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Eisenbahnforum.de > 10 vorne > Tempolimit auf Straße und Schiene


Geschrieben von: Electrification am 11 Jun 2012, 16:35
Ich packe jetzt mal ein heikles Thema an, das mir viele Gegner bescheren wird, aber ich denke man sollte darüber diskutieren.

Es geht um ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen:
Ich bin für ein generelles Limit auf Autobahnen von 120 oder 130 km/h, was ökologisch sinnvoll und absolut ausreichend ist. Auch würde es die vielen Raser einbremsen die mit 200 km/h und schneller meinen sie hätten die Autobahn für sich gepachtet.

Geht es nur mir so oder reist man auf Autobahnen im Ausland nicht entspannter? Ich finde es angenehmer und stressfreier z. B. in Österreich auf der Autobahn zu fahren und mitzuschwimmen. Man hat nicht diesen Stress, weil die meisten ein gleichwertiges Tempo fahren und man so viel flüssiger und entspannter unterwegs ist.

Wie sind hier die Meinungen zum Thema? Selbst der Bau von Autobahnen könnte günstiger gestaltet werden, wenn sie nur noch für Geschwindigkeiten von max. 120/130 ausgelegt sein müssten, statt auf No-Limit-Standard für unsere ganzen Raser und Drängler.
Einhergehend müsste eine flächendeckende Geschwindigkeitskontrolle geben mit hohen Geldstrafen und Fahrverboten für Überschreitungen.

Wo liegen Vor- und Nachteile eines Limits?

Geschrieben von: Lazarus am 11 Jun 2012, 16:45
Solange Schwarz-Gelb die Bundesregierung stellt, dürfte das leider kein Thema werden, denn vor allem die FDP ist gegen ein Tempolimit auf Autobahnen.

Ich persöhnlich halte 120/130 für zu wenig, aber z.b. 160 da könnte man durchaus darüber diskutieren.

Geschrieben von: TramPolin am 11 Jun 2012, 16:55
QUOTE (Lazarus @ 11 Jun 2012, 17:45)
Solange Schwarz-Gelb die Bundesregierung stellt, dürfte das leider kein Thema werden, denn vor allem die FDP ist gegen ein Tempolimit auf Autobahnen.

Ich persöhnlich halte 120/130 für zu wenig, aber z.b. 160 da könnte man durchaus darüber diskutieren.

<Ironie>Unter Rot-Grün wurde das Tempolimit ja eingeführt.</Ironie>

Geschrieben von: yeg009a am 11 Jun 2012, 16:59
Zum Electrifications Ursprungsbeitrag:
Dem ganzen Beitrag stimme ich vorbehaltslos zu. Zu erwähnen ist es, daß, so denke ich, in Deutschland die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen von 130 km/h das Maximum sein sollte. Allerdings sollte die Geschwindigkeit an Autobahndreiecken und -kreuzen, sowie Engstellen auf 100 (Dreiecken und Kreuze) und 80 Engstellen mit Reißverschlußbildung begrenzt werden; Aber nur, wenn das Verkehrsaufkommen an Kreuzen und Dreiecken hoch ist.

Die hohe Geldstrafe für die Autofahrer finde ich ein guter Ansatz zur Verkehrserziehung. Denn bei einer hohen Geldstrafe werden sich die Autofahrer zweimal überlegen müssen, ob sie weiterhin die Geldstrafe zahlen müssen, wenn sie bei einem Verstoß erneut erwischt werden, oder vorschriftsmäßig fahren. Und: Da das Risiko, erwischt zu werden einfach zu gering ist, halte ich die hohe Geldstrafe für angemessen.

Ansonsten sehe ich die Geschwindigkeitsbegrenzung darin mehr Vorteile, als Nachteile, weil man dadurch im Verkehrsstrom richtig mitschwimmen und am Ende schneller ankommen kann.

@Lazarus: 160 km/h ist trotzdem zuviel für meinen Geschmack. Die Verkehrswissenschaftler, die die Stauforschung betreiben sind aber anderer Auffassung und daß die Geschwindigkeitslimit bis zu 130 km/h die richtige Wahl wäre, weil das zum einen aufgrund der geringen Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Auto, der auf der linken Spur fährt und einem LKW, der gerade eben die Fahrspur wechselt, ohne darauf zu achten, daß sich der bereits überholende nähert, die Staubildung vermeiden helfen könnte.

Zwei Videoanimationen von PTVVision:
1. Ohne Geschwindigkeitsbegrenzung: http://www.youtube.com/watch?v=jM-6SraJaYs
2. Mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h (als Beispiel): http://www.youtube.com/watch?v=Ga3_ifSC5dk

@An alle: Was man auf der Autobahn brauchen kann, ist eine variable Geschwindigkeitsbegrenzung von zwischen 80 und 130 km/h je nach Verkehrsaufkommen.

Geschrieben von: Jojo423 am 11 Jun 2012, 16:59
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 17:35)
Ich bin für ein generelles Limit auf Autobahnen von 120 oder 130 km/h, was ökologisch sinnvoll und absolut ausreichend ist.

Nicht nur ökologisch: Tausende sterben jedes Jahr im Straßenverkehr, und das vorallem durch zu hohe Geschwindigkeiten (jenseits der 130). Blos wird man das niemals durchbekommen. Die Masse, die dagegen wäre, ist einfach zu groß für Politiker. dry.gif

Geschrieben von: Jojo423 am 11 Jun 2012, 17:02
QUOTE (yeg009a @ 11 Jun 2012, 17:59)
@An alle: Was man auf der Autobahn brauchen kann, ist eine variable Geschwindigkeitsbegrenzung von zwischen 80 und 130 km/h je nach Verkehrsaufkommen.

Gibt es die nicht schon? Nennt sich doch Verkehrsleitsystem, wenn mich nicht alles täuscht.

Geschrieben von: yeg009a am 11 Jun 2012, 17:04
QUOTE (Jojo423 @ 11 Jun 2012, 18:02)
Gibt es die nicht schon? Nennt sich doch Verkehrsleitsystem, wenn mich nicht alles täuscht.
Schon, aber das nützt nicht, wenn der Verkehr bereits vor dem Verkehrsleitsystem dicht wird. Zum Beispiel: Ein Autofahrer fährt und auf großer Entfernung kein Verkehrsleitsystem in Sicht. Vor seinen Augen erkennt er eine Kolonne, die sich mit verminderter Geschwindigkeit fortbewegt und im Verkehrsstrom mitschwimmt. Dann bremst er sein Auto behutsam (eine "Schnellbremsung" führt dazu, daß der nachfolgende Verkehr ebenfalls abbremsen muß, was es zu einer unerwünschten Effekt führen kann) ab und paßt die Geschwindigkeit an die Kolonne an, um die Staubildung hinter ihm zu verhindern.

Geschrieben von: christian85 am 11 Jun 2012, 17:18
QUOTE
Nicht nur ökologisch: Tausende sterben jedes Jahr im Straßenverkehr, und das vorallem durch zu hohe Geschwindigkeiten (jenseits der 130). Blos wird man das niemals durchbekommen. Die Masse, die dagegen wäre, ist einfach zu groß für Politiker.

Ich bin der Meinung, dass ein allgemeines Tempolimit von 120 oder 130 sinnvoll ist und mittelfristig (10 Jahre?) auch kommen wird. Auch wenn viele dagegen sind, war ja beim Rauchverbot auch so, und jetzt ist es kein Problem mehr. Zudem hat man in fast allen anderen Ländern in Europa auch ein Tempolimit, warum sollte es Deutschland nicht funktionieren?

Geschrieben von: spock5407 am 11 Jun 2012, 17:34
Ich fand den Kärntner Versuch nicht schlecht: 130 Regel und signalisiert ggf. Freigabe je nach Verkehrsverhältnisse (Sicht, Dichte, Wetter) auf 160.

Geschrieben von: JeDi am 11 Jun 2012, 18:04
Es gibt nichts angenehmeres als Schweizer Autobahnen. (Tempolimit 120 - die dafür aber auch von allen PKW gefahren werden)

Geschrieben von: Iarn am 11 Jun 2012, 18:21
QUOTE (Jojo423 @ 11 Jun 2012, 17:59)
Nicht nur ökologisch: Tausende sterben jedes Jahr im Straßenverkehr, und das vorallem durch zu hohe Geschwindigkeiten (jenseits der 130). Blos wird man das niemals durchbekommen. Die Masse, die dagegen wäre, ist einfach zu groß für Politiker. dry.gif

Durch Al Kaida sind evtl 20-30 Deutsche gestorben trotzdem nimmt man den Krampf gegen den Terror als Vorwand um uns fast aller der ursprünglich im Grundgesetz verbrieften Rechte zu berauben.
Im Straßenverkehr konnte man sich jedes Jahr hunderte Tote sparen aber da wird die angebliche Freiheit vor das Menschenleben gestellt.

Geschrieben von: Galaxy am 11 Jun 2012, 19:08
Ich bin dagegen. Die Technik hat sich enorm weiterentwickelt, man fahrt Heute mit 220 so entspannt wie vor 20 Jahren mit 120. Wie auf Schienen könnte man sagen. Wäre allerdings dafür das Technologie wie Radar-Tempomat und andere Assistenten pflicht werden.

Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 19:09
Auch als passionierter und regelmäßiger Autofahrer bin ich dafür. Zumindest mein Auto ist bei 130 km/h deutlich sparsamer als bei 160-170 km/h (sind bald 2 Liter Unterschied pro 100km), und wesentlich entspannter ist es auch.

Nichtsdestotrotz sollte man es ab einer gewissen Autozahl pro Abschnitt auch mal krachen lassen dürfen, einfach aus dem psychologischen Aspekt heraus, dass man es noch darf. Ich sehe keinen Grund, warum nachts auf der freien, dreispurigen A9 geschlichen werden sollte.

Geschrieben von: yeg009a am 11 Jun 2012, 19:09
@Galaxy:
Du gehörst also zu denen, der Stau produzieren will!?

Übrigens: Vor über 20 Jahren wurde auch schnell gefahren. Mein Onkel fuhr auf der BAB auch mit 160 Sachen auf der Autobahn, als damals jugendlicher Beifahrer hatte es mir spaß gemacht, daß sein Auto so schnell auf der Autobahn bretterte.

Heute ist einfach das Umdenken angesagt, weil das auf Dauer mit dem No-Limit nicht gut geht. Auch mit niedriger Geschwindigkeit kann man genau so entspannt auf der Autobahn reisen, wie mit der Raserei.

Geschrieben von: Galaxy am 11 Jun 2012, 19:11
QUOTE (Jojo423 @ 11 Jun 2012, 17:59)
Tausende sterben jedes Jahr im Straßenverkehr, und das vorallem durch zu hohe Geschwindigkeiten (jenseits der 130). Blos wird man das niemals durchbekommen. Die Masse, die dagegen wäre, ist einfach zu groß für Politiker.

Falsch. Die Autobahn ist die sicherste Straße, und das weltweit. Die meisten Menschen sterben auf der Landstraße.

Geschrieben von: spock5407 am 11 Jun 2012, 19:12
QUOTE (Galaxy @ 11 Jun 2012, 20:08)
Wäre allerdings dafür das Technologie wie Radar-Tempomat und andere Assistenten pflicht werden.

Und ne Ansage "Autobeeinflussung.....Autobeeinflussung.....Autobeeinflussung....."? laugh.gif

Geschrieben von: Boris Merath am 11 Jun 2012, 19:12
QUOTE (Galaxy @ 11 Jun 2012, 20:08)
Ich bin dagegen. Die Technik hat sich enorm weiterentwickelt, man fahrt Heute mit 220 so entspannt wie vor 20 Jahren mit 120. Wie auf Schienen könnte man sagen. Wäre allerdings dafür das Technologie wie Radar-Tempomat und andere Assistenten pflicht werden.

Genau das ist die Gefahr. Man fährt so entspannt wie mit 120 - aber nicht so sicher wie mit 120.

Geschrieben von: Galaxy am 11 Jun 2012, 19:13
QUOTE (yeg009a @ 11 Jun 2012, 20:09)
@Galaxy:
Du gehörst also zu denen, der Stau produzieren will!?

Nein, ich habe überhaupt nichts dagegen das temporäre Tempolimits eingeführt werden um Staus zu verhindern. Ich finde man sollte das allerdings besser kommunizieren. Viele Menschen wundern sich warum auf lehren Autobahnen die Leuchttafeln angeschaltet sind, realisieren nicht das es um die Verkehrsentzerrung geht.

Geschrieben von: Galaxy am 11 Jun 2012, 19:19
QUOTE (Boris Merath @ 11 Jun 2012, 20:12)
Genau das ist die Gefahr. Man fährt so entspannt wie mit 120 - aber nicht so sicher wie mit 120.

Du weißt genau was ich meinte. Das es Menschen gibt die beim Autofahren einen Big Mac verzehren, und dabei ihr Facebook Account aktualisieren ist eine ganz andere Problematik.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 11 Jun 2012, 19:25
QUOTE (Bayernlover @ 11 Jun 2012, 20:09)
Zumindest mein Auto ist bei 130 km/h deutlich sparsamer als bei 160-170 km/h (sind bald 2 Liter Unterschied pro 100km),

Könnte an deinem Auto liegen? tongue.gif

Generell wäre ich auch für eine verkehrsabhängige Geschwindigkeitsbegrenzung, wie sie auch schon angedeutet wurde - grundsätzlich mal nen Wert irgendwo bei 120-130 km/h als Limit festsetzen, dieser stellt jedoch kein Dogma dar und kann, wenn es - wie im Beispiel mit der leeren A9 - die äußeren Umstände zulassen, auch mal angehoben werden smile.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 19:32
QUOTE (TramBahnFreak @ 11 Jun 2012, 20:25)
Könnte an deinem Auto liegen? tongue.gif

Das ist wahr, 102 PS sind einfach nicht zum Rasen geeignet wink.gif

Es ist aber auch mit einem großen Motor sparsamer, langsam zu fahren. Es kann sogar so sein, dass ein 200 PS-Motor bei 130 km/h sparsamer ist als ein 100 PS-Motor.

Geschrieben von: Electrification am 11 Jun 2012, 19:47
QUOTE (Galaxy @ 11 Jun 2012, 20:08)
Ich bin dagegen. Die Technik hat sich enorm weiterentwickelt, man fahrt Heute mit 220 so entspannt wie vor 20 Jahren mit 120. Wie auf Schienen könnte man sagen. Wäre allerdings dafür das Technologie wie Radar-Tempomat und andere Assistenten pflicht werden.

Wo kann man bitte mit 220 km/h entspannt fahren? Du glaubst doch nicht ernsthaft dass du am Tag längere Zeit konstant 220 km/h fahren kannst und mit ständigem abbremsen und beschleunigen ist das alles andere als entspannend und zudem kostet es einiges an Sprit.

Ich habe schon oft Situationen erlebt wo von hinten Autos mit 200 km/h oder mehr angerast kamen, Lichthupe an und den freien Weg für sich fordernd. Da fühlt man sich belästigt und bedrängt. Die Autobahn ist für alle da und nicht nur für Raser, die scheinbar auch Tote und Unfälle unbeteiligter in Kauf nehmen, so wie sich manche dieser Raser manchmal verhalten.

Vergleich doch selber und fahr mal in der Schweiz, Österreich oder anderswo auf der Autobahn und dann weißt du was entspannendes Fahren ist.
Irgendwie wird man an der deutschen Grenze immer aus der Urlaubsstimmung gerissen, weil dort das Recht des Stärkeren gilt, auch nirgends ist mir so eine aggressive Fahrweise, auch vor allem gegenüber langsameren Fahrzeugen bekannt.

Was die Geschwindigkeitsüberwachung betrifft kann ich mir durchaus vorstellen dass Autos in Zukunft mit einem Gerät ausgestattet werden das die Fahrt aufzeichnet und das stichprobenartig ausgewertet wird nach Geschwindigkeitsüberschreitungen und dementsprechend geahndet werden.

Geschrieben von: Cloakmaster am 11 Jun 2012, 20:09
Eine wesentlich ausgebaute Telematik wäre sicher was, dann braucht es auch kein generelles Tempolimit. Und ja, ich kann durchaus auch bei Tempo 160-180 entspannt fahren, sofern Wetter&Verkehr mitspielen. Nur hab ich auch kein Problem damit, einen 120er-Schnitt anzulegen, und damit wesentlich Sprit- und kostensparender fahren. Geht einem nur auch mit der Zeit auf den Geist, gerade bei längeren Strecken. Und konstantes Fahren mit der gleichen Geschwindigkeit führt erwiesenermassen zu schnellerer Ermüdung.

Geschrieben von: elchris am 11 Jun 2012, 20:13
Dagegen...

Wenn mir am Samstag um 14.30Uhr einfällt, ich muss in 103km bis spätestens 16Uhr eine Besorgung getätigt haben, dann geht das nur ohne Tempolimit - aber:

Wie folgt (Tempolimit) [Meine Geschwindigkeit]

- Wohnstraße (30) [35], Radfahrer vor mir - ich kam ihm nicht nach, ich musste Gegenverkehr durchlassen (und wurde vom etwa 60 fahrenden Mercedes überholt, der dann vom Gegegenverkehr zurecht angeblinkt wurde)

- Tübinger Straße (50) [60], Ampelphase noch bei Grün geschafft, Tram wollt schon wieder den Block zumachen - hab mir 2,5 Minuten Ampelstehen gespart - der Mercedes von vorhin ist mit etwa 45 dann bei Rot hinter mir auch noch drüber.

- Auffahrt auf Mittlerer Ring in den Trappentreutunnel (60) [75] - da is kein Blitzer drin, ich war ausser denen, die eh immer mit und die, die ihren Lichtsensor richtig eingestellt haben, der Einzige mit eingeschaltetem Licht im Tunnel - von ganz rechts auf ganz links gezogen, in der Mitte wird 40 gefahren, angeführt von nem Ösi, ohne Licht, der sich offensichtlich nicht auskennt.

- Baustelle Donnersberger Brücke (40) [45] - aufgrund gemeiner Bauzustände fahr ich da äusserst brav, werde vom kurz vor der Baustelle am durchgezogenen Strich auf die Linke Spur gewechselten, orientierungslosen Ösi (dazu später) angeblinkt, mit Blinker links. Ihr kennt die Baustelle? Links Betonbegrenzer, rechts Leitplanke - er will wohl wieder alle Vorurteile gegen seine Alpenrepublik... Idiot.

- Mittlerer Ring West bis Oly (60) [65-75] - mal wenig Deppen unterwegs, fahre linke Spur und werde zweimal von plötzlich Rausziehenden (die offensichtlich zu doof sind, die von Nympenburg kommenden einfach reinzulassen) ausgebremst (die fahren btw. 40...). Fahre mal kurz nach Rechts um den Ösi vorbeizulassen. Heute mal leider kein Blitzer an der Dom-Pedro-Straße, bis zu der warte ich meistens mitm rüberfahren - grins!

- Überleitung Mittlerer Ring West auf Mittlerer Ring Nord am Oly vorbei: (60) [70], es ist trocken - man geht direkt auf die rechteste Spur, lässt auf die Linke also Leute einfahren, die da von Norden von der damischen Einfahrt kommen (bin der Einzige, der da rechts fährt, der links fahrende bescheuerte Ösi bemerkt die Verkehrssituation zu spät und kracht beinahe auf den einfahrenden Golf). Ich wechsle am Ende der Kurve auf links, lass den Blinker drin und wechsel vorbildlich mit Spiegel- und Schulterblick auf die ganz linke Spur.

- Petuelringtunnel (50) [65]: Garnix los - normalerweise bremst die Kollone direkt bei erblicken der "50" aus Panik auf gefühlte Schrittgeschwindigkeit. Heute kuller ich wieder auf die rechte Spur gewechselt (will ja im Tunnel auf die Autobahn und nicht wie so manch anderer - richtig, der Ösi - im Tunnel dann von links auf ganz rechts) gemütlich durch. Schon lang nix mehr von meinem Österreichischen Freund gesehen, ach doch, da vorne blinkt er - immerhin! - und nötigt einen Fiesta auf der Mittelspur zum Bremsen.

- Auffahrt A9 (40) [50] - da hab ich mich als Führerscheinneuling mal verschalten, statt in den 3. hab ich den 1. erwischt - denk ich jedesmal dran - scheint aber nicht schlimm gewesen zu sein, hier fahen die meisten eh 30 weil der Straßenzustand eher der Republik Kongo als einer Deutschen Autobahnauffahrt ähnlich ist - passt. Dem Ösi ists egal, er überholt zwei vor mir Fahrende mit etwa 80.

-A9 Anfangsteil (80) [95] - Ich bleibe rechts, auf den linken Spuren wird abwechselt 60-120km/h gefahren, mein österreichischer Freund fährt einem links fahrenden Dänen mit rostigem Jetta auf etwa 25cm auf, der Däne fährt in etwa so schnell wie ich und hat Eier - er setzt den Blinker Links, kurbelt das Fenster runter und zeigt dem Ösi den Mittelfinger - guter Mann!

-A9 Baustelle bis Neufahrn und dann bis Allershausen (80-100) [90-110]: Wechsel munter, natürlich blinkend und schulterblickend von der Rechten Spur auf die Mittelspur und zurück - LKWs werden überholt und dann wieder rechts gefahren. Links wird abwechselnd mit 70 bis 130 gefahren - die Langsamen werden u.a. von Ösis und Luxemburgern in der Mitte überholt usw. Irgendwo vor mir muss doch der Ösi...

-A9 freie Bahn (---] [max.160]: Fahre bis zur Ausfahrt Langenbruck dem Ösi mit 130-140km/h mit ausreichendem Sicherheitsabstand nach, linke Spur. Wechsel Munter mal auf die Mittlere oder gar Rechte - möchte nicht rechts überholen obwohl ich es wohl ohne Gefährdung könnte. Denke an den Dänen und wünsche mir nen Stein oder irgendwas zum werfen...

Fazit:
Die Österreicher haben 130km/h, sind offensichtlich zu doof Rechtsfahrgebote und Tempolimits, die darunter gehen einzuhalten - aber auch schneller zu fahren. Mein nächstes Auto hat vorn einen ausfahrbaren Pizzawender um solche Dumpftrottel in den Straßengraben zu heben.

Was hat das nun mit Tempolimit zu tun? Nun, die Probleme ergeben sich nicht aus einer angeblich zu hohen Endgeschwindigkeit, die sowieso nur von einem Bruchteil ausgefahren werden KANN und WIRD - die Hauptprobleme liegen in fehlender Umschau, zu dichtem Auffahren. Ich befürchte mit einem Tempolimit garnicht mehr davon zu kommen, weil dann noch mehr Autofahrer auch an freien Stellen das Rechtsfahrgebot missachten und links alles aufhalten, weil sie ja "eh schon am Limit" fahren...

- Freu mich schon auf schlaue Kommentare von Bahn- und Radfahrern, mein Auto hat jetzt 200.000km drauf, den Hauptteil davon habe ich erarbeitet...

Geschrieben von: mapic am 11 Jun 2012, 20:14
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 20:47)
Ich habe schon oft Situationen erlebt wo von hinten Autos mit 200 km/h oder mehr angerast kamen, Lichthupe an und den freien Weg für sich fordernd. Da fühlt man sich belästigt und bedrängt. Die Autobahn ist für alle da und nicht nur für Raser, die scheinbar auch Tote und Unfälle unbeteiligter in Kauf nehmen, so wie sich manche dieser Raser manchmal verhalten

Da bin ich absolut deiner Meinung. Allerdings ist alles das was du hier erwähnt hast bereits heute verboten. Vielleicht sollte man das einfach mal deutlich schärfer kontrollieren.

Ich habe absolut nichts gegen Geschwindigkeiten um die 200, so lange es die Verkehrssituation zulässt. Das ist allerdings nur recht selten der Fall, und viel zu oft werden solche Geschwindigkeiten gefahren, obwohl der Verkehr eigentlich viel zu dicht ist.
Ich fahre selbst gerne um die 160-180, was mit einem entsprechenden Auto definitiv auch sehr entspannt möglich ist. Nur wenn man dann alle paar Meter wieder abbremsen muss, ist es natürlich nicht mehr entspannt, aber dann ist es auch sinnlos, überhaupt so schnell zu fahren.

QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 20:47)
Vergleich doch selber und fahr mal in der Schweiz, Österreich oder anderswo auf der Autobahn und dann weißt du was entspannendes Fahren ist.
Irgendwie wird man an der deutschen Grenze immer aus der Urlaubsstimmung gerissen, weil dort das Recht des Stärkeren gilt, auch nirgends ist mir so eine aggressive Fahrweise, auch vor allem gegenüber langsameren Fahrzeugen bekannt.

Also ich habe in Österreich auch schon die tollsten Sachen erlebt. Das beste war ja ein Sprinter, der mir bei ca 135 km/h so dicht aufgefahren ist, dass ich im Rückspiegel nur noch seine Motorhaube gesehen habe, noch nicht mal mehr die Scheinwerfer. Als dann auf der rechten Spur endlich mal eine LKW-Lücke auftauchte, in die ich mich geflüchtet habe, hat er angefangen mit schätzungsweise 1-2 km/h Vorsprung zu überholen, im Timing exakt so, dass er genau neben mir ist, wenn ich auf den nächsten LKW auflaufe.
Und genau diesen Vorgang (allerdings ohne das vorherige dichte Auffahren) erlebt man leider in Österreich viel zu oft. Deshalb finde ich es dort auch nicht wesentlich entspannter als bei uns. Sobald man in Österreich rechts fährt, wird man überholt, auch wenn man schon 140 fährt. Nur die Überholvorgänge dauern dann gerne mal eine Minute oder länger. Da wärs mir schon wesentlich lieber, wenn der Überholende mal Gas geben würde.
Das einzige, was wirklich entspannt ist, ist wenn z.B. auf der Inntalautobahn mit "100 IG-L" gefahren wird. Daran halten sich fast alle, und man kann dann wirklich schön gemütlich mit dem Tempomat durchfahren. Das liegt auch daran, dass die Strafen in diesem Fall empfindlicher ausfallen, als bei einer normalen Geschwindigkeitsbegrenzung.

Geschrieben von: Galaxy am 11 Jun 2012, 20:27
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 20:47)
Wo kann man bitte mit 220 km/h entspannt fahren? Du glaubst doch nicht ernsthaft dass du am Tag längere Zeit konstant 220 km/h fahren kannst und mit ständigem abbremsen und beschleunigen ist das alles andere als entspannend und zudem kostet es einiges an Sprit.


Die A45 zwischen Seligenstädter Dreieck und Gambacher Kreuz ist z.B. meistens fast komplett leer, oder teile der A4, wenn man mal durch die Mittelgebirge ist.

Übrigens beschleunigen macht mit am meisten Spaß, wobei ich mal behaupte das auch Eisenbahner dieser Sünde verfallen. user posted image

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Ich habe schon oft Situationen erlebt wo von hinten Autos mit 200 km/h oder mehr angerast kamen, Lichthupe an und den freien Weg für sich fordernd. Da fühlt man sich belästigt und bedrängt. Die Autobahn ist für alle da und nicht nur für Raser, die scheinbar auch Tote und Unfälle unbeteiligter in Kauf nehmen, so wie sich manche dieser Raser manchmal verhalten.


Das ist etwas was mich am Eisenbahnforum stört. Viele hier sind anscheinend der Meinung das die meisten Autofahrer http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Izgdk51vLGk fahren. Ich ärgere mich auch über Drängler. Manchmal geht es halt nicht schneller.

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Vergleich doch selber und fahr mal in der Schweiz, Österreich oder anderswo auf der Autobahn und dann weißt du was entspannendes Fahren ist.


