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Hannover - die Stadt, die Umgebung und der ÖV, ...die Stadt, die niemand kennt [Zur Themenübersicht]
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Entenfang
  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:27


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Da aus dieser Region demnächst ein bisschen mehr kommen könnte, spendiere ich mir dafür den passenden Thread. Scheinbar haben wir dafür tatsächlich noch keinen, was die Erfahrung des Links-liegen-lassens dieser Stadt irgendwie bestätigt wink.gif
Beginnen wir mit einem Grobüberblick über das Stadtbahnnetz, welches ich hoffentlich in der Zukunft noch näher untersuchen und dokumentieren kann (sofern Stadtbahnfotografieren nicht auch bald unter Corona-Embargos fällt).
http://www.stadtbahn-h.de/netz1.htm

Das 123 km lange Netz ist ein reiner Stadtbahnbetrieb, denn es werden ausschließlich Hochflurfahrzeuge eingesetzt. Unterteilt wird es in 4 Stammstrecken, welche farblich unterschieden werden. Die Strecken A, B und C haben jeweils einen eigenen Innenstadttunnel. Es wird bis auf wenige Ausnahmen linienrein gefahren - sowas wie die U7 in München gibt es in Hannover nicht. Die D-Strecke besteht de facto nur aus D-West und ist als einzige ausschließlich oberirdisch. Die zunächst etwas mysteriöse erscheinende Verbindung zwischen D Süd und der C-Strecke ist - wer hätte das gedacht - historisch bedingt.

Angeboten wird ein Grundtakt 10 mit wenigen Ausnahmen, Samstagvormittag, sonntags und abends kommt alle 15 Minuten eine Bahn. Damit gibt es in der 530.000-Einwohner-Stadt ein solides ÖPNV-Angebot.

Wer sich einen groben Überblick über die Geschichte des Netzes verschaffen möchte, dem sei der Wikipedia-Artikel nahegelegt. https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Hannover
Ich werde versuchen, die Sachverhalte mit Bildern zu untermalen und zu erläutern und dabei auch auf ein paar Besonderheiten des ÖPNV, aber auch der Stadt eingehen.


A-Nord

Der älteste Tunnel ist die A-Strecke. Auch wenn man den Bahnhöfen die Gestaltung der 70er-Jahre ansieht, ist beispielsweise die Station Sedanstraße/Lister Meile ansprechend.
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6214 verlässt in der relativ engen Podbielskistraße die Haltestelle Vier Grenzen.
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Immerhin konnte man sich hier auf eine annähernd gleiche Aufteilung des Verkehrsraums einigen - je ein Fahrstreifen für den MIV, einen Radfahrstreifen und einen besonderen Bahnkörper.
Interessant ist sicher die Umsteigesituation zum Bus:
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Dass Hochbahnsteige gewisse städtebauliche Probleme verursachen, ist hier kaum zu übersehen. Die Ausfahrt gegen die Richtung des MIV ist so gesichert:
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Die Stadt wird durch viel Grün und viel Wasser geprägt. Aus Letzterem folgen auch viele Brücken, hier die Noltemeyerbrücke
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Auch im Dunklen ist sie ein nettes Motiv
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Man beachte die gelben Bremsleuchten, die auch an den Tw 3000 noch verbaut wurden und auch vom Münchner P-Wagen bekannt sind.


Die Linie 9 ist vielerorts noch nicht mit Hochbahnsteigen ausgerüstet und festes Refugium der Tw 6000, welche hier in der Regel alle Kurse stellen.
6218 in der Wendeschleife Fasanenkrug
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Beispielhaft sei hier für fast alle Endstationen die gute Umsteigebeziehung zum Bus hervorgehoben. Fast überall ist ein bahnsteiggleicher Umstieg zu den Bussen als Zu- und Abbringer möglich. Eine Anzeige der nächsten Bahnankunft unterstützt den Busfahrer dabei, Sichtanschlüsse zu vermeiden.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:28


