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Incredible India, Wo der offiz. Werbeslogan Programm ist [Zur Themenübersicht]
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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 16 Sep 2020, 14:10


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QUOTE (Entenfang @ 7 Sep 2020, 12:28)
Die Schwarzwälder Torte hat mit dem Original allerdings wenig gemeinsam außer dem Namen.

Wenigstens gibt es in Indien überhaupt eine Schwarzwälder wink.gif Ich liebe diesen Kuchen und muss zunehmend frustriert feststellen, dass man sie in München nirgends mehr bekommt. Ein oder zwei Bäcker haben sie zwar (allerdings auch nur sporadisch und nicht jeden Tag vor Ort erhältlich, meistens natürlich gerade an genau dem Tag nicht, an dem man einen riesigen Umweg zu eben jenem Bäcker macht), aber ich kann und will meistens nicht für ein Stück Torte durch die halbe Stadt fahren - da freue ich mich jedes Mal wenn ich in Asien bin, weil man dort witzigerweise in vielen Ländern in vielen Cafes problemlos eine Schwarzwälder Kirschtorte bekommt, ihr also quasi ständig zufällig über den Weg läuft.
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  Geschrieben am: 17 Sep 2020, 10:55


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QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 16 Sep 2020, 14:10)
Wenigstens gibt es in Indien überhaupt eine Schwarzwälder wink.gif Ich liebe diesen Kuchen und muss zunehmend frustriert feststellen, dass man sie in München nirgends mehr bekommt. Ein oder zwei Bäcker haben sie zwar (allerdings auch nur sporadisch und nicht jeden Tag vor Ort erhältlich, meistens natürlich gerade an genau dem Tag nicht, an dem man einen riesigen Umweg zu eben jenem Bäcker macht), aber ich kann und will meistens nicht für ein Stück Torte durch die halbe Stadt fahren - da freue ich mich jedes Mal wenn ich in Asien bin, weil man dort witzigerweise in vielen Ländern in vielen Cafes problemlos eine Schwarzwälder Kirschtorte bekommt, ihr also quasi ständig zufällig über den Weg läuft.
wink.gif

Da sie aber mit dem Original nichts gemein hat außer eine gewisse optische Ähnlichkeit, hätte man den Kuchen genauso gut ganz anders nennen können...

Bevor du sinnlos durch die halbe Stadt fährst, kannst du sie doch selbst backen. wink.gif


Tag 34 Ahmedabad

Heute ist Holi, ein wichtiger Feiertag. Er ist bekannt dafür, dass mit buntem Pulver herumgeworfen und ausgelassen gefeiert wird. Auf einen Tipp hin breche ich zur CEPT-Uni auf, in der Studenten traditionell Holi feiern und sich fröhlich Farbpulver-Schlachten liefern. Es ist auffallend wenig auf den Straßen los und auch die Busse sind viel leerer als in den letzten Tagen, wie bei uns zu Weihnachten.
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Ich hatte schon befürchtet, dass der ÖPNV vielleicht pausieren könnte, aber die Befürchtung hat sich glücklicherweise als unbegründet herausgestellt.

Der Umstieg klappt zügig und die prognostizierte Fahrzeit stimmt ungefähr, wenn auch wieder mit mehreren überfahrenen roten Ampeln. Nachdem ich ausgestiegen bin, deutet ein Mann bereits Richtung Uni.
Ich betrete den Campus. Dort herrscht eine merkwürdige Stille, von Partystimmung nichts zu spüren. Zwei Studenten sitzen auf einer Bank und ich erkundige mich, wo denn die Holi-Feier stattfinde. "Cancelled due to corona-virus."

Ich muss mich sehr zusammenreißen, denn die Furcht vor dem Virus kommt mir geradezu lächerlich vor in einem Land wie Indien, in dem 1000 andere Gefahren lauern.

Als Alternativplan fahre ich weiter Richtung Innenstadt, um ein bereits ausgewähltes Busmotiv umzusetzen.
Hier der fragwürdige U-Turn, den alle Busse in beide Fahrtrichtungen machen müssen.
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Unsinnigerweise halten die Fahrzeuge beider Fahrtrichtungen auf einer Seite, nur an unterschiedlichen Türen. An den Bahnsteigtüren steht nur leider nicht dran, wo welche Richtung abfährt. Und die improvisierten Liniennummern in der Frontscheibe sagen blöderweise nichts über die Fahrtrichtung aus...

