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[UK] Skyscraper, Sheep & CCTV, Report is under 24 hr CCTV surveillance [Zur Themenübersicht]
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  Geschrieben am: 11 Jan 2020, 22:30


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Nachdem Hot Doc das Rätsel auf Anhieb schon mal ganz gut geografisch eingegrenzt hat, geht's jetzt los. Vielleicht errät ja noch jemand Zug und Strecke im Laufe des Berichts.


Vorbemerkung

Das Bildmaterial entstand in Coproduktion mit Muffo1234

Zur Einstimmung unsere Top 12

Vermutlich das Wahrzeichen Londons - die Tower Bridge
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Ohne die DLR wäre London für Bahnfreaks wohl nur halb so spannend
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Klischeehafter kann man England nicht zeigen
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Unendliche Weiten der North Yorkshire Moors
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Möwe auf Nahrungssuche in Whitby
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Schafe
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Am Bahnsteig in Levisham
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Hogwarts? Nein, die Uni Glasgow.
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Woran man merkt, dass man das Meer erreicht hat: Die Möwen erobern den Zug.
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Ausblick über die schottische Küste
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  Geschrieben am: 11 Jan 2020, 22:31


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Ob Harry Potter auf der Fahrt über das Glenfinnan-Viadukt wohl auch mit einem Triebwagen vorliebgenommen hätte?
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Ein Reiseerlebnis, das bleibt - die Fahrt mit dem Caledonian Sleeper durch die Highlands
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einen_Benutzernamen
  Geschrieben am: 12 Jan 2020, 18:57


König


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Wie sieht es Ticket mässig aus? Hast du normale Online Ticket gebucht oder Interrail?
QUOTE
Klischeehafter kann man England nicht zeigen
Ich finde Diesel Triebwagen und Stromschienen sehr Klischeehaft für UK. Genauso wie die Form geschuldet des Lichtraumprofil.

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  Geschrieben am: 12 Jan 2020, 22:47


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QUOTE (einen_Benutzernamen @ 12 Jan 2020, 18:57)
Wie sieht es Ticket mässig aus? Hast du normale Online Ticket gebucht oder Interrail?



Wir hatten Interrail Global, um aus Deutschland anreisen zu können. Meiner Ansicht nach ist GB eines der bestgeeignetsten Länder für Interrail. Hoher Normalpreis, keine Reservierungspflicht, 1000 verschiedene EVU mit eigenen Spartickets, aber überall Anerkennung von Interrail.


QUOTE
Ich finde Diesel Triebwagen und Stromschienen sehr Klischeehaft für UK. Genauso wie die Form geschuldet  des Lichtraumprofil.

Ja, schon klar. wink.gif Dazu kommt auch noch was, aber ich meinte das Klischee nicht mit Bezug zur Eisenbahn.


Tag -3 München -> Ulm -> Donaueschingen -> Rastatt

Mangels verfügbarer Sparpreise (Hätte sonst einen Reisetag mehr vom Interrail gekostet) für den IC München - Karlsruhe probiere ich eine neue, vielversprechende Route aus. Der ICE bringt mich mit -7 nach Ulm, sodass dort viel Zeit für eine Besichtigung der Baustelle für die NBS bleibt.

Der Solo 612er ist gut gefüllt. Um noch einen Sitzplatz zu bekommen, hieve ich den zuvor am Sitz verstauten Koffer einer älteren Frau auf die Ablage. Leicht verspätet rollen wir durch das Donautal. Der landschaftlich schönste Abschnitt kommt zwischen Sigmaringen und Tuttlingen.
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"Verehrte Fahrgäste, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit. Vorne beim Lokführer ist eine stark eingeschränkte Dame, die in Immendingen auf den Zug Richtung Konstanz umsteigen möchte. Ich würde mich freuen, wenn sich jemand bereit erklären würde, der Dame nach Gleis 4 zu helfen. Noch ein Hinweis: Der RE Richtung Konstanz hat aktuell 17 Minuten Verspätung. Es bleibt also genug Zeit."
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Es finden sich ausreichend Hilfsbereite ein, die das Gepäck der Blinden durch die Unterführung tragen.
Leicht hinter Plan rollt der RE Richtung Karlsruhe ein, windet sich durch den Schwarzwald, pünktlich passiere ich die Rastatter Baustelle und bereue meinen Umweg nicht.


