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Eisenbahnforum.de > 10 vorne > [M] Architektur und Stadtentwicklung


Geschrieben von: Churfürst August am 22 Nov 2004, 13:18
oder: wie kleinkarierte Alt-OB's eine Stadtentwicklung behindern können.

Moin, war zu faul, das abzutippen, deshalb hier nur der Link: http://onwirtschaft.t-online.de/c/28/25/67/2825676.html
Die Münchner werden wissen, worum es geht, es stand auch in den Zeitungen.
Ist das nicht wieder typisch für dieses Dorf !? Es bestätigt immer wieder meine Meinung und Vorurteile über diese Wohnsiedlung in Oberbayern. *g*
Naja, soll'n se mal machen, mir isses wurschd. Wir ziehen demnächst in ein richtiges Dorf, da weiß man wenigstens, was man hat.

Gruß CFürst

Geschrieben von: FloSch am 22 Nov 2004, 13:24
Wer sich's antun mag, findet in der heutigen SZ sowie teilweise auch online unter http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwerpunkt/999/26973/ einige Artikel dazu (wobei die SZ an sich befangen ist).
Persönlich find ich die Entscheidung traurig, faktisch könnte der Stadtrat in einem Jahr dagegen entscheiden (zwischenzeitlich ist er an die Entscheidung gebunden, danach nicht mehr). Aber Ude hat angekündigt, sich auch danach dran zu halten, auch wenn's ihm nicht gefällt. Aber ich denk mal, in einigen Jahren sieht das eh wieder anders aus. Vielleicht trifft man da ja dann irgendne andere Regelung, die Hochhäuser über 100m auff bestimmte Stadtteile einschränkt, aber zumindest nicht ganz verbeitet.

Geschrieben von: schorsch am 22 Nov 2004, 13:50
Ich find´ die Entscheidung gut, oder habt ihr schon mal ein Dorf mit Hochhäusern gesehen. AM Land muss es ja noch gemütlicc und schön bleiben laugh.gif biggrin.gif

Geschrieben von: FloSch am 22 Nov 2004, 13:51
QUOTE (schorsch @ 22 Nov 2004, 13:50)
oder habt ihr schon mal ein Dorf mit Hochhäusern gesehen

Ja, München. Und zwar eines, was just Herr Kronawitter seinerzeit auch genehmigt hat.... rolleyes.gif

Geschrieben von: schorsch am 22 Nov 2004, 13:57
QUOTE (FloSch @ 22 Nov 2004, 13:51)
Ja, München. Und zwar eines, was just Herr Kronawitter seinerzeit auch genehmigt hat.... rolleyes.gif

Viellleicht hat er das jetzt in seinem hohen Alter schon vergessen... biggrin.gif

Geschrieben von: ICE_4 am 22 Nov 2004, 14:42
So jetz haben sies geschafft, dass große Firmen sich eine andere Stadt suchen, um ihre Hochhäuser zu bauen !!! Und damit gehen natürlich auch die Arbeitsplätze woanders hin !!!!!!!!!!!! mad.gif

Geschrieben von: D-Love am 22 Nov 2004, 15:55
Ach ja, in Stuttgart gibts die Diskussion auch jedesmals. Den Trump Tower hat man ja totgequatscht, jetzt sollen stattdessen 4 oder 5 kleinere Hochhäuser mit 75-80 m gebaut werden. Den einzigen 100er in Stuttgart baut Bosch in Feuerbach. Das ist aber auch nur genehmigt worden, weil man das Gebäude von der Innenstadt aus nicht sehen wird.


Geschrieben von: Guido am 22 Nov 2004, 16:37
Zumal es ja um Hochhäuser über 100m ging. Kleinere können ja gebaut werden, und wenn man z.B. ein Hochhaus mit Maximalhöhe 100m baut, haben bei einer Etagenhöhe von 3m cirka 30 Etagen (3x30=90 +die obligatorische halbe Treppe bis zum 1. Geschoss) Platz in dem Haus, das ist ja völlig ausreichend.

P.S. Das höchste Wohnhaus in Deutschland - müsste sogar das höchste Wohnhaus Europas sein - steht übrigens in Berlin Neukölln und hat auch nur 30 Etagen, also auch um die 100m Höhe.

Geschrieben von: mellertime am 22 Nov 2004, 17:39
QUOTE (ICE_4 @ 22 Nov 2004, 14:42)
So jetz haben sies geschafft, dass große Firmen sich eine andere Stadt suchen, um ihre Hochhäuser zu bauen !!! Und damit gehen natürlich auch die Arbeitsplätze woanders hin !!!!!!!!!!!! mad.gif

Hier wird aber mächtig übertrieben!
In München steht so viel Bürofläche leer. Da werden bestimmt keine Wolkenkratzer gebraucht. Diese Dinger werden nur gebaut, um sie steuerlich abschreiben zu können.

Welche Arbeitsplätze sollen denn verloren gehen? Nur weil ein Haus 3,4 Stockwerke weniger haben darf, sollen Firmen abwandern?
Baufirmen haben vielleicht dadurch weniger zu tun. Aber wieviele deutsche wirklich auf dem Bau arbeiten, dürfte wohl auch bekannt sein.

Geschrieben von: ET 423 am 22 Nov 2004, 20:45
Naja, zuallerst dachte ich, daß hier Wohnhochhäuser gebaut werden sollen (wäre ich dafür gewesen, da in München bekanntlicherweise akute Wohnungsnot besteht). Als ich jedoch gehört habe, daß das wieder nur dämliche und langweilige Bürogebäude werden sollen, war es mir mehr oder weniger egal (mit Tendenz zur Ablehnung). Wenn ich mich an der Hansastraße oder am Mittleren Ring (Nord) umschaue, was sieht man? Leerstehende Bürogebäude... dry.gif laugh.gif cool.gif

Geschrieben von: MünchnerFreiheit am 22 Nov 2004, 21:26
..ja, ers stimmt, daß hier einiges an Büroflächen leersteht. Es gibt aber trotzdem Gründe, die für Neubauten sprechen:

1.) viele alte Gebäude sind so nicht mehr / nicht mehr zu vermieten, d.h. müssen erneuert werden

2.) dank dem hohen Mieterschutzniveau lohnt sich gewerbliche Vermietung mehr

3.) Firmen wollen "eigene" gebäude, d.h. Gebäude, die sie selber bauen (SZ, Siemens) bzw. die die entsprechend ihren Anforderungen gebaut werden

4.) könnte es ja evtl. auch mal wieder zu einem Aufschwung kommen - und dann sind mangelnde Flächen ein GAU, da die Firmen sich dann im Umland oder sonstwo ansiedeln.

5.) München hat im Bundesschnitt eine recht geringe Leerstandsfläche; durch diesen Volksentscheid haben wir aber wirklich gute Publicity bekommen.

6.) Generell gilt: wenns keine Gewerbeflächen gibt, braucht man auch bald keine Wohnflächen mehr.

Gruß Flo

P.S. Wenn eine Geschoßflächenzahl vorgegeben ist, bzw. wenn man eine bestimmte m² Zahl erreichen will, kann man entweder in die Höhe bauen, und hat Grünflächen übrig, oder in die Breite - aber daran hat irgendwie ja niemand gedacht. Im Bereich Laim-HBF, wo der Hochbau ja schon vorher gekappt wurde, wird genau das passieren - es werden (vorher geplante) Grünflächen zugunsten von Gebäuden bebaut - ich persönlich ziehe ein hochaus mit großen Park drei kleinen Häusern ohne Park vor.

Hat sich übrigens ma jemand auf den Odeonsplatz gestellt, und geschaut, wiesehr die Sichtachse Odeonsplatz - Ludwig-/Leopoldstraße durch die Zwillingstürme zerstört wird? Wurde gerne von der BI angeführt..nur..geschaut hat da wahrscheinlich niemand!


Geschrieben von: ET 423 am 22 Nov 2004, 21:30
@MünchnerFreiheit: Absolut richtig, was du schreibst. wink.gif Aber in München gibts nunmal die primäre Wohnungsnot und ich habe in den letzten Monaten von keinen Projekten gehört, die dem entgegen gehen sollen. Wenn was gebaut wird, sind es Bürogebäude. Man könnte ja auch ganz andere Wege beschreiten: Bürogebäude ja und im gleichen Hochhaus auch noch Wohnungen. Ich weiß zwar nicht, ob das so realisierbar wäre, aber so könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Deren Büroangestellten könnten dann gleich dort wohnen & arbeiten. Wer hat seine Arbeit heutzutage schon so schnell erreichbar. Die einzige Störung, die einem dann noch die Pünktlichkeit vermiesen könnte, wäre nicht die chronisch zu spät kommende Bahn sondern höchstens ein besetzter oder defekter Aufzug. laugh.gif

Gruß

www_smiliemania_de_75309.png

Geschrieben von: rob74 am 22 Nov 2004, 21:31
QUOTE (mellertime @ 22 Nov 2004, 17:39)
Hier wird aber mächtig übertrieben!
In München steht so viel Bürofläche leer. Da werden bestimmt keine Wolkenkratzer gebraucht. Diese Dinger werden nur gebaut, um sie steuerlich abschreiben zu können.

Naja, bei den 2 konkreten Projekten, die durch den Bürgerentscheid verhindert wurden, waren die Mieter (bzw. Besitzer) schon bekannt: die SZ bzw. Siemens. Und die werden jetzt bestimmt "not amused" sein, alle Planungen in die Tonne treten zu dürfen, nur weil ein Paar Omas (die 0,8%, die die Wahl entschieden haben, sind gerade mal 1600 Personen) die Zeit zurückdrehen wollen. Der Süddeutsche Verlag hat z.B. wegen der festen Zusage des Stadtrates, das Hochhaus bauen zu dürfen, seine Gebäude in der Innenstadt schon verkauft und zurückgemietet. Wenn die da noch ein Paar Jahre mehr bleiben müssen, wird das teuer, und denen geht's finanziell ja bekanntlich nicht sooo blendend. Also ist die Sorge um die Arbeitsplätze schon begründet. Und dass Siemens nicht unbedingt an München und schon gar nicht an Deutschland gebunden ist, dürfte auch bekannt sein... Aber wir werden ja sehen, was kommt. Das Dumme ist nur, dass diese 2 Hochhäuser wirklich niemand gestört hätten - die Siemens-Hochhäuser wären mitten auf dem Siemens-Areal neben einem schon bestehenden gestanden, und das SZ-Hochhaus wäre nun wirklich sowas von weit von der Innenstadt und auch mitten in einem Gewerbegebiet zwischen Autobahn und Bahngleisen gewesen...

Edit: Natürlich ärgere ich mich auch, dass nicht mehr Wohnungen gebaut werden... Aber wenn schon Büros, dann sollen sie wenigstens eine einigermaßen interessante Architektur haben, nicht diese öden fünfstöckigen Büroriegel wie z.B. an der Landsberger Str. in der Nähe der Strasse zur Theresienwiese. Davon gibt's schon eh viel zu viele! Ideal wären natürlich Wohnhochhäuser mit interessanter Architektur. Es muss ja nicht gleich ein neues Neuperlach sein, aber Ensembles wie die Wohnhäuser im Olympiapark oder die an der Theresienhöhe (wo der Pschorr-Keller und der Saturn drin sind) könnte man ruhig noch ein Paar bauen.

Gruß,
Rob

Geschrieben von: schorsch am 22 Nov 2004, 21:42
QUOTE (ET 423 @ 22 Nov 2004, 21:30)
@MünchnerFreiheit: Absolut richtig, was du schreibst. wink.gif Aber in München gibts nunmal die primäre Wohnungsnot und ich habe in den letzten Monaten von keinen Projekten gehört, die dem entgegen gehen sollen.

Das freut mich als Wohnungsbesitzer biggrin.gif laugh.gif wink.gif

Geschrieben von: ET 423 am 22 Nov 2004, 21:44
Jetzt könnte man natürlich streiten, ob das so in Ordnung war, wie die Meinung zustande kam. Ich denke, eine richtige Meinungsfindung kann erst bei einer Wahlbeteiligung von >50% gegeben sein. Es haben sich aber gerade mal ca. 20% in den Wahllokalen eingefunden. Für einen Bürgerentscheid mehr als ausreichend (laut Gesetz), aber für mein Rechtsverständnis zu wenig. Aber egal, gewählt ist gewählt.

Geschrieben von: MünchnerFreiheit am 22 Nov 2004, 21:44
..naja, mein Onkel verwaltet / vermietet sowohl Wohnungen als auch Gewerbeeinheiten, und zwar in beiden Fällen ordentliche. Und da ist es einfach so, daß aufgrund der einseitig mieterfreundlichen Gesetzgebung die Kosten der Wohnraumvermietung eherbelich höher sind als die der Gerwebevermietung - er strebt in seiner Firma auch einen höheren Gewerbeanteil an. Durch die diversen Regelungen wird es nämlich einfach zunehmd unattraktiver, Wohnraum zu bauen und zu vermieten. Daran sind sicher nicht die bösen Investoren schuld...nur führt das dann zu dem bekannten Wohnraummangel - mit allen seinen negativen Folgen.

Gruß Flo

P.S. Ich warte eigentlich darauf, daß als nächstes beschlossen werden soll, daß alle Neubautätigkeit eingeschränkt wird - ich mein..wär' doch nett, München einfach auf dem heutigen Stand im Hoch- & Tiefbau einzufrieren - und in 200 Jahren hätte man dann ein Rothenburg ob der Tauber ...Stand: 2004! Sollte man mal Herrn Kronawitter vorschlagen! Dann können wir der Touristenströme gar nicht mehr Herr werden...

Geschrieben von: schorsch am 22 Nov 2004, 21:49
QUOTE (MünchnerFreiheit @ 22 Nov 2004, 21:44)
P.S. Ich warte eigentlich darauf, daß als nächstes beschlossen werden soll, daß alle Neubautätigkeit eingeschränkt wird - ich mein..wär' doch nett, München einfach auf dem heutigen Stand im Hoch- & Tiefbau einzufrieren - und in 200 Jahren hätte man dann ein Rothenburg ob der Tauber ...Stand: 2004! Sollte man mal Herrn Kronawitter vorschlagen! Dann können wir der Touristenströme gar nicht mehr Herr werden...

Ich bin für München Stand 1855! Davon wäre Kronawitter bestimmt auch begeistert, damals gab´s ja noch keine bösen +100m Hochhäuser laugh.gif biggrin.gif

Geschrieben von: MünchnerFreiheit am 22 Nov 2004, 21:51
QUOTE (schorsch @ 22 Nov 2004, 21:42)
Das freut mich als Wohnungsbesitzer  biggrin.gif  laugh.gif  wink.gif

*g* naja, dafür sind die Kaufpreise für Immobilien hier aber auf entsprechend hohen Niveau, d.h. wenn Du eine Wohnung kaufst, bekommst Du zwar eine Bundesdurchschnitt sehr hohe Miete (oder sparst Dir entsprechend als Selbstnutzer diese ein), zahlst aber dafür hier für eine Zwiwezimmerwohnung auch soviel wie anderswo (z.B. NRW) für ein Reihenhaus laugh.gif

Gruß Flo

nene..sagen wir mal..Stand 1975. Dann gibts das Haus, in welchem ich wohne..und die UBahn in die Stadt laugh.gif laugh.gif laugh.gif

Geschrieben von: schorsch am 22 Nov 2004, 21:55
QUOTE (MünchnerFreiheit @ 22 Nov 2004, 21:51)
zahlst aber dafür hier für eine Zwiwezimmerwohnung auch soviel wie anderswo (z.B. NRW) für ein Reihenhaus  laugh.gif

In Augsburg bekommst du auch schon ein Reihenhaus...

QUOTE (MünchnerFreiheit @ 22 Nov 2004, 21:51)
Dann gibts das Haus, in welchem ich wohne..und die UBahn in die Stadt  laugh.gif  laugh.gif  laugh.gif

Stimmt, die U-Bahn, die hab´ ich ganz vergessen. Zum Glück wurde die Münchner U-Bahn nicht auf so böse, hohe Viadukte gebaut wie z.B. in Berlin... laugh.gif


So, jetzt muss ich aber zum Dienst, der schöne 2er wartet auf mich wink.gif
Schönen Abend noch...

Geschrieben von: MünchnerFreiheit am 22 Nov 2004, 22:00
Angenehmen Dienst!

Gruß Flo

Geschrieben von: mellertime am 22 Nov 2004, 22:28
QUOTE (ET 423 @ 22 Nov 2004, 21:30)
Man könnte ja auch ganz andere Wege beschreiten: Bürogebäude ja und im gleichen Hochhaus auch noch Wohnungen. Ich weiß zwar nicht, ob das so realisierbar wäre,

Klar ist das realisierbar.
Da sind dann in obersten Stockwerk ein bis zwei Penthouse-Wohnungen. Für 2-3 Milliönchen. wink.gif

Geschrieben von: FloSch am 22 Nov 2004, 22:49
QUOTE (schorsch @ 22 Nov 2004, 21:49)
Ich bin für München Stand 1855! Davon wäre Kronawitter bestimmt auch begeistert, damals gab´s ja noch keine bösen +100m Hochhäuser laugh.gif biggrin.gif

Und auch keine Tunnels in -20m 'Höhe', in denen du dann rumkutscht auf nem schönen 2er, ergo arbeitslos biggrin.gif tongue.gif biggrin.gif

Geschrieben von: U-Bahninspektor am 22 Nov 2004, 23:19
QUOTE (FloSch @ 22 Nov 2004, 22:49)
Und auch keine Tunnels in -20m 'Höhe', in denen du dann rumkutscht auf nem schönen 2er, ergo arbeitslos biggrin.gif tongue.gif biggrin.gif

Das wäre schön... cool.gif biggrin.gif

Geschrieben von: Rathgeber am 22 Nov 2004, 23:42
Interessante Details machen Kronawitters Volksbegehren einfach absurd:
  • Das Hypo-Hochaus ist höher als 100 Meter und wurde unter Kronawitter erbaut...
  • Die Frauenkirche war ursprünglich höher als die jetzt bekannten 100 Meter geplant...
Allerdings müssen sich die Stadtratsparteien den Vorwurf gefallen lassen, das Begehren, das rein auf Emotionen beruhte, nicht ernstgenommen zu haben. Die Stadtrats-CSU war erst vier Tage vor dem Entscheid in der Lage, sich zu einem Contra gegen Kronawitters Ansinnen durchzuringen. Und Ude hat sich wohl nicht recht getraut, gegen seinen Parteifreund (Steigerung: Feind, Erzfeind, Parteifreund...) zu argumentieren...
Aber Kronawitter, Wörner, von Heckel (Kronawitters innerparteilicher Rivale in den 70ern!!!) und Co. haben es geschafft, mit billiger Rhetorik die rund 11 Prozent, die dagegen waren, zu mobilisieren.

Wenn ich mir anschaue, wo das SZ-Hochhaus gebaut werden sollte, kann ich nur konstatieren, daß das architektonisch greislige Steinhausen eine absolute Aufwertung erfahren hätte. Und ich bin alles andere als ein Wirtschafts-Protege: aber bei solchen Ansinnen muß man sich nicht wundern, wenn die Wirtschaft kein Interesse hat, in einer an sich repräsentativen Adresse wie München zu investieren.

Alles in allem ist dieser Volksentscheid wieder einmal der Beleg dafür, daß München nichts anderes als ein Millionendorf ist: willkommen in der Provinz!

Unser Dorf soll interessanter werden, meint
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Geschrieben von: U-Bahninspektor am 22 Nov 2004, 23:48
QUOTE (Rathgeber @ 22 Nov 2004, 23:42)
Alles in allem ist dieser Volksentscheid wieder einmal der Beleg dafür, daß München nichts anderes als ein Millionendorf ist: willkommen in der Provinz!

Ja, ja Das Dorf München...

QUOTE (Rathgeber @ 22 Nov 2004, 23:42)
Das Hypo-Hochaus ist höher als 100 Meter und wurde unter Kronawitter erbaut...

Wahrscheinlich ist es wirklich so, wie es schorsch schon schrieb. Hr. Kronawitter wird auf seine alten Tage anscheinend etwas vergesslich... laugh.gif

Geschrieben von: Rathgeber am 22 Nov 2004, 23:53
QUOTE (U-Bahninspektor @ 22 Nov 2004, 23:48)
Wahrscheinlich ist es wirklich so, wie es schorsch schon schrieb. Hr. Kronawitter wird auf seine alten Tage anscheinend etwas vergesslich... laugh.gif

Das muß man bei seinem weisen Alter schon nachsehen; auch unter dem Gesichtspunkt, daß es sich beim selbsternannten Anwalt der kleinen Leute um einen Politiker handelt...

Geschrieben von: Thomas089 am 23 Nov 2004, 00:33
Ich finde das Verfahren bei diesen Bürgerentscheiden schon sehr problematisch. Irgend ein Sekierer (sorry Herr Kronawitter) braucht nur eine gewisse Anzahl an Leuten hinter sich zu bringen und dann kann er der Allgemeinheit irgend einen Unfug aufdrücken.

Meiner Meinung nach sollte so ein Entscheid nur gültig sein, wenn eine Wahlbeteiligung von mindestens 50% vorliegt. Ein Bürgerentscheid sollte dafür da sein, eine Entscheidung auf politischer Ebene, die wirklich fundamental den Interessen der Bevölkerung entgegensteht, zu korrigieren.

Viele Grüße,
Thomas

Geschrieben von: Rathgeber am 23 Nov 2004, 00:47
Moin Thomas,

das sehe ich anders: es stand jedem, der für Hochhäuser ist, frei, sich an der Wahl zu beteiligen. Und vielleicht muß man es einfach zur Kenntnis nehmen, daß es rund 80% der Bevölkerung schlicht und ergreifend wurscht war...
Verantwortung bedeutet auch, seine Stimme wahrzunehmen... Und die Lokalteile der Zeitungen waren in den Tagen vor der Entscheidung voll von dem Bürgerentscheid; daran kann's also auch nicht gelgegen haben...

Gruß vom
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Geschrieben von: U-Bahninspektor am 23 Nov 2004, 00:58
QUOTE (Rathgeber @ 23 Nov 2004, 00:47)
das sehe ich anders: es stand jedem, der für Hochhäuser ist, frei, sich an der Wahl zu beteiligen. Und vielleicht muß man es einfach zur Kenntnis nehmen, daß es rund 80% der Bevölkerung schlicht und ergreifend wurscht war...
Verantwortung bedeutet auch, seine Stimme wahrzunehmen... Und die Lokalteile der Zeitungen waren in den Tagen vor der Entscheidung voll von dem Bürgerentscheid; daran kann's also auch nicht gelgegen haben...

Gruß vom
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Ja, da hast du recht. Ich muss sagen mir ist es auch recht wurscht, aber ich finde es schon schade, da es halt wirtschaftlich negative Folgen hat...

Geschrieben von: Wildwechsel am 23 Nov 2004, 09:00
QUOTE (MünchnerFreiheit @ 22 Nov 2004, 21:44)
Und da ist es einfach so, daß aufgrund der einseitig mieterfreundlichen Gesetzgebung die Kosten der Wohnraumvermietung eherbelich höher sind als die der Gerwebevermietung - er strebt in seiner Firma auch einen höheren Gewerbeanteil an. Durch die diversen Regelungen wird es nämlich einfach zunehmd unattraktiver, Wohnraum zu bauen und zu vermieten. Daran sind sicher nicht die bösen Investoren schuld...nur führt das dann zu dem bekannten Wohnraummangel - mit allen seinen negativen Folgen.

Richtig. Hinzu kommt, und das verschärft die Situation, dass Du derzeit kaum Firmen findest, die (freifinanzierte) Mietwohnungen bauen wollen. Denn da schlagen dann die Grundstückspreise in München durch. Wenn sich das für eine Firma rechnen soll, müsste sie so hohe Mieten verlangen, dass sich das keiner leisten kann und die Mietwohnungen letztlich trotz Wohnungsnot leerstehen würden.

Zudem haben - eben vor diesem Hintergrund - in letzter Zeit die Banken vielen Firmen den Geldhahn zugedreht (Stichwort Basel II, falls das jemandem was sagt), in Bankenkreisen wird man in wirtschaftlich härteren Zeiten halt auch risikoscheuer.

Und im geförderten Wohnungsbau geht im Grundstücksmarkt zur Zeit eigentlich auch nur das, was mit kürzeren Bindungsfristen (10-15 Jahre) verknüpft ist. Auf ein Objekt, bei dem die Miete auf 40 Jahre gedeckelt ist, lässt sich auch so leicht keiner mehr ein. Wie blanker Hohn klingen dann Worte aus Berlin, man solle der Wohnungsnot doch mit mehr Baurechtsausweisungen begegnen. Baurecht für Wohnungen gibt es in München mehr als genug, aber eben leider keine Käufer dafür, die auf diese Flächen dann auch Wohnhäuser bauen.

Geschrieben von: Rathgeber am 23 Nov 2004, 20:05
Absolut lesenswert war der heutige Leitartikel von Gottfried Knapp in der SZ, der das Dilemma dieses Volksentscheids und das eingeschränkte Denken Kronawitters sehr deutlich macht:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwerpunkt/999/26973/18/

Gruß vom
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aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Wetterfrosch am 23 Nov 2004, 22:48
Wo war die SZ angesiedelt? Irgendwo in der Innenstadt? - Wo wollte sie hin? An den Rand?
Was geschieht in der Innenstadt -->leer stehendes Haus, Büroflächen sind ja soooo gut zu vermieten, noch dazu im Innenraum. Stadtbild?
Man sieht es ja in Mittersendling - ein Glaskasten neben dem Anderen, steht alles leer.
Moderne Büroflächen ab 170m² zu vermieten, das Plakat hängt jetzt schon über 1 Jahr. - Nein, nicht genug - daneben wurde wieder ein Glaskasten reingesetzt.

Mal ehrlich, was will Siemens mit 140m Hochhaus? -->alle aus dem alten denkmalgeschützten Gebäude raus, oder was?
Will man bei Siemens plötzlich wieder Personal einstellen blink.gif - oder, denkt man an den Feind Infineon - dem großen "Park" in Neubiberg, mit eigener Autobahnanbindung - und muss jetzt nachziehn?

Wie ist das eigentlich in Paris z.B. - da hast du im Stadtzentrum auch keine Megahochhäuser, im Außenbereich Grand Arc - dem Finanz- und Bankenviertel - ja, aber, das ist ja sooo weit draußen.

Also - ich hätte im Aussenbereich nichts dagegen, München West, München Nord, München Ost aber im Innenstadtbereich finde ich die Atmosphäre so viel besser.

Geschrieben von: MünchnerFreiheit am 23 Nov 2004, 23:16
Soweit ich weiss, ging es nicht um Hochhäuser innerhalb des Bereichs des mittleren Rings wink.gif

Gruß Flo

Geschrieben von: Matze-MUC am 23 Nov 2004, 23:43
QUOTE (Wetterfrosch @ 23 Nov 2004, 22:48)
Also - ich hätte im Aussenbereich nichts dagegen, München West, München Nord, München Ost aber im Innenstadtbereich finde ich die Atmosphäre so viel besser.

Es war auch nie die Rede oder geplant -weder von Ude oder Kronawitter- Hochhäuser innerhalb des Mittleren Rings zu bauen.
In der Innenstadt find ich auch die Atmosphäre so viel besser.

Geschrieben von: U-Bahninspektor am 24 Nov 2004, 02:14
QUOTE (Matze-MUC @ 23 Nov 2004, 23:43)
In der Innenstadt find ich auch die Atmosphäre so viel besser.

Da wäre ja auch so gut wie kein Platz mehr für Hochhäuser...

Geschrieben von: schorsch am 24 Nov 2004, 02:32
QUOTE (MünchnerFreiheit @ 22 Nov 2004, 22:00)
Angenehmen Dienst!

Danke, den hatte ich wink.gif

Geschrieben von: Thomas089 am 24 Nov 2004, 09:47
QUOTE (Wetterfrosch @ 23 Nov 2004, 22:48)
Mal ehrlich, was will Siemens mit 140m Hochhaus? -->alle aus dem alten denkmalgeschützten Gebäude raus, oder was?
Will man bei Siemens plötzlich wieder Personal einstellen blink.gif  - oder, denkt man an den Feind Infineon - dem großen "Park" in Neubiberg, mit eigener Autobahnanbindung - und muss jetzt nachziehn?

Die Planungen von Siemens für Isar-Süd stammen von vor 5 Jahren, als man in der IT-Branche und Medienbranche das unbegrenzte Wachstum und die unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten sah. In der Folge sah man auch einen ungebremsten Boom auf dem Wohnimmobilienmarkt in München. Unter dieser Voraussetzung sah Siemens in dem neuen Projekt (Mischung aus verdichteten Bürobauten, Wohnbauten, Einkaufszentren, Freizeitanlagen und Parkanlagen) eine enorme Renditemöglichkeit für sein Betriebsgelände an der Hofmannstraße.

In der Zwischenzeit ist ja nun die Seifenblase zerplatzt und auch in der IT-Branche und Medienbranche wird nur mehr mit sehr lauwarmem Wasser gekocht. Darüber hinaus hat Siemens am Standort Hofmannstraße massiv Arbeitsplätze abgebaut.

Vor diesem Hintergrund frage ich mich wirklich, was dieses Projekt in der Planung mit den Hochhäusern eigentlich noch sollte. Sollte das jetzt alles die öffentliche Hand durch Verlustabschreibung u. dgl. finanzieren? Oder ist Siemens jetzt insgeheim dem Herrn Kronawitter dankbar dafür, dass man nun ohne Gesichtsverlust aus diesen Bauvorhaben herauskommt?

Viele Grüße,
Thomas

PS: Übrigens, das in ähnlicher Weise konzipierte Projekt von Infineon in Unterbiberg (Fasanenpark) ist zwischenzeitlich erheblich reduziert worden (aus ähnlichen Gründen wie oben).

Geschrieben von: andreas am 24 Nov 2004, 09:53
passt aber irgendwie zu münchen - das umland wird sich wieder freuen, wenn gewerbesteuerzahler aus der stadt ausziehen.

Geschrieben von: schwaborigine am 24 Nov 2004, 10:09
Hi,

ich kann zwar die Situation in München nicht konkret mitbeurteilen,
möchte aber lediglich als Gesichtspunkt anmerken, dass auch zum Beispiel
in London Neubauten eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen,
und deswegen hat dennoch noch niemand je behauptet, London sei
nun ein Dorf deswegen.

Was europäische Städte im Gegensatz zu fast allen amerikanischen
lebenswert macht, ist ja dies: Vereinfacht gesagt: Amerika: Innenstadt
Business, zum Leben tot. Leben: alles ausserhalb, zersiedelt, ohne Charakter
und Gesicht.

Europa: noch umgekehrt. Ansatzweise bereits umgekippt: Frankfurt.
Und dieses "old Europe" sollten wir uns dringend erhalten.


Gruss Peter

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:04
Moin Peter,

QUOTE (schwaborigine @ 24 Nov 2004, 10:09)
ich kann zwar die Situation in München nicht konkret mitbeurteilen,
möchte aber lediglich als Gesichtspunkt anmerken, dass auch zum Beispiel
in London Neubauten eine gewisse Höhe nicht überschreiten dürfen,
und deswegen hat dennoch noch niemand je behauptet, London sei
nun ein Dorf deswegen.

Weißt Du da Genaueres?

QUOTE (schwaborigine @ 24 Nov 2004, 10:09)
Was europäische Städte im Gegensatz zu fast allen amerikanischen
lebenswert macht, ist ja dies: Vereinfacht gesagt: Amerika: Innenstadt
Business, zum Leben tot. Leben: alles ausserhalb, zersiedelt, ohne Charakter
und Gesicht.

Das Problem besteht in deutschen Städten auch schon, ohne daß dafür ein einziges Hochhaus gebaut werden mußte. Die meisten Fußgängerzonen im Innenstadtbereich sind außerhalb der Öffnungszeiten tot. Und diese werden auch nicht durch Hochhäuser kaputtgemacht, sondern durch riesige Einkufszentren auf der grünen Wiese abseits der Innenstädte.

QUOTE (schwaborigine @ 24 Nov 2004, 10:09)
Europa: noch umgekehrt. Ansatzweise bereits umgekippt: Frankfurt. 
Und dieses "old Europe" sollten wir uns dringend erhalten.

Der Vergleich mit Frankfurt hinkt ein wenig. Dort wurde vor allem im Stadtkern sehr ausufernd gebaut (was auch als Folge des im zweiten Wetltkrieg Stadtkerns zu sehen ist), etwas was für München überhaupt nicht zur Diskussion stand.

Und ich glaube schon, daß jetzt mehr Hochhäuser blühen als das Kronawitter-Begehren sich ausmalen wollte. Aber die werden dann halt maximal 100 Meter...

