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[PL|BY|LV|RU] Von Pierogi bis Pelmeni, und von Zloty bis Bezkontakt [Zur Themenübersicht]
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Entenfang
  Geschrieben am: 26 Nov 2018, 18:25


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Im September stand ein Besuch unserer russischen Partneruni auf der Reiseliste. Die Anreise erfolgte natürlich auf Schienen.

Mit meinen 10 Lieblingsmotiven möchte ich diesen Reisebericht eröffnen:

Shabby Chic
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Lunschen durchs Kunstwerk
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Der totale Durchblick
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......auf der Most Gdanski


Monumental. Brachial. Spektakulär.
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Ein Hoch auf uns!
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Brunnen vor der Rigaer Nationaloper – Kann Spuren von Tatra enthalten.
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Neva im Fluss
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Wasser Marsch!
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...im oberen Garten von Peterhof

Hobbykollegen im Dienst
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Moskau bei Mondschein
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Bearbeitet von Entenfang am 26 Nov 2018, 18:29

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"Die S-Bahn rollt wie ein Uhrwerk."

Frankfurter Abendpost am 29.5.1978, dem Tag nach der Inbetriebnahme des Frankfurter S-Bahntunnels
    
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146225
  Geschrieben am: 26 Nov 2018, 18:38


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Bei der Einleitung kann man mit der Vorfreude auf die weiteren Teile ja schon mal anfangen. smile.gif

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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 11:21


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Ui ja, das ist schonmal ganz nach meinem Geschmack biggrin.gif biggrin.gif
Spannend wäre für mich schonmal die Frage, wie Du es geschafft hast, vermutlich relativ gleichzeitig Visa für BY und RU mit einem Pass zu besorgen, der dann ja theoretisch gleichzeitig in zwei Konsulaten liegen müsste? wink.gif
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 23:09


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QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 27 Nov 2018, 11:21)
Ui ja, das ist schonmal ganz nach meinem Geschmack  biggrin.gif  biggrin.gif

Das habe ich mir fast gedacht. biggrin.gif

QUOTE
Spannend wäre für mich schonmal die Frage, wie Du es geschafft hast, vermutlich relativ gleichzeitig Visa für BY und RU mit einem Pass zu besorgen, der dann ja theoretisch gleichzeitig in zwei Konsulaten liegen müsste?  wink.gif

Zunächst mal - ich habe das nicht gemacht. Wir waren 10 Leute und haben uns die Organisation geteilt. Für Belarus hatten wir ein Gruppenvisum, das in Berlin beantragt wurde. So weit ich gehört habe, ist der Laden nicht gerade durch geballte Kompetenz aufgefallen. wink.gif
Anschließend wurde Russland in Leipzig beantragt.

Wie du ja wahrscheinlich weißt, ist es derzeit für EU-Bürger ein Problem, auf dem Landweg von Belarus nach Russland einzureisen. Hintergrund ist die Eurasische Wirtschaftsunion, die Ähnlichkeiten zu Schengen aufweisen. Daher entfällt die Grenzkontrolle zwischen Belarus und Russland und Russland könnte nicht mehr kontrollieren, wenn ein EU-Bürger (also Drittstaatler) einreist. Daher haben wir uns für den Abstecher via Lettland entschieden.


Tag 1 Dresden -> Breslau

An einem nebligen Morgen starten wir in Dresden mit dem Trilex.
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Noch ehe wir Görlitz erreichen, klart es auf und die Sonne zeigt sich. Pünktlich erfolgt der Umstieg zum Pesa-Triebwagen. Der Auspuffdeckel klappert fröhlich vor sich hin. Wenig später holpern wir mit 30 bis 60 km/h durch die Hügellandschaft.
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Ganz so schlimm wie bei DB StuS sehen die Bahnhöfe nicht aus, aber viel fehlt nicht.
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Der Zub erklärt irgendetwas von Bus. Im Internet war dagegen von SEV nichts zu lesen. Bei dem Gleiszustand wäre eine kurzfristige Sperrung wegen Oberbaumängeln aber wirklich nicht verwunderlich.
Ein Mitarbeiter schaufelt Schlamm aus dem Bahngraben.
Der Wärter wird freundlich gegrüßt, die deutschen Formsignale erfüllen ihren Zweck.
Zuverlässige Erdung
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Mit +2 hält der Triebwagen in Rybnica und leider steigen alle aus, also wohl wirklich SEV. Auf uns wartet ein Setra von Regiobus Hannover, glücklicherweise kein Kleinbus…
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So finden alle Fahrgäste einen Sitzplatz und wir können die unerwartete Busfahrt entspannt angehen. Oder auch nicht… Mit +8 geht´s weiter, damit ist unsere halbe Umsteigezeit in Jelenia Góra bereits aufgezehrt.
Durch Dörfer und grüne Alleen ist schon bald Jelenia Góra erreicht, doch der Ort zieht sich hin. Viel Altbau ist zu sehen, doch der Putz bröckelt an vielen Stellen.
Der ältere Busfahrer ist sehr gemütlich unterwegs. Allmählich kommt Hektik auf. Ob wohl der Anschlusszug wartet?

