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[CZ] Ein Jahrhundertsommer in Mähren, ...wenn sogar der T6 vor Hitze stöhnt... [Zur Themenübersicht]
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  Geschrieben am: 21 Apr 2019, 11:39


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Zurück im etwas heruntergekommenen Viertel bei Jugoslávská
1595+1564
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1622+1623
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Weiter geht´s mit der 4.
1721
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1714 an der Ersatzhaltestelle Trávníckova
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Die Strecke führt am Btf Husovice vorbei, in welchem früher auch Trambahnen, heute nur noch Obusse beheimatet sind.
Wie auf einigen weiteren Strecken fahren die beiden Elektrischen hier parallel – für den Obus ist es aber nur eine Betriebsstrecke für Aus- und Einrücker.
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Ein kleiner Spaziergang in Husovice führt mich nicht nur zu dieser Kirche…
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…und diesem Brunnen…
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…sondern auch in eine winzige Cukrárna, in welcher es ein Stück Torte zum unschlagbaren Preis von 37 Kronen gibt.
Nicht weit ist es nun bis zur provisorischen Endstelle der Linie 4.
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Wobei – vielleicht ist provisorisch das falsche Wort. Aufgrund von Brückenschäden besteht das Provisorium bereits über 1 Jahr.

Weiter geht´s im Obus, der einer Sauna gleicht. Die Strecke führt an verfallenen Bruchbuden mit eingeschlagenen Fenstern vorbei, in denen Zigeuner wohnen. Fotostop am Akátky-Park, welcher durch die Dürre bunt gefärbt ist.
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  Geschrieben am: 21 Apr 2019, 11:40


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Der bunte Wagenpark umfasst auch einige 25Tr, hier am Pálavské námestí.
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Nett finde ich den tschechischen Begriff für Betriebshaltestelle.
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Nur noch zwei 15Tr sind im Einsatz, 3506 kann in Vinohrady an der Haltestelle Cejkovická erlegt werden.
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Kurios finde ich die Türanordnung der 22Tr-Fahrzeuge.
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3620 und 3602 an der Endhaltestelle Novolíšenská
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Wie an allen größeren Umsteigepunkten hilft ein Umgebungsplan beim Auffinden der richtigen Halteposition. Die eingezeichnete Tram fährt leider dank Baustelle im SEV.
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Daher geht es mit dem Bus weiter und die nächsten 10 Minuten sind die angenehmsten des ganzen Tages, denn der Iveco hat eine Klimaanlage.

Buntes Treiben in Stará osada
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Allmählich denke ich an die Rückkehr ins Wohnheim, doch aus dem Fenster erblicke ich ein Motiv perfekt im Licht und der nächste Kurs müsste ein T3 sein. Also schnell aussteigen und zurücklaufen.

Ich nähere mich der Fotostelle, da taucht auch schon der Tatrawagen auf. Ich lasse alles fallen und zerre die Kamera aus dem Rucksack. Muss wohl für Außenstehende sehr lustig aussehen…
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Kaum habe ich das Bild im Kasten, bremst der Fahrer ab. Ob er wohl der erste ist, der sich beschwert? Von wegen. Er greift zu seinem Handy, und fotografiert mich. Na dann, viele Grüße…

Und weil das Motiv so schön ist, nochmal mit KT8:
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Dass es sich hier nicht um das vornehmste Viertel handelt, ist kaum zu übersehen. Viele Häuser sind mehr oder weniger stark verfallen und übergewichtige Zigeuner prägen das Straßenbild. Bei dem Essensangebot ist es wohl auch schwierig, nicht fett zu werden. Diverse Fastfoodläden wechseln sich mit Tante-Emma-Läden und Nachtclubs ab. Die Mülleimer quellen angesichts der ganzen To-go-Verpackungen über und der Wind verteilt den Müll über den Gehweg.

Ich sammle Stativ, Essen und meinen Mitbewohner ein, um die letzte Gelegenheit zur Brotzeit auf Špilberk zu nutzen. Es wird wieder ein sehr angenehmer Abend – wäre es doch tagsüber auch so…
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Ich gebe zu, die Tram ist nicht ganz zufällig im Bild platziert wink.gif
    
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  Geschrieben am: 21 Apr 2019, 11:40


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Als ich das schon 3 Tage alte und inzwischen ziemlich harte Brot aufschneide, staunt er nicht schlecht. Ob ich jetzt ernsthaft vorhätte, das zu essen?
Warum denn nicht? Ja, ich weiß, ihr Chinesen wollt alles labbrig haben…
Ob er meinen Schneidevorgang filmen dürfe?
Ja, klar…
Er zieht es dann vor, ungetoastetes Toastbrot statt meinem „German bread, hard as stone“ zu essen. biggrin.gif