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Auch wenn die Innenstadttunnel für eine Voll-U-Bahn nach Münchner Vorbild ausgelegt sind, finden sich im Bestandsnetz zahlreiche enge Bögen.
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6260 am Bothfelder Kirchweg, wo der Einstieg noch von Straßenniveau erfolgt. Alle derartigen Haltestellen sind durch LSA gesichert, welche den MIV aufhalten.
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Sprung von der Noltemeyerbrücke auf den nächsten Ast - die in zwei Etappen 2010 und 2014 eröffnete Neubaustrecke Paracelsusweg - Misburg wurde mit massivem Lärmschutz ausgestattet.
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Bahnsteigausstattung in bester Verfassung
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Schon besser...
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Großzügiger Busbahnhof und spanische Bahnsteige an der Endstation
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C-Ost

Die unterirdischen Bahnhöfe sind nicht nur für möglichst kurze Umsteigewege angelegt, sondern auch für einen möglichst großen Einzugsbereich und behinderungsfreies Erreichen von allen Seiten. Beispielhaft hier eine Treppe an der Marienstraße - es gibt an allen 4 Seiten der Kreuzung eine Zugangstreppe
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Am häufigsten werden Zweiwagenzüge eingesetzt, welche den großen Vorteil haben, dass man sie an den auf Vierfachtraktionen ausgelegten unterirdischen Bahnhöfen sehr gut ablichten kann, wenn die Halteposition nicht ganz vorne ist
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Entenfang
  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:29


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Der letzte fehlende Hochbahnsteig auf dem Ast zum Zoo wird am Hannover Congress Centrum (Keine Ahnung, wie man auf eine so dämliche Schreibweise kommt) gebaut
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Im engen Stadtteilzentrum Kleefeld am Kantplatz ist nur eine straßenbündige Führung der Gleise möglich. Der Nachteil der Hochbahnsteige ist eindeutig, dass sie sich nicht für überfahrbare Kaphaltestellen eignen und irgendwie immer Fremdkörper im Straßenbild bei beengten Verhältnissen bleiben.
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Damit auch kein Autofahrer auf die Idee kommt, die Bahn über den Radfahrstreifen zu überholen, gibt es noch zusätzlich eine LSA.

Heute endet die Stadtbahn an der Stadtgrenze in Anderten. Früher gab es eine Überlandstraßenbahn bis nach Sehnde.
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Die Ausgestaltung der Endpunkte ist sehr unterschiedlich. Es gibt sowohl Wendeschleifen als auch Stumpfendstellen mit Prellbock direkt am Bahnsteig als auch hinter der Haltestelle angeordnete Wendegleise, wie hier.
So gut wie alle Endstationen haben eine Funktion als Umsteigepunkt zum Bus, ein typischer Fall eines konsequent umgesetzten zweistufigen Systems aus Bahn für die starken Abschnitte mit Bus als Ergänzung und Zubringer.





D-West/ Zentrum

Zwar wurde das Stadtbahnkonzept in Hannover relativ konsequent und erfolgreich umgesetzt (und dürfte damit zusammen mit Stuttgart recht allein dastehen, während gerade in der Region Rhein-Ruhr ein Flickenteppich geblieben ist), hat man bei der 4. Stammstrecke, der D-Strecke, nach langem Ringen einen 2015 einen oberirdischen Ausbau umgesetzt. Das damals ebenfalls zur Diskussion stehende Niederflur-Ergänzungsnetz wurde aus Kostengründen wieder verworfen.


Während es auf der C-Strecke am Steintor unterirdisch durch die Innenstadt geht...
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...verkehren die Linien 10 und 17 oberirdisch.
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Dieser Bahnsteig wurde im Rahmen der Umbaumaßnahmen verlegt und bietet so erfreulich kurze Umsteigewege.