Zwei Minuten vor der planmäßigen Zugabfahrt erreichen wir den Bahnhofsvorplatz und eilen durch die Unterführung.
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Das Asig steht noch auf Halt und der ZZA verkündet die Abfahrt erst in 20 Minuten. Im DB Navigator ist schlichtweg ein falscher Fahrplan hinterlegt.
Daher bleibt reichlich Zeit für einen Rundumblick.
Und wenn´s die EU eh zahlt, gibt´s halt einen interaktiven Abfahrtsplan…
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Ein Polregio fährt ein
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Leicht hinter Plan starten wir dann nach Abwarten eines Anschlusses.
Ab Walbrzych ist die Strecke gut ausgebaut und die Fahrt verläuft zügiger.
Dass sie sich dennoch etwas hinzieht, merkt man spätestens an Witzen wie „Ist ziemlich kalt hier. Ich sitze im Zug.“
Ein paar Güterwagen sind im durchgehenden Hauptgleis am barrierefreien Bahnsteig abgestellt und wir halten am Erdhügel daneben.

Pünktlich wird schließlich Breslau erreicht.
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Ich stottere „24 Stunden“ auf Polnisch zusammen, als mir die ältere Frau am Kiosk eine Einzelfahrt verkaufen will. Es führt zur gewünschten Fahrkarte.
    
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  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 23:09


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Obwohl Straßenbahn und Stadtbusse von MPK Wroclaw betrieben werden, sind sie völlig anders lackiert. Vorne ein Moderus Beta von Modertrans Poznan im neuen dunkelblauen Straßenbahndesign.
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Mich bringt allerdings ein Konstal-Wagen – wenn auch wie üblich mit längeren Wartezeiten an den Ampeln – ans Ziel. Um die Leistungsfähigkeit von Knotenpunkten zu erhöhen, findet man in Polen häufig ein eigenes Gleis für abbiegende Linien.
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Und los geht´s. Erster Fotohalt ist die Most Grunwaldzki.

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Škoda 16T im damals üblichen Lackschema
Man beachte, dass die Gleisverschwenkung auf die stark befahrene Straße ganz ohne Ampelsicherung auskommt.

Die Haltestelle ist typisch für Polen – in der Mitte einer stark befahrenen Straße und nur über eine Unterführung erreichbar. Weil die Bahnen in der HVZ eher unregelmäßig fahren, nehme ich die nun folgende 0L. Die Liniennummer deutet auf die Ringlinie hin, L gegen den Uhrzeigersinn, P im Uhrzeigersinn.
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Der große Verkehrsknoten Plac Grundwaldzki…
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…und die ihn umgebende Bebauung
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Zeit für einen Spaziergang durch Nadodrze.
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Gleisreste am Rondo Anny German, möglicherweise eine Streckenverlegung
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Im leicht verfallenen Altbau suche ich einen kleinen Bäcker auf und bekomme ein riesiges Stück Apfelkuchen für 1,50€.
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Hurra, kein Wespenschwarm stürzt sich auf mich, als ich in einem kleinen Park mangels Bänken auf einer Holzkiste platznehme. Dafür fehlt nicht viel und die Tauben würden mir den Kuchen aus den Händen klauen.
    
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  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 23:10


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2288 an der Haltestelle Na Szanach
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Baulücken
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2272 am Plac Staszica
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2398 ebendort
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Nun steht die Streckenbefahrung der Überlandlinie nach Lesnica an.

