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Eisenbahnforum.de > Regionalverkehr > Ruhrgebiet: Bus und Bahn vergleichsweise schlecht


Geschrieben von: Autobahn am 20 May 2008, 15:24
Nach einer Studie der Universität Duisburg-Essen landet der öffentliche Nahverker der Region bei einem internationalen Vergleich auf dem letzten Platz. "Sieger" ist London vor München, Berlin und Amsterdam.

Hier steht mehr:

http://www.wdr.de/studio/essen/nachrichten/#TP1976699

Geschrieben von: VT 609 am 20 May 2008, 15:29
Ich habe mir erlaubt, den Thementitel um das Wort "Ruhrgebiet" zu ergänzen.

Geschrieben von: Autobahn am 20 May 2008, 15:31
QUOTE (VT 609 @ 20 May 2008, 16:29)
Ich habe mir erlaubt, den Thementitel um das Wort "Ruhrgebiet" zu ergänzen.

Stand doch schon im Untertitel wink.gif

Geschrieben von: Iarn am 20 May 2008, 15:37
Ich denke München kann mit dem 2. Platz nach London gut leben. biggrin.gif

Geschrieben von: elba am 20 May 2008, 18:39
Die WDR-Meldung ist ein wenig dürftig. Wie fast immer lohnen sich die 3 Klicks, die nötig sind um die Originalquelle zu finden:

Pressemeldung:
http://static.business.metropoleruhr.de/files/File/pdf%20Aktuelles/PM_mobilitaet_pk080508.pdf

Studie (Kurzfassung):
http://static.business.metropoleruhr.de/files/File/pdf%20Aktuelles/Kurzfassung_ppp.pdf

Edmund

Geschrieben von: ruhri am 20 May 2008, 19:57
Habt ihr es bemerkt? Wir haben zu wenige Autobahnen im Revier!

Komisch, oder? Mit mehr Autobahnen wird der Anteil des ÖPNV eher noch sinken.

Ob aber diese Metropolbusse einen Sinn machen würden? Käme wohl auf einen Versuch an. An einigen Stadtgrenzen gibt es so etwas natürlich schon längst, wie etwa SB20 oder SB67.

Geschrieben von: Larry Laffer am 22 May 2008, 10:59
Zumindest existieren an den Stadtgrenzen oftmals Bruchstellen. Stadtgrenzen, die nur über Ortseingangs/ausgangsschilder zu erkennen sind, hier wäre es sicher sinnvoll, wenn mehr lokale Verkehrsbetriebe gemeinsame Umsteigepunkte betreiben würden.

Das Problem im Ruhrgebiet ist aber, daß der VRR stark unterfinanziert ist, weswegen S-Bahnen und SPNV für die Metropolregion viel zu dünn sind. Dazu kommt ein stark überbezahlter Verkehrsvertrag, den die Verantwortlichen sich haben andrehen lassen und fertig ist das Dilemma. Die nicht mal annähernd so großen Großräume Berlin, Hamburg oder München haben da um ein vielfaches bessere ÖPNV/SPNV-Systeme als wir.

Geschrieben von: ruhri am 23 May 2008, 12:50
Ja natürlich es gibt einige ganz deutliche Bruchstellen. Daran muss man arbeiten. Die angedachten Straßenbahnverlängerungen sollten auch nicht automatisch an den Stadtgrenzen zu Ende sein. Für das gesamte Ruhrgebiet braucht es aber definitiv mehr.

Man kann z.B. die U35 nach Oberbarmen verlängern, muss man aber nicht. Eine S-Bahn, die direkt zwischen Bochum und Wuppertal verkehren könnte, wäre aber vermutlich die bessere Lösung.

Eines scheint mir aber sicher: Wenn Berlin den Nahverkehr hätte, den es sich leisten könnte, würden S-Bahnen und Busse alle 30 Minuten fahren und die U-Bahnen höchstens alle 15. Manche Verbindung (über heutige Verbindungen wie F1 hinaus) würde dann vielleicht sogar nur stündlich gefahren werden.

Geschrieben von: 146225 am 23 May 2008, 16:50
Ja, liebe Ruhrpottler...

ihr haltet doch immer große Stücke auf eure "Anpacker"- Mentalität, also Butter bei die Fische, und los gehts ! Natürlich ist genug Potenzial für mindestens 25 Jahre harter Arbeit vorhanden, aber, mal ehrlich, was habt ihr zu verlieren ? Solche Dinge gehören sachlich (nicht wie derzeit) in Medien und Wahlkämpfe gezerrt, nimmermüde...


Geschrieben von: ruhri am 23 May 2008, 17:23
Ah ja, das ist natürlich richtig. Vielleicht sollten wir die Landeshauptstadt ins Ruhrgebiet verlegen? Man hat manchmal das Gefühl, dass in Düsseldorf nie Geld für uns übrig ist.

Allerdings sind wir natürlich Deutsche, was bedeutet, dass wir sehr gut im Motzen sind. In einem Zeitungsartikel stand vor einigen Wochen, dass der Verkehr eigentlich sogar recht gut funktioniere. Natürlich sind die Züge auf bestimmten Strecken morgens und abends voll, und die Autobahnen auch. Allerdings kommt man trotz Stau noch einigermaßen gut dorthin, wohin man möchte. Es gibt also tatsächlich noch schlimmere Gegenden.

Die Verkehrsbetriebe arbeiten inzwischen auch teils recht gut zusammen. HCR, Vestische, DSW21 und Bogestra tauschen Erfahrung und Werkstattleistungen untereinander aus und bestellen zusammen neue Busse. Einige kleinere Betriebe sind assoziierte Partner der Kooperation östliches Ruhrgebiet (KöR). Evag, MVG und StOAG haben Meoline gegründet. Die Oberhausener sind zwar weitgehend ausgestiegen, doch die Firma existiert immer noch. Inzwischen gibt es eine weitere Zusammenarbeit, nämlich DVG, MVG und EVAG als KOMED. Es ist also keineswegs so, dass im Ruhrgebiet nichts passieren würde. Auf der http://www.lvp.nrw.de/ gibt es auch viele beantragte Projekte. Die meisten Schienenausbaupläne wurden aber leider abgelehnt.

Und natürlich ist es politisch unerwünscht, über eine Reduzierung der Unterstützung für den Osten nachzudenken.

