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Spurbreite [Zur Themenübersicht]
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Chep87
Geschrieben am: 17 Jun 2003, 15:12


Lebende Forenlegende


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Chat: Chep87 

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Die Spurbreite von Eisenbahnen in den USA und in Kanada (der Abstand zwischen den Gleisen) ist 4 Fuß 8.5 Zoll. [Dies ist auch der Spurabstand hierzulande mit 1435 mm.] Das ist eine außerordentlich krumme Zahl. Warum wurde gerade diese Spurbreite verwendet? Weil Eisenbahnen so in England gebaut worden waren, und die Eisenbahnen der USA wurden von englischen Auswanderern gebaut. Warum hatten die Engländer sie so gebaut? Weil die ersten Eisenbahnlinien von denselben Leuten gebaut worden waren, die im Vor-Eisenbahn-Zeitalter die Straßenbahnlinien gebaut hatten, mit eben jener Spurbreite. Und warum hatten die Straßenbahn-Leute jene Spurbreite benutzt? Weil sie dieselben Werkbänke und Werkzeuge verwendet hatten wie beim Bauen von normalen Wagen, welche auch diesen Radabstand hatten. Nun gut. Aber warum hatten die Wagen genau diesen Radabstand? Weil die Räder der Wagen sonst zu Bruch gegangen wären beim Fahren auf gewissen Fernstraßen in England, weil diese Straßen tief eingefahrene Rillen in diesem Abstand hatten. Wer hatte diese Straßen gebaut, die so alt waren, dass die Wagen tiefe Furchen gefahren hatten? Die ersten Fernstraßen in England, wie überall in ganz Europa, waren vom kaiserlichen Rom für seine Legionen gebaut worden und immer noch in Gebrauch. Und die Furchen in den Straßen? Die ursprünglichen Furchen, auf die jedermann Rücksicht nehmen musste, aus Angst, sonst die Wagenräder zu Bruch zu fahren, stammten von römischen Streitwagen, von Streitwagen, die überall im Römischen Reich gleich waren punkto Radabstand.


Die Standard-Eisenbahn-Spurbreite in den USA von 4 Fuß 8.5 Zoll ist abgeleitet von der ursprünglichen Spezifikation für römische Streitwagen. Spezifikation und Bürokration sind unsterblich. Wenn Sie also das nächste Mal irgendeine Spezifikation vorgelegt bekommen und sich wundern, welcher Pferde-***** wohl darauf gekommen ist, könnten Sie genau ins Schwarze treffen, weil nämlich der römische Streitwagen genau so breit gemacht worden war, dass er Platz bot für zwei Hintern von Armee-Pferden. Damit haben wir endlich die Antwort auf die ursprüngliche Frage.


Es gibt noch eine interessante Fortsetzung dieser Geschichte mit Eisenbahn-Spurabständen und Pferde-Hintern. Wenn man sich den Space Shuttle ansieht, wie er auf dem Startplatz steht, bemerkt man zwei Hilfsraketen an den Seiten des großen Haupt-Treibstofftanks. Dies sind Feststoffraketen, "solid rocket boosters", kurz SRB. Diese SRB werden von der Firma Thiokol in einer Fabrik in Utah hergestellt. Die Ingenieure, welche die SRB konzipiert hatten, hätten sich diese eigentlich etwas dicker gewünscht. Aber die SRB mussten per Eisenbahn von der Fabrik zum Startplatz transportiert werden. Die entsprechende Eisenbahnlinie verlief durch einen Tunnel in den Bergen, und die SRB mussten natürlich durch diesen Tunnel passen. Der Tunnel ist ein wenig breiter als die Schienen, und die Schienen haben etwa den Abstand von zwei Pferde-Hintern nebeneinander. So kommt es, dass ein wichtiges Feature eines der modernsten Transportsysteme der Welt vor zweitausend Jahren festgelegt wurde mit Hilfe der Breite des Hintern eines Pferdes.