Gruß vom
Rathgeber user posted image

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:10
Hallo,

ich habe mich mal umgesehen, wie man außerhalb Münchens dazu steht:

http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EE2F5B865765B4FD2BEB19AA64BF34E0A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Als Ergänzung: Der Autor Hannes Hintermeier war lange Zeit Feuiletton-Redakteur der Abendzeitung und zwischenzeitlich auch Ressortleiter.

aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:14
Münchner Stanglparade

Zeichen der Zukunftsfähigkeit oder gesichtslose Meterware? In Bayerns Hauptstadt wird heftig um neue Hochhäuser gestritten:

http://www.zeit.de/2004/27/Hochh_8auser

aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:21
In München abgeschmettert, in Berlin vertagt, in aller Welt begehrt: Hochhäuser folgen dem Drang gen Himmel:

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/24.11.2004/1497090.asp

aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:31
BÜRGERENTSCHEID;

Hochhausverbot für München:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,329036,00.html

  • http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9Mjg0NSZucj0x,00.html


aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:45
Und ein vllkommen anderer Blickwinkel:

http://www.taz.de/pt/2004/11/20/a0274.nf/text

aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2004, 12:53
Freier Blick auf die Alpen: Neue Hochhäuser in München entzünden Volkszorn auf die "Vierkantklötze" - und eine beispiellose Debatte:

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/architektur/?cnt=480645

aus urheberrechtlichen Gründen wurde das Zitat gelöscht

Geschrieben von: Jean am 24 Nov 2004, 13:03
Müssen Hochhäuser wirklich über 100 Meter hoch sein? Hat sich eigentlich jemand schon mal diese Frage gestellt. Mit 100 Meter Höhe lässt sich schon sehr viel architektonisch machen, oder sind die Firmen vom gleichen Simptom befallen wie die DB: Prestigprojekte über alles (Transrapid) obwohl es keiner braucht und alles sonst schwarz aussieht.
Zu Siemens: die haben doch mehr als genug bürofläche die ihnen gehört...

Geschrieben von: schwaborigine am 24 Nov 2004, 13:33
Leider nein... muss mal überlegen, wo ich dazu was finden könnte...

Wer aber in London schon mal war, auch in unmittelbarer Vergangenheit,
weiss, dass es so ist. Dafür entstand ja etwas ausserhalb der City
ein Businesszentrum "canary wharf", gut an die U-Bahn und die
Docklands Light Railway angeschlossen. Da stehen dann riesige Brocken.

QUOTE
Das Problem besteht in deutschen Städten auch schon, ohne daß dafür ein einziges Hochhaus gebaut werden mußte.

ja schon, aber in Deutschland muss man dann von "toteste Mitte" maximal
300 Meter gehen und dann kommen schon wieder die ersten bewohnten Häuser,
und mitten in "tot tot" gibt's u.U. wenigstens Gastronomie, so dass die
Kerne nicht ganz tot sind.



Geschrieben von: LugPaj am 16 Nov 2007, 21:30
Kommentar der SZ zur denkfaulen und engstirnigen Stadtentwicklungspolitik. Geht in Teilen auch auf den Transrapid ein.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/659/143341/

Geschrieben von: Rathgeber am 16 Nov 2007, 22:58
QUOTE (LugPaj @ 16 Nov 2007, 21:30)
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/659/143341/

Man muss kein Transrapid-Befürworter sein, um diesen Artiekl einiges abzugewinnen! Absolut lesenswert!

Geschrieben von: elba am 16 Nov 2007, 23:45
QUOTE (Rathgeber @ 16 Nov 2007, 22:58)
Man muss kein Transrapid-Befürworter sein, um diesen Artiekl einiges abzugewinnen! Absolut lesenswert!

Ohne Zweifel interessant. Aber ist "satt und zufrieden" (und darauf läuft es im Kern hinaus) wirklich so schlecht? Wie heißt es doch im Artikel: "Heute sind Bewohner wie Besucher sehr froh darüber, dass die Stadt nicht aussieht wie das autogerechte Zentrum von Köln." Na ja, Köln hat auch seine Vorteile - daß die Autoren das so formulieren, deutet darauf hin, daß sie Münchner sind. laugh.gif

Der Artikel ist interessant, aber in meinen Augen ein Sammelsurium mit nur wenig Zusammenhang. Die architektonischen Querelen um die Pinakothek 3 sind wohl eher dem ach so fortschrittlichen Freistaat anzulasten. Die Kronawittersche Klötzchenarchitektur wurde gegen die kritisierte Stadtspitze beschlossen. Und die verkehrspolitische Beurteilungskompetenz der Autoren entsprecht wohl der Fähigkeit von im Artikel ungenannten Leuten "einen Grundriss zu lesen".

Stellt sich mir irgendwie schon die Frage, was will man mir sagen. Um nur allgemeines Unwohlsein auszudrücken, oder eine diffuse Zustandsbeschreibung zu verfassen, hat man arg viel Worte investiert.

Was ich übrigens in der heutigen SZ auch nett fand, war der Leitartikel "Hufeisennase, flieg!" (online nicht kostenlos). Nicht weil ich dem, was da drin steht, vorbehaltlos zustimme, sondern weil es ein Text wider den Populismus ist.

Ich brauche übrigens keine populistischen OB um gegen den Transrapid zu sein. Da reicht mir mein eigenes Wissen eigentlich aus.

[der letzte Absatz dient nur dazu, um zu beweisen, daß der Beitrag hier richtig ist wink.gif ]

Edmund

Geschrieben von: Rathgeber am 16 Nov 2007, 23:53
QUOTE (elba @ 16 Nov 2007, 23:45)
Stellt sich mir irgendwie schon die Frage, was will man mir sagen. Um nur allgemeines Unwohlsein auszudrücken, oder eine diffuse Zustandsbeschreibung zu verfassen, hat man arg viel Worte investiert.

Ich finde gerade die Beschreibung im Städtebau leider nur allzu treffend. Und daß man die http://www.graphisoft-muenchen.de/kazunari-sakamoto-realisiert-werkbundsiedlung-wiesenfeld-in-m%FCnchen_tipp_2517.html abgeblasen hat, macht mich angesichts des Siedlungsbreis in der Messestadt, am Ackermannbogen, am Arnulfpark und an der Panzerwiese nur noch wütend und fassungslos.

Geschrieben von: LugPaj am 17 Nov 2007, 00:04
In seinem architektonischen Rundumschlag gegen die Stadtentwicklungspolitik spricht der Artikel mir aus der Seele. Was an "satt und zufrieden" so schlecht ist, ist doch klar. Schau dir doch die ganzen neuen Entwicklungsgebiete der Stadt an, ob das nun die Messestadt Riem, Parkstadt Schwabing, Arnulfpark + gesamten Entwicklungsgebiete entlang bis Pasing oder das zukuenftige Entwicklungsgebiet Ostbahnhof sind. Wenn man "satt und zufrieden" ist, kommt bei solchen Gebieten dann nur architektonischer Murks und Muell heraus. Nichts was begeistert, visionaer waere oder auch nur im geringsten irgendwie schon ein nationales Interesse hervorrufen wuerde. Muenchen ist eine weltweit bekannte Stadt, die Stadt des Geldes in Deutschland und bekommt nur billigsten 08/15 Schrott dahingestellt. Das koennte wahrlich besser sein. Gutes Beispiel auch das Uptown Hochhaus oder das SV-Verlagshochhaus. Beim Uptown gab es einen geilen Entwurf, der allerdings vom Stadtrat abgelehnt wurde, da er noch hoeher als der jetzige war. Deshalb hat die Stadt dann einen anderen Entwurf eines anderen Architekten favourisiert und ihn auch bekommen. Einen Vierkantbolzen. Aehnliches beim SV-Verlag, hier gab es auch ziemlich coole Entwuerfe, zB mit interessanten Doppelhochhaeusern. Der SV-Verlag hat sich dann allerdings auf den langweiligen Vierkantbolzen geeinigt und der Stadt war es anscheinend egal (Obwohl die Stadt hier ein ziemlichen Einfluss hat und wenn sie einen anderen Entwurf wirklich gewollt haette, waere der auch gekommen).

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 00:44
QUOTE (Rathgeber @ 16 Nov 2007, 23:53)
Ich finde gerade die Beschreibung im Städtebau leider nur allzu treffend. Und daß man die http://www.graphisoft-muenchen.de/kazunari-sakamoto-realisiert-werkbundsiedlung-wiesenfeld-in-m%FCnchen_tipp_2517.html abgeblasen hat, macht mich angesichts des Siedlungsbreis in der Messestadt, am Ackermannbogen, am Arnulfpark und an der Panzerwiese nur noch wütend und fassungslos.

Stimme ich dir in allen Punkten zu. Aber dann die Allianz-Arena und BMW-Welt vorbehaltlos zu loben, halte ich für einen viel zu verengten Blickwinkel. Wenn ich Architektur kritisieren will, kann ich mich auf den architektonischen Blickwinkel konzentrieren - dann wäre das mit AA und BMW ok - dann hat aber der Transrapid hier nichts zu suchen. Wenn ich umfassender - also nicht nur bezüglich Architektur - Kritik übe, dann muß ich auch hinter die Kulissen blicken und den Zweck von Allianz-Arena und BMW-Welt bewerten. Und ich brauche eine gewisse Kompetenz, die über das architektonische hinausgeht. Bei allen dahinterstehenden populistischen Tendenzen prominenter Transrapidgegner ist es schlicht eine Beleidigung ein doch recht vielschichtiges Transrapidprojekt ein paar Sätzen in einem Architekturaufsatz abzuhandeln - und zwar eine Beleidigung für die Leute, die nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema zu einer anderen Meinung kommen.

Grüße,

Edmund

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 00:53
QUOTE (LugPaj @ 17 Nov 2007, 00:04)
In seinem architektonischen Rundumschlag gegen die Stadtentwicklungspolitik spricht der Artikel mir aus der Seele. Was an "satt und zufrieden" so schlecht ist, ist doch klar. Schau dir doch die ganzen neuen Entwicklungsgebiete der Stadt an, ob das nun die Messestadt Riem, Parkstadt Schwabing, Arnulfpark + gesamten Entwicklungsgebiete entlang bis Pasing oder das zukuenftige Entwicklungsgebiet Ostbahnhof sind. Wenn man "satt und zufrieden" ist, kommt bei solchen Gebieten dann nur architektonischer Murks und Muell heraus. Nichts was begeistert, visionaer waere oder auch nur im geringsten irgendwie schon ein nationales Interesse hervorrufen wuerde. Muenchen ist eine weltweit bekannte Stadt, die Stadt des Geldes in Deutschland und bekommt nur billigsten 08/15 Schrott dahingestellt. Das koennte wahrlich besser sein. Gutes Beispiel auch das Uptown Hochhaus oder das SV-Verlagshochhaus. Beim Uptown gab es einen geilen Entwurf, der allerdings vom Stadtrat abgelehnt wurde, da er noch hoeher als der jetzige war. Deshalb hat die Stadt dann einen anderen Entwurf eines anderen Architekten favourisiert und ihn auch bekommen. Einen Vierkantbolzen. Aehnliches beim SV-Verlag, hier gab es auch ziemlich coole Entwuerfe, zB mit interessanten Doppelhochhaeusern. Der SV-Verlag hat sich dann allerdings auf den langweiligen Vierkantbolzen geeinigt und der Stadt war es anscheinend egal (Obwohl die Stadt hier ein ziemlichen Einfluss hat und wenn sie einen anderen Entwurf wirklich gewollt haette, waere der auch gekommen).

Natürlich ist "satt und zufrieden" erstmal ok, weil es genau das ist (neben anderem) nach dem Menschen streben. Daß Fortschritt oft da entsteht, wo man nicht ganz so satt und zufrieden ist, ist sicher auch richtig. Aber man kann nicht verlangen, daß Fortschritt immer und überall zugleich entsteht. Die Münchner Situation ist aus einem gewissen Nachholbedarf entstanden und nun sind vielleicht einfach mal andere dran. Natürlich hat jeder seine Lieblingsprojekte, die er gerne realisiert hätte. Aber vielleicht ist es manchmal auch besser, nochmal nachzudenken. Siehe, wie ich bei einem anderen Thema schon zitiert habe, http://www.upi-institut.de/folgen.htm (passt m.E. erheblich besser als Köln). Ob das, was Stuttgart versucht, richtig ist, bezweifle ich sogar im architektonischen Sinne. Hamburg bleibt gar nichts anderes übrig, als die freiwerdenen Flächen der Hafencity irgendwie zu nutzen. Aber über die Verkehrserschließung kann man im wesentlichen nur den Mantel des Schweigens hüllen. Und der Transrapid ist verkehrspolitisch und systemtechnisch einfach ein Unding.

Grüße,

Edmund

Geschrieben von: LugPaj am 17 Nov 2007, 02:11
QUOTE (elba @ 17 Nov 2007, 00:53)
Hamburg bleibt gar nichts anderes übrig, als die freiwerdenen Flächen der Hafencity irgendwie zu nutzen.

Genau dasselbe kann man doch auf Muenchen muenzen. Muenchen bleibt gar nichts anderes uebrig, die freiwerdenden Bahnflaechen zu nutzen. Aber das WIE ist doch der springende Punkt. Waehrend in Muenchen hier nur stadtentwicklungspolitisch gewuenschter Ramsch hingebaut wird und Stararchitekten vergrault werden, geben sich in Hamburg weltweit bekannte Stararchitekten die Klinke in die Hand. Das komplette Ensemble Hafencity wird ein weltweit bekanntes Aushaengeschild fuer Hamburg werden. Bei der Muenchner Bauprojekten entlang der Bahnstrecke nach Pasing wird man sich hingegen oft in 20-30 Jahren fragen, was man nun als Ersatz da hinbauen soll.

Geschrieben von: Hot Doc am 17 Nov 2007, 02:30
Den Artikel kann ich so (fast ausnahmslos) unterschreiben. Was architektonisch in den letzten Jahren geduldet wurde ist (bis auf wenige Ausnahmen) einfach grauenvoll!!!
Den Gedankensprung zum TR kann ich aber nicht wirklich nachvollziehen.

Geschrieben von: Lazarus am 17 Nov 2007, 02:34
@ elba

beide Projekte wurde auch net von der Stadt geplant und gebaut biggrin.gif biggrin.gif

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 11:10
QUOTE (Lazarus @ 17 Nov 2007, 02:34)
@ elba

beide Projekte wurde auch net von der Stadt geplant und gebaut biggrin.gif biggrin.gif

Was meinst du?

Geschrieben von: Lazarus am 17 Nov 2007, 11:15
QUOTE (elba @ 17 Nov 2007, 11:10)
QUOTE (Lazarus @ 17 Nov 2007, 02:34)
@ elba

beide Projekte wurde auch net von der Stadt geplant und gebaut biggrin.gif  biggrin.gif

Was meinst du?

sowohl BMW-Welt als auch die Arena wurden von privat gebaut

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 11:19
QUOTE (LugPaj @ 17 Nov 2007, 02:11)
Genau dasselbe kann man doch auf Muenchen muenzen. Muenchen bleibt gar nichts anderes uebrig, die freiwerdenden Bahnflaechen zu nutzen. Aber das WIE ist doch der springende Punkt. Waehrend in Muenchen hier nur stadtentwicklungspolitisch gewuenschter Ramsch hingebaut wird und Stararchitekten vergrault werden, geben sich in Hamburg weltweit bekannte Stararchitekten die Klinke in die Hand. Das komplette Ensemble Hafencity wird ein weltweit bekanntes Aushaengeschild fuer Hamburg werden. Bei der Muenchner Bauprojekten entlang der Bahnstrecke nach Pasing wird man sich hingegen oft in 20-30 Jahren fragen, was man nun als Ersatz da hinbauen soll.

Mein Gefühl ist, daß dann, wenn etwas in Bestehendes eingepaßt wird, zur Zeit bessere Lösungen gefunden werden, als wenn man eine große Freifläche hat. Siehe Messe vs. St.Jakobsplatz. M.E. liegt das u.a daran, daß eine bestimmte Zahl von Ergänzungsbauten im Bestand abwechslungsreich wirken. Baut man viel in kurzer Zeit, ähneln sich die Baustile aller Gebäude, und sie entsprechen zu oft genau dem Baustil, den wir z.Zt. halt gewöhnt sind und langweilig finden. Man kann vielleicht auch nicht immer Stararchitekten finden, die außergewöhnliches hinbauen. Und wie man Messe, Pinakothek, Synagoge, Allianz-Arena mit den Sehgewohnheiten in 30 Jahren bewertet, weiß ich nicht. Die Hamburger Speicherstadt (sozusagen Hafencity alt) ist ein großer homogener Komplex mehr oder weniger häßlicher Ziegelbauten. Den hat man zur Bauzeit mit Sicherheit nicht hübsch oder architektonisch wertvoll empfunden. Architektur braucht oft Zeit. Die Sachen, die auch zur Bauzeit schon herausragen, können das nur, weil sie eingebettet sind in 08/15-Ware.

Edmund

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 11:28
Nochmal grundsätzlicher.

Ich empfinde die Münchner Architekturentwicklung als schlecht. Das Kronawittersche Bürgerbegehren war in meinen Augen voll daneben.
Der Artikel ist in diesen Punkten der gleichen Meinung.
Aber muß ich den Artikel deshalb gut finden? Nein. Ich finde auch den Artikel schlecht. Er ist sprunghaft, tlw. unbegründet, und führt keine vernünftige Analyse durch. Damit schadet er seinem Anliegen, für eine bessere Archiktektur zu plädoyieren. Dumpfes Unwohlsein mit den Zuständen kann man sich als Beobachter vielleicht leisten - als Basis eines ganzseitigen Artikels auf der ersten Seite der Wochenendbeilage einer Zeitung, für die ich einiges an Abogeld zahle, reicht es mir nicht.

Und: nur weil der Artikel so ist, wie er ist, diskutieren wir ihn hier und nicht in einem Architekturforum.

Edmund

Geschrieben von: Rathgeber am 17 Nov 2007, 16:21
QUOTE (elba @ 17 Nov 2007, 11:19)
Mein Gefühl ist, daß dann, wenn etwas in Bestehendes eingepaßt wird, zur Zeit bessere Lösungen gefunden werden, als wenn man eine große Freifläche hat. Siehe Messe vs. St.Jakobsplatz.

Der St.-Jakobs-Platz ist ein spezieller Fall. Um die Bebauung des Platzes wurde sehr lange gerungen - mit einem Ergebnis, das sich wirklich sehen lassen (wer war denn hier Bauherr, die Stadt oder die jüdische Kultusgmeinde?).
Ähnliches kann man noch vom Petuelpark behaupten, der aber nur eine Freifläche ist (aber auch das ist in München ein einziges Trauerspiel).

QUOTE (elba @ 17 Nov 2007, 11:28)
Aber muß ich den Artikel deshalb gut finden? Nein. Ich finde auch den Artikel schlecht. Er ist sprunghaft, tlw. unbegründet, und führt keine vernünftige Analyse durch. Damit schadet er seinem Anliegen, für eine bessere Archiktektur zu plädoyieren.

Man muss schon froh sein, daß dieses traurige Kapitel Münchner Stadtentwicklung überhaupt erwähnt wird. Außerdem schreibt gerade Gerhard Matzig sehr häufig über Architektur in München.
Es wäre vielleicht wünschenswert gewesen, besser darzsutellen, warum die Sakamoto-Werkbundsiedlung wirklich ein Gewinn für die Stadt gewesen wäre, um exemplarisch das Versagen der Stadt plastischer darzustellen.
Insofern kann man ihn als Zusammenfassung betrachten. Inwieweit andere Münchner Tageszeitungen dieser Thematik Raum geben, weiß ich nicht.

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 16:39
QUOTE (Lazarus @ 17 Nov 2007, 11:15)
QUOTE (elba @ 17 Nov 2007, 11:10)
QUOTE (Lazarus @ 17 Nov 2007, 02:34)
@ elba

beide Projekte wurde auch net von der Stadt geplant und gebaut biggrin.gif  biggrin.gif

Was meinst du?

sowohl BMW-Welt als auch die Arena wurden von privat gebaut

Und warum ist das so lachhaft?

Geschrieben von: elba am 17 Nov 2007, 16:46
QUOTE (Rathgeber @ 17 Nov 2007, 16:21)
Es wäre vielleicht wünschenswert gewesen, besser darzsutellen, warum die Sakamoto-Werkbundsiedlung wirklich ein Gewinn für die Stadt gewesen wäre, um exemplarisch das Versagen der Stadt plastischer darzustellen.
Insofern kann man ihn als Zusammenfassung betrachten. Inwieweit andere Münchner Tageszeitungen dieser Thematik Raum geben, weiß ich nicht.

Ich habe den Eindruck, der Artikel wäre besser geworden, wenn man ein paar Spalten weniger vorgesehen hätte. Dann hätte man sich auf die Kernaussagen konzentrieren können. So ist es ein Rundumschlag, bei dem man rätselt, was es denn nun genau ist, was anders werden soll. Die Münchner? Der OB? Die Stadtratsfraktionen? Die Medien? Ich weiß, man kann das nicht immer verlangen, aber mir fehlt für so einen prominent platzierten Artikel ein wenig das Konstruktive. Und bzgl Transrapid müssen sich die Autoren sagen lassen: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Viel Grüße und danke fürs Verschieben ins richtige Thema,

Edmund

Geschrieben von: elba am 19 Nov 2007, 18:45
Heute gibt es http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/824/143504/ in der SZ. Diesmal wird zumindest die BMW-Welt etwas anders bewertet.

Und ja - mir ist bekannt, daß die kein Projekt der Stadtverwaltung ist. biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif So!

Geschrieben von: KBS 855 am 23 Nov 2007, 12:53
Genau das ist jetzt ein gutes Beispiel für die rückwärtsgewandte Einstellung vieler deutscher Bürger:

http://www.sueddeutsche.de/,ra14l3/muenchen/artikel/752/144426/

(Ist zwar nicht auf den Handel bezogen, aber es zeigt wie wenig man sinnvolle Veränderungen haben will. Scheinbar ist der Olympiapark ein Museum wo ja nichts zum positiven verändert werden darf).

Geschrieben von: Lazarus am 23 Nov 2007, 13:13
ein riesiger Hotelkomplex soll ne sinnvolle Veränderung sein? blink.gif blink.gif

der Park steht zurecht unter Denkmalschutz sollte sollte daher nur unter Auflagen verändert werden sorry

Geschrieben von: KBS 855 am 23 Nov 2007, 13:55
QUOTE (Lazarus @ 23 Nov 2007, 13:13)
ein riesiger Hotelkomplex soll ne sinnvolle Veränderung sein? blink.gif blink.gif

der Park steht zurecht unter Denkmalschutz sollte sollte daher nur unter Auflagen verändert werden sorry

Hier gehts doch nicht nur um den Hotelkomplex, den kann ich auch nicht befürworten, wobei es durchaus am Randbereich vorstellbar wäre. Nur hat der Olympiapark genug Schandflecke die weg gehören, z. B. das Olympia-Eisstadion, ein hässlicher 70er-Jahre-Betonklotz. Dafür eine neue, moderne Multifunktionsarena, das wär eine feine Sache.

Ich glaube auch dass es hier weniger um den Park geht, sondern um die Gebäude darin und die dürfen nicht tabu sein.
Aber die Stadt ist da ja unfähig, man braucht sich nur die Messestadt anschauen, das ist ein architektonisches Armutszeugnis!

Geschrieben von: Lazarus am 23 Nov 2007, 14:05
da spielt aber auch das Urheberrecht eine net unerhebliche Rolle. Net umsonst hat Bayern damls davon abgesehen das Oly umzubauen

Geschrieben von: KBS 855 am 23 Nov 2007, 14:29
QUOTE (Lazarus @ 23 Nov 2007, 14:05)
da spielt aber auch das Urheberrecht eine net unerhebliche Rolle. Net umsonst hat Bayern damls davon abgesehen das Oly umzubauen

Genau und hier muss man ansetzen. Es kann doch nicht sein dass ein Architekt die Veränderung von ihm entworfener Gebäude verhindern kann, das ist skandalös! Für die ersten Jahre mag das ja in Ordnung sein, danach sollte der Architekt keinerlei Handhabe mehr haben!
Schließlich wurde das Werk nicht vom Architekten bezahlt und daher sollte auch gelten: "Wer zahlt, schafft an".
Die Architektenmacht muss hier eingeschränkt werden, denn dem Besitzer muss das Recht eingeräumt werden, was zu ändern, wenn ihm was nicht mehr passt.

Geschrieben von: Lazarus am 23 Nov 2007, 14:36
für so eine Gesetzesänderung wirste aber keine Mehrheit im Bundestag bekommen, da dies nur allgemein regelbar wäre

Geschrieben von: KBS 855 am 23 Nov 2007, 15:08
QUOTE (Lazarus @ 23 Nov 2007, 14:36)
für so eine Gesetzesänderung wirste aber keine Mehrheit im Bundestag bekommen, da dies nur allgemein regelbar wäre

Abgesehen davon, wie ist deine Meinung dazu? Es kann doch nicht sein dass der Architekt das letzte Wort hat und nicht der, der das Bauwerk bestellt und bezahlt hat! Der Architekt führt doch nur eine Leistung aus und der der dafür bezahlt, sollte auch das Recht haben, es so zu ändern, wie ihm beliebt.
Will der Architekt ein Bauwerk dass sich nie verändert, dann soll er es selber bauen und finanzieren.

Geschrieben von: Lazarus am 23 Nov 2007, 15:25
also was den Olypark betrifft, könnt ich mir schon Änderungen vorstellen. Allerdings sollte man darauf achten, das der Grundcharakter des Parks erhalten bleibt

Geschrieben von: TramPolin am 23 Nov 2007, 16:29
QUOTE (KBS 855 @ 23 Nov 2007, 15:08)
Abgesehen davon, wie ist deine Meinung dazu? Es kann doch nicht sein dass der Architekt das letzte Wort hat und nicht der, der das Bauwerk bestellt und bezahlt hat! Der Architekt führt doch nur eine Leistung aus und der der dafür bezahlt, sollte auch das Recht haben, es so zu ändern, wie ihm beliebt.
Will der Architekt ein Bauwerk dass sich nie verändert, dann soll er es selber bauen und finanzieren.

Es gibt zwei Seiten. Wenn Du etwas gestaltest, bist Du vielleicht auch sauer, wenn es der Auftraggeber später verunstaltet, das Ganze aber mit Deinem (guten) Namen verknüpft ist. Entsprechend kann ich so manchen Künstler schon verstehen.

Mal davon abgesehen, ist das Ganze inzwischen dick OT. Vielleicht kann ja jemand die entsprechenden Beiträge nach

"[M] Architektur und Stadtentwicklung"

verschieben.

Denkbar wäre auch der Thread

"Moderne Kunst"

aber Ersteres passt IMHO besser.

Danke!

Geschrieben von: Hot Doc am 23 Nov 2007, 17:27
1. Was da zur Zeit am Olympiapark geplant wird, stellt einem die Haare auf! Sicher gibt es Stellen die erneuert gehören. Aber auch hier muss man mir gestalterischem Auge hingucken und nicht mit profitgierigen, was im Moment abr gemacht wird.

2. Die Stadt hat jeden Bezug zu guter und künstlerischer Architektur verloren. Messestadt und das Neubaugebiet an der Hackerbrücke sind eigentlich noch die sanfteren Beispiele. Der Münchner-Rück-Turm, der Vierkantbolzen und das neue SZ-Gebäude sind die wirklich sinn- und einfallslosen Schandflecken der letzten Jahre. Das Bürgerbegehren über die Hochhaushöhe hat auch nichts an der Tatsache geändert, dass die Häuser hässlich und langweilig sind wie sonst nix! Mir ist doch "scheissegal" wie hoch ein Gebäude ist, wenn es ästhetisch und interessant innovativ gestaltet ist. Für den SZ-Turm gabt da einen genialen Entwurf, an den man sich aber nicht getraut hat.
Hypobank, BMW und Olympiaturm, alles Beispiele wie man interessant bauen kann. Alle stehen als Symbole für München. Mag sein, dass sie auch nicht mehr soooo modern und soooo schön sind, aber immer noch interessant und eigenständig.

3. Ich finde im privaten Bereich, hat ein Architekt nix zu sagen, wenn wir aber über öffentliche Projekte oder Projekte mit künstlerischem Wert reden, sollte nach wie vor die jetzige Regelung Bestand haben.

Geschrieben von: Lazarus am 23 Nov 2007, 17:39
nur sind der Münchner Rück-Turm und der SZ-Neuabu keine Projekte der Stadt München. Was hätte die Stadt da machen sollen. Da gibts keine rechtliche Handhabe

Geschrieben von: Hot Doc am 23 Nov 2007, 23:42
Für ALLE Bauvorhaben muss eine Baugenehmigung erteilt werden, und auf die kann sehr wohl auch politisch Einfluss genommen werden.

Geschrieben von: Rathgeber am 24 Nov 2007, 04:09
QUOTE (KBS 855 @ 23 Nov 2007, 12:53)
http://www.sueddeutsche.de/,ra14l3/muenchen/artikel/752/144426/

(Ist zwar nicht auf den Handel bezogen, aber es zeigt wie wenig man sinnvolle Veränderungen haben will. Scheinbar ist der Olympiapark ein Museum wo ja nichts zum positiven verändert werden darf).

Was ist denn in Deinen Augen eine "sinnvolle Veränderung"? Und komm jetzt bitte nicht mit zusätzlichen Einkaufsmöglichkeiten, die an dieser Stelle sowieso nicht sinnvoll sind, weil dafür der Einzugsbereich nicht relevant ist...

Gottfried Knapp hat das Dilemma des Olympiaparks in dem von elba verlinkten Beitrag ganz gut zum Ausdruck gebracht. Es wird ganz bewust von einem Park gesprochen, das sollte man bei der Debatte und den geplanten sowie bereits vollzogenen Eingriffen (BMW Welt, Sea World) nicht zu kurz kommen lassen.
Man mag z.B. der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung vieles vorwerfen, aber eine Kommerzialisierung durch lukrative Neubauten kann man ihr zumindest am Münchner Paradebeispiel Englischer Garten (und ich wäre sehr dankabr, wenn wir an dieser Stelle die Trambahndiskussion außen vor lassen könnten) nicht vorwerfen. Nun, die muss, im Gegensatz zur Olympiapark GmbH, auch keine Gewinne abwerfen.

Architektur ist sicher nicht für die Ewigkeit (das zumeist ungenutzte Olympiastadion zeigt es leider nur allzu deutlich). Dennoch halte ich die Frage, inwieweit die geplanten und breits stilistisch vollzogenen Eingriffe (und die architektonisch sicher erwähnenswerte BMW Welt muss an dieser Stelle genannt werden) dem Ensemble guttun.
Der jetzt leere Busbahnhof ist sicherlich ein toter Raum. Es macht wenig Sinn, dieses ungenutzte Gelände so zu belassen, wie es ist. Die Frage, ob ein Hotel als Ableger der BMW Welt die (für den Olympiapark) richtige Lösung ist, halte ich ich für durchaus berechtigt, auch wenn das Gelände wohl offiziell nicht zum Ensemble gehört und deshalb wohl auch nicht Gegenstand der Diskussion sein darf.

Die Frage nach einer sinnvollen Umwidmumg und Umgestaltung des Rad- und Eisstadions ist in meinen Augen absolut berechtigt. Aber mit der (im Falle des Radstadions auch gescheiterten) Holzhammermethode schadet man dem Park nur.
Warum wird nicht eine Umwandlung (auch mit äußerlichen baulichen Veränderungen) dieser Gebäude erwogen? (Kann man damit z.B. den Bau einer zusätzlichen kleinen Olympiahalle abwenden und dennoch zwei für die Olympiabewerbung 2018 relevante Hallen gewinnen?)

Und eines darf nicht vergessen werden:
Eine Lokalbaukommission macht sich ins Hemd, wenn http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/682/108574/. Aber bei so sensiblen Angelegenheit wie dem Olympiapark hört man nichts als bertretenes Schweigen?

Geschrieben von: KBS 855 am 5 Dec 2007, 00:55
Mal eine Frage:
Wieso werden in der Münchner Fußgängerzone nicht mal die Bausünden "entsorgt" und dort neu gebaut? Mir fällt gleich nach dem Karlstor rechts etwas ins Auge, Runners Point/Allerlei z. B., das gehört weg, sieht hässlich und nach Nachkriegszweckbau aus und das in der teuersten Fußgängerzone des Landes!

Geschrieben von: Lazarus am 5 Dec 2007, 00:57
QUOTE (KBS 855 @ 5 Dec 2007, 00:55)
Mal eine Frage:
Wieso werden in der Münchner Fußgängerzone nicht mal die Bausünden "entsorgt" und dort neu gebaut? Mir fällt gleich nach dem Karlstor rechts etwas ins Auge, Runners Point/Allerlei z. B., das gehört weg, sieht hässlich und nach Nachkriegszweckbau aus und das in der teuersten Fußgängerzone des Landes!

da müsste sich die aber mit Mc Donalds anlegen laugh.gif laugh.gif laugh.gif

Geschrieben von: TramPolin am 5 Dec 2007, 01:13
QUOTE (KBS 855 @ 5 Dec 2007, 00:55)
Mal eine Frage:
Wieso werden in der Münchner Fußgängerzone nicht mal die Bausünden "entsorgt" und dort neu gebaut? Mir fällt gleich nach dem Karlstor rechts etwas ins Auge, Runners Point/Allerlei z. B., das gehört weg, sieht hässlich und nach Nachkriegszweckbau aus und das in der teuersten Fußgängerzone des Landes!

Der Kaufhof am Marienplatz ist auch so ein Kandidat. Der passt doch da überhaupt nicht hin und hässlich ist er auch.

Die einzige Daseinsberechtigung des Gebäudes ist m.E. sein Paternoster.

Geschrieben von: Rohrbacher am 5 Dec 2007, 01:22
QUOTE
Wieso werden in der Münchner Fußgängerzone nicht mal die Bausünden "entsorgt" und dort neu gebaut?