Danke habe ich gemacht.

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Irgendwie wird man an der deutschen Grenze immer aus der Urlaubsstimmung gerissen, weil dort das Recht des Stärkeren gilt, auch nirgends ist mir so eine aggressive Fahrweise, auch vor allem gegenüber langsameren Fahrzeugen bekannt.


Man darf sich von denen nicht aus der ruhe bringen lassen. Einen Auffahrunfall wollen die auch nicht.




Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 20:28
QUOTE (elchris @ 11 Jun 2012, 21:13)
Fazit:
Die Österreicher haben 130km/h, sind offensichtlich zu doof Rechtsfahrgebote und Tempolimits, die darunter gehen einzuhalten - aber auch schneller zu fahren.

Da von einem auf alle zu schließen, halte ich für recht gewagt. Allerdings ist die Bereitschaft, mal den rechten Fuß beim Überholen fallen zu lassen, natürlich nicht gegeben, wenn man nicht dran gewöhnt ist.

Man muss aber auch mal zugeben, dass die großen Differenzgeschwindigkeiten öfter zu schweren Unfällen führen, und dass manche Fahrer gewisser PS-Boliden denken, dass die linke Spur automatisch für unbegrenzt freizuhalten ist. Daraus entstehen grausame Unfälle, denn 200-120 sind eben immer noch 80km/h, und das muss böse enden.

Wenn sich alle an den Sicherheitabstand und an den Blick nach hinten beim Überholen halten würden, bräuchten wir allerdings kein Tempolimit. Das ist aber pures Wunschdenken.

Geschrieben von: rabauz am 11 Jun 2012, 21:04
Ich mache die Erfahrung dass immer mehr meinen dass sie ruhig links rüber ziehen können, der andere hat dann eben zu bremsen... Da wird maximal geschaut ob ein Crash unvermeidlich wäre, ansonsten wird rübergezogen und der andere zum Bremsen gezwungen. Diesel sei dank langt es dann meistens dem Tempomat wieder reinzunehmen und das Fahrzeug erreicht langsam wieder die ursprüngliche Geschwindigkeit. Aber dennoch bin ich schon desöfteren gewaltig in die Eisen gestiegen wegen solcher Vorfahrtverletzer.

Geschrieben von: Mark8031 am 11 Jun 2012, 21:07
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 19:47)
Irgendwie wird man an der deutschen Grenze immer aus der Urlaubsstimmung gerissen, weil dort das Recht des Stärkeren gilt, auch nirgends ist mir so eine aggressive Fahrweise, auch vor allem gegenüber langsameren Fahrzeugen bekannt.

Alles eine Sache der inneren Einstellung. Wenn Du die Aggressivität der Anderen an Dich ranlässt, dann ist die Stimmung dahin. Wenn Du aber in Deiner Urlaubsstimmung bleibst und es locker siehst, geht Dir auch die aggressive Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer hinten vorbei.

QUOTE (elchris @ 11 Jun 2012, 20:13)
Ich befürchte mit einem Tempolimit garnicht mehr davon zu kommen, weil dann noch mehr Autofahrer auch an freien Stellen das Rechtsfahrgebot missachten und links alles aufhalten, weil sie ja "eh schon am Limit" fahren...


Sieht man doch an jedem Abschnitt mit Tempolimit. Da ist der Mittelspurfahrer König und fährt gaaaaaaaaanz links. Weil darf ja eh niemand schneller.

Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 21:12
QUOTE (Smirne76 @ 11 Jun 2012, 22:07)
Sieht man doch an jedem Abschnitt mit Tempolimit. Da ist der Mittelspurfahrer König und fährt gaaaaaaaaanz links. Weil darf ja eh niemand schneller.

Jo, da fahr ich kurz hinten ran, lass dreimal aufblitzen, fahr dann rechts daneben, hupe, zeige nen Stinkefinger und geb Gas. Wirkt Wunder smile.gif

Geschrieben von: Musikus am 11 Jun 2012, 21:27
Um mal die Kurve zur Eisenbahn zu kriegen, meint ihr ein Tempolimit würde dem Fernverkehr mehr Fahrgäste bescheren?

Ich habe in meiner Verwandschaft schon ein paar Personen, die auf der Autobahn grundsätzlich versuchen, 200 km/h zu fahren und damit gefühlt schneller als der ICE unterwegs sind.
Ein Tempolimit von 120 würde schon am Image des Autos als "am schnellsten" kratzen, oder? Nicht das ich das als Argument heranziehen würde, dafür gibt's ja genügend bessere.

Geschrieben von: Mark8031 am 11 Jun 2012, 21:31
Ich glaube, das Mehr an Fahrgästen dürfte sich im 0,x%-Bereich halten. Wer mit dem Auto fährt, fährt auch weiter mit dem Auto. Dann gibt es halt einen anderen Grund als schneller.

Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 21:32
QUOTE (Musikus @ 11 Jun 2012, 22:27)
Um mal die Kurve zur Eisenbahn zu kriegen, meint ihr ein Tempolimit würde dem Fernverkehr mehr Fahrgäste bescheren?

Nein, eher umgekehrt, da man nicht mehr durchgeschwitzt aussteigt und sich schon in uralten Mittelklassewagen während der Fahrt nicht mehr anbrüllen muss, wenn man sich unterhält. Zusätzlich wird es noch billiger, da der Spritverbrauch schon recht deutlich nach unten geht.

Dagegen setzt man die Fahrtzeitverluste. Also ich sehe leichte Vorteile fürs Auto, kann mich aber auch täuschen.

Geschrieben von: Hot Doc am 11 Jun 2012, 21:39
QUOTE (Smirne76 @ 11 Jun 2012, 22:07)
Alles eine Sache der inneren Einstellung. Wenn Du die Aggressivität der Anderen an Dich ranlässt, dann ist die Stimmung dahin. Wenn Du aber in Deiner Urlaubsstimmung bleibst und es locker siehst, geht Dir auch die aggressive Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer hinten vorbei.

Das stimmt dann so auch nicht. Wenn dich Leute schneiden, rechts überholen (obwohl du mit 140 gerade einen LKW überholen willst), auffahren bis auf wenige cm, dann kommt diese Aggressivität auch bei dir im Auto an. Man muß sich nicht anstecken lassen, aber entspanntes Fahren ist dann nicht mehr möglich.

Was viele vergessen - und das ist es was das schnelle Fahren in den neuen Autos so gefährlich macht - dass man zwar inzwischen bei 200 relativ entspannt fahren kann, dass aber trotzdem ein Tunnelblick entsteht, schon kleine Ablenkungen große Gefahren bergen und das man selber schlechter wahrnimmt und wahrgenommen wird. Nebenbei wird man schneller müde (vielleicht nicht mehr so schnell wie mit einem älteren Auto, aber sicher schneller als im gleichen Auto bei 130).
Klar, ich fahr auch mal gerne schnell, aber die Rechtfertigungen, die hier kommen sind nur schwacher Populismus!

QUOTE
Nein, eher umgekehrt, da man nicht mehr durchgeschwitzt aussteigt und sich schon in uralten Mittelklassewagen während der Fahrt nicht mehr anbrüllen muss, wenn man sich unterhält. Zusätzlich wird es noch billiger, da der Spritverbrauch schon recht deutlich nach unten geht.
Ja, ich hab die Linksschleicher auch satt, aber dass was du hier beschreibst ist Nötigung, Gefährdung, nochmal Gefährdung und Beleidigung. Wenn dich dabei einer erwischt is der Lappen weg und das zurecht!
Und wenn du das wirklich so machst wie hier beschrieben, dann fänd ich das auch wirklich alles andere als schade drum.

Geschrieben von: Bayernlover am 11 Jun 2012, 21:50
QUOTE (Hot Doc @ 11 Jun 2012, 22:39)
Ja, ich hab die Linksschleicher auch satt, aber dass was du hier beschreibst ist Nötigung, Gefährdung, nochmal Gefährdung und Beleidigung. Wenn dich dabei einer erwischt is der Lappen weg und das zurecht!

Ich fahr ja nicht dicht ran, aber meine Fernlichter darf ich sehrwohl zum Ankündigen eines Überholvorgangs benutzen. Sollte der da vorn das nicht verstehen, hat er halt Pech. Ich seh nicht ein, aufgrund irgendwelcher Träumer (und bei rechts überfrei gibt es KEINEN Grund links dumm rumzuhängen!) mein Wohlfühltempo zu verlassen. Den Stinkefinger kriegt nur jeder 100ste, der mich dann meint dumm anmachen zu müssen. Ansonsten reicht eigentlich die Hupe und ein vorwurfsvoller Blick aus, um die meisten aus dem Halbschlaf zu erwecken.

Edit: Und da sehen wir wieder: Würden sich alle an die Regeln halten, gäbe es solche Situationen gar nicht. Und solange mein Opa sagt "Du fährst besser als Deine Mutter" und meine Leute in der Mitfahrgelegenheit aussteigen und sagen "Wann fährst Du wieder? War die beste und sicherste Fahrt ever" hab ich mir nix vorzuwerfen tongue.gif

Geschrieben von: ropix am 11 Jun 2012, 22:13
QUOTE (elchris @ 11 Jun 2012, 21:13)
- Freu mich schon auf schlaue Kommentare von Bahn- und Radfahrern, mein Auto hat jetzt 200.000km drauf, den Hauptteil davon habe ich erarbeitet...

Nein, aber einen Dummen Kommentar von mir denn
QUOTE
- Auffahrt A9 (40) [50] - da hab ich mich als Führerscheinneuling mal verschalten, statt in den 3. hab ich den 1. erwischt - denk ich jedesmal dran - scheint aber nicht schlimm gewesen zu sein, hier fahen die meisten eh 30 weil der Straßenzustand eher der Republik Kongo als einer Deutschen Autobahnauffahrt ähnlich ist - passt. Dem Ösi ists egal, er überholt zwei vor mir Fahrende mit etwa 80.
Also ich fahre da nun seit über 10 Jahren, teils täglich mehrmals. Aber ich hab es noch NIE erlebt dass da unter 60 gefahren wird wenns die Verkehrslage hergibt. Und ich wünsch mir jedesmal so einen kleinen Blitzer. Der würde ein Monat lang alle Verkehrsprobleme der A9 beheben, aber sowas von gründlich smile.gif

Heute hab ichs dafür zum ersten mal geschafft auf der Ringbaustelle 40 zu fahren ohne dass zum Schluss einfach jemand angeschoben hätte. Danke an den Hintermann der offensichtlich die Chance genutzt hat sich auch mal ans Gesetz zu halten biggrin.gif

Auch wenn ich da früher mal dagegen war. Nachdem die Sitten beim autofahren immer gründlicher verrohen - ganz klar, VMax 130, alles drüber am besten mit elektronischer Kontoentleerung pro Kilometer...

Früher - also so vor 2 Jahren - konnte man auf die rechte Spur schnellere Fahrzeuge durchlassen. Und schaffte es trotzdem zurück auf die Linke um dann an langsameren Fahrzeugen vorbeizufahren. Heute geht sowas - auf der A3, A92, A93, A96 jetzt oft genug ausprobiert - nur noch unter massiven bedrängeln desjenigen der mit seiner Motorhaube bis zur Hintertür aufgeschlossen hat und dann erstmal vergnüglich zuschaut wie man für den LKW abbremsen muss. Aber dann wundern woher die Linksschleicher kommen.

Geschrieben von: Electrification am 11 Jun 2012, 22:30
QUOTE (Galaxy)

Die A45 zwischen Seligenstädter Dreieck und Gambacher Kreuz ist z.B. meistens fast komplett leer, oder teile der A4, wenn man mal durch die Mittelgebirge ist.


Dann frage ich mich ernsthaft nach dem Sinn dieser Autobahnen, da hätte dann auch eine vierspurige Bundesstraße mit deutlich geringeren Kosten und etwas weniger Flächenverbrauch gereicht.

QUOTE (Galaxy)

Das ist etwas was mich am Eisenbahnforum stört. Viele hier sind anscheinend der Meinung das die meisten Autofahrer http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Izgdk51vLGk  fahren.  Ich ärgere mich auch über Drängler. Manchmal geht es halt nicht schneller.


Das hat doch rein gar nichts mit dem Thema Eisenbahnforum zu tun, diese Meinungen findest du überall und ich bin nahezu täglich auf der Autobahn unterwegs.
Vielleicht bin ich auch nur jemand der das Auto als reines Transportmittel betrachtet um von A nach B zu kommen, was bei vielen ja anders ist.

Irgendwie frage ich mich auch ob manche eine eigene Ölquelle haben, denn scheinbar ist der Sprit für viele immer noch zu günstig, aber genau die Leute sind sicher die, die am lautesten über die Spritpreise stöhnen.

Über kurz oder lang kommen wir an einem Limit, so wie in ganz Europa, nicht vorbei. Wer meint er müsse sein Auto voll ausfahren, hat immer noch Möglichkeiten dazu, am Nürburgring oder anderen Rennstrecken, wo man auch privat gegen ein kleines Entgelt fahren kann. Autobahnen sind für solche Hobbyrennfahrer nicht geeignet und irgendwann wird auch die ADAC-Lobby das Limit nicht mehr verhindern können. Ich wäre für eine EU-Verordnung von einheitlichen Geschwindigkeitsregelungen, dann muss sich auch Deutschland beugen.




Geschrieben von: Autobahn am 11 Jun 2012, 22:50
Auf den meisten deutschen Autobahnabschnitten ist die Geschwindigkeit begrenzt. In vielen Fällen sogar variabel nach der Verkehrsdichte. Auf den wenigen Autobahnabschnitte, wo keine Höchstgeschwindigkeit besteht, beträgt die Duchschnittsgeschwindigkeit von PKW etwa 130 Km/h.

Warum also die wenigen Fahrer, die auf freien Strecken mehr als 130 Km/h fahren wollen, künstlich ausbremsen? Der "Raser" ist schon genug bestraft, weil er einen wesentlich höheren Verbrauch hat wink.gif. Wobei auch eine Geschwindigkeit von 200 Km/h + x nicht unbedingt "rasen" ist.

Auch in unseren Nachbarländern wird gerast. Und das auch, wenn hohe Strafen drohen. Ich bin viel in den Niederlanden, Belgien und Frankreich auf den dortigen Autobahnen unterwegs gewesen. In den (kleinen) Niederlanden ist die Verkehrsdichte meist so hoch, das man gar nicht rasen kann, aber dort wo die Bahn frei ist, machen es die Einheimischen auch. In Belgien das gleiche Spiel.

Auf den mautfreien Autobahnen in Frankreich (rund um die Metropolen) das gleiche Spiel. Auf den mautpflichtigen Strecken ist relativ wenig Verkehr. Auch dort wird auf Teufel komm raus die Geschwindigkeit übertreten. Nur vor den Mautstellen muss man vorsichtig sein. Dort stehen häufig Radarfallen.

Geschrieben von: Mark8031 am 11 Jun 2012, 23:02
Ich bin auf der Autobahn schon mit 100 in die Eisen getreten, weil kurz vor mir jemand mit 60 rausgezogen hat und selbiges passierte mir auch mit 190, als einer mit 120 rausgezogen hat. In beiden Fällen wurde schlimmeres nur dadurch verhindert, dass die "Rausziehenden" das bemerkt haben und wieder auf ihre Spur zurückgewechselt haben. In beiden Fällen wäre nicht die Geschwindigkeit (auch "Raserei" gerne genannt) schuld, sondern der Spurwechsel der anderen Verkehrsteilnehmer. Natürlich wäre bei einem Unfall mit 190 mehr passiert als mit 100. Aber ein Unfall eines ICEs mit 330 hätte auch schlimmere Folgen als mit 160.

Die Geschwindigkeiten sind nicht das Problem. Die mangelnde Unaufmerksamkeiten sind es (und das sind nicht immer nur die schnellen und nicht immer nur die langsamen Verkehrsteilnehmer).

Geschrieben von: JeDi am 11 Jun 2012, 23:03
QUOTE (Autobahn @ 11 Jun 2012, 23:50)
Auch in unseren Nachbarländern wird gerast. Und das auch, wenn hohe Strafen drohen.

Komisch. Hab ich in der Schweiz noch nie erlebt. Alle schön brav 115 bis 120.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 11 Jun 2012, 23:07
QUOTE (Smirne76 @ 12 Jun 2012, 00:02)
Ich bin auf der Autobahn schon mit 100 in die Eisen getreten, weil kurz vor mir jemand mit 60 rausgezogen hat und selbiges passierte mir auch mit 190, als einer mit 120 rausgezogen hat. In beiden Fällen wurde schlimmeres nur dadurch verhindert, dass die "Rausziehenden" das bemerkt haben und wieder auf ihre Spur zurückgewechselt haben. In beiden Fällen wäre nicht die Geschwindigkeit (auch "Raserei" gerne genannt) schuld, sondern der Spurwechsel der anderen Verkehrsteilnehmer. Natürlich wäre bei einem Unfall mit 190 mehr passiert als mit 100. Aber ein Unfall eines ICEs mit 330 hätte auch schlimmere Folgen als mit 160.

Die Geschwindigkeiten sind nicht das Problem. Die mangelnde Unaufmerksamkeiten sind es (und das sind nicht immer nur die schnellen und nicht immer nur die langsamen Verkehrsteilnehmer).

Bei niedrigeren Geschwindigkeiten sind die Folgen der Unachtsamkeiten allerdings in der Regel geringer.

Geschrieben von: Hot Doc am 11 Jun 2012, 23:10
QUOTE (Smirne76 @ 12 Jun 2012, 00:02)
Ich bin auf der Autobahn schon mit 100 in die Eisen getreten, weil kurz vor mir jemand mit 60 rausgezogen hat und selbiges passierte mir auch mit 190, als einer mit 120 rausgezogen hat. In beiden Fällen wurde schlimmeres nur dadurch verhindert, dass die "Rausziehenden" das bemerkt haben und wieder auf ihre Spur zurückgewechselt haben. In beiden Fällen wäre nicht die Geschwindigkeit (auch "Raserei" gerne genannt) schuld, sondern der Spurwechsel der anderen Verkehrsteilnehmer. Natürlich wäre bei einem Unfall mit 190 mehr passiert als mit 100. Aber ein Unfall eines ICEs mit 330 hätte auch schlimmere Folgen als mit 160.

Die Geschwindigkeiten sind nicht das Problem. Die mangelnde Unaufmerksamkeiten sind es (und das sind nicht immer nur die schnellen und nicht immer nur die langsamen Verkehrsteilnehmer).

Komisch, Problem erkannt, aber durch völlig abstruses argumentieren versucht zu entkräften.
Richtig: Schuld an Unfällen ist oft auch eine Unaufmerksamkeit oder eine falsche Einschätzung. Und sowas passiert halt bei höheren Geschwindigkeiten überproportional häufiger, und hat dann auch überproportional schwerwiegendere Folgen.
Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen und zu akzeptieren?

Geschrieben von: Mark8031 am 11 Jun 2012, 23:11
QUOTE (TramBahnFreak @ 11 Jun 2012, 23:07)
Bei niedrigeren Geschwindigkeiten sind die Folgen der Unachtsamkeiten allerdings in der Regel geringer.

Dann plädiere ich für eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung aller Fahrzeuge - vom Auto über ICE, S-Bahn bis zur Tram - von 10 km/h. Dann kann wirklich fast nichts passieren. Und eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, gab es nie und wird es niemals geben. Im Übrigen schrieb ich das sinngemäß auch im Satz zuvor.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 11 Jun 2012, 23:13
QUOTE (Smirne76 @ 12 Jun 2012, 00:11)
Dann plädiere ich für eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung aller Fahrzeuge - vom Auto über ICE, S-Bahn bis zur Tram - von 10 km/h. Dann kann wirklich fast nichts passieren. Und eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, gab es nie und wird es niemals geben. Im Übrigen schrieb ich das sinngemäß auch im Satz zuvor.

Anscheinend bist du leider an keiner ernsthaften Diskussion interessiert; dann kann ich hier aber auch zusammenpacken.
Gute Nacht!

Geschrieben von: Electrification am 11 Jun 2012, 23:56
QUOTE (Smirne76 @ 12 Jun 2012, 00:11)
Dann plädiere ich für eine sofortige Geschwindigkeitsbegrenzung aller Fahrzeuge - vom Auto über ICE, S-Bahn bis zur Tram - von 10 km/h. Dann kann wirklich fast nichts passieren. Und eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, gab es nie und wird es niemals geben. Im Übrigen schrieb ich das sinngemäß auch im Satz zuvor.

Du bewegst dich hiermit auf absolutem Kindergartenniveau. Aber so ist das wenn man des deutschen liebstes Spielzeug angreift oder es reformieren will.

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Jun 2012, 08:14
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 23:30)
Irgendwie frage ich mich auch ob manche eine eigene Ölquelle haben, denn scheinbar ist der Sprit für viele immer noch zu günstig

Nachdem ich am Wochenende mal meine kompletten Autokosten aufgerechnet habe (inklusive Waschen etc.), kann ich Dir sagen, dass Sprit gerade mal ein Viertel ausmacht. Und da säuft mein Auto locker über 10 Liter in der Stadt wink.gif Von daher, das ist kein Argument, mit dem man jemanden überzeugt. Es geht nur über Zwang.

Und ja, die Differenzgeschwindigkeiten sind das Problem. Wenn vor mir einer mit 90 hinterm LKW rauszieht, schaff ich das aus 140km/h noch zu erbremsen. Bei 220 km/h wird es dann schon sehr dünn.

Geschrieben von: mapic am 12 Jun 2012, 08:56
QUOTE (JeDi @ 12 Jun 2012, 00:03)
Komisch. Hab ich in der Schweiz noch nie erlebt. Alle schön brav 115 bis 120.

Also das habe ich in der Schweiz durchaus schon erlebt, dass da mal plötzlich der dicke Mercedes (oder vergleichbares) mit mindestens 160 oder mehr daher kommt, und auch nicht nur ein Mal.

QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 23:30)
Irgendwie frage ich mich auch ob manche eine eigene Ölquelle haben, denn scheinbar ist der Sprit für viele immer noch zu günstig, aber genau die Leute sind sicher die, die am lautesten über die Spritpreise stöhnen.

Für schätzungsweise mindestens die Hälfte der Schnellfahrer trifft das mit der eigenen Ölquelle in gewisser Weise sicherlich zu, denn das sind die Leute, deren Auto, und eben in den meisten Fällen auch der Sprit, von einer Firma bezahlt werden. Und zumindest bei diesen Leuten wird über die Spritpreise überhaupt nicht gestöhnt, schließlich schaut man ja noch nicht mal auf die Preise, wenn man zur Tankstelle fährt. wink.gif

Geschrieben von: Galaxy am 12 Jun 2012, 11:29
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 23:30)
Dann frage ich mich ernsthaft nach dem Sinn dieser Autobahnen, da hätte dann auch eine vierspurige Bundesstraße mit deutlich geringeren Kosten und etwas weniger Flächenverbrauch gereicht.

Nun die Frage ist berechtigt. Die A45 sollte ursprünglich in den Odenwald verlängert werden, über Michelstadt und dann weiter nach Stuttgart. Diese Verlängerung gab es jedoch nie, also steht der südlichste Abschnitt ein wenig verloren da, die A 45 ist jedoch oft eine hervorragende Alternative zur A3. Wenn das Wetter im Sauerland mitspielt, und der Verkehr im dortmunder Raum.

Geschrieben von: yeg009a am 12 Jun 2012, 18:03
QUOTE (mapic @ 12 Jun 2012, 09:56)
Also das habe ich in der Schweiz durchaus schon erlebt, dass da mal plötzlich der dicke Mercedes (oder vergleichbares) mit mindestens 160 oder mehr daher kommt, und auch nicht nur ein Mal.
Vielleicht sollten die Schweizer über eine Strafe nach Fahrzeugtyp und -größe sowie nach der Höhe der überschrittene Geschwindigkeit nachdenken!?

Geschrieben von: Fichtenmoped am 12 Jun 2012, 18:42
QUOTE (Smirne76 @ 12 Jun 2012, 00:02)
Ich bin auf der Autobahn schon mit 100 in die Eisen getreten, weil kurz vor mir jemand mit 60 rausgezogen hat und selbiges passierte mir auch mit 190, als einer mit 120 rausgezogen hat. In beiden Fällen wurde schlimmeres nur dadurch verhindert, dass die "Rausziehenden" das bemerkt haben und wieder auf ihre Spur zurückgewechselt haben. In beiden Fällen wäre nicht die Geschwindigkeit (auch "Raserei" gerne genannt) schuld, sondern der Spurwechsel der anderen Verkehrsteilnehmer. Natürlich wäre bei einem Unfall mit 190 mehr passiert als mit 100. Aber ein Unfall eines ICEs mit 330 hätte auch schlimmere Folgen als mit 160.

Die Geschwindigkeiten sind nicht das Problem. Die mangelnde Unaufmerksamkeiten sind es (und das sind nicht immer nur die schnellen und nicht immer nur die langsamen Verkehrsteilnehmer).

Problem beim zweiten Fall (190km/h Eigengeschwindigkeit, 120km/h der andere) ist die Rechtsprechung...

Da Du in dem Fall weit über der Richtgeschwindigkeit (130km/h) warst, wird Dir in diesem Fall eine Teilschuld zugesprochen. Jetzt musst Du nachweisen, das dieser Unfall bei einer Eigengeschwindigkeit von 130km/h (also der Richtgeschwindigkeit) NICHT passiert wäre...

Das Problem ist immer das gleiche: Die Unaufmerksamkeit ALLER Verkehrsteilnehmer... Mein Fahrlehrer sagte mal:
QUOTE
Man muss IMMER mit der Dämlichkeit der anderen Fahrer rechnen!

Bis jetzt bin ich ganz gut damit gefahren! wink.gif
Und je höher die Geschwindigkeit, desto höher der Schaden und die Folgen... Schon mal einen Unfall bei Tempo 200 gesehen? Schau Dir einfach mal ein paar Videos von Unfällen bei Autorennen an - hier sitzen Profis am Steuer, aber bei einem Unfall können selbst diese sportlichen, körperlich topfiten, in ihren Reflexen geschärften Profis oft nur noch zuschauen! Und auf den Straßen sind zu 99,99999999905% eben KEINE Profis unterwegs! (Bitte nicht "Erfahrung" über 400.000km mit der "Erfahrung" eines Rennsportlers verwechseln!)

Und dass mit der Eisenbahn vergleichen... Sorry, bei der Eisenbahn sollen Sicherungsysteme Kollisionen ausschließen - was sie auch relativ sicher machen! Und bei der Eisenbahn wechselt ein ICE nicht einfach so das Gleis, weils dem Lokführer gerade gefällt...

Geschrieben von: Electrification am 12 Jun 2012, 19:25
Vor allem muss bei der Eisenbahn die buchfahrplanmäßig vorgeschriebene Hg beachtet werden, das läuft nicht so wie im Straßenverkehr. Man kann wegen einer Verspätung in einem 120er-Abschnitt trotzdem nur 120 fahren. Da kommt es dann immer auf andere Faktoren wie Fahrzeitpuffer, anderes Bremsverhalten usw. an.
Die Beschränkungen sind nicht umsonst da und da alles genau aufgezeichnet wird, würde jeder (zurecht) ein Problem bekommen bei Verstößen. Abgesehen davon ist man für viele Menschen und deren Schicksal verantwortlich.