Eine 9 hält an der vorderen Tür. Da angesichts des heute geringen Fahrgastaufkommens nur äußerst kurz gehalten wird, habe ich keine Chance, nachzufragen. Bisher haben die Busse Richtung Innenstadt doch immer hinten gehalten, oder? Ich lasse ihn fahren. Wenige Augenblicke später kommt eine 8, die hinten hält. Ich steige ein. Wir nähern uns der nächsten Kreuzung, wo sich die beiden Richtungen verzweigen uuuuuuund... ...ich habe richtig spekuliert.

Auf der Straße spielen Kinder und werfen Farbbeutel durch die Gegend. Offenbar haben sie weder Angst vor Corona noch vor dem hupenden Bus.

Diese Stelle wollte ich unbedingt bildlich festhalten. Hätte ich hier nur geschrieben, dass mitten auf der BRT-Trasse ein Tempel steht, hättet ihr vermutlich an einen Scherz geglaubt. Doch Indien ist immer für eine Überraschung gut...
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Problematisch ist nur, dass ich zum Fotografieren selbst mitten auf der Trasse stehen muss. Da ich diesen Reisebericht heute poste, muss ich die Aktion überlebt haben. wink.gif

Ich spaziere ein wenig entlang der Straße. Ständig schütteln mir Menschen die Hände und wollen fotografiert werden. Der Mann rechts im Bild hat offenbar auch schon seine Ladung abbekommen.
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"You're a good photographer", kommentiert einer der Männer, nachdem sie sich reihum das Bild im Replay meiner Kamera angeschaut haben. Danke und Happy Holi...

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Die Linie 2 passiert einen Wasserturm
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  Geschrieben am: 17 Sep 2020, 10:56


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Die Umsetzung des folgenden Motivs gestaltet sich als äußerst schwierig:
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Ich halte mich im Hintergrund, bis ein Bus in Sichtweite kommt. Nur sobald ich an den Straßenrand trete, wittern die Rikschafahrer Geschäft, werden langsamer und fahren mir jedes Bild zu.
Das rote Gebäude im Hintergrund ist übrigens der Hbf.

Ich kehre zur BRT-Haltestelle zurück, um die Mittagshitze im schattigen Law Garden zu verbringen. Eine Kindergruppe wartet ebenfalls auf den Bus und sie schreien aus Leibeskräften, sobald ein Bus in Sicht kommt. Als es auch noch die richtige Linie ist, will der Jubel gar nicht mehr aufhören.

Nachdem drei Linien durch sind, die ich nicht nehmen kann, kommt ein Dieselbus ohne erkennbare Nummer. Ich spiele Roulette und steige einfach ein. Sollte er falsch abbiegen, lerne ich eben eine neue Strecke kennen. Der Busfahrer mustert mich neugierig, als ich, wie so oft, auf dem Sitz mit bestem Blick durch die Frontscheibe platznehme. Er fragt irgendwas, das ich beim Lärm des anfahrenden Busses nicht verstehe und ich antworte einfach mal mit Law Garden. "Ok, which country?" Ausländer scheint es in Ahmedabad wirklich äußerst selten zu geben und Ausländer im Bus wohl noch viel seltener. Der Bus ist so lahm, dass ich schon fürchte, aussteigen und schieben zu müssen.

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Über die Ellis Bridge stadtauswärts

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Die Fahrstreifenbreite auf der Brückenzufahrt ist so schmal, dass zwei PKW nebeneinander eigentlich keinen Platz haben und daher in die Gegenfahrbahn ragen.

Hilfsbereit gibt mir der Fahrer Bescheid, bevor meine Haltestelle kommt. Dass der Law Garden zwischen 12 und 2 geschlossen ist, bemerke ich sehr bald und laufe wieder zurück zum Bus. Einer fährt mir vor der Nase weg und ich muss über 10 Min. warten. Die Taktdichte ist heute am Feiertag spürbar reduziert. Dann kommt eine 8, die bis ISKCON fährt. Dort muss ich in die 1 umsteigen, doch die ist direkt vor uns und ich habe keine Chance, sie zu erwischen, da beide Linien an derselben Tür halten und der Fahrer daher immer erst die Türen öffnet, wenn die 1 abgefahren ist und die Tür geräumt hat.