Die frühere Haltestelle Clevertor dient nur noch als Bushaltestelle.
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Die Gegend um das Steintor ist als Rotlichtviertel und Partymeile verschrien, doch entlang der Strecke zum Hbf prägen eher Bürogebäude das Bild
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Seit 2017 verkehren die 10 und 17 nicht mehr über den Bahnhofsvorplatz oberirdisch zum Aegidientorplatz, sondern unter den Gleisen bis zum Endpunkt Hbf/ZOB.
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  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:29


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Offizieller Grund hierfür war eine bessere Verknüpfung mit den unterirdisch verkehrenden Linien. An dem Argument ist zwar etwas dran, aber optimal ist die Umsteigebeziehung immer noch nicht und vor allem für Umsteiger zur Eisenbahn haben sich die Wege deutlich verlängert. Ein weiterer Grund war, dass man auf dem Bahnhofsvorplatz aus städtebaulichen Gründen keine Hochbahnsteige haben wollte - das wiederum ist ein absurdes Argument. Mich würde sehr interessieren, warum in sehr engen Einkaufsstraßen Hochbahnsteige durchgeboxt werden, auf einem riesigen Platz dagegen inakzeptabel sind. So halten auf der stillgelegten Strecke nur noch Busse.
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Am südlichen Rand der Altstadt lädt das Leine-Ufer zum Verweilen ein.
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Fahrzeuge

Werfen wir noch einen Blick in die Fahrzeuge:
Den Tw 6000 finde ich am angenehmsten
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Trotz geschlossener Fahrerkabine darf man die 1. Tür nicht nutzen
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Der Tw 2000, wegen seiner Farbgebung auch Silberpfeil genannt, ist durch eine Ausbuchtung im oberen Bereich im Gegensatz zum Tw 6000 2,65 m breit und bietet dadurch mehr Platz. Leider gibt es unzählige Längssitze, nur im Mittelteil (an meinem Standort) 2+2-Querbestuhlung
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Die neueste Generation, der Tw 3000, weist sicher eine der unbequemsten Bestuhlung auf, die mir je untergekommen ist. Da er keine Klappstufen mehr hat, kann er nur auf vollständig mit Hochbahnsteigen ausgerüsteten Linien eingesetzt werden. Die 1, 6, 9 und 11 sind daher tabu. An Hochbahnsteigen gibt es dafür nur einen minimalen Spalt
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Hinter dem Führerstand gibt es wieder Querbestuhlung, was mir zum Fahrer-über-die-Schulter-Gucken sehr wichtig ist.
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Die unterschiedliche Farbgebung der Beleuchtung scheint willkürlich zu sein
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Im Mittelteil prägen Längsbestuhlungen, teilweise als Klappsitze, das Bild.

Auch wenn ich die Tw 3000 sehr formschön finde, ist es schade, dass sie nicht wieder im lindgrün der Tw 6000 einen Farbakzent setzen. Silber ist irgendwie zum Standard zu vieler Verkehrsbetriebe geworden.
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Busverkehr

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Stadtbahnnetz sehr umfangreich ist und weite Teile der Stadt erschließt. Aus diesem Grund spielen Busse im Stadtverkehr eine untergeordnete Rolle und vorwiegend als Zubringer. Das führt zu häufig zu wenig direkten Routen, die für Durchfahrer wenig interessant sind. Verbindungen zwischen Stadtvierteln sind meistens sehr langsam. Nach meinem Eindruck werden die Busse relativ wenig genutzt.
https://www.efa.de/efa_download/netz2020/hannover.pdf
Man beachte bspw. die Ringlinien 100/200 sowie die Linie 134.