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Churfürst August
Geschrieben am: 17 Jun 2003, 17:33


Unregistered









biggrin.gif ...und hinter alledem stecken nur die Illuminaten ! *ggg*
aber interessant ist's scho..... ganz im Ernst !
    
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FloSch
Geschrieben am: 18 Jun 2003, 11:45


Lebende Forenlegende


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Ist die Geschichte so denn verbürgt? Interessant klingt's auf jeden Fall, ich hab mich auch schon oft gefragt, wie man auf diese krumme Zahl kommt (Schmalspur ist ja ein glatter Meter, in Russland hat man glaub ich genau zwei Meter, da hat man wohl ganz offensichtlich die metrischen Maße zugrunde gelegt).
Und offensichtlich sind mal wieder die Römer schuld....

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Daniel S
Geschrieben am: 18 Jun 2003, 12:16


Routinier


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QUOTE (FloSch @ 18 Jun 2003, 11:45)
Ist die Geschichte so denn verbürgt?

Zumindest bis zur Spurbreite der römischen Streitwagen würde ich ja sagen, das habe ich schon mal irgendwo gelesen. Und die Pferde-Hinterteile könnten echt eine Erklärung für die Maße der römischen Streitwagen sein wink.gif
    
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Flok
  Geschrieben am: 18 Jun 2003, 12:54


Lebende Forenlegende


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Fahren die in Russland wirklich mit 2 Meter?? Ist schon ein bischen krass! unsure.gif
    
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jadefalcon
  Geschrieben am: 18 Jun 2003, 19:49


Kaiser


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Nein, in Russland (und auch in Finnland) sowie in allen heute unabhängigen Ex-Sowjetrepubliken fahren sie auf 1524 mm - das entspricht genau 5 englischen Fuß. In England aber fuhr bis in die 1890er die Great Western Railway auf 2134 mm, was sieben Fuß entspricht. Dies war die breiteste Spur, die je regulär benutzt wurde.




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Boris Merath
Geschrieben am: 19 Jun 2003, 01:20


Lebende Forenlegende


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Ich habe mal irgendwo ne andere Erklaerung fuer diese Zahl gelesen, die recht plausibel klang, nur habe ich leider ekine Ahnung mehr was fuer eine Erklaerung - nur dass es nichts mit roemischen Streitwaegen zu tun hatte :-) - und erst recht nicht wo ich das gelesen habe ... Wenns mir wieder einfallen sollte werde ich mich melden.

Michael

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jadefalcon
  Geschrieben am: 19 Jun 2003, 09:47


Kaiser


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Ich müsste auch noch mal nachschlagen, aber im Gedächtnis ist die Erklärung, die du meinst, wie folgt verhaftet. Die heutigen 1435 mm (oder 4 Fuß, 8,5 Zoll) leiten sich von frühen Straßenbahngleisen her, welche vor dem Aufkommen der Profilschienen, wie wir sie heute kennen, eine Spurweite von 4,5 Fuß (1372 mm) hatten. Als man dann aber von den einfachen I-, T- oder L-Profil-Schienen abkam, da man in Folge besserer Metallbearbeitungstechniken Walzprofilschienen mit Doppel-T-Profil, wie wir sie heute noch verwenden, herstellen konnte, hielt man es für die optimale Lösung, wenn man die Spurweite der Radsätze leicht verbreiterte, da man so auf die vorhandenen Schwellen einfach die neuen Schienen aufsetzen konnte. Dies kam offenkundig billiger als der komplette Neubau der Gleisanlagen.

Korrigiert mich bitte, wenn ich ganz daneben liegen sollte wink.gif .




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Boris Merath
Geschrieben am: 19 Jun 2003, 23:08


Lebende Forenlegende


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Chat: BorisM 

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Das ist auh nicht die Erklaerung die ich gelesen habe, klingt aber auch recht vernuenftig :-)

Gibts noch mehr Theorien? :-)

Michael

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Marc_ET423
Geschrieben am: 6 Jul 2003, 11:50


Unregistered









Hallo!

