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Lendenbraten und Knödelpressen, 3 Wochen bei den Tschechen [Zur Themenübersicht]
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  Geschrieben am: 24 Oct 2019, 22:16


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Kleines Schwätzchen nach der Ankunft, während die Kollegin irgendeine Kiste verlädt.

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Rangieren ist Millimeterarbeit

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Die Taucherbrille rangiert an den Hradecan. Der Weichenwärter sorgt durch Umstellen der Handweichen dafür, dass sie im gewünschten Gleis ankommt.

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Punkt 12 am Bahnhof Trutnov

Die anderthalb Stunden in Trutnov wissen wir für eine kleine Stadtbesichtigung zu nutzen. Wir kommen uns so vor, als hätten wir schon eine beachtliche Reise gemacht, schließlich sind wir schon 1h40 unterwegs. Auf der Straße sind wir von unserem Startpunkt gerade einmal 50 km (!) entfernt. So kann man sich irren.
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Löwe aus Stahlplatten

Große Schwierigkeiten bereitet mir die tschechische Kommunikation vor allem dann, wenn mein Gesprächspartner ebenfalls kein Muttersprachler ist. Ich kann nur raten, was der Pole am Gemüsestand zu mir sagt, ich glaube, er will mir noch ein paar polnische Produkte aufschwatzen.

Krakono¨ovo námesti
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Rathaus
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Zeit für ein Eis
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Nach einem Päuschen auf dem zentralen Platz, der in Trutnov erfreulicherweise nur sehr begrenzt ein Parkplatz ist, begeben wir uns Richtung Bushaltestelle. Ich wollte mich ganz gerne nochmal an der modellbahnartigen Brückenkonstruktion (zu viele Gleise und zu viele Bahnhöfe auf einem Haufen!) im Osten der Stadt versuchen. Dafür nehmen wir einen Stadtbus. Trutnov hat wirklich luxuriöse, erdgasbetriebene Fahrzeuge. Zum ersten Mal stelle ich fest, das SOR-Busse nicht zwangsläufig billig aussehen und brettharte Sitze haben müssen.
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  Geschrieben am: 24 Oct 2019, 22:18


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Ob es nun bei einem Stadtbus sinnvoll ist, auf der Anzeige stets Trutnov, Poricí vor die Haltestelle zu schreiben, sei mal dahingestellt. Denn das führt dazu, dass der eigentliche Haltestellenname kaum noch Platz findet. Nach einem kurzen Fußweg im Industriegebiet ist die herrliche Stelle in Sicht. Planmäßig sollte der Zug über die obere Brücke um 11:26 Uhr in Trutnov stred ankommen. Unser Os 15761 zur Weiterfahrt nimmt den Anschluss auf und fährt um 11:29 Uhr ab, um wenig später am Hp Trutnov zastávka zu halten, der 200 m von der Fotostelle entfernt ist, sodass das Zeitfenster ausreicht, um diesen entspannt zu erreichen.
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Doch der sorgfältig ausgearbeitete Plan droht zu scheitern. Der R aus Ceská Skalice ist mit +16 angekündigt, später steigt die Verspätung sogar auf +20. Ich gehe zur Lösung des Dilemmas wie folgt vor: Wir positionieren uns zunächst am Hp, für den Fall, dass der Os den Anschluss nicht abwartet, was ich angesichts der beträchtlichen Verspätung für durchaus möglich halte. Die Abfahrtszeit verstreicht, der BÜ neben uns bleibt still. Die Muj vlak-App hat die kuriose Eigenschaft, für manche Züge einfach zu behaupten, sie wären abgefahren, obwohl sie es nicht sind. Doch inzwischen kann ich die Tücken der Technik erkennen und interpretieren. App zeigt noch das Gleis an: Zug ist noch nicht abgefahren, auch wenn es im Zuglauf behauptet wird. App zeigt das Gleis nicht mehr an: Zug ist abgefahren.
Die Abfahrtszeit verstreicht, das Gleis in Trutnov stred bleibt drin, obwohl die App im Zuglauf behauptet, er wäre schon an uns vorbei. Nach 5 Minuten gehe ich davon aus, dass der Anschluss also abgewartet wird und ich die Fotostelle aufsuchen kann. Wenig später rumpelt der R über die Brücke, natürlich genau im Sonnenloch. Was soll's, ich wollte ja eh nochmal wiederkommen.
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Es vergehen noch ein paar Minuten, ehe die Brotbüchse endlich angerumpelt kommt, gut gefüllt unter anderem mit jungen Leuten auf der Heimfahrt, reif fürs Wochenende. Auch wenn ich vom regen Geplapper nichts verstehe, ist es ziemlich offensichtlich, dass ein Mädchen gerade einen Lehrer nachäfft. Meistens spricht nur sie, ab und zu ihre Freundin neben ihr, die gegenüber schläft mit Kopfhörern in den Ohren und die schräg gegenüber sitzt nur stumm da und starrt Löcher in die Luft.