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  Geschrieben am: 13 Jan 2020, 22:52


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Fakten über den Londoner ÖPNV

Der U-Bahnhof King's Cross/St. Pancras hat mit über 400 Überwachungskameras die größte Zahl aller U-Bahnhöfe.
https://infographicjournal.com/how-many-cct...eras-in-london/

Die Northern Line hat in Kennington eine Wendeschleife (wie die S-Bahn Stuttgart an der Schwabstraße).
https://youtu.be/OvjqsM52CaE?t=191

Bei der Nutzung einer Oyster Card kann der Fahrpreis auf derselben Strecke von dem mit kontaktloser Kreditkarte abweichen.
https://www.youtube.com/watch?v=1w95ULafeSY

Der Aufschlag für Zone 1 wird auf bestimmten Routen nicht berechnet.
https://youtu.be/RxcH9M4moks?t=313

Ein Bahnhof des Overground-Netzes wird nur von einem Zugpaar pro Tag angefahren. Hintergrund ist unter anderem, dass ohne regelmäßigen Verkehr die Betriebsgenehmigung für eine Strecke verfällt.
https://youtu.be/e9xRFk8ffr8?t=272

Die Underground hat zwei Stromschienen, um Streustromkorrosion zu vermeiden.
https://de.wikipedia.org/wiki/London_Underg...rground#Technik

Die Waterloo & City Line hat keine Gleisverbindung zum restlichen Netz. Züge müssen wie auf der U55 in Berlin mit dem Kran in den Tunnel gehoben werden.
https://youtu.be/YSvCnqAqo-U?t=112

Die DLR verkehrt mit Moving Block. Es gibt daher weder feste Blockabstände noch ortsfeste Signale.
https://youtu.be/a52ZSCIAoRk?t=63

Die Lage der Bahnhöfe auf der Elizabeth Line (Crossrail) im Zentrum ist nicht an den verkehrlich optimalen Standorten. Es war für weitere unterirdische Bahnhöfe kein Platz mehr vorhanden.
https://youtu.be/O57ZbbcDaSM?t=220

Die berühmte Tube Map kann sehr irreführend sein. Manche Umsteigebeziehungen sind schneller, wenn man nicht den eingezeichneten Umsteigebahnhof nutzt.
https://youtu.be/ouC0uF7_Geg?t=178

Die Jubilee Line ist nach dem 25. Jubiläum der Thronbesteigung von Queen Elizabeth benannt, welches im Jahr 1977 zeitgleich mit der Eröffnung der neuen Linie gefeiert werden sollte. Doch es kam zu Verzögerungen beim Bau und der erste Abschnitt der Jubilee Line wurde erst 1979 eröffnet.

Die London Underground hat zwei unterschiedliche Lichtraumprofile (wie Groß- und Kleinpofil in Berlin). In London ist allerdings das größere Profil älter. Diese Tunnels sind in offener Bauweise für Eisenbahnen entstanden und wurden zunächst mit Dampfzügen befahren. Die später bergmännisch errichteten Linien haben ein wesentlich kleineres Profil.

Der 1843 eröffnete, erste Tunnel unter der Themse war für Pferdefuhrwerke konstruiert und wurde 1869 zum Eisenbahntunnel, ab 1933 dann für die East London Line genutzt. Seit 2010 ist er Teil des Overground-Netzes.
https://de.wikipedia.org/wiki/East_London_Line

19 von 270 Stationen der Underground sind nur über Aufzüge mit der Oberfläche verbunden (und über Fluchttreppenhäuser).
http://www.geofftech.co.uk/tube/facts.html

Der kürzeste Abstand zwischen zwei U-Bahnhöfen ist von Leicester Square nach Covent Garden - nur 250 m.

Der Weltrekord für die Tube Challenge liegt bei 15h 45min 38s.
http://www.geofftech.co.uk/tube/others.html

Von 1906 bis 1952 hatte London einen Straßenbahntunnel - die Gleisreste sind noch heute zu sehen.
https://youtu.be/Ji3C_PjJonM?t=185

London hatte einst das größte Tramnetz Europas. Die Energieversorgung erfolgte teilweise von der Oberleitung, teilweise über eine Stromschiene.
https://youtu.be/Ji3C_PjJonM?t=141

In London fahren über 8000 Busse.