Daher steige ich schon eine Haltestelle vorher aus, um noch ein Bild zu machen. Die Wachleute schauen mich fragend an, während ich im Haltestellenbereich herumspaziere. Ich brauche die 1 nach Bopal. "Mhm, ok. Ticket, please." Ich reiche es dem Wachmann. "Ok, first door."
Auch in Gegenrichtung sind die beiden Linien direkt hintereinander unterwegs, allerdings sinnvollerweise die erst hier beginnende 8 hinter der 1, sodass man umsteigen kann.
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Nach 15 Min. kommt endlich die nächste 1. Mit 58 Min. Reisezeit bin ich deutlich über den geplanten 42 (bzw. 50 mit Umsteigezeit).
Welche Linie fährt wo ab? Dafür sollte man die Gujarati-Ziffern kennen.
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Bereits seit gestern schwirrt mir eine Idee durch den Hinterkopf. Allmählich bin ich lange genug in Ahmedabad. Zwar wurden beide Fahrkarten nach Jaipur (übermorgen und in drei Tagen) von der Warteliste confirmed, doch ich überlege, noch einen weiteren Ort unterwegs mitzunehmen und schon morgen abzufahren. Sinnvoll sind nur Orte, die irgendwie mit einer Nachtzugfahrt von Ahmedabad erreichbar und nicht dann nicht mehr allzu weit von Jaipur entfernt sind. Schnell fasse ich Jodhpur ins Auge, eines der Highlights in Rajasthan, das ich sogar in einer frühen Planungsvariante auch mal im Plan drinhatte.
Aber was nun? Habe ich überhaupt eine Chance, so kurzfristig eine Fahrkarte zu bekommen? Genau dafür hat Indian Railways eine spezielle Ticketquote vorgesehen, die Tatkal-Tickets. Sie werden am Vortag der Abfahrt um 10 Uhr freigeschaltet. Dummerweise ist es schon fast 14 Uhr, als ich den Entschluss gefasst habe, dass ich spontan umplanen möchte.
Zwei Züge kommen in Frage, die abends um halb 10 bzw. halb 11 in Ahmedabad abfahren und am nächsten Morgen um halb 7 bzw. halb 8 Jodhpur erreichen. Da ich im späteren Zug nicht so früh aufstehen muss, bevorzuge ich ihn. Normale Tickets sind völlig aussichtslos mit ellenlangen Wartelisten, also muss ich auf Tatkal setzen, auch wenn diese Tickets deutlich teurer sind.
Ich wähle den späteren der beiden Züge aus.
Tatkal - not available.

Ich wähle den früheren Zug aus.
Tatkal - available: 1

Diese Fahrkarte muss Indian Railways wohl extra für mich aufgehoben haben, weil ich die letzten Wochen so ein treuer Kunde war. Welch ein Glück, dass dazwischen ein Monatswechsel war, wie hätte ich sonst die ganzen Fahrkarten bei einem Limit von nur 5 monatlich buchen sollen?

Ich buche die letzte Fahrkarte schleunigst, ehe sie vergriffen ist und finde sogar noch eine normale Fahrkarte von Jodhpur nach Jaipur.

Am späten Nachmittag zieht es mich nochmal in die Innenstadt. Ich steige am westlichen Rand aus. Kirchen sind ein eher seltener Anblick
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Der Besuch von Trump wird überall auffällig beworben
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Das idyllisch zugewachsene Fort
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Ein kunterbunter Tempel
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Ich lande im muslimischen Viertel, wo Fleisch verkauft wird. Es dauert keine Minute und ich begreife, was der Kollege gestern gemeint hat, als er mir erläutert hat, dass der Nachtmarkt aus Sicht der Einheimischen sehr hygienisch wäre.
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Es stinkt entsetzlich in der Gasse, etliche Hühner sind wohl schon in den Käfigen verendet und bewegen sich nicht mehr. Das bei 30° ungekühlt ausliegende Fleisch wird von Fliegenschwärmen belagert.
    
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  Geschrieben am: 17 Sep 2020, 10:56


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Möglicherweise eine Müllverbrennungsanlage?!
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Menschen winken mir freundlich zu und ich werde ständig um Fotos gebeten.
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Eigentlich würde ich lieber zügig weitergehen, um endlich aus den übelriechenden Gassen rauszukommen. Zum Glück habe ich in Indien kaum Fleisch gegessen, denn spätestens jetzt wäre mir der Appetit endgültig vergangen.
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Ständig rufen mir Passanten etwas zu und ich wäre beinahe an diesen beiden Kindern vorbeigelaufen, hätte mich nicht die Mutter auf der gegenüberliegenden Straßenseite nochmal angesprochen und darum gebeten, ein Foto von ihnen zu machen...
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Wieder sprechen mich einige Kinder an, vielleicht 12 Jahre alt. Ich solle doch mal ein Foto von einem ihrer Freunde machen. Unter größtem Protest schieben sie einen gleichaltrigen, weißen Jungen vor. Was der hier macht, weiß ich zwar nicht, aber er will im Gegensatz zu seinen Freunden auf gar keinen Fall fotografiert werden.