Geschrieben von: 146225 am 23 May 2008, 17:53
QUOTE (ruhri @ 23 May 2008, 18:23)
Ah ja, das ist natürlich richtig. Vielleicht sollten wir die Landeshauptstadt ins Ruhrgebiet verlegen? Man hat manchmal das Gefühl, dass in Düsseldorf nie Geld für uns übrig ist.

laugh.gif

So traurig die Tatsache an sich ja ist, aber da muß ich doch mal lachen. Tut gut, nicht alleine in Deutschland zu sein. Denn hier in Baden-Württemberg ist außer für Stuttgart21 - also für Oettingers verqueren Traum des "Provinzkellerbahnhöfles Herzinfarkt" - auch für nix anderes Geld übrig, nicht in Hohenlohe, nicht in Südbaden oder auch nicht in Oberschwaben. Nirgends.

So lasset uns solidarisch gemeinsam die Stimme erheben und für mehr und bessere Bahn unnachgiebig streiten - im Ruhrpott, hier im Süden, und anderswo auch !

Geschrieben von: ruhri am 23 May 2008, 19:18
QUOTE (146225 @ 23 May 2008, 18:53)
So traurig die Tatsache an sich ja ist, aber da muß ich doch mal lachen. Tut gut, nicht alleine in Deutschland zu sein. Denn hier in Baden-Württemberg ist außer für Stuttgart21 - also für Oettingers verqueren Traum des "Provinzkellerbahnhöfles Herzinfarkt" - auch für nix anderes Geld übrig, nicht in Hohenlohe, nicht in Südbaden oder auch nicht in Oberschwaben. Nirgends.

So lasset uns solidarisch gemeinsam die Stimme erheben und für mehr und bessere Bahn unnachgiebig streiten - im Ruhrpott, hier im Süden, und anderswo auch !

Und nun stellen wir uns einmal kurz vor, wir wären ein zentralistisch organisiertes Land... wacko.gif

Nun gut, in Frankreich ist ja tatsächlich auch noch ein bisschen Geld übrig für Straßenbahnen in Nantes, Bordeaux oder sonstwo. Ihr in BW habt ja trotzdem noch so einiges auf die Beine stellen können, wenn man etwa an die Karlsruher sbahnlogo.gif(tadtbahn) denkt. Hierzulande brauchen wir meiner Meinung nach mehr SPNV wie den Rhein-Ruhr-Express, der mit einer Vielzahl von Linien zwischen Dortmund und Duisburg alle 15 und von dort nach Köln (über Düsseldorf!) etwa alle 10 Minuten fahren soll. Manche unken auch schon, dass dieses Zugkonzept niemals fahren wird, aber wie gesagt: Die Landeshauptstadt Düsseldorf profitiert ebenfalls davon!

Jetzt gibt es Wikipedia nicht nur einen Beitrag zum http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahnnetz_Rhein-Ruhr im allgemeinen, sondern auch zu denen der Städte http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Bochum, http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Dortmund, http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_D%C3%BCsseldorf und http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Essen. Vor kurzem hat sich eine mitleidige Seele erbarmt und einen Beitrag über http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_Duisburg verfasst. Ein früher Stand dieses Artikels beklagte, dass Dortmund sich sein Netz habe fast vollständig vom Land finanzieren lassen. Das ist so natürlich nicht ganz korrekt! Wahr ist aber, dass die Dortmunder genauso wie die Stuttgarter immer einen Plan in der Schublade gehabt haben, und sie konnten auch immer ihren Eigenanteil aufbringen. Die Duisburger haben dies nicht geschafft, und das Ergebnis sieht man heute.

Allerdings muss man dazu festhalten, dass Dortmund sich zwar ein recht ordentliches Schienennetz hingesetzt hat, auf dem teilweise im Durchschnitt alle 2,5 Minuten eine Bahn kommt und weite Teile des Stadtgebiet abdeckt, der Busverkehr in der Innenstadt auf extrem niedrigen Niveau liegt und das Busnetz insgesamt auf Zubringerdienste hin ausgelegt ist, aber letztlich eine Anbindung an Nachbargemeinden praktisch nicht stattfindet. Lediglich die U41 (8 Linien insgesamt) fährt nach Lünen-Brambauer, und das auch nur im 20-Minuten-Takt. Die Netze vom gleich großen Essen oder vom kleineren Bochum sind bei weitem nicht so gut ausgebaut, aber in Essen fahren 4 von 10 Linien und in Bochum sogar 5 von 6 über die Stadtgrenzen. (In Duisburg fahren übrigens alle 3 regulären Linien auch in die Nachbarstadt!) Ich lasse es jetzt mal dahingestellt, was das Ruhrgebiet am Ende wirklich braucht.

Geschrieben von: Autobahn am 23 May 2008, 21:35
Ein wichtiger Satz in diese Studie lautet:

QUOTE
Besonderes Merkmal der Metropole Ruhr, auch im Vergleich mit anderen Metropolregionen,
sind die zersplitterten Verwaltungszuständigkeiten der Region: eine übergeordnete,
für die Flächennutzungsplanung zuständige Behörde gibt es nicht. Zuständig
sind vielmehr drei Bezirksregierungen und zwei Landschaftsverbände. Gewerbe und
Industrie werden durch sechs Industrie- und Handelskammern vertreten. So ergibt sich
das Bild einer im Kirchturmsdenken befangenen Region ohne klare Zielrichtung.


Ähnliches habe ich ja schon (ohne Studie biggrin.gif ) an anderer Stelle hier im Forum geschrieben.

Geschrieben von: ruhri am 23 May 2008, 22:51
Nun ja, man könnte sicherlich das Ruhrgebiet als eigenen Regierungsbezirk aufziehen und ihn nur noch einem Landschaftsverband zuschlagen, vielleicht sogar einem ganz neuen, aber was bleibt denn dann noch in NRW übrig? Das dürfte der wichtigste Grund sein, warum es bislang nie geändert wurde. Sechs Industrie- und Handelskammern ist aber doch gar nicht mal so schlecht, gibt es doch wesentlich mehr Städte im Revier.

Übrigens, wisst ihr, was an den Herner Polizeiwachen geschrieben steht? Dort steht allen Ernstes „Polizeipräsidium Bochum“!

Geschrieben von: Autobahn am 24 May 2008, 05:27
QUOTE (ruhri @ 23 May 2008, 23:51)
Übrigens, wisst ihr, was an den Herner Polizeiwachen geschrieben steht? Dort steht allen Ernstes „Polizeipräsidium Bochum“!