Autofahrer die z. B. bei einer 80er-Beschränkung mit deutlich höherer Geschwindigkeit fahren sind Vollpfosten, denen man auf Jahre den Führerschein nehmen müsste.
Sogesehen wäre eine Aufzeichnung der Autofahrten und stichprobenartige Auswertung gar nicht so verkehrt. Damit könnte man viele Leute aus dem Verkehr ziehen.

Beim steigenden Verkehr auf den Autobahnen sind Geschwindigkeiten >130 km/h einfach nicht mehr zu rechtfertigen. Die paar Abschnitte und Tageszeiten wo man schnell fahren kann, auf die kann man verzichten. Wer schneller fahren will soll Rennfahrer werden, denn die Sicherheit der Personen geht vor.
Ich erinnere an den Mercedes-Testfahrer der vor ein paar Jahren einen grausamen Unfall verursacht hat.
Wie oft ziehen Lastwagen unverhofft nach links zum überholen und dann bremse mal von 200 km/h runter. Ich habe schon so oft beobachtet wie solche Raserterroristen in die Eisen steigen mussten, sei es weil ein Auto oder anderes Fahrzeug überholte oder weil plötzlich voraus der Verkehr stockte.

Man kann den Nürburgring und andere mit Privatfahrzeugen befahren. Wer also unbedingt rasen will kann helfen diese defizitären Einrichtungen zu erhalten und sich da austoben und nicht auf der normalen Straße, wo viele andere betroffen sind.

Geschrieben von: mapic am 12 Jun 2012, 19:43
QUOTE (yeg009a @ 12 Jun 2012, 19:03)
Vielleicht sollten die Schweizer über eine Strafe nach Fahrzeugtyp und -größe sowie nach der Höhe der überschrittene Geschwindigkeit nachdenken!?

Die Schweizer sind uns da bereits längst voraus. Dort wird nämlich ab einer gewissen Grenze die Strafe abhängig vom Einkommen des Betreffenden festgelegt.

Was sollte eine Strafe in Abhängigkeit des Fahrzeugtyps denn bitte bringen? Ist es dann weniger schlimm mit einem Polo 40 km/h zu schnell zu fahren als mit einer S-Klasse? So ein Unsinn...

Geschrieben von: Martin H. am 12 Jun 2012, 19:54
QUOTE (Fichtenmoped @ 12 Jun 2012, 19:42)

Schon mal einen Unfall bei Tempo 200 gesehen?

...Und bei der Eisenbahn wechselt ein ICE nicht einfach so das Gleis, weils dem Lokführer gerade gefällt...


Kopfball führte mal einen Normcrash, also mit etwa 2/3 der Fahrzeugfront auf ein faltbares Hindernis mit einem Golf V und 100 km/h durch, normal sind maximal 64. War der erste dieser Art. Aber das Ergebnis überraschte dann doch noch alle anwesenden Experten. Irgendwo im Internet gibt´s auch noch ein Video, "Ford Focus mit 200 gegen Betonwand", da ist nix mehr übrig.

Dass ein Zug einfach so das Gleis wechselt, geht höchstens unter SZB, aber weil´s dem Lokführer gefällt, ab und zu kommt es vor, u.a. wenn man die entsprechenden Leute kennt.

QUOTE (Elektriffication @ 12 Jun 2012, 20:25)

Vor allem muss bei der Eisenbahn die buchfahrplanmäßig vorgeschriebene Hg beachtet werden, das läuft nicht so wie im Straßenverkehr. Man kann wegen einer Verspätung in einem 120er-Abschnitt trotzdem nur 120 fahren. Da kommt es dann immer auf andere Faktoren wie Fahrzeitpuffer, anderes Bremsverhalten usw. an.


Man könnte auch sagen, wegen der Verspätung kann man im 120er- Abschnitt 120 fahren. Das kann kommt in dem Fall nciht direkt vom können, sondern daher, dass man es kann, ohne vor dem nächsten Esig zu stehen. Gut, passiert trotzdem, aber das ist wieder ein anderes Thema.


Tempolimit, wir fahren immer mit Tempomat 130, bei mehr Verkehr auch mal ohne. Zum Überholen teil mal 150, aber nur, wenn von hinten was kommt. Einmal sind wir schneller, um zu sehen, wie schnell das Auto fährt, bei 198 sollte ich dann aber abbrechen, war dann mehr als scheinbar erwartet wurde, die 200 wären ggf. drin gewesen.

Was anderes ist es bei unserem Sommerauto, das ohnehin seltenst bewegt wird, aber in der Mitte des Jahres, wenn wenig los ist, wird auf der Deggendorfer Autobahn mal Vollgas gegeben, wer rastet, der rostet.

130 sind weiterhin ein guter Kompromiss zwischen Verbrauch und Fahrzeit. Und wer sagt, größere Motoren sind auf der Autobahn sparsamer, ein SUV/FF mit 500 PS braucht eindeutig mehr, als ein A4 mit 1,9 TDI. Wären die Autos nur auf maximal 160, 170 ausgelegt und würden mit 130 bewegt, wäre das ideal.


Schön ist Sonntag Abend, vermutlich sonst auch, die A9 zwischen Neufahrn und der Arena, rechts kann man keine 130 fahren, obwohl die Spur komplett frei ist, auf der zweiten sind ein paar Autos, aber auf den linken Spuren stapeln sich die Autos welche nur am Bremsen sind. Dann fahren wir 110 lang und kommen entspannt an.


Vergleiche ICE-Auto usw. Alle zwei Wochen geht´s bei uns in den Bayerischen Wald zum Freund meiner Mutter. Der Zug braucht München-Passau 2:18 Stunden, das brauchen wir mit 130 für die Gesamtstrecke, selbst mit halber Stunde Pause in Wörth sind wir schneller, als öffentlich und in Passau abholen lassen, der DIEX hat aber keinen Speisewagen und ist überfüllt. Führen wir ab Pasau mit dem Bus, der um diese Zeit eh nicht mehr fährt, ansonsten einmal die Stunde, jede zweite mit zwei Mal umsteigen, wird die Zeit unterirdisch.

Edit: Selten fahren wir schneller, eben Sommerauto oder so, manches Mal ,nur geht dann die Verbrauchanzeige in ungeahnte Höhen. Wenn, dann ist nix los auf der Straße, dafür will ich nicht bis in die Eifel schaukeln, weil unser Auto ist kein Rennauto und außerdem hat die Grüne Hölle zu viele Kurven.

Geschrieben von: yeg009a am 12 Jun 2012, 20:17
QUOTE (mapic @ 12 Jun 2012, 20:43)
Was sollte eine Strafe in Abhängigkeit des Fahrzeugtyps denn bitte bringen? Ist es dann weniger schlimm mit einem Polo 40 km/h zu schnell zu fahren als mit einer S-Klasse? So ein Unsinn...
Die Antwort hast Du bereits im ersten Abschnitt Deines Beitrages gegeben. Billiges Auto = Möglicherweise geringes Einkommen; Teures Auto = Möglicherweise höheres Einkommen

Geschrieben von: Electrification am 12 Jun 2012, 21:03
QUOTE (mapic @ 12 Jun 2012, 20:43)
Die Schweizer sind uns da bereits längst voraus. Dort wird nämlich ab einer gewissen Grenze die Strafe abhängig vom Einkommen des Betreffenden festgelegt.

Das muss absolut, wie verkehrspolitisch (Schwerverkehrsabgabe als Beispiel), unser Vorbild sein. Denn nur so tut es den vielen Rasern mit dickem Geldbeutel weh, die meinen ihnen gehört die Straße und die müde lächeln wenn sie eine kleine Geldstrafe zahlen.

QUOTE (Martin H.)

Vergleiche ICE-Auto usw. Alle zwei Wochen geht´s bei uns in den Bayerischen Wald zum Freund meiner Mutter. Der Zug braucht München-Passau 2:18 Stunden, das brauchen wir mit 130 für die Gesamtstrecke, selbst mit halber Stunde Pause in Wörth sind wir schneller, als öffentlich und in Passau abholen lassen, der DIEX hat aber keinen Speisewagen und ist überfüllt. Führen wir ab Pasau mit dem Bus, der um diese Zeit eh nicht mehr fährt, ansonsten einmal die Stunde, jede zweite mit zwei Mal umsteigen, wird die Zeit unterirdisch.


Die Zeiten München - Passau sind leider nicht konkurrenzfähig. Sie müssten wenigstens unter 2 Stunden liegen und das wäre machbar, vor allem mit dem Ausbau der Strecke Landshut - Plattling.
Die Verbindung hat auch das Problem dass es ein großer Umweg ist über Plattling. Aber eine schnelle Direktverbindung müsste Passau - Pocking als Hauptbahn ausgebaut sein und Pocking - Simbach, ebenfalls auf Hauptbahnniveau, noch vorhanden.

Fahrzeit ist aber nicht alles, mir ist heute alles zu sehr auf die Fahrzeit ausgerichtet. Das größere Problem sind in deinem Fall eher die fehlenden Anschlüsse in den Wald hinein. Wäre eine optimale Reisekette vorhanden, wäre es auch kein Problem etwas länger als mit dem Auto unterwegs zu sein.
Wenn die Reisekette natürlich so unattraktiv ist dass Fahrzeiten jenseits von gut und böse rauskommen hat man keine Alternative zum Auto.

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Jun 2012, 21:04
QUOTE (yeg009a @ 12 Jun 2012, 21:17)
Die Antwort hast Du bereits im ersten Abschnitt Deines Beitrages gegeben. Billiges Auto = Möglicherweise geringes Einkommen; Teures Auto = Möglicherweise höheres Einkommen

Du warst offensichtlich noch nie in Neukölln? laugh.gif

Und @Martin: Ich hab das auch nicht absolut gesagt, aber ein SUV mit 100 PS braucht bei 130km/h mit Sicherheit mehr als der mit 250 PS. Das muss man aber im Einzelfall sehen, die generelle Aussage "mehr Hubraum und mehr PS = mehr Verbrauch" gilt so nicht unbedingt.

Geschrieben von: yeg009a am 12 Jun 2012, 21:38
QUOTE (Bayernlover @ 12 Jun 2012, 22:04)
Du warst offensichtlich noch nie in Neukölln? laugh.gif
Nö. Bis jetzt war ich noch nie in Berlin. (Berliner Stadtteil Neukölln ist mir ein Begriff, aber was? - Zwielichtiger Stadtteil!?) Darum geht es jetzt nicht.

Wichtiger als Berlin ist die Diskussion über die Vor- und Nachteile der Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen.
Neben der Geschwindigkeitsbegrenzung wäre auf allen Autobahnen (auch auf Stadtautobahnen) eine Mautpflicht (Streckenabhängig) nicht verkehrt

Geschrieben von: Bayernlover am 12 Jun 2012, 21:45
QUOTE (yeg009a @ 12 Jun 2012, 22:38)
Nö. Bis jetzt war ich noch nie in Berlin. (Berliner Stadtteil Neukölln ist mir ein Begriff, aber was? - Zwielichtiger Stadtteil!?) Darum geht es jetzt nicht.

Doch, Du hast gesagt, teure Autos=hohes Einkommen. In Neukölln scheint das andersherum zu sein. Je niedriger das Einkommen, desto krasser die Karre biggrin.gif

Geschrieben von: ropix am 12 Jun 2012, 22:09
Wozu muss man eigentlich immer alles vom Gehalt abhängig machen? Der Vorteil einer Demokratie ist ja, dass bereits vorher im Gesetz steht was die zu erwartende Strafe für Ordnungswidrigkeiten sind. Wenn man die jetzt alle vor Gericht ausfechten muss, was glaubt ihr wie teuer das wird? Da kann sich doch niemand mehr Kontrollen leiste...

Warum kann man es nicht einfacher von der Anzahl der Vergehen abhängig machen. Das trifft dann immer die richtigen und man kann vorher festlegen in welcher Höhe (ein Verstoß pro 5 Jahre gibts zu 50%, den zweiten zu 100%, alle weiteren pro Jahr zu 150%)...

/Edit: Abhängig vom Gehalt liefert dann unter anderem folgende Situation: Schüler fährt mit Papis Auto mit 200 auf der Landstraße. Verdienst: 0 Euro im Jahr???

Vater der Alimente für 4 Kinder zahlt und Schulden hat. Verdient sehr gut. Fährt nur 120 auf der selben Landstraße - darf trotzdem viel mehr bezahlen (auch wenn am Ende der Schüler mehr Geld am Monatsende übrig hat dass er als Einzelkind zugesteckt bekommt)

Und sagt bitte nicht, dass nur wer viel verdient auch dauernd zu schnell unterwegs ist.

Geschrieben von: mapic am 12 Jun 2012, 22:37
QUOTE (ropix @ 12 Jun 2012, 23:09)
Vater der Alimente für 4 Kinder zahlt und Schulden hat. Verdient sehr gut. Fährt nur 120 auf der selben Landstraße - darf trotzdem viel mehr bezahlen (auch wenn am Ende der Schüler mehr Geld am Monatsende übrig hat dass er als Einzelkind zugesteckt bekommt)

Sofern wir jetzt hier von der Schweiz reden, sind "nur" 120 bereits 40 km/h zu viel, was auch bereits zu einer Anzeige führt. Außerorts auf Landstraßen würde bis 20 km/h Überschreitung noch ein reguläres Bußgeld fällig, das für alle gleich ist.

Und das Bußgeld ist übrigens nicht abhängig vom Gehalt, sondern vom Einkommen. Das ist ja wohl ein Unterschied. wink.gif
Und auch für die einkommensabhängigen Bußgelder gibt es gewisse Vorgaben, nach denen die Gerichte urteilen. Also man kennt zwar vorher tatsächlich nicht die genaue Höhe, wenn man will kennt man aber sehr wohl die Größenordnung.

Geschrieben von: ropix am 12 Jun 2012, 23:04
QUOTE (mapic @ 12 Jun 2012, 23:37)
Sofern wir jetzt hier von der Schweiz reden

nein, ich hab das jetzt nicht auf die Schweiz bezogen.

Geschrieben von: Hot Doc am 12 Jun 2012, 23:18
QUOTE (Bayernlover @ 12 Jun 2012, 09:14)
Und ja, die Differenzgeschwindigkeiten sind das Problem. Wenn vor mir einer mit 90 hinterm LKW rauszieht, schaff ich das aus 140km/h noch zu erbremsen. Bei 220 km/h wird es dann schon sehr dünn.

Die Differenzgeschwindigkeit ist EIN Problem. Bei 220 kann man auch einfach seine Umgebung nicht mehr so genau abchecken und wahrnehmen. So kannst du ein zwischen 2 LKWs fahrendes Auto vielleicht noch sehen, dass es aber seit einigen Sekunden blinkt und höchstwahrscheinlich demnächst auf deine Spur fahren wird, kannst du locker mal übersehen. Bei 120 fällt die das schon lange vorher auf.

PS.: Zum Spritpreis. Ein Viertel finde ich nicht gerade wenig, wenn man übers sparen nachdenkt. Also ich fahre im Rahmen einer zügigen Fahrweise trotzdem betont spritsparend. Das mag zwar ein paar Betonfüße beim Beschleunigen an der Ampel stören, aber bei 50 sind die dann meistens auch nur ein-zwei Autolängen weiter vorne (und an der nächsten Ampel trifft man sich eh wieder).

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Jun 2012, 00:18
QUOTE (ropix @ 12 Jun 2012, 23:09)
Wozu muss man eigentlich immer alles vom Gehalt abhängig machen? Der Vorteil einer Demokratie ist ja, dass bereits vorher im Gesetz steht was die zu erwartende Strafe für Ordnungswidrigkeiten sind. Wenn man die jetzt alle vor Gericht ausfechten muss, was glaubt ihr wie teuer das wird? Da kann sich doch niemand mehr Kontrollen leiste...

Weil das Buß&#501;eld allen in etwa gleich wehtun sollte - und das ist bei einem Einkommensunabhängigen Bußgeld nun mal alles andere als zutreffend.

Die jetzige Variante ist jedenfalls ziemlich ungerecht.

Geschrieben von: Martin H. am 13 Jun 2012, 07:32
QUOTE (Bayernlover @ 12 Jun 2012, 22:04)
Und @Martin: Ich hab das auch nicht absolut gesagt, aber ein SUV mit 100 PS braucht bei 130km/h mit Sicherheit mehr als der mit 250 PS. Das muss man aber im Einzelfall sehen, die generelle Aussage "mehr Hubraum und mehr PS = mehr Verbrauch" gilt so nicht unbedingt.

Die Frage ist viel eher, warum gibt es so viele Pseudogeländewagen mit meist nur dem gleichen Stauraum, als ein normales Auto? Und dann noch Straßenreifen auf Alufelgen.

Wenn's drauf ankommt, ist der VW Iltis um Längen überlegen, und hat danach nicht einen mehrere tausend Euro teuren Schönheitsfehler rundum.

Geschrieben von: ropix am 13 Jun 2012, 07:38
QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 01:18)
Weil das Buß&#501;eld allen in etwa gleich wehtun sollte - und das ist bei einem Einkommensunabhängigen Bußgeld nun mal alles andere als zutreffend.

Die jetzige Variante ist jedenfalls ziemlich ungerecht.

Es konnte mir nur noch niemand erklären wieso das mit einkommensabhängigeren Bußgeldern besser werden sollte. Ganz abgesehen davon dass die Festsetzung entweder willkürlicher werden muss - oder garantiert nicht gerechter wird???

Was ist das Einkommen einer Hausfrau?

Geschrieben von: DumbShitAward am 13 Jun 2012, 07:59
QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 01:18)
Weil das Buß&#501;eld allen in etwa gleich wehtun sollte - und das ist bei einem Einkommensunabhängigen Bußgeld nun mal alles andere als zutreffend.

Die jetzige Variante ist jedenfalls ziemlich ungerecht.

Und da liegt eben der Trugschluss in der ganzen Geschichte.

Es mag ja sein, dass jemanden, der ein Jahreseinkommen von 500.000€ nach Steuern hat sich nicht sonderlich über 100€ Bußgeld ärgert (deshalb gibt es hierzulande ja auch etwaige Fahrverbote die deutlich früher anfangen als das in anderen Ländern der Fall ist). Man träfe damit vielleicht die oberen 5% der Einkommensskala (und selbst das ist nicht gesagt, da ab einem bestimmten Betrag gerne alle Hebel in Bewegung gesetzt werden gerichtlich dagegen vorzugehen und bei der unglaublichen Schlamperei die insbesondere die Kommunen bei Geschwindigkeitsmessungen walten lassen klappt das evtl. sogar öfters als nicht - die Polizei ist da ein wenig gewissenhafter, aber wer einen Fehler im Messaufbau sucht wird auch da in locker einem Drittel der Fälle einen finden).

Allerdings erzeugt man da dann auch eine ziemliche Ungerechtigkeit. Nehmen wir einmal an man müsste für ein bestimmtes Vergehen 10% seines Monatsbruttolohnes abgeben und nehmen wir weiter an, ich würde 4000€ Brutto verdienen. Summa müsste ich also 400€ berappen. Nicht lustig, ärgert mich sicherlich auch, wird bezahlt und gut ists. Vielleicht hat der erzieherische Aspekt gewirkt, vielleicht auch nicht ("Diese Wegelagerer, ich hab doch gar nicht, die haben da nix verloren, und sowieso und überhaupt"). Warum? Ich habe keine Kinder, keine Schulden, muss nichts abbezahlen und genügend Rücklagen, weil meine Ausgaben pro Monat kaum 1500€ übersteigen.
Zieht jetzt der Vater eines Bekannten die gleiche Aktion ab und hat den gleichen Bruttoverdienst wirds witzig: der hat drei Kinder in Ausbildung und außer Haus (eins davon sogar noch körperlich eingeschränkt), auf der Bude läuft noch eine Hypothek, er war vor nicht all zu langer Zeit ein wenig länger Arbeitslos (Frau ebenfalls), es hat sich ein zwar noch überschaubarer aber trotzdem hässlicher Schuldenberg angehäuft. Normal langt das Geld schon, viel bleibt nicht über, geht aber gut. So: jetzt bekommt der auch 400€ aufgebrummt - wie ist das nun fair?

Geschrieben von: Bayernlover am 13 Jun 2012, 08:00
QUOTE (Hot Doc @ 13 Jun 2012, 00:18)
Das mag zwar ein paar Betonfüße beim Beschleunigen an der Ampel stören, aber bei 50 sind die dann meistens auch nur ein-zwei Autolängen weiter vorne (und an der nächsten Ampel trifft man sich eh wieder).

Zügiges Beschleunigen fördert aber die Spritersparnis wink.gif

Langsames Anschleichen nicht.

Geschrieben von: Martin H. am 13 Jun 2012, 08:10
Ja schon, aber nicht Vollgas und in jedem Gang bis 7000 Umdrehungen, durch frühes Schalten geht auch zügiges Beschleunigen nicht so schnell.

Geschrieben von: Galaxy am 13 Jun 2012, 09:51
QUOTE (Martin H. @ 13 Jun 2012, 09:10)
Ja schon, aber nicht Vollgas und in jedem Gang bis 7000 Umdrehungen, durch frühes Schalten geht auch zügiges Beschleunigen nicht so schnell.

Bei Motoren mit Drosselklappen sagte man das 90% Vollgas mit frühem hochschalten das optimalste war, wie es bei Direkteinspritzern ist bin ich mir selber nicht sicher, auch sollte ein freies durchatmen der Motoren vom Vorteil sein. Diejenigen die gaaaaaanzzzzzzz langsam losfahren machen es jedoch falsch.

Geschrieben von: Electrification am 13 Jun 2012, 10:49
QUOTE (DumbShitAward @ 13 Jun 2012, 08:59)
Allerdings erzeugt man da dann auch eine ziemliche Ungerechtigkeit. Nehmen wir einmal an man müsste für ein bestimmtes Vergehen 10% seines Monatsbruttolohnes abgeben und nehmen wir weiter an, ich würde 4000€ Brutto verdienen. Summa müsste ich also 400€ berappen. Nicht lustig, ärgert mich sicherlich auch, wird bezahlt und gut ists. Vielleicht hat der erzieherische Aspekt gewirkt, vielleicht auch nicht ("Diese Wegelagerer, ich hab doch gar nicht, die haben da nix verloren, und sowieso und überhaupt"). Warum? Ich habe keine Kinder, keine Schulden, muss nichts abbezahlen und genügend Rücklagen, weil meine Ausgaben pro Monat kaum 1500€ übersteigen.
Zieht jetzt der Vater eines Bekannten die gleiche Aktion ab und hat den gleichen Bruttoverdienst wirds witzig: der hat drei Kinder in Ausbildung und außer Haus (eins davon sogar noch körperlich eingeschränkt), auf der Bude läuft noch eine Hypothek, er war vor nicht all zu langer Zeit ein wenig länger Arbeitslos (Frau ebenfalls), es hat sich ein zwar noch überschaubarer aber trotzdem hässlicher Schuldenberg angehäuft. Normal langt das Geld schon, viel bleibt nicht über, geht aber gut. So: jetzt bekommt der auch 400€ aufgebrummt - wie ist das nun fair?

Fair ist es sich an die Verkehrsregeln zu halten und die angezeigten Geschwindigkeiten zu fahren.
Warum wird so ein Verhalten im MIV immer so verharmlost?

Ich finde die Bestrafung nach Einkommen durchaus gerechtfertigt. Für Normalverdiener könnte man ja das so machen dass es weh tut, aber sich keiner übernimmt und auch bestimmte Härten berücksichtigen. Bei Hausfrauen kann man das Haushaltseinkommen der Familie berechnen und daraus die Strafe errechnen.

Ab 100.000 Euro Jahresverdienst müssten die Strafen eben dann in größeren Schritten ansteigen, weil sich das reiche Millionärsbubi sonst schief lacht über 150 Euro Bußgeld, die tanzen dem Staat auf der Nase rum. Natürlich müsste man auch die Klagemöglichkeiten in dem Fall einschränken, so dass nur noch gravierende Fehler ein Angriffspunkt sind.
Was man natürlich nicht beeinflussen kann ist dass einflussreiche Personen in einer Spezlwirtschaft, über kleine Geschenke oder weil man hochrangige Personen kennt evtl. eh straffrei ausgehen, weil so eine Messung dann verschwindet usw.

Richtig Gerecht wird es nie zugehen, weil wir ja wissen dass eines gewisse Kaste gleicher ist als andere.

Geschrieben von: DumbShitAward am 13 Jun 2012, 11:22
QUOTE (Electrification @ 13 Jun 2012, 11:49)
Fair ist es sich an die Verkehrsregeln zu halten und die angezeigten Geschwindigkeiten zu fahren.
Warum wird so ein Verhalten im MIV immer so verharmlost?

Ich finde die Bestrafung nach Einkommen durchaus gerechtfertigt. Für Normalverdiener könnte man ja das so machen dass es weh tut, aber sich keiner übernimmt und auch bestimmte Härten berücksichtigen. Bei Hausfrauen kann man das Haushaltseinkommen der Familie berechnen und daraus die Strafe errechnen.

Ab 100.000 Euro Jahresverdienst müssten die Strafen eben dann in größeren Schritten ansteigen, weil sich das reiche Millionärsbubi sonst schief lacht über 150 Euro Bußgeld, die tanzen dem Staat auf der Nase rum. Natürlich müsste man auch die Klagemöglichkeiten in dem Fall einschränken, so dass nur noch gravierende Fehler ein Angriffspunkt sind.
Was man natürlich nicht beeinflussen kann ist dass einflussreiche Personen in einer Spezlwirtschaft, über kleine Geschenke oder weil man hochrangige Personen kennt evtl. eh straffrei ausgehen, weil so eine Messung dann verschwindet usw.

Richtig Gerecht wird es nie zugehen, weil wir ja wissen dass eines gewisse Kaste gleicher ist als andere.

Wo verharmlose ich denn irgendwas? Ich habe doch lediglich ein völlig wertungsfreies Rechenbeispiel geliefert und nebenbei bemerkt, dass es auch Geschwindigkeitsmessungen gibt, die rechtlich unzulässig sind. Wo du da eine Verharmlosung oder auch nur Relativierung siehst ist mir absolut rätselhaft.

Aber zurück zum Thema: dein Vorschlag krankt an grundsätzlich zwei Aspekten. Erstens würdest du mit deinem "gestaffelten" Modell (dem ich grundsätzlich auch nicht widersprechen würde, so ist das ja nicht) einen irrsinnigen bürokratischen Aufwand. Du müsstest dann eigentlich nach dem zu versteuernden Einkommen abrechnen (und wie "fair" das ist weißt du selbst - das fängt schon bei der kalten Progression an) und da sehe ich auch schon unverhältnismäßige Eingriffe in den Datenschutz. Außerdem wäre das schon für den Staat ein unzumutbarer Aufwand, da im Prinzip bei jedem Vergehen (oder den Vergehen, die eben nach Einkommen bestraft werden sollen - wobei da sich die nächste Frage stellt: welche sind das? Nur Rasen und Drängeln? Was ist dann mit Missachtung des Rechtsfahrgebots? Unsicheres Überholen? Oder doch gleich alle? Wie sinnvoll ist das bei einer Ordnungswidrigkeit wegen unerlaubtem Parkens? Wie soll die Verhältnismäßigkeit geachtet werden? Was passiert mit geringfügigen Beträgen? Wie hoch ist der "Sockelbetrag"?) erstmal anhand der finanziellen Daten ein individuelles Bußgeld berechnet werden müsste. Dazu müssten noch etwaige Härtefälle (besondere Ausgaben, Bedürftigkeit, usw.) berücksichtigt werden. Zugriff auf die Steuerdaten des Finanzamtes könnten da u.U. unzulässig sein.