Der Tag geht zu Ende
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Schließlich lande ich wieder in der Jama Masjid, heute ist es viel ruhiger in der Umgebung und viele Geschäfte haben geschlossen.
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  Geschrieben am: 17 Sep 2020, 10:57


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Was ist das und wofür ist es gut? Man weiß es nicht...
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Mein Ziel ist nochmal der reich verzierte Tempel, an dem ich gestern war. Auf dem Weg dorthin zeigt ein Mann in eine Seitengasse, die ich mal anschauen sollte.
Je untouristischer der Ort, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass solche Hinweise zum Laden des Cousins mit good prices führen - stattdessen gibt es einen weiteren, netten Tempel...
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...und diese Fassade.
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Einige Selfies später erreiche ich endlich mein Ziel.
Gemüsemarkt vor dem Eingangstor
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"Hallo!"
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Und der prächtige Tempel zur blauen Stunde
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Mit der Rikscha fahre ich nach harten Preisverhandlungen zur Edel-Mall, die ärgerlicherweise keinen BRT-Anschluss hat. Ich benötige noch Geschenke für die Uni-Kollegen, ehe ich morgen abreise. Dass die Mall geöffnet hat, konnte ich nicht der Webseite entnehmen, denn die ist indientypisch unbrauchbar. Wer in Indien etwas wissen will, der schaut auf Fragen und Antworten bei Google. Es ist erstaunlich, wie viele brauchbare Antworten man auf diese Weise erhält - einfach aufgrund der unglaublich großen Zahl an Menschen und Handynutzern gibt es für (fast) alles Bewertungen auf Google und es findet sich immer jemand, der die Fragen beantwortet.

Nachdem ich fündig geworden bin, gönne ich mir eine Portion Pasta, ehe ich den Rückweg antrete. Das mit Abstand beste Werbeplakat der Reise verkündet:
Don't be afraid of Corona-virus! Get homeopathic medicine to prevent Corona-virus starting from Rs. 40!
Dazu sei noch angemerkt, dass die traditionelle indische Medizin, Ayurveda, aber auch Homöopathie in Indien aktuell großen Zulauf erhalten. Es ist bekannt, dass Ärzte unnötige Medikamente verschreiben, weil sie dafür Provision von den Pharma-Konzernen erhalten. Diese Praxis hat zu einem grundsätzlichen Misstrauen in weiten Teilen der Bevölkerung geführt.


Indien hat heute mit sofortiger Wirkung sämtliche bereits erteilten Touristen- und Geschäftsvisa für ungültig erklärt. Nur noch Inder dürfen einreisen.


Es ist wie Musik in meinen Ohren, wenn ein Zug pfeifend das Haus passiert. Begegnen sich zwei Züge, erklingt beinahe ein Trompetenkonzert. Ich glaube, das wird mir fehlen.


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Dafür lasst uns alle kämpfen völlig ohne Sinn und Verstand
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  Geschrieben am: 18 Sep 2020, 08:23


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Tag 35 Ahmedabad -> Jodhpur

Der Flug meines Bekannten hat über anderthalb Stunden Verspätung und so schaffen wir es erst um halb zwölf in die Uni. Doch das ist kein Problem.
Ich verquatsche mich den ganzen Tag und immer wieder fragen mich Kollegen, wann ich denn heute abfahren würde. Nachdem ich 21:25 Uhr gesagt habe, wissen fast alle auswendig, dass es sich um den Suryanagari-Express mit der Zugnummer 12480 nach Jodhpur handeln würde. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen in Indien die Zugfahrpläne außerordentlich gut im Kopf haben. Oft habe ich sogar gleich noch die Information zum Abfahrtsbahnsteig (!) ungefragt dazubekommen.

Heute möchte ich etwas früher heimfahren, um noch meinen Koffer fertig packen zu können. Neinnein, es wäre nicht nötig, ein Uber zu nehmen. Der Fahrer könne mich selbstverständlich heimbringen und dann nochmal zurückkommen. Mir ist es immer ein wenig unangenehm, dass mich ständig jemand irgendwohin fährt.