Mit +12 erreichen wir schließlich unser Wanderziel, auch hier kommen gewisse Parallelen zur Modellbaulandschaft auf. Der Bahnhof Adr¨pach ist zum Wandern einfach genial, weil er nur 100 m von den Sandsteinfelsen entfernt liegt.

Um in das Wandergebiet zu gelangen, muss man Eintritt bezahlen. Ich verstehe 40 und lege eine 50er-Münze hin, worauf ich die Kassiererin fragend anschaut. Sie sagt 70 auf Polnisch und schreibt das auch auf. "English, Deutsch?", fragt eine andere Mitarbeiterin und hält die Infoflyer hin. "Das sind keine Polen", meint sie auf Tschechisch zu ihrer Kollegin, nachdem ich den deutschen Flyer genommen habe. Muss wohl doch an meinem Akzent liegen, denn das ist nun schon das dritte Mal, dass mir eine polnische Herkunft unterstellt wird.
Schließlich klärt sich alles auf - der Preis beträgt zusammen 140 und ich habe die 100 überhört.

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Kaum legen wir am See im Nachmittagslicht mit bunten Herbstbäumen eine Pause ein, da kommen auch schon quakend Enten herbei.
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Wir sind uns schnell einig, dass zwei Stunden fürs Wandern vielleicht doch ein bisschen knapp berechnet sind. Die Wahl besteht also zwischen zügig durchhetzen oder zwei Stunden später fahren. Wir nehmen Letzteres, sodass viel Zeit zum Betrachten der spektakulären Felsformationen bleibt. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch am Sommerwochenende herrscht keine Völkerwanderung, sodass es wesentlich entspannter zugeht.

Hier hat Obelix einen Hinkelstein abgestellt
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Der weitere Weg würde hervorragend in ein Adventure-Computerspiel passen.
Nach dem Tor kommt bestimmt ein Boss...
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...oder vielleicht der Elefantentreffpunkt? Wäre für einen Bossfight aber eine passende Stelle mit ausreichend Platz.
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  Geschrieben am: 24 Oct 2019, 22:19


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Glückwunsch, Boss besiegt! Du hast 5 Minuten, um zum nächsten Checkpoint zu kommen. Los geht's:
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Die letzte Gelegenheit auf eine kleine Bootstour haben wir leider knapp verpasst, also bleiben wir bei Jump and Walk und rasten anschließend an der Bootsanlegestelle.
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Uhoh, lauert da etwa schon der nächste Boss?
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Und da kommt schon das Piratenschiff...
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Das letzte Boot legt an, der Führer mit Piratenhut hat einen Trinkgeldbehälter platziert und einen Hinweis für die geplante Verwendung angebracht: Feierabendbier.
Nachdem er seine Kasse leert, erkundige ich mich, ob es denn fürs Bier reicht. Er zählt: 1, 2, 3, 4. Also ja. In einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Polnisch und Tschechisch fragt er uns, woher wir denn kommen. "Aha, Deutsch?" Dass ich in Hradec Králové wohne, findet er interessant. Schließlich besteigt er wieder das Boot, um es zum Ausgangspunkt zurückzubefördern. Dabei brummt er "Finish, konec, Schluss" vor sich hin und verschwindet wenig später leise summend um den nächsten Felsen.