Auf dem Dach der Busse ist die Fahrzeugnummer sowie einen dreistelligen Code für den Betreiber abgebildet.

Die Underground-Fahrt zwischen den Terminals in Heathrow ist kostenlos.
https://www.heathrow.com/airport-guide/gett...tween-terminals

Der Bürgermeister Sadiq Khan hat 2016 die Preise für viele Einzelfahrten bis 2020 eingefroren.
https://tfl.gov.uk/campaign/fares-freeze


Tag 1 Rastatt/ Leipzig -> London

Der 6-Minuten-Anschluss von der S7 vom Bahnhofsvorplatz zum ICE nach Paris ist mir dann doch zu heiß und ich fahre mit dem RE eine halbe Stunde früher nach Karlsruhe. Der nach dem unglaublich trockenen April lang ersehnte Regen hat begonnen - pünktlich zum Reisestart.
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"Information zum ICE nach Chur - heute ca. 5 bis 10 Min. später. Grund dafür ist eine technische Störung an der Strecke."
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Keine Minute später rollt er ein und fährt mit +3 wieder ab.

Unser Velaro fährt pünktlich ein, wird gestürmt und wenig später sausen wir wieder durch Rastatt. Ab Appenweier geht es auf dem Gegengleis bis Kehl und schon bald sind wir in Straßburg. Ob der Velaro wohl die 320 in Frankreich ausfahren darf? Er darf. Beim Schwungfahren über die hügelige Trasse schwankt die Geschwindigkeit zwischen 270 und 320. Bald klart es auf und wir sausen unter lockerer Bewölkung zwischen Dörfern und Rapsfeldern bis nach Paris.
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Ein Mädchen im Gang drängelt schon. "Der fährt ja noch immer", meint sie unruhig. "Ja, warte mal, wir sind gleich da", beruhigt die Mutter. Einige haben mal wieder 10 Minuten vor der Ankunft Unruhe gestiftet und sich in den Gang gestellt.
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Am Gare de l'Est gibt es Bahnsteigsperren. Uns empfängt ein ziemlich schmutziger Vorplatz, ein Sammelsurium an Elektrorollern und Leihrädern...

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...sowie in Grüppchen zusammenstehende junge Männer, die Gras rauchen. Glücklicherweise ist der Fußweg zum Gare du Nord nicht allzu weit.

Das wohl berühmteste Bahnhofsrestaurant Frankreichs ist der Stern des Nordens, benannt nach einem ehemaligen Fernzug Paris - Amsterdam.
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Aber wir haben ohnehin keine Zeit und wollen uns lieber noch ein bisschen Geld für den bevorstehenden Aufenthalt in Großbritannien aufheben...
Über den Zugdächern
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Zügig passieren wir die Passkontrollen. Chaotischer wird es an der Sicherheitskontrolle, wo ein Mitarbeiter erfolglos versucht, die Leute schneller wegzukriegen, weil die Schlange schon bis zur Passkontrolle zurückreicht. Außerdem leiert er unentwegt vor, dass man alle metallischen Gegenstände ablegen solle. Aber wofür auch einen neuen Schalter öffnen, wenn man auch jemanden dafür bezahlen kann, Leute weiterzuschieben?
15 Minuten vor Abfahrt sind wir durch, insgesamt hat die Prozedur etwa 20 Minuten gedauert.
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Das Innere der 17-Wagen-Züge ist sehr dunkel und kühl, der Sitzabstand unerfreulich eng. An Komfort ist der Zug dem Flugzeug jedenfalls kaum überlegen.

Bald lassen wir Paris schon wieder zurück. Schließlich beginnen Stacheldrahtzäune und Kameras. Die Grenzanlagen stehen jedenfalls der in Belarus in nichts nach. Fehlt eigentlich nur der Zoll, der die Deckenverkleidungen abschraubt.
Kurze Zeit später wird es schwarz vor dem Fenster. Welch ein Glück, dass es im WLAN eine virtuelle Meerestour gibt.