Ich packe zügig, um noch Zeit für einen kurzen Spaziergang zu haben. Ich habe das Grundstück kaum verlassen, da höre ich es schon pfeifen. Mal wieder springe ich durch das Dornengestrüpp, möglichst ohne mich darin zu verheddern, ohne in irgendwas Ekliges reinzutreten oder von Hunden angebellt zu werden. Und schon saust der Zug durch:
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Im feinsten Abendlicht entsteht mein Lieblings-Bahnbild der Reise, welches ich bereits in der Vorschau ganz zu Beginn gezeigt habe. Aber weil es so schön ist, nochmal hier:
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Auch Opa und Enkel schauen Züge und der Kleine winkt dem vorbeifahrenden Zug zu.

Und ab geht die Reise in den Sonnenuntergang
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Im letzten Licht folgt noch ein Zug
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Das Abendessen fällt üppig aus - es gibt Gujarati Thali mit all you can eat und all you can drink. Dabei kommt allerdings das Buffet zum Tisch, denn ständig laufen Bedienungen herum und drängen uns noch mehr Essen auf. Man muss sich schon entschieden wehren, um nicht ständig Nachschub zu bekommen.
Weil ich meine Kamera im Auto gelassen habe, gibt es leider kein eigenes Bild - aber so ähnlich sah es aus:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Guj...jarat_Thali.JPG
Mein Bekannter meint noch, er hätte zuerst ein anderes Restaurant im Blick gehabt, sich dann aber doch für das Bessere entschieden. Und nun schätzt mal, wie viel das pro Person gekostet hat.

Dann ist es schon an der Zeit, Abschied zu nehmen. 15 Tage sind verflogen... Ich werde im Gewusel am Bahnhof abgeladen.
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Überpünktlich fährt mein Zug ein.
Wie froh ich doch bin, dass es Zugnummern gibt...
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Ein hübsches Bild-Zuglaufschild gibt es auch.
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Von Mumbai wird der Zug mit E-Traktion gefahren, hier in Ahmedabad dann die Lok gewechselt.
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Am Bahnhof stinkt es nach Kotze und Kacke. Das fällt mir nur noch am Rande auf. Es ist ebenso zur Normalität geworden, wie die vielen auf dem Bahnsteig schlafenden Menschen. Tröööööt! Der Tf erhält den Bremszettel und ich steige allmählich ein.
Ich habe zwar eine obere Liege, stelle aber erfreut fest, dass kurz vor der Abfahrt die untere Liege immer noch frei ist. Doch tatsächlich kommt eine Frau 1 Minute vor Abfahrt, setzt sich aber gleich zu Bekannten auf anderen Plätzen, sodass ich bei 15 km/h den aufgehenden Mond und die zurückbleibende Stadt aus dem Fenster beobachten kann.

Die niedrige Reisegeschwindigkeit auf der Strecke lässt sich durch lange Kreuzungsaufenthalte auf eingleisiger Strecke erklären. Ich denke mir noch scherzhaft, dass es mir gar nichts ausmachen würde, wenn der Zug ein bisschen Verspätung bekommen würde. Dann müsste ich wenigstens nicht schon um 6:30 Uhr aussteigen. Die Wahrscheinlichkeit spricht aber gegen mich - von den letzten 50 Ankünften waren alle weniger als 15 Minuten verspätet.


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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:07


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Tag 36 Jodhpur

Auflösung von gestern: Das hervorragende Abendessen hat mit 300 Rupien pro Nase zu Buche geschlagen - nicht mal 4 ¤.

Der Zug steht, als ich aufwache. Die Uhr zeigt 5:59. Ich checke die Live-Position in der Railyatri-App. Delay 59 min.
Ich stelle den Wecker eine Stunde später und schlafe weiter - unverhofft kommt oft.

An der Verspätung ändert sich nichts, bis wir in Jodhpur einlaufen. Mit etwas Glück erwischt man im 2nd AC-Wagen das vorderste Abteil im Wagen, welches nur zwei Liegen hat.
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Ein nettes Low-Tech-Feature finde ich übrigens die Leselampe.
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Auch wenn es vielleicht ein bisschen schwierig zu erkennen ist - am roten Griff kann man die Lampe auf- und zuklappen. Lässt man dabei nur einen kleinen Spalt offen, taugt sie super als Nachtlampe, ohne den ganzen Wagen zu blenden. Klappt man sie ganz auf, kann man z.B. lesen.