Das neue Spielzeug des üstra sind e-Citaros, die im Innenraum sehr wertig wirken (was so ein Fake-Parkett ausmacht...) und noch nach neuen Materialien riechen.
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Bearbeitet von Entenfang am 8 Nov 2020, 23:29

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Maskenwahn und Angst und Lügen für das deutsche Panikland
Dafür lasst uns alle kämpfen völlig ohne Sinn und Verstand
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  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:30


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Leider ist der Platz im hinteren Bereich genauso eingeschränkt wie beim Dieselfahrzeug
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Von außen fällt vor allem die etwas größere Fahrzeughöhe auf
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9503 am Moltkeplatz
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Stadt abseits der Gleise

Hannover ist auf den ersten Blick norddeutsch - die Klinker sind ein eindeutiges Merkmal, hier die Apostelkirche
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Die Innenstadt ist architektonisch sehr unspektakulär, da im 2. Weltkrieg nahezu alle Gebäude zerstört wurden.
Sichtachse durch die Fußgängerzone zum Hbf
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Ein Brunnen am Kröpcke
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Einen kleinen Rest Fachwerk findet man am Holzmarkt
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Die Reste eines Cafés namens Neues Haus, welches der Hochschule für Musik weichen musste
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Dahinter beginnt die Eilenriede, angeblich der größte Stadtwald Europas, worauf man in Hannover offenbar sehr stolz ist.
Bis in die 90er-Jahre führte hier das letzte Rumpfnetz der klassischen Straßenbahn vorbei, welches dann aber zugunsten des geplanten D-Tunnels stillgelegt wurde. Doch bisher gibt es nur Ersatz durch Bus.

Herbstbaum
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Ein empfehlenswertes Ziel ist auf jeden Fall der innenstadtnahe Maschsee. Es handelt sich um einen künstlichen See, der in der Nazi-Zeit vorwiegend als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme errichtet wurde. Auf dem Weg dorthin passiert man die Nord-LB
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  Geschrieben am: 8 Nov 2020, 23:30


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Das neue Rathaus wird derzeit saniert - auf Bilder mit Gerüst muss man sich noch die nächsten 9 Jahre (!) einstellen...
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Die ewige Liebe
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Ein 425 überquert die Leine
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Auch bei Nacht macht der Maschsee was her
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Während die Innenstadt nach dem 2. Weltkrieg quasi vollständig neu errichtet wurde, trifft dies auf die umliegenden Altbausiedlungen nicht zu. Schöne Altbau findet sich beispielsweise um die Lutherkirche in der Nordstadt.
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Teilweise fragwürdige Sprüche schmücken dieses Gebäude
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In den letzten Tagen sind in der ganzen Stadt hunderte Plakate aufgetaucht. Kern der Aktion ist eine Forderung, Obdachlose menschenwürdig unterzubringen, da viele Notunterkünfte wie schon im März geschlossen wurden.
https://antifalhannover.blackblogs.org/kamp...t-besetzen-wir/

Weite Teile der Altstadtviertel sind für ihre Parkplatznot bekannt. Gleichzeitig wird in Hannover viel Fahrrad gefahren, wozu die völlig flache Topografie sicher ihren Teil beiträgt. Poller und Pfosten verhindern flächendeckend, dass Fuß- und Radwege zugeparkt werden, was mir aus Leipzig in besonders negativer Erinnerung geblieben ist.
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Gleichzeitig gibt es furchtbar viele Ampeln an jeder winzigen Kreuzung. Rechts-vor-links-Kreuzungen dürften eher selten LSA-geregelt sein.
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Mein erster Eindruck:

Die unterirdischen Haltestellen sind sehr gut angelegt und bieten kurze Umsteigewege. Zwischen der A- und B-Strecke gibt es am Hbf planmäßig direkte Umstiege (wie in München am Innsbrucker Ring und Scheidplatz), zwischen B- und C-Strecke am Aegidientorplatz, wodurch der Hbf aus dem Osten auch sehr gut erreichbar wird. Die Barrierefreiheit ist schon zu einem großen Teil umgesetzt, doch es gibt noch Streckenabschnitte, auf denen von Straßenniveau über Klappstufen eingestiegen werden muss. Die Gestaltung der Stationen ist ansprechend. Weite Teile des Netzes führen auf besonderem Bahnkörper und die Vorrangschaltung funktioniert gut, sodass eine hohe Reisegeschwindigkeit erreicht wird. Die Türen im Tw 2000 öffnen schon vor dem Halt und beschleunigen dadurch den Fahrgastwechsel. Der Sitzkomfort nimmt allerdings mit fortschreitender Fahrzeuggeneration erheblich ab.
Die Stadt an sich würde ich weder als hässlich noch langweilig bezeichnen, aber eher spießig-ruhig als bunt und laut. Doch bildet euch selbst eine Meinung...