Pünktlich erreichen wir London. St. Pancras ist ein würdevolles Tor in die Stadt und viele Leute ziehen erstmal das Handy raus, um die Bahnhofshalle festzuhalten.
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  Geschrieben am: 13 Jan 2020, 22:52


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Bald der Vergangenheit angehören werden die Alstom-Züge - der Gelbton wurde etwas heller.
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Von meiner ersten Londonreise 2012 habe ich noch Oysterkarten in der Schublade gefunden und wir können sie erfolgreich aufladen. Und auf ins Getümmel - es ist gerade HVZ und der ÖPNV stößt hart an seine Grenzen. Die winzigen Kleinprofilzüge rumpeln etwa alle 90 Sekunden durch die Tunnels. In den Bahnhöfen ist es stickig und neblig, vermutlich Bremsabrieb. Zudem sind viele Bahnhöfe schummrig beleuchtet, was für eine eher unangenehme Atmosphäre sorgt. Wir nehmen die Northern Line bis Bank und steigen dort in die DLR um. Unsere Unterkunft hat Muffo jedenfalls gut ausgewählt - der Blick vom Balkon kann sich sehen lassen.
Zum London Eye
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Zum Hochhaus "The Shard" (Die Scherbe)
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Schick finde ich, dass die Dachflächen teilweise für Spielplätze und Sportgeräte genutzt werden.
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Ein Zug der DLR windet sich durch die tiefen Schluchten von Canary Wharf
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https://de.wikipedia.org/wiki/Docklands_Light_Railway
Die DLR ist ein 34 km langes, wie der Name schon sagt, Light Rail-System. Die Trasse verläuft 100% unabhängig, aufgeständert, unterirdisch oder auf ehemaligen Eisenbahnstrecken, sodass man nicht von einer Stadtbahn im deutschen Sinne sprechen kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Docklands_Lig...ght_Railway.svg
Auch wenn die Infrastruktur ein starkes Verästelungsnetz zulassen würde, versucht man, allzu viele Linienüberlagerungen zu vermeiden. Angesichts der Taktdichte (tlw. Takt 5 bis in die SVZ) ist das Umsteigen unkritisch.
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Der Bahnhof Canary Wharf ist so gestaltet, dass das Umsteigen von der Lewisham-Linie, die stets Richtung Bank verkehrt, nach Stratford und umgekehrt stets bahnsteiggleich erfolgt. Die Fahrpläne sind außerdem aufeinander abgestimmt. Die Züge aus Stratford wenden auf dem mittleren Gleis, während die Bank - Lewisham-Linie außen verkehrt.

Bei den vielen Brücken müssen sich die Schienen auch mal ausdehnen können.
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Viele Weichen haben bewegliche Herzstücke, um den Verschleiß zu reduzieren.
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Das spektakuläre Überwerfungsbauwerk bei Poplar hat nicht nur was von Achterbahn, sondern ermöglicht auch völlig unabhängiges Ein- und Ausfädeln der Linien.
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Der ursprünglich einzige stadtseitige Endpunkt Tower Gateway erwies sich bald als ungünstig gelegen und bereits 4 Jahre später ging ein neuer Ast mit Tunnelabschnitt bis Bank in Betrieb.
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  Geschrieben am: 13 Jan 2020, 22:53


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Eine Fahrt mit der Underground ist für jeden Freak ein Erlebnis - hier die Central Line im Bahnhof Queensway.
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Der stark historisch gewachsene ÖPNV Londons weist zahlreiche Kuriositäten auf. So sind einige U-Bahnhöfe nur mit Aufzügen an die Oberfläche angebunden.
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Bei allzu langen Schlangen kann es aber trotzdem gelegentlich schneller sein, die (öffentlich grundsätzlich zugänglichen) Nottreppenhäuser zu benutzen.
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Angeblich hat man die vielen roten Telefonzellen nur deshalb stehen gelassen, weil sie einfach so typisch für London sind, auch wenn sie heute kaum noch jemand braucht.
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Nach einer Stärkung geht’s weiter Richtung Circle Line. Sie gehört zu den älteren Großprofil-Untergrundeisenbahnlinien und ist architektonisch äußerst interessant.
Bayswater
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- Bitte schönstes British English vorstellen - "Hellöu, ahr juo täykin föedöes or filmin?", spricht uns ein Wachmann an. Wir machen Fotos.
"Ouhhh, däir täykin föedöes", gibt er in sein Funkgerät durch.
Fotografieren mit Stativ wäre nicht erlaubt.
Aha, aber ohne schon?
"Ja."
Und die Kamera ausgeschaltet auf dem Stativ zu transportieren ist auch erlaubt?
Er denkt einen Moment nach, vermutlich ist uns allen die Absurdität dieser Regelung klar - "Ja."