Der Mond steht noch leuchtend am Himmel - ist ja auch noch ziemlich früh
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Auf den ersten Blick sieht Jodhpur eher nach einer zweiten Pink City aus - den Beinamen Blue City kann ich nur am Bahnsteigdach festmachen, welches übrigens vorbildlich mit Solarzellen bestückt ist.
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Ich schüttle alle Rikschafahrer ab, denn ich habe das Hotel bewusst in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ausgewählt. Erfreulicherweise darf ich direkt nach dem Eintragen in das wie üblich riesige Gästebuch sofort in mein Zimmer.
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Die bereits bewährte Hotelkette kostet mich hier nur 17 ¤ pro Nacht, ob das an den stark rückläufigen Touristenzahlen wegen des Einreisestops, an der Nebensaison liegt oder immer so günstig ist, weiß ich nicht. Nur das warme Wasser funktioniert mal wieder nicht. Was soll's, die letzten zwei Wochen in Ahmedabad hatte ich auch keins.

Bahnblick habe ich aus meinem Zimmer nicht, dafür aber aus dem Treppenhaus.
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Das Elektrifizierungsprogramm hat Jodhpur noch nicht erreicht.

Vorbildlich aufgereiht sind viele Brandlasten auf dem Fluchtweg
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Mein Stadtspaziergang beginnt daher schon um halb neun zu ungewohnt früher Stunde. Ein kunstvoll bemaltes Schild
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Auf den Straßen ist wenig los und die meisten Geschäfte sind noch geschlossen.
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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:07


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"Photo, please!"
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Noch halten sich die Selfie-Wünsche glücklicherweise in Grenzen.
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Das große Reinemachen
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Von der Blue City ist enttäuschend wenig zu sehen
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Irgendein teures Hotel
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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:08


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Straßenköter gibt es in Jodhpur jedenfalls in sehr großer Zahl
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Ich laufe bis zum zentralen Platz mit Uhrturm und frage mich, wo denn die Blue City ist.
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Auch auf dem großen Platz ist (noch) nichts los. Im Hintergrund thront Mehrangarh Fort
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Ich suche eine Weile, bis ich endlich eine Gelegenheit zum Frühstücken finde. Fast alles ist geschlossen.
Da ich von der Dachterrasse einen herrlichen Ausblick habe, stört es mich auch nicht weiter, dass ich eine halbe Stunde auf den Pfannkuchen warten muss.
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Links im Hintergrund der Umaid-Bhavan-Palast, ein Teil davon dient der ehemaligen königlichen Familie noch immer als Residenz, während der Rest ein Luxus-Hotel ist.


Als nächstes Ziel steht der Desert Rock Park am Stadtrand auf dem Plan. Die Rikschafahrer wollen mich gnadenlos abzocken (man merkt eindeutig, dass ich wieder in einem touristischen Ort bin), also nehme ich ein Uber. In der App werden als Preis 48 Rupien angezeigt, was mir schon sehr wenig vorkommt. Da man mit dem Auto nicht durch die engen Gassen fahren kann, wird es ein riesiger Umweg und kostet am Ende 120. Es ist der einzige Fall auf der ganzen Reise, dass der tatsächliche Preis am Ende von der Erwartung abweicht. Ärgerlich ist es trotzdem, denn dann wäre die Rikscha doch deutlich billiger gewesen.

Der freundliche Kassierer erläutert mir gerne ausführlich, dass es zwei Wege gibt, einen gelb markierten und einen grün markierten. Auf dem Faltplan steht für die gut einen Kilometer langen Wege eine prognostizierte Zeit von 90 Min. (!) Sollte ich mich verlaufen, könne ich ihn jederzeit unter der angegebenen Telefonnummer erreichen. Ich solle dann aber bitte das Planquadrat angeben, damit er wisse, wo ich bin. Wenn ich das auch nicht sagen könne, sollte ich halt denselben Weg wieder zurückgehen.
Ich bin mir doch recht sicher, dass ich diese schwierige Wanderung meistern werde. Zumal es hier in Rajasthan zu meiner Freude auch fast 10° kühler als in Ahmedabad ist, wenn auch die Sonne trotzdem fies brennt.
Im Park begegne ich keiner Menschenseele. Welch angenehme Stille und garantiert mofasicher.
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Das sind übrigens keine Kakteen, verkündet eine Informationstafel. Was es dann ist, steht leider nicht dabei.

Blick zum Fort
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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:08


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Wüstenlandschaft
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Ich winke die nächste Rikscha zum nahegelegenen Maharadscha-Denkmal Jaswant Thada heran.
Das Marmorgebäude ist wahrlich eindrucksvoll.
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Zum zweiten Mal auf dieser Reise versucht ein Inder gaaaaanz unauffällig, mich zufällig ins Selfie einzubauen.
Ich schaue mich weiter um:
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Die Rikschafahrer wollen absurde Preise, also bestelle ich ein Uber. Vermutlich gibt es hier genug Touristen, die man abzocken kann, sodass sich eine Fahrt zum halbwegs normalen Preis nicht lohnt. Inzwischen ist die Stadt erwacht und das Hupkonzert viel schlimmer geworden.