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  Geschrieben am: 22 Apr 2019, 13:04


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Tag 21

Ich nutze das frühe Unterrichtsende, um die Netzbefahrung abzuschließen. Es fehlen noch die Obuslinien 38 und 39, welche das Masaryk-Viertel erschließen. Es wird auch Beamtenviertel genannt und gehört zu den teuersten Wohnlagen Brnos. Es ist ziemlich ruhig, denn es gibt dort keinen Durchgangsverkehr, weil das Viertel im Westen durch einen steilen Abhang begrenzt wird, über den keine Straßen führen. Mit dem Obus dauert es nur 10 min. bis in die Innenstadt. Auf dem stärker nachgefragten nördlichen Ast überlagern sich die Linien 35 und 39 tagsüber zum Takt 7/8, am Wochenende Takt 20. An diesem Vormittag habe ich fast das Gefühl, hier fahren mehr Obusse als Autos…

Ein 21Tr in der Wendeschleife Barvicova…
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…und ein paar Meter weiter.
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Umweltverbund vom Feinsten, im Hintergrund hat ein Radiosender seinen Sitz.
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3043 verlässt Soukopova
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Sprung auf den südlichen Ast, welcher nur durch die Linie 38 im Takt 15 (Wochenende Takt 20) bedient wird.
3039 in der malerischen Endstation Preslova
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Der nächste Kurs ist ein 14Tr.
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Der hat wenigstens ordentliche Fenster...
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Die Linien 35 und 38 sind an der Verzweigungsstelle Vankovo námestí miteinander verknüpft, sodass auch vom südlichen Ast eine schnelle Verbindung zum Verkehrsknoten am Mendlovo námestí besteht.

Kaum hat der einzige Umsteiger den 35er betreten, schließen sich die Türen. Hinter uns hält noch ein SEV X4, doch der Umsteiger von dort schafft es nicht mehr zum 35er und beschwert sich darüber beim Fahrer des 38er.
Mangels Überholmöglichkeit am Komenského námestí werden die Linien 35 und 39 stets als Linienwechsler betrieben.
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Die zahlreichen, schön sanierten Altbauten ziehen immer wieder meine Blicke an.
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  Geschrieben am: 22 Apr 2019, 13:05


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Aufgrund der Hitze beende ich meine Fototour und begebe mich zum Mittagessen. Ich nehme Quarkknödel mit Heidelbeeren.
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Nachmittags steht dann noch eine kurze Einkaufstour an. Diese Buchhandlung ist schon der Hammer…
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Und klimatisiert ist sie auch noch!

In der Mensa gibt es ein Abschiedsabendessen. Fast alle wirken von der Hitze und den kurzen Nächten total erschöpft.

Und das Bild des Abends:
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Nein, das sind keine Betriebsstörungen. Die Warnhinweise deuten darauf hin, dass es sich um Bedarfshaltestellen handelt.


Tag 22 Brno -> München

Gerne hätte ich für die Rückfahrt eine Route via Znojmo gewählt, doch das hat zwei Haken. Erstens, es sind dafür keine CD-Sparpreise bis Salzburg buchbar und zweitens wären nicht klimatisierte Züge dabei gewesen. Angesichts der großen Pralinenschachtel in meinem Koffer und der unveränderten Temperaturen will ich das nicht riskieren und nehme wieder den direkten Weg via Wien.
Auch andere Umwege wären nicht sinnvoll gegangen, denn es ist einfach überall außer dem direkten Weg SEV.
- Via Budweis – Linz: Gesperrt auf tschechischer Seite.
- Via Pilsen – Regensburg: gesperrt zwischen München und Freising.
- Via Tábor – Nové Údolí (-Passau): Gesperrt zwischen Volary und Cerný Kríž.
- Via Passau – Mühldorf: Gesperrt zwischen Passau und Mühldorf.
- Via Linz – Mühldorf: auch irgendwo gesperrt.
Ich gebe auf…

Bei 3 Minuten Umsteigezeit in Breclav und 6 min. in Wien traue ich mich an keine Zugbindung von Salzburg bis München und kombiniere das First Minute Europe bis Salzburg mit einem Super-Sparpreis Ostbf.-Hbf mit Meridian. Bis zur Abfahrt bleibt noch Zeit für eine kleine Fototour.