Und in Mülheim a.d.Ruhr steht: "Polizeipräsidium Essen" wink.gif

Geschrieben von: ruhri am 24 May 2008, 23:12
So viel zu den Themen „Kirchturmsdenken“ und „Zersplitterung“! wink.gif

Aber mal ernsthaft: Im ÖPNV gibt es natürlich einige Stellen, die verbessert werden könnten, seien es Nord-Süd-Verbindungen von Bochum aus oder eine Verbindung zwischen Essen, Bochum und Dortmund abseits des SPNV. Beliebige weitere Beispiele lassen sich ohne weiteres finden.

Geschrieben von: Tramalbum am 25 May 2008, 09:00
Braucht man sich aber auch nicht wundern, wenn die Mittel nicht reichen, wenn man das Geld so schildbürgermäßig verplempert!

Ich war neulich mal wieder in Bochum und habe die neue unterirdische Kathedrale besichtigt. Hat man dieses Millionengrab wirklich bauen müssen? War das wirklich notwendig? Ist die Fußgängerzone oben drüber etwa nicht breit genug für die Straßenbahn?

Und dann fährt da am Wochenende gerade mal alle halbe Stunde eine Bahn durch. Also, das in der Erde vergrabene Geld, hätte man vielleicht besser für einen dichteren Takt verwendet, als für solche überdimensionierten unterirdischen Paläste.

Ein Halbstundentakt auf der Straßenbahn ist doch wirklich nur noch eine Notversorgung für die drei A (Auszubildende, Alte, Arme). Wenn man eine halb Stunde auf die Tram warten muß, fährt doch wirklich niemand öffentlich, der auch ein Auto besitzt und sich aussuchen kann, mit was er fährt.

Geschrieben von: ruhri am 25 May 2008, 12:01
Mit „Kathedrale“ meinst du sicherlich den Bahnhof Bochum Rathaus (Süd), oder? Nun, bei diesem hatte ich mir auch schon bei der Eröffnung gedacht, dass da vielleicht zu viel Geld hineingesteckt wurde. Gerade die Lichtinstallation erscheint mir recht fragil, und in der Tat war sie letztens einige Wochen ausgefallen. Das ganze lief dann noch unter „Gewährleistung des Herstellers“.

Aber mal andersherum: Wenn man schon unter der Erde einen Bahnhof baut, dann sollte der nun auch nicht klein, eng und schmutzig sein, denn davon haben wir in Deutschland nun wirklich schon genug. So gesehen hat sich die Ausgabe schon gelohnt.

Und nein, die „Fußgängerzone“ war nicht breit genug. Wir konnten den Boulevard auf der Bongard-/Massenbergstraße doch nur deshalb so bauen, weil ein Großteil des Verkehrs inklusive der Straßenbahnen daraus verbannt wurde. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Haltestelle Hauptbahnhof (heute: Hauptbahnhof/Boulevard) der Linien 302, 306 und 310 viel zu weit weg lag von den Bahnsteigen der 308, 318 und U35. Heute liegt am Hauptbahnhof alles nahe beieinander mit Ausnahme der Buslinien 345 und 368.

Den Wochenendtakt empfinde ich allerdings auch etwas zu knapp kalkuliert. Wenn ein Drittel aller HVZ-Fahrten in der SVZ wegfallen, ist das noch in Ordnung, also statt 20 Minuten-Takt auf den meisten Buslinien und den Straßenbahnlinien 310 und 318 nur 30-Minuten-Takt. Bei den Straßenbahnen 302, 306 und 308 fallen dagegen sogar zwei Drittel weg. Natürlich verkehren auf der Strecke, an der Bochum Rathaus (Süd) liegt, die Bahnen 302 und 310 zwischen Wattenscheider Straße und Laer Mitte in einem sauberen 15-Minuten-Takt. Auf der Gelsenkirchener 301 wird sonntags jetzt sogar bis Buer Süd alle 15 Minuten gefahren, jede zweite Fahrt mit den längeren NF6D.

Festhalten möchte ich aber noch, dass „Wochenende“ in dem Zusammenhang Sonntag und Samstag ab ca. 15:00 Uhr bedeutet. Samstag vormittags und am frühen Nachmittag gilt auf den meisten Linien normaler HVZ-Takt. Zugegeben, in der heutigen Zeit ist 15-16:00 Uhr samstags noch beste Einkaufszeit. Die Nachbarstadt Dortmund ist da natürlich ein gutes Beispiel, wie man es machen sollte.

Geschrieben von: 612 hocker am 25 May 2008, 12:31
Die Studie wäre doch mal ein Grund um wichtige S-Bahn Projekte voran zutreiben. Dazu gehören die Aufwertung der S 5 (20Minuten-Takt, mehr Haltepunkte). Endlich mal eine Verbindung der RB 47 und der S7 durch Diesel-Hybrid Fahrzeugen. Dann die Verlängerung der S8 nach Rheydt-Odenkirchen. Bei der S9 der Innenstadttunnel in Bottrop. Dann der Kölner Westring um die Diesel S Bahn von Mainerzhagen nach Kall (Jünkerath) zu realisieren. Um die S Bahn Wuppertal - Bonn zu realisieren sind zusätzliche Gleise auf der linken Rheinstrecke und der Kölner Westring nötig. Dann sollte man die S Bahn Hagen - Essen - Haltern möglichst schnell realisieren. Dann sollte man noch mal unbedingt über die Reaktivierung der Rather Bahn nachdenken um die S-Bahn Wesel - Duisburg - Düsseldorf zu realisieren. Die Realisierung der S Bahn Mönchengladbach - Krefeld - Duisburg - Essen - Dortmund.

Außerdem sollte man mal über neue S Bahn Linien nachdenken wie z.B. Geilenkirchen - Mönchengladbach - Viersen - Krefeld - Duisburg - Oberhausen - Bottrop - Herten - Recklinghausen oder Kempen - Krefeld - Düsseldorf - Wuppertal - Ennepetal - Hagen - Schwerte.

Geschrieben von: ruhri am 25 May 2008, 17:21
Die S-Bahn kann aber nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme sein. Auf manchen Strecken wäre sie schlichtweg zu langsam.

Du hast da eine S-Bahn-Linie Geilenkirchen-Recklinghausen erwähnt. Das entspräche zu einem Gutteil den beiden Ästen der heutigen RB33, die mit Fahrzeugen verkehrt, die anderswo als S-Bahnen unterwegs sind. Im berühmten „Zielnetz 2015“ gibt es da ja die S21, die von Mönchengladbach nach Kamen fahren sollte und für die die RB33 S-Bahn-Vorlaufverkehr fährt. Was ist aber mit den anderen Teilen der RB33? Der Ast nach Wesel würde wohl mit der RB37 zu einer S20 vereinigt, aber was wäre mit der Strecke Mönchengladbach-Aachen?