Warum? Einige dieser "Bausünden" stehen unter Denkmalschutz. Ob das in der FuZo der Fall ist, weiß ich nicht, kann aber gut sein. Und warum sollen die Häuser "Bausünden" sein? Das ist der Zeitgeist der 50er und 60er Jahre. Ja und? Warte mal 40 Jahre, wie du dann über die Baukunst der Jahre 2007/08 denkst... *horizont?*

QUOTE
da müsste sich die aber mit Mc Donalds anlegen

Quatsch. Mietvertrag, Kündigung, raus. Selbst wenn man aus dem Vertrag irgendwie nicht rauskäme, mit dem Dc Mommels-Konzern hätte man als Eigentümer der Immobilie die wenigsten bis gar keine Probleme, da die Filialen nicht vom Dc Mommels-Konzern, sondern in den allermeisten Fällen von einem unternehmerisch "selbstständigen" Franchisepartner betrieben werden. Der Marketingkurs soll ja im Nachhinein nicht ganz unsinnig gewesen sein. wink.gif
http://de.wikipedia.org/wiki/Franchising

QUOTE
Aber mal im Ernst, ich habe schon des Öfteren gelesen, dass nicht nur das Olympiastadion, sondern sogar der gesamte Olympiapark unter Denkmalschutz steht.

Wer sich mal damit beschäftigt hat, könnte wissen, dass es bei der Gestaltung grob um die Einheit von Landschaft und Architektur ging. Wär' also blöd, nur einen Teil (die Hochbauten, aber als ganzes!) davon zu schützen und den Rest (die angelegte Landschaft) zu verändern. Gut, für das BLÖD-Blatt oder ein vergleichbares wäre das jetzt schon zu viel Text, ist aber so, egal. Durch Bauaktivitäten in der Nähe ist da aber wohl schon einiges von der ursprünglichen Idee des Parks kaputt gegangen. Ich finde den Park einfach nur genial, es gibt eigentlich kaum was vergleichbares! Ich würde fast sagen, die beste architektonische Leistung des ganzen 20. Jahrhunderts und ein Aushängeschild Münchens! Das erste was ich bei gutem Wetter aus'm Fresh unverwechselbar von dieser Stadt sehe, ist der Olympiaturm. cool.gif

/edit: Komma. *wahnsinn*

Geschrieben von: Lazarus am 5 Dec 2007, 01:41
QUOTE (TramPolin @ 5 Dec 2007, 01:13)
QUOTE (KBS 855 @ 5 Dec 2007, 00:55)
Mal eine Frage:
Wieso werden in der Münchner Fußgängerzone nicht mal die Bausünden "entsorgt" und dort neu gebaut? Mir fällt gleich nach dem Karlstor rechts etwas ins Auge, Runners Point/Allerlei z. B., das gehört weg, sieht hässlich und nach Nachkriegszweckbau aus und das in der teuersten Fußgängerzone des Landes!

Der Kaufhof am Marienplatz ist auch so ein Kandidat. Der passt doch da überhaupt nicht hin und hässlich ist er auch.

Die einzige Daseinsberechtigung des Gebäudes ist m.E. sein Paternoster.

glaub kaum, das die Metro-Gruppe diesen Standort freiwillig räumen wird, zumal dennen das Gebäude gehört. Zudem gehört diese Filliale zu den umsatzstärksten Deutschlands

Geschrieben von: TramPolin am 5 Dec 2007, 09:47
QUOTE (Lazarus @ 5 Dec 2007, 01:41)
glaub kaum, das die Metro-Gruppe diesen Standort freiwillig räumen wird, zumal dennen das Gebäude gehört. Zudem gehört diese Filliale zu den umsatzstärksten Deutschlands

Der Kaufhof soll ja nicht weg. Denkbar wäre ein Neubau oder - falls möglich - eine Veränderung der Fassade.

Das Gebäude hat übrigens viele Feinde, in der Vergangenheit wurde immer wieder mal über diesen Schandfleck berichtet. Das Problem ist, dass das Gebäude m.E. einfach vom Stil her nicht zu den umliegenden Bauten passt, und der Stil gefällt mir persönlich auch nicht.

Geschrieben von: LugPaj am 5 Dec 2007, 15:42
QUOTE (TramPolin @ 5 Dec 2007, 09:47)
Der Kaufhof soll ja nicht weg. Denkbar wäre ein Neubau oder - falls möglich - eine Veränderung der Fassade.

Das Gebäude hat übrigens viele Feinde, in der Vergangenheit wurde immer wieder mal über diesen Schandfleck berichtet. Das Problem ist, dass das Gebäude m.E. einfach vom Stil her nicht zu den umliegenden Bauten passt, und der Stil gefällt mir persönlich auch nicht.

Die ganze Geschichte des Kaufhofs ist ein Skandal.

Bis 1969 (!) stand hier noch das Kaufaus Roman Mayr, ein Jugenstilbau aus dem Jahr 1912, welches dann durch den Betonbunker Kaufhof ersetzt wurde.

Hier noch ein schoenes altes Bild der Suedfassade vom Marienplatz (kann man leider vieles nicht mehr so wiedererkennen...) leider ohne den besagtem kaufhofs-vorgaengerbau.
http://plato.alien.de/muenchen/bilder/temp/mp/Clipboard02.jpg

Sehr schade uebrigens auch in oberen Bild um das Haus in der Mitte, mit dem Ecktuermchen, den reich verzierten Balkonen und anderern Verzierungen, was nach dem 2. Weltkrieg noch recht tadellos stand:
http://plato.alien.de/muenchen/bilder/temp/mp/Clipboard05.jpg
...und 1958 gewissenslos plattgemacht wurde.

Geschrieben von: Rohrbacher am 5 Dec 2007, 17:52
QUOTE
...und 1958 gewissenslos plattgemacht wurde.

Damals war man noch nicht so scharf auf Denkmalschutz oder sowas. Und man sieht einem Gebäude von außen u.U. nicht an, wie mies die Substanz wirklich ist. Und der Unterhalt für so 'nen Altbau ist nicht grad lustig. Sicher wäre mir eine toprestaurierte Altstadtkulisse auch lieber (und 'ne schicke Altbauwohnung mit hohen Räumen und doppelflügligen Türen^^), aber mit den ganzen bunten Schildchen der heutigen Geschäftswelt? Da stört mich der Kaufhof rein optisch am wenigsten, übertrieben kann man sagen, von der Fassade sieht man ja fast nix... Außerdem muss man überlegen, dass die Leute, die da u.U. noch drin wohnen sollen, nicht in einem Museum mit extrem hoher Heizrechnung, eventuell engen unebenen Zimmern wohnen wollen. Man kann zwar die Fassade stehen lassen und drunter quasi 'nen Neubau setzen, aber das ist teuer und war erst recht damals nicht wünschenswert bzw. üblich.

Schade aber verständlich. Sonst wären Leute gekommen und hätten die hohen Kosten für solche "Sentimentalitäten" angeprangert, wie wenn der Ersatz alter unzeitgemäßer Fahrzeuge irgendwo betrauert wird. Jaja, die Kosten, der Nutzen und die Dinger sind halt heute nicht mehr zeitgemäß und funktional. rolleyes.gif

Geschrieben von: Hot Doc am 5 Dec 2007, 18:36
QUOTE (Rohrbacher @ 5 Dec 2007, 17:52)
Damals war man noch nicht so scharf auf Denkmalschutz oder sowas.

"Die Bayern schleiften in den letzten drei Jahrzehnten mehr als 30000 Baudenkmale." (Die Zeit)

Soviel zum Denkmalschutz heute...

...aber wir kommen ein wenig vom Thema ab!

Geschrieben von: regiotramuli am 5 Dec 2007, 22:00
"Nächster Halt, next stopp - Salzburg-Taxham-Europark - Salzburg-neue-Mitte!!"

Europark das Salzburger CentrOberhausen sollte dringenst ebenso Rund um die Uhr aufbleiben

Da hier am CentrOSalzburg die S-Bahn-Stamstrecke vorbei verläuft sollte man auch in diesem Einkaufszentrum und in dem dazugehörigen IKEA die Läden ebenso rund um die Uhr gröfffnet bleiben - wehnigstens bis 21 Uhr oder 22 Uhr. Auch an Sonn und feiertagen wenigstens bis 20 Uhr.
Den dieses CentrO ist von der ganzen region abhängig. Die Unternehmer würden hierbei gute Geschäfte machen - besonders wenn ab 2009 das Projekt >Regional-S-Bahn BGL< eingerichtet wird.
Die neuen S-Bahnlinien mit den Flyrt-Triebwagen werden Berchsgodn (Berchtesgaden) mit Salzburg verbinden. Hoffentlich auch Ruhpolding mit Salzburg und vieleicht noch Mühldorf mit Salzburg.
Entlang dieser Strecken zwischen den erwähnten Endstationen sind auch weitere Zwischenhaltestellen geplant, darunter sind vorallen Dingen zumindest. REI-Spitalhof und Staufnbrück - ebenso Winkl-Siedlung Bischhofswiesen-Süd und Halthurm soll wieder hoffentlich wieder eröffnet werden für die Bergwanderer und Einwohner.
Auch entlang der Stammstrecke zwischen Sbg.Hbf. und Freilassing sollten die Züge zumindestens in der neuen Mitte (Salzbg.-Taxham-Europark) und in Sbg. Mülln halten.

Darum ist es wichtig die Geschäfte rund um die Uhr offen zu lassen.

Das kommt auch den einkommsschwachen Touristen zugute, welche die Nacht auf Trapp im Europark verweilen können und tagsüber im Grünen oder in den Parknlagen ihre Nächtlichen Wiederholungsschläfchen machen könnten.
Der Saturnhansa ist so intressant - noch viel interressanter als der nächtliche Schlaf - ebenso der IKEA.

Zu Oberhausen Europark (CentrO):
Auch hier wäre der Shopping rund um die Uhr angebracht.
Auch normale Lebensmittelgeschäfte und ein IKEA wäre ebenso da angebracht wie im Salzburger TaxhamCentrO.
Auch gehört genauso wie dort, entlang der vorbeiverlaufenden Güterbahnstrecke die S-Bahn - ambesten die Regionalstadtbahn eingerichtet, welche zwischen Essen Innenstadt bzw. Grugamesse mit Du-Ruhrort bzw. Moers - Kamp-Lintfort verkehren könnte. Auch dieses sei wichtiger. die geplante Straßenbahn vorbei wäre Sinnlos, da diese viel zu langsam ist und nicht weiträumige Regionen erschließen kann. Mit der Regiotram könnte man mit enormen Fahrgastzuwachs die Unternehmer vom CentrO beglücken. CentrOberhausen würde Den Besucheranstrom - sogar von Kamp-Lintford und den nördlichen Vororten von Duisburg auf das herzlichste begrüßen.

regiotramuli@web.de

Geschrieben von: KBS 855 am 5 Dec 2007, 23:38
QUOTE

Und man sieht einem Gebäude von außen u.U. nicht an, wie mies die Substanz wirklich ist. Und der Unterhalt für so 'nen Altbau ist nicht grad lustig. Sicher wäre mir eine toprestaurierte Altstadtkulisse auch lieber (und 'ne schicke Altbauwohnung mit hohen Räumen und doppelflügligen Türen^^),...........Außerdem muss man überlegen, dass die Leute, die da u.U. noch drin wohnen sollen, nicht in einem Museum mit extrem hoher Heizrechnung, eventuell engen unebenen Zimmern wohnen wollen. Man kann zwar die Fassade stehen lassen und drunter quasi 'nen Neubau setzen, aber das ist teuer und war erst recht damals nicht wünschenswert bzw. üblich.


Man kann auch komplett neu bauen, mit einer historischen Außenfassade, die innen modernst eingerichtet und ausgestattet ist. Einfach nur der historische Schein nach Außen hin.
München hatte aber wirklich Glück, wenn man sieht was die Kölner ihrer Stadt angetan haben.

@regiotramulli:
Den Europark kann man jetzt aber nicht gerade mit dem CentrO vergleichen, da das CentrO doch ein paar Nummern größer ist. Aber der Europark ist schon eine feine Sache und in Wals-Siezenheim (???) entsteht ja noch was feines.
Salzburg wird sich einen großteil der Kaufkraft des bayerischen Umlandes an sich binden, weil bei uns ja alles reglementiert wird.

Geschrieben von: bruno am 6 Dec 2007, 11:12
Noch kurz etwas zum bald nicht mehr existierenden Plettzentrum: Die Architektur gefällt anscheinend fast niemandem besonders und wird allgemein als belanglos angesehen. Da ist es historisch interessant, das mal mit den Gründerzeitgebäuden zu vergleichen. Auch die wurden bis in die siebziger Jahre ohne weiteres abgebrochen, weil das nur industriell massenproduzierter Stuckkitsch war, was da die Fassaden verkleidete. Das hatte keinen künstlerischen Wert, nur ältere Gebäude wurden als erhaltenswert betrachtet. Und heute wird das ganz anders angesehen. Dasselbe wird früher oder später auch mit sechziger Jahre Gebäuden passieren. Aber eigentlich ging es mir bei dem Bau vor allem um einen persönlichen Erinnerungswert, der aber offensichtlich von den meisten heutigen Neuperlachern nicht geteilt werden kann.

Geschrieben von: TramPolin am 6 Dec 2007, 11:57
Aus "Schluss mit dem Ladenschluss"
QUOTE (bruno @ 6 Dec 2007, 11:12)
Noch kurz etwas zum bald nicht mehr existierenden Plettzentrum: Die Architektur gefällt anscheinend fast niemandem besonders und wird allgemein als belanglos angesehen. Da ist es historisch interessant, das mal mit den Gründerzeitgebäuden zu vergleichen. Auch die wurden bis in die siebziger Jahre ohne weiteres abgebrochen, weil das nur industriell massenproduzierter Stuckkitsch war, was da die Fassaden verkleidete. Das hatte keinen künstlerischen Wert, nur ältere Gebäude wurden als erhaltenswert betrachtet. Und heute wird das ganz anders angesehen. Dasselbe wird früher oder später auch mit sechziger Jahre Gebäuden passieren. Aber eigentlich ging es mir bei dem Bau vor allem um einen persönlichen Erinnerungswert, der aber offensichtlich von den meisten heutigen Neuperlachern nicht geteilt werden kann.

Ich habe jede Menge persönliche Erinnerungen an das Plettzemtrum, speziell auch an die Bücherei. Als Kind oder Jugendlicher reicht das Taschengeld kaum für den Kauf eigener Bücher aus, sodass die Bücherei im Plettzentrum "die" Wissensquelle für mich früher war. Nur rechtfertigt das noch keinen Erhalt von Gebäuden. Außerdem ist das Plettzentrum jetzt halb verfallen, sodass alles zu spät ist.

In der Tat muss man sich aber überlegen, was man mit 1960er- und 1970er-Jahre-Bauten macht. Oft kann man die Gebäude aufpeppen - aus hässlich wird fast wunderschön. Anbei ein Foto, das ich vom Plettzentrum aus im Jahre 2000 schoss (entsprechend sieht man auch einen Teil des Plettzentrums), das ein anderes "historisches" Gebäude zeigt. Das war sogar meine erste Bekanntschaft mit Neuperlach, da dort ein Info-Büro mit Dauerausstellung war (oder noch ist?), in dem man sich über Neuperlach informieren konnte. Das Gebäude war früher eines der hässlichsten, das ich je gesehen habe, aber wie das Foto zeigt, hat man es verändert. Ein neuer Anstrich und ein paar Zusätze, und schon sieht das ganz anders (und irgendwie schön) aus. Ist aber natürlich auch Geschmackssache.

http://www.bilder-hochladen.net/files/big/4qty-3.jpg
http://www.bilder-hochladen.net/files/big/4qty-3.jpg
(Vom Plettzentrum aus 2000 fotografiert)
Das Betonkonstrukt im Vordergrund sieht übrigens ein wenig wie eine Transrapid-Strecke aus biggrin.gif*
[Edit:] * Also doch erhaltenswert als Technik-Denkmal? biggrin.gif biggrin.gif biggrin.gif

Geschrieben von: Lazarus am 12 Dec 2007, 20:19
demnächst wird wohl in Pasing ein markantes Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen, die Rede ist vom Landsberger Hof in der Bodenseestrasse

Geschrieben von: Oliver-BergamLaim am 10 Feb 2008, 20:04
Im Forum wurde ja in verschiedenen Themen immer wieder die Trostlosigkeit und Eintönigkeit der Münchner Neubauviertel, allen voran die Messestadt Riem, angesprochen.
Auf BR3 lief gerade ein höchst interessanter 45-minütiger Beitrag dazu: http://www.br-online.de/land-und-leute/himmel/lebensraum/2008/0210.html. Mit direkten Worten und ohne Blatt vor dem Mund wurde in Bild und Kommentar die ganze Häßlichkeit, Einfallslosigkeit, Fehlplanung und Nicht-Beachtung der Menschen, die in diesen Siedlungen leben müssen, gezeigt. Die gesamte Perversion wurde am besten an Hand eines Hauses in der Siedlung am Ackermannbogen gezeigt, das mehr wie ein Gefängnis aussieht, aber mehrere "renommierte" Architekturpreise gewonnen hat.

Interessant fand ich besonders dass auf die Betonwände eingegangen wurde, die in der Messestadt ganze Straßenzüge säumen. Da die Bauträger in die Gebäude 5 Stockwerke statt 4 quetschen wollen, wird kein Hochparterre gebaut, sondern das EG ebenerdig, wodurch theoretisch jeder den Leuten in Garten und Fenster hineinsehen kann. Um ein wenig Privatsphäre zu gewähren, hat man ganze Straßenzüge mit mannshohen Betonmauern zwischen Gärten und Straßen gesäumt.

Andere Beispiele zeigten Tiefgarageneinfahrten direkt unter Balkonen oder direkt neben Terrassen. Es wurden Terrassen direkt neben Müllräumen und Hauseingängen gezeigt, das Fehlen jeglicher Privatsphäre in Gärten, die nackt und ungeschützt direkt an der Straße stehen und daher von den Bewohnern oft gar nicht genutzt werden. Das Fehlen jeglicher Individualität, Rechteck neben Rechteck, Einfallslosigkeit und Tristesse überall.

Hauptsächlich Schuld an der Misere seien sowohl die Bauträger, die mit den immer gleichen Architekten die immer gleichen Gebäude bauen, als auch Stadt und Stadtrat, die solche Siedlungen offenbar nicht verhindern wollen.

Der Film wird heute im Nachtprogramm um 2.10 Uhr wiederholt. Bitte schaut ihn Euch an, wenn Ihr Euch für Architektur und/oder urbanes Zusammenleben der Menschen in München interessiert, ich habe im Rundfunk bisher nie einen so interessanten und sehenswerten Beitrag dazu gesehen.

Geschrieben von: Hot Doc am 10 Feb 2008, 20:27
Schade...ich wäre sehr interessiert, aber muss morgen früh arbeiten...wenn jemand das aufm PC aufnehmen kann, wäre ich höchst interessiert daran!!!

Geschrieben von: Rathgeber am 11 Feb 2008, 00:01
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 10 Feb 2008, 20:04)
Im Forum wurde ja in verschiedenen Themen immer wieder die Trostlosigkeit und Eintönigkeit der Münchner Neubauviertel, allen voran die Messestadt Riem, angesprochen.
Auf BR3 lief gerade ein höchst interessanter 45-minütiger Beitrag dazu: http://www.br-online.de/land-und-leute/himmel/lebensraum/2008/0210.html.

Danke für den Hinweis. Sehenswert ist es sicherlich, ob ich so lange durchhalte, weiß ich allerdings nicht.
Vor einiger Zeite habe ich mich, allerdings sicher nicht so qualifiziert wie Meinhard Prill (der übrigens auch eine sehr gute Dokumentation über http://www.br-online.de/land-und-leute/himmel/lebensraum/2007/0913.html erstellt hat), http://stadtneurotiker.wordpress.com/2007/06/29/hubsch-adrett-und-langweilig/ geäußert.

Geschrieben von: Michi Greger am 11 Feb 2008, 01:21
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 10 Feb 2008, 20:04)
Die gesamte Perversion wurde am besten an Hand eines Hauses in der Siedlung am Ackermannbogen gezeigt, das mehr wie ein Gefängnis aussieht, aber mehrere "renommierte" Architekturpreise gewonnen hat.

Die ganze Siedlung am Ackermannbogen sieht doch aus wie entweder ein Gefängnis oder die Versuche eines 3-jährigen Kindes, ein Haus zu bauen. Wobei, ich glaub dass ein 3-jähriger zumindest intuitiv eine einigermaßen sinnvolle Anordnung von Fenstern und Türen wählen würde.
Aber sowas spielt ja heutzutage keine Rolle mehr - früher ist man als Bauherr zum Architekten gegangen, um ein Haus zu bekommen, das auch garantiert stehenbleibt (weil einfach irgendwie ausprobieren und ohne Plan drauflosbauen ist ja doch etwas gefährlich). Wenns dann auch noch gut, wohlproportioniert ausgesehen hat und die Räume so geschnitten waren dass man eine durchschnittliche Wohnungseinrichtung reinbekommt, war der Architekt was wert.
Heute ist es egal, wie das Haus aussieht, das hinterher rauskommt - Hauptsache es ist "modern" und der Architekt hat einen möglichst toll bekannten Namen, damit man hinterher überall damit angeben kann, der berühmte Architekt Sowieso hat das gebaut. Wen interessierts schon, wenn die Fenster an den blödesten Stellen sitzen, die Räume Abmessungen haben, zu denen wirklich keine normale Einrichtung passt und das ganze Gebäude ausschaut, als hätte irgendjemand wahlweise nur 2 verschiedene Schablonen gehabt oder statt mit Bauklötzen mit Schleim modelliert - es ist ja vom Stararchitekten...
Ich werd mir die Sendung jetzt mal aufnehmen (ggf. vielleicht doch noch anschauen? mal schauen wann ich einschlaf...) und morgen vielleicht nochmal was dazu schreiben. smile.gif

Gruß Michi

Geschrieben von: Rathgeber am 11 Feb 2008, 03:08
Heieiei, das ist wieder mal eine erschreckende Reportage über Münchner Belanglosigkeit. Luftaufnahmen und Kamerafahrten entlang der Betonmauern machen das Grauen noch schlimmer, als wenn man es abläuft.
Meinhard Prill ist es wenigstens so freundlich, auch http://www.wagnis.org/ aufzuzeigen.
Interessant ist auch, was der Heimatpfleger (?) gesagt hat: Innen sehe alles gleich aus. Unterscheidung sei nur an der Fassade erkennbar. Das greift das auf, was Gerhard Matzig vor einiger Zeit in der SZ über Wohnraum geschrieben hat.

Ansonsten habe ich zu Olivers Beobachtungen nichts zu ergänzen.

Geschrieben von: undnocheinmal am 11 Feb 2008, 11:27
Zum Plettzentrum:
Wahrscheinlich wurde dort Azbest gefunden und wird deswegen abgerissen.
Im OEZ wurde wegen Azbest die ganze Decke saniert. Dahre schätze ich mal, dass ganz Perlach mal wegen Azbest zum Opfer fallen wird.

Undnocheinmal

Geschrieben von: TramPolin am 11 Feb 2008, 11:47
QUOTE (undnocheinmal @ 11 Feb 2008, 11:27)
Zum Plettzentrum:
Wahrscheinlich wurde dort Azbest gefunden und wird deswegen abgerissen.
Im OEZ wurde wegen Azbest die ganze Decke saniert. Dahre schätze ich mal, dass ganz Perlach mal wegen Azbest zum Opfer fallen wird.

Undnocheinmal

In dieser Hinsicht ist mir nichts bekannt. Quellen wären schöner als Spekulationen.

In den Zeitungen stand nie was von Asbest, mehr weiß ich nicht.

Da ab ca. 1979 das Asbestverbot einsetzte, ist auch nicht ganz Perlach betroffen, viel kam ja erst später. Eine Vielzahl an Häusern aus Ende der 1960er- und Anfang der1970er-Jahre wurde die letzten Jahre umfassend saniert. Ausschließen kann ich nicht, dass da Asbestplatten gefunden oder ersetzt wurden. Auf jeden Fall sind die Häuser weiter bewohnt und damit gerettet.

Zurück zum Plettzentrum: Das Plettzentrum siechte eher wegen Erfolglosigkeit dahin, weniger wegen der Asbestgefahr, falls es dort so eine gibt. Ein Ladenzentrum, das weder viel zu bieten hat - vielmehr als ein Schreibwarengeschäft, einen Supermarkt und die Stadtteilbibliothek gab es nicht - noch den Einkauf mit Auto erleichtert, hat es einfach schwer. In den ersten Jahren gab es außerdem den Nordzugang (Brücke über Ständerstraße) noch nicht, sodass selbst eine Anfahrt mit dem Fahrrad nicht gerade leicht war, wer mit Kinderwagen oder im Rolli unterwegs war, hatte es noch schwerer, da es nur eine äußerst steile Rampe gab, die noch dazu mit einer Riesenstufe begann und eigentlich kaum befahrbar war (nur für Lebensmüde).

Geschrieben von: Lazarus am 11 Feb 2008, 11:57
Beim Plettzentrum dürfte es einfach schlicht so sein, das ein Neubau wirtschaftlich günstiger ist als das Ding nochmal aufwendig zu sanieren

Geschrieben von: TramPolin am 20 Feb 2008, 15:22
QUOTE (Lazarus @ 11 Feb 2008, 11:57)
Beim Plettzentrum dürfte es einfach schlicht so sein, das ein Neubau wirtschaftlich günstiger ist als das Ding nochmal aufwendig zu sanieren

Es soll ja so manche gegeben haben, die noch auf Wunder in letzter Minute gehofft haben, aber nun ist es irreversibel.

Das legendändere Betongebäude der alten "Neuen Heimat" mit integriertem Ladenzentrum ("Plettzentrum") und Stadtteilbibliothek ist Geschichte.

Die Abrissarbeiten sind nun am Laufen und haben vermutlich heute oder Anfang der Woche begonnen.

Nun gut, freuen wir uns auf ein neues Plettzentrum, das zumindest von den Plänen m.E. architektonisch her äußerst interessant werden dürfte. Wer auf die Gebäude schimpft, die in den letzten Jahren gebaut wurden, findet vielleicht Gefallen an dem neuen Teil.


Geschrieben von: Iarn am 30 Apr 2008, 11:32
Nach dem Neuen Münchner Koalitionsvertrag sollen 7000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden. Das ist recht viel. Ich frage mich welche neu zu erschließenden Gebiete man in der neuen Stadtregierung mit anpeilt, um solche Zahlen erreichen zu können. Nur mit Messestadt, Bahnachse West, neuer Ostbahnhof und Freihamm wird man das Tempo nicht lange durchhalten können. Engschalking Ost hängt maßgeblich von der S8 Tieferlegung ab oder man müsste ein neues Erschließungskonzept erstellen.

Geschrieben von: Rathgeber am 30 Apr 2008, 21:02
Wirklich große Bebauungsgebiete tun sich derzeit nicht mehr auf. Wenn man sich allerdings genauer in den verschiedenen Stadtvierteln umschaut, ergibt sich doch einiges. Das ist mir z.B. gestern oder vorgestern in Gern aufgefallen, wo sich parallel zur Hanebergstraße eine riesige Brachlandschaft auftat, die wohl demnächst bebaut wird.
Ein wenig mehr Aufschluss zu dem Thema gibt es auch http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/forumdisplay.php?s=&forumid=168.

Geschrieben von: ChristianMUC am 30 Apr 2008, 21:33
Ein absolutes Negativbeispiel für "Stadtentwicklung" dürfte die Neubebauung der Südseite Azaleenstr. in der Lerchenau sein. Früher ein Wall - die ganze Straßenseite unbebaut... und jetzt zugepflastert mit häßlichen Reihenhäusern. Als Anwohner der Nordseite würd ich wohl Dauerkotzen - statt beliebter Grünfläche (Wiese zum Spielen, im Winter Rodelhügel...) Neubaugebiet...

Geschrieben von: Auer Trambahner am 30 Apr 2008, 21:38
Die Österreicher sind auch gut drauf, klatschen in jedes historische Dorf mindestens einen hypermodernen Neubau.
Wenns kein M.Preis ist dann die örtliche Feuerwehr (St.Jodok z.B.).

Geschrieben von: LugPaj am 30 Apr 2008, 22:37
QUOTE (Michi Greger @ 11 Feb 2008, 02:21)
Die ganze Siedlung am Ackermannbogen sieht doch aus wie entweder ein Gefängnis oder die Versuche eines 3-jährigen Kindes, ein Haus zu bauen. ....

Also gerade die Siedlung am Ackermannbogen finde ich ist eines der wenigen Neubauviertel, das relativ gelungen ist. Wesentlich besser, als diese 08/15 Muell in der Messestadt Riem oder zB auch im Arnulfpark.

Geschrieben von: Oliver-BergamLaim am 1 May 2008, 11:18
QUOTE (Iarn @ 30 Apr 2008, 12:32)
Nach dem Neuen Münchner Koalitionsvertrag sollen 7000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden. Das ist recht viel. Ich frage mich welche neu zu erschließenden Gebiete man in der neuen Stadtregierung mit anpeilt, um solche Zahlen erreichen zu können. Nur mit Messestadt, Bahnachse West, neuer Ostbahnhof und Freihamm wird man das Tempo nicht lange durchhalten können. Engschalking Ost hängt maßgeblich von der S8 Tieferlegung ab oder man müsste ein neues Erschließungskonzept erstellen.

"Nachverdichtung" dürfte wohl eines der großen Stichworte sein. In den letzten 10 Jahren wurde in Berg am Laim sehr viel nachverdichtet, was einem Stadtteilfremden auf den ersten Blick wohl gar nicht auffällt. Selbst als "Eingsessner" wundert man sich immer wieder, wie viel Platz eigentlich noch für Neubauten ist. Die Häuserzeile da hatte früher zwischen zwei Häusern eine Lücke in Form eines Parkplatzes - aufgefüllt mit Wohn- und Geschäftshaus. Der alte Bauernhof dort weg - und ein Neubau mit ca. 30 Eigentumswohnungen hin.
Im Übrigen denke ich doch, dass Freiham, ROST (Rund um den Ostbahnhof), weitere Kasernenviertel (Nordende des 23ers am Frankfurter Ring, Bereich Pionierkaserne des 59ers) etc. schon erstmal einiges hergeben. Selbst die Messestadt ist ja erst in ca. 3 bis 4 Jahren fertiggestellt, obwohl da schon seit 1999 Dauerbaustelle ist.

Geschrieben von: spock5407 am 1 May 2008, 13:39
Tja, aber so unbeliebt scheint der 08/15-Arnulfpark nicht zu sein. Zumindest wenn man sich dort die Mietpreise/m^2 anschaut....
In dem angeschrägten Vivico-Haus werden 14-15 Euro kalt bezahlt...

Geschrieben von: Rathgeber am 1 May 2008, 22:34
Das ist ja das Problem in München: Man kann den größten Dreck bauen, und die Leute ziehen ein, weil Wohnraum eben knapp ist...

Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 16:13
Aus "[M] Jahresfahrplan 2009 bei der MVG"
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 17 Jul 2008, 16:17)
Also ich finde diesen überall gleichen Einheitsbrei aus viertstöckigen Wohnhäusern furchtbar. Aber Wohn-Hochhäuser will man ja in München nicht, das ist mit Ghetto und Plattenbau-Atmosphäre verschrien. Da sollte man mal nach New York schauen, wo sich nur die Reichen die Wohnungen in den Luxus-Condos leisten können. Oder nach Hongkong, wo es nichts anderes zum Wohnen gibt außer Hochhäusern, auch für bessergestellte Familien.

Das Ergebnis ist auch zu wenig Platz am Boden. Die Wohnhochhäuser in Neuperlach lassen genug Platz für Grünanlagen vor der Haustür, für breite Straßen, Radwege und Parkplätze. In der Messestadt ist dagegen alles nur eng, eng, eng.
Ähnlich wurden bzw. werden ja auch alle Büro-Hochhäuser in München auf kleinere Gebäude mit mehr Flächenbedarf zusammengestaucht, siehe z.B. SZ-Hochhaus in Berg am Laim oder die Überplanung Hirschgarten.

Wenn man nicht mehr so hoch baut, dafür aber dann die Grünanlagen und die befestigten Wege usw. zusammenkürzt, wie in der Messestadt, würde das bedeuten, dass wieder einigermaßen gleich viel Leute pro Quadratkilometer wohnen.

Gibt es da Zahlen? Wie hoch die die Einwohnerdichte in der Messestadt, wie hoch in Neuperlach?

Wie auch immer, ich würde mir neue Wohn-Hochhäuser wünschen. Ich bin Fan von Hochhäusern und wohne selbst in einem. Ich mag den Fernblick. Ich mag es, wenn zwei Fahrstühle dafür sorgen, dass ich nicht lange warten muss. Das hat man in einem 4-stöckigen Haus nicht - ist der Fahrstuhl kaputt oder wegen eines Umzugs oder einer Lieferung länger blockiert, hat man keinen Ersatzfahrstuhl und muss seine Getränkekisten bis in den 4. Stock schleppen.

Man muss ja nicht die Fehler aus Neuperlach wiederholen.

Geschrieben von: Iarn am 17 Jul 2008, 17:44
QUOTE (TramPolin @ 17 Jul 2008, 17:13)
Aus "[M] Jahresfahrplan 2009 bei der MVG"
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 17 Jul 2008, 16:17)
Also ich finde diesen überall gleichen Einheitsbrei aus viertstöckigen Wohnhäusern furchtbar. Aber Wohn-Hochhäuser will man ja in München nicht, das ist mit Ghetto und Plattenbau-Atmosphäre verschrien. Da sollte man mal nach New York schauen, wo sich nur die Reichen die Wohnungen in den Luxus-Condos leisten können. Oder nach Hongkong, wo es nichts anderes zum Wohnen gibt außer Hochhäusern, auch für bessergestellte Familien.