Die Moderus-Bahnen rattern laut und schwanken ab 50 km/h auf den nicht perfekt verlegten Gleisen sehr stark. Dafür bietet die Klimaanlage an diesem spätsommerlichen Tag Abkühlung. Aufgrund des geringen Nf-Anteils stehen die Bahnen stark in der Kritik.
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Modernisierter Konstal trifft Moderus Beta
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2801 im Abendlicht – für meinen Geschmack ist die neue Lackierung deutlich zu dunkel geraten.
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2488 rollt entlang der Allee stadtauswärts
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Immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt es durch die parallele Führung von Straße und Schiene an Kreuzungen.
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Für in gleicher Richtung verkehrende Linksabbieger versteckt sich die Tram hinter den Bäumen. Auch Fahrzeuge von rechts warten häufig auf den Gleisen, bis die Hauptstraße frei wird.
    
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  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 23:10


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Fotoshooting an der Endstation
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Sonnenuntergang an der Wendeschleife Pilczyce
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Da bietet sich doch auch gleich eine Testfahrt mit dem nur in geringer Stückzahl vorhandenen Pesa Twist an.
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Blick nach hinten – relevante Informationen können den Bildschirmen, wie in Polen üblich, oft nur mit der Lupe entlockt werden.
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Die Tarnung als Gepäckablage kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es 100% Niederflur nicht ohne Nachteile gibt.
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Und dieser Ballsaal würde sich super für eine Partytram eignen. Im Linienverkehr müssen die Beförderungsfälle aber leider stehen.
Vielleicht kommt es mir nur so vor, dass die als Plustram bezeichnete Linie 33 deutlich kürzer an den Ampeln warten muss oder es liegt einfach daran, dass die HVZ inzwischen vorbei ist.


Fahrgastwechsel aus der Vogelperspektive
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Abendspaziergang über den Plac Solny…
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…zum Rynek.
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  Geschrieben am: 27 Nov 2018, 23:11


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Blick über die Oder zur Universität
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Stahlskulptur auf der Daliowa-Insel
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Blick auf die Most Piaskowy, im Hintergrund die Markthalle
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Zum Abschluss des Tages einen Blick auf die Kreuzkirche und den Breslauer Dom
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"Die S-Bahn rollt wie ein Uhrwerk."

Frankfurter Abendpost am 29.5.1978, dem Tag nach der Inbetriebnahme des Frankfurter S-Bahntunnels
    
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146225
  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 06:03


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Ich bin nun wirklich nicht der sehr erfahrene Polen-Reisende, aber selbst ich habe gelernt, dass man vor der Reise aufgrund der häufigen - oft baubedingten - polnischen Fahrplanänderungen alle Züge nochmals auf der PKP-Website nachschauen sollte.

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  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:50


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QUOTE (146225 @ 28 Nov 2018, 06:03)
Ich bin nun wirklich nicht der sehr erfahrene Polen-Reisende, aber selbst ich habe gelernt, dass man vor der Reise aufgrund der häufigen - oft baubedingten - polnischen Fahrplanänderungen alle Züge nochmals auf der PKP-Website nachschauen sollte.

Ja, das haben wir jetzt auch gelernt wink.gif


Tag 2 Breslau -> Warschau

Nach dem Frühstück in einer winzigen Konditorei bringt uns ein Moderus-Wagen Richtung Bahnhof. Eine Plustram steht erst ewig an der Ampel und dann ist auch noch der Bahnkörper durch nicht abgeflossene Autos blockiert. Bei Ampelschaltungen ist in Polen wirklich noch viel Luft nach oben.
Ziemlich ärgerlich finde ich jedenfalls, dass die Linien 5, 15, 17, 31 und 32 in Fahrtrichtung Süden keinen Halt in der Nähe des Bahnhofsvorplatzes haben. (hier) Vielleicht durfte der MIV nicht behindert werden…
Auf uns wartet ein Pesa Dart.
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Die strenge Jury gibt dem Zug keine guten Noten – abgesehen von der relativ geringen Beinfreiheit liegt der Teufel im Detail.
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Ausreichender Abstand zwischen Wasserhahn und Waschbecken – diese eigentlich simple Aufgabe scheint bei modernen Zügen nahezu unlösbar zu sein.
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Dementsprechend überschwemmt ist auch der Fußboden. Man kann nur hoffen, dass es sich tatsächlich um Wasser handelt…


Sehr laufruhig gleitet der Dart mit 120 über die gut ausgebaute, schnurgerade Strecke durch Wälder und Felder. Nur das gelegentliche Klingeln eines Handys sowie eine quasi ununterbrochen mit lauter Stimme telefonierende Frau stören die Ruhe.
Abteile wären für eine Gruppe wir uns freilich besser gewesen und gäbe es bei der PKP eine grafische Sitzplatzanzeige, hätten wir uns nicht auf diverse Zweierreihen verteilen müssen.