Mir persönlich fehlen natürlich Verbindungen von Bochum aus nach Norden und Süden. Eine Verlängerung der RB40 Richtung Wuppertal, notfalls mit Umdeklarierung als S-Bahn, wäre das eine, vielleicht aber auch eine Verlängerung der S3. Ebenso fehlt es im Norden. Vorgesehen war die U35, die eine S-Bahn vielleicht ersetzen könnte, wenn sie denn endlich gebaut würde. Ebenso wäre wünschenswert eine direkte Nahverkehrsverbindung von Bochum nach Münster, vermutlich über Dortmund und sogar Hamm, die aber eher eine stündliche Verbindung statt einer S-Bahn sein sollte. Vorgesehen ist solche eine Verbindung im Rahmen des RRX-Projektes.

Geschrieben von: 612 hocker am 25 May 2008, 19:12
QUOTE
Die S-Bahn kann aber nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme sein. Auf manchen Strecken wäre sie schlichtweg zu langsam.
Wie wäre es mit ein paar zusätzlichen REs. Wie z.B. Wesel - Oberhausen - Essen - Velbert - Wuppertal.
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Du hast da eine S-Bahn-Linie Geilenkirchen-Recklinghausen erwähnt. Das entspräche zu einem Gutteil den beiden Ästen der heutigen RB33, die mit Fahrzeugen verkehrt, die anderswo als S-Bahnen unterwegs sind.
Vorallem sollte man nicht vergessen, dass Herten durch meine Variante einen SPNV Anschluss bekommt und die RB 44 zur S Bahn aufgewährtet wird.
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Im berühmten „Zielnetz 2015“ gibt es da ja die S21, die von Mönchengladbach nach Kamen fahren sollte und für die die RB33 S-Bahn-Vorlaufverkehr fährt.
Wir könnten es auch so machen. laugh.gif
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QUOTE
Der Ast nach Wesel würde wohl mit der RB37 zu einer S20 vereinigt, aber was wäre mit der Strecke Mönchengladbach-Aachen?
Da baut der AVV seine eigene S Bahn unter dem Namen Euregiobahn. wink.gif

Geschrieben von: ruhri am 25 May 2008, 22:32
QUOTE (612 hocker @ 25 May 2008, 20:12)
Wie wäre es mit ein paar zusätzlichen REs. Wie z.B. Wesel - Oberhausen - Essen - Velbert - Wuppertal.

Von mir aus auch eine stinknormale Regionalbahn, von mir aus auch weiter nach Hagen-Witten-Bochum-Herne-Recklinghausen! smile.gif

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Vorallem sollte man nicht vergessen, dass Herten durch meine Variante einen SPNV Anschluss bekommt und die RB 44 zur S Bahn aufgewährtet wird.

Herten ist wohl auch so ein trauriges Kapitel. Noch nicht einmal zur U21 oder einer entsprechenden Straßenbahn hat es gereicht. Wir können aber vermutlich selbst im Ruhrgebiet und am Rande desselben nicht jede einzelne Regionalbahn zur S-Bahn umdeklarieren, zumal die Taktrate dann zwar steigen müsste, die Reisedauer in den meisten Fällen aber eben leider auch.

QUOTE
Da baut der AVV seine eigene S Bahn unter dem Namen Euregiobahn.  wink.gif

Ob das eine echte S-Bahn mit mindestens einem 20-Minuten-Takt werden wird, bleibt abzuwarten. Eine von den Linien soll wohl mit den bereits heute auf der RB20 eingesetzten TALENTen als Quasi-Straßenbahn in die Aachener Innenstadt fahren. Aber was hilft es, wenn bis Mönchengladbach eine S-Bahn verkehrt und der Lückenschluss zum Schienenverkehr im künftigen AVV-Musterländle verpasst wird?

Geschrieben von: Tequila am 26 May 2008, 04:33
QUOTE (ruhri @ 25 May 2008, 23:32)
Herten ist wohl auch so ein trauriges Kapitel. Noch nicht einmal zur U21 oder einer entsprechenden Straßenbahn hat es gereicht. Wir können aber vermutlich selbst im Ruhrgebiet und am Rande desselben nicht jede einzelne Regionalbahn zur S-Bahn umdeklarieren, zumal die Taktrate dann zwar steigen müsste, die Reisedauer in den meisten Fällen aber eben leider auch.

S-Bahn ist kein Garant für einen 20-Minuten-Takt (siehe Haltern, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Düren, Au).

QUOTE
Ob das eine echte S-Bahn mit mindestens einem 20-Minuten-Takt werden wird, bleibt abzuwarten. Eine von den Linien soll wohl mit den bereits heute auf der RB20 eingesetzten TALENTen als Quasi-Straßenbahn in die Aachener Innenstadt fahren. Aber was hilft es, wenn bis Mönchengladbach eine S-Bahn verkehrt und der Lückenschluss zum Schienenverkehr im künftigen AVV-Musterländle verpasst wird?
Nunja, eher nicht. Der Grundtakt ist derzeit 60 Minuten, wobei zwischen Herzogenrath und Stolberg Altstadt/Eschweiler-Weisweiler zum 30-Minuten-Takt überlagert wird.
Es ist ja noch eine Linie über Lindern (Kopfmachen) nach Heinsberg geplant. Damit würde die Lücke um zig Kilometer verringert. Ich könnte mir vorstellen, daß man die Linien dann ab Herzogenrath so verschiebt, daß auf der Stammstrecke Herzogenrath - Aachen - Stolberg Hbf durch Linienbündelung ein 20-Minuten-Takt entsteht.

Wenns ganz dumm kommt (die geplante S21 ist ja bis Mönchengladbach-Wickrath geplant, wobei ich dann aber gleich bis Erkelenz fahren würde), fährt zwischen Wickrath und Lindern dann nur noch der RE 4. Dieses Modell hat man bereits heute auf der KBS 380 (Hannover - Bremen). Zwischen Hannover und Nienburg bedient die hannoversche S2 alle Stationen und zwischen Verden und Bremen die zukünftige (ab 2011) bremische S1. Zwischen Nienburg und Verden fährt nur der RE mit Halt auf allen Stationen.