Ein paar vertiefte Eindrücke aus dem Zigeunerviertel, das Samstagvormittag ziemlich ausgestorben ist.
1723 an der schwer aussprechbaren Haltestelle Tkalcovská
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Café mit passendem Namen
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So wahnsinnig spektakulär ist das Viertel aber eigentlich nicht, da bin ich aus dem Münchner Bahnhofsviertel viel extremeres gewohnt…

Der KPS-Wagen passiert das Grand Hotel unweit vom Hbf.
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3027 wendet am Hbf
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1720 und 1731 unterqueren die Bahngleise – sicher eines meiner Lieblingsmotive in der Stadt.
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Das Ganze geht auch mit Obus, wo man auf den ersten Blick gar nicht glauben möchte, dass der da überhaupt durchpasst…
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  Geschrieben am: 22 Apr 2019, 13:05


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Sollte jemand mal in Verlegenheit eines Fluges nach Brno kommen – dieser Bus verbindet unübersehbar den Hbf mit dem Flughafen.
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VarioLF-Begegnung am Malinovského námestí
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Es folgt der historische Wagen
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Interessant ist dessen Beleuchtung – es gibt nur diese Lampen:
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Da es sich um einen Zweirichtungswagen handelt, muss daraus ein Schlusslicht werden. Dazu wird eine rote Scheibe davorgeklemmt.
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Die korrekte Bedienung von Knöpfen im tschechischen ÖPNV will gelernt sein.
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Türöffner drücken – Tür geht auf oder Haltewunsch an Bedarfshaltestellen.
Behindertenknopf drücken – Fahrer klappt die Rampe aus.
Rufknopf einmal drücken – auch Haltewunsch.
Zweimal drücken – Ausstieg mit Kinderwagen, verlängerte Türöffnungszeit.
Mehrmals drücken – Notruf

Beim Begutachten des historischen Wagens habe ich die Zeit ein bisschen aus dem Auge verloren und komme erst kurz vor Zugabfahrt am Bahnhof an. Doch allzu sehr beeilen brauche ich mich nicht, denn erwartungsgemäß steht der EC Prag – Budapest schon mit +10 drin. Mit +5 kommt er dann, ich besteige schleunigst den klimatisierten Zug, um der Mittagshitze zu entfliehen. Bis Břeclav haben wir schon wieder +9 auf der Uhr stehen, doch der Anschluss hat – ebenfalls erwartungsgemäß – gewartet. Mit +8 heißt es schließlich "Na shledanou z Ceské republiky" Mein Anschluss in Wien ist zwar weg, doch der RJ eine halbe Stunde später hat deutlich weniger Halte, sodass Salzburg nicht viel später als ursprünglich geplant erreicht. Mehr als die Hälfte der Wartebänke ist mal wieder mit Gepäck blockiert, sodass ich mal wieder um eine Entfernung bitten muss.

Leicht hinter Plan erreiche ich dann Salzburg, wo der RJ geteilt wird. Wenige Minuten später verabschiedet sich auch der zweite Teil mit einer herrlichen Taurusmelodie. Die ZSig stellen einen starken Kontrast zu Brno dar, wo bei Doppelbelegung einfach so weit gefahren wird, wie man lustig ist.

Da wartet auch schon der Meridian, eine Tür ist defekt und ebenso die Klimaanlage in einem Wagenteil. Gleichzeitig läuft dort auch noch die Heizung auf Hochtouren. Fahrgäste beschweren sich deswegen. „Ja, das ist ärgerlich, ich weiß“, meint der Zub, „aber das zu reparieren, ist ja nicht so leicht. Wir müssen dann den ganzen Zug rausnehmen…“ Ein Hoch auf die Triebwagenisierung der Eisenbahn. Und bei einem einzigen Klappfenster im betroffenen Zugteil kann man sich die Temperatur sicher vorstellen, glücklicherweise finde ich noch einen anderen Platz und bete, dass die Klimaanlage in den restlichen Teilen nicht deswegen kapituliert.
„Haben Sie wirklich noch morgen Früh einen Zug um 9:38 Uhr zum Hbf?“

In der S-Bahn quatscht mich ein alter Mann an, der mir gegenübersitzt. „Sind Sie weit gereist?“, und deutet auf meinen Koffer.
Ganz so weit auch wieder nicht.
„Naja, ich bin gestern nach München gekommen, aber den Regenschirm hätte ich nun wirklich nicht gebraucht…“ Er hält einen in der Hand.
Doch, als Sonnenschirm würde der sich ganz gut eignen, schlage ich vor.
Er erzählt, dass er vor seiner Pensionierung dienstlich in der ganzen Welt unterwegs war.
Und welchen Ort fanden Sie am schönsten?
Er denkt ein paar Sekunden nach und nennt dann San Francisco. Tokyo habe ihm als Wohnort dagegen überhaupt nicht gefallen.
Dann muss ich auch schon wieder aussteigen und dank der mit +2 fahrenden S-Bahn sehe ich die Rücklichter meines Busses um die Ecke verschwinden.