Zweitens: hier beißt sich die Idee mit dem Grundprinzip des Rechtstaates (und deshalb bin ich unterm Strich auch dagegen, obwohl mir die Idee des einkommensabhängigen Bußgeldes grundsätzlich gefällt). Justizia MUSS blind sein, eine vom Gesetzgeber gewollte unterschiedliche Bestrafung bei gleichen Vergehen anhand eines bestimmten Merkmals ist in meinen Augen eine unzulässige Ungleichbehandlung vor dem Gesetz - und darauf fußt ein vernünftiges Rechtsystem eben. Es mag ja populär (oder gar populistisch?) sein hier nach Reichtum zu unterscheiden, aber an und für sich ist es nichts anderes als wenn du nach Intelligenz, Körpergröße, Religionszugehörigkeit oder schlicht und ergreifend Hautfarbe unterscheidest - und spätestens in letzterem Fall bekommst du ein riesiges Problem. Art. 3 Abs. 1 GG ist da recht deutlich.

Mir ist auch klar, dass es bei der Bemessung von Geldstrafen vor Gericht oft einkommensabhängig läuft, hier wird eben argumentiert, dass auf bestimmte Taten bestimmte Geldstrafen in Höhe von "Tagessätzen" stünden - die kann man aber auch durch gemeinnützige Arbeit oder theoretisch sogar Gefängnis abbrummen. Bei Ordnungswidrigkeiten ist das per definition schon mal gar nicht möglich und träte wenn überhaupt bei Verkehrsstraftaten in Erscheinung. Und da ist das bereits so.

Geschrieben von: DumbShitAward am 13 Jun 2012, 11:39
QUOTE (Galaxy @ 13 Jun 2012, 10:51)
Bei Motoren mit Drosselklappen sagte man das 90% Vollgas mit frühem hochschalten das optimalste war, wie es bei Direkteinspritzern ist bin ich mir selber nicht sicher, auch sollte ein freies durchatmen der Motoren vom Vorteil sein. Diejenigen die gaaaaaanzzzzzzz langsam losfahren machen es jedoch falsch.

Kann man eigentlich heute nicht mehr pauschalisieren. Bei indirekt einspritzenden Saugmotoren mit Drosselklappe (lies: Wald- und Wiesenbenziner) ist das auch nur noch der Fall wenn die Ventilöffnungszeiten nicht variabel sind.

Ansonsten muss man das schon fast von Motor zu Motor unterscheiden, abhängig vom ggf. vorhandenen Aufladungstyp (z.B. ein Turbomotor arbeitet irrsinnig ineffizient wenn kein Ladedruck anliegt oder selbiger wegen zu hohem Druck abgeblasen werden muss), Prinzip (schmaleres, dafür effizienteres Drezahlband), Kennfelder bei Teil- und Volllast (z.B. Schichtladebetrieb), stöchiometrische Verhältnisse, Abgasregelverhalten, verstellbare Steuerzeiten, lang- oder kurzhubigen Motoren, 2- und 4-Takt, Ventilzahl (ein Zweiventiler schiebt vielfach unten raus mit mehr Drehmoment, ein Vierventiler braucht Drehzahl), Getriebeübersetzung und Abstimmung.


Unterm Strich ist das aber schon fast egal, was meist viel mehr Energie frisst ist den Verkehr nicht fließend zu halten. Das können natürlich zum einen diejenigen sein, die bald mit Launch-Control an der Ampel losbrettern, zum anderen (und die sind häufiger), diejenigen, die das Gaspedal nicht finden, im Stau entweder ständig die Fahrspuren wechseln oder erst Anfahren, wenn der Vordermann schon 50m weitergefahren ist.

Geschrieben von: rautatie am 13 Jun 2012, 11:43
Ich habe ehrlich noch nie verstanden, warums in Deutschland kein generelles Tempolimit auf Autobahnen gibt. So wie viele andere auch erlebe ich das Autofahren in Österreich und der Schweiz viel entspannter als das wilde Gerase auf deutschen Autobahnen.

220 Stundenkilometer mögen für den Fahrer selbst vielleicht entspannend sein, ob es das für die anderen Verkehrsteilnehmer auch ist, das sei dahingestellt. Ich persönlich bevorzuge den relativ gleichmäßig dahingleitenden Verkehrsfluss, wie er in Österreich in der Regel anzutreffen ist.

Geschrieben von: ropix am 13 Jun 2012, 12:04
QUOTE (Electrification @ 13 Jun 2012, 11:49)
Natürlich müsste man auch die Klagemöglichkeiten in dem Fall einschränken, so dass nur noch gravierende Fehler ein Angriffspunkt sind.

Ja klar. Der Staat machts falsch, darf willkürlich Strafen festsetzen und dagegen vorgehen darf man nicht.

Tu mir einen Gefallen und zieh zum Beispiel nach Russland. Dein Wunsch ist sofort erfüllt.

Für Deutschland frag ich dich jetzt aber ganz explizit. Warum sollte man die Grundrechte nur für Autofahrer aufgeben? Und wie geht es weiter. Diebstahl führt bei armen zu jahrelangen Haftstrafen weil die mussten das ja machen und bei reichen zu keiner Strafe weil die da sicher nichts böses mit wollten [ok, GANZ schlechtes Beispiel] - Schwarzfahren kostet für Leute ohne Auto das Dreifache weil die ja auf den ÖPNV angewiesen sind? Oder ein drittel weil sie ja auf den ÖPNV angewiesen sind?

Ich gebe noch ein Beispiel. Das ist jedem Autofahrer vermutlich schonmal passiert. Ein Knöllchen über 5 Euro. Im ruhenden Verkehr konnte der Verursacher weiter nicht ermittelt werden. Ab jetzt dann ein florierender Handel, wenn das je nach Gehaltsgruppe zwischen 5 und 10 Euro sind. Müsste man also jedesmal genauer untersuchen lassen wer die Schuld nun trägt?

Ergebnis - kein Knöllchen mehr, weil niemand kann und will sich für 5 bis 10 Euro sagen wir mal 200 Euro an Verwaltungskosten leisten. Oder die 200 Euro werden aufs Knöllchen umgelegt. Dann kostet Falschparken eben 205 bis 210 Euro.

Jetzt käme natürlich die Verhältnismäßigkeit ins Spiel.

QUOTE
Fair ist es sich an die Verkehrsregeln zu halten und die angezeigten Geschwindigkeiten zu fahren.
Warum wird so ein Verhalten im MIV immer so verharmlost?
Gegenfrage - du fährst - zumindest nicht häufig - Auto, oder?

Ganz abgesehen davon - wenn man anfängt zu individualisieren. Hast du auch nur eine geringste Vorstellung wie viele Knöllchen in der Republik so am Tage ausgestellt werden? Wer um Himmels Willen soll denn die ganze Zeit haben das zu individualisieren? Das entspräche ja in etwas von jedem ÖPNV Fahrgast zu kontrollieren ob er im Besitz einer gültigen Fahrkarte ist...

Ich wage es von mir zu behaupten sich an die Verkehrsregeln zu halten. Auch wenn das tatsächlich lebensgefährlich sein dürfte. Das hat mir bislang auf geschätzten 300.000 gefahrenen Kilometern ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro eingehandelt. Aus schlichtem Übersehen dass nach geschätzten 9 Tempo 70 Schildern ein Tempo 50 Schild steht.

Wobei mir da die Einkommensabhängige Regelung sehr zum Vorteil gekommen wäre. Ich hätte vom Staat noch was rausbekommen, weil mein Einkommen ein Auskommen war zu diesem Zeitpunkt biggrin.gif

Und noch zum Thema da lacht der Reiche drüber: Ich wüsste jetzt keinen der da lacht. Erstens ist Geld an den Staat Geld an den Staat - und das ärgert die Leute meiner Erfahrung nach immer. Zweitens trifft die Verkehrsrowdys ja irgendwann schneller oder langsamer ein Fahrverbot. Auch darüber lacht der Millionär nicht mehr als die Hausfrau.


Geschrieben von: Wildwechsel am 13 Jun 2012, 13:03
QUOTE (Boris Merath @ 11 Jun 2012, 20:12)
Genau das ist die Gefahr. Man fährt so entspannt wie mit 120 - aber nicht so sicher wie mit 120.

Richtig, man fährt sicherer als mit 120. Letztes Jahr in Schweden, Tempolimit meist 110 bis 120, streckenweise weniger. Wenn Du bei reizarmer Landschaft und Trassierung den ganzen Tag maximal 120 fahren sollst, hast Du ernsthafte Probleme, wach zu bleiben.

QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 20:47)
Ich habe schon oft Situationen erlebt wo von hinten Autos mit 200 km/h oder mehr angerast kamen, Lichthupe an und den freien Weg für sich fordernd. Da fühlt man sich belästigt und bedrängt. Die Autobahn ist für alle da und nicht nur für Raser

Nunja, genau dafür ist die Lichthupe ja da, vgl. § 5 Abs. 5 StVO. Der obligatorische Abstand ist natürlich einzuhalten* und Dauerfeuer mit der Lichthupe geht natürlich auch nicht.

* soweit möglich, bei den Experten die ein paar Meter vor einem ohne zu schauen rausziehen, gehts natürlich nicht....


Ansonsten stimme ich den Beiträgen von elchris und rabauz voll zu.

Zu den Ringbaustellen: Ich finde, es hat immer einen gewissen Unterhaltungswert, auf den Strich genau 40 zu fahren. Und besonders nett sind die Drängler, die Cabrio fahren - wozu hat man schließlich eine Scheibenwaschanlage....

Geschrieben von: ropix am 13 Jun 2012, 13:12
QUOTE (Wildwechsel @ 13 Jun 2012, 14:03)
Richtig, man fährt sicherer als mit 120. Letztes Jahr in Schweden, Tempolimit meist 110 bis 120, streckenweise weniger. Wenn Du bei reizarmer Landschaft und Trassierung den ganzen Tag maximal 120 fahren sollst, hast Du ernsthafte Probleme, wach zu bleiben.

Ach, Boris hat die nicht.

Aber er setzt auch alles dran dem armen Fahrer keinerlei Unterhaltung zu bieten die so manche Nachtfahrt doch deutlich angenehmer gestalten würde.

Ansonsten ist Sekundenschlaf meiner Meinung nach aber nicht wirklich abhängig von der Geschwindigkeit. Lediglich insoweit dass jemand mit 180 vermutlich schneller im eigenen Schlafzimmer angekommen ist. Auf Landstraßen hätte man ansonsten ja die gleichen Probleme...

Geschrieben von: rabauz am 13 Jun 2012, 13:50
Landstraßen sind ziemlich anstrengend, und man muss höllisch wachsam sein: von rechts will einer einbiegen, ständig kann es einen Kolonnenspringer auf der eigenen Fahrbahn geben, und die Trassierung beruht in manchen Fällen auf Entscheidungen römischen Ingenieure aus dem 1. Jahrhundert nach Christus. Oftmals hat man einen LKW vor sich, den man zu überholen beabsichtigt - dieser fährt aufgrund der Kurven und Steigungen nicht mit konstanter Geschwindigkeit was dauernd Anpassungen an die Geschwindigkeit des Vordermannes erfordert. Permanent kommen dann irgendwelche Dörfer. Also die kognitive Belastung aber eben auch die Stimulation durch Reize ist auf Landstraßen ziemlich hoch, in Deutschland wird man da schon wachgehalten...

Geschrieben von: NJ Transit am 13 Jun 2012, 13:58
QUOTE (Wildwechsel @ 13 Jun 2012, 14:03)
Richtig, man fährt sicherer als mit 120. Letztes Jahr in Schweden, Tempolimit meist 110 bis 120, streckenweise weniger. Wenn Du bei reizarmer Landschaft und Trassierung den ganzen Tag maximal 120 fahren sollst, hast Du ernsthafte Probleme, wach zu bleiben.

Nicht umbedingt. Mein Vater fährt jedes Jahr geschäftlich mehere 1000 Kilometer mit dem Auto quer durch Amerika. Da variiert das Tempolimit zwischen 100 und 120. Da kann man aber auch mal bequem um 6 Uhr in Kansas City losfahren nach Denver (etwa 9 Stunden), Ankunft mit gemütlichem Mittagsstop so 15:30, und dann um 16:00 in ein Meeting gehen. In Europa? Fehlanzeige. Denn da bedeutet Autobahn Krieg, Stress, Anstrengung. Und an ein Meeting hinterher ist gar nicht erst zu denken.

Geschrieben von: Electrification am 13 Jun 2012, 14:30
QUOTE (DumbShitAward @ 13 Jun 2012, 12:22)
Wo verharmlose ich denn irgendwas? Ich habe doch lediglich ein völlig wertungsfreies Rechenbeispiel geliefert und nebenbei bemerkt, dass es auch Geschwindigkeitsmessungen gibt, die rechtlich unzulässig sind.  Wo du da eine Verharmlosung oder auch nur Relativierung siehst ist mir absolut rätselhaft.

Damit habe ich eigentlich gar nicht dich gemeint, sondern die Gesellschaft an sich, die ja großteils nichts schlimmes daran findet an Geschwindigkeitsüberschreitungen, denn ich erlebe das täglich wie Leute die vorgegebene Geschwindigkeitsbeschränkung missachten, tw. sogar deutlich. Hier muss es einfach erzieherische Strafen nach sich ziehen.

QUOTE (ropix)

Gegenfrage - du fährst - zumindest nicht häufig - Auto, oder?


Ich fahre täglich, dabei so gut wie jeden Tag auf der Autobahn und bin dabei noch nie geblitzt worden. Natürlich kann es passieren dass man mal ein paar Kilometer schneller ist, aber dann muss man mit den Konsequenzen leben. Bei wenigen Kilometern ist das ja nicht viel.
Schweizer Strafen wären hier schon sinnvoll im Land der ADAC-Bürger die ja so frei sein wollen.

QUOTE (Wildwechsel)

Nunja, genau dafür ist die Lichthupe ja da, vgl. § 5 Abs. 5 StVO. Der obligatorische Abstand ist natürlich einzuhalten* und Dauerfeuer mit der Lichthupe geht natürlich auch nicht.

* soweit möglich, bei den Experten die ein paar Meter vor einem ohne zu schauen rausziehen, gehts natürlich nicht....


Also wenn ich mit ausreichend Abstand zum überholen rausfahre und dann von hinten einer mit Lichthupe angeschossen kommt, weil ich ihm mit 120 oder 130 zu langsam bin, dann ist das Nötigung. Da meinen manche ihnen gehört die Autobahn und wenn sie kommen muss die linke Spur frei bleiben.

QUOTE (Wildwechsel)

Richtig, man fährt sicherer als mit 120. Letztes Jahr in Schweden, Tempolimit meist 110 bis 120, streckenweise weniger. Wenn Du bei reizarmer Landschaft und Trassierung den ganzen Tag maximal 120 fahren sollst, hast Du ernsthafte Probleme, wach zu bleiben.


Das ist eine sehr exklusive Meinung. Klar, wenn man schneller fährt ist es weniger problematisch in reizarmer Landschaft wach zu bleiben, so ein Unsinn.
In Schweden sind die Beschränkungen nicht ohne Grund, da hat man sich schon was dabei gedacht.

Wieder so ein Beispiel der gehetzten und durchtriebenen Hektikergesellschaft. Wenn man Probleme hat auf längere Strecken wach zu bleiben, macht man eben immer wieder Pausen, schaut sich was an. Dann darf ich eben nicht stundenlang durchfahren und wenn doch, dann brauche ich mich nicht beschweren. Wo ist das Problem wenn man 30 Minuten später am Ziel ist? Achja, heute schon der Weltuntergang für manche...

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Jun 2012, 14:34
QUOTE (DumbShitAward @ 13 Jun 2012, 08:59)
Zieht jetzt der Vater eines Bekannten die gleiche Aktion ab und hat den gleichen Bruttoverdienst wirds witzig:

Man muss es ja nicht am Bruttoverdienst fest machen, und so Sachen wie Zahl der Kinder und besondere Härtefälle kann man problemlos berücksichtigen.

Kredit - das ist halt persönliches Pech. Wenn am Auto die Kupplung oder das Getriebe kaputtgeht hat man ja auch eine unerwartete Ausgabe. Von daher sehe ich jetzt keinen Grund warum man ausgerechnet Kredite berücksichtigen sollte.

Und bitte nicht vergessen: Eine Staffelung nach Einkommen würde die Strafe im unteren Einkommensbereich ggf. sogar reduzieren.

Geschrieben von: rabauz am 13 Jun 2012, 14:43
schweizer Strafen? Staaten wie die Schweiz und die USA sind m.E. in ihrem Strafverständnis und Strafhöhen in der Aufklärung steckengeblieben. Da lobe ich mir (neo)absolutistische Staaten wie Österreich mit Entkriminalisierung und maßvollen Sanktionen.

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Jun 2012, 14:47
QUOTE (DumbShitAward @ 13 Jun 2012, 12:22)
Zweitens: hier beißt sich die Idee mit dem Grundprinzip des Rechtstaates (und deshalb bin ich unterm Strich auch dagegen, obwohl mir die Idee des einkommensabhängigen Bußgeldes grundsätzlich gefällt). Justizia MUSS blind sein, eine vom Gesetzgeber gewollte unterschiedliche Bestrafung bei gleichen Vergehen anhand eines bestimmten Merkmals ist in meinen Augen eine unzulässige Ungleichbehandlung vor dem Gesetz - und darauf fußt ein vernünftiges Rechtsystem eben.

Ja, Justizia muss blind sein - für gleiches Vergehen gleiche Härte der Strafe. Und genau das ist heute eben bei Bußgeldern nicht der Fall - oder willst Du behaupten dass 50 Euro Bußgeld für Herrn Ackermann genauso hart sind wie 50 Euro Bußgeld für den Straßenfeger?

QUOTE
Es mag ja populär (oder gar populistisch?) sein hier nach Reichtum zu unterscheiden, aber an und für sich ist es nichts anderes als wenn du nach Intelligenz, Körpergröße, Religionszugehörigkeit oder schlicht und ergreifend Hautfarbe unterscheidest - und spätestens in letzterem Fall bekommst du ein riesiges Problem.  Art. 3 Abs. 1 GG ist da recht deutlich.

Doch, das ist etwas ganz erheblich anderes - und das dürfte auch das Bundesverfassungsgericht so sehen, sonst wäre das System der Tagessätze ja auch verfassungswidrig.

Das einzige Problem was ich wirklich sehe sind die Verwaltungskosten - man kann natürlich nicht jedes Standardknöllchen vom Einkommen abhängig machen. Aber wenn jemand nicht das erste sondern das fünfte Knöllchen in einem Jahr bekommt, dann könnte man schon irgendwann zu einem einkommensabhängigen System umschwenken.

Geschrieben von: rabauz am 13 Jun 2012, 17:52
In DE werden heute praktisch nur noch Kleinigkeiten mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung geahndet - Verkehrsünden von Autofahrern müssen häufig angezeigt werden - auch wenn eine Gemeinde natürlich lieber ein entsprechendes Knöllchen verhängen würde. Wenn sich die Polizeibehörde an die Regeln hält muss sie dann ohnehin anhören. Und in dieser Anhörung könnte man auch die Einkommensverhältnisse abfragen. Das ist in sehr vielen Staaten so, in denen auch Ordnungswidrigkeiten nach Einkommenshöhe berechnet werden.

Geschrieben von: Boris Merath am 13 Jun 2012, 17:56
Generell könnte man die Berechnung der Höhe und auch das anschließende Einziehen des Geldes auch über das Finanzamt abwickeln - diese haben die meisten Daten sowieso, und damit wäre auch das Datenschutzproblem gelöst.

Die Verkehrsbehörden würden dann an das Finanzamt nur angeben wie hoch die Strafe in "Strafeinheiten" ist, das Finanzamt könnte dann einkommensabhängig die Strafe berechnen.

Geschrieben von: yeg009a am 13 Jun 2012, 20:54
QUOTE (ropix @ 13 Jun 2012, 08:38)
QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 01:18)
Weil das Buß&#501;eld allen in etwa gleich wehtun sollte - und das ist bei einem Einkommensunabhängigen Bußgeld nun mal alles andere als zutreffend.

Die jetzige Variante ist jedenfalls ziemlich ungerecht.

Es konnte mir nur noch niemand erklären wieso das mit einkommensabhängigeren Bußgeldern besser werden sollte.

Auch nicht die zuständigen Behörden in der Schweiz?

Geschrieben von: ET 423 am 13 Jun 2012, 22:25
QUOTE (TramBahnFreak @ 12 Jun 2012, 00:13)
Anscheinend bist du leider an keiner ernsthaften Diskussion interessiert; dann kann ich hier aber auch zusammenpacken.
Gute Nacht!

QUOTE (Electrification @ 12 Jun 2012, 00:56)
Du bewegst dich hiermit auf absolutem Kindergartenniveau. Aber so ist das wenn man des deutschen liebstes Spielzeug angreift oder es reformieren will.


Ich behaupte das Gegenteil. Smirne 76 wollte nur herausstellen, wie sinnlos noch weitere Einschränkungen sind.
Kindergartenniveau sehe ich hier bei denen, die ein Tempolimit für das Allheilmittel schlechthin sehen. Kindergartenniveau ist dieses Forum.

Und das sage ich als jemand, der auch für ein Tempolimit (z.B. 130) auf deutschen Autobahnen ist.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 13 Jun 2012, 22:34
QUOTE (ET 423 @ 13 Jun 2012, 23:25)
Kindergartenniveau ist dieses Forum.

Das ist unabhängig davon nochmal ne ganz andere Baustelle biggrin.gif

Geschrieben von: ropix am 13 Jun 2012, 22:53
QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 15:34)
Man muss es ja nicht am Bruttoverdienst fest machen, und so Sachen wie Zahl der Kinder und besondere Härtefälle kann man problemlos berücksichtigen.

So, dafür hätte ich jetzt gerne irgend einen stichfesten Beweis der sich auf den Arbeitsaufwand bezieht dass das PROBLEMLOS gehen soll. Ansonsten geh doch endlich mal auf die Argumentation ein dass es von der Verwaltung auf keinen Fall zu bewältigen ist weil jede person 100 Stunden pro Tag arbeiten müsste wenn alle Strafknöllchen vom Falschparker bis hin zum bei rot über die Ampel Geher erst noch auf ihren Verdienst und eventuelle Härtefälle hin untersuchen muss.

/Edit: ach ja - wie wird eigentlich verhindert dass ein Wenigverdiener die Rechnung übernimmt? Der zahlt wenig, bekommt vom Vielzahler etwas mehr als er, der wenigzahler zahlt, aber halt auch weniger als der Vielzahler zahlen müsste. Das mag dem Wenigzahler zwar gefallen, verfehlt sein Ziel doch aber auch???

Oder ich schick halt zu jedem Bußgeldbescheid die Polizei zum kontrollieren vorbei. Natürlich nur möglich wenn man wenigstens ein Beweisbild hat wer Fahrzeugführer war, im ruhenden Verkehr auch nicht anwendbar...

Geschrieben von: Bayernlover am 14 Jun 2012, 08:46
QUOTE (Hot Doc @ 13 Jun 2012, 00:18)
PS.: Zum Spritpreis. Ein Viertel finde ich nicht gerade wenig, wenn man übers sparen nachdenkt.

Warum? Selbst wenn der Sprit doppelt so teuer wäre, würde er immer noch nicht mal die Hälfte der Autokosten erreichen. Und ganz ehrlich, derjenige, der im Monat 800€ Leasingrate für einen X5 abdrückt, hat viele andere Sorgen, aber mit Sicherheit nicht den Spritpreis biggrin.gif

Also bitte tut nicht so, als würden keine Autos mehr fahren, nur weil der Sprit irgendwann mal 2,50€ kosten wird.

Geschrieben von: ropix am 14 Jun 2012, 09:26
QUOTE (yeg009a @ 13 Jun 2012, 21:54)
QUOTE (ropix @ 13 Jun 2012, 08:38)
QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 01:18)
Weil das Buß&#501;eld allen in etwa gleich wehtun sollte - und das ist bei einem Einkommensunabhängigen Bußgeld nun mal alles andere als zutreffend.

Die jetzige Variante ist jedenfalls ziemlich ungerecht.

Es konnte mir nur noch [u]niemand erklären[u] wieso das mit einkommensabhängigeren Bußgeldern besser werden sollte.

Auch nicht die zuständigen Behörden in der Schweiz?

Leider nein. Zwar hab ich erst letzte Woche mal wieder den Schweizer Bundesrat aufs Kaffeekränzchen eingeladen, aber auch die konnten es mir nicht erklären. Obs an der Sprache oder dem vollständigen nichterscheinen lag entzieht sich noch meiner Kenntniss, da muss ich erstmal mit mir eine Untersuchungskommision bilden

QUOTE (Boris Merath @ 13 Jun 2012, 15:47)
Aber wenn jemand nicht das erste sondern das fünfte Knöllchen in einem Jahr bekommt, dann könnte man schon irgendwann zu einem einkommensabhängigen System umschwenken.

Wird gemacht. Denn hier greift - wer zu viele Knöllchen sammelt scheint offensichtlich nicht in der Lage zu sein ein KFZ zu führen. Und dann kann es auch beim Führerscheinentzug enden. Aber bislang haben wir hier keine Unterscheidung zwischen erstem oder x-tem Vergehen disskutiert smile.gif

Mit dem Finanzamt bleibt trotzdem ungeklärt - wer übernimmt die Kontrolle ob es die richtige Person trifft. Wo siedelt man die Härtefallstelle an. Was machen wir mit der am meisten betroffenen Zielgruppe der unter 26 jährigen die ggf. kein eigenes Einkommen haben? Und warum dehnen wir die Einkommensabhängigen Strafen nicht auf alle Ordnungswidrigkeiten aus?

Ich kenn da mehere Leute die am Monatsanfang aus sagen wir mal Vergesslichkeit gerne Schwarzfahren. Trotzdem scheint es hier noch völlig gerecht dass maximal 40 Euro fällig würden smile.gif (Dabei dann bitte auch Vermögen und nicht nur Einkommen berücksichtigen - und du wirst sehen, da hat es einen Hinkefuß?)

Geschrieben von: Electrification am 14 Jun 2012, 11:28
QUOTE (Bayernlover @ 14 Jun 2012, 09:46)
Warum? Selbst wenn der Sprit doppelt so teuer wäre, würde er immer noch nicht mal die Hälfte der Autokosten erreichen. Und ganz ehrlich, derjenige, der im Monat 800€ Leasingrate für einen X5 abdrückt, hat viele andere Sorgen, aber mit Sicherheit nicht den Spritpreis biggrin.gif

Also bitte tut nicht so, als würden keine Autos mehr fahren, nur weil der Sprit irgendwann mal 2,50€ kosten wird.

Es soll auch normale Arbeitnehmer geben, die vielleicht heute schon Probleme haben ihre Alltagskosten (Strom, Wasser, Sprit) usw. mit ihrem seit Jahrzehnten sinkenden Realeinkommen zu finanzieren, bei seit Jahren steigenden, ja explodierenden, Kosten.

Wer sich für 800 Euro ein Auto least hat da natürlich keine Probleme, er ist dann ja wohl entweder auf der anderen Seite der Schere oder einer der vielen die sich wegen solch belangloser Prestigesachen verschulden.
Wie viele Menschen da draußen fahren Mercedes, BMW oder was sonst nicht alles und könnten es sich eigentlich gar nicht leisten? Alles auf Pump, um den schönen Schein zu waren und daheim Wassersuppe essen.