Das Rollmaterial der Großprofillinien (Circle, District, Hammersmith & City und Metropolitan) wurde in den letzten Jahren komplett erneuert. Eingesetzt wird nur noch S-Stock von Bombardier, die im Gegensatz zu den Altwagen keine Querbestuhlung mehr aufweisen.
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Und woher man weiß, auf welchen Linien die S-Stock eingesetzt werden: Die Linienfarben auf dem Sitzpolster sind ein dezenter, aber netter Hinweis, wie es ihn an vielen Stellen im Underground-Netz gibt.
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Zwischen Lautsprechern, Schneebesen und Eiern an der Gloucester Road
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  Geschrieben am: 13 Jan 2020, 22:54


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Alte und neue ZZA
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Dass Bahnhöfe vollständig in der Geraden liegen, ist eher die Ausnahme. Angesichts der oft engen Bogenradien sind Kameras zum Abfertigen unverzichtbar. In der HVZ hilft zusätzliches Bahnsteigpersonal beim Abfertigen und soll gleichzeitig Nachzügler und Türblockierer stoppen, wofür die Londoner berühmt-berüchtigt sind.
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London Eye aus verschiedenen Blickwinkeln
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Big Ben lässt sich leider nicht dokumentieren, denn er ist komplett in einem Gerüst verhüllt.

Queen's Walk am Themseufer
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Ein ausrangierter Bus hat eine neue Funktion erhalten
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Hungerford and Golden Jubilee Bridges, im Hintergrund der Bahnhof Charing Cross
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Erstere sind Fußgängerbrücken...
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...auf beiden Seiten der Eisenbahnbrücke
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Der frische Wind und leichte Regen machen den Abendspaziergang nicht besonders angenehm.

Straßenmusiker als Ruhepol im Menschenstrom und als Gegensatz zu den herumgrölenden Besoffenen
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  Geschrieben am: 13 Jan 2020, 22:54


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Ausgehmeile...
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...mit Berliner Currywurst
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Der Trafalgar Square ist leider überwiegend zum Aufbau irgendeines Events gesperrt.
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Wir beschließen, eine Runde Bus durch das abendliche London zu fahren.
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Auch nach 23 Uhr herrscht noch reger Verkehr. Alle fahren kreuz und quer und Fußgänger rennen todesmutig durch die Blechlawine.
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Links im Bild ist eine Busspur, die nur leider komplett mit Taxis gefüllt ist, welche diese mitbenutzen dürfen. Falschparker oder Autos fahren dagegen nie drauf, denn sie sind kameraüberwacht. Bei unberechtigter Benutzung bekommt man automatisch einen Strafzettel zugeschickt.

Im Bahnhof Bank ist ein Treppenhaus wegen Bauarbeiten gesperrt und die dynamische Wegweisung führt uns über einen riesigen Umweg über diverse Treppen und Gänge zur DLR.
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:20


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Tag 2 London

Der neue Tag empfängt uns mit klischeehaftem Wetter - Regen und Sturm.
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Glücklicherweise lässt der Regen bereits nach, als wir uns zur Jubilee Line begeben.
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Der Bahnhof Canary Wharf ist riesig und darauf ausgelegt, Menschenströme aus den umliegenden Bürotürmen nach Feierabend aufzunehmen.
Gestern Abend haben beim Schreiben des Reiseberichts meine beiden Kugelschreiber direkt hintereinander den Geist aufgegeben. Also suche ich einen Schreibwarenladen auf, bevor wir auf den Bahnsteig runtergehen. "(&¨ä“% Pounds, please." Wie viel? Leider habe ich schon richtig verstanden - 3 Pfund pro Stück...