Wir legen den restlichen Weg in völliger Einsamkeit zurück...
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...und erreichen den Bahnhof etwas zu früh, nicht zuletzt, da der Zug natürlich die üblichen +10 hat. Inzwischen ist es fast ganz dunkel und allzu üppig ist der Bahnsteig nicht beleuchtet. Schließlich rumpelt die Brotbüchse herbei und bringt uns nach Teplice, wo wir zügig in den bereits wartenden Regionova umsteigen. Damit ist Rausschauen dank der grellen Beleuchtung erstmal beendet und wir beschließen, am Náchod lieber direkt mit dem SEV zurück nach Hradec zu fahren, um das Abendessen nicht allzu sehr zu verspäten.

Der Fdl gibt den Busfahrern stets das Kommando zum Abfahren. Damit ist sichergestellt, dass alle Fahrgäste den Umstieg schaffen. Nur schade, dass er nicht auf Eisenbahnerart die grüne Kelle zeigt.
Viel los ist im Bus nicht, sodass wir uns in die erste Reihe setzen. Wenn wir schon nicht aus dem Abteilfenster gucken können, dann wenigstens dem Busfahrer über die Schulter. Bald steigt eine Frau mit einem kleinen Kind zu, welches den Busfahrer ganz begeistert grüßt. "Ahoj! Musst du denn noch nicht schlafen?", meint dieser.
Wenig später klingelt während der Fahrt sein Handy. Selbstverständlich nimmt er an und mal im Ernst - gibt es eine bessere Gelegenheit, als während der Nachtfahrt über eine Landstraße ein bisschen zu Quatschen? Nur blöd, dass der Bus kein Automatikgetriebe hat. Das verlangt eine recht vorausschauende Fahrweise, denn da eine Hand das Handy halten muss, bleibt nur noch eine fürs Lenkrad bzw. den Schalthebel. Und in der Kurve läuft der Bus vielleicht nicht dorthin, wo er soll, wenn man das Lenkrad loslässt, folglich kann nur auf geraden Abschnitten geschaltet werden. Das kriegt der Fahrer ganz passabel hin. Ahh, schön, auch noch ein Kreisverkehr mit einer Hand am Lenker - der kann seinen Job wenigstens!

Das geht mindestens eine halbe Stunde so, während wir über breite Landstraßen, Ortsdurchfahrten mit Zugabe durch Baustellenampeln, Bahnübergängen und plötzlich auf schnurgeraden Abschnitten haltenden Autos - Linksabbiegerspuren werden überbewertet - sausen. Vielleicht ist eine Autobahn hier doch nicht ganz verkehrt. Ohne böse Überraschungen erreichen wir Hradec ein paar Minuten hinter Plan und lassen den Tag mit Svícková ausklingen. Den haben wir uns nach so viel Herumfahren redlich verdient.


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  Geschrieben am: 25 Oct 2019, 23:40


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Ein Obus aus dem Nebel

Auszug aus dem Glossar
Vorfahrt:
Essenzieller Bestandteil der Verkehrsregeln, deren Verständnis in Tschechien das Anhalten vor der entsprechenden Kreuzung und Lesen einer Landkarte erfordert. Sofort verständlich ist nur, dass Radfahrer fast immer wartepflichtig sind.

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  Geschrieben am: 28 Oct 2019, 23:53


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Brotbüchsenknoten in Mestec Králové
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"Wo fahren Sie denn hin?", fragt mich der Schaffner, als ich mit meiner Fahrkarte Hradec Králové - München auf dieser Nebenbahn unterwegs bin.
Wundern Sie sich nicht, ich wollte mal eine andere Route ausprobieren...

Statt von Chlumec den direkten Weg mit der netten Schleife bei Velký Osek nach Nymburk zu nehmen, habe ich mal die Nebenbahn nördlich davon ausprobiert.



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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 29 Oct 2019, 16:15


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Ein wunderschöner, herbstlicher Reisebericht von der Tour mit der großen Schleife über Adrspach! Die ganze Ecke da hinten habe ich vor einigen Jahren auch mal im Herbst ausgefahren, daher kenne ich die von Dir gezeigten Bahnhöfe und Strecken alle. smile.gif Eine der verträumtesten und schönsten Ecken in ganz Europa für eine Eisenbahn-Tour... die Stimmung auf den Fotos von der menschenleeren Wanderung in Adrspach im nebligen Herbst erzeugen sofort wieder Fernweh in mir!

Danke für die regelmäßigen Fortsetzungen!
    
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