Geschrieben von: Bayernlover am 14 Jun 2012, 11:56
QUOTE (Electrification @ 14 Jun 2012, 12:28)
Es soll auch normale Arbeitnehmer geben, die vielleicht heute schon Probleme haben ihre Alltagskosten (Strom, Wasser, Sprit) usw. mit ihrem seit Jahrzehnten sinkenden Realeinkommen zu finanzieren

Das sind aber nicht die, die mit 220km/h im SUV über die Autobahn brettern.

Geschrieben von: Autobahn am 14 Jun 2012, 15:31
Ich darf daran erinnern, das die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen während der Ölkrise 1973 Jahren in den europäischen Ländern eingeführt wurden. Bis dahin gab es sie nicht. Auch in Deutschland galt 1973 eine allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung. Sie wurde im November 1973 wieder aufgehoben, in den anderen Ländern blieb sie in Kraft.

Zur Diskussion Bußgeld nach Einkommen. Das ist in Deutschland nicht vorgesehen. Anders sieht es bei Verkehrsstraftaten aus. Hier spielt das Einkommen eine wesentliche Rolle (das Fahrverbot ist aber gleich).

Geschrieben von: Hot Doc am 14 Jun 2012, 18:50
Ich finde es schon witzig, dass über jeden Cent Spritpreiserhöhung geschipmpft wird, über teuren Strom, Wasser etc. Aber wenn man mal locker das doppelte durch geeignete Maßnahmen sparen könnte, dann ist das wieder zu spießig, langweilig ......

Geschrieben von: Autobahn am 14 Jun 2012, 19:40
QUOTE (Hot Doc @ 14 Jun 2012, 19:50)
Ich finde es schon witzig, dass über jeden Cent Spritpreiserhöhung geschipmpft wird, über teuren Strom, Wasser etc. Aber wenn man mal locker das doppelte durch geeignete Maßnahmen sparen könnte, dann ist das wieder zu spießig, langweilig ......

Super. Ich fahre nicht mehr mit dem Auto, ich schalte das Licht, den Fernseher und den Computer aus. Ich Dusche nicht mehr und fresse nur noch Rohkost ..... biggrin.gif

Und die Rohkost wasche ich auch nicht mehr. Wäsche wird natürlich auch nicht mehr gewaschen. laugh.gif

Man, habe ich gespart.

Geschrieben von: ropix am 14 Jun 2012, 19:41
QUOTE (Autobahn @ 14 Jun 2012, 20:40)
Super. Ich fahre nicht mehr mit dem Auto, ich schalte das Licht, den Fernseher und den Computer aus. Ich Dusche nicht mehr und fresse nur noch Rohkost .....  biggrin.gif

Und die Rohkost wasche ich auch nicht mehr. Wäsche wird natürlich auch nicht mehr gewaschen.  laugh.gif

Man, habe ich gespart.

JUHUUUUUUUUUUUUUUUUUUU

Geschrieben von: Daniel Schuhmann am 14 Jun 2012, 19:43
QUOTE (Autobahn @ 14 Jun 2012, 20:40)
Super. Ich fahre nicht mehr mit dem Auto, ich schalte das Licht, den Fernseher und den Computer aus. Ich Dusche nicht mehr [...] (bla...)

Spritsparende Fahrweise heißt ja nicht zwangsläufig, das Auto zu verkaufen. Genauso kann man den Fernseher ausschalten, wenn man nicht guckt, das Licht in Räumen ausschalten, die man derzeit nicht benutzt und statt eines Wannenbades auch mal Duschen.

Geschrieben von: Michi Greger am 14 Jun 2012, 20:53
QUOTE (ropix @ 14 Jun 2012, 10:26)
Wird gemacht. Denn hier greift - wer zu viele Knöllchen sammelt scheint offensichtlich nicht in der Lage zu sein ein KFZ zu führen. Und dann kann es auch beim Führerscheinentzug enden. Aber bislang haben wir hier keine Unterscheidung zwischen erstem oder x-tem Vergehen disskutiert smile.gif

Und genau das finde ich richtig. Das schon vorgeschlagene System - erstes Vergehen 50% vom "Normalpreis", zweites mit 100%, drittes mit 200" usw. - fände ich gerechter als ein einkommensabhängiges denn: ein (versehentlicher?) einzelner Verstoß führt nicht gleich zur persönlichen Finanzkrise, während unbelehrbare Permanent-Ignorierer egal wie viel sie verdienen oder besitzen immer schmerzhafter an die Regeln erinnert werden.

Ein Hartz4-Empfänger kann genau so ein Verkehrsrowdy sein wie der millionenschwere Manager sich auch an die Verkehrsregeln halten kann.

Gruß Michi

Geschrieben von: Hot Doc am 14 Jun 2012, 22:48
QUOTE (Autobahn @ 14 Jun 2012, 20:40)
Super. Ich fahre nicht mehr mit dem Auto, ich schalte das Licht, den Fernseher und den Computer aus. Ich Dusche nicht mehr und fresse nur noch Rohkost ..... biggrin.gif

Und die Rohkost wasche ich auch nicht mehr. Wäsche wird natürlich auch nicht mehr gewaschen. laugh.gif

Man, habe ich gespart.

WIEDER ein absolut sinnloser, polemischer und damit komplett überflüssiger Beitrag von dir. Würde man die alle rausstreichen würden grob geschätzt 2 oder 3 übrig bleiben, in denen du mal wirklich was ausgesagt hast.
Glückwunsch!

Geschrieben von: Meikl am 15 Jun 2012, 07:02
Wobei, es wäre doch gar nicht schlecht, wenn Autobahn den Computer ausschalten würde...

Zum Thema spritsparende Fahrweise: man kann teilweise auch durch schnelleres Fahren sparen (schnell um die Kurve rum und Schwung mitnehmen statt bremsen und wieder beschleunigen). Bei mir ist der Verbrauch eigentlich immer ca. 1 Liter niedriger als vom Hersteller angegeben, und ich bin nicht unbedingt ein Bummelfahrer.

Geschrieben von: Martin H. am 15 Jun 2012, 07:34
Unsere Stromrechnung ist seit dem Smartphonezeitalter um 70 Euro niedriger, da der PC nur noch ganz selten an ist. Kann das nur daran liegen?
Zum einfachen Surfen und Erstellen dieses Beitrages reicht das Telefon.

Vor 40.000 km meinte die Werkstatt, in 10.000 müssen hinten die Bremsklötze neu, meinte sie vor 5.000 auch wieder. Wir fahren mit "langem Auslauf", Schubbetrieb und Motorbremse.

Geschrieben von: DumbShitAward am 15 Jun 2012, 08:48
QUOTE (Electrification @ 13 Jun 2012, 11:49)
Natürlich müsste man auch die Klagemöglichkeiten in dem Fall einschränken, so dass nur noch gravierende Fehler ein Angriffspunkt sind.

Wer legt denn fest was ein "gravierender" Fehler ist? Der Staat? Das wäre ja reichlich absurd, da es hier ja darum geht mögliche Willkür und unrechtmäßige Bestrafung seitens eben des Staates zu unterbinden.

Es ist ein Verwaltungsakt und gegen den MUSS es eben die Möglichkeit des Widerspruchs geben. Ist dieser begründet, so ist der Akt eben nichtig. Es steht dem Staat ja frei nachzuweisen, dass trotz des monierten Fehlers die Messung, um konkret zu werden, korrekt ist. Das ist aber entweder nicht möglich (weil eben gegen die entsprechenden Verordnungen verstoßen wurde) oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu bewerkstelligen.

Es ist ja jetzt schon so, dass insbesondere manche Kommunen sich dabei hervortun, durch Geschwindigkeitsmessungen die Gemeindefinanzen aufzubessern und da wird eben manchmal auch auf unlautere Mittel zurückgegriffen (die Polizei selbst hält sich zumindest was die Geschwindigkeitsmessung angeht meist an die grundsätzlichen Vorgaben, Fehler sind meist eher auf schlampigen Aufbau oder Ausrüstungsfehlfunktionen* zurückzuführen).

Der Gesetzgeber hat sich schon etwas dabei gedacht, als er sagte, dass Geschwindigkeitsmessungen nur an Unfallschwerpunkten, so und so weit entfernt vom Beginn der Geschwindigkeitsbegrenzung bzw. dem Ende stattzufinden haben und das die Geräte auf eine bestimmte Art eingestellt sein müssen, da sonst die Zulassung durch das Eichamt nicht mehr in Kraft ist.

Ich bemerke schon lange hierzulande die Tendenz mancher Leute bei gerade unpopulären Vergehen die Spielregeln einfach mal anders auszulegen bzw. zu ihren Ungunsten zu verändern, lediglich weil man die Tat für besonders verwerflich hält. Aber genau die formale Gleichbehandlung auch und vor allen Dingen wenn es um die Exekutive geht ist eines der Hauptkriterien, die einen Rechtstaat ausmachen und es lässt in meinen Augen ERHEBLICHE Zweifel an der Verfassungstreue ebendieser Personen (nein, Electrification ich spreche nicht dich persönlich an) erkennen. Es mag ja ärgerlich sein, wenn man wegen eines Formfehlers jemanden, der mit 90 Sachen durch die Ortschaft brettert, gehen lassen muss, aber wenn ich jemanden für eine Tat verknacken will, muss ich das eben auch zweifelsfrei belegen können - und das ist einfach nicht der Fall. Vielleicht hat der Fehler keinen Einfluss gehabt, vielleicht ist der Fahrer mit 91 Sachen (abzügl. Toleranz) unterwegs gewesen, vielleicht nur mit 80 oder vielleicht ist er ja gar nicht zu schnell gewesen und das Radarmessgerät hat in der Situation einfach völlig falsche Werte ausgespuckt? Wie soll man denn überhaupt eine Strafe bemessen, wenn nicht zweifelsfrei belegt werden kann wie schwer das Vergehen war? Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen 100€+3 Punkte und 200€+4 Punkte+1 Monat Fahrverbot. Einfach eine Strafe für "wirst schon was angestellt haben" auszusprechen wäre da noch das i-Tüpfelchen.

Der Gesetzgeber ist der Meinung, dass ein nicht zugelassener Luftfilter die Allgemeine Betriebserlaubnis des Kfz erlöschen lässt. Gut, ich finde das reichlich absurd (es mag eine unnötige Lärmemission sein - und selbst das ist eigentlich kaum haltbar, sicherheitsrelevant ist das aber eigentlich nicht), aber es ist so. Wenn ich mit einer nicht zugelassenen Airbox erwischt werde, gibts ein Ordnungsgeld, ich darf das ganze zurückbauen und dem TÜV einen Besuch abstatten. Wenn aber die Gemeinde Hintertupfingen 2m hinterm zugewucherten Ortsschild bei Nacht und Nebel Leute mit 1km/h über der Geschwindigkeitsbeschränkung 15€ abknöpft würde ich das als Betroffener ebensowenig akzeptieren wie der Staat meinen (hypothetischen) Luftfilter - warum? Ganz einfach: weil der Gesetzgeber der Kommune genauso wie mir gesagt hat: "Das möchten wir nicht!".



* Vor drei Wochen zeigte das Alkoholmessgerät bei einer "allgemeinen" Verkehrskontrolle bei mir binnen 15 Minuten fünf verschiedenen Werte an. Wenn der Herr in Grün-Senfblähgelb nicht mitgedacht hätte, hätte ich den Abend erst mal am Revier fortsetzen dürfen, nur weil das Gerät (trotz Nüchternheit meinerseits) anfangs 0,7 Promille ausgespuckt hat, fünf Minuten später 1,5 Promille.

Geschrieben von: Hot Doc am 16 Jun 2012, 02:08
QUOTE (Martin H. @ 15 Jun 2012, 08:34)
Unsere Stromrechnung ist seit dem Smartphonezeitalter um 70 Euro niedriger, da der PC nur noch ganz selten an ist. Kann das nur daran liegen?
Zum einfachen Surfen und Erstellen dieses Beitrages reicht das Telefon.

Vor 40.000 km meinte die Werkstatt, in 10.000 müssen hinten die Bremsklötze neu, meinte sie vor 5.000 auch wieder. Wir fahren mit "langem Auslauf", Schubbetrieb und Motorbremse.

Nach 50000km waren die Scheiben hin (die Werkstatt meinte, so einen pingeligen TÜF-Prüfer hättte sie noch nie erlebt). Die Originalklötze hätten locher nochmal 20- bis 30000 mitgemacht.

Geschrieben von: Fichtenmoped am 18 Jun 2012, 00:30
Auch ein Tempolimit: http://www.welt.de/politik/deutschland/article106612424/Rot-Gruen-plant-Tempo-30-in-allen-Staedten.html

QUOTE
Rot-Grün plant Tempo 30 in allen Städten
Tempo 30 soll in Deutschlands Städten zur Regelgeschwindigkeit werden, Tempo 50 zur Ausnahme. Das planen SPD und Grüne im Falle eines Wahlsieges. Der ADAC ist empört und befürchtet "Schleichverkehre".


Hmm... Aber irgendwie stimme ich den Argumenten NICHT zu:
QUOTE
Das würde die Verkehrssicherheit erhöhen und die Städte durch weniger Lärm und CO2-Ausstoß leiser und sauberer machen. SPD-Verkehrsexpertin Kirstin Lühmann glaubt, dass Tempo 30 für gleichmäßig fließenden Verkehr sorge, "der im Übrigen Aggressionen mindert und Aufmerksamkeit steigert".


Warum?
- die Fahrpläne des ÖPNV sind auf eine Geschwindigkeit von 50km/h gestrickt, eine Verringerung auf 30km/h (Also fast um 50%) würde die Fahrzeiten länger machen = ÖPNV würde unattraktiver, mehr Leute würden aufs Auto umsteigen
- in der Rush-Hour sind die erreichbaren Höchstgeschwindigkeiten eh schon weit entfernt, außerhalb der Rush-Hour kann die Höchstgeschwindigkeit leicht ausgefahren werden
- Ampelschaltungen ("grüne Welle") sind meist auf 50km/h optimiert und eine Änderung auf 30km/h würde größere Optimierungsarbeiten erfordern (bis hin zu Neupositionierung von Ampeln, Änderungen in der Verkehrführung usw.)
- heutige Autos sind für bestimmte "Betriebspunkte" optimiert, eine Geschwindigkeit außerhalb dieser Betriebspunkte ist sehr unwirtschaftlich und geht mit höherer Lärmentwicklung und höherem Treibstoffverbrauch einher (die Betriebspunkte sind 50km/h - eine Geschwindigkeit, die mit den meisten PKW's ohne Probleme mit niedriger Drehzahl im 4./5.Gang gefahren werden kann und ca. 120-140km/h... 30km/h liegt weit außerhalb, im 4./5. Gang ist man zu untertourig, im 3.Gang teilweise auch! In meinem Meriva 1.4 muss ich in einer Tempo30-Zone im 2.Gang fahren, weil im 3.Gang fast keine Beschleunigung möglich ist und der Motor fast abstirbt. Im 2. Gang aber fahre ich mit 3.500U/min - wirtschaftliches Fahren sieht anders aus!)
- bestimmt noch was vergessen!

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 01:15
QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
- die Fahrpläne des ÖPNV sind auf eine Geschwindigkeit von 50km/h gestrickt, eine Verringerung auf 30km/h (Also fast um 50%) würde die Fahrzeiten länger machen = ÖPNV würde unattraktiver, mehr Leute würden aufs Auto umsteigen

Die wenigen Sekunden fahrzeitverlängerung würden auch den MIV treffen. Und auch heute findet ÖV in 30er Bereichen statt...

QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
- in der Rush-Hour sind die erreichbaren Höchstgeschwindigkeiten eh schon weit entfernt, außerhalb der Rush-Hour kann die Höchstgeschwindigkeit leicht ausgefahren werden

Und eventuell ein Kind umgeboltzt werden? Das ist ja einer der Hauptgründe für 30.

QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
- Ampelschaltungen ("grüne Welle") sind meist auf 50km/h optimiert und eine Änderung auf 30km/h würde größere Optimierungsarbeiten erfordern

Ja und?
Und da wo heute grüne Welle ist wird vsl auch nach 30 innerorts 50 erlaubt sein (per Sonderbeschilderung).

QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
(bis hin zu Neupositionierung von Ampeln, Änderungen in der Verkehrführung usw.)

Wie sollte das Innerorts gehen? Die meisten Kreuzungen sind schon seit Jahrhunderten nicht verlegt worden.

QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
- heutige Autos sind für bestimmte "Betriebspunkte" optimiert, eine Geschwindigkeit außerhalb dieser Betriebspunkte ist sehr unwirtschaftlich und geht mit höherer Lärmentwicklung

Über 30km/h ist das lauteste die Rollreibung.

QUOTE (Fichtenmoped @ 18 Jun 2012, 01:30)
höherem Treibstoffverbrauch

Wenn der Verkehr gleichmäßiger fließen kann dann ist im Endeffekt nichts verloren.

Geschrieben von: Rohrbacher am 18 Jun 2012, 02:06
Ich finde, man kann's auch übertreiben. Der Spareffekt bei 30 statt 50 km/h ist im Alltag doch eher gering und besser würde der Verkehrsfluss nur da, wo die Straße so voll ist, dass mehr eh nicht wirklich zu fahren ist. In anderen Fällen, z.B. einer Ortsdurchfahrt einer Landstraße würde man den Verkehr direkt abwürgen dadurch dass man die Fließgeschwindigkeit des Verkehrs am Ortseingang noch mehr verringert und die Differenz noch größer würde. Und das Argument mit den Aggressionen ist völlig daneben. Wer im Straßenverkehr aggressiv ist, der ist das beim Einparken genauso wie bei 300 km/h.

Die einzigen Bereiche, wo ich sagen würde, 30 km/h sind sinnvoller als 50 km/h sind Straßen mit sehr hohem Radleranteil, meist in Innenstädten, wo Radler oft überholt werden und reine Wohnstraßen. Bei letzteren ist durch die Regelung rechts-vor-links, zahlreichen geparkten Autos, Katzen und Kindern auf der Straße eh kein höheres Tempo anzuraten, aber dennoch oft erlaubt. Auch in "wuseligen" Bereichen von Städten (viele Leute, Radler, unübersichtliche Ecken, sich öffnende Autotüren, etc.) finde ich bestehende Tempo 30 oder Tempo 20 Regelungen gar nicht so blöd.

Aber jetzt bei uns die Hauptstraße nur mit 30 km/h fahren, das wär' schon irgendwie Banane. wink.gif Und wenn man die ausnimmt, dann ist das ganze ja irgendwie nur ein Beschilderungstrick. Ob ich jetzt Schilder aufstelle, die auf gewissen Straßen Tempo 50 erlauben oder welche, die gewisse Straßen Tempo 30 begrenzen... och... ich glaub' auch verkehrspsychologisch macht's mehr Sinn, wenn ich Schilder aufstelle, die zu einer geringen Geschwindigkeit auffordern als welche, die ein höheres zulassen als normal. Ich vermute mal, am Ende des Spiels stünden dank zahlreicher Gemeinderäte so viele Tempo 50 Schilder, dass alles wäre wie heute. Nur mit mehr Schildern. Von so einer Änderung dürfte in der Praxis deswegen in erster Linie die Schilderindustrie profitieren. biggrin.gif

Im Übrigen ist das ein uralter Vorschlag, der immer wieder ausgekramt wird. Und bei einem Medium, das eher der konservativen Ecke zuspielt, ist diese Meldung jetzt auch kein Wunder. "Auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) winkt ab. "Ich will Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Solange ich Verkehrsminister bin, wird es kein generelles Tempolimit geben", sagte Ramsauer der "Welt am Sonntag". Tempo 30 ist nur einer der Vorschläge, die Rot-Grün verwirklichen will." Oh oh oh, wählt bloßt nicht Rot-Grün, die sind böse und haben noch mehr solcher Ideen. -> Willkommen im Sommerloch. wink.gif

QUOTE
heutige Autos sind für bestimmte "Betriebspunkte" optimiert, eine Geschwindigkeit außerhalb dieser Betriebspunkte ist sehr unwirtschaftlich und geht mit höherer Lärmentwicklung und höherem Treibstoffverbrauch einher (die Betriebspunkte sind 50km/h - eine Geschwindigkeit, die mit den meisten PKW's ohne Probleme mit niedriger Drehzahl im 4./5.Gang gefahren werden kann und ca. 120-140km/h... 30km/h liegt weit außerhalb, im 4./5. Gang ist man zu untertourig, im 3.Gang teilweise auch! In meinem Meriva 1.4 muss ich in einer Tempo30-Zone im 2.Gang fahren, weil im 3.Gang fast keine Beschleunigung möglich ist und der Motor fast abstirbt. Im 2. Gang aber fahre ich mit 3.500U/min - wirtschaftliches Fahren sieht anders aus!)

Dann täte ich den Meriva zurückgeben.^^

Alle Autos, die ich gefahren bin, vom Polo 1.2 mit 64 PS bis zum A6 TDI mit irgendwas um 250 PS, gehen die 30 km/h in der Ebene optimal (!) und ohne Probleme im 3. Gang (bzw. schalten von allein in den 3.), von Standgas sind wir da noch gut entfernt. Dass nicht gleich 'ne hohe Beschleunigung möglich ist, liegt halt einfach an den geschätzt max. 130 Nm deines Motors, angenommen das ist kein Downsize-Turbo 1.4, sondern ein "guter alter" Sauger. Bei nicht vorhandenem Drehmoment passiert halt nichts, wenn man "unten raus" stark beschleunigen will. Solche Motoren muss man halt schalten, die brauchen zum Beschleunigen Drehzahl, auch wenn man schnell von 70 auf 100 km/h will beim Überholen oder wenn man den Berg rauffährt. Aber trotzdem sollte der 30 km/h im 3. Gang als Dauergeschwindigkeit fahren können und auch noch für Ortsverkehr ausreichend beschleunigen, bei 30 km/h braucht's ja auch bei so einem Motor echt noch keine wirkliche Leistung... Wenn doch, dann ist was faul an dem Wagen. Oder der Fahrer zu schwer. Denn wie ich immer sage: Wenn der Deutschen nicht so dick wären, müssten auch ihre Autos weniger schleppen. tongue.gif biggrin.gif ph34r.gif

Geschrieben von: Meikl am 18 Jun 2012, 07:08
Also ich habe auch einen Meriva (allerdings einen 1.6). Bei dem sind die Gänge so kurz abgestuft, daß ich 30 locker im 4. Gang und ab 40 sogar im 5. Gang fahren kann und ich habe noch eine deutliche Beschleunigung. Bei allen anderen Autos die ich kenne, braucht es schon 50 für den 5. Gang.

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 10:09
Ich denke auch, das ist das kleinere Problem. Der Luftwiderstand ist auch geringer, das sollte man nicht außer Acht lassen.

Wie gesagt, erstmal testen, dann meckern.

Btw. kann man die Diskussion mal zusammenführen? smile.gif

Geschrieben von: Boris Merath am 18 Jun 2012, 10:56
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 03:06)
Nur mit mehr Schildern.

Warum mehr Schilder? Mehr Schilder braucht man in meinen Augen nur bei sehr wenigen Konstellationen (wenn genau eine Einbahnstraße mit 30 in eine Hauptstraße mit 50 mündet, wo Abbiegen in beide Richtungen erlaubt ist, sowie bei Kreuzungen von Hauptstraßen mit 50), in fast allen anderen Konstellationen braucht man entweder gleich viel oder weniger Schilder.

Ich mein, vielleicht habe ich mich ja vertan, vielleicht könnte einer der Leute die behaupten dass es mehr Schilder werden mal auf meine Argumente eingehen? :-)

Ob es jetzt sinnvoll ist ist natürlich die andere Frage - der Umbau würde natürlich erstmal viel Geld kosten, mittelfristig dürfte der UNterhalt dann aber billiger werden. Allerdings vermute ich dass das Jahrzehnte dauert bis sich das amortisiert hat.

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 11:36
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 03:06)
Und wenn man die ausnimmt, dann ist das ganze ja irgendwie nur ein Beschilderungstrick.

In gewisser weise schon.
Ich mache mal ein paraktisches Beispiel:
Hier möchte die Stadt Bruchsal gerne einen 30er Bereich einrichten um Radfahrer sicher auf der Fahrbahn führen zu können:

Größere Kartenansicht

Leider geht das nicht weil kein Grund gefunden wurde da 30 einzusetzen. Radfahrer scheinen als Verkehrssicherheitsgrund nicht zu gelten. Künftig würde die Beweißlast umgekehrt, also eine Gemeinde muss beweißen dass man da sicher mit 40/50/60 fahren kann und die Stadt Bruchsal könnte dort einfach die 30 lassen. Das ist in der Tat der einzige Unterschied.

Geschrieben von: Rohrbacher am 18 Jun 2012, 12:01
QUOTE
Warum mehr Schilder? Mehr Schilder braucht man in meinen Augen nur bei sehr wenigen Konstellationen (wenn genau eine Einbahnstraße mit 30 in eine Hauptstraße mit 50 mündet, wo Abbiegen in beide Richtungen erlaubt ist, sowie bei Kreuzungen von Hauptstraßen mit 50), in fast allen anderen Konstellationen braucht man entweder gleich viel oder weniger Schilder.

Naja, weil wie gesagt viele viele Gemeinderäte eben eine Straße nach der anderen dann mit 50 beschildern. Da kann man schneller fahren, da auch und da sowieso. Am Ende wäre eigentlich alles wie jetzt, nur eben statt mit ein paar 30er-Schildern, sondern vielen 50er Schildern.

Außerdem wäre das warscheinlich ein riesen bürokratischer Aufwand, weil es ja nicht nur die Einführung von Tempo 30 wäre, man müsste ja (im Gegensatz zu 130 auf Autobahnen, die muss man einführen, fertig) Teile der StVO umkrempeln, z.B. die 30er Zone abschaffen (dahinter verbirgt sich ja mehr als nur die erlaubte Geschwindigkeit) und tausende Schilder entfernen, dafür andere wieder aufstellen. Statt wie ich es lieber sehen würde, am Anfang eines Wohngebiets ein Tempo 30 Schild aufstellen, müsste man im Prinzip an jeder Einmündung meist in beiden Richtungen an der Hauptstraße, die mit 50 befahren werden soll, 50er Schilder stehen. Dass man Durchfahrtstraßen auf Tempo 30 reduziert, ist ziemlich unrealistisch und verbrät warscheinlich mehr Sprit als es spart, wenn man sich vorstellt, dass ein Lkw auf einer Bundesstraße von 60 (!) nicht auf 50 abbremst und dann wieder beschleunigt, sondern auf 30. Und das in jeder Ortschaft. Und der europäischen Vereinheitlichung dient diese Lösung auch nicht, in fast allen Ländern gilt Tempo 50.

Wie gesagt: Ein Vorschlag aus den 70er Jahren, der regelmäßig wieder auftaucht, wenn Konservative Medien "Angst vor den Grünen" verbreiten wollen. Hallo Sommerloch. wink.gif

QUOTE
Künftig würde die Beweißlast umgekehrt, also eine Gemeinde muss beweißen dass man da sicher mit 40/50/60 fahren kann und die Stadt Bruchsal könnte dort einfach die 30 lassen. Das ist in der Tat der einzige Unterschied.

Genau. Und auch dann gelten Radfahrer nicht als Hinderungsgrund wieder 50 km/h zu fahren. Ob die Beweislast jetzt so rum oder andersrum ist, wenn die Radfahrer "kein Grund" sind, ändert sich da ja nichts.

In deinem Fall dürfte es sich um eine Straße der Stadt handeln, wir haben in einem Fall, wo eine Straße zur Einbahnstraße mit mehr Platz für Fußgänger bzw. nach anderen Vorstellungen so 'ne Art verkehrsberuhigter Bereich hätte werden sollen, aber das Problem, dass die Straße dummerweise eine Staatsstraße ist und da geht das nicht.

