen will. Das wird bei den Spurwechseldrehgestellen durch die verschiedenen Höhenlagen ausgeglichen.

Fazit: Im Güterverkehr eher machbar als im Reiseverkehr.
Gruss Guru

Bearbeitet von guru61 am 21 Feb 2017, 06:03
    
     Link zum BeitragTop
DSG Speisewagen
  Geschrieben am: 21 Feb 2017, 09:57


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 17 Mar 14
Beiträge: 3618




Gibt es überhaupt eine noch aktive Schmalspurbahn in Deutschland die das Potential hätte sie nach schweizer Vorbild auf 80 km/h auszubauen und zu elektrifizieren?

Persönlich kann ich weder Museumsbahnen noch diesem Dampfkrimskrams was abgewinnen. Eine moderne, elektrifizierte Schmalspurbahn würde mir aber gefallen.



--------------------
Trassengebühren halbieren! Schwerverkehrsabgabe ab 3,5t für Lkw und Busse einführen! Infrastrukturausbau, Knotenausbau, Kapazitätsausbau! Verminderter Mehrwertsteuersatz für alle Zugfahrkarten! Fahrgastrechte für alle Verkehrsträger gleich!
    
     Link zum BeitragTop
JeDi
  Geschrieben am: 21 Feb 2017, 10:47


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 22 Apr 06
Beiträge: 18657

Alter: 28
Wohnort: Schlafwagen


QUOTE (guru61 @ 21 Feb 2017, 06:02)
Und alles, das sage ich, weil diese Weiche zu meinem Betrieb gehört und ich die Kosten kenne, schweineteuer und kompliziert.
Das bedeutet auch Anpassung der Sicherungsanlagen, denn die verschiedenen Spurweiten bedingen separate Überwiachungs. Sonst passiert das:

Scheint prinzipiell aber alles machbar zu sein - zumindest wäre mir ein vergleichbarer Unfall von den diversen deutschen umgespurten Stadtbahnbetrieben nicht bekannt. Zumindest keiner, der auf das Vorhandensein eines Dreischienengleises zurückzuführen wäre.

Andererseits überführt man ja auch z.B. in Stuttgart seine Meterspur-(Museums-)Fahrzeuge lieber per Tieflader in die Hauptwerkstatt, als für gelegentliche Überführungen 2*10 km Dreischienengleis vorzuhalten...

--------------------
Nebengattungszeichen werden klein geschrieben!
    
      Link zum BeitragTop
JeDi
  Geschrieben am: 21 Feb 2017, 10:58


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 22 Apr 06
Beiträge: 18657

Alter: 28
Wohnort: Schlafwagen


QUOTE (DSG Speisewagen @ 21 Feb 2017, 09:57)
Gibt es überhaupt eine noch aktive Schmalspurbahn in Deutschland die das Potential hätte sie nach schweizer Vorbild auf 80 km/h auszubauen und zu elektrifizieren?

Gute Frage. Die mit dem meisten Potenzial dürften Molli und Rasender Roland sein (sieht man ja am Fahrplan...), hier dürfte aus touristischen Gründen der Dampfbetrieb aber durchaus sinnvoll sein (beim Molli hat man sich ja bewusst für eine Neubaudampflok entschieden, auf Rügen arbeitet die PRESS ja noch ihr Erbe auf). Dem Roland würde jedoch eine Beschleunigung gut tun, damit könnte man systematische Anschlüsse ohne Fahrzeugmehrbedarf hinbekommen (im Moment fährt man ja unsymmetrisch). Der Molli ist mit seinen 40 Minuten Fahrzeit (=2 Umläufe, Kreuzung in der Mitte, schlanke Anschlüsse zur "großen Eisenbahn" in Bad Doberan) aber eigentlich ganz passend.

In Sachsen könnte man mit einer derartigen Modernisierung der Lößnitzgrundbahn (die ist - Moritzburg sei Dank - ja quasi ein Selbstläufer) möglicherweise was gewinnen (Taktfahrplan, ... - und nach Moritzburg wollen die Leute eh). Wer dann Dampf will kann ja ins Weißeritztal fahren (würde die Strecke auch etwas fördern). Möglicherweise ist das aber auch eine komplette Fehleinschätzung, und die Leute fahren dann nach Moritzburg eben Auto statt Dampfzug, und würden in ein modernes Gefährt gar nicht erst einsteigen.

Die Frage ist halt, ob ein Dampfbetrieb zwingend unwirtschaftlicher ist. Moderne Dampfloks (jaja) kann man durchaus im Einmannbetrieb fahren - und ob das dann wirklich so viel teurer ist als ein Dieselbetrieb (oder Elektrobetrieb - zumindest wenn man für die paar Züge die Kosten der Oberleitung mit einrechnet, und nicht als Gottgegebene Infrastruktur betrachtet), zumal man ja noch die Leute hat, die unbedingt Dampfzug fahren wollen. Wirkliche Untersuchungen dazu gibt es kaum...

Als ÖPNV mit realen Verkehrsbedürfnissen werden die 3 Bahnen jedenfalls genutzt.

--------------------
Nebengattungszeichen werden klein geschrieben!
    
      Link zum BeitragTop
guru61
  Geschrieben am: 21 Feb 2017, 17:32


Haudegen


Status: Mitglied
Mitglied seit: 20 Mar 11
Beiträge: 733

Alter: 57
Wohnort: Arolfingen


QUOTE (DSG Speisewagen @ 21 Feb 2017, 10:57)
Gibt es überhaupt eine noch aktive Schmalspurbahn in Deutschland die das Potential hätte sie nach schweizer Vorbild auf 80 km/h auszubauen und zu elektrifizieren?

Persönlich kann ich weder Museumsbahnen noch diesem Dampfkrimskrams was abgewinnen. Eine moderne, elektrifizierte Schmalspurbahn würde mir aber gefallen.

Qedlinburg- Bad Suderode
Nordhausen- Illfeld

Jagstalbahn Westerhausen-Dörzbach
Oechsle
Alle diese Bahnem hätten einige günstig trassierte Streckenteile.

Das heraufsetzen der HG muss ja nicht sofort und auf der ganzen Strecke geschehen.

Kurven begradigen, Rollmaterial mit besseren Laufwerken beschaffen usw. das ist ein Prozess der mitunter Jahrzehnte dauert.

Hier:
Vergleiche mal die Linienführung der Jurabahnen von Glovelier nach le Noirmont und nach Tavannes:
Links kanst du die Höchstgeschwindigleiten eingeben.
Da wird im Coupierten Gelände mit 70 gefahren.
Oder Bern - Solothurn und dann weiter mit dem Bipperlisi nach Oensingen - Langenthal.
90 bzw 80 sind Standard. Bern Solothurn ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die ihre 120km/h ausfahren dürfen.
Bipperlisi:
https://www.youtube.com/watch?v=J8_a9AuIlTw

Gruss Guru

Bearbeitet von guru61 am 21 Feb 2017, 17:43
    
     Link zum BeitragTop
Thema wird von 0 Benutzer gelesen (0 Gäste und 0 Anonyme Benutzer)
0 Mitglieder:
43 Antworten seit 8 Jan 2017, 22:34 Thema abonnieren | Thema versenden | Thema drucken
Seiten: (3) [1] 2 3 
<< Back to Sonderbauformen von öffentlichen Verkehrsmitteln
Antworten | Neues Thema | Neue Umfrage |