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  Geschrieben am: 9 Nov 2020, 20:50


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A-West

Beginnen wir am großzügig mit 4 Gleisen ausgestatteten Verzweigungsbahnhof Waterloo, wo sich A-Süd und A-West trennen.
Je nach Wartezeit kann man hier die Geschichtskenntnisse auffrischen.
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Nach kurzer Fahrt landet man im eng bebauten, aber dennoch grünen Linden.
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6208 begegnet uns am Lindener Marktplatz, wo die Hochbahnsteiglösung noch nicht in Sicht ist.
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Auch eine Haltestelle weiter an der Nieschlagstraße sehe ich gewisse Probleme bei der Umsetzung, zumal hier auch der Bus hält.
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Nettes Kunstwerk auf dem Spielplatz
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An der Eichenfeldstraße passiert 6224 den Gasthof Zur Eiche, welcher sich direkt unter einer mächtigen Eiche befindet.
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Man beachte auch das effektive Verhindern von Ich-hol-nur-schnell-Zigaretten-Radwegparkern.

Die Kombination von Zebrastreifen und Straßenbahn ist mir bisher in Deutschland nie bewusst untergekommen. Kennt jemand weitere Stellen und wie die dortige Regelung aussieht?
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Hier hat man sich jedenfalls (zum Glück) für das tschechische Modell entschieden und der Bahn Vorrang eingeräumt.

6229 hat es fast zur Endstation Empelde geschafft, welche sich nicht mehr auf dem Stadtgebiet Hannovers befindet.
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Entenfang
  Geschrieben am: 9 Nov 2020, 20:50


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6258 verlässt die Wendeanlage
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Das Vorfahrt Gewähren rechts ist übrigens nur als zusätzliche Ergänzung zur LSA der 50 m davorliegenden Kreuzung da. Während ich mir so eine Vorfahrtregelung ohne LSA in Ostdeutschland gut vorstellen kann, ist das dem westdeutschen Autofahrer wirklich nicht zuzumuten.

In puncto Anbindung der Außenbezirke an den Hbf und die Innenstadt ist das Hannoveraner Stadtbahnnetz sehr gut. Leider hat man aber versäumt, an den Außenstrecken Verknüpfungspunkte mit der S-Bahn zu schaffen. So befindet sich die Endstation hier gut einen halben Kilometer vom gleichnamigen S-Bahnhof Empelde entfernt, sodass weder ein direkter Umstieg zwischen S- und Stadtbahn noch von den Zubringerbussen zur S-Bahn möglich ist, da die Busse ebenfalls an der Stadtbahnstation enden. Die gleichnamigen Haltestellen finde ich zudem irreführend. Es sprechen auch keine besonderen örtlichen Gegebenheiten wie Engstellen gegen diese kurze Verlängerung.

Die lindgrünen Wagen geben sowohl mit Herbstlaub...
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...als auch mit gelben Beeren ein hervorragendes Bild ab.
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Der führende Wagen hat übrigens kein Graffiti, sondern eine Werbung, die wie Graffiti aussieht...

Die Wendeschleife bietet an der Abfahrtshaltestelle ein Überholgleis und ein Abstellgleis.
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6258 in der Wendeschleife
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TramBahnFreak
  Geschrieben am: 9 Nov 2020, 21:50


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QUOTE (Entenfang @ 9 Nov 2020, 20:50)
Die Kombination von Zebrastreifen und Straßenbahn ist mir bisher in Deutschland nie bewusst untergekommen. Kennt jemand weitere Stellen und wie die dortige Regelung aussieht?