Geschrieben von: 612 hocker am 26 May 2008, 17:14
QUOTE
Wenns ganz dumm kommt (die geplante S21 ist ja bis Mönchengladbach-Wickrath geplant, wobei ich dann aber gleich bis Erkelenz fahren würde), fährt zwischen Wickrath und Lindern dann nur noch der RE 4. Dieses Modell hat man bereits heute auf der KBS 380 (Hannover - Bremen).
Wobei aber der VRR immer davon spricht die Linie RE 4 optimieren zu wollen und keiner weiß was damit gemeint ist. Vielleicht ein 30 Minuten Takt zwischen Düsseldorf und Aachen.
QUOTE
Zwischen Hannover und Nienburg bedient die hannoversche S2 alle Stationen und zwischen Verden und Bremen die zukünftige (ab 2011) bremische S1. Zwischen Nienburg und Verden fährt nur der RE mit Halt auf allen Stationen.
Wenn die Übergänge nur 5 Minuten wären könnte man dass ja noch akzeptieren aber in Verden sind es 20 Minuten und in Nienburg 10 Minuten und die RB Minden - Rothenburg fährt auch nur noch am Wochenende.

Geschrieben von: ruhri am 26 May 2008, 19:25
Tja, so eine Lücke sollte wirklich nicht neu generiert werden, denn das wäre die Rückkehr des Kirchturmdenkens und somit eine völlig unnötige Grenzziehung.

Geschrieben von: Autobahn am 26 May 2008, 19:45
Die Planspiele über mögliche, gewünschte oder notwendige S-Bahn Linien mögen ja alle irgendwo berechtigt sein. Aber das ist in meinen Augen erst der zweite oder dritte Schritt. Die mangelnde Akzeptanz des S-Bahn Verkehrs bei der Bevölkerungin in der Rhein-Ruhr Region liegt doch in erster Linie an der mangelnden Qualität und den zu langen Reisezeiten durch schlechte Anschlussverbindungen. Wenn alle S-Bahnen die Qualität der Regiobahn (S28) aufweisen würden und alle Bahnhöfe so sauber wären, wie die der Regiobahn gehöhrenden, wäre der erste Schritt getan.

Geschrieben von: 612 hocker am 26 May 2008, 21:19
QUOTE
Die Planspiele über mögliche, gewünschte oder notwendige S-Bahn Linien mögen ja alle irgendwo berechtigt sein. Aber das ist in meinen Augen erst der zweite oder dritte Schritt. Die mangelnde Akzeptanz des S-Bahn Verkehrs bei der Bevölkerungin in der Rhein-Ruhr Region liegt doch in erster Linie an der mangelnden Qualität und den zu langen Reisezeiten durch schlechte Anschlussverbindungen. Wenn alle S-Bahnen die Qualität der Regiobahn (S28) aufweisen würden und alle Bahnhöfe so sauber wären, wie die der Regiobahn gehöhrenden, wäre der erste Schritt getan.
Aber welche Möglichkeiten hat der VRR überhaupt den jetztigen Zustand zu ändern? Einen Betreiberwechsel kann (und will) der VRR nicht vollziehen. Die Stationen sind in der Hand von DB Station & Dingsbums, Service kann man das doch nicht nenen, die ein Heiden Geld für die Bedienung bekommt. Diese kann auch keiner in die Schranken weisen. Die Bundesnetzagentur ändert an diesem Sachverhalt schon seit Jahren nichts. Ich weiß jetzt nicht die genaue Zahl aber DB Station & Dingsbums macht im Jahr einen 2-3 stelligen Millionen Umsatz. Warum wird da so gut wie nichts von investiert?

@Nigthwish oder wer das war: Die x-Wagen Garnitur mit der Nachtexpressbeklebung hat jetzt zwei Grafittis. Die Bilder sind aus dem siffigen Fenster des RE 5 leider nichts geworden.

Geschrieben von: Autobahn am 27 May 2008, 17:41
QUOTE (612 hocker @ 26 May 2008, 22:19)
Aber welche Möglichkeiten hat der VRR überhaupt den jetztigen Zustand zu ändern? Einen Betreiberwechsel kann (und will) der VRR nicht vollziehen. Die Stationen sind in der Hand von DB Station & Dingsbums, Service kann man das doch nicht nenen, die ein Heiden Geld für die Bedienung bekommt. Diese kann auch keiner in die Schranken weisen. Die Bundesnetzagentur ändert an diesem Sachverhalt schon seit Jahren nichts. Ich weiß jetzt nicht die genaue Zahl aber DB Station & Dingsbums macht im Jahr einen 2-3 stelligen Millionen Umsatz. Warum wird da so gut wie nichts von investiert?

@Nigthwish oder wer das war: Die x-Wagen Garnitur mit der Nachtexpressbeklebung hat jetzt zwei Grafittis. Die Bilder sind aus dem siffigen Fenster des RE 5 leider nichts geworden.

Leider gilt der Verkehrsvertrag für das S-Bahn Netz noch bis 2018, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Die Möglichkeiten für eine vorzeitige Kündigung seitens des VRR dürften ziemlich beschränkt sein und die Netzagentur hat hier noch weniger Möglichkeiten.

Passend zu meinem gestrigen Beitrag erschien heute in der Printausgabe der Rheinischen Post ein Bericht zur S28.

QUOTE (In der Rheinischen Post heist es: @ ,)
"Jedes Mal, wenn es um die Qalität der S-Bahnen in Düsseldorf und dem Kreis Mettmann geht, hagelt es Kritik für die von der Deutschen Bahn betriebenen Linien. Die Züge sind oft verspätet, mitunter fallen sie komplett aus, sind alt und verdreckt. ......."


Als die Deutsche Bahn die Strecke im Jahre 1999 einstellte, nutzten nur noch 500 Kunden täglich die Strecke von Mettmann nach Düsseldorf. Das ist wahrlich nicht kostendeckend. Aber bereits nach einem Jahr Regiobahn waren es 5200 (!) Fahrgäste, heute sind es 18600 täglich. Davon 80% Stammgäste, wie ein Sprecher der Regiobahn erklärte.

Um es mit Larry Laffers Worten auszudrücken, die Regiobahn hat nicht einen Wasserkopf, wie die DB. Ganze 15 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, davon fünf Fahrdienstleiter. Bei der Rheinisch Bergischen Eisenbahngesellschaft, die im Auftrag der Regiobahn das Fahr- und Werkstattpersonal stellt, sind es 36.