Das Ergebnis ist auch zu wenig Platz am Boden. Die Wohnhochhäuser in Neuperlach lassen genug Platz für Grünanlagen vor der Haustür, für breite Straßen, Radwege und Parkplätze. In der Messestadt ist dagegen alles nur eng, eng, eng.
Ähnlich wurden bzw. werden ja auch alle Büro-Hochhäuser in München auf kleinere Gebäude mit mehr Flächenbedarf zusammengestaucht, siehe z.B. SZ-Hochhaus in Berg am Laim oder die Überplanung Hirschgarten.

Wenn man nicht mehr so hoch baut, dafür aber dann die Grünanlagen und die befestigten Wege usw. zusammenkürzt, wie in der Messestadt, würde das bedeuten, dass wieder einigermaßen gleich viel Leute pro Quadratkilometer wohnen.

Gibt es da Zahlen? Wie hoch die die Einwohnerdichte in der Messestadt, wie hoch in Neuperlach?

Wie auch immer, ich würde mir neue Wohn-Hochhäuser wünschen. Ich bin Fan von Hochhäusern und wohne selbst in einem. Ich mag den Fernblick. Ich mag es, wenn zwei Fahrstühle dafür sorgen, dass ich nicht lange warten muss. Das hat man in einem 4-stöckigen Haus nicht - ist der Fahrstuhl kaputt oder wegen eines Umzugs oder einer Lieferung länger blockiert, hat man keinen Ersatzfahrstuhl und muss seine Getränkekisten bis in den 4. Stock schleppen.

Man muss ja nicht die Fehler aus Neuperlach wiederholen.

Ich kenne leider keine Zahlen, aber frag doch mal im http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/forumdisplay.php?f=168 nach.

Apropos wohnen im Hochhaus: Ich war mal zu Gast bei ner party im Hypohochhaus. Am Südrand des Hauses sind ein paar Wohnungen auf viertel (?) Höhe. Schon von da war der Blick gigantisch.

Geschrieben von: Rohrbacher am 17 Jul 2008, 20:48
QUOTE
Apropos wohnen im Hochhaus: Ich war mal zu Gast bei ner party im Hypohochhaus. Am Südrand des Hauses sind ein paar Wohnungen auf viertel (?) Höhe. Schon von da war der Blick gigantisch.

Dann stell' nochmal ein paar Hochhäuser daneben, dann haben die anderen keinen Blick und vielleicht auch keine Sonne mehr. Gut, es gibt Leute, die mögen keine Sonne.

Geschrieben von: spock5407 am 17 Jul 2008, 20:51
Ich. Ich mag z.b. keine Sonne; 20 Grad langen mir im Sommer. cool.gif

Das mit den Doppelaufzügen mag praktisch sein, erhöht aber Wartungs- und Instandhaltungskosten.

Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 20:53
QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jul 2008, 21:48)
Dann stell' nochmal ein paar Hochhäuser daneben, dann haben die anderen keinen Blick und vielleicht auch keine Sonne mehr. Gut, es gibt Leute, die mögen keine Sonne.

Wenn man die Häuser nicht so dicht nebeneinander stellt, hat man eigentlich einen recht guten Fernblick, wenngleich keinen echten Rundum-Blick. Wenn ich mir die Häuser in Neuperlach anschaue, bieten diese in den oberen Stockwerken eigentlich fast alle einen schönen Alpenblick (ein Zimmer Richtung Süd oder Südost haben die meisten Wohnungen). Natürlich sind da auch ein paar Häuser, durch die man nicht durchsehen kann, aber man erhält an diesen "schräg vorbei" einen schönen Fernblick.

Hochhaus rulez! Aber auch gegen ein Leben im Bungalow o.ä. ist natürlich nichts einzuwenden. smile.gif


Geschrieben von: spock5407 am 17 Jul 2008, 20:55
Wann ist eigentlich der Kustermannpark mit seinen Häusern entstanden? Da hats ja auch etwas höhere Bebauung.

Geschrieben von: Rohrbacher am 17 Jul 2008, 21:17
QUOTE
Wenn man die Häuser nicht so dicht nebeneinander stellt, hat man eigentlich einen recht guten Fernblick

Aber die teuren Grundstücke und der geringere Flächenverbrauch sind ja doch ein Grund für hohe Häuser. Oder zählt die nicht bebaute Fläche zwischen den Häusern jetzt doch nicht als verbrauchte Fläche? laugh.gif

Übrigens nein, ich hab' nix gegen hohe Häuser. Ich weiß zwar nicht, ob Häuser wie in Manhattan oder Frankfurt zu München passen, aber wenn man meinen sollte ja, warum nicht. Wenn ich allerdings Ausblick suche, dann zieh' ich auf einen Berg und wundere mich, warum da oben der Wind so stark zieht und mir die Dachziegel vom Dach weht. biggrin.gif

Ich wäre für Wohngebäude nach dem Prinzip des Olympiaturms, nur dass man auf die Turmachse eben mehr solcher "Ringe" (weils eine oder mehrere Wohnungen um den zentralen Schacht) draufmacht, die sich aber alle nach Wunsch des Bewohners drehen lassen. Dann kann ich mal beim Duschen, mal vom Bett aus und mal aus der Küche die Alpen sehen, Sonne haben oder eben keine. Das fände ich megahammermäßig, um mal mit den Worten von Dieter B. rumzufuchteln. cool.gif

Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 21:23
QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jul 2008, 22:17)
Aber die teuren Grundstücke und der geringere Flächenverbrauch sind ja doch ein Grund für hohe Häuser. Oder zählt die nicht bebaute Fläche zwischen den Häusern jetzt doch nicht als verbrauchte Fläche? laugh.gif

Übrigens nein, ich hab' nix gegen hohe Häuser. Ich weiß zwar nicht, ob Häuser wie in Manhattan oder Frankfurt zu München passen, aber wenn man meinen sollte ja, warum nicht. Wenn ich allerdings Ausblick suche, dann zieh' ich auf einen Berg und wundere mich, warum da oben der Wind so stark zieht und mir die Dachziegel vom Dach weht. biggrin.gif

Ich wäre für Wohngebäude nach dem Prinzip des Olympiaturms, nur dass man auf die Turmachse eben mehr solcher "Ringe" (weils eine oder mehrere Wohnungen um den zentralen Schacht) draufmacht, die sich aber alle nach Wunsch des Bewohners drehen lassen. Dann kann ich mal beim Duschen, mal vom Bett aus und mal aus der Küche die Alpen sehen, Sonne haben oder eben keine. Das fände ich megahammermäßig, um mal mit den Worten von Dieter B. rumzufuchteln. cool.gif

Wenn Du Dir Neuperlach ansiehst, wirst du feststellen, dass die Häuser eben nicht eng nebeneinander stehen, sondern es massig Grünanlagen und sehr breite Fuß- und Radwege gibt, die zwischen den Häusern, fernab der ebenfalls großzügigen Straßen laufen.

Wenn ich in die Höhe baue, kann ich gleichviel, ggf. auch mehr Leute auf der gleichen Fläche unterbringen und dennoch mehr Freiflächen schaffen als bei 4-stöckiger Bauweise.

Für Manhattan trifft das natürlich nicht zu wink.gif aber da dürfte der Grund ein klein wenig teurer sein als hierzulande.

Geschrieben von: Rohrbacher am 17 Jul 2008, 21:37
QUOTE
Wenn Du Dir Neuperlach ansiehst, wirst du feststellen, dass die Häuser eben nicht eng nebeneinander stehen

Für MEINE Begriffe schon. Keine Sorge, ich war schonmal in dem Eck. wink.gif

Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 21:47
QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jul 2008, 22:37)
Für MEINE Begriffe schon. Keine Sorge, ich war schonmal in dem Eck. wink.gif

Gut, das mit dem eng ist relativ. Der Abstand ist zumindest erheblich größer als in der Münchner Innenstadt.

Ich will jetzt auch nicht für den tollen Stadtteil werben, er hat auch Nachteile, und bei Dir beiße ich ohnehin auf Granit, was das Stadtleben angeht, was aber nicht schlimm ist...

Geschrieben von: Autobahn am 17 Jul 2008, 22:21
Die Vorlieben der Menschen sind sehr unterschiedlich. Der Eine mag den Trubel und die Hektik, die Gerüche und Geräusche eines Ballungszentrums, der Andere eher die Ruhe und Beschaulichkeit, die Gerüche und Geräusche der Natur.

Wer von Euch hat schon mal (nicht in einem Zoo oder Wildpark) in relativ kurzer Entfernung Damwild auf einer Lichtung beim Äsen zugeschaut? Wem ist eine Rotte Wildscheine über den Weg gelaufen oder hat sie beim Suhlen beobachtet? Wer hat schon mal die Insekten beobachtet, wenn sie von Blüte zu Blüte fleigen? Wer hat schon mal dem Plätschern eines Baches oder dem Rauschen der Blätter im Wald gelauscht? Wer kennt den wunderbaren Geruch des Waldbodens nach einem Regenschauer? Wer wird von Vogelgezwitscher, statt von einem Radiowecher geweckt?

Der Ausblick vom Hochhaus, na ja, der kann schön sein. Aber ich kann nur sehen, nicht riechen, fühlen und schmecken. Jawohl, auch schmecken, denn die Sinnesorgane arbeiten zusammen.

O.K., ein gedanklicher Ausflug in die Natur. Und dort sollte man keine Städte bauen wink.gif . Und vielleicht auch der Hinweis, mal dort hin zu gehen, wo sich nur wenige Menschen aufhalten. Natürlich nicht alle auf einmal wink.gif , sonst wird es auch ungemütlich. Am besten sogar einzeln, sonst wird nur rumgequatscht und niemand sieht, hört und riecht die Natur. Ihr glaubt nicht, wie erholsam die Ferne menschlicher Zivilisation sein kann.

Ich bin kein religiöser Mensch, in der rheinischen Bahnhofskapelle (Dom zu Köln) empfinde ich allenfalls Hochachtung vor der künstlerischen Gestaltung und der technischen Leistung der Handwerker und Architekten. Aber nur unter dem Blätterdach eines menschenleeren Waldes spüre ich die Kraft der Schöpfung.

OUT OF TOPIC?

Vom Grundthema her ja, zum Nachdenken nein.


Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 22:30
QUOTE (Autobahn @ 17 Jul 2008, 23:21)
Die Vorlieben der Menschen sind sehr unterschiedlich. Der Eine mag den Trubel und die Hektik, die Gerüche und Geräusche eines Ballungszentrums, der Andere eher die Ruhe und Beschaulichkeit, die Gerüche und Geräusche der Natur.

Wer von Euch hat schon mal (nicht in einem Zoo oder Wildpark) in relativ kurzer Entfernung Damwild auf einer Lichtung beim Äsen zugeschaut? Wem ist eine Rotte Wildscheine über den Weg gelaufen oder hat sie beim Suhlen beobachtet? Wer hat schon mal die Insekten beobachtet, wenn sie von Blüte zu Blüte fleigen? Wer hat schon mal dem Plätschern eines Baches oder dem Rauschen der Blätter im Wald gelauscht? Wer kennt den wunderbaren Geruch des Waldbodens nach einem Regenschauer? Wer wird von Vogelgezwitscher, statt von einem Radiowecher geweckt?

Der Ausblick vom Hochhaus, na ja, der kann schön sein. Aber ich kann nur sehen, nicht riechen, fühlen und schmecken. Jawohl, auch schmecken, denn die Sinnesorgane arbeiten zusammen.

[...]

Nur als Hinweis, von meinem Hochhaus sind es nur wenige Fußminuten in den Wald und zur Stadtgrenze. Dort ist pures Land, ein paar Dörfer gibt's auch.

Klar, nicht jeder wohnt in der Großstadt und gleichzeitig fast auf dem Land wie ich.

Es gab mal den Werbespruch "Fern vom Trubel einer Großstadt und doch am Plus der Zeit" (ziemlich wortwörtlich). O.k., war für einen anderen Stadtteil, aber gefällt mir und passt für meine Randlage auch.

Ich kann mir auch vorstellen, auf dem Land zu wohnen. Am liebsten möchte ich ein eigenes Haus auf den Kanaren, dann bin ich den ganzen Mist hier los. Aber, das ist alles nicht so einfach (an dieser Stelle würde es auch zu privat werden.).

Geschrieben von: Autobahn am 17 Jul 2008, 22:52
QUOTE (TramPolin @ 17 Jul 2008, 23:30)
Nur als Hinweis, von meinem Hochhaus sind es nur wenige Fußminuten in den Wald und zur Stadtgrenze. Dort ist pures Land, ein paar Dörfer gibt's auch. Klar, nicht jeder wohnt in der Großstadt und gleichzeitig fast auf dem Land wie ich.

Ich habe auch nur wenige Fußschritte bis zu einem Naturschutzgebiet. Aber bei gutem Wetter ist da mehr los, als auf der Königsallee in Düsseldorf. Also kein Damwild, keine Wildschweinrotte u.s.w.
QUOTE
Ich kann mir auch vorstellen, auf dem Land zu wohnen. Am liebsten möchte ich ein eigenes Haus auf den Kanaren, dann bin ich den ganzen Mist hier los. Aber, das ist alles nicht so einfach (an dieser Stelle würde es auch zu privat werden.).

Die Kanaren sind doch schon dicht bevölkert. O.K., das Klima käme auch mir entgegen. Aber irgendwo fehlte mir der deutsche Wald.

Geschrieben von: TramPolin am 17 Jul 2008, 23:22
QUOTE (Autobahn @ 17 Jul 2008, 23:52)
Ich habe auch nur wenige Fußschritte bis zu einem Naturschutzgebiet. Aber bei gutem Wetter ist da mehr los, als auf der Königsallee in Düsseldorf. Also kein Damwild, keine Wildschweinrotte u.s.w.

Die Kanaren sind doch schon dicht bevölkert. O.K., das Klima käme auch mir entgegen. Aber irgendwo fehlte mir der deutsche Wald.

Auf Süd-La Gomera gibt es angeblich das stabilste Klima der Welt. Da hast Du das ganze Jahr 20-25 Grad und nur einen einzigen (!) Regentag im Jahr (!) . Geil! Da gibt's ein Super-Hotel, wo die Gäste eigene Bungalows haben und man gleichzeitig im Freien zum Speisesaal geht. Ist ja kein Problem, wenn es praktisch nie regnet.

Bei dem Klima fühle ich mich 20-25 Jahre jünger. Und so dicht bevölkert ist das dort auch nicht.

Wälder gibt's auch, wo ist das Problem? Und über das Internet könnte man auch dort arbeiten. Mir fehlen aber vor allem Sprachkenntnisse in Spanisch. Und beim Sprachen lernen tue ich mich sehr schwer. Und es gibt noch andere Hindernisse...

Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 12:43
Neuer Trend: Ölscheichs und reiche Russen gönnen sich Luxus-Penthouses in Münchens Innenstadt ...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,570624,00.html

... und treiben die Immobilenpreise weiter nach oben.

Das Härteste ist ja der eigene Fahrstuhl für den Ferrari, damit dieser auch vom Schlafzimmer aus sichtbar ist.

Geschrieben von: Iarn am 12 Aug 2008, 12:54
Ich glaube der Anstieg der Immobilienpreise trifft nur ein sehr begrenztes Segment an Wohnungen, die sich eh kaum einer leisten kann.
Denke, das Risiko, dass einem von uns die Wohnung gekündigt wird, weil der Vermieter auf nen Scheich hofft ist marginal.

Geschrieben von: Autobahn am 12 Aug 2008, 12:57
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 13:43)
... und treiben die Immobilenpreise weiter nach oben.

Das Härteste ist ja der eigene Fahrstuhl für den Ferrari, damit dieser auch vom Schlafzimmer aus sichtbar ist.

Vielleicht wird´s dann ja in Grünwald billiger. Ein Häuschen mit 2000 qm bewaldetem Garten für unter 300 Tsd. Euro wink.gif


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Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 13:17
QUOTE (Iarn @ 12 Aug 2008, 13:54)
Ich glaube der Anstieg der Immobilienpreise trifft nur ein sehr begrenztes Segment an Wohnungen, die sich eh kaum einer leisten kann.
Denke, das Risiko, dass einem von uns die Wohnung gekündigt wird, weil der Vermieter auf nen Scheich hofft ist marginal.

Nun ja, stimmt einerseits, es sind ja nicht gerade Zehntausende Ölscheichs in Münchens Innenstadt sesshaft geworden. Andererseits besteht die Gefahr, dass zumindest in der unmittelbaren Innenstadt Gebäude luxussaniert werden und Mieter hinausgeekelt werden. Allerdings gibt es heute schon in der Innenstadt fast keinen bezahlbaren Wohnraum mehr.

Die Frage ist: Wem nutzt es? Die Geschäfte in der Maximilianstraße freut es, die Bosse im Deutschen Herzzentrum wohl ebenso. Hat aber auch der Normalbürger was von diesem Trend? Ich glaube eher nicht.

Geschrieben von: Rohrbacher am 12 Aug 2008, 13:20
QUOTE
Hat aber auch der Normalbürger was von diesem Trend? Ich glaube eher nicht.

Ja und? ph34r.gif

Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 13:31
QUOTE (Rohrbacher @ 12 Aug 2008, 14:20)
Ja und? ph34r.gif

Als Eingeborener betrachtet man halt mit Interesse, Faszination und Sorge die Veränderungen in seiner Stadt. Ein Ausschluss immer größerer Gebiete als Wohnraum für Normalverdiener oder auch Geringverdiener (unterbeschäftigte Texter etwa) verändert die Stadt deutlich und kann auch Neid schüren. Ist ein bayerisches Lebensprinzip nicht, dass - zumindest auf der Wiesn - alle "aufanander hoacken"?. Elitäre Wohnclubs in der Innenstadt für Superreiche sind dem eher nicht förderlich.

Ja, und?

Geschrieben von: Boris Merath am 12 Aug 2008, 14:24
QUOTE (Iarn @ 12 Aug 2008, 13:54)
Ich glaube der Anstieg der Immobilienpreise trifft nur ein sehr begrenztes Segment an Wohnungen, die sich eh kaum einer leisten kann.
Denke, das Risiko, dass einem von uns die Wohnung gekündigt wird, weil der Vermieter auf nen Scheich hofft ist marginal.

Bedenke, dass es nicht nur Ölscheichs gibt - für den Ottonormalreichen ist eine kleinere Wohnung als Münchendomizil für gelegentliche Besuche möglicherweise auch ganz interessant.

Geschrieben von: Rohrbacher am 12 Aug 2008, 14:27
München ist nunmal eine Stadt mit sehr ausgeprägtem und dynamischen Arm-Reich-Kontrast.

Geschrieben von: Iarn am 12 Aug 2008, 14:43
Der Hauptgrund für die Münchner Wohnungspreise (Miet und Kauf) ist die Tatsache, dass trotz hohem Siedlungsdruck aufgrund der vorteilhaften örtlichen wirtschaftlichen relativ wenig neue Wohnungen gebaut werden.
Die paar Scheichs und Luxuszweitwohnungsbesitzer fallen anhand von mehreren Tausend Wohnungen die pro Jahr mehr gebaut werden müssten gar nicht ins Gewicht. Selbst wenn es keinen Zuzugswunsch nach München gebe müssten etliche Tausend /annum gebaut werden, nur um den Effekt der sinkenden Haushaltsgrößen (Trend zu Single Wohnungen) zu begegnen.
Aber sowohl das Werkbundsiedlungsfiasko als auch die mangelnde Bereitschaft der Stadt mehr als 4 Stockwerke für Wohnbebauung zuzulassen zeigt, dass der politische Wille wohl nicht so groß ist.

Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 14:50
QUOTE (Iarn @ 12 Aug 2008, 15:43)
Aber sowohl das Werkbundsiedlungsfiasko als auch die mangelnde Bereitschaft der Stadt mehr als 4 Stockwerke für Wohnbebauung zuzulassen zeigt, dass der politische Wille wohl nicht so groß ist.

Das mit den vier Stockwerken verstehe ich auch nicht. Ich bin mit meinem Hochhaus hier sehr zufrieden. biggrin.gif Ich wäre mal dafür, ein paar super Wohntürme zu bauen, es könnten ja Büros und Wohnungen gemischt werden. Dann sind die Türme nachts und am Wochenende nicht verwaist.


Geschrieben von: Iarn am 12 Aug 2008, 15:06
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 15:50)
Das mit den vier Stockwerken verstehe ich auch nicht. Ich bin mit meinem Hochhaus hier sehr zufrieden. biggrin.gif Ich wäre mal dafür, ein paar super Wohntürme zu bauen, es könnten ja Büros und Wohnungen gemischt werden. Dann sind die Türme nachts und am Wochenende nicht verwaist.

Gerade an den freigewordenen Bahnflächen an der westlichen Stammstrecke hätte man eine großartige Hochhausachse bauen können.

Geschrieben von: Rohrbacher am 12 Aug 2008, 15:17
QUOTE (Iarn @ 12 Aug 2008, 16:06)
Gerade an den freigewordenen Bahnflächen an der westlichen Stammstrecke hätte man eine großartige Hochhausachse bauen können.

Bekannt geworden als die Bayerische Mauer. Sichtbar aus'm Weltall und aus halb Bayern. Wenn oben ein CSU-Logo draufkommt, kommt sowas durch. tongue.gif

Geschrieben von: Autobahn am 12 Aug 2008, 15:24
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 15:50)
Das mit den vier Stockwerken verstehe ich auch nicht. Ich bin mit meinem Hochhaus hier sehr zufrieden. biggrin.gif Ich wäre mal dafür, ein paar super Wohntürme zu bauen, es könnten ja Büros und Wohnungen gemischt werden. Dann sind die Türme nachts und am Wochenende nicht verwaist.

Was verstehst Du unter "Superwohntürmen"? Fünfzehn, zwanzig Stockwerke? Oder mehr, vielleicht 50 oder 100?

Vor Monaten las ich in der Printausgabe meiner Rheinischen Post von utopischen Plänen asiatischer Stadtplaner, solche Supertürme zu errichten. Leben und arbeiten unter einem Dach. Diese Gebilde sollten auch Schulen, Universitäten, Firmen (natürlich keine Schwerindustrie), Krankenhäuser etc. enthalten. Also alles, was eine Großstadt so braucht. Theoretisch wäre es also den Bewohnern möglich, von der Geburt bis zum Tod in diesem Gebäude zu leben, ohne jemals einen Baum, einen Strauch, einen Fluß gesehen, ohne jemals Sonne, Wind und Regen auf der (nackten) Haut gespürt zu haben. Wie in einem Raumschiff, das Generationen braucht, um fremde bewohnbahre Galaxien zu erreichen.

Ehrlich gesagt, dann lieber nicht geboren werden.

P.S.: Die Begrenzung auf vier Stockwerke hat vielleicht etwas mit dem Stadtbild zu tun wink.gif

Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 15:35
QUOTE (Autobahn @ 12 Aug 2008, 16:24)
Was verstehst Du unter "Superwohntürmen"? Fünfzehn, zwanzig Stockwerke? Oder mehr, vielleicht 50 oder 100? [...]
Ich bin da frei. ich dachte eher an 20 bis 120 Stockwerke, nicht an eine ganze Stadt.

QUOTE (Autobahn @ 12 Aug 2008, 16:24)
P.S.: Die Begrenzung auf vier Stockwerke hat vielleicht etwas mit dem Stadtbild zu tun  wink.gif
So ein Riesenschmarren!!! ohmy.gif Bürohäuser werden ja auch viel höher gebaut. Im Stadtteil Neuperlach (eigentlich kein echter Stadtteil, aber was soll's?) stehen Wohn-Hochhäuser mit 18 Stockwerken, dennoch baut man sogar dort jetzt nicht mehr als 4 Stockwerke (in Ausnahmefällen 5). In einem konkreten Fall bin ich froh darüber (Insider wissen, von was ich spreche), da ein höherer Bau mir den Fernblick und die Sonne rauben würden. Die Frage ist aber, ob ein Pflegeheim eher ein Wohnheim oder eher ein gewerblicher Bau ist. unsure.gif

Geschrieben von: Autobahn am 12 Aug 2008, 16:26
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 16:35)
Ich bin da frei. ich dachte eher an 20 bis 120 Stockwerke, nicht an eine ganze Stadt.

Gut, es ist sicher Geschmacksache. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, im 20. oder gar 120. Stockwerk zu wohnen. Ich käme mir dort vor, wie in einer Legebatterie für Hühner. O.K., der Käfig ist größer, aber einen anderen Unterschied sehe ich nicht. Ich bin eben ein Hahn aus Freilandhaltung wink.gif .
QUOTE
So ein Riesenschmarren!!! ohmy.gif  Bürohäuser werden ja auch viel höher gebaut. Im Stadtteil Neuperlach (eigentlich kein echter Stadtteil, aber was soll's?) stehen Wohn-Hochhäuser mit 18 Stockwerken, dennoch baut man sogar dort jetzt nicht mehr als 4 Stockwerke (in Ausnahmefällen 5).

Mit der Münchner Situation bin ich naturgemäß nicht so vertraut. Von Köln weiß ich aber, dass ein Hochhaus (Büros) aus städtebaulichen Gründen nicht genehmigt wurde, weil es aus einem bestimmten Blickwinkel den Dom verstellen würden. Aus anderen Pressepulikationen habe ich gelernt, dass man vom Bau weiterer Wohnhochhäuser abrät. An vielen Orten, nicht nur im Osten, werden solche Altbauten abgerissen.
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In einem konkreten Fall bin ich froh darüber (Insider wissen, von was ich spreche), da ein höherer Bau mir den Fernblick und die Sonne rauben würden. Die Frage ist aber, ob ein Pflegeheim eher ein Wohnheim oder eher ein gewerblicher Bau ist. unsure.gif

Der Fernblick mag im Individualfall sicher reizvoll sein. Ich vermute einmal, dass Du auf Grund Deiner Herkunft den Fernblick von den Gipfeln oder zu diesen zum Wohlgefühl brauchst. Ebenso braucht der Friese den Anblick des Meeres und das Rauschen der Brandung.
Ich bin am Rande einer Großstadt in einem Elternhaus mit großem Garten und nahem Wald aufgewachsen. Der Wald war mein Spielplatz. Mein Fernblick ist das Blätterdach des Waldes oder der Sternenhimmel. Du darfst mich ruhig "Waldschrat" wink.gif nennen, aber nur im Wald, weit ab von menschlichen Behausungen, finde ich Ruhe und Erholung.

Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 17:25
QUOTE (Autobahn @ 12 Aug 2008, 17:26)
Gut, es ist sicher Geschmacksache. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, im 20. oder gar 120. Stockwerk zu wohnen. Ich käme mir dort vor, wie in einer Legebatterie für Hühner. O.K., der Käfig ist größer, aber einen anderen Unterschied sehe ich nicht. Ich bin eben ein Hahn aus Freilandhaltung  wink.gif .

Mit der Münchner Situation bin ich naturgemäß nicht so vertraut. Von Köln weiß ich aber, dass ein Hochhaus (Büros) aus städtebaulichen Gründen nicht genehmigt wurde, weil es aus einem bestimmten Blickwinkel den Dom verstellen würden. Aus anderen Pressepulikationen habe ich gelernt, dass man vom Bau weiterer Wohnhochhäuser abrät. An vielen Orten, nicht nur im Osten, werden solche Altbauten abgerissen.

Der Fernblick mag im Individualfall sicher reizvoll sein. Ich vermute einmal, dass Du auf Grund Deiner Herkunft den Fernblick von den Gipfeln oder zu diesen zum Wohlgefühl brauchst. Ebenso braucht der Friese den Anblick des Meeres und das Rauschen der Brandung.
Ich bin am Rande einer Großstadt in einem Elternhaus mit großem Garten und nahem Wald aufgewachsen. Der Wald war mein Spielplatz. Mein Fernblick ist das Blätterdach des Waldes oder der Sternenhimmel. Du darfst mich ruhig "Waldschrat"  wink.gif nennen, aber nur im Wald, weit ab von menschlichen Behausungen, finde ich Ruhe und Erholung.

Schau Dir mal das an, dann weißt Du,was ein gescheiter Fernblick in Bayern ist. Ach ja, Du siehst hier wirklich meine Wohnanlage (Bildmitte). So geil! Das Foto ist nicht von mir (und auch die angegebene Person bin ich nicht), ich halte es aber für eines der besten Fotos, die je in der Gegend gemacht wurden.

Klickst Du hier: http://www.gelbmann.de/Signatur2.jpg (Bild ist urheberrechtlich geschützt.)

© http://www.gelbmann.de/

Geschrieben von: Autobahn am 12 Aug 2008, 23:15
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 18:25)
Schau Dir mal das an, dann weißt Du,was ein gescheiter Fernblick in Bayern ist. Ach ja, Du siehst hier wirklich meine Wohnanlage (Bildmitte). So geil! Das Foto ist nicht von mir (und auch die angegebene Person bin ich nicht), ich halte es aber für eines der besten Fotos, die je in der Gegend gemacht wurden.

Ohne die Häuser gefiele es mir besser wink.gif (Smilie nicht übersehen!).

Aber was ich lieber sehe:

(freie GNU-Lizenz!)

user posted image

Hier höre, rieche, schmecke und fühle ich die Natur.


Geschrieben von: TramPolin am 12 Aug 2008, 23:37
QUOTE (Autobahn @ 13 Aug 2008, 00:15)
Ohne die Häuser gefiele es mir besser wink.gif (Smilie nicht übersehen!).

Aber was ich lieber sehe:

[...]

Hier höre, rieche, schmecke und fühle ich die Natur.

Wenn Du das Bild genauer ansiehst, erkennst Du, dass der Wald gleich hinter der Siedlung angeht...

Geschrieben von: Autobahn am 13 Aug 2008, 17:02
QUOTE (TramPolin @ 13 Aug 2008, 00:37)
Wenn Du das Bild genauer ansiehst, erkennst Du, dass der Wald gleich hinter der Siedlung angeht...

Sicher sehe ich auf dem Foto Bäume, aber die Perspektive kann täuschen. Wenn ich die angebebene Anschrift als Zentrum nehme, ist der Wald noch ganz weit weg wink.gif
Und die paar Bäumchen rechts im Bild sind beileibe kein Wald. Am Wochenende werden wohl dort mehr Menschen als Bäume sein biggrin.gif . Leider ist das aber in den stadtnahen Forstgebieten immer so.

Größere Kartenansicht

Das ist z.B. ein Waldgebiet:


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Aber, Geschmäcker sind halt verschieden.


Geschrieben von: TramPolin am 13 Aug 2008, 17:10
QUOTE (Autobahn @ 13 Aug 2008, 18:02)
Sicher sehe ich auf dem Foto Bäume, aber die Perspektive kann täuschen. Wenn ich die angebebene Anschrift als Zentrum nehme, ist der Wald noch ganz weit weg wink.gif
Und die paar Bäumchen rechts im Bild sind beileibe kein Wald. Am Wochenende werden wohl dort mehr Menschen als Bäume sein biggrin.gif . Leider ist das aber in den stadtnahen Forstgebieten immer so. [...]

Also, ich wohne äußeren Bereich dieses schwarzen Häuserblocks. Zum Wald muss ich kaum mehr als eine Straße überqueren, vielleicht 5 Minuten zu Fuß. Dort ist der Truderinger Wald, der beileibe nicht klein ist (scroll mal nach rechts weiter). Und dahinter kommen grüne Wälder, saftige Wiesen und idyllische Ortschaften. Dort ist es sehr schön. Und mitnichten überlaufen! Selbst am stadtnahen Teil dürften Zehntausend mal mehr Bäume da stehen als Fußgänger unterwegs sein.

Man könnte meine Wohnanlage so beschreiben: "Fern von der Hektik einer Großstadt und doch am Puls der Zeit" (o.k., der Werbespruch ist geklaut). Aber: U-Bahn ist in der Nähe (<15 Min. zur Stadtmitte), Geschäfte, aber auch die Natur. Geil!

Geschrieben von: Autobahn am 13 Aug 2008, 18:10
QUOTE (TramPolin @ 13 Aug 2008, 18:10)
Und mitnichten überlaufen! Selbst am stadtnahen Teil dürften Zehntausend mal mehr Bäume da stehen als Fußgänger unterwegs sein.

Das war ja auch eher symbolisch gemeint. Du wirst aber wohl kaum länger als fünf Minuten laufen können, ohne dass Dir ein Mitbürger begegnet. Wahrscheinlich dann auch noch in einer Gruppe, die laut schwatzend daher läuft und nicht den blassesten Schimmer hat, was ihnen entgeht. Aber keine Sorge, auch in den Wald- und Naturschutzgebieten in meiner näheren Umgebung sind viel zu viele Unwissende unterwegs. Wenn ich Menschen sehe, die selbst in der Natur nicht auf ihren MP3-Player verzichten können, werde ich wütend.
QUOTE
Man könnte meine Wohnanlage so beschreiben: "Fern von der Hektik einer Großstadt und doch am Puls der Zeit" (o.k., der Werbespruch ist geklaut). Aber: U-Bahn ist in der Nähe (<15 Min. zur Stadtmitte), Geschäfte, aber auch die Natur. Geil!