Dieses Wochenende hat das Museumsdepot in Acton geöffnet. Dafür müssen wir zunächst die ganze Stadt durchqueren. Schnell noch das in jedem U-Bahnhof vorhandene Labyrinth lösen...
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...und dann geht's los. Der Zug kommt ziemlich leer an, doch das ändert sich bald.

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Der 1979 eröffnete, 1. Bauabschnitt von Stanmore bis Green Park (und weiter zum geschlossenen Bahnhof Charing Cross) unterscheidet sich stark von der 2. Etappe, die ab 1999 fertiggestellt wurde und Bahnsteigtüren aufweist.

Ab hier geht es mit der Piccadilly Line weiter.
Der übersichtliche Fahrplan zeigt die erste und letzte Abfahrt sowie die seit 2016 an Wochenenden verkehrende Night Tube. http://content.tfl.gov.uk/standard-night-tube-map.pdf
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Eine Ausweitung des Nachtbetriebs auf weitere Linien ist nach Abschluss von Bauarbeiten vorgesehen. Züge verkehren alle 10-20 min.

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Woher weiß man, dass dieser Gang die Jubilee mit der Piccadilly Line verbindet? Die farbigen Mosaiksteine geben einen dezenten Hinweis.

Die Kleinprofilzüge sind ziemlich eng
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Zwischenstop in Hammersmith. Piccadilly und District Line verkehren hier auf ein paar Stationen parallel, erstere als Express an einigen davon ohne Halt.
Woher weiß man denn, dass hier Piccadilly und District fahren? Ein Blick auf die Uhr hilft.
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:21


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Die Piccadilly fährt ein...
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...und die District aus.
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Beim Vergleich mit den wartenden Fahrgästen wird die niedrige Höhe des Zuges besonders deutlich.
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Ankunft in Acton Town
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Das Depot ist gut besucht, ich hätte nicht gedacht, dass das Interesse so groß ist.
Jeder kleine Fleck ist genutzt.
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Braucht jemand Kissen aus dem Caledonian Sleeper?
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Logos über Logos
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Zur Eröffnung der Jubilee Line wurde noch ein massives Metallelement verwendet, nicht nur ein Aufkleber.
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Rauchen in den ersten 15 Minuten der Mittagspause verboten
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Seit 1913 prägt die Schriftart Johnston die Underground und wurde 1979 zu New Johnston überarbeitet - sie findet bis heute Anwendung.
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:21


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1926 waren die Linienfarben noch anders:
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Die Tube Map wird gerne mal für andere Zwecke als das Londoner U-Bahnnetz missbraucht oder auch mal aus Lego nachgebaut.
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Ehemaliges Stellwerk Marble Arch mit manueller Einstellmöglichkeit der ZZA
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Das waren gemütliche U-Bahnzüge - vermutlich aus den 70er Jahren:
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Paranoid waren die Briten auch damals schon.
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Blick über den enormen Fahrzeugpark, welcher nicht nur U-Bahnzüge, sondern auch Busse, Obusse und Straßenbahnen umfasst.
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Kein Ersatzteilspender!
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Ein Rätsel kann durch den Besuch im Depot gelöst werden - wie schafft man einen zuverlässigen automatischen Zugbetrieb mit so vielen oberirdischen Abschnitten? Der Laubfall im Herbst setzt die Haftreibung signifikant herab und sorgt für Bremsprobleme. Einige ausgemusterte D78-stock Trains der District Line wurden zu Arbeitswagen umgebaut und versprühen eine Chemikalienmischung auf die Schienen.

Der Museumsshop bietet zwar manch interessante Artikel - aber die Wegweiser aus der Underground für 200 Pfund sprengen leider mein Budget (und meinen Koffer).

Reger Verkehr in Acton Town - Links ein Zug der District Line, in der Mitte Begegnung der Piccadilly Line
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Überall findet man historische Relikte - ein älteres Underground-Logo ziert den Zugang Acton Town
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Ein Routemaster wird als Zubringer zum Depot eingesetzt.
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Die zwischen 1954 und 1968 hergestellten Busse sorgten aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit für den Niedergang des Londoner Obusnetzes.
    
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:22


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Weiter geht's mit dem Bus. Die richtige Halteposition zu finden, ist auf Anhieb nicht einfach, denn oftmals sind Haltestellen in diversen Seitenstraßen verstreut.
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Zum Glück hilft der Umgebungsplan.