Geschrieben von: ruhri am 27 May 2008, 18:42
QUOTE (Autobahn @ 27 May 2008, 18:41)
Leider gilt der Verkehrsvertrag für das S-Bahn Netz noch bis 2018, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Die Möglichkeiten für eine vorzeitige Kündigung seitens des VRR dürften ziemlich beschränkt sein und die Netzagentur hat hier noch weniger Möglichkeiten.

So habe ich das auch verstanden - die S-Bahnen laufen erst per Fahrplanwechsel 2018 im Ausschreibungsverfahren. Die DB Regio NRW hat noch ein paar zusätzliche Jahre wegen Zusatzleistungen ausgehandelt.

QUOTE
Als die Deutsche Bahn die Strecke im Jahre 1999 einstellte, nutzten nur noch 500 Kunden täglich die Strecke von Mettmann nach Düsseldorf. Das ist wahrlich nicht kostendeckend. Aber bereits nach einem Jahr Regiobahn waren es 5200 (!) Fahrgäste, heute sind es 18600 täglich. Davon 80% Stammgäste, wie ein Sprecher der Regiobahn erklärte.

Um es mit Larry Laffers Worten auszudrücken, die Regiobahn hat nicht einen Wasserkopf, wie die DB. Ganze 15 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, davon fünf Fahrdienstleiter. Bei der Rheinisch Bergischen Eisenbahngesellschaft, die im Auftrag der Regiobahn das Fahr- und Werkstattpersonal stellt, sind es 36.

Tja, darauf muss sich die Deutsche Bahn mit all ihren Unternehmen so langsam, aber sicher mal einstellen.

Übrigens: Bei Drehscheibe Online hat vor kurzem mal jemand Arriva und Veolia zu den seriösen Privatbahnen gezählt, Abellio Rail dagegen zu den definitiv unseriösen. Fragt mich aber nicht, wie er darauf kommt!

Geschrieben von: 612 hocker am 27 May 2008, 18:59
QUOTE
Übrigens: Bei Drehscheibe Online hat vor kurzem mal jemand Arriva und Veolia zu den seriösen Privatbahnen gezählt, Abellio Rail dagegen zu den definitiv unseriösen. Fragt mich aber nicht, wie er darauf kommt!
Das hat seine Gründe. Gegen Abellio hab ich nichts, die haben mich bisher immer zuverlässig zum Ziel gebracht. Aber die Mitarbeiter find ich teilweise nicht seriös, weil einige mit Migrationshintergrund dabei sind, die kaum die deutsche Sprache beherrschen. Letztens wollte einer in Hagen erklären dass die Zugteile getrennt werden und sagte per Lautsprecherdurchsage: "vorne Siegen, hinten Iserlohn". Mit dieser Information könnte ich als Laie nichts anfangen. Wenn man hingegen sich die NWB anschaut. Dort wird man teilweise durch die Mitarbeiter begrüßt, wenn z.B. die RE 82 in Altenbeken wendet.

Geschrieben von: Autobahn am 27 May 2008, 19:47
QUOTE (612 hocker @ 27 May 2008, 19:59)
Aber die Mitarbeiter find ich teilweise nicht seriös, weil einige mit Migrationshintergrund dabei sind, die kaum die deutsche Sprache beherrschen. Letztens wollte einer in Hagen erklären dass die Zugteile getrennt werden und sagte per Lautsprecherdurchsage: "vorne Siegen, hinten Iserlohn". Mit dieser Information könnte ich als Laie nichts anfangen.

An "vorderster Front" sollten die Mitarbeiter schon über gute Sprachkenntnisse verfügen. Aber das heißt nicht, dass der Mitarbeiter unseriös ist, nur weil er einen Migrationshintergrund hat. Davon abgesehen, es gibt auch genügend Deutsche, die nicht über eine umfassende Ausdrucksfähigkeit verfügen und solche Sätze über den Lautsprecher abgeben würden. Viele Menschen, auch solche mit besserer Bildung haben eine Scheu, in ein Mikrofon oder vor Publikum zu sprechen. Ich erinnere mich auch an einen deutschen Gemüsehändler, der (ca. 1960) in einer Zeitungswerbung (wörtlich) angeben wollte: "Haltestelle direkt vor Tür". Und dieser Mann war wahrlich nicht unseriös, ihm fehlte einfach nur Ausdrucksfähigkeit.

Geschrieben von: 612 hocker am 27 May 2008, 20:11
Ich würde diesen Sachverhalt auch nicht gerade unter dem Begriff seriös werten. Als unseriös würde ich ein Unternehmen bezeichnen, dass mich aufs Ohr haut (z.B.Telekom mad.gif ) oder für seine schlechten Dienstleistungen bekannt ist. Dazu würde ich Abellio bestimmt nicht zählen. Aber das Wohlbefinden als Kunde zwischen den Unternehmen ist schon ein anderes.

Geschrieben von: ruhri am 1 Jun 2008, 22:44
Jürgen Großmann, amtierender RWE-Boss, hat in einem WAZ-Interview gerade darüber sinniert, dass das Ruhrgebiet sich nicht als Stadt bzw. Metropole wahrnehmen würde und im übrigen die einzige Metropole sei, die schrumpfte. Seiner Meinung war die Gemeindereform aus den 20er Jahren jene Entscheidung, die das Ruhrgebiet bislang am meisten nach vorne gebracht hätte und er bedauert es, dass sich in der Richtung seit den 70er Jahren nichts mehr getan habe.

Was hat das nun mit Nahverkehr zu tun? Nun, in einer großen Ruhrstadt müsste dieser komplett neu überdacht werden und dieses Mal würde es nur von einer Perspektive aus geschehen, jener nämlich der neuen größeren Stadtregierung. Aber egal, ob es die ganz große Lösung (logischerweise mit Düsseldorf!) werden würde oder nur eine kleine, bei der etwa Düsseldorf und die vier großen von der Ruhr (Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund) sich ihre kleineren Nachbarn einverleibten, es würde bei der Bevölkerung der zu schluckenden Städte erheblichen Widerstand geben.

Meine Frage nun: Wäre es das eurer Meinung nach trotzdem den Aufwand wert?

Geschrieben von: josuav am 2 Jun 2008, 06:28
Alle Staedte zusammenhauen? Was wuerde das bringen?

Ich meine, man muesste fuer die Bahn in NRW mindesten genauso viel Geld raushauen, wie man es mit dem neuen Hbf usw in Berlin gemacht hat. Man braucht neue Bahnhoefe, aus denen man nich nur mit 30 raus- und reinschleichen kann und vor Allem auch einen Ausbau der Strecken.