Damit kann ich auch aufwarten wink.gif . Die U-Bahn ist hier zwar eine versiffte und unbrauchbare S-Bahn, die 17 Minuten zum Hbf. braucht (wo ich aber gar nicht hin will biggrin.gif ). Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet erreiche ich die http://www.biostation-d-me.de/

Geschrieben von: TramPolin am 13 Aug 2008, 18:15
QUOTE (Autobahn @ 13 Aug 2008, 19:10)
Das war ja auch eher symbolisch gemeint. Du wirst aber wohl kaum länger als fünf Minuten laufen können, ohne dass Dir ein Mitbürger begegnet. Wahrscheinlich dann auch noch in einer Gruppe, die laut schwatzend daher läuft und nicht den blassesten Schimmer hat, was ihnen entgeht. Aber keine Sorge, auch in den Wald- und Naturschutzgebieten in meiner näheren Umgebung sind viel zu viele Unwissende unterwegs. Wenn ich Menschen sehe, die selbst in der Natur nicht auf ihren MP3-Player verzichten können, werde ich wütend.

Damit kann ich auch aufwarten wink.gif . Die U-Bahn ist hier zwar eine versiffte und unbrauchbare S-Bahn, die 17 Minuten zum Hbf. braucht (wo ich aber gar nicht hin will biggrin.gif ). Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet erreiche ich die http://www.biostation-d-me.de/

Ich glaube, wir lassen das jetzt, da unsere Privatunterhaltung kaum jemand anders sonst interessieren dürfte. Aber wir können das Ganze ja als PM fortsetzen. smile.gif

Geschrieben von: Rathgeber am 13 Aug 2008, 23:27
QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 18:25)
Klickst Du hier: http://www.gelbmann.de/Signatur2.jpg (Bild ist urheberrechtlich geschützt.)

Ist das geil!

Ich bin wirklich kein passionierter Neuperlacher, aber das Bild ist der Wahnsinn. Es erinnert mich ein wenig an die erste Kameraeinstellung in F.X. Bogners Serie http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchen_7. Die ging über Neuperlach, dem Viertel des jungen Polizisten Felix Kandler (Florian Karlheim). Dazu die Musik von http://www.g-rag.de/... *schwärm*

Geschrieben von: Iarn am 5 Mar 2009, 20:17
http://www.sueddeutsche.de/,ra14l1/muenchen/27/460659/text/
http://www.tz-online.de/de/aktuelles/muenchen/artikel_151019.html

Geschrieben von: Oliver-BergamLaim am 6 Mar 2009, 14:07
Aus [M] neue Trambahn nach Steinhausen?
QUOTE (Electrification @ 6 Mar 2009, 13:58)
Was passiert eigentlich wenn die Stadt keine Fläche für Neubaugebiete mehr hat? Wird es auf Eingemeindungen von Umlandgemeinden hinauslaufen oder muss man sich dann ganz auf die Umlandgemeinden verlassen?
Die noch vorhandenen Freiflächen der Stadt dürften mindestens bis 2030 reichen. Die Messestadt Riem ist nach heutigem Stand erst 2013 fertig bebaut. Dann fängt man am anderen Ende der Stadt in Freiham an und baut dort wahrscheinlich bis 2020. Und danach hat man noch ein paar schöne große Kasernen- und Industrieflächen (Euro-Industriepark Ost/Funkkaserne/Prinz-Eugen-Kaserne).
Und parallel zu diesen großen Neubauvorhaben laufen ja überall Nachverdichtungen - grade in Trudering sieht man das oft: ein altes Einfamilienhaus wird abgerissen und auf dem gleichen Grund entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 12 Parteien.

Geschrieben von: TramPolin am 6 Mar 2009, 14:25
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 6 Mar 2009, 14:07)
grade in Trudering sieht man das oft: ein altes Einfamilienhaus wird abgerissen und auf dem gleichen Grund entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 12 Parteien.

In gewisser Weise: leider! Es sieht oft nicht schön aus, wenn da ein Riesenklotz bis ein paar Zentimeter an den Nachbarzaun reicht. Oft passen die Architiekturstile auch nicht zusammen. Manche neuen Häuer sehen so aus, als ständen sie nahe Bad Tölz und wären eine Alm. Gerade mal die Felsbrocken auf dem Dach fehlen noch. Ich finde, dies sieht furchtbar aus. Nun ja, immerhin wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen.

Geschrieben von: Oliver-BergamLaim am 6 Mar 2009, 14:31
QUOTE (TramPolin @ 6 Mar 2009, 14:25)
In gewisser Weise: leider! Es sieht oft nicht schön aus, wenn da ein Riesenklotz bis ein paar Zentimeter an den Nachbarzaun reicht. Oft passen die Architiekturstile auch nicht zusammen.

Ich find das auch teilweise echt brutal. Die Neubauten werden ohne einen Millimeter Platz oder einen optischen Teiler dazwischen direkt an Straße bzw. Gehweg geklatscht, die Gärten hinten raus sind auch oft kaum noch nennenswert. Naja, in München verkauft sich eben alles - Hauptsache kein Hochhaus sad.gif

Geschrieben von: TramPolin am 6 Mar 2009, 14:37
QUOTE (Oliver-BergamLaim @ 6 Mar 2009, 14:31)
Ich find das auch teilweise echt brutal. Die Neubauten werden ohne einen Millimeter Platz oder einen optischen Teiler dazwischen direkt an Straße bzw. Gehweg geklatscht, die Gärten hinten raus sind auch oft kaum noch nennenswert. Naja, in München verkauft sich eben alles - Hauptsache kein Hochhaus  sad.gif

Der fehlende Abstand ist echt ein Problem. Man hängt ja auch nicht Bilder unmittelbar nebeneinander, da muss Platz dazwischen sein, sonst sieht das aus wie Kraut und Rüben.

Ich werde demnächst mal die schlimmsten Sünden fotografieren.

Hochhäuser wünsche ich mir neue, klar. Positiv ist, dass man das immerhin 56 Meter hohe Heizkraftwerk in der Müllerstraße zum Wohnhochhaus umbauen wird.

Profitieren werden allerdings nur Reiche, die sich die teuren Wohnungen leisten können. Die Allgemeinheit darf, wenn es schlecht läuft, nicht mal die Aussicht genießen:

http://www.sueddeutsche.de/257388/267/2785095/Ausblick-bleibt-Privatsache.html

Edit: Es wundert mich (und freut mich), dass man das Teil nicht einfach abreißt wie seinerzeit das Hochhaus an der Münchner Freiheit. Hochhaus - igitt!

Geschrieben von: Electrification am 6 Mar 2009, 14:42
QUOTE (TramPolin @ 6 Mar 2009, 14:37)
Hochhäuser wünsche ich mir neue, klar.

Also in Wien hat man damit keine Probleme, daher ist die Stadt auch insgesamt weltstädtischer und moderner. Da Wien ja quasi auch eine "bairische" Stadt ist, wäre es bei einem gemeinsamen Staat das klare Zentrum und München die Provinzstadt.
Ich denke Wien entwickelt sich da deutlich besser und moderner als München.

Geschrieben von: Iarn am 3 Apr 2009, 15:51
Laut heutiger SZ stehen 10 Hallen des ehemaligen Bahnausbesserungswerkes Neuaubing ab heute unter Denkmalschutz. Dort soll unter Einbezieung der geschützten Hallen ein Gewerbepark entstehen, mit etwas über 100 000 qm Bruttogeschossfläche. Die Anbindung soll über Freiham- Süd erfolgen. Im nördlichen Teil der ehemaligen Gleisharfe sollen über 300 Wohneinheiten enstehen, diese sollen über die Papinstraße angebunden werden.

Geschrieben von: Dark Angel am 4 Apr 2009, 16:18
QUOTE (Iarn @ 3 Apr 2009, 16:51)
Laut heutiger SZ stehen 10 Hallen des ehemaligen Bahnausbesserungswerkes Neuaubing ab heute unter Denkmalschutz. Dort soll unter Einbezieung der geschützten Hallen ein Gewerbepark entstehen, mit etwas über 100 000 qm Bruttogeschossfläche. Die Anbindung soll über Freiham- Süd erfolgen. Im nördlichen Teil der ehemaligen Gleisharfe sollen über 300 Wohneinheiten enstehen, diese sollen über die Papinstraße angebunden werden.

Na das kann lustig werden, wenn die alle aus der Papin-Straße rausbiegen wollen. Direkt hinter dem Bahnübergang ne Ampel? Das gibt Chaos.

Geschrieben von: LugPaj am 4 Apr 2009, 22:48
Eine Arbeit des Architektur Lehrstuhls der TUM zur weiteren Urbanisierung des Bahnhofsviertels (suedlich vom HBF).

http://www.ar.tum.de/uploads/pics/Groha_Andreesen_Modell1.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0003-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0002-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0001-6.jpg

QUOTE (TramPolin @ 12 Aug 2008, 15:50)
Ich bin mit meinem Hochhaus hier sehr zufrieden. biggrin.gif Ich wäre mal dafür, ein paar super Wohntürme zu bauen, es könnten ja Büros und Wohnungen gemischt werden. Dann sind die Türme nachts und am Wochenende nicht verwaist.


Leider setzt man in Dtld Wohntuerme immer wieder mit 70iger Jahre billig-Plattenbauten mit sozialen Brennpunkten gleich. Das es auch anders geht, zeigen exklusive, teure Wohntuerme in vielen anderen Laendern, am naechsten v.a. wohl in den Niederlanden, aber auch Wien. Der Umbau des Heizkraftwerksturm koennte hier eine gute Signalwirkung fuer Muenchen haben.

Geschrieben von: TramPolin am 5 Apr 2009, 00:15
QUOTE (LugPaj @ 4 Apr 2009, 23:48)
Eine Arbeit des Architektur Lehrstuhls der TUM zur weiteren Urbanisierung des Bahnhofsviertels (suedlich vom HBF).

http://www.ar.tum.de/uploads/pics/Groha_Andreesen_Modell1.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0003-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0002-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0001-6.jpg

Leider setzt man in Dtld Wohntuerme immer wieder mit 70iger Jahre billig-Plattenbauten mit sozialen Brennpunkten gleich. Das es auch anders geht, zeigen exklusive, teure Wohntuerme in vielen anderen Laendern, am naechsten v.a. wohl in den Niederlanden, aber auch Wien. Der Umbau des Heizkraftwerksturm koennte hier eine gute Signalwirkung fuer Muenchen haben.

Der Umbau des Heizkraftwerks an der Müllerstraße zum Wohnhochhaus ist wirklich lobenswert, allerdings zahlt der Normalverdiener die Kosten von 12 Millionen Euro (sic!) für das Penthouse in 50 Meter Höhe sein Leben lang ab und muss noch weitere zwei Leben hinten anhängen.

Siehe hierzu:
http://www.sueddeutsche.de/immobilien/960/463567/text/

Jedoch kann ich nicht Billigwohntürme kritisieren und gleichzeitig Luxuswohntürme verteufeln. Obwohl, etwas in der Mitte drin wäre ja auch nicht schlecht.

Als ich 1974 nach Neuperlach umsiedelte, hat mich das Loft fasziniert, welches das untere Bild zeigt. Da wohnte damals so eine Art Verwalter drin, sodass ich die Wohnung bei der Schlüsselübergabe sehen durfte. (Witzigerweise hatte der Verwalter sogar das Wort "Schlüssel" in seinem Nachnamen, aber das tut jetzt nichts zur Sache.) Mit Dachterrasse - so was ist in Neuperlach leider eine Seltenheit - eine feine Sache.

Leider sind die Häuser nach meinem Empfinden besonders hässlich. Die umliegenden Wohnblöcke hat man neu gestrichen und verschönert, doch hier stellt sich das Problem, dass die Fassade mit Myriaden schwarzer Platten vollgeschraubt ist. Einfach mal mit dem Pinsel darübergehen, geht wohl nicht. Man müsste die Platten - wenn schon, denn schon - durch neuen Platten ersetzen. Dann sag ich aber schon mal viel Spaß und rate zur Mitnahme von ausreichend Ersatzakkus für den Schraubendreher aus dem Baumarkt, denn es sind vermutlich ein paar Millionen Schräubchen, die es da zu lösen gilt.

http://www.neuperlach.org/blog/wp-content/uploads/2009/04/05_04_2009_schluesselhuber_o.jpg
http://www.neuperlach.org/blog/wp-content/uploads/2009/04/05_04_2009_schluesselhuber_o.jpg
Bild: Ein Haus im Neuperlacher Marxzentrum. Dort sehen alle Häuser so aus - viel Schwarz und ein wenig Gelb. Der Architekt hatte beim Entwurf dieser Wohnungstapeleinrichtung offenbar nicht seinen besten Tag

Quellenhinweis: Selbst geschossenes Bild auf eigenem Webspace eingebunden

Geschrieben von: Rohrbacher am 5 Apr 2009, 00:31
QUOTE (LugPaj @ 4 Apr 2009, 23:48)
Eine Arbeit des Architektur Lehrstuhls der TUM zur weiteren Urbanisierung des Bahnhofsviertels (suedlich vom HBF).

http://www.ar.tum.de/uploads/pics/Groha_Andreesen_Modell1.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0003-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0002-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0001-6.jpg

Sorry, aber ich finde, das geht ja mal gar nicht. Das sieht schlimm aus.

QUOTE
Die Neubauten werden ohne einen Millimeter Platz oder einen optischen Teiler dazwischen direkt an Straße bzw. Gehweg geklatscht, die Gärten hinten raus sind auch oft kaum noch nennenswert. Naja, in München verkauft sich eben alles - Hauptsache kein Hochhaus

Nein, Hauptsache freistehendes Eigenheim und keine Wohnung! Das ist der Knackpunkt, würd' ich sagen.

QUOTE
Leider setzt man in Dtld Wohntuerme immer wieder mit 70iger Jahre billig-Plattenbauten mit sozialen Brennpunkten gleich.

QUOTE
Profitieren werden allerdings nur Reiche, die sich die teuren Wohnungen leisten können. Die Allgemeinheit darf, wenn es schlecht läuft, nicht mal die Aussicht genießen:

Na, was denn jetzt? Nobel oder nicht?
Entweder sind es teure Wohnungen oder eben "normale" Wohnungen, die mit Eigenheimen (in oder vor der Stadt) konkurrieren und mit der Zeit wie die Hochhäuser der 70er Jahre diese Konkurrenz verlieren wird je niedriger der soziale Status der Bewohner ist. Es ziehen ein paar "Deppen" ein, der Ruf geht bergab, es ziehen Leute aus und wegen des Rufs ziehen irgendwann nur noch "Deppen" ein. Die Gebäude aus den 70er Jahren wurden ja nicht als das gebaut, was sie heute sind.

Außerdem zieht die Stadt eben viele Leute an, aber auch "Deppen". Ich seh's ja an "meinem" alten Unterschleißheim. Ich hab' es als nette "Kleinstadt" in Erinnerung, heute wundere ich mich schon arg, was da über 10 Jahre später teilweise für Leute rumlaufen. Und ja, umso höher die Gebäude, umso schlechter der Ruf. Das heißt nicht, dass da keine normalen Leute mehr wohnen, aber die prägen den Eindruck nicht, den man bekommt.

Geschrieben von: LugPaj am 5 Apr 2009, 08:35
QUOTE (Rohrbacher @ 5 Apr 2009, 01:31)
QUOTE (LugPaj @ 4 Apr 2009, 23:48)
Eine Arbeit des Architektur Lehrstuhls der TUM zur weiteren Urbanisierung des Bahnhofsviertels (suedlich vom HBF).

http://www.ar.tum.de/uploads/pics/Groha_Andreesen_Modell1.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0003-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0002-5.jpg

http://i368.photobucket.com/albums/oo124/Yconic/c0001-6.jpg


Sorry, aber ich finde, das geht ja mal gar nicht. Das sieht schlimm aus.

Ich habe ja nichts dagegen, dass du solch eine Meinung hast, aber kannst du diese auch begruenden? Das waere viel spannender.


QUOTE (Rohrbacher @ 5 Apr 2009, 01:31)

Die Gebäude aus den 70er Jahren wurden ja nicht als das gebaut, was sie heute sind.


Nein, diese Gebaeude sind oftmals die groessten Billigstbauten, die man sich vorstellen kann. Einfachste Betonplatte, in der Architektur nach Schema F geplant. Diese Wohnungen waren auch schon in den 70iger Jahren als Billigst-Wohnungsproduktion geplant.

Geschrieben von: TramPolin am 5 Apr 2009, 12:33
QUOTE (LugPaj @ 5 Apr 2009, 09:35)
Ich habe ja nichts dagegen, dass du solch eine Meinung hast, aber kannst du diese auch begruenden? Das waere viel spannender.

Also ich bin ja für experimentelle Architektur wider den Einheitsbrei. Die abgeknickten, nicht gleichförmigen Blöcke sehen so futuristisch oder avantgardistisch aus, dass man sich da bestimmt nie dran tot sieht. Ich find's einfach schräg!

Aber so was hat doch bestimmt keine Chance auf Realisierung, oder?

Geschrieben von: Rohrbacher am 5 Apr 2009, 14:36
QUOTE
Ich habe ja nichts dagegen, dass du solch eine Meinung hast, aber kannst du diese auch begruenden? Das waere viel spannender.

Ja natürlich. Es sieht einfach unhomogen und künstlich aus, damit würde man die Stadt verhunzen, wenn einzelne Häuser in völlig anderer achitektonischer Gestaltung rausragen. Dann lieber so Neubaugebiete wie im Arnulfpark geschlossen etwas höher anlegen. Bei uns in der Siedlung darf man (zu Recht) nichtmal zweistöckig bauen, es sähe einfach seltsam aus, wenn zwischen lauter kleinen Häuschen einzelne dabei wären, die doppelt so hoch sind. Auch geht es nicht, dass diese einzelnen Häuser komplett anders aussehen...

QUOTE
Also ich bin ja für experimentelle Architektur wider den Einheitsbrei.

Ich auch, aber das heißt nicht, dass man in altem Baubestand Häuser stellen soll, die da einfach nicht hinpassen. Wo anders sehen sie prima aus oder wenn man in eine Stadthäuserzeile ein Haus in einem modernem Stil baut, könnte das gehen. Aber nicht, wenn es um ein mehrfaches höher ist.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 15:13
Krumm und schräg haben wir in Düsseldorf schon lange laugh.gif Dazu verweise ich auf die Seite der Stadt Düsseldorf über die http://www.duesseldorf.de/planung/stadtentw/hafen/hinweis06.shtml im Düsseldorfer Hafen.

Geschrieben von: spock5407 am 5 Apr 2009, 15:30
Ach du elend, wie schautn des aus. Als ob man teilw. nen Knick in der Optik hät.

Brrrr.. Schauder.

Ich mags kastenbrotig.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 17:38
QUOTE (spock5407 @ 5 Apr 2009, 16:30)
Ach du elend, wie schautn des aus. Als ob man teilw. nen Knick in der Optik hät.

Brrrr.. Schauder.

Ich mags kastenbrotig.

Ob Du es glaubst oder nicht, aber die Häuser sind ein Anziehungspunkt. Sie tauchen tatsächlich in http://www.duesseldorf-reisefuehrer.de/neuer-zollhof.html (Beispiel) auf.

http://www.google.de/search?source=ig&hl=de&rlz=1G1GGLQ_DEDE298&=&q=d%C3%BCsseldorf%2C+neuer+zollhof&btnG=Google-Suche für "Neuer Zollhof"

Geschrieben von: TramPolin am 5 Apr 2009, 18:46
QUOTE (Autobahn @ 5 Apr 2009, 18:38)
Ob Du es glaubst oder nicht, aber die Häuser sind ein Anziehungspunkt. Sie tauchen tatsächlich in http://www.duesseldorf-reisefuehrer.de/neuer-zollhof.html (Beispiel) auf.

http://www.google.de/search?source=ig&hl=de&rlz=1G1GGLQ_DEDE298&=&q=d%C3%BCsseldorf%2C+neuer+zollhof&btnG=Google-Suche für "Neuer Zollhof"

Also, ich finden den Zollhof toll:

http://www.welt-atlas.de/datenbank/fotos.php?kartenid=0-9001&fotoid=0-9001-26

Kastenbrotig habe ich in Neuperlach genug, das ist langweilig.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 18:53
QUOTE (TramPolin @ 5 Apr 2009, 19:46)
Kastenbrotig habe ich in Neuperlach genug, das ist langweilig.

Auch kein Kastenbrot und in unmittelbarer Nähe zu den Gehry-Bauten, das http://www.stadttor.de/. Hier ist übrigens auch der Ministerpräsident des Landes NRW zu Hause.

Geschrieben von: TramPolin am 5 Apr 2009, 18:56
QUOTE (Autobahn @ 5 Apr 2009, 19:53)
Auch kein Kastenbrot und in unmittelbarer Nähe zu den Gehry-Bauten, das http://www.stadttor.de/. Hier ist übrigens auch der Ministerpräsident des Landes NRW zu Hause.

Spektakulär! Offenbar hat man in Düsseldorf mehr Mut.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 19:18
QUOTE (TramPolin @ 5 Apr 2009, 19:56)
Spektakulär! Offenbar hat man in Düsseldorf mehr Mut.

Leider nicht immer. Bei der Umgestaltung dieses Bereiches scheiden sich die Geister.


Größere Kartenansicht

Die Planung siehe http://www.duesseldorf.de/thema/koebogen/index.shtml

Geschrieben von: spock5407 am 5 Apr 2009, 20:38
QUOTE (Autobahn @ 5 Apr 2009, 19:53)
Auch kein Kastenbrot und in unmittelbarer Nähe zu den Gehry-Bauten, das http://www.stadttor.de/. Hier ist übrigens auch der Ministerpräsident des Landes NRW zu Hause.

Das Ding gefällt mir. Eckig, glasig und modern.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 21:11
QUOTE (spock5407 @ 5 Apr 2009, 21:38)
Das Ding gefällt mir. Eckig, glasig und modern.

Aber kein Kastenbrot wink.gif . Das Ding ist schräg geschnitten laugh.gif (keine perspektivische Verzerrung im Foto!)


Größere Kartenansicht

Geschrieben von: LugPaj am 5 Apr 2009, 21:23
QUOTE (Rohrbacher @ 5 Apr 2009, 15:36)
Ja natürlich. Es sieht einfach unhomogen und künstlich aus, damit würde man die Stadt verhunzen, wenn einzelne Häuser in völlig anderer achitektonischer Gestaltung rausragen. Dann lieber so Neubaugebiete wie im Arnulfpark geschlossen etwas höher anlegen. Bei uns in der Siedlung darf man (zu Recht) nichtmal zweistöckig bauen, es sähe einfach seltsam aus, wenn zwischen lauter kleinen Häuschen einzelne dabei wären, die doppelt so hoch sind. Auch geht es nicht, dass diese einzelnen Häuser komplett anders aussehen...


Ich auch, aber das heißt nicht, dass man in altem Baubestand Häuser stellen soll, die da einfach nicht hinpassen. Wo anders sehen sie prima aus oder wenn man in eine Stadthäuserzeile ein Haus in einem modernem Stil baut, könnte das gehen. Aber nicht, wenn es um ein mehrfaches höher ist.

Ich waere auch dagegen, wenn man diese Bauten in einem homogenen Stadtviertel bauen wuerde. Aber ich finde gerade das Bahnhofsviertel waere ein Kandidat, wo man so etwas wagen koennte. Im Bahnhofsviertel gibt es auch jetzt ein Sammelsurium an verschiedenen Stilen, fast alle Bauten sind nach dem 2. Weltkrieg entstanden.
Und das mit der Traufhoehe verstehe ich nicht. Ich finde es viel spannender wenn es mal unterschiedlich hohe Haeuser gibt, warum muss v.a. immer alles gleich hoch sein?
Das finde ich langweilig.

Ich wuerde jetzt auch nicht sagen, dass ich zu 100% hinter solch einem Entwurf stehe, aber er strahlt etwas aus, was in Muenchen fehlt. Naemlich den Mut mal wirklich etwas neues zu wagen bzw auch nur anzudenken. Staedte wie Wien oder Rotterdam sind da viel weiter. Auch Duesseldorf und Hamburg haben viele interessante Projekte. Muenchen erscheint mir da in vieler Hinsicht sehr "gesaettigt", alles andere, neue wird zuerst abgeblockt, zerredet....

@TramPolin
So ein Entwurf wird sicherlich nicht realisiert. Das ist nur in einem Projekt an der Uni entstanden.

Geschrieben von: Autobahn am 5 Apr 2009, 21:33
QUOTE (LugPaj @ 5 Apr 2009, 22:23)
Auch Duesseldorf ......

Dazu ohne weiteren Kommentar:

http://www.duesseldorf.de/planung/stadtentw/hochhaus/index.shtml

Geschrieben von: Iarn am 21 Sep 2009, 10:22
Im RIS findet sich ein Interessantes Dokument zur http://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/1749334.pdf.
Es beschäftigt sich eingehend mit der Verknüpfung von Stadtentwicklung und Verkehr und zeigt auch auf, warum die Stadt an einer Eentwicklung entlang der S8Ost nebest Tieferlegung der Bahn interessiert ist.

Geschrieben von: TramPolin am 14 Oct 2009, 11:39
Karstadt am Dom: Abriss

Der Karstadt am Dom wird abgerissen. Er wird durch ein neues Geschäftshaus ersetzt - mit Einzelhandel, Büros und eventuell Wohnungen. Am 31.12.2010 läuft der Vertrag für den alten Bau aus und wird nicht mehr verlängert.

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/abriss-besiegelt-karstadt-weicht-einem-neubau-493230.html?cmp=defrss

Kommentar: Der Bau ist zwar nicht der schönste, aber es verschwindet ein Traditionshaus. Es ist sicher das Kaufhaus, das ich am häufigsten besucht habe. Die Schallplattenabteilung war früher im Haus Oberpollinger untergebracht und war die größte Schallplattenabteilung in Deutschland, die in einem Kaufhaus integriert war. Nach dem Umzug ins Haus am Dom hatte ich den Eindruck, dass die Abteilung nicht mehr so gut lief. Das war noch vor der CD-Absatzkrise. Dann wurde die Schallplattenabteilung in mehreren Schritten verkleinert. Heute ist nur noch ein trauriger Rest übrig.

Geschrieben von: Jean am 14 Oct 2009, 12:52
Das Gebäude war zwar nicht eins der Hässlichsten aber mal sehen was da hin kommt. Das Karstadt ein Auslaufmodell ist, ist klar. Aber daran sind die Manager Schuld.Ob Kaufhäuser wirklich ein Auslaufmodell sind? Unklar. Das sich kleinere Einheiten besser vermieten ist wohl aber einleuchtend.

Geschrieben von: TramPolin am 14 Oct 2009, 13:26
QUOTE (Jean @ 14 Oct 2009, 13:52)
Das Gebäude war zwar nicht eins der Hässlichsten aber mal sehen was da hin kommt. Das Karstadt ein Auslaufmodell ist, ist klar. Aber daran sind die Manager Schuld.Ob Kaufhäuser wirklich ein Auslaufmodell sind? Unklar. Das sich kleinere Einheiten besser vermieten ist wohl aber einleuchtend.

Die goldenen Zeiten von Kaufhäusern sind einfach vorbei. Damals war es eine geniale Idee, dass man in einem Haus fast alles kaufen konnte - sogar Möbel. Aber es hat sich viel verändert. Ein Einkaufszentrum ist ja schlussendlich auch nur ein großes Kaufhaus. Statt den einzelnen Abteilungen gibt es halt Läden. In einem Einkaufszentrum ist das Angebot aber vielfältiger als in einem Kaufhaus. Auch kommt dazu, dass man in manchen Einkaufszentren sich einen Einkaufswagen schnappen und den damit in allen Geschäften benutzen und zruückgeben kann, wo man will. Dieses Konzept wurde im "Life" an der Albert-Schweitzers-Straße realisiert. In einem Kaufhaus kauft man typischerweise nicht die Dinge des täglichen Bedarfs, allenfalls in den meistens vorhandenen integrierten Supermärkten, die aber meist eher klein sind. Es kommt auch noch dazu, dass die Fahrt mit dem Auto in die Innenstadt stressig und das Parken teuer ist.

In den Einkaufszentren kann man meistens kostenlos parken, zumindest sind die ersten Stunden kostenfrei. Da kann das Kaufhaus in der Stadtmitte nicht mithalten. Ich glaube, früher bekam man bei einem Einkauf die Parkgebühren erstattet, bin mir aber nicht ganz sicher. Ob es das noch gibt, weiß ich auch nicht.

Das Konzept Kaufhaus hat allenfalls eine Überlebenschance, wenn man es völlig neu gestaltet. Hier müssten sich mal kreative Köpfe zusammensetzen, was in einem Kaufhaus alles geboten werden könnte, was das Einkaufszentrum nicht leistet oder leisten kann.

Geschrieben von: viafierretica am 14 Oct 2009, 15:35
Das Problem an den Kaufhäusern ist halt die geringe Angebotstiefe. Es gibt zwar alles, aber jeweils nur relativ geringe Auswahl (z.B. Bücher, Kühlschränke). Beim Saturn Hansa gibt es meterweise Auswahl, beim Kaufhof oder Karstadt 5 Kühlschränke zur Auswahl. Und damit ist auch der Preis relativ hoch, zumal Lagerflächen am Marienplatz deutlich teurer sind als im Euro-Industriepark.

Dennoch kauf ich gerne da ein,weilich einfach keine Lust habe, nacheinander in 5 verschiedene Läden zu gehen und mich jedesmal an der Kasse anzustellen und lieber dann die Glühbirne, äh, Energiesparlampe, für 50 cent mehr mitnehme...

Aber da bin ich wahrscheinlich die Ausnahme.

Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Oct 2009, 16:45
Bevor das Gebäude noch unter Denkmalschutz gestellt wird... rolleyes.gif ph34r.gif

Geschrieben von: MVG-Wauwi am 15 Oct 2009, 06:55
Vielleicht ein wenig [OT] - hier gibt es einen schönen Artikel über die Geschichte eines Karstadt-Hauses, das maßgeblichen Einfluss auf die Stadtentwicklung und sogar U-Bahn-Planungen genommen hat.

http://www.berliner-untergrundbahn.de/karstadt.htm

Geschrieben von: Rathgeber am 15 Oct 2009, 10:09
Karstadt ist schon ein spezieller Fall. Wenn Manager das Kerngeschäft vernachlässigen und z.B. lieber in marode Fernsehsender investerieren (seinerzeit das DSF) und darüber nicht mitbekommen, wie sich Kaufverhalten und -landschaften verändern, muss man sich nicht wundern, wenn der Karren gegen die Wand fährt. Berücksichtigt man, daß auch noch ein Versandhaus dahintersteht, fehlen einem ob dieser Fehlwirtschaft vollkommen die Worte.

Die Plattenabteilung ist ein hervorragendes Beispiel. Hatte sie vorher eine gtroße Auswahl und Bandbreite, ist sie heute nur noch eine (überteuerte) Ramschfläche für Klassikanfänger und übeteuerte CD's aus den Charts.

Die Bekleidungsabteilungen sind auch grauenhaft geworden: Suche ich ein Hemd, muss sich mich durch Esprit-, Mexxecken, etc. quälen, anstatt alles an einem Platz vorzufinden. Suche ich explizit etwas von s.Oliver suche ich deren Geschäft auf...
Der stratregische Vorteil, auf komprimierter Fläche eine Auswahl anzubieten, wurde leichtfertig aufgebene.

Bemerkenswert ist auch, daß die Nachwuchs-Kundschaft in Kaufhäusern gar nicht zu finden ist, so daß man als angehender Enddreißiger einer der Jüngsten beim Bummeln ist...

QUOTE
Da kann das Kaufhaus in der Stadtmitte nicht mithalten. Ich glaube, früher bekam man bei einem Einkauf die Parkgebühren erstattet, bin mir aber nicht ganz sicher. Ob es das noch gibt, weiß ich auch nicht.

...und trotzdem sind die Fußgängerzonen am Wochenende brechend voll. Da wird immer gerne etwas suggeriert, was nicht der Realität entspricht. Abgesehen davon, ist die Auswahl in Einkaufszentren ähnlich eingeschränkt. Sie verteilt sich nur auf mehr Geschäfte unter einem Dach bei schlechter Luft.

Tante Edith:
Sehr anschaulich wird das Kaufhaus-Dilemma http://helgabirnstiel.blogs.com/notebook_muenchen/2009/05/neulich-im-kaufhaus.html beschrieben.

Geschrieben von: Jean am 15 Oct 2009, 10:29
Der Oberpolinger ist immer leer. Und was finden dort ist eh unmöglich und solltest du dennoch mal was finden sind die Preise einfach astronomisch.

Geschrieben von: TramPolin am 15 Oct 2009, 11:00
QUOTE (Jean @ 15 Oct 2009, 11:29)
Der Oberpolinger ist immer leer. Und was finden dort ist eh unmöglich und solltest du dennoch mal was finden sind die Preise einfach astronomisch.

Weil ich ein elektrisches Teil brauchte (Steckdosen-Kindersicherung) und aus Neugier, wie sich die Kaufhauskrise wirklich darstellt, habe mir mal vor kurzem die Kaufhäuser in der Münchner Fußgängerzone angeschaut. Das "Haus im Dom" war an einem späten Werktagvormittag tatsächlich so gut wie leer, in den anderen Kaufhäusern sah es nicht besser aus. Früher musste man um diese Uhrzeit sich erst mal an der Rolltreppe anstellen.

Fazit war: Die Steckdosen-Kindersicherung bekam ich in keinem der Kaufhäuser (die Elektroabteilungen kann man kaum mehr als solche bezeichnen, viel mehr als ein paar verschiedene Mehrfachsteckdosen hatten die kaum), dafür aber in einem Elektrogroßmarkt (der sich nach einem Planeten benannt hat biggrin.gif ).