Also die Spurweite von 1435mm für die Eisenbah stammt wirklich aus sehr früher Zeit... Es war der Abstaand von den alten Fuhrwagen, die mit Pferden bespannt waren. Das hat sich dann halt eingebürgert und die Eisenbahnen wurden dann für diese Spurweite gebaut. Die Wagen zogen nämlich Furchen in Lehm/Erdboden... So lernten wir das in der Berufsschule...
    
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jadefalcon
  Geschrieben am: 6 Jul 2003, 13:47


Kaiser


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QUOTE (Marc_ET423 @ 6 Jul 2003, 12:50)
Hallo!

Also die Spurweite von 1435mm für die Eisenbah stammt wirklich aus sehr früher Zeit... Es war der Abstaand von den alten Fuhrwagen, die mit Pferden bespannt waren. Das hat sich dann halt eingebürgert und die Eisenbahnen wurden dann für diese Spurweite gebaut. Die Wagen zogen nämlich Furchen in Lehm/Erdboden... So lernten wir das in der Berufsschule...

Soweit ich weiß, geht das Prinzip mit den Spurrillen sogar bis auf die Antike zurück - schon damals erkannte man, wie nützlich die in die Landstraßen eingefahrenen Furchen für einen geordneten Wagenverkehr sein konnten.




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FloSch
Geschrieben am: 9 Jul 2003, 08:51


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Chat: FloSch 

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Hmm ich war gerade auf http://parovoz.com/spravka/gauges-e.html und bin dort auf etwas gestoßen, was mich gewundert hat. Bislang dachte ich immer, die Münchner Tram habe Normalspurbreite, aber dort wird sie mit 1440mm aufgeführt, also 5mm breiter als Normalspur. Das dürfte zwar nur wenig Unterschied ausmachen, aber ist dem wirklich so? Warum hat man denn hier eine minimal abweichende Spurbreite verwendet?
Ebenso tauchen da diverse andere Straßenbahnbetriebe auf mit abweichenden Spurbreiten, z.B. Dresden mit 1450mm und Leipzig mit 1458mm. Welchen Vorteil hat denn diese leichte Abweichung von der Normalspur? Oder hat das nur wieder irgendwelche seltsamen historischen Gründe (z.B. war der Hintern eines Leipziger Pferdes etwas breiter als normal oder so biggrin.gif )?

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Rathgeber
Geschrieben am: 9 Jul 2003, 10:40


EF-Pensionist


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Hallo Flo,

München hat 1435mm-Spurbreite. Die Information auf der von Dir angegebenen Quelle ist falsch.
So waren 1985 auch Nürnberger Stadtbahnwagen N im Einsatz und während des 2. Weltkrieges Mailämnder Fahrzeuge. Auch die Fahrzeuge der Wiener Linien, der ViP in Potsdam fahren auf Normalspur und hätten deshalb vor zwei Jahren in Münchne gar nicht fahren können.

Gruß

neudinho

Bearbeitet von neudinho am 9 Jul 2003, 10:40

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FloSch
Geschrieben am: 9 Jul 2003, 15:21


Lebende Forenlegende


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Chat: FloSch 

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Danke neudinho, es hätte mich auch gewundert, wenn die Münchner Tram da 5mm mehr gehabt hätte.

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Boris Merath
Geschrieben am: 13 Jul 2003, 19:42


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Beiträge: 17938
Chat: BorisM 

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QUOTE (neudinho @ 9 Jul 2003, 10:40)
München hat 1435mm-Spurbreite. Die Information auf der von Dir angegebenen Quelle ist falsch.

Was ich nicht unbedingt bestaetigen kann. Irgenwer (Michi?) hat mal in einem Gespraech ueber eeine historische Tram in Muenchen gemeint, dass diese nur auf einem kleinen (stillgelegten?) Teil des Netzes fahren koenne, weil sie eine leicht abweichende Spurweite hat. Naeheres weiss ich leider nicht mehr genau, aber so ganz ohne Grund ist diese Einordnung wohl nicht.

Michael

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