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Münchner Bergbus, ein Angebot des Alpenvereins [Zur Themenübersicht]
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eherl2000
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 17:28


Haudegen


Status: Mitglied
Mitglied seit: 5 Mar 07
Beiträge: 536

Wohnort: München


Wer eine Ahnung vom Bergwandern hat, der weiß, dass man früh starten muss. Grund ist, dass man sonst im Sommer in die Mittagshitze kommt. Sollte die Bergtour länger sein, drohen am Nachmittag auch Gewitter. So ist die Abfahrtszeit durchaus richtig.
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 18:28


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 13144

Wohnort: ja


QUOTE (Entenfang @ 12 Jun 2021, 17:40)
Ja, schlimm, wenn diese verweichlichten Städter vielleicht kein Bock haben, morgens um 6 loszufahren, sondern vielleicht am Wochenende mal ausschlafen und erst um 11 losfahren wollen. Oder vielleicht nur 3h wandern wollen und nicht 6. Das Problem ist halt, dass deine Einstellung so lange funktioniert, wie die Städter die Möglichkeit haben, entweder mit dem 1x täglichen Bus zu fahren oder Netflix zu glotzen. Sobald die Städter die Möglichkeit haben, mit dem 1x täglichen Bus, mit dem eigenen Auto zu fahren oder Netflix zu glotzen, kommt halt das raus, was wir jedes Wochenende sehen.

Das ist nicht "meine Einstellung", sondern einfach eine realistische Sicht auf einen ansatzweise wirtschaftlichen Linienbetrieb. Wenn du auf einem Wanderparkplatz die stattliche Zahl von 80 Autos stehen hast, mit im Schnitt zwei Personen drin, dann reden wir über 160 Personen. Jetzt nehmen wir an, die schon hohe Quote von 50% wäre ÖPNV-tauglich (die anderen sind Cabrio-/Oldtimerfahrer, lehnen Busse komplett ab, haben Reisezeiten und -ketten, die einfach nicht sinnvoll darstellbar sind, andere Gründe), dann reden wir über 80 Leute nur mal für eine Hinfahrt. Die verteilen sich jetzt auf Fahrten um 7, 9, 11, 13, 15 Uhr, das sind im Schnitt 16 Leute pro Bus. Jetzt verteilen sich die aber nicht gleichmäßig. Dann hast du bei einigen Fahrten irgendeine teils niedrige einstellige Fahrgastzahl 10, 15, 20, 25 km rumfahren. Bei gutem Wetter wohlgemerkt, für 1/3 Schlechtwetter darfst du im Jahresmittel noch was abziehen. Die fahren dann mit Bayernticket, das heißt relativ geringen Einnahmen. Linien "auf den Berg" kannst du ja oft auch nicht wie den üblichen eingeschränkten Sonntagsverkehr mit Einnahmen aus dem Schüler- und Berufsverkehr unter der Woche querfinanzieren. Sollen den Spaß die dekadenten Landgemeinden oder Landkreise zahlen, die auch nicht unbedingt einen gigantischen Umsatz machen mit Leuten, die vielleicht nichtmal irgendwo einkehren, sondern einfach nur durch die Landschaft marschieren? Erklär's mir einfach. wink.gif

Als Planer kommst da zu einem Punkt, wo du sagst, lass uns das machen, wir haben x Nutzwagenkilometer oder Fahrtenpaare zu verteilen. Und da kommt jenseits der bekannten Tourismus-Hotspots halt auf die typischen Fahrpläne mit einzelnen Fahrten. Wenn sich das nicht zufällig irgendwie mit einem regulärem Verkehr zwischen Bahnhöfen, Ober-, Mittel-, Unterzentren überlagert, bleibt's dann eben dabei und kann nicht jedem Wunsch gerecht werden. Jenseits der bekannten Tourismus-Hotspots ist das unter den gegebenen Umständen einfach schwierig. Ein Grund ist wie gesagt auch das relativ geringe Einnahmenniveau durch (in der Regel schon am Bahnhof in München verkaufte) Bayerntickets, bei denen wohl bei den VU/Auftraggebern vor Ort nicht so viel bleibt. Die Einnahmeverteilung bei Verbund- und auch dem Bayernticket haben bekanntlich viel ehemals eigenwirtschaftlichen Regionalbusverkehr auf dem Land gekillt. Das ist auch eine Seite, die allzu oft nicht erwähnt wird. Ich kenne keine genauen Zahlen, aber ich weiß, dass Busunternehmer davon oft nur kleine Centbeträge sehen.