Fazit

Der nächste Besuch in Tschechien hat keine besonders neuen Erkenntnisse gebracht. Während der sommerlichen Baustellensaison fahren die Züge schrecklich unpünktlich. Alle spazieren über die Gleise und keinen interessiert´s. Kein einziges Mal wurde ich beim Knipsen angepöbelt.

Der ÖPNV in Brno ist sehr gut organisiert und bietet auf vielen Strecken einen sehr dichten Takt. Ein Vergleich aus der Vorlesung belegt das eindrucksvoll. In der HVZ werden in Leipzig (560.000 EW) 147 Straßenbahnen und 87 Busse eingesetzt. In Brno (378.000 EW) sind es 221 Straßenbahnen, 101 Obusse und 230 Busse.
Potenzial nach oben sehe ich vor allem beim Nachtverkehr, wo die Nachfrage in den Wochenendnächten sicher auch einen Viertelstundentakt rechtfertigen würde – sind doch die Busse immer rappelvoll und ein vermehrter Gelenkereinsatz wegen der begrenzten Haltestellengröße am Hbf kaum möglich ist. Vordereinstieg gibt es grundsätzlich nicht.
Die Vorrangschaltung funktioniert ganz gut und durch den hohen Anteil abgetrennter Gleiskörper steht die Tram auch so gut wie nie im Stau und erreicht damit eine hohe Pünktlichkeit. In Brno wurde ein starker Fokus auf eine Trennung von MIV und ÖV gelegt.
Die Kampagnen gegen Schmierereien und Graffiti dagegen laufen meiner Ansicht nach ins Leere, so sehr wie manche Bahnen mit Vollwerbung verunstaltet sind. Auf jeden Fall nachteilig sind die ohne Not nicht barrierefreien Haltestellen nach Neubau.
Die meisten Fahrer warten auf herbeistürmende Nachzügler, im Umkehrschluss habe ich es auch nie erlebt, dass jemand die Tür gewaltsam blockiert, weil die Kumpels sich noch per Handschlag verabschieden müssen oder bei McDonalds an der Kasse stehen (Kein Witz, den Fall hat mir ein Fahrer in Dresden erzählt).
Da ich trotz meiner regen ÖPNV-Nutzung nie kontrolliert wurde, wundert es mich, dass angeblich nur 3-5% aller Fahrgäste keinen gültigen Fahrschein haben.

Gerade Mähren ist ein touristisch völlig unbekannter Teil Tschechiens - und das völlig zu Unrecht! Wer nirgendwo Schlange stehen und für moderate Eintrittspreise viel geboten bekommen möchte, ist hier genau richtig. Die meisten Führungen gibt es nur auf Tschechisch, manchmal bekommt man aber einen Audioguide oder Flyer in Fremdsprachen. Die Fremdsprachenkenntnisse in Brno sind überraschend gut und wesentlich besser als in Budweis.

Das Wetter hat einigen Plänen einen Dämpfer verpasst, sodass der Reisebericht etwas kürzer ausfällt, als das vorgesehen war. Umso schlimmer scheint da die Entscheidung, immer noch viele Neufahrzeuge ohne Klimaanlage anzuschaffen.


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Bayernlover
  Geschrieben am: 22 Apr 2019, 19:41


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Vielen Dank für diesen tollen Bilderbogen! Lese deine Berichte immer wieder gern.

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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 23 Apr 2019, 15:18


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QUOTE (Entenfang @ 22 Apr 2019, 14:05)
Ein Vergleich aus der Vorlesung belegt das eindrucksvoll. In der HVZ werden in Leipzig (560.000 EW) 147 Straßenbahnen und 87 Busse eingesetzt. In Brno (378.000 EW) sind es 221 Straßenbahnen, 101 Obusse und 230 Busse.

Hast Du Informationen zum modal split Leipzig vs. Brno? Allgemein ist mein Eindruck, dass der prozentuale Anteil an Fahrradfahrern in ganz Tschechien deutlich geringer ausfallen dürfte als in Deutschland, was man bei der teilweise extrem hügeligen Topographie und den sehr weiten Entfernungen in tschechischen Städten (wie z.B. bei den von Dir beobachteten Plattenbauvierteln, die teilweise in extremen Abständen zur Kernstadt gebaut sind) auch nachvollziehen kann, und was natürlich insbesondere in einer relativ jungen Studentenstadt wie Brno vor allem zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel ausschlagen dürfte, die dann eben entsprechend mehr Fahrzeuge benötigen.