Ich kenne das nur aus der Schweiz. Hier hat der Zug auch Vorrang am Zebrastreifen, Autos aber natürlich nicht. Heisst, dass der Zug dann auch mal hinter einem Auto warten darf, das gerade vor einem Zebrastreifen angehalten hat... rolleyes.gif

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Huift ja doch nix...
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 9 Nov 2020, 21:54


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QUOTE (TramBahnFreak @ 9 Nov 2020, 21:50)
Ich kenne das nur aus der Schweiz. Hier hat der Zug auch Vorrang am Zebrastreifen, Autos aber natürlich nicht. Heisst, dass der Zug dann auch mal hinter einem Auto warten darf, das gerade vor einem Zebrastreifen angehalten hat... rolleyes.gif

Gut, das ist halt der Kompromiss, den man eingehen muss. Ist ja in Tschechien bei der Tram auch nicht anders. Wobei mein Eindruck ist, dass es in der Schweiz verglichen mit Deutschland schier unfassbar wenige Ampeln gibt und sehr vieles mit Zebrastreifen geregelt wird.

Aber ich finde es in Hannover schon sehr kurios, dass man sogar Rechts-vor-links-Kreuzungen mit LSA ausrüstet, aber dann Zebrastreifen und Stadtbahn?!

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146225
  Geschrieben am: 9 Nov 2020, 22:51


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QUOTE (Entenfang @ 9 Nov 2020, 20:50)
Auch eine Haltestelle weiter an der Nieschlagstraße sehe ich gewisse Probleme bei der Umsetzung, zumal hier auch der Bus hält.

Hochbahnsteig nicht über gesamte Haltestellen- und Fahrzeuglänge bauen, wie z.B. in Heilbronn und Karlsruhe geschehen? Ein barrierefreier Zugang muss nicht stets 100% der Zuglänge abdecken, aber er muss halt erst Mal überhaupt vorhanden sein. Auf Gegebenheiten wie "nur an der Zugspitze" kann man sich nämlich einstellen - ohne jegliche barrierefreie Einrichtung ist für manche Nutzergruppen dann schlicht und einfach Schluss.


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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 11 Nov 2020, 21:45


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Herbst im Deister

Der Drang nach einer Wanderung lässt sich hervorragend mit dem Beginn eines Streckenbefahrungsprogramms kombinieren und führt mich in den Deister. Zunächst geht es mit der Westfalenbahn nach Haste. Durch Stop and Go befürchte ich schon, dass der 7-Min.-Anschluss flöten gehen könnte, doch das scheint offenbar teilweise eingeplant zu sein und so bleiben immerhin noch 5 Minuten.
An einem Seitenbahnsteig startet die S-Bahn über die Deisterbahn.
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Funfact Nr. 1: Nach über einer Stunde Fahrzeit wird dieser Zug drei Gleise weiter links wieder hier vorbeikommen. Dass ein Bahnhof auf einer Zugfahrt zweimal durchfahren wird, dürfte auch eher selten vorkommen.
https://reiseauskunft.bahn.de/bin/traininfo...ation_type=dep&
Funfact Nr. 2: Nach über zwei Stunden Reisezeit über teils sehr stark ausgelastete Strecken wird die Rückfahrt nach einer 11-Minuten-Kurzwende begonnen. Was kann da schon schiefgehen?