Als wir uns Warschau nähern, ist die Strecke mit meterhohen Lärmschutzwänden zugemauert. Mit +3 erreichen wir Warschau-Tiefgarage.
Die 2. Generation Nf-Bahnen von Pesa verkehren in Warschau in großer Stückzahl. Ein Swing am Hbf, im Hintergrund ragt die Spitze des Kulturpalastes empor.
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Und während die Werbung am Bahnhofsdach auf die Feier zur 100-jährigen Unabhängigkeit Polens hindeutet, ist die Regierung gerade auf dem besten Wege, die Demokratie abzuschaffen.
https://www.zeit.de/2018/41/pis-polen-regie...ft-waehlerwille (lesbar nach kostenloser Registrierung)

Mit der Tram geht es über einen breiten Boulevard (noch haben wir den Prospekt-Meridian nicht überquert…) zum Rondo Charles’a de Gaulle’a (sic). In der Mitte schmückt eine Palme den Platz.
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Auch hier behindern sehr lange LSA-Umlaufzeiten und Linksabbieger auf den Gleisen die Tram.

Verlässt man nun den breiten Boulevard, zeigt die Stadt einen völlig anderen Charakter, den ich in Warschau gar nicht erwartet hätte. Diese Restaurant- und Kneipenmeile zieht sich bis zur Altstadt hin.
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Eine Stärkung gibt es in einer Milchbar, wo man ein Essen schon ab 2€ bekommt.
Ohne Pierogi kann ich Polen nicht verlassen…
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Beim anschließenden Stadtspaziergang zeigt sich schnell, dass Warschau längst nicht so hässlich ist, wie ich es mir vorgestellt habe.
Alte und moderne Architektur
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Blick zum Kulturpalast
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  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:50


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Ist das Kunst oder kann das weg?
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Schlichtheit aus viel Beton
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Weiter geht´s zum Grabmal des unbekannten Soldaten, erbaut nach dem 1. Weltkrieg zum Gedenken an die gefallenen polnischen Soldaten. Im 2. Weltkrieg wurde der Gebäudekomplex fast vollständig zerstört, nur ein kleiner Bereich am Grab blieb erhalten.
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Natürlich dürfen hier nicht die Ewige Flamme und die Wachablösung fehlen.

Blick in den idyllischen Sächsischen Garten
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ÖPNV auf Gummirädern
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Ein wichtiger Teil der Stadt ist die Musik.
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Hier zu sehen ist eine Statue von Adam Mickiewicz, ein Komponist der polnischen Romantik. Auch Chopin komponierte hier seine ersten Stücke. Nimmt man hier auf einer unscheinbaren Bank Platz, ertönt plötzlich seine Musik.

Nächster Halt ist die Altstadt.
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Eine stark befahrene Straße wird im Tunnel unter der Fußgängerzone durchgeführt, sodass die Altstadt bequem zu Fuß erreichbar ist. Die zugehörige Haltestelle ist nicht nur als überfahrbares Kap ausgeführt, sondern bietet einen weiten Blick bis zum Stadion.
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Kleiner Spaziergang durch die etwas seltsam unbelebten Gassen, die Altstadt wirkt sehr museal. Hier gibt es überteuerte Restaurants und musizierende Zigeunerkinder.
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Entenfang
  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:51


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Gut verteidigt war die Altstadt jedenfalls…
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Schilderwald
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In der Neustadt finden wir ein Café und ruhen uns aus. Eine alte Frau plappert ununterbrochen vor sich hin und versucht, Passanten Flyer des nebenan liegenden Schokoladengeschäfts in die Hand zu drücken. Ihr Erfolg ist jedenfalls bescheiden.


Nun muss sich die Tageskarte noch lohnen. Erster Anlaufpunkt ist die Most Gdanski.
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Auf den ersten Blick sieht sie nur nach einer stinknormalen Brücke, erbaut Ende der 50er Jahre, aus. Sie ist zweistöckig, unten verkehrt die Tram sowie Fußgänger und Radfahrer, oben die Autos.
Die Stahlträger bieten allerdings ein sehr hübsches Motiv.
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Parallel verläuft die Eisenbahnbrücke.
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Von ganz oben hat man einen schönen Blick über den Kontrast zwischen Alt und Modern.
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Besonders idyllisch ist es hier aber aufgrund des starken Verkehrs nicht.
Direkt am Wasser allerdings auch nicht – Stechmückenalarm.
    