Es ist sicher kein Zufall, dass die Menschen im Ruhrgebiet am wenigsten und die in Berlin am meisten Bahn fahren.

Geschrieben von: bobo am 2 Jun 2008, 07:02
Was die sog. "Metropole" Ruhrgebiet betrifft, so bin ich der Meinung, dass damit national wie international gesehen keiner etwas mit anfangen kann; da kann die Verpackung noch so gut sein, solange der "Inhalt" schlecht ist.....Nein, ich denke Städte wie Dortmund und Essen, müssten gepuscht werden, damit meine ich vor allem die Namen der Städte müssten besser vermarktet werden. Davon würde dann letzendlich auch das gesamte Ruhrgebiet partipizieren.

Was den Bahnverkehr betrifft: Hier sollte man NRW als Ganzes betrachten, dazu gehört die Abschaffung der Verkehrsverbünde, die übergeordnete/konzeptionelle Planung sollte stärker beim Land bzw. Bund liegen.

Geschrieben von: Boris Merath am 2 Jun 2008, 12:20
QUOTE (josuav @ 2 Jun 2008, 07:28)
Man braucht neue Bahnhoefe, aus denen man nich nur mit 30 raus- und reinschleichen kann

Das dürfte aber in den meisten Fällen nicht nur am Geld sondern auch am Platz scheitern - schnellere Weichen kosten auch deutlich mehr Geld.

Geschrieben von: josuav am 2 Jun 2008, 14:37
Dafuer muesst man Tunnel bauen: Koeln raus Richtung Duisburg mit Tunnel, dann ein Tunnel ab Duisburg und Tunnelbahnhoefe fuer Essen, Bochum und Dortmund. Ab dort SFS nach Hannover und Bremen.
Zusaetzlich ein Ausbau/Neubau der Strecke Koeln - Wuppertal - Dortmund mit Abzweig von der Strecke Koeln Duesseldorf.

Geschrieben von: Boris Merath am 2 Jun 2008, 14:51
QUOTE (josuav @ 2 Jun 2008, 15:37)
Dafuer muesst man Tunnel bauen: Koeln raus Richtung Duisburg mit Tunnel, dann ein Tunnel ab Duisburg und Tunnelbahnhoefe fuer Essen, Bochum und Dortmund. Ab dort SFS nach Hannover und Bremen.
Zusaetzlich ein Ausbau/Neubau der Strecke Koeln - Wuppertal - Dortmund mit Abzweig von der Strecke Koeln Duesseldorf.

Hast mal ein paar dutzend Milliarden da um das zu finanzieren? :-)

Geschrieben von: 612 hocker am 2 Jun 2008, 14:55
Erstmal ist eine Erweiterung der S-Bahn und die Aufstockung der Kapazitäten auf den bisherigen Linien wichtig. Im Zuge der Einführung des ET 422 könnte man mal über 5 X-Wagen auf den Hauptlinien nachdenken. Die S1, S6 und S8 platzen in der HVZ jetzt schon aus allen Nähten. Dann kann man sich mal über neue Milliarden Gräber unterhalten

Geschrieben von: josuav am 2 Jun 2008, 17:09
QUOTE (Boris Merath @ 2 Jun 2008, 15:51)
QUOTE (josuav @ 2 Jun 2008, 15:37)
Dafuer muesst man Tunnel bauen: Koeln raus Richtung Duisburg mit Tunnel, dann ein Tunnel ab Duisburg und Tunnelbahnhoefe fuer Essen, Bochum und Dortmund. Ab dort SFS nach Hannover und Bremen.
Zusaetzlich ein Ausbau/Neubau der Strecke Koeln - Wuppertal - Dortmund mit Abzweig von der Strecke Koeln  Duesseldorf.

Hast mal ein paar dutzend Milliarden da um das zu finanzieren? :-)

Ich glaub wenn man 10 Mrd fuer Berlin gebraucht hat, muessten hier vllt 6 reichen.

Geschrieben von: ruhri am 2 Jun 2008, 19:14
Nun ja, den Schienen-Personennahverkehr kann man sicherlich auch verbessern ohne auch nur die kleinste Gemeindereform durchzuführen. Man müsste das Thema nur mal endlich angehen (Stichworte: S-Bahn-Netz 2015 und Rhein-Ruhr-Express). Wenn man da zu Tunneln greifen würden, würde man eher 16 oder 20 Mrd. ausgeben als 10 - schließlich ist Berlin mit dem Ruhrgebiet nicht zu vergleichen. Ich glaube aber irgendwie nicht, dass wir hierzulande großartig Tunnel bauen werden. Sie sind vermutlich weder zu finanzieren noch überhaupt notwendig.

Ich dachte aber eher an den ÖPNV auf Basis von U-, Stadt- oder Straßenbahnen bzw. Omnibussen.

Geschrieben von: Autobahn am 2 Jun 2008, 23:47
QUOTE (ruhri @ 2 Jun 2008, 20:14)
Ich dachte aber eher an den ÖPNV auf Basis von U-, Stadt- oder Straßenbahnen bzw. Omnibussen.

Der regionale Bus- und Straßenbahnverkehr ist vergleichsweise gut aufgestellt und die örtlichen Verkehrsbetriebe leisten gute Arbeit. Aber jenseits des Kirchturms hört es auf. Obwohl das S-Bahnnetz Rhein-Ruhr über eine große Dichte von Haltepunkten verfügt, ist die Leistung recht mager.

Eine grobe Übersicht über das Netz:

http://farm4.static.flickr.com/3189/2546621962_fdeaa029ae_o.jpg


Geschrieben von: ruhri am 3 Jun 2008, 19:28
Mein Reden! biggrin.gif

Natürlich fallen einen dann noch ein paar Beispiele ein, wo es auch innerhalb der Städte nicht so toll läuft, aber insgesamt ist es o.k.

Und dann geschieht wieder so etwas wie gerade in Hattingen, wo externe Verkehrsplaner aus Kassel die Idee entworfen haben, die 308 Samstags nur noch im 15-Minuten-Takt fahren zu lassen. Arbeiten diese Planer denn nun auch noch für Bochum? Haben die überhaupt Ahnung vom Straßenbahnverkehr? mad.gif

Geschrieben von: Tequila am 3 Jun 2008, 21:53
In Kassel wird bei der Straßenbahn auch in der Normalverkehrszeit im 15-Minuten-Takt gefahren, vielleicht färbt das ab...