Geschrieben von: Auer Trambahner am 15 Oct 2009, 11:06
Und das ist eben der Knackpunkt. Der Planet und sein rotes Schwesterchen habenden Markt da schon dermaßen an die Wand gedrückt.
Warum sollen die sich da noch groß reinhängen?

Geschrieben von: Jean am 15 Oct 2009, 11:20
Dann können die ja gleich zu machen (was sie ja machen wollen).

Geschrieben von: ET 423 am 15 Oct 2009, 13:33
Das Problem ist eben auch, daß die Läden immer spezieller werden, was bei der Kundschaft eher ankommt. Kein Mensch käme auf die Idee, in einen Mediamarkt hineinzuspazieren und nach Schuhen zu suchen. Und keiner, der Elektronikartikel möchte, sucht einen Deichmann auf. Diese Beispielkette ließe sich beliebig fortsetzen.
Früher, zur Blütezeit der Kaufhäuser, waren die Sortimente auch noch nicht so umfassend wie sie es jetzt sind. Was gab es denn vor, sagen wir mal, 20-30 Jahren an Kühlschränken zur Auswahl (Beispiel von viafierretica)? Nur eine verschwindend geringe Menge (verglichen mit heute), somit konnte man das damals noch in einem Kaufhaus unterbringen. Jetzt hingegen hat sich die Produktpalette stark erweitert, in so gut wie allen Sparten.
Die spezialisierten Ketten haben sich dem angepaßt, in den Kaufhäusern hat man das Gefühl, es hätte sich seit Jahrzehnten nichts verändert. rolleyes.gif

Geschrieben von: TramPolin am 15 Oct 2009, 13:49
QUOTE (ET 423 @ 15 Oct 2009, 14:33)
Die spezialisierten Ketten haben sich dem angepaßt, in den Kaufhäusern hat man das Gefühl, es hätte sich seit Jahrzehnten nichts verändert. rolleyes.gif

Die Kaufhäuser haben einzelne Abteilungen geschlossen. Offenbar will niemand mehr Möbel in einem Kaufhaus kaufen, sodass diese Abteilungen dann teilweise oder größtenteils dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Die Auswahl an Möbeln in Kaufhäusern war ohnehin nur lächerlich gering und ob diese preislich mit den großen Möbelketten mithalten können (die meist gar nicht so billig sind, wie sie tun, aber halt Lockangebote haben, bei denen man meint, man bekommt beim Kauf einer Küche noch 20 % Rabatt und zusätzlich eine Geschirrspülmaschine geschenkt, nachdem man sich im hauseigenen Lokal für fast lau den Magen vollgeschlagen hat ), ist die Frage. Diese lässt sich sich leicht mit Nein beantworten.

Solche minimalen Korrekturen bringen nicht viel und konnten den Niedergang der Kaufhäuser allenfalls verzögern.

Ich werde die Kaufhäuser nicht vermissen. Das meiste bestelle ich im Internet, den Rest kaufe ich in Einkaufszentren, im Supermarkt an der Ecke oder in spezialisierten Geschäften (Schillerstraße für PC-Krempel etwa). Da ich auch früher schon in den Kaufhäusern selten das wirklich Gebrauchte bekommen habe und meist Kompromisse machen musste, bin ich nicht mal unzufrieden damit.

Wer also braucht schon Kaufhäuser? Im Kaufhaus kann ich mir auch nicht einfach einen Einkaufskorb nehmen und dann zentral bezahlen, sondern ich muss schon in der richtigen Abteilung mein Geld hergeben. Ob ich jetzt in einem Einkaufszentrum den Laden wechsle oder im Kaufhaus die Abteilung, ist kein großer Unterschied.

Geschrieben von: Lazarus am 15 Oct 2009, 15:06
ich denk mal, ein entscheidenter Faktor für diese Entwicklung sind auch die Online-Shops. Vorallem, wenn es um Möbel oder Elektro-Grossgeräte geht. Wer schleppt denn sowas noch selber heimwärts, wenn man es gegen eine oft geringe Gebühr auch geliefert bekommen kann?

Geschrieben von: TramPolin am 15 Oct 2009, 15:09
QUOTE (Lazarus @ 15 Oct 2009, 16:06)
ich denk mal, ein entscheidenter Faktor für diese Entwicklung sind auch die Online-Shops. Vorallem, wenn es um Möbel oder Elektro-Grossgeräte geht. Wer schleppt denn sowas noch selber heimwärts, wenn man es gegen eine oft geringe Gebühr auch geliefert bekommen kann?

Das Sterben der Kaufhäuser begann schon vor dem Aufkommen von Ebay und Amazon. Allerdings dürften die Onlineshops den Niedergang beschleunigt haben.

Geschrieben von: Auer Trambahner am 15 Oct 2009, 15:10
Ich. Da hab ich auch sicher die Ware, und nicht nur der Dandler mein Geld.

Geschrieben von: TramPolin am 15 Oct 2009, 15:15
QUOTE (Auer Trambahner @ 15 Oct 2009, 16:10)
Ich. Da hab ich auch sicher die Ware, und nicht nur der Dandler mein Geld.

Ich habe schon Hunderte Male was bestellt und es gab in den seltensten Fällen Probleme. In diesen seltenen Fällen korrigierte der Verkäufer nach einmaliger Reklamation die Geschichte.

Aber, es kann jeder natürlich selbst entscheiden, wie er wo und wann einkauft smile.gif

Geschrieben von: Jean am 15 Oct 2009, 15:42
Die schlimmsten Einkaufzentren habe ich immer noch in Frankreich gesehen. Wären da nicht Leute rein und raus gegangen hätte ich gesagt das Ding ist zu. Drinnen wie draußen wurde wohl seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht!

Geschrieben von: Cloakmaster am 15 Oct 2009, 20:36
In Bremen wird gerade versucht, die Innenstadt aufzuwerten, um die Kaufkraft, welche zunehmend in Einkaufszentren "auf der grünen Wiese" (und damit oft bereits nicht mehr In Bremen, sondern direkt vor den Toren der Stadt in Niedersachsen) abwandert, zurück zu gewinnen. Konkret erwägt man den Abriss der Gebäude von Kaufhof, Karstadt, C&A, und einiger kleinerer Bauten dazwischen, sowie eines grossen Parkhauses, um anschliessend ein einziges "City Shopping Center" zu errichten. Einige Überlegungen gehen sogar davon aus, auch das zweite Innenstadt-Parkhaus abzureissen, um die Fläche nochmal vergrössern zu können.
Die Stellplätze wollen die Planer am liebsten unter die Erde verlegen, und von den Investoren verlangem, eine Tiefgagage mit einigen Stockwerken Tiefe zu errichten.
Dumm nur: In Bremen liegt der Grundwasserpegel so hoch, daß die meisten Bauten von vorn herein auf auch nur ein Kellergeschoss verzichten. Abgesehen davon sind gerade in der historischen Innenstadt jede Menge archäöligsche Funde geradzu zu erwarten, welche die Bauzeit und die Baukosten einer solchen Gross-Tiefgarage extrem aus dem ruder laufen lassen können bzw werden...

Wie diese neu zu schaffenden Flächen mit Leben zu füllen sind, darüber schweigen die Planer sich bisher aus...

Geschrieben von: viafierretica am 15 Oct 2009, 21:59
QUOTE
Dumm nur: In Bremen liegt der Grundwasserpegel so hoch, daß die meisten Bauten von vorn herein auf auch nur ein Kellergeschoss verzichten. Abgesehen davon sind gerade in der historischen Innenstadt jede Menge archäöligsche Funde geradzu zu erwarten, welche die Bauzeit und die Baukosten einer solchen Gross-Tiefgarage extrem aus dem ruder laufen lassen können bzw werden...


Das war meines Wissens auch der Hauptgrund, warum es aus den Bremer U-Bahn-Plänen nie was wurde und nicht mal, wie in Städten vergleichbarer Größe, Innenstadt-Tunnels für eine Stadtbahn gebaut wurden. Zum Glück, wie man heute weiss....

Geschrieben von: viafierretica am 15 Oct 2009, 22:04
QUOTE
Der Oberpolinger ist immer leer. Und was finden dort ist eh unmöglich und solltest du dennoch mal was finden sind die Preise einfach astronomisch.


Der Oberpollinger ist schon ein Musterbeispiel, wie man ein gut laufendes Kaufhaus an die Wand gefahren hat. Die Klientel, die man da ansprechen möchte, geht aber dennoch nicht in einen Karstadt, sondern kauft gleich in ein paar Straßen weiter ein. Und die Kunden, die die Straße tatsächlich passieren, gehen vor lauter Schreck wieder rückwärts raus, zumal sie entsprechend angesehen werden, und kaufen dann bei H&M ein. (@Rathgeber: da ist die Klientel unter 30...)

Geschrieben von: S-Bahn 27 am 2 Feb 2010, 21:18
Der Kampf gegen die Türme von Sendling

QUOTE
An der Grenze von Obersendling zu Solln. Dort sollen fünf Hochhäuser auf das ehemalige Siemensareal in unmittelbarer Nähe des Siemens-Hochhauses aufgestellt werden – 16 bis 17 Stockwerke verteilt auf 50 Meter Höhe [...] Eigentlich wollte die Hubert Haupt Immobilen Holding das Siemens-Hochhaus von 1963 abreißen. Doch der Turm mit seinen 23 Stockwerken steht unter Denkmalschutz, weil er ein Relikt der Wirtschaftswunder-Zeit ist. Nun soll das Hochhaus umgebaut werden.


http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/kampf-gegen-tuerme-sendling-tz-614819.html

Also ich fände es nicht schlimm, wenn Siemens da jetzt ein paar Hochhäuser bauen möchte. Aber immerhin werden dann endlich diese ganzen brachliegenden Flächen rund um das Siemens-Hochhaus bebaut, nachdem da immer mehr Gebäude abgerissen und andere verlassen sind, sieht es dort sehr leer aus. Eigentlich wollte man schließlich schon 2004 "Isar-Süd" verwirklichen; Ende bekannt....

Das sich die Anwohner gleich beschweren, "das kein Neuperlach in Sendling" ist doch auch blödsinn. Wegen den fünf Hochhäusern gleich von nem 2. Neuperlach sprechen.
Und so schlecht wohnt sichs in Neuperlach auch wieder nicht, oder TramPolin smile.gif
Das das bestehende Siemens-Hochhaus unter Denkmalschutz steht, nur weil es als Zeichen der "Wirtschaftswunder-Zeit" steht, ist doch echt ein wenig übertrieben. unsure.gif

Geschrieben von: TramPolin am 2 Feb 2010, 21:49
QUOTE (S-Bahn 27 @ 2 Feb 2010, 21:18)
Der Kampf gegen die Türme von Sendling

http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/kampf-gegen-tuerme-sendling-tz-614819.html</a>

Also ich fände es nicht schlimm, wenn Siemens da jetzt ein paar Hochhäuser bauen möchte.  Aber immerhin werden dann endlich diese ganzen brachliegenden Flächen rund um das Siemens-Hochhaus bebaut, nachdem da immer mehr Gebäude abgerissen und andere verlassen sind, sieht es dort sehr leer aus. Eigentlich wollte man schließlich schon 2004 "Isar-Süd" verwirklichen; Ende bekannt....

Das sich die Anwohner gleich beschweren, "das kein Neuperlach in Sendling" ist doch auch blödsinn. Wegen den fünf Hochhäusern gleich von nem 2. Neuperlach sprechen.
Und so schlecht wohnt sichs in Neuperlach auch wieder nicht, oder TramPolin  smile.gif
Das das bestehende Siemens-Hochhaus unter Denkmalschutz steht, nur weil es als Zeichen der "Wirtschaftswunder-Zeit" steht, ist doch echt ein wenig übertrieben.  unsure.gif

In einem Hochhaus wohnt es sich recht gut. Die Tatsache, dass jede größere handwerkliche Tätigkeit im ganzen Haus zu hören ist und die Wahrscheinlichkeit einer Ruhestörung durch die im Vergleich zu einem "normalen" Haus größere Anzahl an Wohnungen höher ist, wird mit Fern- und Alpenblick und anderen Annehmlichkeiten versüßt.

http://www.flickr.com/photos/wolkenkratzer/4020608508/sizes/l/
Blick von meinem Balkon in Neuperlach - jetzt soll einer noch mal was gegen Hochhäuser sagen
Klick das Bild an, dann werden die Berge noch größer


Ich würde mich freuen, wenn in München wieder mehr Wohn-Hochhäuser gebaut oder bestehende Hochhäuser in Wohn-Hochhäuser umgebaut werden. Doch die mir bekannten Pläne - zu den auch z.B. das Heizkraftwerk in der Müllerstraße gehört - zielen darauf ab, dass Luxuswohnungen errichtet werden, die für den Normalbürger unerschwinglich sind.

Auch in dem vorgestellten Projekt in Sendling soll der durchschnittliche Kaufpreis einer Wohnung bei 1 Million EUR liegen. Die habe auch ich nicht einfach so auf dem Konto rumliegen. wink.gif

Geschrieben von: TravellerMunich am 2 Feb 2010, 22:46
QUOTE (viafierretica @ 15 Oct 2009, 21:59)
Das war meines Wissens auch der Hauptgrund, warum es aus den Bremer U-Bahn-Plänen nie was wurde und nicht mal, wie in Städten vergleichbarer Größe, Innenstadt-Tunnels für eine Stadtbahn gebaut wurden. Zum Glück, wie man heute weiss....

Wirklich so ein Glück?

Bremen, BSAG 97 Mio. Fahrgäste, kein Tunnel
Hannover, Üstra, rund 150 Mio Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Nürnberg, VAG, rund 180 Mio. Fahrgäste, U-Bahn-Tunnel
Stuttgart, SSB, rund 190 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Düsseldorf, Rheinbahn, 215 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel

Die Fahrgäste sehen das wohl anders.

P.S.: alles Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl

Geschrieben von: Auer Trambahner am 3 Feb 2010, 04:35
Dann schreib aber auch dazu, wie sich die Defizite dadurch entwickelt haben.

Geschrieben von: MVG-Wauwi am 3 Feb 2010, 07:31
QUOTE (TravellerMunich @ 2 Feb 2010, 22:46)
Wirklich so ein Glück?

Bremen, BSAG 97 Mio. Fahrgäste, kein Tunnel
Hannover, Üstra, rund 150 Mio Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Nürnberg, VAG, rund 180 Mio. Fahrgäste, U-Bahn-Tunnel
Stuttgart, SSB, rund 190 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Düsseldorf, Rheinbahn, 215 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel

Die Fahrgäste sehen das wohl anders.

P.S.: alles Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl

Diesen Vergleich mit Bremen muss man aber vorsichtig bewerten.
Die herangezogenen Städte haben alle mehr oder minder ein größeres Bedienungsgebiet mit Schienennetzen, die über die jeweiligen Stadtgrenzen hinausreichen. In Bremen ist das - zumindest bislang - m. W. alles Binnenverkehr.
Aussagekräftiger wäre eine Zahl wie Fahrten je Einwohner.

Geschrieben von: TravellerMunich am 3 Feb 2010, 14:48
QUOTE (Auer Trambahner @ 3 Feb 2010, 04:35)
Dann schreib aber auch dazu, wie sich die Defizite dadurch entwickelt haben.

Bremen hat von allen diesen Städten den schlechten Kostendeckungsgrad.
Bremen - teuer für den Steuerzahler auch ohne Tunnel...

Beispiel Üstra Hannover: Macht mittlerweile sogar leichten Gewinn, bekommt aber ca. 30 Mio. Euro als Zuschuss für den Busbetrieb, so dass ehrlicherweise die 30 Mio. Euro das Defizit sind. In Bremen beträgt das Defizit der BSAG über 50 Mio. Euro.

Geschrieben von: Electrification am 3 Feb 2010, 14:49
QUOTE (Jean @ 15 Oct 2009, 10:29)
Der Oberpolinger ist immer leer. Und was finden dort ist eh unmöglich und solltest du dennoch mal was finden sind die Preise einfach astronomisch.

Die Münchner Innenstadt zählt ja immer noch zu den teuersten Einkaufsstraßen, also müsste ja Bedarf vorhanden sein, nur kann ein altes Kaufhaus den nicht abdecken.
Wieso versucht man nicht in der Innenstadt ein Konzept zu entwickeln dort ein City-Einkaufszentrum zu etablieren. Am nötigsten wäre der Abriss des Kaufhof am Marienplatz um diesen städtebaulichen Schandfleck zu beseitigen. Das neue Center müsste sich aber architektonisch in die Umgebung einfügen.

Ein noch besseres Objekt wäre die riesige Fläche vom ehem. Hertie und dem Kaufhof gegenüber, die könnte man zusammen zu einem großen Innenstadt-Center zusammenfügen und das noch direkt vor dem Hauptbahnhof, den man selber durchaus auch als Objekt für ein Einkaufszentrum betrachten könnte, sofern der Osteuropa-Empfangsbau mal ersetzt wird, woran ich zeitnah auch nicht mehr glaube.

Geschrieben von: viafierretica am 3 Feb 2010, 19:05
@TravellerMunich
QUOTE
Wirklich so ein Glück?

Bremen, BSAG 97 Mio. Fahrgäste, kein Tunnel
Hannover, Üstra, rund 150 Mio Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Nürnberg, VAG, rund 180 Mio. Fahrgäste, U-Bahn-Tunnel
Stuttgart, SSB, rund 190 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel
Düsseldorf, Rheinbahn, 215 Mio. Fahrgäste, Stadtbahntunnel


Du darfst bei Bremen aber auch nicht die Besonderheiten vergessen: zum einen ist wohl Bremerhaven mit dabei (?), zum anderen hat Bremen eine sehr große Fläche und der ÖV tut sich da sehr schwer, da es sehr zersiedelt ist. Die Ausdehnung in Richtung West/Nord ist gewaltig (etwa 40 km!), mit dem Bus braucht man da 1 1/2h Stunden oder länger. S-Bahn gab es bisher keine, und vor Reaktivierung der Bahn nach Farge war in Vegesack Schluss - von dort ging es noch ewig mit dem Bus weiter. Und selbst diese Pseudo-S-bahn ist bisher mit völlig versifften Bahnhöfen und abgefuckten Silberlingen nur was für hardcore-freaks. Die Straßenbahn bedient nur einen Teil des Stadtgebietes, die einst geplante U-Bahn hätte aber auch nicht weiter gereicht, sondern nur 1:1 die Straßenbahn ersetzt (also z.B. auch nur bis Gröpelingen). Und die Tram ist eigentlich ziemlich schnell und gut trassiert - da hätte eine U-bahn wenig Vorteile. Und wie würden Bremer U-Bahnhöfe, in den siebziger Jahren gebaut, heute aussehen? Ich glaube, dann kann man nur froh sein, dass die U-bahn nicht gebaut wurde, zumal dann wohl die Flächenabdeckung mit der Schiene noch schlechter wäre, da ja dann die Straßenbahn parallel eingestellt worden wäre. Und die Gefahr von Tunnelruinen wäre im besonders klammen Bremen auch sehr hoch gewesen.

Geschrieben von: spock5407 am 3 Feb 2010, 20:03
@Electrification: Ne ne ne, lass blos den Hertie/Karstadt und die Kaufhofs wie sie sind.

Ich finde diese Einkaufszentrum mit ner Menge an Miniläden schlimm. Genauso schlimm, wie Warenhäuse mit Gewand nach Marken sortiert. Wenn ich ne Jacke oder Hose will, will ich net 20 Stände einzeln abgruschen, sondern an den Ständer "Jacke, Größe XY, wo dann alle passenden Jacken zusammenhängen". Das ist viel effizienter (Markennamen interessieren mich net).

Geschrieben von: Autobahn am 3 Feb 2010, 20:18
@spock5407

Jeder hat seine eigenen Einkaufsgewohnheiten. Kaufhäuser wie Kaufhof oder Karstadt habe ich schon seit Jahren nicht mehr von innen gesehen. Aber ich bin ohnehin nicht der Typ, der "Shoppen" geht. Wenn ich eine neue Jeans brauche, gehe ich in ein Factory-Outlet, frage die Verkäuferin nach meiner Größe (die merke ich mir grundsätzlich nicht wink.gif ), probiere maximal drei an und kaufe eine - fertig.

Mein "Rekord" für den Erwerb (incl. Anprobe) eines Anzuges, zweier Hemden und zweier Krawatten liegt bei fünf Minuten laugh.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 3 Feb 2010, 20:24
Hahaha Autobahn, so gefällt mir das biggrin.gif

Mit meiner Freundin dauert das etwas länger laugh.gif

Geschrieben von: viafierretica am 3 Feb 2010, 20:33
QUOTE
Das neue Center müsste sich aber architektonisch in die Umgebung einfügen.


Mal davon abgesehen, dass der Kaufhof am Marienplatz nicht das neueste Gebäude ist, ist das mit "Einfügen in die Umgebung" eine Katastrophe: ein Einkaufszentrum des 21. Jahrhunderts kann man beim besten Willen nicht in ein (pseudo-)mittelalterliches Ensemble einfügen. Auch wenn man Fachwerk davor klebt: es bleibt aufgeklebt, und Nutzung und Fassade passen nicht im geringsten zusammen. Eine - zumindest - gefühlt mittelalterliche Innenstadt ist kein Ort für ein großes Einkaufszentrum, sondern erfordert kleinteilige Nutzungen.
Da sind die Polen wesentlich schlauer: die verlagern seit jeher alle große Läden außerhalb der historischen Innenstädte, und lassen dort nur kleine Läden zu, die in die Stadtstruktur passen. Nur deshalb sind Städte wie Krakau oder Breslau so lebendig.

Geschrieben von: TravellerMunich am 3 Feb 2010, 21:42
QUOTE (viafierretica @ 3 Feb 2010, 19:05)
Du darfst bei Bremen aber auch nicht die Besonderheiten vergessen: zum einen ist wohl Bremerhaven mit dabei (?), zum anderen hat Bremen eine sehr große Fläche und der ÖV tut sich da sehr schwer, da es sehr zersiedelt ist.

1. Nein, ist nicht dabei, in Bremerhaven verkehrt die Gesellschaft BremerhavenBus, ist halt eine eigene Großstadt.

2. Zersiedelt? Größe Bremen (Stadtgebiet, Verkehrsgebiet BSAG) 325 qkm, Bevölkerungsdichte 1682/qkm, Freiburg hat 1400/qkm und einen hervorragend angenommenen Nahverkehr, Heidelberg ebenso, Karlsruhe etwa 1600, Dresden auch. Dresden hat übrigens 144 Mio. Fahrgäste pro Jahr und knapp weniger Einwohner.

Geschrieben von: Autobahn am 3 Feb 2010, 21:43
QUOTE (Bayernlover @ 3 Feb 2010, 20:24)
Mit meiner Freundin dauert das etwas länger laugh.gif

[OT]

Du darfst auch nie eine Frau zum Einkauf mitnehmen und schon gar nicht, sie bei einem Einkauf begleiten. "Guck mal Schatz, steht mir das?" Wenn Du "ja" sagst, glaubt sie Dir nicht, sagst Du "nein", ist sie beleidigt. Am besten schickst Du sie mit ihrer besten Freundin los und machst Dir einen schönen Tag. Und wenn sie Dir dann die neuen Klamotten vorführt, sagst Du: "Liebling, am besten gefällst Du mir ohne den ganzen Plunder." laugh.gif Sie wird dann zwar erst keifen "Du denkst doch nur an das Eine!", aber innerlich ist sie zufrieden. Sie interessiert es nämlich nicht wirklich, ob Du die Klamotten gut findest, sie will begehrt werden.

Das fällt mir der Spruch eines weisen Menschen ein (Name ist mir entfallen):

Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert

[/OT]

Geschrieben von: Bayernlover am 3 Feb 2010, 21:47
Treffender hätte man es nicht formulieren können, Autobahn laugh.gif

Geschrieben von: viafierretica am 3 Feb 2010, 22:02
QUOTE
TravellerMunich


Ok, dann kam mir Bremen subjektiv größer vor. Vielleicht lieht es daran, dass es so eeewig lange gestreckt ist, so wie Dresden übrigens auch. In Dresden ist die tatsächliche Einwohnerdichte wohl höher, da ein riesiger Wald zum Stadtgebiet gehört. Aber ich gebe Dir recht - Dresden hat für seine Stadtstruktur und seine Finanzkraft sicher das Optimum im ÖV (übrigens: KEIN Tunnel), und mehr ist dort wohl nicht zu holen, angesichts der "traumhaften" Straßeninfrastruktur (Stau dürfte dort wohl unbekannt sein).
Freiburg und Heidelberg sind eine Nummer kleiner als Bremen, und nicht direkt vergleichbar.
Aber in Bremen ist es ja auch so, dass man 20 Jahre lang für den ÖV rein gar nichts gemacht hat und erst mit der Linie 4 wieder aufgewacht ist, während z.B. Dresden sehr kontinuierlich eigene Bahnkörper angelegt hat, das marode Streckennetz mehr oder weniger komplett saniert und up-to-date gebracht hat (vorbildliche Haltestellen!) und das Liniennetz immer wieder der Stadtstruktur angepasst hat. Nur die Beschleunigung ist dort politisch nicht gewollt, irgendwie muss man ja die Waldschlösschenbrücke und den Verlust des Weltkulturerbes rechtfertigen.....

Geschrieben von: LugPaj am 6 Feb 2010, 06:12
QUOTE (S-Bahn 27 @ 2 Feb 2010, 21:18)
Der Kampf gegen die Türme von Sendling



http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/kampf-gegen-tuerme-sendling-tz-614819.html

Also ich fände es nicht schlimm, wenn Siemens da jetzt ein paar Hochhäuser bauen möchte.  Aber immerhin werden dann endlich diese ganzen brachliegenden Flächen rund um das Siemens-Hochhaus bebaut, nachdem da immer mehr Gebäude abgerissen und andere verlassen sind, sieht es dort sehr leer aus. Eigentlich wollte man schließlich schon 2004 "Isar-Süd" verwirklichen; Ende bekannt....

Das sich die Anwohner gleich beschweren, "das kein Neuperlach in Sendling" ist doch auch blödsinn. Wegen den fünf Hochhäusern gleich von nem 2. Neuperlach sprechen.
Und so schlecht wohnt sichs in Neuperlach auch wieder nicht, oder TramPolin  smile.gif
Das das bestehende Siemens-Hochhaus unter Denkmalschutz steht, nur weil es als Zeichen der "Wirtschaftswunder-Zeit" steht, ist doch echt ein wenig übertrieben.  unsure.gif

Die Häuser werden nicht von Siemens gebaut, sondern von einem Investor. Siemens hat damit nichts mehr zu tun. Selbst das alte Siemens Hochhaus hat Siemens schon abgestossen.

Ausserdem sollen die Mini-Hochhäuser gehobenes Klientel ansprechen. Geplant sind Quadratmeterpreise bis zu 8000 Euro.

Geschrieben von: andreas am 6 Feb 2010, 12:41
Ja mei, so is des hoid, jeder is immer gega ois, was da nachbar macha wui

Geschrieben von: Iarn am 27 Sep 2010, 22:18
http://www.muenchen.de/cms/prod1/mde/_de/rubriken/Rathaus/75_plan/02_projekte/prinz_eugen_kaserne/Workshop.pdf

Geschrieben von: TramPolin am 27 Sep 2010, 22:31
QUOTE (Iarn @ 27 Sep 2010, 23:18)
http://www.muenchen.de/cms/prod1/mde/_de/rubriken/Rathaus/75_plan/02_projekte/prinz_eugen_kaserne/Workshop.pdf

Ziemlich beliebig, mutlos, unspektakulär, dicht aufeinander, keine bösen Hochhäuser, alles sauber auf die goldenen vier Stockwerke gestutzt. Könnte überall stehen. Quasi ein Riem III oder ist es nicht doch schon Riem IV, wer weiß das schon genau?

Warum nicht mal was ganz Mutiges, z.B. so was: http://www.flickr.com/photos/rezendi/152860690/sizes/l/in/photostream/

Geschrieben von: Iarn am 28 Sep 2010, 08:48
Zumindest scheint es deutlich grüner zu werden als Riem. Es wird auch um alte Baumbestände rumgebaut.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 28 Sep 2010, 18:22
QUOTE (TramPolin @ 27 Sep 2010, 23:31)
Ziemlich beliebig, mutlos, unspektakulär, dicht aufeinander, keine bösen Hochhäuser, alles sauber auf die goldenen vier Stockwerke gestutzt. Könnte überall stehen. Quasi ein Riem III oder ist es nicht doch schon Riem IV, wer weiß das schon genau?

Warum nicht mal was ganz Mutiges, z.B. so was: http://www.flickr.com/photos/rezendi/152860690/sizes/l/in/photostream/

Darf man fragen wo das ist? wink.gif

Geschrieben von: TramPolin am 28 Sep 2010, 18:46
QUOTE (TramBahnFreak @ 28 Sep 2010, 19:22)
Darf man fragen wo das ist? wink.gif

Eigentlich musst Du nur auf "Photo" klicken, um es zu erfahre smile.gif, aber es ist in Montreal, Quebec.

Geschrieben von: Iarn am 16 Dec 2010, 19:42
Am Anfang dachte ich, die Idee ist eine Eintagsfliege, aber die Idee einer Wiedervereinigung des Englischen Gartens kommt ein wenig in Fahrt http://www.abendzeitung.de/muenchen/234797

Geschrieben von: Lazarus am 2 Feb 2011, 20:01
Der erste Mieter im Joseph-Pschorr-Haus steht wohl fest...


http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen-zentrum/umzugs-coup-sport-scheck-1107184.html

Geschrieben von: Electrification am 11 Feb 2011, 17:05
Also, München ist ja wohl wirtschaftlich, von der Größe, Bedeutung und vom Einzugsgebiet in etwa mit Wien vergleichbar. Wieso schafft es die Stadt sich nicht so zu entwickeln wie Wien?
Wie wäre es z. B. mit einem eigenen Geschäftsdistrikt, wo Hochhäuser aus dem Boden schießen können a la Donau-City. Weit genug weg von der Innenstadt.
Dazu am Wochenende eine 24-Stunden-U-Bahn, in der Innenstadt mehr Lebensmittelläden für den Touristen und Stadtbürger.

Ich glaube auch dass man in Wien architektonisch mehr aus der Messestadt rausgeholt hätte. Ich behaupte dort wäre nicht so ein eintöniger Osteuropacharme entstanden.
Dazu fehlt immer noch ein moderner Hauptbahnhof, wann tut sich da mal was? Wenn ich mir da den Ausbau des Hbf Wien ansehe, faszinierend und Wien-Mitte wird auch erneuert, mit Shoppingbereich.

München kann bei dieser Entwicklung meiner Meinung nach nicht mithalten. Hier muss man auch etwas experementierfreudiger werden.

So ein Hundertwasserheizkraftwerk wäre auch in München was feines, gerade für das in Südbahnhofnähe, das könnte man doch künstlerisch gestalten.

Geschrieben von: Daniel Schuhmann am 11 Feb 2011, 17:11
Ob vergleichbar oder nicht, Wien ist nicht München und Österreich ist nicht Deutschland. Jede Stadt und jedes Land entwickelt sich anders, im Beispiel Berlin können auch 40 Jahre ausreichen, um die Siedlungsstruktur komplett umzukrempeln...

Geschrieben von: Oliver-BergamLaim am 11 Feb 2011, 17:17
QUOTE (Electrification @ 11 Feb 2011, 17:05)
Dazu am Wochenende eine 24-Stunden-U-Bahn, in der Innenstadt mehr Lebensmittelläden für den Touristen und Stadtbürger.

[...]
Dazu fehlt immer noch ein moderner Hauptbahnhof, wann tut sich da mal was? Wenn ich mir da den Ausbau des Hbf Wien ansehe, faszinierend und Wien-Mitte wird auch erneuert, mit Shoppingbereich.

Eine 24-Stunden-U-Bahn wäre zumindest auf Teilstrecken angebracht. Zum Mangfallplatz muß man vielleicht nicht fahren, aber wenigstens die Stammstrecken und große Stadtbezirke wie Neuperlach sollte man bedienen.

Mehr Lebensmittelläden in der Innenstadt, nun ja, die Versorgung ist gar nicht mal so schlecht. Immerhin gibts den Edeka im Elisenhof (am Hauptbahnhof), den Tengelmann im Stachus-Untergeschoß und im Bereich Marienplatz den REWE im Tal und in den Fünf Höfen. Viele kennen diese Supermärkte gar nicht, weil sie halt doch relativ versteckt sind und sich nicht gerade an prominenter Lage präsentieren.

Ansonsten gebe ich Dir voll und ganz recht: München wagt, gerade angesichts seiner wirtschaftlichen Boom-Position, architektonisch zu wenig und schafft sich, obwohl man es eigentlich besser wissen sollte und könnte, neue "Ghettos" wie die Messestadt.

Den Hauptbahnhof will ich lieber mal nicht ansprechen - ob mit oder ohne 2. Stammstrecke, das Ding gehört endlich mal weggerissen und der Bahnhofsplatz von Grund auf umgebaut. Eine Stadt, die mich so begrüßt, merke ich mir, aber nicht unbedingt im Positiven.

Geschrieben von: Electrification am 11 Feb 2011, 17:18
QUOTE (Daniel Schuhmann @ 11 Feb 2011, 17:11)
Ob vergleichbar oder nicht, Wien ist nicht München und Österreich ist nicht Deutschland. Jede Stadt und jedes Land entwickelt sich anders, im Beispiel Berlin können auch 40 Jahre ausreichen, um die Siedlungsstruktur komplett umzukrempeln...