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  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:51


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Also suche ich wieder die Tram auf.
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Ich beschließe, den Ast nach Goclawek abzufahren.
3209 hält bei Kijowska
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Ein Swing bringt mich entlang einer Ausfallstraße nach Südosten. Ein Mann schläft halb sitzend, halb liegend auf der Sitzreihe ganz hinten und wird von einem älteren Fahrgast misstrauisch beäugt.

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Die Konstalwagen sind auf große Fahrgastmengen und schnellen Fahrgastwechsel ausgelegt.

Rund um das Rondo Wiatraczna stehen moderne Bürogebäude.
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Dann folgen Plattenbauten.
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Einfahrt in die Endstation Goclawek
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Ein Jazz Duo aus dem Hause Pesa hat seine Beförderungsfälle entlassen.
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In der ZZA wird die verbliebende Zeit bis zur Abfahrt angezeigt.
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Alle Bahnen halten aber nochmal an einer gemeinsamen Halteposition.

Mit dem Swing fahre ich zurück.
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3646 an der Haltestelle Centrum, rechts der Hauptbahnhof.
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  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:53


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Konstal-Doppel vor dem Kulturpalast
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Viele komische Gestalten, Bettler und Obdachlose treiben sich im Bereich der verwinkelten Unterführung herum – zu später Stunde kein besonders angenehmer Ort.
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Blick auf den Kulturpalast
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Hochhaus im Detail
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Nun steht noch eine Probefahrt mit der Metro an. Fuzzifreundlich erfolgt die Anzeige der Zugbaureihe.
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Auf der M1 kommen die drei Fahrzeugtypen der Warschauer Metro (Metrowaggonmasch, Alstom Metropolis, Siemens Inspiro) gemischt zu Einsatz, auf der 2015 eröffneten M2 ausschließlich Inspiro. Das Warschauer Metronetz ist noch jung; der erste Abschnitt der M1 wurde 1995 eröffnet. Bemerkenswert ist, das lange Abschnitte der M1 auch im Zentrum in offener Bauweise erstellt wurden.
1998: http://warszawa.wyborcza.pl/warszawa/51,54...40363.html?i=13
2014: https://goo.gl/maps/nHyzkQ7u6cP2
In Innenstadtnähe hat die M1 sehr große Haltestellenabstände, da aus Kostengründen zwei Zwischenhalte bisher nicht verwirklicht wurden. Da die parallel an der Oberfläche verkehrende Straßenbahn jedoch komplett erhalten wurde, sehe ich die geplante Nachrüstung als nicht so wichtig an.

Interessant ist die Gestaltung des Bahnhofs mit Ladengalerie jedenfalls.
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Den neueren Bahnhöfen merkt man die veränderten Designvorstellungen deutlich an.
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Der Inspiro hört sich 1:1 wie der C2-Zug in München an. Selbst der Türschließton ist derselbe.
Beim Innenraumdesign her unterscheiden sich die Züge jedoch stark.
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Entenfang
  Geschrieben am: 28 Nov 2018, 23:54


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Bereit zur Abstellung
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Ein Mann meint, mir erklären zu müssen, dass man hier nicht fotografieren dürfe. Soso, und warum nicht? Es faselt irgendwas von Strategic und War.
Immerhin wäre es nicht ganz allein meine Schuld, wenn die Russen kommen und Polen den Krieg verliert. Bei Wikipedia gibt´s eine umfassende Galerie aller U-Bahnhöfe:
https://pl.wikipedia.org/wiki/Linia_M1_metr...rszawie#Galeria

Das M als Designmerkmal zieht sich sogar bis an die Dachgestaltung der Treppenabgänge durch.
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Leicht verwinkelte, aber gut beschilderte Gänge
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Die Tram bringt mich zurück zur Altstadt.
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Einige Motorräder rauschen einfach durch die aussteigenden Fahrgäste.

Und zum Abschluss des Tages hilft das Glück dem Tapferen – ich laufe zur Bushaltestelle und eine Minute später kommt zufällig die Linie 222 an, welche komplett mit Urbino Electric bedient wird. So schnell, wie der Fahrer den Elektrobus durch die Straße jagt, muss er bald Feierabend haben.
In der Partymeile ist jetzt viel los.
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Ein junger Mann labert irgendwas auf Polnisch. Verstehe ich leider nicht.
„Don´t fucking take photos, ok?!?!“
An irgendjemandem muss man seinen Frust ja ablassen.

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