Geschrieben von: ruhri am 3 Jun 2008, 22:47
Das dürfte es erklären! wink.gif

Ich mag es aber immer noch nicht glauben, dass Bochum sich von Hattingen einen 15-Minuten-Takt am Samstag aufdiktieren lassen wird, und auch nicht, dass Bochum von sich aus einen anstrebt. Der aktuelle 5/5/10-Minuten-Takt erscheint mir doch jetzt schon zu knapp - alle 5 Minuten eine Bahn wäre meines Erachtens angemessener. Und da sollen demnächst womöglich sechs Bahnen anstelle von neun pro Stunde reichen?

Aber das wäre mal wieder das Ruhrgebiet, wie wir es nicht sehen wollen! sad.gif

Geschrieben von: gmg am 13 Mar 2019, 22:37
Wenn ihr euch mal den ersten Beitrag in der aktuellen https://www.zdf.de/politik/frontal-21 anseht, da geht es darum, wie die Städte im Ruhrgebiet nicht an einem Strang ziehen und dadurch der ÖPNV ziemlich schlecht funktionieren soll. Ich fand es ganz interessant.

Geschrieben von: Entenfang am 14 Mar 2019, 00:13
Ja, ziemlich typische Kleinstaaterei, Kirchturmpolitik und Postengeschacher.

Das einzige, was mir bisschen sauer aufstößt, ist der Hinweis, dass der ÖPNV ja so schrecklich defizitär wäre und der Steuerzahler mindestens ein Drittel zuschießen müsse - welchen Kostendeckungsgrad haben denn die ganzen Straßen? dry.gif

Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Mar 2019, 03:37
Im SPNV ist doch genau das gewünscht. Viele Farben, viele Fahrzeugmodelle, viele Gesellschaften, 1,5 Stunden an der Landesgrenze warten, das macht doch alles besser und billiger, als wenn's eine große Einheitsbahn gäbe? Komisch, warum ist das jetzt plötzlich bei zusammenhängenden Stadtverkehren im VRR schlecht? ph34r.gif

Der defizitäre Betrieb ist in dem Zusammenhang ja nicht als Fehler des Produkts beschrieben worden, sondern es wird die Frage gestellt, warum Manager, die so gut wie kein wirtschaftliches Risiko gehen müssen, "marktgerecht" bezahlt werden. Ohne das inhaltlich zu werten, fragen kann man durchaus mal. Schließlich gibt's in Stadtverwaltungen durchaus vergleichbare Aufgaben, z.B. die Leitung eines größeren Amts, die, denke ich, nicht so üppig bezahlt werden, oder?

Geschrieben von: Bayernlover am 14 Mar 2019, 05:20
Ja bitte, bezahlt solche Manager noch schlechter, damit man dann nur noch so Hobby-Pofallas da sitzen hat. Das hilft dem ÖPNV sicher!

Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Mar 2019, 06:04
QUOTE (Bayernlover @ 14 Mar 2019, 06:20)
Ja bitte, bezahlt solche Manager noch schlechter, damit man dann nur noch so Hobby-Pofallas da sitzen hat. Das hilft dem ÖPNV sicher!

Wie gesagt, in der überwiegenden Kommunalverwaltung sitzen auch keine, mal ganz neutral gesprochen, Konzernlenker, sondern Leute, die Kommunalverwaltung können. Und ein öffentlicher Verkehrsbetrieb ist eigentlich auch näher an sowas wie der Friedhofsverwaltung als an Google oder VW, oder? Im Gegenteil, gerade auf der städtischen Ebene sind solche überdurchschnittlich bezahlten Jobs u.a. bei "privatisierten" Verkehrsbetrieben erst der Grund, warum man dort "die Pofallas" findet. Wären diese Jobs normal bezahlt, wären solche "Pöstchen" zur Ablage von verdienten Altpolitikerspezln ja gar nicht interessant und man hätte kein Problem damit eine ganze Reihe dieser Jobs abzuschaffen und meinetwegen durch ein einziges von mir aus "marktüblich" bezahltes Management für's ganze Ruhrgebiet zu ersetzen. Das ist ja grad der Witz an der Geschichte und wurde im Film übrigens auch erwähnt. rolleyes.gif

Geschrieben von: 146225 am 14 Mar 2019, 06:22
Die 0815-Einheitskommune, geeignet für Amtslösung X gibt es eben auch in NRW nicht - und meistens sind leider auch kommunalpolitische Eitelkeiten noch größer als die Vernunft.

Geschrieben von: Bayernlover am 14 Mar 2019, 07:46
Je mehr Geld ein Chef verdient, desto schlechter - dieser Logik kann ich nicht folgen.

Geschrieben von: Elch am 14 Mar 2019, 07:52
QUOTE (Rohrbacher @ 14 Mar 2019, 07:04)
...oder VW, oder? ...

Lass Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass speziell VWs Planwirtschaft wohl jede Kommunalverwaltung locker in den Schatten stellt.

Geschrieben von: rautatie am 14 Mar 2019, 12:34
Mir ist bei meinen Reisen ins Ruhrgebiet auch aufgefallen, dass der öffentliche Nahverkehr vergleichsweise schlecht ist, im Vergleich zur Größe und Besiedelungsdichte der Region. Die Netze sind halt recht dezentral organisiert, es gibt oft nur einen dünnen Takt und kleine Fahrzeuge. Mir scheint, dass man in einigen Städten zwar mal vor Jahrzehnten recht engagiert mit dem Ausbau des Nahverkehrs begonnen hat, aber die Pläne sind dann nicht oder nur zum Teil weitergeführt worden. Einigermaßen zuverlässig nutzbar scheint mir hauptsächlich das Bahn- und S-Bahnsystem zu sein, mit dem man aber natürlich nicht überall hinkommt. Aber dieses uneinheitlich wirkende Konglomerat aus einigen vergleichsweise wenigen Stadt- und Straßenbahnen, zum Teil städteübergreifend, aber mit sehr dünner Taktung wirkt auf mich zum Teil eher provisorisch.

Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Mar 2019, 15:01
QUOTE (Bayernlover @ 14 Mar 2019, 08:46)
Je mehr Geld ein Chef verdient, desto schlechter - dieser Logik kann ich nicht folgen.

Diese Logik hat niemand aufgestellt, du Troll.

Geschrieben von: Bayernlover am 14 Mar 2019, 18:27
Doch, du. Weil die Posten so gut bezahlt sind, kann man unfahige Politiker dorthin setzen. Also angeblich.

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