Beim Mittagessen recherchiere ich, wo denn der blaue Teil der Stadt ist - hinter dem Fort. Also laufe ich dorthin. Und siehe da - die Stadt macht wirklich was her:
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Viele Menschen grüßen freundlich, während ich durch die Gassen streife.

Ich entdecke, hinter zehn Winkeln und fünf Treppen versteckt, ein Café mit Dachterrasse.
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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:09


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Bei Kaffee und einem Gebäck aus Keksen und Banane kann ich mich gar nicht sattsehen. Eigentlich könnte ich hier den ganzen Tag sitzen bleiben.
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Da das Fort schon geschlossen hat, suche ich stattdessen den Weg zu einem anscheinend frei zugänglichen Aussichtspunkt. Aber wie kommt man dorthin? Im Café hilft man mir gerne weiter. Bis zum Hotel sowieso, dann rechts.
Ich folge der Beschreibung zum Hotel, gehe dann rechts und tatsächlich ist an irgendeiner Hauswand irgendein Hill ausgeschrieben und der Pfeil deutet nach rechts.
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Hier wurde auch ausgelassen Holi gefeiert

Unter den neugierigen Blicken der Einheimischen folge ich der Gasse, werde immer wieder gegrüßt. Kühe und Hunde streunen durch die schmale Straße und einige Mofas hupen.
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Aber der Weg gewinnt nicht an Höhe, sondern scheint um den Hügel herumzuführen. Ich probiere die nächste Seitengasse, natürlich eine Sackgasse. Ich bitte einen Mann um Rat. Er deutet nach rechts, von dort bin ich gekommen. "I'm a little busy now, but people there will show you the way."
Ich probiere noch zwei Seitengassen, beides Sackgassen.
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In der dritten werde ich plötzlich von fünf Hunden angekläfft. Ein Mann schaut aus einer Haustür. Äh, geht's hier zum Tempel hoch?! "Next one." Ich nehme schleunigst Reißaus, während ein paar Hunde durch die Gasse rennen, immer noch bellend. Plötzlich setzt ein Kläffkonzert ein, das aus allen Richtungen von den Häuserwenden wiederhallt. Von allen Seiten stürmen Hunde auf mich zu, an mir vorbei und in die Gasse, aus der ich gekommen bin. Ich erwache aus meiner Schockstarre und gehe weiter. Die nächste Seitengasse ist wieder eine Sackgasse, in der nachfolgenden werde ich wieder von zehn bellenden Hunden begrüßt. Ob es der richtige Weg ist, traue ich mich nicht mehr herauszufinden. Nach fast einer Stunde stehe ich wieder an dem Hotel mit dem Pfeil zum Hill nach rechts. Ich setze mich, erschöpft von der Sucherei, an einen nahegelegenen See.
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Ein junger Mann spricht mich an, fragt das Übliche. Woher, wie lange, welcher Beruf. Dann: "Can I ask you something? You must be very disappointed. I can see it from your face..." Ja, verdammt, ich hab viel zu wenig geschlafen und irre seit einer Stunde durch sämtliche Gassen, hatte dreimal Angst, von Hunden gebissen zu werden und habe den Aussichtspunkt immer noch nicht gefunden. "Just follow Google Maps."
Schön wärs, aber die ganzen Seitengassen sind natürlich nicht eingetragen.

Als es dämmert, trete ich den Rückweg an.
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Eigentlich möchte ich Rikscha fahren, doch keiner der drei Fahrer, die ich in der Nähe sehe, lässt auch nur 1 Rupie mit sich verhandeln. Mit dem üblichen Trick, einfach weiterzugehen, um dann doch noch einen Rabatt zu bekommen, habe ich mich verspekuliert und so laufe ich am Ende fast 2 km durch das Gewusel und Gehupe zurück.
Dafür gibt's noch ein paar Abendaufnahmen
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  Geschrieben am: 19 Sep 2020, 16:09


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Basar vor den Toren des Marktplatzes
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Der bunt beleuchtete, aber natürlich wegen Renovierung eingerüstete und geschlossene Uhrturm
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Abendessen gibt es mit tollem Blick auf das beleuchtete Fort...
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...ehe ich nach harten Verhandlungen zumindest den Preis für die Rückfahrt auf die Hälfte senken kann.