Geschrieben von: Boris Merath am 18 Jun 2012, 12:09
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 13:01)
Naja, weil wie gesagt viele viele Gemeinderäte eben eine Straße nach der anderen dann mit 50 beschildern. Da kann man schneller fahren, da auch und da sowieso. Am Ende wäre eigentlich alles wie jetzt, nur eben statt mit ein paar 30er-Schildern, sondern vielen 50er Schildern.

Und genau das stimmt nicht - warum sollten es mehr 50er-Schilder sein als bisher 30er-Schilder, selbst wenn in jeder Straße die erlaubte Geschwindigkeit so bleibt wie sie heute ist?

Geschrieben von: Rollokator am 18 Jun 2012, 12:25
Ich finde, so ganz allgemein kann man da garnicht drüber diskutieren. Es gibt meiner Meinung nach viel zu viele unsinnige Schilder. Aber andererseits gibt es auch Straßen an denen ständig was passiert und man sich fragt, warum da kein Schild ist...

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 12:28
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 13:01)
Dass man Durchfahrtstraßen auf Tempo 30 reduziert, ist ziemlich unrealistisch

Ich kenne einige Ortsdurchfahren wo zumindest zeitweise Tempo 30 gilt, teils an Bundesstraßen.

QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 13:01)
Genau. Und auch dann gelten Radfahrer nicht als Hinderungsgrund wieder 50 km/h zu fahren. Ob die Beweislast jetzt so rum oder andersrum ist, wenn die Radfahrer "kein Grund" sind, ändert sich da ja nichts.

Die Gemeinde wird ja dann nicht gezwungen da 50 zu beantragen. Das ist der Unterschied.

QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 13:01)
In deinem Fall dürfte es sich um eine Straße der Stadt handeln

Muss aber trotzdem beim Regierungspräsidium genehmigt werden. Und das ist (zumindest in BaWü) immer so eine Sache.

Geschrieben von: Rohrbacher am 18 Jun 2012, 13:29
QUOTE (Boris Merath @ 18 Jun 2012, 13:09)
Und genau das stimmt nicht - warum sollten es mehr 50er-Schilder sein als bisher 30er-Schilder, selbst wenn in jeder Straße die erlaubte Geschwindigkeit so bleibt wie sie heute ist?

Also: Wir haben eine Hauptstraße, sagen wir in einem kleinen Straßendorf an einer Bundesstraße, die läuft mitten durch den Ort und soll Tempo 50 behalten, der Rest, sagen wir fünf abzweigende Straßen mit Wohngebieten sollen als Tempo 30 Zone eingestuft sein.

Heute haben wir in dem Fall zwei Ortsschilder mit Vorder- und Rückseite, vorne und hinten eins an der Hauptstraße, die regeln generell Tempo 50 in der Ortschaft und fünf (für jede abzweigende Straße eins) Tempo 30 Schilder mit Vorder- und Rückseite. Summe: 2x Ortsschild, 5x Tempo 30 = 7 Schilder.

Mit dem anderen Vorschlag bleiben die beiden Ortsschilder, die müssten aber je am Orteingang mit einem Zusatzschild für Tempo 50 ausgerüstet werden. An den fünf Straßen müssten jetzt trotzdem Tempo 30 Schilder stehen, um klar zu machen, dass jetzt nicht mehr 50 km/h gilt. Das wären in Summe 9 Schilder. Oder man machts's so, man beschildert an der Hauptstraße an jeder Einmündung die 50 und sagt, es gilt immer nur bis zur nächsten Einmündung und muss dann ggf. wiederholt werden. Dann hätten wir pro Einmündung zwei 50er Schilder an der Hauptstraße = 10 Schilder, plus zwei Ortsschilder, plus zwei 50er je am Ortseingang, also 14 Schilder und einen ziemlichen Schilderwald, wo heute keiner ist.

QUOTE (glemsexpress @ 18 Jun 2012, 13:28)
Ich kenne einige Ortsdurchfahren wo zumindest zeitweise Tempo 30 gilt, teils an Bundesstraßen.

Ja klar, irgendwelche Einzelfälle, z.B. Straßen, die bessere Feldwege sind mit Tempo 30, Engstellen in historischen Ortskernen mit Tempo 30 oder alte, enge Bahnunterführungen, die findet man überall, wenn man will, letztere beiden Dinge sogar an Bundesstraßen. wink.gif

QUOTE (glemsexpress @ 18 Jun 2012, 13:28)
Die Gemeinde wird ja dann nicht gezwungen da 50 zu beantragen. Das ist der Unterschied.

Sie wird's aber tun. Nur weil eine neue Regierung vielleicht diese Idee umsetzt, ändert sich ja die Meinung vieler Gemeinde- und Stadträte nicht. Grad wenn es um "Verkehrsbehinderungen" geht, werden die besonders gerne aktiv, jetzt sind wir mal realistisch.

QUOTE (glemsexpress @ 18 Jun 2012, 13:28)
Muss aber trotzdem beim Regierungspräsidium genehmigt werden. Und das ist (zumindest in BaWü) immer so eine Sache.

Soweit ich weiß, kann das in Bayern die Gemeinde selber, wenn sie will. Weiß das jemand? unsure.gif

Ich kann mich nur erinnern, dass die Gemeinden um mich rum, wenig von Tempo 30 halten. In den meist nur von Anwohnern befahrenen Straßen würde es keine Schilder brauchen, die Leute sind selbst verantwortlich und durch die Rechts-vor-Links Regelung in den meisten Straßen können in der Praxis eh kaum mehr als 30 gefahren werden. Und ich muss sagen: Es stimmt. Zumindest in meiner Ecke fährt gefühlt kaum jemand schneller als 30, obwohl es nicht beschildert ist und kaum Autos auf der Straße parken. Nur auf den zwei, drei etwas breiteren Durchgangsstraßen wird 50 gefahren.

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 14:55
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 14:29)
Sie wird's aber tun. Nur weil eine neue Regierung vielleicht diese Idee umsetzt, ändert sich ja die Meinung vieler Gemeinde- und Stadträte nicht. Grad wenn es um "Verkehrsbehinderungen" geht, werden die besonders gerne aktiv, jetzt sind wir mal realistisch.


Soweit ich weiß, kann das in Bayern die Gemeinde selber, wenn sie will. Weiß das jemand? unsure.gif

Im von mir gezeigten Bruchsaler Beispiel möchte die Gemeinde Bruchsal die Straße als 30er Bereich ausweisen, doch dazu bracht sie einen Grund. Und einen solchen kann sie nicht liefern. Den braucht man aber da zumindest in BaWü sowas beim Regierungspräsidium beantragt werden muss. Darum würde eine willige Gemeinde die da 30 haben will nicht 50 beantragen. Wär doch verrückt.

Ich hätte das zwar auch nicht geglaubt dass es so kompliziert ist, so sagte das aber zumindest ein Mitarbeiter des Bruchsaler Ordungsamtes und auch 2 Mitarbeiter des Karlsruher Landratsamtes haben mir das so bestätigt.

Darum wird es eben für eine Gemeinde einfacher 30er Bereiche auszuweisen, indem man die Situation einfach so belässt.

Zudem kann man sich ja noch von gesetzgebener Seite dazu entscheiden die Kriterien für Tempo 50 hochzusetzen. Es wird dann so oder so sehr viele Innerstädtische Verkehrsregeln treffen die man überarbeiten muss. Von der Anlage von Zebrastreifen (in 30er Zonen heute tabu, nicht aber auf Tempo 30 Straßen), Radwegbenutzungspflichten, Vorfahrtsstraßen (auch das darf heute in 30er Zonen nicht sein) und noch vieles mehr.

QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 14:29)
Zumindest in meiner Ecke fährt gefühlt kaum jemand schneller als 30, obwohl es nicht beschildert ist und kaum Autos auf der Straße parken. Nur auf den zwei, drei etwas breiteren Durchgangsstraßen wird 50 gefahren.

So funktioniert Shared Space auch:
Man ließt von der Straße wie schnell man fahren darf. Und in Anwohnerstraßen sind es die Leute gewohnt dass man nur 30 fahren darf, also glauben sie villeicht nur dass sie das Schild übersehen haben?

Geschrieben von: Boris Merath am 18 Jun 2012, 18:54
QUOTE (Rohrbacher @ 18 Jun 2012, 14:29)
Tempo 30 Schilder mit Vorder- und Rückseite. Summe: 2x Ortsschild, 5x Tempo 30 = 7 Schilder.

Ich bin jetzt von München ausgegangen, und hier hat man Anfang und Ende der 30 Zone meiner Erinnerung nach in der Regel an getrennten Stangen, jeweils in Fahrtrichtung rechts. Meine heutigen Stichproben haben das so auch bestätigt. Allerdings kann man das offenbar nicht pauschal auf alle Gemeinden übertragen.

Geschrieben von: Autobahn am 18 Jun 2012, 20:28
Ohne jetzt auf die verschiedenen obigen Beispiele im Detail einzugehen, wie viele Schilder in welchem Fall bei welcher Regelgeschwindigkeit gelten soll.

Im Falle der Regelgeschwindigkeit 50 Km/h gilt diese, so lange keine andere Geschwindigkeit angezeigt wird. Das Ende dieser Geschwindigkeitsbeschränkung/-erhöhung muss mit dem Zeichen http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/39/Zeichen_278-56.svg/200px-Zeichen_278-56.svg.png angezeigt werden (natürlich mit der vorher vorgegebenen Geschwindigkeit, das Bild ist nur ein Beispiel!!!).

Bei 30er Zonen muss der Beginn mit dem Zeichen http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6c/Zeichen_274.1.svg/200px-Zeichen_274.1.svg.png und das Ende mit dem Zeichen http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/97/Zeichen_274.2.svg/200px-Zeichen_274.2.svg.png gekennzeichnet sein.

Bei einer Regelgeschwindigkeit von 50 Km/h gilt diese also so lange, wie keine andere Geschwindigkeit vorgegeben wird.

Bei einer Regelgeschwindigkeit von 30 Km/h muss aber an jeder Kreuzung/Einmündung, wo eine andere Regelgeschwindigkeit als 30 Km/h gelten soll, dies erneut angezeigt werden. Und da die Kraftfahrer nicht mündig sind, muss auch noch an die Aufhebung der höheren Geschwindigkeit mittels Zeichen 278 hingewiesen werden.

Die Hoffnung, das dadurch mehr Straßen nur mit 30 Km/h befahren werden dürfen, wird sich aber nicht erfüllen. Die Kreis- und Landesbehörden werden sich durchsetzen tongue.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 20:33
QUOTE (Autobahn @ 18 Jun 2012, 21:28)
Bei einer Regelgeschwindigkeit von 30 Km/h muss aber an jeder Kreuzung/Einmündung, wo eine andere Regelgeschwindigkeit als 30 Km/h gelten soll, dies erneut angezeigt werden.

Wie oben schon erwähnt - diese Regel stimmt nicht.

Geschrieben von: JNK am 18 Jun 2012, 20:44
QUOTE (Bayernlover @ 18 Jun 2012, 21:33)
Wie oben schon erwähnt - diese Regel stimmt nicht.

Wie schon erwähnt, doch.

Du selbst schreibst ja:
QUOTE
Und wenn ich von einer Nebenstraße auf eine Hauptstraße einbiege, gilt automatisch die 50, wenn nix anderes dasteht. Auch wenn auf der Hauptstraße weiter vorn 30 ist - klingt unlogisch, ist aber trotzdem so.

http://www.eisenbahnforum.de/index.php?s=60a73cc82a16a90b8b252d84b61d06f9&act=ST&f=9&t=13593&st=330&#entry471757

Also, du gehst davon aus, dass bei einer neuen Straße automatisch das innerörtliche Maximum gilt = 50. Deswegen kannst du überall, wo nichts signalsiert wird, innerhalb des Gebietes, dass von den gelben Ortsschildern eingegrenzt ist, das innerörtliche Maximum fahren. Deswegen braucht es an jeder Straße, in der ein geringeres oder höheres Maximum gelten soll ein Schild, z.B. 30 oder 60.

Bei der rot-grünen Regelung wäre es umgekehrt, da nun das Maximum bei 30 liegt, braucht keine Straße, in diese Geschwindigkeit gelten soll ein Schild. Alle Ausnahmen brauchen dies und zwar nach jeder Kreuzung, sonst weiß der einfahrende ja nur: Kein Schild = 30.

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 20:59
QUOTE (JNK @ 18 Jun 2012, 21:44)
Deswegen kannst du überall, wo nichts signalsiert wird, innerhalb des Gebietes, dass von den gelben Ortsschildern eingegrenzt ist, das innerörtliche Maximum fahren. Deswegen braucht es an jeder Straße, in der ein geringeres oder höheres Maximum gelten soll ein Schild, z.B. 30 oder 60.

Nein, das Schild braucht es nicht, wenn man auf einer Hauptstraße bleibt. Ich darf die StVO zitieren:

Abschnitt 7, "Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote"

"Das Ende eines Streckenverbots ist nicht gekennzeichnet, wenn das Verbot nur für eine kurze Strecke gilt und auf einem Zusatzzeichen die Länge des Streckenverbots angegeben ist. Es ist auch nicht gekennzeichnet, wenn das Streckenverbotszeichen zusammen mit einem Gefahrzeichen angebracht ist und sich aus der Örtlichkeit zweifelsfrei ergibt, von wo an die angezeigte Gefahr nicht mehr besteht. Sonst ist es gekennzeichnet durch die Zeichen 278 bis 282."

Ist unlogisch, aber ist leider so. Wer einbiegt und trotzdem geblitzt wird, muss Einspruch einlegen.

Geschrieben von: Autobahn am 18 Jun 2012, 21:03
QUOTE (Bayernlover @ 18 Jun 2012, 21:59)
Nein, das Schild braucht es nicht, wenn man auf einer Hauptstraße bleibt. Ich darf die StVO zitieren:

Abschnitt 7, "Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote"

"Das Ende eines Streckenverbots ist nicht gekennzeichnet, wenn das Verbot nur für eine kurze Strecke gilt und auf einem Zusatzzeichen die Länge des Streckenverbots angegeben ist. Es ist auch nicht gekennzeichnet, wenn das Streckenverbotszeichen zusammen mit einem Gefahrzeichen angebracht ist und sich aus der Örtlichkeit zweifelsfrei ergibt, von wo an die angezeigte Gefahr nicht mehr besteht. Sonst ist es gekennzeichnet durch die Zeichen 278 bis 282."

In diesem Bereich liegen aber keine Einmündungen oder Kreuzungen tongue.gif Dürfen nicht liegen!!!!

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 21:11
QUOTE (Autobahn @ 18 Jun 2012, 22:03)
In diesem Bereich liegen aber keine Einmündungen oder Kreuzungen tongue.gif Dürfen nicht liegen!!!!

Hier mal Beitrag zwei lesen: http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=2573

Und bitte: Glaubt ihr es zu wissen oder könnt ihr es durch irgendein Gesetz/Urteil untermauern?

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 21:21
QUOTE (Bayernlover @ 18 Jun 2012, 22:11)
Hier mal Beitrag zwei lesen: http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=2573

Und bitte: Glaubt ihr es zu wissen oder könnt ihr es durch irgendein Gesetz/Urteil untermauern?

Ich war bis vor ein paar Sekunden auch der Meinung dass ab einer Kreuzung der Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben wird.

Aber du hast tatsächlich recht.

http://www.radarfalle.de/recht/urteile/urteil55.php
http://www.fahrtipps.de/frage/streckenverbot-aufhebung.php

Aber trotzdem muss nach jeder Einmündung ein entsprechendes Schild vorhanden sein.

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 21:40
QUOTE (glemsexpress @ 18 Jun 2012, 22:21)
Aber trotzdem muss nach jeder Einmündung ein entsprechendes Schild vorhanden sein.

Müssen nicht, nein. Man macht es aber meist trotzdem, man sollte sich aber nicht darauf verlassen.

Geschrieben von: JNK am 18 Jun 2012, 21:56
QUOTE (Bayernlover @ 18 Jun 2012, 22:40)
Müssen nicht, nein. Man macht es aber meist trotzdem, man sollte sich aber nicht darauf verlassen.

Ich kann nirgendwo in der StVO einen Hinweis darauf finden, dass ich mich an ein Schild zu halten habe, dass ich nicht sehen kann.

Wir gehen d'accord darin, dass ich mich solange an eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten habe, bis sie aufgehoben wird. Entweder durch ein neues Zeichen oder das Abbiegen von der Straße.

Aber wer neu auf die Straße kommt, muss zwingend das Schild sehen, sonst gilt es nicht.

Geschrieben von: glemsexpress am 18 Jun 2012, 22:13
QUOTE (JNK @ 18 Jun 2012, 22:56)
Aber wer neu auf die Straße kommt, muss zwingend das Schild sehen, sonst gilt es nicht.

Offenbar steht das so auch in der VWV STVO. Doch nach überfliegen derer habe ich sowas nicht gesehen. Kann aber auch sein dass ich an den falschen Stellen gesucht habe...

Villeicht findet ja wer anders etwas?
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm

Geschrieben von: Bayernlover am 18 Jun 2012, 22:16
QUOTE (JNK @ 18 Jun 2012, 22:56)
Ich kann nirgendwo in der StVO einen Hinweis darauf finden, dass ich mich an ein Schild zu halten habe, dass ich nicht sehen kann.

Richtig, deshalb kann man da auch Einspruch einlegen und sagen, dass man aus der Seitenstraße kam. Aber Vorsicht: Als Ortskundiger soll man die Schilder trotzdem kennen biggrin.gif

Ich sage ja nicht, dass es sinnvoll ist, aber im Moment ist es eben leider so Gesetz.

Geschrieben von: Rohrbacher am 18 Jun 2012, 22:19
Richtig ist: Eine Geschwindigkeitsbeschränkung (oder auch ein Überholverbot) endet freilich nicht automatisch, wenn irgendwo ein Weg, eine Straße oder irgendwas einmündet, sondern erst wenn es aufgehoben wird, oder per Zusatzschild anderweitig geregelt ist wie lange es gilt. ABER: Richtig ist auch, da ich ja, wenn ich an so einer Einmündung einbiege, nicht riechen kann was auf der Straße vorher für Schilder stehen und ich Schilder nur beachten muss, wenn ich eine Chance habe, sie zu sehen, werden sie dann in der Regel wiederholt. Zumindest wenn es öffentliche Straßen sind, die einmünden. Bei Waldwegen oder Privatstraßen muss man aber aufpassen!

Auf Autobahnen mit Tempolimit wird z.B. ein vorhandenes Limit an jeder Einfahrt wiederholt. Was anderes wäre ja auch blöd. wink.gif

Geschrieben von: Michi Greger am 18 Jun 2012, 22:33
QUOTE (glemsexpress @ 18 Jun 2012, 15:55)
So funktioniert Shared Space auch:
Man ließt von der Straße wie schnell man fahren darf. Und in Anwohnerstraßen sind es die Leute gewohnt dass man nur 30 fahren darf, also glauben sie villeicht nur dass sie das Schild übersehen haben?

Ich hab gestern erst einen ähnlichen Fall erlebt:
Ich lotse einen in dem Stadtteil wenig ortskundigen Fahrer heim. Auf der größeren Straße im Wohnviertel fragt er plötzlich: "Ist das hier eigentlich 30er-Zone oder darf ich da 50 fahren?" Wir haben bis zur Ankunft gerätselt - die Straße ist eigentlich klein genug, um auch 30er Zone zu sein und es ist größtenteils nicht sinnvoll bzw. ratsam, schneller zu fahren. Ich hab da noch nie selber wirklich nach nem Schild geschaut, ich fahr da nach Gefühl und Situation 30-40.

(Heute nachgeschaut: Nein, es ist keine 30er-Zone. Ist ganz normal 50, nur alle abzweigenden Nebenstraßen sind 30. Warum man nicht gleich alles zur 30er Zone erklärt hat, vermutlich weil durch diese eine Straße der Bus fährt.)

Gruß Michi

Geschrieben von: yeg009a am 18 Jun 2012, 23:03
Ich meine, mich irgendwie erinnern zu können, daß in Leonberg in der westlichen Römerstraße (Leo-Center - Obi) eine 30er-Zone sei. Trotzdem fährt bzw. fuhr der Bus von meinem Eindruck her bis zu 50 km/h schnell.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 18 Jun 2012, 23:06
QUOTE (yeg009a @ 19 Jun 2012, 00:03)
Ich meine, mich irgendwie erinnern zu können, daß in Leonberg in der westlichen Römerstraße (Leo-Center - Obi) eine 30er-Zone sei. Trotzdem fährt bzw. fuhr der Bus von meinem Eindruck her bis zu 50 km/h schnell.

OH! MEIN! GOTT!
SKANDAL!

ph34r.gif
Heul doch!

Geschrieben von: yeg009a am 19 Jun 2012, 08:06
QUOTE (TramBahnFreak @ 19 Jun 2012, 00:06)
OH! MEIN! GOTT!
SKANDAL!

ph34r.gif
CODE
[SIZE=-7]Heul doch![/SIZE]

Warum sollte ich heulen?

Unter anderem: Mich dünkt, daß Dein Beitrag eher absichtlicher Natur ist, wenn man aus meiner Beschreibung, das der Tatsache entspricht, gleich einen Skandal daraus macht. Damit weicht dieser Beitrag von sachlicher Grundlage ab.

@Forenteam: Besteht irgendwie nicht die Möglichkeit, solche Codierungen abzustellen?

Geschrieben von: JeDi am 19 Jun 2012, 08:26
QUOTE (yeg009a @ 19 Jun 2012, 09:06)
@Forenteam: Besteht irgendwie nicht die Möglichkeit, solche Codierungen abzustellen?

Is dir eigentlich Langewilig, oder wie kommst du auf sowas?

Geschrieben von: ropix am 19 Jun 2012, 09:53
QUOTE (yeg009a @ 19 Jun 2012, 09:06)
Unter anderem: Mich dünkt, daß Dein Beitrag eher absichtlicher Natur ist, wenn man aus meiner Beschreibung, das der Tatsache entspricht, gleich einen Skandal daraus macht.

Da dünkt dich richtig, weil wenn es hier um den generellen Krieg zwischen "freie Fahrt für freie Bürger" gegen "Soziale Gerechtigkeit fängt auf der Straße an" geht ist die Aussage dass irgendwann irgendwo ein Bus vielleicht ein bisschen zu schnell unterwegs war schlicht fehl am Platze?

Du hättest ja explizit darauf hinweisen können das Tempo 30 eben dann auch bei den Öffis zu massiven Tempolimitüberschreitungen führen würde. Allerdings, wenn die 30 kommen wird man sich für die Busse schon was einfallen lassen...

Geschrieben von: JNK am 19 Jun 2012, 13:31
Wenn's interessiert: Ich hab' für Wuppertal mal 'ne Karte mit allen* 50er Straßen gemacht:
https://maps.google.de/maps?f=q&source=embed&hl=de&geocode=&q=https:%2F%2Fmaps.google.de%2Fmaps%2Fms%3Fmsid%3D211523531683720550456.0004c2c1069662d2402e7%26msa%3D0%26ll%3D51.297376,7.177033%26spn%3D0.022272,0.036907%26output%3Dkml&aq=&sll=51.297376,7.177033&sspn=0.022272,0.036907&t=p&ie=UTF8&ll=51.25375,7.165489&spn=0.128926,0.219383&z=12

* Angaben ohne Gewähr.

Geschrieben von: firefly am 19 Jun 2012, 14:42
QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 17:35)
Selbst der Bau von Autobahnen könnte günstiger gestaltet werden, wenn sie nur noch für Geschwindigkeiten von max. 120/130 ausgelegt sein müssten, statt auf No-Limit-Standard für unsere ganzen Raser und Drängler.

Die Entwurfs-Geschwindigkeit deutscher Autobahnen ist nirgends höher als 120 km/h. Du sparst mit deinem Limit mal überhaupt gar nichts.

QUOTE (Electrification @ 11 Jun 2012, 20:47)
Vergleich doch selber und fahr mal in der Schweiz, Österreich oder anderswo auf der Autobahn und dann weißt du was entspannendes Fahren ist.

Es ist in jedem Fall entspannter in Deutschland zu fahren als in Belgien oder Frankreich. Auf deutschen Autobahnen kann man einfach so dahin fahren und sich allein auf den Verkehr konzentrieren. In Belgien kuck ich ständig auf den Tachometer. Denn wenn man dort 135 km/h fährt, rückt sofort die Polizei aus.

Geschrieben von: Bayernlover am 19 Jun 2012, 20:43
QUOTE (firefly @ 19 Jun 2012, 15:42)
In Belgien kuck ich ständig auf den Tachometer. Denn wenn man dort 135 km/h fährt, rückt sofort die Polizei aus.

Dafür gibt es Tempomaten, die sogar mittlerweile in Kompaktwagen zum gehobenen Standard geworden sind. Wie machst Du das eigentlich in der Stadt?

Geschrieben von: Russischer Spion am 19 Jun 2012, 20:50
QUOTE
Ich bin für ein generelles Limit auf Autobahnen von 120 oder 130 km/h, was ökologisch sinnvoll und absolut ausreichend ist.

Bloedsinn. Oeko-Terrorismus nennt man das. Freie Fahrt fuer freie Buerger!

Geschrieben von: JeDi am 19 Jun 2012, 20:57
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 21:50)
Freie Fahrt fuer freie Buerger!

Deshalb gibts in Russland ein Tempolimit? ph34r.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 19 Jun 2012, 21:02
QUOTE (JeDi @ 19 Jun 2012, 21:57)
Deshalb gibts in Russland ein Tempolimit? ph34r.gif

Jo - 120 km/h in der Stadt, wenn man diversen Videos glauben schenken darf laugh.gif

Geschrieben von: ropix am 19 Jun 2012, 21:02
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 21:50)
Bloedsinn. Oeko-Terrorismus nennt man das. Freie Fahrt fuer freie Buerger!

Das nennt man dann wohl Rambo-Terrorismus oder auf Polizeideutsch immer öfters Nötigung? biggrin.gif

Geschrieben von: Russischer Spion am 19 Jun 2012, 21:03
QUOTE
Deshalb gibts in Russland ein Tempolimit?

Wir haben doch lupenreine Demokratie laugh.gif . Und ich fahre trozdem 240. Mit Radarwarner tongue.gif .

P.S. Ein Tempolimit in Deutschland wuerde die deutsche Autoindustrie ruinieren.

Geschrieben von: Bayernlover am 19 Jun 2012, 21:05
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 22:03)
P.S. Ein Tempolimit in Deutschland wuerde die deutsche Autoindustrie ruinieren.

Bestimmt - wo die doch jetzt alle auf Ökoautos abgehen.

Geschrieben von: Russischer Spion am 19 Jun 2012, 21:08
QUOTE
Jo - 120 km/h in der Stadt, wenn man diversen Videos glauben schenken darf laugh.gif

120? Das ist doch nix biggrin.gif . 270 ist geil!

http://www.youtube.com/watch?v=6Sjtlq7mnr0

Geschrieben von: Russischer Spion am 19 Jun 2012, 21:10
QUOTE
Bestimmt - wo die doch jetzt alle auf Ökoautos abgehen.

Wer "alle"? Ein Paar verruekte sind noch nicht alle. Es lebe V8 und V12 Motoren rolleyes.gif !

