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Weltpolitik [Zur Themenübersicht]
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Iarn
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 13:09


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 20 Jul 07
Beiträge: 17433




Da wir nur einen Thread über Politik in Deutschland haben, habe ich mir erlaubt, einen neuen aufzumachen.

Anlässlich des Krieges in Südossetien bin ich vielleicht nicht der einzige, der nicht alle Hintergünde parat hat. Habe in der FTD einen recht brauchbaren Übersichtsthread gefunden, vielleicht findet der eine oder andere den ja auch interessant LINK

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u-bahn-fan
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 13:17


Routinier


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Mitglied seit: 2 Jul 08
Beiträge: 363

Alter: 29
Wohnort: U2, U8; Tram 12, 27, N27; Bus 53, 59, N43, N44


Danke für den Link!
ich musste gestern auch feststellen, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, was in dieser Region passiert und was die Ausgangssituation war. unsure.gif
Trotzdem müsste ich mich noch mehr informieren um mir wirklich meine eigene Meinung bilden zu können!

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Die Gans erwacht betroffen.
    
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Autobahn
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 17:31


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 23 Jan 08
Beiträge: 9573




Ich habe gezweifelt, ob es in diesem Forum angebracht ist. Aber da Du den Anfang gemacht hast, hier einige Hintergrundinformationen. Ich erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Um diesen Konflikt auch nur annähernd zu verstehen, muss man tief in die Geschichte des Vielvölkerstaates Russlands zurückblicken.

Dazu empfiehlt sich dieser Beitrag in Wiki

Interessant ist dabei die Tatsache, dass in dieser Region 50! Völker leben.

Zu Sowjetzeiten wurden die Probleme verdrängt, man war in erster Linie Sowjetmensch, obwohl in den Pässen in jedem Fall die Nationalität vermerkt war. So auch bei den Wolgadeutschen (Njemetskij). Auch später nach den Deportationen nach Sibirien und Kasachstan wurde dies beibehalten.

Obwohl die Russen tonangebend in Politik und Wirtschaft waren, spielte die Nationalität keine Rolle, wenn es um den Aufstieg zu höchsten Ämtern ging. Bestes Beispiel: Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, genannt Josef Stalin, geb. 18.12.1878 in Gori, Gerorgien.

Mit dem Zerfall der Sowjetunion wuchs der Wunsch der Völker nach staatlicher Selbständigkeit. Weitgehend verschont blieb der nördliche Kaukasus (Ausnahme: Tschetschenien), die weiterhin zu Russland gehören und recht friedlich miteinander umgehen.

Süd-Ossetien gehörte zur sozialistischen georgischen Volksrepublik, somit fiel es völkerrechtlich an den neu gegründeten Staat Georgien. Völkerrechtlich ist das auch heute noch so. Die Bevölkerung gehörte mehrheitlich aber Farsi (Persisch) sprechenden Osseten an, Georgier waren in der Minderheit. Die Osseten haben in Referenden aber auch unter Einsatz von Waffengewalt ihre Unabhängigkeit durchzusetzen versucht bzw. den Anschluss an Nordossetien (gehört zu Russland) zu erreichen.

Die Osseten erhielten mit Segen aus Moskau russische Pässe, weil ihre Republik völkerrechtlich nicht anerkannt wurde. Russland argumentiert in diesem Fall zur Recht, russische Staatsbürger mit seinem Eingreifen zu schützen, Georgien pocht ebenfalls zu Recht auf die Integrität seines Staatsgebietes.

Parallelen zum Balkankonflikt sind durchaus vorhanden.

Achtung: Es ist wichtig, den Links zu folgen!

Bearbeitet von Autobahn am 9 Aug 2008, 18:12

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Der Kapitalismus ist so alt wie die Menschheit, der Sozialismus ist nur Siebzig geworden. Er hatte keine Krise, er hatte kein Kapital.
    
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elchris
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 18:33


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 4899




De Facto ist ein russischer Angriff auf die Provinz ein Angriff auf Georgien.

Und da sind die Leute selber schuld, wenn sie sich den Russen anschliessen wollen - als Teil Georgiens dürfte es ihnen in der Zukunft besser gehen, da das Land sich in Richtung Westen orientiert (was dem Russen stinkt - er einen Grund vorschiebt - und ne kleine Feuerwerksfeier veranstaltet).
    
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Iarn
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 20:04


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 20 Jul 07
Beiträge: 17433




Wobei Georgien mit dem Fuerwerk angefangen hat und so richtig weiss ich nicht wieso, das Kräfteverhältnis ist klar. Haben die mit dem Blitzkrieg gerechnet und das die Amis nachher die schützende Hand über ihnen halten?