Als weiterer Faktor dürften die in Tschechien teilweise seeeeeehr langen Wendezeiten einen viel höheren Kursbedarf verurusachen, als es ein vergleichbar großes Netz in Deutschland hätte.


Eine andere Frage: ich war bisher nur einmal in Brno, das war im Sommer 2008. Ich erinnere mich, dass damals ein sehr massiver, hoher Kühlturm mitten in der Stadt stand, optisch an den Kühlturm eines Atomkraftwerks erinnernd, in Ermangelung eines solchen in Brno aber wohl eher zu einem anderen Kraftwerkstyp oder einer Fabrik gehörend. Gibt es diesen Turm denn nicht mehr? Ich stelle mir eine Sprengung eines so riesigen Baukörpers inmitten einer dicht besiedelten Stadt fast unmöglich vor, und ein konventioneller Rückbau hätte wohl Jahre gedauert...
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 24 Apr 2019, 13:46


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 23 Apr 2019, 15:18)
Hast Du Informationen zum modal split Leipzig vs. Brno? Allgemein ist mein Eindruck, dass der prozentuale Anteil an Fahrradfahrern in ganz Tschechien deutlich geringer ausfallen dürfte als in Deutschland, was man bei der teilweise extrem hügeligen Topographie und den sehr weiten Entfernungen in tschechischen Städten (wie z.B. bei den von Dir beobachteten Plattenbauvierteln, die teilweise in extremen Abständen zur Kernstadt gebaut sind) auch nachvollziehen kann, und was natürlich insbesondere in einer relativ jungen Studentenstadt wie Brno vor allem zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel ausschlagen dürfte, die dann eben entsprechend mehr Fahrzeuge benötigen.

Leipzig 2015, S.9: 17,3% Fahrrad (ist komplett flach), ÖPNV mit 17,6% quasi gleichauf.
Brno mit erstaunlichen Zahlen - der ÖV hat angeblich von 64% in 2010 auf 43% 2017 eingebüßt, wobei die Pkw/1000 EW von 433 auf 527 gestiegen sind (Leipzig 416 auf 441.) Ganz vergleichbar sind die Zahlen aber nicht, denn der Modal Split in Leipzig bezieht sich auf die Anzahl der Wege (unabhängig von ihrer Entfernung), in Brno aber (soweit ich das verstehe) auf die Verkehrsleistung, also abhängig von der Entfernung. Dadurch sind natürlich Fuß- und Radfahrten gegenüber dem motorisierten Verkehr stark unterrepräsentiert.
Die großen Entfernungen, erheblichen Höhenunterschiede in Kombination mit 75 km Radwege in der gesamten Stadt (!) tragen, wie du ja bereits erwähnst, sicher dazu bei.

QUOTE
Als weiterer Faktor dürften die in Tschechien teilweise seeeeeehr langen Wendezeiten einen viel höheren Kursbedarf verurusachen, als es ein vergleichbar großes Netz in Deutschland hätte.

Mit Sicherheit. Und so weit ich gesehen habe, verbringen die Fahrer ihre Pause stets an ihrem Fahrzeug, während in Deutschland in der Regel abgelöst wird, um die benötigte Fahrzeugzahl zu reduzieren. Die kleinere Gefäßgröße spielt in Tschechien sicher auch mit rein.

QUOTE
Eine andere Frage: ich war bisher nur einmal in Brno, das war im Sommer 2008. Ich erinnere mich, dass damals ein sehr massiver, hoher Kühlturm mitten in der Stadt stand, optisch an den Kühlturm eines Atomkraftwerks erinnernd, in Ermangelung eines solchen in Brno aber wohl eher zu einem anderen Kraftwerkstyp oder einer Fabrik gehörend. Gibt es diesen Turm denn nicht mehr? Ich stelle mir eine Sprengung eines so riesigen Baukörpers inmitten einer dicht besiedelten Stadt fast unmöglich vor, und ein konventioneller Rückbau hätte wohl Jahre gedauert...

Meinst du den hier? Ich habe mal nach vez brno gegooglet, Kühlturm heißt wohl chladicí vez. Der steht heute inmitten der Schnellstraße, die vermutlich erst nach 2008 gebaut wurde. Aber ins Auge gestochen ist mir kein derartiger Turm, als ich dort war.



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53 Antworten seit 4 Apr 2019, 21:23 Thema abonnieren | Thema versenden | Thema drucken
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