Geschrieben von: ropix am 19 Jun 2012, 21:21
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 22:03)
P.S. Ein Tempolimit in Deutschland wuerde die deutsche Autoindustrie ruinieren.

Uiuiuiuiuiuiuiui - aber scheiße. Die ruinieren wir sowieso schon. Nachdem BMW und Audi mit Ablehnung der dritten Startbahn defakto Pleite sind, nach Wolfsburg nimand mehr kommt weil die ICEs einfach nicht an Bahnsteigen halten und Mercedes doch schon so gut wie tot ist seit der Grün-Roten Landesregierung. Bliebe noch Opel. Na, vielleicht besteht ja noch Hoffnung angesichts dieses einen Herstellers von Autos, die auch gar nicht 240 fahren können müssen und der nicht durch aktuelle politische Entscheidungen quasi überm Abgrund steht. (Wer von euch kennt noch die Werbung - mit anderen Autos wären sie hier weiter gekommen, einen Mercedes kurz vorm Abgrund zeigend. Oder warens Reifen?)

Aber aus Deutschland kommt noch eine tolle Erfindung. Die Radarfalle ohne Rader. Apropos http://www.youtube.com/watch?v=lPHqX1RU3Uo. Oder auch http://www.merkur-online.de/lokales/landkreis-ebersberg/lasermessung-autofahrer-viel-schnell-2359245.html

Geschrieben von: yeg009a am 19 Jun 2012, 21:47
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 21:50)
Bloedsinn. Oeko-Terrorismus nennt man das. Freie Fahrt fuer freie Buerger!
Das hat in Erster Linie rein, gar nichts mit dem Öko-Terrorismus zu tun und zum Zweiten geht die freie Fahrt auch mit Tempolimit und weniger Staus.

Die Tempolimit hat auch etwas mit der Verkehrssicherheit zu tun, weil dadurch der Reaktions- und Bremsweg (macht zusammen einen Anhalteweg) erheblich verringert werden kann.

Geschrieben von: Electron am 19 Jun 2012, 22:24
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 22:10)
Wer "alle"? Ein Paar verruekte sind noch nicht alle. Es lebe V8 und V12 Motoren rolleyes.gif !

zugegebenermaßen, V8 oder V12 ist schöner Maschinenbau, freut mich als Ingenieur soetwas zu sehen, aber braucht nur im Alltag kein Mensch in einem Pkw. Man braucht es mit dem Downsizing ja nicht zu übertreiben, aber irgendwas zwischen 1-2l Hubraum und Aufladung sollte für ein "Allroundauto" reichen.
Habe das gerade wieder im Italienurlaub gemerkt, Tempolimit 130 in I und AT, 120 in CH -> kaum hält man sich einigermaßen ans Limit, kommt man superentspannt an.Mein an sich schon unvernünftiger aufgeblasener Vierzylinderbenziner hat Verbrauchswerte (im sparsamen Sinne) erreicht, die ich die letzten Jahre nicht gerissen hab...
Und 500-600 PS aus 8-12 Töpfen, nur um in der Stadt schneller von der grünen Ampel wegzukommen, oder jegliche Tempolimits um den Faktor 2 oder größer toppen zu können und dafür einen Mindestverbrauch von >12l/100 km zu haben? Gut, diejenigen, die sich diese Fragen stellen (oder auch nicht) sind halt leider die allerletzten, die sich das Autofahren irgendwann nicht mehr leisten können.
Und wegen dem Tempo - also mich persönlich strengt das an, längere Strecken mit Geschwindigkeiten >150 km/h zurückzulegen, und ich will ja auch in einem Stück ankommen. Wenn ihr euch also derrennen wollt, tut das bitte aber ohne Unschuldige zu treffen.

Geschrieben von: Electrification am 19 Jun 2012, 23:27
QUOTE (firefly @ 19 Jun 2012, 15:42)
Es ist in jedem Fall entspannter in Deutschland zu fahren als in Belgien oder Frankreich. Auf deutschen Autobahnen kann man einfach so dahin fahren und sich allein auf den Verkehr konzentrieren. In Belgien kuck ich ständig auf den Tachometer. Denn wenn man dort 135 km/h fährt, rückt sofort die Polizei aus.

Das doch zurecht, denn wer sich an die Spielregeln hält kommt gut durch und wie schon erwähnt, es gibt Tempomaten und wenn du den nicht hast, auch dann schaffst du es eine Geschwindigkeit konstant zu fahren ohne ständig auf den Tacho schauen zu müssen, alles nur Übungssache.

QUOTE (Russischer Spion)

Bloedsinn. Oeko-Terrorismus nennt man das. Freie Fahrt fuer freie Buerger!


Ich kenn nur einen Raser-Terrorismus von grenzdebilen Leuten die meinen sie wären Eigentümer der Autobahn. Letzterer Satz kommt von den gelben Terroristen. Wer schon unbedingt im Automobilclub sein muss, es gibt Alternativen.
Wie du in Russland fährst ist deine Sache, denn ich kann mir gut vorstellen dass gewisse Kreise dort Narrenfreiheit haben, also die paar Prozent die wirklich profitiert haben.

Was die Autoindustrie betrifft, auch die wird keinen Schaden nehmen. Die deutsche Automobilindustrie hat doch den Trend zu energiesparenden Autos eh verschlafen und ist weit hinten dran. In Zukunft geht es mehr denn je um spritsparende Autos. Ich tue mit meinem asiatischen Auto der dt. Autoindustrie auch nicht gut, aber das liegt nicht an mir. wink.gif

QUOTE (Electron)

Und wegen dem Tempo - also mich persönlich strengt das an, längere Strecken mit Geschwindigkeiten >150 km/h zurückzulegen, und ich will ja auch in einem Stück ankommen. Wenn ihr euch also derrennen wollt, tut das bitte aber ohne Unschuldige zu treffen.


Noch schlimmer als auf Autobahnen sind ja diese Drängler/Raser-Terroristen auf Landstraßen. Was man da tw. erlebt ist unglaublich. Manche sind scheinbar so hohl dass sie wegen weniger Sekunden Zeitersparnis ihr Leben und noch schlimmer das unschuldiger Beteiligter riskieren. Da wird zu waghalsigen Überholmanövern angesetzt um in letzter Sekunde vor dem Gegenverkehr einzuscheren und wenn das nicht gelingt, ja, damit rechnen diese Hohlbirnen scheinbar nicht.
War das vor 30 oder 40 Jahren auch schon so oder liegt das an der Hektikergesellschaft? Bloß keine Sekunde verlieren, lieber das Leben, wenn es denn sein muss oder?

Geschrieben von: Autobahn am 19 Jun 2012, 23:32
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 22:08)
120? Das ist doch nix  biggrin.gif  . 270 ist geil!

http://www.youtube.com/watch?v=6Sjtlq7mnr0

Ich weiß ja, das die ehemaligen Sowjetbürger jetzt einen Nachholbedarf haben laugh.gif

Geschrieben von: chris232 am 20 Jun 2012, 00:04
QUOTE (Russischer Spion @ 19 Jun 2012, 22:03)
P.S. Ein Tempolimit in Deutschland wuerde die deutsche Autoindustrie ruinieren.

QUOTE (Konstantin Wecker @ "Absurdistan")
Und ich glaub' an die Automobilindustrie,
denn sie hat's nun wirklich geschafft
und hält jede Regierung unter ihr
verlässlich in Geiselhaft.
(...)
Heißt mich willkommen und nehmt mich auf
in eurem Absurdistan!

Geschrieben von: Lazarus am 20 Jun 2012, 00:10
Verstehe diese Diskussion sowieso net ganz, weil auf mehr als 2/3 der deutschen Autobahnen haben wir doch längst ein Tempolimit. Das zudem vielfach noch deutlich unter den hier geforderten 120 km/h liegt.

Geschrieben von: 146225 am 20 Jun 2012, 04:32
QUOTE (Lazarus @ 20 Jun 2012, 01:10)
Verstehe diese Diskussion sowieso net ganz, weil auf mehr als 2/3 der deutschen Autobahnen haben wir doch längst ein Tempolimit. Das zudem vielfach noch deutlich unter den hier geforderten 120 km/h liegt.

In der Realität könntest Du vermutlich auch 97% aller Autobahnabschnitte mit 120 km/h oder weniger beschränken, aber die (herzlich bescheuerte) Ideologie, das der "freie deutsche Autofahrer" auf den restlichen 3% wenigstens theoretisch einmal das letzte aus seiner Blechkalesche herauskitzeln und mit 287 km/h und Lichthupe bei Nebel auf dem voraus fahrenden LKW zerschellen könnte, wirst Du allein durch nüchterne Fakten nie besiegen können.

Geschrieben von: Russischer Spion am 20 Jun 2012, 06:43
QUOTE
Verstehe diese Diskussion sowieso net ganz, weil auf mehr als 2/3 der deutschen Autobahnen haben wir doch längst ein Tempolimit.

Also ich verstehe diese Diskusion schon. "Neidfaktor" nennt man das. Ich besitze einen 70 PS Dreckschleuder der sowieso nicht schneller als 130 schafft und alle anderen muessen dann auch mitschleichern cool.gif .

Geschrieben von: Bayernlover am 20 Jun 2012, 10:01
QUOTE (Electrification @ 20 Jun 2012, 00:27)
Letzterer Satz kommt von den gelben Terroristen. Wer schon unbedingt im Automobilclub sein muss, es gibt Alternativen.

Langsam kann ich Deine Beiträge nicht mehr lesen. Bereits ein Funke mehr Sachlichkeit wäre wirklich hilfreich.

Ich bin übrigens auch bei den "gelben Terroristen", sogar dort versichert. Hasst Du mich jetzt auch? tongue.gif

QUOTE
Was die Autoindustrie betrifft, auch die wird keinen Schaden nehmen. Die deutsche Automobilindustrie hat doch den Trend zu energiesparenden Autos eh verschlafen und ist weit hinten dran.

Jetzt wird es vollkommen absurd und zeigt, dass Du wahrlich keinen Schimmer von dem hast, von dem Du dort redest biggrin.gif

QUOTE
Drängler/Raser-Terroristen

Vielleicht solltest Du mal einen Anti-Agressionskurs belegen.

QUOTE
War das vor 30 oder 40 Jahren auch schon so

Ja, war es bestimmt.

Geschrieben von: glemsexpress am 20 Jun 2012, 12:04
Hier ist mal die Geschichte der deutschen Tempolimits zusammengefasst:

http://www.umweltunderinnerung.de/index.php/kapitelseiten/aufbrueche/86-das-tempolimit

Geschrieben von: Electrification am 20 Jun 2012, 12:19
QUOTE (Bayernlover @ 20 Jun 2012, 11:01)
Langsam kann ich Deine Beiträge nicht mehr lesen. Bereits ein Funke mehr Sachlichkeit wäre wirklich hilfreich.

Ich bin übrigens auch bei den "gelben Terroristen", sogar dort versichert. Hasst Du mich jetzt auch? tongue.gif


Irgendwie hast du nicht verstanden dass ich das etwas ironisch gemeint habe, das war nur die Reaktion auf die "Öko-Terroristen" vom Spion aus Russland.
Ich habe auch nichts gegen den ADAC, auch wenn ich auch ohne ihn gut überlebe, nur finde ich etwas weniger straßenfixierte Automobilclubs doch einen Tick besser.

Dieser eine Beitrag war nicht so richtig sachlich (da war ich sozusagen ein Beitragsterrorist), das gebe ich zu und was die deutsche Automobilindustrie betrifft, bin ich wohl auch nicht auf dem laufenden, ich befasse mich wenig damit, nur meine ich dazu einige Artikel gelesen zu haben, kann aber mittlerweile auch anders sein.

Die Grundaussagen bleiben, auf Landstraßen gibt es zu viele die ihres und das Leben anderer mit waghalsigen Überholmanövern riskieren, besonders auf einigen bestimmten Abschnitten und das Tempolimit bleibt sinnvoll, eine Neiddebatte oder solche abstrusen Nebelkerzen die hier der Spion zünden will ist lächerlich.
Diese Neiddebatte kommt immer von einer Kaste die selbst die egoistischste und neidigste ist, komisch. Dabei will ich aber nicht behaupten dass das beim Spion auch so ist, das ist nicht meine Absicht.


Geschrieben von: Bayernlover am 20 Jun 2012, 14:31
QUOTE (Electrification @ 20 Jun 2012, 13:19)
das gebe ich zu und was die deutsche Automobilindustrie betrifft, bin ich wohl auch nicht auf dem laufenden, ich befasse mich wenig damit

Dann versuch uns nicht irgendwas dazu zu erzählen.

Geschrieben von: ropix am 20 Jun 2012, 19:42
QUOTE (Lazarus @ 20 Jun 2012, 01:10)
Verstehe diese Diskussion sowieso net ganz, weil auf mehr als 2/3 der deutschen Autobahnen haben wir doch längst ein Tempolimit.

Hm... - also in Bayern reichts ja noch nichtmal für die Hälfte der Autobahnen mit Verkehrsleitsystem derzeit.

Und fest herabgesetzt ist sicher nicht zwei Drittel???

Geschrieben von: Autobahn am 20 Jun 2012, 20:25
QUOTE (ropix @ 20 Jun 2012, 20:42)
Hm... - also in Bayern reichts ja noch nichtmal für die Hälfte der Autobahnen mit Verkehrsleitsystem derzeit.

Und fest herabgesetzt ist sicher nicht zwei Drittel???

Deutschland besteht nicht nur aus Bayern. In NRW haben wir ein größeres Autobahnnetz als in Bayern, ich denke sogar, dass das Netz im Rhein-Ruhr Raum länger ist.

Es gibt auch eine sehr schöne Karte mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen auf deutschen Autobahnen. Die Karte findest Du unter:
http://www.autobahnatlas-online.de/Limitkarte.pdf und die Legende dazu unter: http://www.autobahnatlas-online.de/LegendeLimit.pdf

Geschrieben von: ropix am 20 Jun 2012, 20:41
QUOTE (Autobahn @ 20 Jun 2012, 21:25)
QUOTE (ropix @ 20 Jun 2012, 20:42)
Hm... - also in Bayern reichts ja noch nichtmal für die Hälfte der Autobahnen mit Verkehrsleitsystem derzeit.

Und fest herabgesetzt ist sicher nicht zwei Drittel???

Deutschland besteht nicht nur aus Bayern. In NRW haben wir ein größeres Autobahnnetz als in Bayern, ich denke sogar, dass das Netz im Rhein-Ruhr Raum länger ist.

Es gibt auch eine sehr schöne Karte mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen auf deutschen Autobahnen. Die Karte findest Du unter:
http://www.autobahnatlas-online.de/Limitkarte.pdf und die Legende dazu unter: http://www.autobahnatlas-online.de/LegendeLimit.pdf

ok, diese Karte ist natürlich eine wunderbare Bestätigung für 2/3 auf bestimmte Geschwindigkeiten begrenzte Autobahnen in Deutschland. (Zumindest wenn man vom RGB-Kabel das B absteckt)

Demnach wäre ja sogar NRW 50% nicht beschränkt...

Aber danke für diesen mal wieder zur Ausgangslage NICHT PASSENDEN Beitrag biggrin.gif

Geschrieben von: Autobahn am 20 Jun 2012, 20:55
QUOTE (ropix @ 20 Jun 2012, 21:41)
Demnach wäre ja sogar NRW 50% nicht beschränkt...

Der optische Eindruck trügt. Es kommt nicht auf die räumliche Verteilung an, sondern auf die Kilometer.
QUOTE (ropix @ 20 Jun 2012, 21:41)
Aber danke für diesen mal wieder zur Ausgangslage NICHT PASSENDEN Beitrag biggrin.gif

Gern geschehen biggrin.gif

Im Übrigen habe ich nicht behauptet, das 2/3 des deutschen Autobahnnetzes mit Geschwindigkeitsbeschränkungen versehen sind, sondern das Bundesverkehrsministerium tongue.gif

Geschrieben von: Rohrbacher am 20 Jun 2012, 20:58
QUOTE
Deutschland besteht nicht nur aus Bayern.

Stimmt. Flächenmäßig nur zu ca. 20%.

QUOTE
In NRW haben wir ein größeres Autobahnnetz als in Bayern

Stimmt nicht:
http://autobahn.wikia.com/wiki/Bayern: 2506,5 km Autobahn (auch ca. 20%, müssten aber mittlerweile sogar wieder ein paar km mehr sein...)
http://de.wikipedia.org/wiki/Landesbetrieb_Stra%C3%9Fenbau_NRW: 2187,0 km Autobahn (vielleicht durch Tagebau auch schon wieder weniger^^ *hust*)

Es gehört einfach zur bayerischen Tradition, dass bei uns in Bayern alles in 10 Minuten... äh... dass bei uns in Bayern alles größer, toller und besser ist... Sieh's halt einfach mal ein. biggrin.gif tongue.gif

Geschrieben von: Boris Merath am 20 Jun 2012, 20:59
QUOTE (Autobahn @ 20 Jun 2012, 21:55)
Es kommt nicht auf die räumliche Verteilung an, sondern auf die Kilometer.

Bevor Du weiter klugscheißt, schau doch erstmal selber die Karte an.

Geschrieben von: christian85 am 20 Jun 2012, 21:52
QUOTE
Die Entwurfs-Geschwindigkeit deutscher Autobahnen ist nirgends höher als 120 km/h. Du sparst mit deinem Limit mal überhaupt gar nichts.

Es gibt bei der A93 nördlich des Dreiecks Holledau ein älteres Stück, das Tempolimit 120 wegen relativ scharfer Kurven hat, vor denen auch gewant wird. Da man diese Kurve nur mit 120 befahren sollte, bei neueren Autobahnen solche Stellen aber nicht vorkommen, schließe ich daraus, dass neuere Autobahnen eben für deutlich höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind.

Zur Tempo 30 innerorts Diskussion: Ich würde einen Kompromissweg gehen: Es bleibt zwar beider Normalgeschwindigkeit 50, aber ich würde den Gemeinden deutlich mehr Gestaltungsspielraum einräumen, Tempo 30 selbst festzulegen. Letztendlich würde ich dazu tendieren, dass jede Gemeinde für Gemeindestraßen und eventuell auch noch für Kreisstraßen die Wahl hat, Tempo 30 oder 50 festzulegen. Tempo 60 innerorts würde ich ganz abschaffen.

Geschrieben von: ropix am 20 Jun 2012, 22:38
naja - auch hier könnte ein Blick in unsere Nachbargemeinden im Alpenland helfen. Die haben die nette Erfindung unters Ortsschild zu hängen wie schnell man auf nicht-vorrangstraßen fahren darf. Also z.B. Tempo 20 außer B185 oder Zone 35 außer Bundes und Vorrangstraßen. Reduziert den Schilderwald ganz erheblich.

Geschrieben von: Electrification am 20 Jun 2012, 22:44
QUOTE (Bayernlover @ 20 Jun 2012, 15:31)
Dann versuch uns nicht irgendwas dazu zu erzählen.

Hier hätte ich sogar was dazu:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/elektromobilitaet-in-deutschland-kommt-laut-auto-experten-nicht-voran-a-839947.html

Geschrieben von: Russischer Spion am 20 Jun 2012, 22:52
Das Thema "Elektroauto" ist die groesste technische Verarschung des 20 Jahrhunderts ph34r.gif . Man kann es noch nachvollziehen wenn darueber die ungebildeten gruenen Politiker labern aber wenn dies Ingenieure mitmachen... sad.gif

P.S. Bei meinem Auto wenn ich 160 fahre, zeigt mein Drehzahlmesser nur 2.700 Umdrehungen. Langsamer mag das Auto gar nicht rolleyes.gif .

Geschrieben von: JeDi am 20 Jun 2012, 22:54
Es gibt - vom Fahrverhalten her - nix geileres als Elektroautos. Und den Motor hört man ab 30 eh nimmer.

Geschrieben von: ropix am 20 Jun 2012, 23:00
QUOTE (Russischer Spion @ 20 Jun 2012, 23:52)
P.S. Bei meinem Auto wenn ich 160 fahre, zeigt mein Drehzahlmesser nur 2.700 Umdrehungen. Langsamer mag das Auto gar nicht rolleyes.gif .

Kannst du dich bitte mit dir einigen ob du nun eine Klapperkiste hast hinter der jeder herzuckelt oder ein Auto dessen Mindestgeschwindigkeit irgendwo bei 140 liegt? (was machst du eigentlich wenn du mal losfahren willst? oder hälts du wirklich nie an?)

Geschrieben von: Fichtenmoped am 20 Jun 2012, 23:22
QUOTE (Russischer Spion @ 20 Jun 2012, 23:52)
Das Thema "Elektroauto" ist die groesste technische Verarschung des 20 Jahrhunderts ph34r.gif . Man kann es noch nachvollziehen wenn darueber die ungebildeten gruenen Politiker labern aber wenn dies Ingenieure mitmachen... sad.gif

P.S. Bei meinem Auto wenn ich 160 fahre, zeigt mein Drehzahlmesser nur 2.700 Umdrehungen. Langsamer mag das Auto gar nicht rolleyes.gif .

Stimmt, das Elektroauto ist so ziemlich 1881, der O-Bus so ziemlich 1882... Und das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor so ziemlich 1886 - also ALLES alte Hüte! Wann kommt jetzt das Auto mit Atomantrieb? http://www.carstyling.ru/resources/concept/large/1958_Ford_Nucleon_05.jpg
Oder gar schwebende Autos? Aber von Jewgeni Jewgenjewitsch Podkletnow hat man auch lange nix mehr gehört...




Geschrieben von: Electrification am 20 Jun 2012, 23:47
Vor kurzem war doch im BR eine interessante Doku dran, mit einzigartigem Filmmaterial aus Fürth in einer Zeit als dort noch die Ludwigsbahn fuhr.
Da kam auch ein Beitrag über eine Brauerei und wie wurden die Bierfässer damals ausgefahren? Zum einen natürlich mit Pferdefuhrwerken, zum anderen aber mit Elektro-Lkw (!), die auch immer wieder in der Brauerei aufgeladen wurden.
Der Film war glaube ich von der Zeit um 1910, also wirklich keine neue Erfindung.

Geschrieben von: Rohrbacher am 20 Jun 2012, 23:49
QUOTE (JeDi @ 20 Jun 2012, 23:54)
Es gibt - vom Fahrverhalten her - nix geileres als Elektroautos.

Sorry, doch: Den VT98. Und Katamaranschiffe mit Strahlantrieb. Abgesehen von Heißluftballonen. Kann ich alle drei sehr empfehlen. biggrin.gif

QUOTE
P.S. Bei meinem Auto wenn ich 160 fahre, zeigt mein Drehzahlmesser nur 2.700 Umdrehungen.

Immerhin. Ich kann mir vorstellen, dass östlich, westlich und südlich des deutschen TÜV u.a. so mancher Drehzahlmesser gar nichts anzeigt. tongue.gif

Geschrieben von: Electron am 20 Jun 2012, 23:53
Es gab um 1900 rum einige Unternehmen, die Elektroautos konstruiert und verkauft hatten, nur hat aufgrund der doch schwächlichen Akkus der Benzinmotor in den darauffolgenden Jahrzehnten erst einmal das Rennen gemacht

Geschrieben von: JeDi am 21 Jun 2012, 00:42
QUOTE (Rohrbacher @ 21 Jun 2012, 00:49)
Sorry, doch: Den VT98.

Der kann aber auch ganz schön zickig werden biggrin.gif

QUOTE
Und Katamaranschiffe mit Strahlantrieb. Abgesehen von Heißluftballonen. Kann ich alle drei sehr empfehlen. biggrin.gif


Empfehlenswert auf jeden Fall. Aber nix für den Spion - der sollte mal ein E-Auto testen smile.gif

Geschrieben von: Russischer Spion am 21 Jun 2012, 07:02
QUOTE
Kannst du dich bitte mit dir einigen ob du nun eine Klapperkiste hast hinter der jeder herzuckelt oder ein Auto dessen Mindestgeschwindigkeit irgendwo bei 140 liegt?

Entweder habe ich mich nicht ganz verstaendlich geaessert oder du hast mich falsch verstanden rolleyes.gif .
QUOTE
was machst du eigentlich wenn du mal losfahren willst? oder hälts du wirklich nie an?

"Wer bremst, hat Angst laugh.gif .

Geschrieben von: ropix am 21 Jun 2012, 07:52
QUOTE (Russischer Spion @ 21 Jun 2012, 08:02)
Entweder habe ich mich nicht ganz verstaendlich geaessert oder du hast mich falsch verstanden rolleyes.gif .

Na dann - auf gehts, nächster Erklärungsversuch tongue.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 21 Jun 2012, 11:17
QUOTE (Electrification @ 20 Jun 2012, 23:44)
Hier hätte ich sogar was dazu:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/elektromobilitaet-in-deutschland-kommt-laut-auto-experten-nicht-voran-a-839947.html

Vorm Elektromotor steht noch die Sparsamkeit - und da sind deutsche Autos vorn mit dabei. Einen 7er BMW kann man mittlerweile mit unter 10 Litern Diesel fahren, ohne zu schleichen.

Geschrieben von: ropix am 21 Jun 2012, 15:23
QUOTE (Autobahn @ 20 Jun 2012, 21:55)
Im Übrigen habe ich nicht behauptet, das 2/3 des deutschen Autobahnnetzes mit Geschwindigkeitsbeschränkungen versehen sind, sondern das Bundesverkehrsministerium tongue.gif

Na dann - Quellenangabe biggrin.gif

Geschrieben von: Michi Greger am 21 Jun 2012, 18:33
QUOTE (Bayernlover @ 21 Jun 2012, 12:17)
Einen 7er BMW kann man mittlerweile mit unter 10 Litern Diesel fahren, ohne zu schleichen.

Den Prolopolo kann ich auch mit unter 6 Litern Benzin fahren und bin trotzdem an den Ampeln vorne mit dabei, wenn ich will.
(Schalten muß man können. Und richtig einkuppeln.)

Gruß Michi

Geschrieben von: Michi Greger am 21 Jun 2012, 18:36
QUOTE (ropix @ 19 Jun 2012, 22:21)
(Wer von euch kennt noch die Werbung - mit anderen Autos wären sie hier weiter gekommen, einen Mercedes kurz vorm Abgrund zeigend. Oder warens Reifen?)

Unimog. Da liegenbleiben, wo andere nicht mehr hinkommen biggrin.gif

Geschrieben von: Russischer Spion am 21 Jun 2012, 20:02
QUOTE
Na dann - auf gehts, nächster Erklärungsversuch tongue.gif

Also nochmal fuer besonders begabte cool.gif : Diejenigen, die ein Tempolimit fordern, haben meist eine 70 PS Kleinkarre die kaum schneller als 140 schafft. Und die sind nur neidisch auf die Leute die ein gutes und schnelles Auto fahren.

Versteh'n jetzt laugh.gif ?

Geschrieben von: blubbeldiblubb am 21 Jun 2012, 20:26
Hier wurde schon öfter davon gesprochen, dass es viel stressfreier sei, mit 120 oder 130 oder zu fahren anstatt mit hoher Geschwindigkeit. Das glaube ich nicht, denn eine mittlere Geschwindigkeit zwingt zum häufigen Spurwechseln. Man muss den Verkehr vorne und hinten im Auge behalten. Wenn man jedoch selber die ganze Zeit auf der linken Spur fährt, weil eh keiner schneller ist als man selbst, braucht man nur auf den Verkehr vor sich zu achten, und außer ab und an mal abzubremsen, wenn einer kurz vorher ausschert.
Ob dieses Problem allerdings durch ein Tempolimit zu lösen ist.... Ich bin eher skeptisch. Ich denke mir, dass aggressive und/oder ignorante Charaktere sich dann andere Dinge einfallen lassen, um sich abzureagieren. Dicht auffahren, mit geringer Geschwindigkeitsdifferenz überholen, beim einscheren schneiden.... Am stressfreiesten ist es wohl dann, wenn man sich nen LKW aussucht, und dann hinter dem die ganz Zeit (mit Tempomat) herfährt. Ist auch von der Spritersparnis her nicht zu toppen. Diese "Ruheräume" stehen jedem zur Verfügung, ganz ohne Tempolimit.