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u-bahn-fan
  Geschrieben am: 9 Aug 2008, 20:11


Routinier


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Beiträge: 363

Alter: 29
Wohnort: U2, U8; Tram 12, 27, N27; Bus 53, 59, N43, N44


naja...ofiziell ist das ein inner-georgischer Konflikt, aber dass die Russen da trotzdem eingreifen, ist bei der politischen Lage auch zu erwarten gewesen.
Und ich hoffe, dass die Amerikaner nicht die schützende Hand über Georgien legen. Wir haben genug Konflikte auf dieser Welt und das Eingreifen der Amerikaner hat dabei selten geholfen! sad.gif

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Moskau
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 01:46


Unregistered









QUOTE (elchris @ 9 Aug 2008, 19:33)
De Facto ist ein russischer Angriff auf die Provinz ein Angriff auf Georgien.

Und da sind die Leute selber schuld, wenn sie sich den Russen anschliessen wollen - als Teil Georgiens dürfte es ihnen in der Zukunft besser gehen, da das Land sich in Richtung Westen orientiert (was dem Russen stinkt - er einen Grund vorschiebt - und ne kleine Feuerwerksfeier veranstaltet).

Oh, mein Gott, was für ein Schwachsinn. Georgische Truppen marschieren in ein Land ein setzen die Hauptstadt in Brand und versuchen sich die Provinz mit Gewalt einzuverleiben. Da soll Russland tatenlos zuschauen? Na dann gut Nacht, Saakashiwli wird selbst in westlichen Medien als cholerisch und hitzköpfig bezeichnet. Die Georgier sind ein sehr offenes und nettes Volk, aber ihr Präsident ist einer der unfähigsten Staatschefs die die Welt gesehen hat.
    
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Autobahn
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 03:56


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Beiträge: 9573




QUOTE (Moskau @ 10 Aug 2008, 02:46)
Oh, mein Gott, was für ein Schwachsinn. Georgische Truppen marschieren in ein Land ein setzen die Hauptstadt in Brand und versuchen sich die Provinz mit Gewalt einzuverleiben. Da soll Russland tatenlos zuschauen?

Aus völkerrechtlicher Sicht ist Süd-Ossetien kein Land, sondern eine Provinz Georgiens! Von Einverleiben kann also keine Rede sein. Und gerade Russland hat sich in vorsowjetischer Zeit auch nicht gerade zimperlich verhalten, wenn es um das Einverleiben von Ländern ging. Der Kardinalfehler lag bei der "Aufteilung" der Sowjetunion. Damals wurden die Grenzen der Sowjetrepubliken zu Grunde gelegt, ohne auf die ethnische Zusammensetzung zu achten. Und da gibt es noch einige Baustellen im ehemaligen Sowjetreich.
QUOTE
Na dann gut Nacht, Saakashiwli wird selbst in westlichen Medien als cholerisch und hitzköpfig bezeichnet. Die Georgier sind ein sehr offenes und nettes Volk, aber ihr Präsident ist einer der unfähigsten Staatschefs die die Welt gesehen hat.

Zur Person will ich micht nicht äußern, ich habe mit mit Herrn Saakashiwli zu wenig befasst.

Dies bedeutet aber nicht, dass ich die Eskalation gut heiße, im Gegenteil.


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elchris
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 12:39


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 4899




QUOTE (Moskau @ 10 Aug 2008, 02:46)
Oh, mein Gott, was für ein Schwachsinn. Georgische Truppen marschieren in ein Land ein setzen die Hauptstadt in Brand und versuchen sich die Provinz mit Gewalt einzuverleiben. Da soll Russland tatenlos zuschauen? Na dann gut Nacht, Saakashiwli wird selbst in westlichen Medien als cholerisch und hitzköpfig bezeichnet. Die Georgier sind ein sehr offenes und nettes Volk, aber ihr Präsident ist einer der unfähigsten Staatschefs die die Welt gesehen hat.

Georgien versucht einen Teil seines Staatsgebiets wieder unter seine Kontrolle zu bringen und wird dafür vom Nachbarn auf seinem souveränen Staatsgebiet angegriffen.
    
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JeDi
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 12:47


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Russland passt halt der prowestloche Kurs und die Ölpipeline nicht - also suchmer nen Grund um anzugreifen...

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Nebengattungszeichen werden klein geschrieben!
    
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Moskau
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 15:16


Unregistered









QUOTE (elchris @ 10 Aug 2008, 13:39)
Georgien versucht einen Teil seines Staatsgebiets wieder unter seine Kontrolle zu bringen und wird dafür vom Nachbarn auf seinem souveränen Staatsgebiet angegriffen.