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Nur echt mit Schachtelsatz.
    
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TramBahnFreak
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 19:23


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 2 Oct 09
Beiträge: 10816

Alter: 27
Wohnort: Da drüben, gleich da hinter'm Wellblechzaun


Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

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Huift ja doch nix...
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 21:07


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 13144

Wohnort: ja


QUOTE (TramBahnFreak @ 12 Jun 2021, 20:23)
Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

Wie so oft ist die Antwort, dass die Schweiz nicht in EU/Deutschland/Bayern liegt. ph34r.gif

Neben der Konstruktion der Tarife sind auch die Landes- und Bundesförderungen für ÖPNV kaum der Rede wert, während mir die Straßenbautöpfe gigantisch erscheinen. Dazu kommt das Vergaberecht, ergo der Wettbewerb und die Bevorzugung von eigenwirtschaftlichen Verkehren, der den Spielraum der Busgesellschaften stark einschränkt. Da überlegt sich die DB genau, welche eigenwirtschaftlichen Scherze sich die RVO beispielsweise noch leisten kann. Für eine Hand voll Wanderer dann vielleicht gar einen zusätzlichen Kurs einsetzen, gibt's dann vielleicht auch deswegen nicht ...

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Nur echt mit Schachtelsatz.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 23:34


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 6542

Alter: 26
Wohnort: München


QUOTE (eherl2000 @ 12 Jun 2021, 18:28)
Wer eine Ahnung vom Bergwandern hat, der weiß, dass man früh starten muss. Grund ist, dass man sonst im Sommer in die Mittagshitze kommt. Sollte die Bergtour länger sein, drohen am Nachmittag auch Gewitter. So ist die Abfahrtszeit durchaus richtig.

Ich denke, für die Zielgruppe (passionierte DAV-Wanderer) dieser Linien ist die Abfahrt richtig - für ahnungslose Wanderer wie mich und Familien mit Kindern wohl eher nicht. Und wahrscheinlich gibt es noch einen anderen Grund für die frühe Abfahrt und das sind die dann noch nicht vorhandenen Staus.
Als ahnungsloser Wanderer kann ich halt auch nur sagen, dass es schon schwierig genug ist, die Wanderung auf eine stündliche Abfahrt hin zu planen. Die Flexibilität bei genau einer einzigen Fahrt ist quasi nicht existent. So viel Freude macht es dann vielleicht auch nicht, wenn man noch irgendwo 2h totschlagen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Busse erfolgreich sein werden. Aber den großen Wurf zur Verkehrsentlastung kann nur ein Taktverkehr sein.

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Maskenwahn und Angst und Lügen für das deutsche Panikland
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 13 Jun 2021, 03:02


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Wohnort: ja


QUOTE (Entenfang @ 13 Jun 2021, 00:34)
Als ahnungsloser Wanderer kann ich halt auch nur sagen, dass es schon schwierig genug ist, die Wanderung auf eine stündliche Abfahrt hin zu planen. Die Flexibilität bei genau einer einzigen Fahrt ist quasi nicht existent. So viel Freude macht es dann vielleicht auch nicht, wenn man noch irgendwo 2h totschlagen muss.

Wenn du für diese Flexibilität bezahlst und zwar auch für die Tage mit schlechtem Wetter, an denen die Busfahrer allein ihre Kreise ziehen, ist das überhaupt kein Thema. Sag einfach, wer's bezahlen soll. Zum Beispiel in den Chiemgau kostet die Fahrt im Bergbus inkl. MVV im Stadtbereich für Nichtmitglieder 22 Euro, zu viert also 88 Euro. Ohne Flexibilität. Ich frage nochmal: Was kostet das Bayernticket und wie sind die Einnahmen verteilt, wenn alle dieses Ticket aus München mitbringen?

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Nur echt mit Schachtelsatz.
    
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146225
  Geschrieben am: 13 Jun 2021, 18:41


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 15658

Alter: 43
Wohnort: TH/EDBU


QUOTE (TramBahnFreak @ 12 Jun 2021, 19:23)
Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

Weil Auto'schland hier unwillig und aus gut geschmierter ideologischer Fixierung in der Politik auch chronisch unfähig ist, hier flächendeckend etwas zu tun. So einfach. Versagen ist kein Naturgesetz, es wird aktiv betrieben.

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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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