Berlin ist ein mieses Beispiel. Die Stadt hätte so viel Potential und macht rein gar nichts draus. Der Alexanderplatz ist immer noch nicht nach den Anfang der 90er Jahre vorgestellten Pläne umgestaltet und ein hässlicher Ort, auch sonst sieht man sehr viel versifften Charme. Eine Stadt die sich mit Paris oder London vergleichen will, muss sich mehr bewegen, aktuell kann sie nicht mal mit Wien bei der Entwicklung mithalten.

Interessant fand ich es auch zu lesen dass die Wiener U-Bahn mehr Menschen transportiert als die Berliner!

Geschrieben von: Iarn am 11 Feb 2011, 17:19
Da gibt es viele Gründe,

zum einen gibt es hierzulande nur Parteien, die in sich konservativ sind:
CSU (will entweder zurück in die 50er oder gleich zu König Ludwig)
SPD (zurück zu der Arbeiterromantik der Industrialisierung)
FDP (zurück zur Fabrikbesitzerromatik der Industrialisierung)
Grüne (zurück auf den Baum)

weiterhin hat sich Wien viel kontinuierlicher entwickelt als München, welches zwischen 1870 und 1970 um das 10 fache gewachsen ist

dann hat Wien einen Haupstadtbonus; München hingegen hat noch nicht mal nen eigenen Regierungsbezirk obwohl es einwohnerstärker als einige Bundesländer ist

Dann muss München sowohl landesweit (Oberpfalz, Oberfranken) sowie bundesweit (Osten, Rheinland Pfalz, Schleswig-Holstein etc) einiges an geographischen Prekariat durchfüttern

Geschrieben von: Daniel Schuhmann am 11 Feb 2011, 17:33
QUOTE (Electrification @ 11 Feb 2011, 17:18)
Der Alexanderplatz ist immer noch nicht nach den Anfang der 90er Jahre vorgestellten Pläne umgestaltet und ein hässlicher Ort, auch sonst sieht man sehr viel versifften Charme.

Das ist Ansichtssache. Wer in der Hauptstadt der DDR gelebt hat, trifft sich auch heute noch an der Weltzeituhr. Der Platz und die umliegenden Gebäude haben ihren eigenen Charme, der aber nicht jedem gefallen muss. Mir gefällt der heutige Potsdamer Platz auch nicht (was nicht heißen soll, dass ich mir den Brachlandzustand von vor einigen Jahren zurückwünsche). Und auch das eben gelobte Wien hat so einige Orte, die eher morbiden Charme ausstrahlen. Deswegen würde ich nicht anfangen, die ganze Stadt als "hässlich" zu bezeichnen...

Verkehrstechnisch hat die Teilung Berlins immerhin dazu geführt, dass sich in der Stadt diverse kleine Zentren entwickelt haben, das Netz ist nicht wie das Münchner auf einen großen Mittelpunkt ausgerichtet, wo alle zwangsweise durchfahren müssen, auch wenn sie eigentlich vom Westen in den Süden müssen.

Zu den unterschiedlichen Beförderungszahlen Berlin vs. Wien sollte auch beachtet werden, dass im Ostteil der Stadt eigentlich nur eineinhalb richtige U-Bahn-Linien (U2/U5, die "Transitstückchen" der U1/U6/U8 spar ich mir mal) fahren, die Hauptlast fährt hier die S-Bahn.

Edit: München? Wien!

Geschrieben von: Electrification am 11 Feb 2011, 17:41
QUOTE (Iarn @ 11 Feb 2011, 17:19)
Dann muss München sowohl landesweit (Niederbayern, Oberpfalz, Unterfranken, Oberfranken) sowie bundesweit (Osten, Rheinland Pfalz, Schleswig-Holstein etc) einiges durchfüttern.

Ich habe erstens mal etwas abgeändert, weniger herablassend, dann muss eben auch Wien sowas wie Kärnten durchfüttern die wie die Berliner auf Kosten der anderen leben und fleißig Geschenke verteilen.
Gut, Wien mag einen Hauptstadtbonus haben, weil wie in anderen Ländern vieles auf Wien zentriert ist, während bei uns Berlin zwar Hauptstadt ist, aber z. B. Frankfurt wirtschaftliches Zentrum ist und München dem nichts nachsteht.
Ich würde mir eben eine mutigere Stadtentwicklung wünschen, mehr freie Hand, weniger Regulierung und vor allem auch etwas damit man langfristig nicht zum Museum mit Schlafgelegenheit verkommt.

Der Vergleich der Fahrgastzahlen war Wien - Berlin (nicht München - Berlin). wink.gif

Geschrieben von: Autobahn am 11 Feb 2011, 17:57
QUOTE (Iarn @ 11 Feb 2011, 17:19)
Grüne (zurück auf den Baum)

Der ist gut laugh.gif

Geschrieben von: Iarn am 11 Feb 2011, 18:10
QUOTE (Electrification @ 11 Feb 2011, 17:41)
Ich habe erstens mal etwas abgeändert, weniger herablassend, dann muss eben auch Wien sowas wie Kärnten durchfüttern die wie die Berliner auf Kosten der anderen leben und fleißig Geschenke verteilen.

Ach normalerweise zitiert man immer Wortlaut auch wenn man mit der Wortwahl nicht ganz einverstanden ist. Abgesehen davon hätte sich ein Thilo Sarrazin oder ein Umberto Bossi durchaus drastischer ausgedrückt.
Zumal dürfte auch durch meine Parteiencharakterisierung der nicht ganz bierernste Charakter meines Beiträges durchgeschimmert sein (ich habe sogar alle 4 schon gewählt).
Aber das nächste Mal werde ich Smileys setzen.

Sicherlich gibt es auch in Österreich Transferzahlungen und mit Kärnten auch besonders "verantwortungsvoller" Empfänger aber es gibt halt eine Umverteilungsebene weniger und dadurch bleibt in Wien halt mehr hängen.

Geschrieben von: viafierretica am 11 Feb 2011, 23:34
QUOTE (Electrification @ 11 Feb 2011, 17:05)
Also, München ist ja wohl wirtschaftlich, von der Größe, Bedeutung und vom Einzugsgebiet in etwa mit Wien vergleichbar. Wieso schafft es die Stadt sich nicht so zu entwickeln wie Wien?
Wie wäre es z. B. mit einem eigenen Geschäftsdistrikt, wo Hochhäuser aus dem Boden schießen können a la Donau-City. Weit genug weg von der Innenstadt.
Dazu am Wochenende eine 24-Stunden-U-Bahn, in der Innenstadt mehr Lebensmittelläden für den Touristen und Stadtbürger.

Ich glaube auch dass man in Wien architektonisch mehr aus der Messestadt rausgeholt hätte. Ich behaupte dort wäre nicht so ein eintöniger Osteuropacharme entstanden.
Dazu fehlt immer noch ein moderner Hauptbahnhof, wann tut sich da mal was? Wenn ich mir da den Ausbau des Hbf Wien ansehe, faszinierend und Wien-Mitte wird auch erneuert, mit Shoppingbereich.

München kann bei dieser Entwicklung meiner Meinung nach nicht mithalten. Hier muss man auch etwas experementierfreudiger werden.

So ein Hundertwasserheizkraftwerk wäre auch in München was feines, gerade für das in Südbahnhofnähe, das könnte man doch künstlerisch gestalten.

Da kann ich nur voll zustimmen. Wenn man die Entwicklung entlang der Bahnachse ansieht mit der immer gleichen 08-15-Investorenarchitektur, so kommt einem das Jammern. München ist bundesweit so erfolgreich, dass es keine Quailtät mehr nötig hat, Hier verkauft sich jeder Dreck. Innovationen werden wegen vermeintlichen Geldmangel gar nicht erst probiert. Olympia hin oder her, in München ist die Luft raus, man wurstelt vor sich hin, träumt von Olympia (alt und neu) und ruht sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit aus.
In Wien war lange Zeit tote Hose, dafür ist die Stadt Anfang der 90er Jahre aufgewacht und jetzt auf Höhe der Zeit. Sie profitiert auch stark von der EU-Erweiterung, während in Bayern die letzten Fernzüge nach Tschechien eingestellt wurden und Prag mental kurz vor Novosibirsk liegt.

Geschrieben von: Flo_K am 12 Feb 2011, 05:42
@Electrification:

Die von dir genannten Dinge sind aber nicht alle nur auf die Stadt zu schieben.

Für einen Geschäftsdistrikt fehlt einfach der Platz in München, wo willst du sowas hochziehen? Riem ist ja auch eher Wohn- als Bürogebiet. Das Platzproblem wird auch nicht besser werden.

Hauptbahnhof ist auch nicht Kommunale Zuständigkeit, sondern vor allem Bund, Land und Bahn. Da ist München nicht mit Wien oder Berlin zu vergleichen, die eigene Bundesländer sind und nicht nur Städte.

24h-U-Bahn gibt es in Wien ja auch erst ganz kurz und nicht schon seit langem, oder gar seit den 90ern.

Und Lebensmittelläden in der Innenstadt ist ja nicht Sache der Stadt sondern Sache der Händler. Vor nicht allzulanger Zeit gab es einen Trend heraus aus der unmittelbaren Innenstadt, der sich erst jetzt wieder langsam kehrt. Und zwar hat ende der 90er der kleine Tengelmann am Marienplatz zugemacht, aber dafür gibts Supermärkte im Tal, in den Fünf Höfen, am Hbf, Karstadt und Kaufhof, Dallmayr... Das reicht doch eigentlich.

Was allerdings stimmt ist, dass das, was neu gebaut wird, einfach unheimlich phantasie- und gesichtslos ist. Geradezu peinlich häßlich. Außerdem ist WIen sicherlich bedeutender als München. Wien ist Bundeshauptstadt. SOwas macht sich auch in anderer hinsicht, die aber für Stadtentwicklung wichtig ist, bemerkbar. Zum Beispiel in den Ausgaben für die Kultur, Veranstaltungen, etc.

Geschrieben von: Isek am 12 Feb 2011, 09:34
QUOTE (Electrification @ 11 Feb 2011, 17:05)
Also, München ist ja wohl wirtschaftlich, von der Größe, Bedeutung und vom Einzugsgebiet in etwa mit Wien vergleichbar. Wieso schafft es die Stadt sich nicht so zu entwickeln wie Wien?
Wie wäre es z. B. mit einem eigenen Geschäftsdistrikt, wo Hochhäuser aus dem Boden schießen können a la Donau-City. Weit genug weg von der Innenstadt.
Dazu am Wochenende eine 24-Stunden-U-Bahn, in der Innenstadt mehr Lebensmittelläden für den Touristen und Stadtbürger.

Ich glaube auch dass man in Wien architektonisch mehr aus der Messestadt rausgeholt hätte. Ich behaupte dort wäre nicht so ein eintöniger Osteuropacharme entstanden.
Dazu fehlt immer noch ein moderner Hauptbahnhof, wann tut sich da mal was? Wenn ich mir da den Ausbau des Hbf Wien ansehe, faszinierend und Wien-Mitte wird auch erneuert, mit Shoppingbereich.

München kann bei dieser Entwicklung meiner Meinung nach nicht mithalten. Hier muss man auch etwas experementierfreudiger werden.

So ein Hundertwasserheizkraftwerk wäre auch in München was feines, gerade für das in Südbahnhofnähe, das könnte man doch künstlerisch gestalten.

Gut erkannt. Selbst im europäischen Maßstab hängt München in Sachen Stadtentwicklung gehörig hinterher. Phantasielos, allein sich dem Markt überlassend. Die Folge ist, dass man als Münchner nur staunen kann, wenn man Städte eben grad wie Wien aber auch Amsterdam, Mailand, Kopenhagen oder selbst mittelgroße spanische Städte wie Valencia, Zaragossa oder Sevilla betritt. Von Ikonen wie Madrid oder Barcelona kaum zu sprechen. Selbst Hamburg oder Warschau oder eben auch das sonst viel gescholtene Frankfurt haben klare Visionen mit großen städtebaulichen Leitprojekten. Neulich war ich mal in Oslo, mir sind fast die Schusser rausgefallen! Was die da in einer 500 000 Stadt hochziehen. Am Hafen und Bahnhof dort - das wird absolut genial.

In München denkt man, man wird bis in alle Ewigkeit von den eingespielten Strukturen alteingesessener sowie neu dazu gekommener Reicher profitieren, die aufgrund Starnberger See oder Alpen hier das Sagen haben wollen.

Geschrieben von: Lazarus am 12 Feb 2011, 10:15
http://www.bild.de/BILD/news/2011/02/12/einzug-ins-haus-auf-schienen/abgefahrener-ein-zug-wohnen-in-waggons.html laugh.gif laugh.gif

Geschrieben von: Musikus am 12 Feb 2011, 11:08
QUOTE (Isek @ 12 Feb 2011, 09:34)
Gut erkannt. Selbst im europäischen Maßstab hängt München in Sachen Stadtentwicklung gehörig hinterher. Phantasielos, allein sich dem Markt überlassend. Die Folge ist, dass man als Münchner nur staunen kann, wenn man Städte eben grad wie Wien aber auch Amsterdam, Mailand, Kopenhagen oder selbst mittelgroße spanische Städte wie Valencia, Zaragossa oder Sevilla betritt. Von Ikonen wie Madrid oder Barcelona kaum zu sprechen. Selbst Hamburg oder Warschau oder eben auch das sonst viel gescholtene Frankfurt haben klare Visionen mit großen städtebaulichen Leitprojekten. Neulich war ich mal in Oslo, mir sind fast die Schusser rausgefallen! Was die da in einer 500 000 Stadt hochziehen. Am Hafen und Bahnhof dort - das wird absolut genial.

In München denkt man, man wird bis in alle Ewigkeit von den eingespielten Strukturen alteingesessener sowie neu dazu gekommener Reicher profitieren, die aufgrund Starnberger See oder Alpen hier das Sagen haben wollen.

Man tut sich immer leicht, nach woanders zu schauen und "ah, ist das toll" zu rufen.

Das München nicht progressiv an der Spitze irgendwelcher städtebaulichen Moden steht, ist nichts neues.
Da kommt dann halt nichts provoziernd Neuartiges dabei heraus, das hat München schon manche Hässlichkeit erspart und gehört nun mal zum Charakter der Stadt dazu.

Geschrieben von: Iarn am 12 Feb 2011, 11:27
QUOTE (Isek @ 12 Feb 2011, 09:34)
Selbst Hamburg oder Warschau oder eben auch das sonst viel gescholtene Frankfurt haben klare Visionen mit großen städtebaulichen Leitprojekten.

Also gerade in Hamburg kommen die Visionen manchmal eher aus einem rauschhaften Zustand, anders ist die http://de.wikipedia.org/wiki/Elbphilharmonie nicht zu erklären. Wenn das Visionen sind, bin ich schon fast froh, dass unsere Stadtväter keine haben.
Und Frankfurt finde ich ganz subjektiv relativ hässlich auch wenn es wie fast überall schöne Ecken gibt.

Bei den europäischen Metropolen gebe ich Dir teilweise recht aber die Verhältnisse sind dort doch ganz andere, auch die klimatischen. Der Anspruch auch heizbar zu sein tritt in Spanien doch deutlich zurück.

Was München definitiv schadet, ist die politische Zwergenhaftigkeit. Selbst untergeordnete Verwaltungsbehörden wie die Regierung von Oberbayern gängeln die Stadt.

Weiterhin ist in meinen Augen das München Modell ein fataler Fehler, der weitere Entwicklungen hemmt. Es macht Neubausiedlungen als Finanzanlage uninteressant. Ganz ehrlich wenn ich morgen paarhunderttausend Euro erben würde, würde ich mir was in Haidhausen, Lehel oder Schwabing etc suchen und nicht eine Sekunde an eine Neubausiedlung.

Am Beispiel der gescheiterten Werkbundsiedlung sieht man wie das politische Gutmenschentum im Stadtrat mal wieder vorführt dass gut gemeint kein Prädikat ist.

Geschrieben von: spock5407 am 12 Feb 2011, 12:33
München, das immer mehr in die Breite getretene Millionendorf, wo so mancher Laden samstags immer noch mittags zusperrt...

Geschrieben von: Electrification am 12 Feb 2011, 12:55
QUOTE (spock5407 @ 12 Feb 2011, 12:33)
München, das immer mehr in die Breite getretene Millionendorf, wo so mancher Laden samstags immer noch mittags zusperrt...

Aber man kann das doch nicht akzeptieren und sagen die Stadt ist nun mal einfach so. Hier muss doch mal ein Umdenken stattfinden. In die Messestadt kann man doch eigentlich keinen Touristen lassen, das ist ja schon peinlich. Ich verstehe es einfach nicht, überall hätte man hier was einmaliges hochgezogen, schließlich war das eine einmalige Chance und was macht man? Einfach nur traurig wenn man sich die Messestadt ansieht.

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Feb 2011, 13:39
Man schafft günstig und schnell neuen Wohnraum. Das ist das was diese Stadt braucht. Und ich weiß auch nicht was Touristen in der Messestadt verloren haben? Man braucht viel Wohnraum auf kleiner Fläche, das kriegt man eben nur so. Und so schlimm finde ich das gar nicht in der Messestadt, da gibts wesentlich schlimmere Viertel.

Geschrieben von: viafierretica am 12 Feb 2011, 14:37
QUOTE (Electrification @ 12 Feb 2011, 12:55)
Aber man kann das doch nicht akzeptieren und sagen die Stadt ist nun mal einfach so. Hier muss doch mal ein Umdenken stattfinden. In die Messestadt kann man doch eigentlich keinen Touristen lassen, das ist ja schon peinlich. Ich verstehe es einfach nicht, überall hätte man hier was einmaliges hochgezogen, schließlich war das eine einmalige Chance und was macht man? Einfach nur traurig wenn man sich die Messestadt ansieht.

Wobei die Messestadt ja noch ihre Qualitäten hat, und vor allem einen wirklich gut gelungenen Landschaftspark. Schimmer ist das, was man tagtäglich auf der Fahrt zwischen Hauptbahnhof und Pasing präsentiert bekommt - vom neuen ZOB abgesehen, der wirklich gut gelungen ist, kommt einen nur noch das K.... der "Arnulfpark" ist das ödeste, was mir je unter die Augen gekommen ist. Nicht mal Hunde wollen da auslaufen. Und man bringt es nicht auf die Reihe, endlich neben der Donnersbergerbrücke den längst fälligen Steg zu bauen. Kostet ja.

Geschrieben von: viafierretica am 12 Feb 2011, 14:39
QUOTE (Bayernlover @ 12 Feb 2011, 13:39)
Man schafft günstig und schnell neuen Wohnraum. Das ist das was diese Stadt braucht. Und ich weiß auch nicht was Touristen in der Messestadt verloren haben? Man braucht viel Wohnraum auf kleiner Fläche, das kriegt man eben nur so. Und so schlimm finde ich das gar nicht in der Messestadt, da gibts wesentlich schlimmere Viertel.

In Wien schickt man die Touristen übrigens auch zum Karl-Marx-Hof in Heiligenstadt oder auch zu den Neubausiedlungen in der Donaustadt und vermarktet auch die neue Architektur. Und mit der neuen U2 bekommt man eine Panoramafahrt gratis.

Geschrieben von: Hot Doc am 12 Feb 2011, 14:39
Danke Bayernlover! Du bringst es auf den Punkt.

Ich muß ehrlicher Weise sagen, dass ich München deutlich schöner und anspruchsvoller finde als Hamburg oder Frankfurt. Gerade weil man hier ein wenig mehr mit Bedacht gebaut hat. Auch Gebäude wie die Hypobank, das BMW-Gelände (alle 3 Bauten) und nicht zu vergessen natürlich das Olympiagelände sind für mich tolle Beispiele, dass in München gute Architektur einen Platz hat.
Leider muß man attestieren, dass in den letzten Jahren mit O2-Tower, Langenscheidtzetrale und Süddeutsche Hochhaus man 3 Chancen zu "toller" Architektur eindeutig nicht genutzt hat, sondern auf Standartbauklötze zurückgegriffen hat. Wenn dann würde ich hier Kritik ansetzen und nicht an der Messestadt die für den relativ kleinen Geldbeutel eine Wohnatmosphärer geschaffen hat die mit den Freizeitmöglichkeiten vor der Haustüre seinesgleichen sucht (auch wenn die Optik und der architektonische Anspruch natürlich unter den Sparzwängen leidet).

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Feb 2011, 14:42
QUOTE (Hot Doc @ 12 Feb 2011, 14:39)
und nicht an der Messestadt die für den relativ kleinen Geldbeutel eine Wohnatmosphärer geschaffen hat

Billig ist es auf keinen Fall - wenn ich mir anschaue, was man dort für so ein Einfamilien-Reihenhaus zahlen muss (kenn eine Familie die da eins gekauft hat).

Geschrieben von: spock5407 am 12 Feb 2011, 15:09
Es stimmt, im Arnulfpark fehlen die Stege Richtung süden. Eigentlich sollten es ja mal derer 2 werden, einer zur S Donnersberger Brücke und ein zweiter in Höhe Grete-Mosheim. Gerade ersterer fehlt bitterlich als schneller Zugang zur S-Bahn. Weswegen einige auch auf den 16/17er ausweichen dürften.

Die Nordsüd-Wohnriegel sind sicherlich etwas einfallslos, bringen aber relativ viel Leut unter. Interessant wär ja durchaus oben ne Wohnung in dem neuen Wohnturm. Aber teuer dort!

Geschrieben von: Electrification am 12 Feb 2011, 18:07
QUOTE (Bayernlover @ 12 Feb 2011, 14:42)
Billig ist es auf keinen Fall - wenn ich mir anschaue, was man dort für so ein Einfamilien-Reihenhaus zahlen muss (kenn eine Familie die da eins gekauft hat).

Da hätte man auch ein Wohnviertel entstehen lassen können das architektonisch Zeichen setzt. Natürlich braucht die Stadt Wohnungen, aber ich hätte es nicht im Bereich der neuen Messestadt gemacht, dort wäre der ideale Standort für eine Art "Donau-City" gewesen, also ein Geschäftsviertel, da hätte auch die SZ einen Wolkenkratzer bauen können der nicht bei lächerlichen knapp 100m aufhört.

Wohnraum können auch die Umlandgemeinden schaffen und über kurz oder lang sollte man mal ein paar Umlandgemeinden eingemeinden, das schreit nach einer Gebietsreform. Vor allem da diese reichen Gemeinden von München profitieren, das auch kulturelle und andere Einrichtungen finanzieren muss, während diese Umlandgemeinden sich schief verdienen.

Achja, den Arnulfpark finde ich jetzt auch nicht so schlimm, sicher gibts da leider einige negative, hässliche Bauwerke und man hätte deutlich mehr machen können, gerade da es eine Art Visitenkarte ist, die jeder Bahnanreisende sieht, aber die Messestadt ist in nichts zu übertreffen. Wieso hat z. B. mfi keine Vorgaben bekommen die Riem-Arcaden so zu bauen dass auch die Architektur was her macht? Die Riem Arcaden sind ein hässlicher Zweckbau und so geht das weiter.
Den alten Tower des Flughafens hätte man auch mit einbinden können mit einem vernünftigen Konzept, jetzt steht er einfach so rum und das nicht gerade vorteilhaft. Man hätte ihn z. B. als Teil der Messe sehen können und oben ein Turmrestaurant einrichten können.

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Feb 2011, 20:36
Warum Geschäftsviertel? Wohnraum braucht diese Stadt!
Und das Konzept der Umlandgemeinden finde ich eher unvorteilhaft, da die Wege immer weiter werden und der Verkehr auf diese Art immer mehr zunimmt. Das kann nicht im Interesse der Stadt München sein.

Geschrieben von: Iarn am 12 Feb 2011, 20:52
QUOTE (Bayernlover @ 12 Feb 2011, 20:36)
Warum Geschäftsviertel? Wohnraum braucht diese Stadt!
Und das Konzept der Umlandgemeinden finde ich eher unvorteilhaft, da die Wege immer weiter werden und der Verkehr auf diese Art immer mehr zunimmt. Das kann nicht im Interesse der Stadt München sein.

Was sicherlich auch helfen würde wenn man im Umland mal umdenken würde. Statt wie im Regionalplan alles zu machen, damit die Umlandgemeinden klein und getrennt zu halten sollte man diese zusammenwachsen lassen und sich Subzentren herauskristallieren lassen. Anbieten würde sich Unter- und Oberschleißheim inkl Entwicklungsbiet Hochmutting. Da wäre locker eine 100k Einwohnerstadt Schleißheim drin.

Geschrieben von: josuav am 12 Feb 2011, 21:07
Ich hab momentan auch meinen "Spaß" mit dem Thema, da ich eine Wohnung in München suche. Die Mietpreise und das Angebot sind nicht mehr akzeptabel aus meiner Sicht. Und dabei werden doch enorme Zuzüge prognostiziert, die in keinem Verhältnis zu den paar Neubauten stehen.

Man könnte ja einen neuen Stadteil bauen, das wäre dringend nötig. Dabei wäre es wichtig, dass man trotzdem nicht zu weit weg ist vom Zentrum. Eine Möglichkeit aus verkehrstechnischer Sicht wäre eine Verlängerung der U4 ab Englschalking (von der Verlängerung gehe ich jetzt einfach aus) nach Osten bis Aschheim und Aufbau eines neuen Stadtteils, der Englschalking und Aschheim verbindet.
Die Fahrzeit mit der U4 in der Innenstadt wäre mit 15 Minuten akzeptabel. cool.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Feb 2011, 21:13
QUOTE (josuav @ 12 Feb 2011, 21:07)
Ich hab momentan auch meinen "Spaß" mit dem Thema, da ich eine Wohnung in München suche.

Vor 1,5 Jahren hatte ich auch das Vergnügen. Bin dann in einer WG untergekommen, denn eigene Wohnung wär einfach zu teuer geworden (und hätte in Ermangelung vorhandenen Wohnraumes sowieso nicht geklappt).

Geschrieben von: spock5407 am 12 Feb 2011, 21:14
Denke, "da draussen" (östlich S Englschalking) wird vor der S-Bahnerweiterung relativ wenig passieren. Und auf eine U4 würd ich da so schnell auch nicht spekulieren, nachdem wohl auch die Trambahn dorthin wieder im planerischen Rennen ist. Einer U4 würde es vom Auslastungsgrad natürlich auch gut tun.

Geschrieben von: Flo_K am 12 Feb 2011, 21:18
QUOTE (Electrification @ 12 Feb 2011, 18:07)
Da hätte man auch ein Wohnviertel entstehen lassen können das architektonisch Zeichen setzt. Natürlich braucht die Stadt Wohnungen, aber ich hätte es nicht im Bereich der neuen Messestadt gemacht, dort wäre der ideale Standort für eine Art "Donau-City" gewesen, also ein Geschäftsviertel, da hätte auch die SZ einen Wolkenkratzer bauen können der nicht bei lächerlichen knapp 100m aufhört.

Wohnraum können auch die Umlandgemeinden schaffen und über kurz oder lang sollte man mal ein paar Umlandgemeinden eingemeinden, das schreit nach einer Gebietsreform. Vor allem da diese reichen Gemeinden von München profitieren, das auch kulturelle und andere Einrichtungen finanzieren muss, während diese Umlandgemeinden sich schief verdienen.

Achja, den Arnulfpark finde ich jetzt auch nicht so schlimm, sicher gibts da leider einige negative, hässliche Bauwerke und man hätte deutlich mehr machen können, gerade da es eine Art Visitenkarte ist, die jeder Bahnanreisende sieht, aber die Messestadt ist in nichts zu übertreffen. Wieso hat z. B. mfi keine Vorgaben bekommen die Riem-Arcaden so zu bauen dass auch die Architektur was her macht? Die Riem Arcaden sind ein hässlicher Zweckbau und so geht das weiter.
Den alten Tower des Flughafens hätte man auch mit einbinden können mit einem vernünftigen Konzept, jetzt steht er einfach so rum und das nicht gerade vorteilhaft. Man hätte ihn z. B. als Teil der Messe sehen können und oben ein Turmrestaurant einrichten können.

München braucht so ein geschäftsviertel doch gar nicht. Und wo hättest du die wohnungen denn sonst gebaut? So viel platz ist nun mal nicht. Eingemeindung ist zur zeit absolut unrealistisch. Deine pläne, die du scheinbar einfach holzschnittartig von anderen städten münchen überstülpen willst funktionieren einfach hier nicht so, wie du dir das vorstellst. Was soll münchen mit einem donau-city imitat? Wo ist da der stadtplanerische mehrwert? Ich sehe keinen.

Geschrieben von: Wildwechsel am 12 Feb 2011, 23:33
QUOTE (Iarn @ 12 Feb 2011, 11:27)
Weiterhin ist in meinen Augen das München Modell ein fataler Fehler, der weitere Entwicklungen hemmt. Es macht Neubausiedlungen als Finanzanlage uninteressant.

Das musst Du mir jetzt näher erklären. Bauland zum aufgrund sozialer Bindungen reduzierten Verkehrswert, das nach (maximal) 15 Jahren bindungsfrei ist, und das teilweise auch in hoch attraktiven Lagen - wenn ich es mir leisten könnte, hätte ich da als Kapitalanleger längst zugegriffen.

Geschrieben von: Electrification am 12 Feb 2011, 23:45
QUOTE (josuav @ 12 Feb 2011, 21:07)
Ich hab momentan auch meinen "Spaß" mit dem Thema, da ich eine Wohnung in München suche. Die Mietpreise und das Angebot sind nicht mehr akzeptabel aus meiner Sicht. Und dabei werden doch enorme Zuzüge prognostiziert, die in keinem Verhältnis zu den paar Neubauten stehen.

Man könnte ja einen neuen Stadteil bauen, das wäre dringend nötig. Dabei wäre es wichtig, dass man trotzdem nicht zu weit weg ist vom Zentrum. Eine Möglichkeit aus verkehrstechnischer Sicht wäre eine Verlängerung der U4 ab Englschalking (von der Verlängerung gehe ich jetzt einfach aus) nach Osten bis Aschheim und Aufbau eines neuen Stadtteils, der Englschalking und Aschheim verbindet.
Die Fahrzeit mit der U4 in der Innenstadt wäre mit 15 Minuten akzeptabel. cool.gif

Ist denn östlich von Englschalking-Daglfing nicht ein neuer Stadtteil geplant, wenn die Bahnstrecke nach Ismaning-Flughafen ausgebaut wurde?
Also ehrlich, ich beneide keinen der in München eine Wohnung suchen muss, bei diesen Wuchermieten die es für vernünftige Wohnungen zu zahlen gilt (wenn man nicht unbedingt ne Abstellkammer will) .

Geschrieben von: LugPaj am 13 Feb 2011, 08:48
QUOTE (Electrification @ 12 Feb 2011, 23:45)
Ist denn östlich von Englschalking-Daglfing nicht ein neuer Stadtteil geplant, wenn die Bahnstrecke nach Ismaning-Flughafen ausgebaut wurde?

Da ist kein neuer Stadtteil geplant, sondern nur geplant auf einigen leeren Stücken zwischen der aktuellen Bebauung diese zu schließen. Das ist allerdings sehr schade, da man hier in Stadtnähe Richtung Aschheim ohne weiteres ein 100.000 Einwohner Viertel hinbauen könnte. Aber zu solchen großen Entwürfen ist die Münchner Stadtpolitik nicht fähig.

Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 11:34
QUOTE (Wildwechsel @ 12 Feb 2011, 23:33)
Das musst Du mir jetzt näher erklären. Bauland zum aufgrund sozialer Bindungen reduzierten Verkehrswert, das nach (maximal) 15 Jahren bindungsfrei ist, und das teilweise auch in hoch attraktiven Lagen - wenn ich es mir leisten könnte, hätte ich da als Kapitalanleger längst zugegriffen.

Ich habe mich vor einiger Zeit mal mit dem Thema Wohnungskauf beschäftigt und dann wieder abgeblasen.
Frag evtl besser nen Markler aber es ist wohl wirklich ein Mehrwert, wenn eine Wohnung in einem Viertel liegt, in dem es möglichst wenig bis gar kein München Modell gibt.

Selbst wenn man persönlich nicht an eine schleichende Ghettoisierung durch das München Modell glaubt, wird man sich zweimal überlegen, ob man Geld in ne Immobilie mit zweifelhaften Wiederverkaufswert steckt.

Geschrieben von: spock5407 am 13 Feb 2011, 11:40
Ich frage mich ernsthaft, wer in den Einkommensgrenzen des München Modells sich hier eine Wohnung kaufen kann...

Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 11:48
QUOTE (spock5407 @ 13 Feb 2011, 11:40)
Ich frage mich ernsthaft, wer in den Einkommensgrenzen des München Modells sich hier eine Wohnung kaufen kann...

Das frage ich mich auch. Meines Erachtens würde es mehr Sinn machen, wenn eine städtische Wohnungsbaugesellschaft auf von der Stadt billig überlassenen Grundstücken einfach Wohnungen bauen würde, die sozial zweckgebunden vermiette würden. Andere Städte machen das auch so und mir erschließt sich nicht der Sinn des Münchner Sondermodells.

Auch wenn ich auf kommunalpolitischer Ebene aus vielerlei Grünen (einer ist der ÖPNV) eher zu rot-grün neige, kann ich die Wohnungsmarkt Politik von rot-grün nicht im geringsten nachvollziehen.
Aber die Alternitive wäre eine völlig verkorkste Verkehrspolitik sad.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 13 Feb 2011, 12:05
München Modell?

Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 12:06
QUOTE (Bayernlover @ 13 Feb 2011, 12:05)
München Modell?

http://www.muenchen.de/Rathaus/plan/stadtsanierung/wohnungsbau/106334/mm_eigentum.html

Geschrieben von: Bayernlover am 13 Feb 2011, 12:12
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 12:06)
http://www.muenchen.de/Rathaus/plan/stadtsanierung/wohnungsbau/106334/mm_eigentum.html

Ah OK, ist doch aber prinzipiell nichts schlechtes?

Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 12:27
Das Problem dabei ist, da sich die übrigen Wohnungen in Siedlungen mit München Modell schlecht verkaufen lassen, konzentriert sich die Bauwirtschaft auf die wenigen ungebundenen Flächen. Die Stadt forciert die MM Anteile bei Bauland Ausweisungen und es entwickelt ein Teufelskreis.

Geschrieben von: Bayernlover am 13 Feb 2011, 12:32
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 12:27)
Das Problem dabei ist, da sich die übrigen Wohnungen in Siedlungen mit München Modell schlecht verkaufen lassen, konzentriert sich die Bauwirtschaft auf die wenigen ungebundenen Flächen. Die Stadt forciert die MM Anteile bei Bauland Ausweisungen und es entwickelt ein Teufelskreis.

Weil man nur an schlecht situierte Leute vermieten darf? Ich mein, ist dieses Modell überhaupt erfolgreich? So viel darf man nun auch nicht verdienen, wenn man so eine Wohnung kaufen will.

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Feb 2011, 15:33
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 11:48)
Andere Städte machen das auch so und mir erschließt sich nicht der Sinn des Münchner Sondermodells.

Der Sinn ist dass mehr Geld zur Verfügung steht für den Wohnungsbau, da die Stadt pro Wohnung einen deutlich geringeren Betrag investieren muss (dafür aber natürlich auch keine Mieteinnahmen bekommt). Das München-Modell richtet sich ja auch in erster Linie an Investoren, die sich für einen niedrigeren Grundstückspreis verpflichten, die Wohnungen eine vorgegebene Zeitspanne besonders preisgünstig an Familien mit niedrigem Einkommen zu vermieten.

Insgesamt können mit vorgegebenen städtischen Mitteln so mehr Wohnungen gebaut werden, allerdings gibt es langfristig natürlich andere Probleme (nach einer gewissen Zeitspanne entfällt die Mietpreisbindung, keine Mieteinnahmen an die Stadt).

Was den Vergleich mit anderen Städten betrifft muss man berücksichtigen, dass München die einzige Großstadt in Deutschland ist die nach wie vor besonders stark wächst.

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Feb 2011, 15:36
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 12:27)
Das Problem dabei ist, da sich die übrigen Wohnungen in Siedlungen mit München Modell schlecht verkaufen lassen, konzentriert sich die Bauwirtschaft auf die wenigen ungebundenen Flächen. Die Stadt forciert die MM Anteile bei Bauland Ausweisungen und es entwickelt ein Teufelskreis.

Die Stadt München versucht bewusst MM-Grundstücke und normale Grundstücke zu mischen, um eben die Ghettoisierung zu vermeiden. Auf die Art soll verhindert werden, dass sich Stadtteile bilden, die zu 100% aus Personen mit geringem Einkommen bestehen. Ob die Vorteile oder die Nachteile der Herangehensweise überwiegen ist sicherlich Ansichtssache.

Geschrieben von: Electrification am 13 Feb 2011, 16:14
QUOTE (Boris Merath @ 13 Feb 2011, 15:36)
Die Stadt München versucht bewusst MM-Grundstücke und normale Grundstücke zu mischen, um eben die Ghettoisierung zu vermeiden. Auf die Art soll verhindert werden, dass sich Stadtteile bilden, die zu 100% aus Personen mit geringem Einkommen bestehen. Ob die Vorteile oder die Nachteile der Herangehensweise überwiegen ist sicherlich Ansichtssache.

Es ist doch gut wenn sich Einkommensgruppen mischen und es keine Neubauviertel gibt wo sich Gutverdiener abschotten können oder wo Niedriglöhner und Arme aufeinanderhocken. Die Mischung dürfte für alle von großem Vorteil sein und verhindert sowas wie in Pariser Vorstädten.


Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 16:22
QUOTE (Boris Merath @ 13 Feb 2011, 15:36)
Die Stadt München versucht bewusst MM-Grundstücke und normale Grundstücke zu mischen, um eben die Ghettoisierung zu vermeiden. Auf die Art soll verhindert werden, dass sich Stadtteile bilden, die zu 100% aus Personen mit geringem Einkommen bestehen. Ob die Vorteile oder die Nachteile der Herangehensweise überwiegen ist sicherlich Ansichtssache.

Das Problem ist aber dass die Bauwirtschaft dieser zwangshaften Durchmischung halt auskommen will und im Zweifel halt lieber im Speckgürtel ohne MM baut. Das sieht man daran, in welchem Tempo nicht gebundene Grundstücke in München und aussehrhalb bebaut werden im Vergeich zu Entwicklungsbgebieten mit MM Bindung.
Sicherlich hat diese Heransgehensweise Vor und Nachteile aber ich halte sie für nicht praktikabel was man allein an der Entwicklung des Münchner Wohnungsmarktes sehen kann.

Sicherlich ist der Vergleich mit anderen Städten ein wenig Äpfel mit Birnen vergleichen weil diese nicht oder nur kaum wachsen aber ich wage einfach mal zu sagen, der Münchner Ansatz läuft nicht gut, sonst hätte man trotz hohem Preisniveau nicht das Problem, dass sich kaum was tut.
Für die "Weiter so" Parole finde ich ist die Wohnungsbau Situation in München in meinen Augen deutlich zu unbefriedigend.

Geschrieben von: Iarn am 13 Feb 2011, 16:25
QUOTE (Electrification @ 13 Feb 2011, 16:14)
Es ist doch gut wenn sich Einkommensgruppen mischen und es keine Neubauviertel gibt wo sich Gutverdiener abschotten können oder wo Niedriglöhner und Arme aufeinanderhocken. Die Mischung dürfte für alle von großem Vorteil sein und verhindert sowas wie in Pariser Vorstädten.

In München schotten sich dann die Gutverdiener halt in Altbauvierteln ab. Bis auf ein paar Prestigebauten in der Altstadt sind die teuren Viertel doch gerade diejenigen, in denen es keine Neubautätigkeit gibt.

Wenn man Reichenneubauviertel vermeiden will, sorgt man dafür, dass sich durch Gentrifizierung Reichenviertel in Altbauvierteln etablieren.

Geschrieben von: viafierretica am 13 Feb 2011, 21:38
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 16:25)
In München schotten sich dann die Gutverdiener halt in Altbauvierteln ab. Bis auf ein paar Prestigebauten in der Altstadt sind die teuren Viertel doch gerade diejenigen, in denen es keine Neubautätigkeit gibt.

Wenn man Reichenneubauviertel vermeiden will, sorgt man dafür, dass sich durch Gentrifizierung Reichenviertel in Altbauvierteln etablieren.

Keine Neubauten stimmt auch nicht ganz, ganze Baublöcke werden selbst in der Altstadt abgerissen, neu gebaut und zu Wucher (Markt)preisen an den Mann gebracht. Siehe die Luxuswohnungen am Oberanger, in der neuen Hofstatt oder Münchens teuerste Wohnung im ehemaligen Stadtwerkeheizkraftwerk (das de facto neu gebaut wird).

Was einfach traurig ist: das meiste in der Altstadt ist nur noch Potemkinsche Fassade. Wenn man sieht, was an der Residenzpost passiert, kommen einem die Tränen.

Geschrieben von: Wildwechsel am 14 Feb 2011, 08:05
QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 11:34)
Frag evtl besser nen Markler aber es ist wohl wirklich ein Mehrwert, wenn eine Wohnung in einem Viertel liegt, in dem es möglichst wenig bis gar kein München Modell gibt.

Selbst wenn man persönlich nicht an eine schleichende Ghettoisierung durch das München Modell glaubt, wird man sich zweimal überlegen, ob man Geld in ne Immobilie mit zweifelhaften Wiederverkaufswert steckt.

Ich glaube eher, dass es einerseits Stadtteile gibt, in denen Du unabhängig vom geförderten Eigentumswohnungsbau einen soliden Wiederverkaufswert hast (z.B. Schwabing), und andererseits Ecken (z.B. Nordhaide), wo die Lage zu dem führt, was Du mit "schleichender Ghettoisierung" umschreibst, und da hast Du gerade im München-Modell noch die vergleichsweise gehobenere Klientel. Und nein, zu dem Thema muss ich niemand fragen wink.gif

QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 11:48)
Meines Erachtens würde es mehr Sinn machen, wenn eine städtische Wohnungsbaugesellschaft auf von der Stadt billig überlassenen Grundstücken einfach Wohnungen bauen würde, die sozial zweckgebunden vermiette würden.

Das gibt es ja auch, zusätzlich.

QUOTE (Iarn @ 13 Feb 2011, 12:27)
Das Problem dabei ist, da sich die übrigen Wohnungen in Siedlungen mit München Modell schlecht verkaufen lassen, konzentriert sich die Bauwirtschaft auf die wenigen ungebundenen Flächen.

Diese These halte ich für weder belegbar noch zutreffend.

QUOTE (Boris Merath @ 13 Feb 2011, 15:33)
Insgesamt können mit vorgegebenen städtischen Mitteln so mehr Wohnungen gebaut werden, allerdings gibt es langfristig natürlich andere Probleme (nach einer gewissen Zeitspanne entfällt die Mietpreisbindung, keine Mieteinnahmen an die Stadt).

Das München-Modell ist überwiegend ein Fördermodell für Eigentumswohnungen. Die Mietmodelle im München-Modell führen in der Praxis eher ein Nischendasein, hauptsächlich zu Gunsten staatlicher Fördermodelle.

Geschrieben von: spock5407 am 14 Feb 2011, 09:03
Ich frag aber nochmal: Wer im Förderbereich des Münchenmodells kann sich eine ETW leisten bei Preisen ab mind 3000 EUR/m^2? Des ist wirtschaftlich fast unmöglich.

Geschrieben von: elchris am 14 Feb 2011, 09:19
Guck dir einfach die Klingelschilder an MM-Häusern an, welche Sicherheiten die Leute hinterlegt haben wollen...

Geschrieben von: Wildwechsel am 14 Feb 2011, 12:58
QUOTE (spock5407 @ 14 Feb 2011, 09:03)
Ich frag aber nochmal: Wer im Förderbereich des Münchenmodells kann sich eine ETW leisten bei Preisen ab mind 3000 EUR/m^2? Des ist wirtschaftlich fast unmöglich.

Momentan sind die Endverkaufspreise grundsätzlich auf 2.850 € gedeckelt. Und zur Objektförderung kommt ja noch die Subjektförderung, d.h. günstige Darlehen.

Geschrieben von: Lazarus am 17 Feb 2011, 12:46
Heute hat man in Pasing gegenüber den Hofgärten die letzten Bäume platt gemacht mad.gif mad.gif

Geschrieben von: Flo_K am 17 Feb 2011, 12:59
Ja dafür werden 200 neue gepflanzt (und zwar nicht nur ganz junge dünne) und es wird am Ende deutlich mehr Bäume geben, als zuvor.

Geschrieben von: TramPolin am 23 Apr 2011, 19:45
Der Hertie Giesing wird abgerissen. Damit verschwindet ein markanter Bau, der dem Tegernseer Platz sein Gesicht gab. Früher habe ich hier oft eingekauft. Richtig vermissen wird den Bau aber niemand, oder etwa doch?

http://www.flickr.com/photos/wolkenkratzer/5645910875/sizes/l/
Hertie Giesing - Klick macht groß!


http://www.flickr.com/photos/wolkenkratzer/5646475956/sizes/l/
Innenansicht Hertie Giesing - Klick macht groß!

Bilder von heute.

Was war eigentlich in den oberen Stockwerken drin?


Geschrieben von: spock5407 am 23 Apr 2011, 20:11
Da kömma gleich die Wende für die Tram aus dem 203x Plan hinpflanzen. wink.gif laugh.gif

Wirklich oft war ich auch zu meiner Giesinger Zeit dort net, wenn dann mal unten im Lebensmittel. Ein Besuch dort in dem Laden hat sich nicht gelohnt, auch nicht zu Karstadt-Zeit.
Was kommt da nun hin?

Geschrieben von: TramPolin am 23 Apr 2011, 20:28
QUOTE (spock5407 @ 23 Apr 2011, 21:11)
Da kömma gleich die Wende für die Tram aus dem 203x Plan hinpflanzen.  wink.gif  laugh.gif

Wirklich oft war ich auch zu meiner Giesinger Zeit dort net, wenn dann mal unten im Lebensmittel. Ein Besuch dort in dem Laden hat sich nicht gelohnt, auch nicht zu Karstadt-Zeit.
Was kommt da nun hin?

Büro- und Geschäftshaus mit Einzelhandel in Unter-/Erdgeschoss und ersten Stock.

http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/neuer-chic-giesing-hertie-weicht-neubau-tz-700394.html#624013

http://muenchenbueroflaechen.wordpress.com/2011/01/20/vermietungserfolg-fur-ehemalige-hertie-hauser-in-munchen/

So soll's aussehen:
http://muenchenbueroflaechen.files.wordpress.com/2011/01/tela-muc-giesing1.jpg

Edit: Die Trambahnschienen und vor allem die Oberleitungen AKA Verschandelung hat man in der Bauzeichnung großzügig weggelassen.

Geschrieben von: spock5407 am 23 Apr 2011, 20:41
Ojeee, das Layout ab Stock 1 (scheinbar mittlerweile das Münchner 0815-Standardlayout) passt überhaupt net zum Rest des Ecks.

Geschrieben von: TramPolin am 23 Apr 2011, 21:02
QUOTE (spock5407 @ 23 Apr 2011, 21:41)
Ojeee, das Layout ab Stock 1 (scheinbar mittlerweile das Münchner 0815-Standardlayout) passt überhaupt net zum Rest des Ecks.

Ja, diese weiße/hellgraue Fassade mit relativ schmalen, aber hohen Fenster, die eng aufeinander gesetzt sind (Mauerfläche zwischen den Fenstern entspricht etwa der Fensterbreite) sieht man jetzt oft. So ein Bau könnte überall stehen, und ich finde auch, dass er gerade an dieser Stelle nicht passt. Beißt sich u.a. mit der nahen Heilig Kreuz-Kirche. Ist eher was für ein Neubauviertel, wenn überhaupt. Schade, dass die Viertel kein eigenes Gesicht kriegen, sondern neue Trends überall verwirklicht werden, sodass immer mehr Orte der Beliebigkeit entstehen.

Geschrieben von: Iarn am 2 May 2011, 08:40
Der potentielle SPD Ob-Kandidate Reiter hat sich für eine Nachverdichtung in München und Umgebung positioniert und für Investitionen in den MVV, insbesondere den U-Bahn Bau.

http://www.sueddeutsche.de/75N38e/4065961/Wohnbloecke-statt-Einfamilienhaeuser.html
QUOTE
Aber auch in München könne man sich nicht länger den Luxus leisten, den wertvollen Grund mit vergleichsweise niedrigen Bauten vollzustellen. 'Ein bisschen Nachverdichtung würde die Stadt schon noch vertragen', findet der 52-Jährige, der dies aber keinesfalls als Plädoyer für den Bau von '400 Meter hohen Riegeln' missverstanden wissen will. 'Wir müssen nicht Moskau Konkurrenz machen.' Die Maximalmarke von 100 Metern Höhe, die noch auf dem Hochhaus-Bürgerentscheid von 2004 basiert, müsse aber nicht 'apodiktisch' eingehalten werden. Besser sei es, von Fall zu Fall zu entscheiden.


QUOTE
Reiter sprach sich zudem für den weiteren Ausbau des U-Bahn-Netzes aus. 'Ich sehe durchaus noch ein bis zwei zusätzliche U-Bahn-Linien in München', sagte er. 'Wir werden wieder in den MVV investieren müssen.' Die Verlängerung der U5 nach Pasing sei 'aus mittelfristiger Sicht nicht aus der Welt'. Derzeit aber gebe es Finanzierungsengpässe. Eine Absage erteilte Reiter Begehrlichkeiten, auch dünner bebaute Viertel wie Untermenzing zu untertunneln. 'Grundsätzlich ist die U-Bahn ein Instrument zur Erschließung der Innenstadt.'


Ich fand Reiter eigentlich immer schon das beste Pfer im Stall der SPD und würde mich freuen, wenn die SPD mit ihm ins Rennen geht. Moatzeder ist auch ein wenig arger Selbstadarsteller, der Rest von den Grünen chancenlos und realitätsfern. Schmidti, ja mei besser als Arbert Wolf, ok, ja. Mattar, naja 1%.

Geschrieben von: TramPolin am 2 May 2011, 09:19
QUOTE (Iarn @ 2 May 2011, 09:40)
Der potentielle SPD Ob-Kandidate Reiter hat sich für eine Nachverdichtung in München und Umgebung positioniert und für Investitionen in den MVV, insbesondere den U-Bahn Bau.

Ich fand Reiter eigentlich immer schon das beste Pfer im Stall der SPD und würde mich freuen, wenn die SPD mit ihm ins Rennen geht. Moatzeder ist  auch ein wenig arger Selbstadarsteller, der Rest von den Grünen chancenlos und realitätsfern. Schmidti, ja mei besser als Arbert Wolf, ok, ja. Mattar, naja  1%.

400 Meter, 100 Meter? Von was wir hier gesprochen? Auf dem Hanns-Seidel-Platz, dem Zentrum Neuperlachs, regen sich schon Leute auf, dass da noch ein einziges Hochhaus gebaut werden soll, mit gerade mal 12 Stockwerken. Das müssten um die 35 Meter sein. Entsprechend wird diskutiert, das Haus noch zu stutzen. Die anderen Gebäude sollen maximal 4 Stockwerke umfassen.

Ich hätte es lieber gesehen, statt der vielen niedrigen Häuser ein paar wenige sehr hohe (mit 100 Meter Höhe) hinzusetzen. Vorteil: Man könnte mindestens gleich viel Wohnungen und Büros unterbringen, hätte aber mehr Freiflächen. Auf einem der Bauten hätte sich dann ein Restaurant mit Aussichtsplattform gut gemacht. Statt dessen plant man eine Art Riem 3.0.

Mit dem Bürgerbegehren ist es so eine Sache. Ich finde es auch schade, dass es damals so ausgegangen ist, allerdings sollte man es respektieren. Ich weiß, es ist nur 2 Jahre bindend. Volksbegehren haben dagegen überhaupt keine zeitliche Bindung. Wenn man also sagt, die zwei Jahre seien um, dann könnte man mit dem gleichen Argument Volksbegehren noch schneller außer Kraft setzen.

Geschrieben von: Boris Merath am 2 May 2011, 09:21
Woher stammen denn die Zitate?

Geschrieben von: Iarn am 2 May 2011, 09:26
QUOTE (Boris Merath @ 2 May 2011, 10:21)
Woher stammen denn die Zitate?

Sorry, mein Rechner hat das Script vom "http://" Button irgendwie blockiert. Link zur SZ nun eingefügt.

Geschrieben von: Iarn am 2 May 2011, 09:28
QUOTE (TramPolin @ 2 May 2011, 10:19)
Ich hätte es lieber gesehen, statt der vielen niedrigen Häuser ein paar wenige sehr hohe (mit 100 Meter Höhe) hinzusetzen. Vorteil: Man könnte mindestens gleich viel Wohnungen und Büros unterbringen, hätte aber mehr Freiflächen. Auf einem der Bauten hätte sich dann ein Restaurant mit Aussichtsplattform gut gemacht. Statt dessen plant man eine Art Riem 3.0.

Das Problem mit "echten" Hochhäusern ist, je höher Du hinaufwillst, desto mehr "Overhead" brauchst Du an Volumen für Gebäudeinfrastruktur wie Fahrstühle, Sprinkleranlagen etc. Weiterhin steigt ab einer gewissne Höhe damit der Energiebedarf auch deutlich.

Geschrieben von: TramPolin am 2 May 2011, 09:44
QUOTE (Iarn @ 2 May 2011, 10:28)
Das Problem mit "echten" Hochhäusern ist, je höher Du hinaufwillst, desto mehr "Overhead" brauchst Du an Volumen für Gebäudeinfrastruktur wie Fahrstühle, Sprinkleranlagen etc. Weiterhin steigt ab einer gewissne Höhe damit der Energiebedarf auch deutlich.

Das ist klar. Allerdings spart man Fläche ein, was bei so manchen hohen Grundstückspreisen sich dann doch lohnen kann.

Ich finde es generell gut, dass es in München wieder einen leichten Trend auch zu Wohnhochhäusern gibt. Es müssen ja nicht gleich 1.600 Meter sein, so wie jetzt eines in Saudi-Arabien geplant ist:

http://antennesalzburg.oe24.at/1-6-km-hoher-Wolkenkratzer-geplant/23668284

Geschrieben von: Iarn am 2 May 2011, 09:50
QUOTE (TramPolin @ 2 May 2011, 10:44)
Das ist klar. Allerdings spart man Fläche ein, was bei so manchen hohen Grundstückspreisen sich dann doch lohnen kann.

Ich finde es generell gut, dass es in München wieder einen leichten Trend auch zu Wohnhochhäusern gibt. Es müssen ja nicht gleich 1.600 Meter sein, so wie jetzt einer in Saudi-Arabien geplant ist:

http://antennesalzburg.oe24.at/1-6-km-hoher-Wolkenkratzer-geplant/23668284

Also ich halte es für einen gesunden Mittelweg, wenn in München erstmal verstärkt im Bereich so um die sieben Stockwerke (bis dahin hält sich der Aufwand sehr in Grenzen) baut mit evtl ein paar dezidierten einzelnen Hochpunkten.
Damit wird mehr Wohnfläche erzeugt als mit ein paar wenigen Hochhäusern in einem Meer aus Bungalows überspitzt ausgedrückt.

Geschrieben von: Iarn am 6 Jun 2011, 17:04
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/maxvorstadt-keine-fussgaengerzone-im-kunstareal-1.1105371

Was mich sehr wundert, ist dass es im Artikel fast so klingt als könnte der bayrische Kultusminister über eine Fussgängerzone dort entscheiden.

Eine Frage die mir in den Sinn kommt, falls die Einbahnstraßenregelung in der Gabelsberger und Theresienstraße wegfallen: wie wird die Buslinie 100 dann fahren?

Geschrieben von: spock5407 am 6 Jun 2011, 18:26
1600m am Odeonsplatz und in den oberen Büros residiert die Bayern-CSU, als Spitze steht dann ein FJS... (die Stadt-SPD kommt in den Keller) wink.gif
Nur: Dafür brauchst ja fast alleine Isar1+2 noch .

Im Ernst: Das muss man sich mal die Kräfte vorstellen, die da auf Gelände und Gebäude einwirken. Und die notwendigen Versorgung- und Entsorgungseinrichtungen.

Wie hoch soll eigentlich in Freiham werden?

Geschrieben von: Jean am 6 Jun 2011, 19:20
QUOTE
Eine Frage die mir in den Sinn kommt, falls die Einbahnstraßenregelung in der Gabelsberger und Theresienstraße wegfallen: wie wird die Buslinie 100 dann fahren?


War doch schon mal in der Planung der Beschleunigung zu sehen. Dann wäre halt die Einbahnregelung der Linie 100 teilweise entfallen.

Geschrieben von: Boris Merath am 7 Jun 2011, 00:04
QUOTE
"Ich will hier keine zweite Kaufingerstraße", sagte Heubisch. Die von Baumeister Leo von Klenze vorgegebenen Grundstrukturen werde man belassen.

Hatte Leo von Klenze wirklich mehrspurige Einbahnstraßen geplant?

Geschrieben von: Electrification am 7 Jun 2011, 00:36
QUOTE (Iarn @ 2 May 2011, 10:50)
[QUOTE=TramPolin,2 May 2011, 10:44]
Also ich halte es für einen gesunden Mittelweg, wenn in München erstmal verstärkt im Bereich so um die sieben Stockwerke (bis dahin hält sich der Aufwand sehr in Grenzen) baut mit evtl ein paar dezidierten einzelnen Hochpunkten.
Damit wird mehr Wohnfläche erzeugt als mit ein paar wenigen Hochhäusern in einem Meer aus Bungalows überspitzt ausgedrückt.

Also ich finde hier macht sich die Stadt einfach lächerlich, so kommt man nie vom Provinzcharme weg, der an manchen Stellen ja nett ist, aber scheinbar will man ein Museum und keine modernen Zeichen mehr setzen, stattdessen Neubauviertel im alten Ostblockstil (siehe Messestadt).

Europaweit betrachtet legen sich viele Städte ins Zeug, egal ob London, Paris oder Warschau, schon Berlin kann da nicht mithalten (obwohl sich die Siffstadt immer mit Paris und London vergleichen will, unglaublich), aber das ist eine Pleitestadt. München verkommt zur Provinzstadt.
Gerade das nur leicht größere Wien setzt da andere Zeichen und daran sollte man sich mal orientieren. Deswegen geht die Innenstadt und der Stephansdom dort auch nicht unter.

Irgendwie könnte man wirklich langsam glauben wir entwickeln uns zum Dagegen-Land.

Geschrieben von: Woodpeckar am 7 Jun 2011, 07:09
QUOTE (Electrification @ 7 Jun 2011, 01:36)
Irgendwie könnte man wirklich langsam glauben wir entwickeln uns zum Dagegen-Land.

QUOTE (Signatur Electrification)
No Megatrucks! Europa gegen
Monstertrucks!


Gib dem BGL keine
Chance!

So gesehen, könnte man das ...

Geschrieben von: Iarn am 7 Jun 2011, 07:55
QUOTE (Boris Merath @ 7 Jun 2011, 01:04)
Hatte Leo von Klenze wirklich mehrspurige Einbahnstraßen geplant?

LOL

An anderer Stelle in München tut sich auch was und zwar beim Verkehrskonzept für dne Münchner Norden http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen-nord/wird-hasenbergl-komplett-untertunnelt-1258913.html

Traurig hierbei ist, dass man beim Nahverkehr schon von Planungsseite keinerlei Hoffnungen hegt:
QUOTE
Bei U6 und U3 wird es in Stoßzeiten jetzt schon eng, stellt die Stadtbaurätin fest. Die S1 durch Feldmoching bis Freising stelle die am stärksten belastete Strecke der S-Bahn dar. Mehr Züge kämen wegen der Bahnübergänge kaum in Frage: Schon jetzt seien die Schranken etwa an der Fasanerie insgesamt bis zu 35 Minuten pro Stunde dicht. Und von der geplanten Tram 24 zwischen Kieferngarten und Am Hart erwarten sich die Planer „praktisch keine Entlastungseffekte“ für den Umland-Verkehr.

Geschrieben von: andreas am 7 Jun 2011, 11:54
man bäuchte doch bloß die A92 zum Olympiakreuz fertigstellen, so wie angedacht, und die viele Verkehrsprobleme auf den den Straßen würden sich auflösen.
So z.b. der ewige Stau vor Ludwigsfeld oder der ewige Stau auf dem Petuelring.
Man würde die Ingolstädter Straße entlasten und die A9 und der Verkehr aus der Stadt Richtung Norden würde viel schneller abfließen aus der Stadt.
Man würde sogar eine Entlastung Richtung A8 schaffen.

aber das böse Wort Autobahn in den Mund genommen und die Proteste sind schon da....

Geschrieben von: Electrification am 7 Jun 2011, 14:03
QUOTE (Woodpeckar @ 7 Jun 2011, 08:09)
QUOTE (Signatur Electrification)
No Megatrucks! Europa gegen
Monstertrucks!


Gib dem BGL keine
Chance!

So gesehen, könnte man das ...

Nana, gegen sinnvolle Proteste ist nichts einzuwenden.
Was ich nicht verstehen kann sind Proteste gegen erneuerbare Energien nach "Not-in-my-backyard"-Manier bzw. gegen neue Hochspannungsmasten oder neue Wasserkraftwerke (ich bin ein großer Freund der Wasserkraft).

Man kann gegen was sein, dann braucht man aber Alternativen. Wenn ich sage es entwickelt sich eine Dagegenrepublik, meine ich, pauschal gegen alles zu sein ohne eine Alternative zu haben bzw. auch gegen sämtliche Alternativen zu sein.

QUOTE (andreas)

aber das böse Wort Autobahn in den Mund genommen und die Proteste sind schon da....


Ersetze das Wort Autobahn gegen Eisenbahn und es kommt das gleiche raus. Versuche mal irgendwo eine Bahnstrecke auszubauen. Meistens sind die Proteste größer, denn ich kenne viele Gegenden wo es gegen eine Autobahn keine Proteste geben würde.

Geschrieben von: TramPolin am 7 Jun 2011, 14:30
QUOTE (Electrification @ 7 Jun 2011, 15:03)
Nana, gegen sinnvolle Proteste ist nichts einzuwenden.

Nicht, dass ich Fan der Monstertrucks bin, aber was ist sinnvoll und was ist nicht sinnvoll? Das ist die alles entscheidende Frage.

Das sieht jeder anders, je nach Standpunkt, was ich jetzt sowohl auf die persönlichen Überzeugungen/Neigungen/Interessen beziehe als auch auf den eigenen genauen Wohnort/Standort. Wenn sie Dir ein Windrad vor die Nase setzen und Du mit flimmernden Schattenwurf konfrontiert wirst, dann ist die schöne Windkraft auf einmal nur noch allgemein schön, aber nicht an dieser speziellen Stelle.
Ebenso gibt es Firmen, die von den Megatrucks profitieren würden, sodass die langen Superlastwagen dann für sie per se sinnvoll sind.

Geschrieben von: Electrification am 7 Jun 2011, 14:51
QUOTE (TramPolin @ 7 Jun 2011, 15:30)
Das sieht jeder anders, je nach Standpunkt, was ich jetzt sowohl auf die persönlichen Überzeugungen/Neigungen/Interessen beziehe als auch auf den eigenen genauen Wohnort/Standort. Wenn sie Dir ein Windrad vor die Nase setzen und Du mit flimmernden Schattenwurf konfrontiert wirst, dann ist die schöne Windkraft auf einmal nur noch allgemein schön, aber nicht an dieser speziellen Stelle.
Ebenso gibt es Firmen, die von den Megatrucks profitieren würden, sodass die langen Superlastwagen dann für sie per se sinnvoll sind.

Natürlich sind Windräder z. B. nicht überall geeignet, aber es gibt kaum noch Windkraftprojekte die ohne Proteste durchkommen. Wo meinen die Leute denn wo der Strom herkommt? Atomstrom wollen sie nicht, Kohlekraftwerke auch nicht.

Mittlerweile ist es ja schon so weit dass es Proteste gegen einen Funkmasten für den digitalen Rettungsfunk gibt! Da geht es drum Menschenleben zu retten. Wetten dass diese Leute daheim dutzende Elektrogeräte, Handys usw. haben, sich aber über den Masten der Leben rettet aufregen?

Zu den Monstertrucks: Klar profitieren Firmen davon, genauso wie die Bahnindustrie davon profitieren würde, wenn die Verkehrspolitik mal etwas fairer und ausgeglichener wäre.
MAN, Scania & Co. können sich da ja auch etwas breiter aufstellen und z. B. auch im Bahnbereich selbst aktiv werden, wenn sie ihr Spielzeug Gigaliner nicht bauen können.

Geschrieben von: Michi Greger am 8 Jun 2011, 23:32
QUOTE (Electrification @ 7 Jun 2011, 15:51)
Wo meinen die Leute denn wo der Strom herkommt? Atomstrom wollen sie nicht, Kohlekraftwerke auch nicht.

Atomstrom: böse, weil macht radioaktiv verseuchtes Land (wenn nicht das AKW an sich, dann immerhin der Abfall)
Kohle/Öl/Gas-Strom: böse, weil macht CO2
Windkraft: böse, weil zerhackt Vögel und schaut hässlich aus
Wasserkraft: böse, weil zerhackt Fische
Solarstrom: böse, weil verschandelt alle alten Dorfansichten
Biogas-Strom: böse, weil für mehr Biomasse weniger Lebensmittel angebaut werden

Elektroautos: Gut und die Erfindung der Zukunft.
Womit aufladen?

Geschrieben von: Iarn am 14 Jun 2011, 14:18
Heute stand in der SZ auf Seite R10 ein Bericht wie sich die SPD geführte Stadtregierung (so richtig war nicht klar ob das Stadt oder SPD Positionen sind) die Stadtentwicklung/Infrastruktur im Münchner Osten vorstellt. Im Wesentlichen nichts neues, allerdings eine konkrete Zahl zu den geplanten Wohnungen östlich der S8: 16000. Das ist denke ich mal schon ne Hausnummer, vergleichbar mit Freiham.

Geschrieben von: Iarn am 5 Jul 2011, 10:28
http://www.rohmert-medien.de/news/aus-dem-ehemaligen-ausbesserungswerk-der-deutschen-bahn-in-munchen-wird-das-triebwerk-munchen,113407.html

Geschrieben von: Iarn am 8 Jul 2011, 22:19
http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen-zentrum/hier-soll-eineneue-isar-bruecke-entstehen-1314759.html zwischen Reichenbachbrücke im Norden und Wittelsbacherbrücke im Süden.

Geschrieben von: Jean am 9 Jul 2011, 08:04
Mit mal wieder bescheuerte Kommentare von Lesern.

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