Achso, ja mit Gewalt darf man alles, was wäre bitte passiert, wenn Serbien das Selbe mit Kosovo gemacht hätte?
    
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Fastrider
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 16:25


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QUOTE (Autobahn @ 10 Aug 2008, 04:56)
Aus völkerrechtlicher Sicht ist Süd-Ossetien kein Land, sondern eine Provinz Georgiens! Von Einverleiben kann also keine Rede sein. Und gerade Russland hat sich in vorsowjetischer Zeit auch nicht gerade zimperlich verhalten, wenn es um das Einverleiben von Ländern ging. Der Kardinalfehler lag bei der "Aufteilung" der Sowjetunion. Damals wurden die Grenzen der Sowjetrepubliken zu Grunde gelegt, ohne auf die ethnische Zusammensetzung zu achten. Und da gibt es noch einige Baustellen im ehemaligen Sowjetreich.

Übrigens gab es in den Verfassungen von Südossetien und Abchasien einen Passus, dass im Falle eines Ausscheidens der Georgischen SSR aus der SU ein bindendes Referendum über die Unabhängigkeit der Regionen von Georgien abgehalten werden muss.

Ähnliche Klauseln gab es auch für die meisten anderen autonomen Gebiete innerhalb der ehelmaligen Sowjetrepubliken, also auch für Berg-Karabach, Dagestan, Nordossetien und Tschetschenien(!).

Somit ist der völkerrechtliche Status der beiden Provinzen äusserst fraglich.

Im Kosovo gab es eine solche Klausel nicht, allerdings war das Kosovo beim Amtsantritt Milosevics 1987 kurz davor, eine vollwertige Teilrepublik zu werden (wie auch die Vojvodina). Aber Milosevic hat dies im letzten Moment verhindert.
    
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Fastrider
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 16:28


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 2447




QUOTE (Iarn @ 9 Aug 2008, 21:04)
Wobei Georgien mit dem Fuerwerk angefangen hat und so richtig weiss ich nicht wieso, das Kräfteverhältnis ist klar. Haben die mit dem Blitzkrieg gerechnet und das die Amis nachher die schützende Hand über ihnen halten?

Ja genau so war es. Ich habe irgendwo einen Bericht gelesen, wo man der Herrscher von Georgien einen Blitzkrieg geplant hatte und Südossetien innerhalb von vier Stunden einnehmen wollte.

Der Zeitpunkt parallel zur Eröffnungsfeier der olympischen Spiele war bewusst gewählt, damit dies ohne Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit geschieht. Wäre alles nach Plan gelaufen, wäre nach Ende der Eröffnungsfeier Südossetien wieder unter georgischer Kontrolle gewesen.
    
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Fastrider
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 16:36


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 2447




QUOTE (JeDi @ 10 Aug 2008, 13:47)
Russland passt halt der prowestloche Kurs und die Ölpipeline nicht - also suchmer nen Grund um anzugreifen...

Im Prinzip richtig. Wobei sich Russland in letzter Zeit auch stark von den USA provoziert fühlt (NATO-Erweiterungen, Raketenschild,...)

Auch wenn ich weder Russlandfreund noch Amerikahasser bin, erwarte ich bei der abzusehenden absoluten Niederlage Georgiens einen entscheidende psoitive Veränderung in der Aussenpolitik Amerikas, auch wenn mir die georgische Zivilbevölkerung leid tut, die hier wie Bauern in einem globalen Schachspiel sind. Amerika wird in seine Schranken gewiesen und muss künftig wieder auf andere Länder Rücksicht nehmen und wieder mehr verhandeln. Dies ist viel wichtiger, als ob Obama oder McCain Präsident wird.

Umgekehrt wollte Sakaschwili wohl noch vollendete Tatsachen schaffen, so lange Bush noch an der Macht ist.
    
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Autobahn
  Geschrieben am: 10 Aug 2008, 17:04


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 23 Jan 08
Beiträge: 9573




Nachdem Georgien eine einseitige Waffenruhe ausgerufen hat, wäre Moskau gut beraten, die Kampfhandlungen und Bombardierungen ebenfalls einzustellen. Der Kreml hat sein Ziel, den Schutz russischer Staatsbürger durchzusetzen, erreicht. George W. Bush muss nun auf den an der George Washington University promovierten Juristen einwirken und ihn mäßigen.

Damit ist aber das generelle Problem der Kaukasusregion nicht gelöst. Russland ist ja selbt nicht zimperlich, wenn es um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Völker im Kaukasus geht siehe hier.

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