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  Geschrieben am: 20 Sep 2020, 22:23


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Tag 37 Jodhpur

Heute möchte ich das 15 km entfernte Mandore besuchen. Die Hauptsehenswürdigkeit ist ein schöner Park, der sehr nahe am dortigen Bahnhof liegt. Nur leider fahren nur zwei Züge am Tag die Strecke und die Abfahrtszeiten sind völlig ungeeignet, sodass ich eine Rikscha nehme und für Hin- und Rückfahrt 5 ¤ bezahle.

Der Park lädt wirklich zur Entspannung ein.
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Ein Tempel
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Die kurze Wanderung zu einer nahen Ruine ist auch empfehlenswert, aber leider wüstentypisch schattenarm
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Unter diesem Baum wäre ich gerne noch eine Stunde sitzen geblieben, aber mit dem Rikschafahrer waren anderthalb Stunden vereinbart, die ich zwar indientypisch deutlich überziehe. Aber auf Diskussionen um Extra charge habe ich jetzt keine Lust und fahre wieder zurück.

Ein paar Eindrücke vom Marktplatz, ich denke, die Bilder sind selbsterklärend
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Mein Mittagessen nehme ich mal wieder auf einer Dachterrasse ein
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Blick zum Jaswant Thada
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  Geschrieben am: 20 Sep 2020, 22:23


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Ich schaue zu, wie jemand jemandem beim professionellen Verlegen eines Rohrs zuschaut
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Nachmittags erklimme ich den Forthügel.
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"Very hot today...", kommentiert der Mann, der im vorstehenden Bild zu sehen ist.
Naja, noch geht's ja. Aber das wird in einem Monat sicher anders. Tatsächlich kündigt die Wettervorhersage bereits für nächste Woche einen heftigen Temperaturanstieg bis nahe an die 40°-Marke an - also alles richtig geplant.
"Germany is a very good country. Dankedanke, Indien ist auch sehr schön.

Alle Ausländer müssen vor Betreten des Forts eine Fiebermessung machen und Name sowie Hotel in einem weiteren dicken Buch eintragen. Corona hat mich doch noch eingeholt, so ein Mist.

Ein hübscher Tempel in Fortnähe - sicher ein guter Aussichtspunkt und verlaufen kann man sich auf dem Weg auch nicht...
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Ein paar Eindrücke vom Fort
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Die Zufahrt wurde bewusst mit besonders vielen Spitzkehren angelegt, um dem Feind das Erstürmen auf Elefanten zu erschweren.
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Die Topografie ist im Zweifel die beste Verteidigung – der Anstieg kostet mich ziemlich viel Energie.
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  Geschrieben am: 20 Sep 2020, 22:24


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Bienenstock
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Reich geschmückt
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Jaswant Thada von oben
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Marktplatz mit Uhrturm
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Es ist wirklich äußerst schade, dass weite Teile der Mauer nicht (mehr) zugänglich sind, denn der Ausblick ist atemberaubend. Seit einem tödlichen Sturz nach einem Selfie halten diverse Absperrungen die Besucher von den besten Fotostellen fern.
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Der Maa-Chamunda-Tempel hat eine Lage mit Weitblick
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Auf diesen Grat wollte ich gestern Abend eigentlich
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Blue City von oben
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Leider sind diese Bilder nur durch einen schmalen Spalt im Gitter entstanden - gemütlich den Sonnenuntergang schauen geht hier nicht. Daher beschließe ich, den zuvor entdeckten Hügel zu besteigen.

Die achtarmige Göttin Durga
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Offensichtlich ist der Hügel als frei zugänglicher Aussichtspunkt sehr bekannt, denn ich bin bei Weitem nicht der einzige mit der Idee. "Schau mal hier, eine riesige Ameise!", höre ich, "oh nein, das sind ja zwei."
Die Frage 'Which country?' spare ich mir mal, meine ich lachend zu dem jungen Pärchen, das ebenfalls den Hügel besteigt. Dann stellt sich heraus, dass die Welt doch sehr klein ist, denn sie kommen auch aus München. Sie haben bereits einen Monat Indien hinter sich und noch einen vor sich. Immer wieder muss ich feststellen, dass ich verglichen mit vielen anderen mit meinen fünf Wochen geplanten Aufenthalts eher eine kurze Reise mache.

Auch zahlreiche junge Inder suchen den Aussichtspunkt auf und kurz vor Sonnenuntergang ist die Stelle gut besucht.
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