Der westliche Teil der Deisterbahn ist eingleisig und eher schwach nachgefragt. Ab Barsinghausen ist schon deutlich mehr los. In Egestorf wird es dann auch zweigleisig. Gleichzeitig liegt der Bahnhof äußerst günstig für eine Wanderung im Deister direkt am Waldrand.
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Durch schönsten Herbstwald...
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...führt mich der Weg zum Nordmannsturm, von dem man sicher einen schönen Ausblick hat, wenn er nicht wegen Corona geschlossen ist.
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Keine Ahnung, was das für eine Pflanze ist, aber ihre Samen sind hübsch verpackt
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Erinnern wir uns noch an Funfact Nr. 2?
Nächste S-Bahn nach Haste mit +20 angekündigt. Wenig später mit +25 und Zusatz fährt nur bis Barsinghausen. Wenig später mit +30 und fährt nur bis Hannover Hbf. Und damit fällt meine geplante Rückfahrt auch aus. Bitte Folgetakt benutzen. Der ist aktuell mit +15 nach Haste unterwegs. Die Rückleistung folglich mit +6 wegen Verspätung aus vorheriger Fahrt angekündigt.
Als Bonus bietet die S-Bahn Hannover keinen graffitifreien Zug gratis dazu.
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Folglich bleibt viel Zeit, um das Herbstlaub zu meinen Füßen zu bestaunen.
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Und weil es mir im hereinbrechenden Abend doch ein bisschen zu kühl für über eine Stunde auf einer Bank wird und gerade passend ein Bus in die richtige Richtung fährt, erklimme ich noch den Zechenpark, welcher auf einer Abraumhalde entstanden ist und einen guten Blick über den dicht bewaldeten Deister bietet.
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JeDi
  Geschrieben am: 11 Nov 2020, 22:26


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QUOTE (146225 @ 9 Nov 2020, 22:51)
Auf Gegebenheiten wie "nur an der Zugspitze" kann man sich nämlich einstellen - ohne jegliche barrierefreie Einrichtung ist für manche Nutzergruppen dann schlicht und einfach Schluss.

Im Fall Hannover ist der barrierefreie Zustieg doch eh nur an der Mitteltür gegeben?

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Kein Sex mit Nazis! Queerdenken statt Querdenken!
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 27 Nov 2020, 23:02


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B-Nord Langenhagen


An einem trüben Novembertag stand die Befahrung in die nördliche Nachbarstadt Langenhagen an. Langenhagen hatte nur bis 1937 einen Straßenbahnanschluss und wurde danach durch eine Obuslinie bedient. Erst mit der Eröffnung der Stadtbahn im Jahr 1991 kann man wieder umsteigefrei bis nach Langenhagen fahren.

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2025 an der Dragonerstraße, mittig das Wendegleis, welches die Linie 8 während der HVZ nutzt

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2002 am Kabelkamp. Die Strecke durch die Vahrenwalder Straße ist wenig spektakulär in der Mitte einer typischen Ausfallstraße. Hier gibt es noch einige Haltestellen ohne Hochbahnsteige.

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In Gegenrichtung überquert 2559 den Mittellandkanal

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Während der Herr links das letzte Herbstlaub zusammenrechelt, saust 2503 durch Langenhagen nach Süden

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Auf Rasengleis schlängelt sich die Trasse durch Langenhagen

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Hübsch gestaltet finde ich die Haltestelle am Langenforther Platz. Hier biegt die Strecke nach rechts ab, während der Bahnhof hier um gut einen halben Kilometer verpasst wird. Im Gegensatz zu Empelde ist hier eine Verknüpfung wesentlich schwieriger umsetzbar. Die Stadtbahn erschließt vor allem das Zentrum mit Schulen und Einkaufszentrum, während die Eisenbahn den Ort eher peripher tangiert.


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Jeder geht seines Weges

Wofür braucht man Parkhäuser? Richtig, um einen Blick aus der Vogelperspektive zu bekommen.
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Bahnhofsartig ist die Haltestelle Langenhagen Zentrum überdacht

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Letzte Überreste vom Herbst an der Kurt-Schumacher-Allee
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 27 Nov 2020, 23:02


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Der Endpunkt Langenhagen liegt idyllisch im Grünen. Eine Verlängerung Richtung Norden um gut 1 km ist angedacht.

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Wo ist noch Platz? Entsprechende Signale unterstützen den Fahrer

Beim Spaziergang durch den Stadtpark Langenhagen komme ich an einem kleinen See vorbei. Entenfang ist möglich...
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...Entenfütterung dagegen verboten.
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Und zum Abschluss ein Symbolbild für den Zustand deutscher Schulen.
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