Fotostop am Hammersmith Hospital
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Jede Buslinie hat einen einheitlichen Fahrzeugpark und einen eigenen Betreiber - auch RATP aus Paris mischt neben Arriva und GoAhead mit.
Busfahrten über längere Strecken dauern ewig - und warum?
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Erstens sind die Straßen ziemlich eng bzw. (legal) so zugeparkt, dass neben dem Bus kein Gegenverkehr vorbeikann.

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Zweitens ist immer irgendwo Stau.

Schnappschuss, bevor es in die Victoria Line geht
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Stau vor den Rolltreppen ist während der HVZ keine Seltenheit. Wie auf dem Bild gut zu erkennen ist, wird die Kapazität aufgrund der strikten Rechts stehen, links gehen-Regel nicht vollständig genutzt. Bei sehr stark gefüllten Bahnhöfen kann es daher sinnvoll sein, im Sinne des reibungslosen Abtransports ankommender Fahrgäste auf beiden Seiten zu stehen. Ein entsprechender Versuch 2016 in Holborn brachte 30% mehr Kapazität, aber wütende Fahrgäste.
https://www.nytimes.com/2016/06/13/world/eu...-escalator.html

Weiter geht's ins fast schon dörfliche Stoke Newington.
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:22


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Das Design dieser Doppeldeckerbusse gefällt mir am besten.
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Nach einer Kaffeepause fahren wir mit dem Bus weiter zur Overground.
Die Züge sind stehplatzoptimiert...
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...und es gibt nur einen minimalen Spalt zwischen Zug und Bahnsteig.
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Ein Zug in Surrey Quays
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Einige Bahnsteige sind zu kurz. Türen außerhalb des Bahnsteigs werden nicht geöffnet und die Fahrgäste bei der Haltestellenansage darauf hingewiesen, welche Türen nicht genutzt werden können.
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Beim Einkaufen in einem riesigen Tesco habe ich alle Mühe, geriebenen Gouda zu finden. In Großbritannien gibt es zwar ein ganzes Regal voll aller erdenklichen Varianten von Cheddar, aber keinen anderen Käse.

Das durchsichtige Tube-Logo ist für mich ein fotografisches Highlight.
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Ein Lichtblick an der Haltestelle Canary Wharf
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In Großbritannien gibt es viele, viele Fire Exits...
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Zwischen Hochhäusern, Parks und Underground
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  Geschrieben am: 14 Jan 2020, 19:23


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Das Santander Bikesharing ist ganz praktisch und kostet 2 Pfund pro 24h. Alle Fahrten bis 30 min. sind dann kostenlos. Rückgabe ist nur an den Stationen möglich.
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Zur blauen Stunde suchen wir die Tower Bridge auf. Es stürmt wieder und beginnt zu regnen. Ich beobachte, dass wie gestern Abend die DLR-Züge vorne besetzt sind. Ich frage nach. Bereitwillig erklärt mir der Fahrer, dass alle DLR-Züge donnerstags bis sonntags abends ab 20:00 Uhr vorne besetzt sind. Der Grund: An diesen Abenden ist mit den meisten Besoffenen zu rechnen. Die Fahrer sollen ins Gleisbett gefallene Personen erkennen und eine Notbremsung einleiten. Im Gegensatz zur Nürnberger U-Bahn existiert bei der DLR keine automatische Überwachung des Gleisbereichs. Tagsüber ist das Personal im Zug unterwegs und kontrolliert unter anderem Fahrkarten. Jeder Zug muss stets begleitet sein, denn die Türen müssen manuell geschlossen werden.

Tower mit The Shard
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Auf der Tower Bridge
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Bankenzentrum samt Tower
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Spaziergang am südlichen Themseufer
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Blick untendurch
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Die ehemalige Schiffswerft Hay's Wharf ist heute ein Einkaufszentrum mit diesem hübschen Brunnen
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Wir quatschen ein bisschen mit unserem Gastgeber. Zum Thema Verkehr meint er, dass die Underground das einzige vernünftige Transportmittel in der Stadt ist und er sein Auto quasi nie aus der Garage fahren würde. Wie sich etwas später herausstellt - keines seiner drei Autos.


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