Geschrieben von: Bayernlover am 21 Jun 2012, 21:03
QUOTE (blubbeldiblubb @ 21 Jun 2012, 21:26)
Das glaube ich nicht, denn eine mittlere Geschwindigkeit zwingt zum häufigen Spurwechseln. Man muss den Verkehr vorne und hinten im Auge behalten.

Verstehe ich nicht. Links fahren dann alle 140 km/h und rechts alle langsameren. Und den Verkehr hinten muss man heute wohl noch viel intensiver im Auge behalten.

Also bei mir ist es so, dass ich selbst nach 6h Autofahrt mit 140 km/h noch recht entspannt bin. Schon bei 160 km/h wird es anstrengender, und bei konstant 180 km/h ist es wahrscheinlich entspannender, den ganzen Tag Steine auf nen Berg zu schleppen. Kommt aber aufs Auto an - das Unfallrisiko ist allerdings unabhängig vom Fahrzeug zu sehen.

Geschrieben von: Autobahn am 21 Jun 2012, 21:48
Ich habe nicht nachgerechnet, wie viele Kilometer ich auf europäischen Autobahnen zurück gelegt habe, mit und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Meine Erfahrung, die alle Berufskraftfahrer bestätigen werden, eine gleichmäßige Geschwindigkeit macht schläfrig.

Klar, wenn man bei 120 Km/h einpennt, sind die Folgen geringer, als bei 200 Km/h, aber bei 200 Km/h pennt man seltener ein laugh.gif


Geschrieben von: Bayernlover am 21 Jun 2012, 21:54
QUOTE (Autobahn @ 21 Jun 2012, 22:48)
Meine Erfahrung, die alle Berufskraftfahrer bestätigen werden, eine gleichmäßige Geschwindigkeit macht schläfrig.

Auch das kann ich bestätigen. Und ich muss zugeben, meine einzige Sekundenschlafphase hatte ich mal Sonntag Nachmittags auf der A11 - bei über 50km 120 km/h am Stück biggrin.gif Meine Güte, ist mir das Herz nachher geflattert. Klima noch kälter gemacht, dann ging es.

Ich gehe aber davon aus, dass die Folgen von Sekundenschlaf (und vor allem die Häufigkeit) geringer sind als die von schweren Unfällen wegen großer Geschwindigkeitsdifferenzen beim Aufprall.

Geschrieben von: ropix am 21 Jun 2012, 22:39
QUOTE (Russischer Spion @ 21 Jun 2012, 21:02)
Also nochmal fuer besonders begabte cool.gif : Diejenigen, die ein Tempolimit fordern, haben meist eine 70 PS Kleinkarre die kaum schneller als 140 schafft. Und die sind nur neidisch auf die Leute die ein gutes und schnelles Auto fahren.

Versteh'n jetzt laugh.gif ?

Nein - sagt nämlich immer noch nicht ob DEINE Karre jetzt 0 PS (dafür eine Eselstärke) hat oder 480 Pferdestärken.

Außerdem, was machst du jetzt mit mir? Froher Fahrer einer - ok, 75 PS Kleinkarre die partout nicht mehr als 195 schafft (weil der Tacho digital ist und nur bis 199 geht) und damit erheblich glücklicher als mit dem auch zur Verfügung stehenden 180 PS Glumpscheiß der weder passend von der Ampel wegzieht noch sich zur Not (Tankanzeige vs. Tankstellenschild) sich auch mal mit 3 Litern auf 100 Kilometer fahren lässt smile.gif

By the way. Wenn du mal Tee im Gesicht haben willst (analog der aktuellen Yaris-Werbung smile.gif )

Und jetzt zum Thema: hast du dich jetzt mit dir geeinigt wie viel PS dein aktuelles Auto hat? tongue.gif

Geschrieben von: Autobahn am 21 Jun 2012, 22:43
QUOTE (Bayernlover @ 21 Jun 2012, 22:54)
Ich gehe aber davon aus, dass die Folgen von Sekundenschlaf (und vor allem die Häufigkeit) geringer sind als die von schweren Unfällen wegen großer Geschwindigkeitsdifferenzen beim Aufprall.

Sekundenschlaf ist das eine, Schläfrigkeit das andere Problem. Sekundenschlaf tritt ein, wenn der Mensch übermüdet ist, Schläfrigkeit, wenn er unterfordert ist.

Ich erinnere mich an eine Fahrt von Zagreb nach Düsseldorf. In Ösiland musste ich mehrere Kilometer (ca. 50) hinter einem 80 Km/h Schleicher fahren (O.K. war auch nicht mehr erlaubt). Ich war schon fast versucht, mir eine Bleibe für die Nacht zu suchen, obwohl es erst Mittag war. Als dann die 80 Km/h Begrenzung nicht mehr galt, wurde ich wach. Dabei brachte die Schüssel, mit der ich unterwegs war, gerade mal 130 Km/h. Düsseldorf habe ich dann noch vor Sonnenuntergang erreicht.

Geschrieben von: Hot Doc am 21 Jun 2012, 23:57
QUOTE (Autobahn @ 21 Jun 2012, 22:48)
Ich habe nicht nachgerechnet, wie viele Kilometer ich auf europäischen Autobahnen zurück gelegt habe, mit und ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Meine Erfahrung, die alle Berufskraftfahrer bestätigen werden, eine gleichmäßige Geschwindigkeit macht schläfrig.

Klar, wenn man bei 120 Km/h einpennt, sind die Folgen geringer, als bei 200 Km/h, aber bei 200 Km/h pennt man seltener ein laugh.gif

Die Autobahn zeigst du mir, auf der man bei 120 km/h einpennt. Auch in der Schweiz, Holland, Spanien (z.Z. nur 110) ist genug los, dass man auch bei 120 ausrerichend gefordert wird den umgebenden Verkehr zu beobachten und darauf zu reagieren. Und selbst wenn es langweiliger wird, bei 200 verpasst du so viele Kleinigkeiten weil du und dein Bewußtsein immer mehr in Tunnelblick geraten, dass da im Schnitt deutlich mehr passiert auf der gleichen Strecke (auch rein von den Zahlen her, die Schwere der Unfälle mal ganz außen vor gelassen).

Geschrieben von: ropix am 22 Jun 2012, 09:23
QUOTE (Hot Doc @ 22 Jun 2012, 00:57)
Die Autobahn zeigst du mir, auf der man bei 120 km/h einpennt.

Ach, das hat viel weniger mit der Straße zu tun als mit dem Müdigkeitsgrad des Fahrers. Und letztlich isses total wurscht ob 200, 120 oder 20 und ob Autobahn, Landstraße oder Fußgängerzone.

Wer kurz vorm einschlafen ist hat eine Pause zu machen.

Allerdings ist ein stures mit 130 durch die Lärmschutzeinhausung Salzburg-Wien West gefahre der Müdigkeit förderlicher als mit 130 über die A9 zu fahren wo man seine Augen praktisch überall gleichzeitig haben muss wer von hinten oder von der Seite einschlägt, wann man wieder einen Panzer mit 60 vor sich auf der Straße hat und wann man mal eben schnell auf 160 kommen muss um sowohl am grad ausscherenden Laster vorbeizukommen und gleichzeitig nicht vom BMW oder Audi hinter einem Zwnagsbeschleunigt zu werden...

(Oder eben wann mal wieder der hinter einem mit dem vor einem einen Auffahrunfall bauen will und den armen Yaris dabei glatt übersieht)

Geschrieben von: DumbShitAward am 18 Nov 2012, 14:14
Heute morgen ists mal wieder passiert. Auf der A5 zwischen Offenburg und Lahr sind bei einem Unfall mit einem Geisterfahrer bis dato sechs Leute ums Leben gekommen.

Tragisch, sicherlich und es ist auch noch nicht klar wieso der Fahrer entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren ist, dennoch gehen jetzt wieder die Diskussionen los, wie man sowas verhindern kann.

Warntafeln in Signalfarbe, Metallstacheln wie in manchen Parkhäusern, sogar Radarüberwachung wird genannt, aber das naheliegenste wird wieder einmal völlig ignoriert: der Faktor Mensch.

Sicherlich ist es stellenweise sinnvoll die Beschilderung oder gar die Verkehrsführung zu ändern, gerade Stellen die für Nebelbänke bekannt sind könnte man sicherlich etwas entschärfen, aber keine dieser Maßnahmen greift wenn jemand das absichtlich tut. Gut, das geben die Befürworter auch zu.

Es löst allerdings nicht das Problem, dass nach wie vor zu viele Leute auf der Straße sind, die körperlich oder geistig nicht (mehr) in der Lage sind am Verkehr teilzunehmen. Diese Leute lässt man völlig unbehelligt obwohl man ja die Möglichkeit gehabt hätte das im Rahmen der aktuellen EU-Führerscheinrichtlinie abzustellen, namentlich durch eine regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit...

Geschrieben von: Bummelbahn am 18 Nov 2012, 14:44
QUOTE (DumbShitAward @ 18 Nov 2012, 14:14)
Heute morgen ists mal wieder passiert. Auf der A5 zwischen Offenburg und Lahr sind bei einem Unfall mit einem Geisterfahrer bis dato sechs Leute ums Leben gekommen.

Tragisch, sicherlich und es ist auch noch nicht klar wieso der Fahrer entgegen der Fahrtrichtung auf die Autobahn aufgefahren ist, dennoch gehen jetzt wieder die Diskussionen los, wie man sowas verhindern kann.

Warntafeln in Signalfarbe, Metallstacheln wie in manchen Parkhäusern, sogar Radarüberwachung wird genannt, aber das naheliegenste wird wieder einmal völlig ignoriert:  der Faktor Mensch.

Sicherlich ist es stellenweise sinnvoll die Beschilderung oder gar die Verkehrsführung zu ändern, gerade Stellen die für Nebelbänke bekannt sind könnte man sicherlich etwas entschärfen, aber keine dieser Maßnahmen greift wenn jemand das absichtlich tut. Gut, das geben die Befürworter auch zu.

Es löst allerdings nicht das Problem, dass nach wie vor zu viele Leute auf der Straße sind, die körperlich oder geistig nicht (mehr) in der Lage sind am Verkehr teilzunehmen. Diese Leute lässt man völlig unbehelligt obwohl man ja die Möglichkeit gehabt hätte das im Rahmen der aktuellen EU-Führerscheinrichtlinie abzustellen, namentlich durch eine regelmäßige Überprüfung der Fahrtauglichkeit...

Ich finde in diesem Zusammenhang den Feldversuch mit den neongelben "Stop - Falsch"-Schildern wie in Österreich, den Bundesverkehrsminister Ramsauer vor einiger Zeit gestartet hat, für eine sehr sinnvolle Maßnahme. Wenn man diese wirklich sehr auffälligen Schilder an immer mehr Einfahrten hinstellt, dann sollte die hoffentlich einen großen Teil der versehentlichen Geisterfahrer durch ihre grelle Farbe abschrecken, so dass sie es gerade noch merken.

Die absichtlichen Falschfahrer (z.B. wegen Suizidwunsch oder unter Drogeneinfluss) wird das aber wohl kaum abschrecken.

Geschrieben von: Autobahn am 18 Nov 2012, 14:51
QUOTE (Bummelbahn @ 18 Nov 2012, 14:44)
Ich finde in diesem Zusammenhang den Feldversuch mit den neongelben "Stop - Falsch"-Schildern wie in Österreich, den Bundesverkehrsminister Ramsauer vor einiger Zeit gestartet hat, für eine sehr sinnvolle Maßnahme.

Gibt es in den Niederlanden schon lange:

http://www.enjoy-europe.com/travelog/keukenhof/GaTerug.jpg

Geschrieben von: Electrification am 18 Nov 2012, 16:23
Wenn wir schon beim Autofahren sind. Wieso halten sich so viele nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen? Auf der Autobahn erlebt man wegen Baustellen ja öfter 80er-Zonen z. B. und wie viele fahren dort dann deutlich schneller durch? Oder auf anderen Abschnitten wo es einen kleinen Einbruch gibt.
Scheinbar meint man dass die Tafeln nur eine Empfehlung sind.

Es soll ja jetzt einen Opel geben der die Geschwindigkeitsbeschränkungen automatisch erkennt. Da könnte man doch sicher die Autos der nächsten Generation so bauen dass das Fahrzeug die erlaubte Höchstgeschwindigkeit erkennt und der Autofahrer dann nicht über diesen Wert hinaus beschleunigen könnte. Das wäre super und jeder müsste sich an die Regeln halten.
Das würde auch das Blitzen sparen und die Polizei könnte sich wichtigeren Dingen widmen.

Das wäre auch genial, weil mich die Gesichter der ganzen Raser und Verkehrsrowdys interessieren würden, wenn das umgesetzt wird.

Geschrieben von: DumbShitAward am 19 Nov 2012, 09:53
QUOTE (Bummelbahn @ 18 Nov 2012, 14:44)
Ich finde in diesem Zusammenhang den Feldversuch mit den neongelben "Stop - Falsch"-Schildern wie in Österreich, den Bundesverkehrsminister Ramsauer vor einiger Zeit gestartet hat, für eine sehr sinnvolle Maßnahme. Wenn man diese wirklich sehr auffälligen Schilder an immer mehr Einfahrten hinstellt, dann sollte die hoffentlich einen großen Teil der versehentlichen Geisterfahrer durch ihre grelle Farbe abschrecken, so dass sie es gerade noch merken.

Die absichtlichen Falschfahrer (z.B. wegen Suizidwunsch oder unter Drogeneinfluss) wird das aber wohl kaum abschrecken.

Dagegen ist grundsätzlich ja nichts einzuwenden und selbst wenns wider erwarten keinen einzigen Unfall verhindern sollte, schaden würde es sicherlich nichts.

Dennoch sehe ich, wie so oft in Deutschland, eine gefährliche Tendenz zur "Minimallösung": anstatt die Ursache zu bekämpfen, versucht man mit einem Aspirin und einem Pflaster das Symptom zu beseitigen. Es ist nicht nur weltweit unüblich als auch sinnvoll, jemandem mit 17 einen Zettel zu geben, der es der Person erlaubt bis zum Ende seines Lebens ein tonnenschweres Gefährt mit hoher Geschwindigkeit durchs Land zu treiben. Es ist nunmal so, dass sich die körperliche oder geistige Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs im Laufe der Zeit ändern kann und oft auch tut, von Änderungen in den Verkehrsregeln gar nicht zu sprechen (ist euch eigentlich mal aufgefallen wie viele, insbesondere ältere Leute, immer noch nicht geschnallt haben, wie man in einen Kreisverkehr Ein- und Ausfährt? Nicht per se gefährlich, aber es provoziert gefährliche Situationen, ein Problem, dass leider nach wie vor nicht in den Unfallstatistiken aufgeführt wird). Eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit in regelmäßigen Abständen ist eigentlich unabdingbar.


QUOTE (Electrification @ 18 Nov 2012, 16:23)
Wenn wir schon beim Autofahren sind. Wieso halten sich so viele nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen? Auf der Autobahn erlebt man wegen Baustellen ja öfter 80er-Zonen z. B. und wie viele fahren dort dann deutlich schneller durch? Oder auf anderen Abschnitten wo es einen kleinen Einbruch gibt.
Scheinbar meint man dass die Tafeln nur eine Empfehlung sind.

Es soll ja jetzt einen Opel geben der die Geschwindigkeitsbeschränkungen automatisch erkennt. Da könnte man doch sicher die Autos der nächsten Generation so bauen dass das Fahrzeug die erlaubte Höchstgeschwindigkeit erkennt und der Autofahrer dann nicht über diesen Wert hinaus beschleunigen könnte. Das wäre super und jeder müsste sich an die Regeln halten.
Das würde auch das Blitzen sparen und die Polizei könnte sich wichtigeren Dingen widmen.

Das wäre auch genial, weil mich die Gesichter der ganzen Raser und Verkehrsrowdys interessieren würden, wenn das umgesetzt wird.

Ganz einfach, es ist gefährlich.

Es gibt durchaus Situationen, in denen das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit legitim und auch nicht verboten ist, beispielsweise um größere Gefahren zu vermeiden. Klassisches Beispiel ist die Situation, in der ein Fahrzeug auf der linken Spur ist und auf rechts daneben ist ein LKW. Von hinten kommt der Krankenwagen und um die linke Spur schnellstmöglich frei zu machen und den Krankenwagen so wenig wie möglich aufzuhalten, ist das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit legitim.

Dass diese Systeme von den "Rasern" wohl so oft wie möglich abgeschaltet werden würden, steht ungefähr auf dem selben Blatt wie beispielsweise die unüblich niedrigen Geschwindigkeitsbegrenzungen in vielen Baustellen (z.B. bei Ein- und Ausfahrt 60km/h statt der sonst in Europa üblichen 80km/h - ist zwar kein Grund sich nicht dran zu halten, blödsinnig ist es aber dennoch).

Geschrieben von: JeDi am 19 Nov 2012, 10:47
QUOTE (DumbShitAward @ 19 Nov 2012, 09:53)
Es ist nicht nur weltweit unüblich als auch sinnvoll, jemandem mit 17 einen Zettel zu geben, der es der Person erlaubt bis zum Ende seines Lebens ein tonnenschweres Gefährt mit hoher Geschwindigkeit durchs Land zu treiben. Es ist nunmal so, dass sich die körperliche oder geistige Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs im Laufe der Zeit ändern kann und oft auch tut, von Änderungen in den Verkehrsregeln gar nicht zu sprechen (ist euch eigentlich mal aufgefallen wie viele, insbesondere ältere Leute, immer noch nicht geschnallt haben, wie man in einen Kreisverkehr Ein- und Ausfährt? Nicht per se gefährlich, aber es provoziert gefährliche Situationen, ein Problem, dass leider nach wie vor nicht in den Unfallstatistiken aufgeführt wird). Eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit in regelmäßigen Abständen ist eigentlich unabdingbar.

Grundsätzlich - unbegrenzt gilt da garnix, alle derzeit im Umlauf befindlichen Führerscheine gelten bis maximal 2033. Ich gehe mal davon aus, dass man bis dahin dann auch noch diverse Unterlagen verlangt (auch wenns derzeit angeblich noch nicht geplant ist...).

Nur die Frage ist - löst das das Problem? Die allermeisten Falschfahrer, die wirklich einen tödlichen Unfall bauen, dürften relativ genau wissen, was sie da tun. Und die setzen sich im Zweifel auch ohne Führerschein ins Auto - oder vielleicht grade weil sie ihn nicht verlängert bekommen haben.

Geschrieben von: 146225 am 19 Nov 2012, 18:54
Die Problematik ist wohl wirklich die immense Summe zeitgleicher individueller Entscheidungen im Straßenverkehr, und bei diesen ist es nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip nicht nur gegeben, daß es nicht unerheblich wenige Fehlentscheidungen gibt, sondern auch, daß eine oder mehrere Fehlentscheidungen in Relation zu anderen (Fehl-)Entscheidungen ganz schnell sehr häßliche Konsequenzen haben können.

Bestes Beispiel, heute morgen um kurz nach 6 Uhr der Warnhinweis im Radio, daß man auf der A81 von Heilbronn nach Stuttgart zwischen Pleidelsheim und Ludwigsburg wegen dichten zähen Nebel mit Sichtweiten < 50 m langsam und vorsichtig fahren soll, keine 20 Minuten später dann die Warnmeldung, daß in Höhe der Anschlußstelle Pleidelsheim Gefahr durch eine ungesicherte Unfallstelle droht. Wozu also noch die erste Warnung, wenn es Menschen gibt, die nicht einmal angesichts offensichtlicher Gefahren wie Nebel vernünftig und sachlich richtig handeln können?

Eine Zunahme an Sicherheit liegt also wohl wirklich in der technischen Einschränkung der individuellen Entscheidungsfreiheit, wie z.B. in der vorgeschlagenen automatischen Geschwindigkeitsregulierung. Das Problem ist nur: Weder solche Dinge noch verschärfte Regelungen für die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen wird die deutsche Politik jemals ernsthaft umsetzen - es könnte ja zuviele Wähler erschrecken. Das Recht, sinnbefreit sein Gaspedal bis ins Extrem zu malträtieren, will sich der freie Deutsche im Gegensatz zu zig anderen Rechten, halt nicht nehmen lassen.

Geschrieben von: Cloakmaster am 19 Nov 2012, 20:02
Warum sollte ein deutscher Führerschein im Jahr 2033 oder gar eher ungültig werden?

Geschrieben von: JeDi am 19 Nov 2012, 20:39
QUOTE (Cloakmaster @ 19 Nov 2012, 20:02)
Warum sollte ein deutscher Führerschein im Jahr 2033 oder gar eher ungültig werden?

Das wird so demnächst in der FeV stehen.

Geschrieben von: Electrification am 19 Nov 2012, 22:40
QUOTE (DumbShitAward @ 19 Nov 2012, 09:53)
Ganz einfach, es ist gefährlich.

Es gibt durchaus Situationen, in denen das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit legitim und auch nicht verboten ist, beispielsweise um größere Gefahren zu vermeiden. Klassisches Beispiel ist die Situation, in der ein Fahrzeug auf der linken Spur ist und auf rechts daneben ist ein LKW. Von hinten kommt der Krankenwagen und um die linke Spur schnellstmöglich frei zu machen und den Krankenwagen so wenig wie möglich aufzuhalten, ist das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit legitim.

Dass diese Systeme von den "Rasern" wohl so oft wie möglich abgeschaltet werden würden, steht ungefähr auf dem selben Blatt wie beispielsweise die unüblich niedrigen Geschwindigkeitsbegrenzungen in vielen Baustellen (z.B. bei Ein- und Ausfahrt 60km/h statt der sonst in Europa üblichen 80km/h - ist zwar kein Grund sich nicht dran zu halten, blödsinnig ist es aber dennoch).

Ich sehe da kein Problem, denn dann könnte man ja die Möglichkeiten schaffen, dass z. B. Krankenwagen, Polizei, THW oder die Feuerwehr diese Sperre lösen könnten und die Fahrzeuge eben dafür ausgerüstet sind. So würde den Fahrzeugen dann ein Warnlicht und ein Warnton anzeigen dass man zum Räumen jetzt schneller werden kann.

Warum sollte man ein System schaffen dass von den Rasern abgeschaltet werden kann? Die Autos müssten damit ausgerüstet sein, ohne Möglichkeit etwas abzuschalten (diese wäre dann wie erwähnt nur von außen durch Rettungskräfte z. B. möglich).

Ob jetzt an einer Ein- und Ausfahrt 60 oder 80 gilt, das finde ich auch nicht immer alles schön, aber wie lange ist so eine Ausfahrt? Die paar Sekunden wird man ja wohl haben und man kommt nicht um, es sollen gerüchteweise bisher alle überlebt haben.

Geschrieben von: DumbShitAward am 20 Nov 2012, 06:57
QUOTE (Electrification @ 19 Nov 2012, 22:40)
Ich sehe da kein Problem, denn dann könnte man ja die Möglichkeiten schaffen, dass z. B. Krankenwagen, Polizei, THW oder die Feuerwehr diese Sperre lösen könnten und die Fahrzeuge eben dafür ausgerüstet sind. So würde den Fahrzeugen dann ein Warnlicht und ein Warnton anzeigen dass man zum Räumen jetzt schneller werden kann.

Warum sollte man ein System schaffen dass von den Rasern abgeschaltet werden kann? Die Autos müssten damit ausgerüstet sein, ohne Möglichkeit etwas abzuschalten (diese wäre dann wie erwähnt nur von außen durch Rettungskräfte z. B. möglich).

Ob jetzt an einer Ein- und Ausfahrt 60 oder 80 gilt, das finde ich auch nicht immer alles schön, aber wie lange ist so eine Ausfahrt? Die paar Sekunden wird man ja wohl haben und man kommt nicht um, es sollen gerüchteweise bisher alle überlebt haben.

Je komplexer ein System, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass es im Alltagsbetrieb nicht sauber funktioniert - bei der Bahn wie im Straßenverkehr. Außerdem war der Rettungswagen ja nur ein Beispiel unter vielen, es gibt sicherlich eine ganze Latte an Situationen, wo das kurzfristige Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit zumindest legitim sein könnte, oder willst du vielleicht ein IndyCar-ähnliches Knopfsystem wie "Push to Pass" einführen? Ganz banale Situation: du hängst bei recht dichtem Verkehr hinter einem langsameren Fahrzeug und möchtest dieses überholen. Die Lücken sind klein und wenn du dann doch eine findest, die groß genug ist, dann behinderst du beim Rausziehen den nachfolgenden Verkehr. Durch das (moderate) Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verhinderst du, dass der Hintermann entweder den Sicherheitsabstand unterschreitet und/oder Abbremsen muss, was im Interesse aller dem Verkehrsfluss zu Gute käme. Mach das heute vor den Augen der Polizei und die werden nicht mal mit der Wimper zucken, sofern du dich nach "Entspannung der Situation" wieder auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit zurückfallen lässt.

Wieso man ein abschaltbares System entwickeln möchte? Möchte man nicht, aber man möchte schließlich auch nicht, dass User Rootrechte auf ihren Smartphones, Spielkonsolen, usw. haben. Die Leute werden die Sperre einfach aushebeln oder aushebeln lassen, mir fielen da aus dem Stand ungefähr 15 Möglichkeiten ein das recht einfach zu bewerkstelligen ohne, dass das in einer etwaigen Kontrolle überhaupt nachvollziehbar wäre. Im Gegenteil, es würde sogar eine Ausrede mehr geben, sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten zu haben: "Was kann ich dafür, dass das blöde System nicht funktioniert, ich hab mich drauf verlassen und habe gar nicht gemerkt, dass ich zu schnell gefahren bin"... schon hast du quasi keine Möglichkeit mehr bei geringen und mittleren Geschwindigkeitsüberschreitungen Vorsatz zu unterstellen, d.h. die Bußgelder sinken empfindlich, weil man allenfalls noch mangelnde Sorgfaltspflicht unterstellen könnte. Und die Idee ein "sicheres und unüberlistbares System" zu etablieren haben schon ganz andere nicht geschafft...

Sinn macht das ganze ohnehin nur, wenn gewährleistet wäre, dass alle Fahrzeuge so ein System haben und selbst dann nicht so recht.



Zu den Anfängen/Enden der Baustellen mit teilw. zu niedrigen Geschwindigkeiten:

Es geht überhaupt nicht um die handgestoppten 8,725 Sekunen meines Lebens - ein Argument, dass lustigerweise immer wieder auftaucht, wobei sich alle einig sind, dass es irrelevant ist.
Es geht viel mehr darum, dass du dir damit auf mindestens zwei Arten unnötig Ärger ins Haus holst:

1. Eine starke Veränderung der Geschwindigkeit ist immer ein Problem, wenn sie dann auch noch in kurzer Abfolge schwankt um so mehr. Worst case Szenario hast du folgende Situation: unbeschränkt - 120 - 100 - 80 - 60 - 80 - 120. In der Praxis bedeutet das, dass du einige wenige Leute haben wirst, die sich einen Dreck dafür interessieren und zumindest bis Hälfte der Baustelle mit 180 angeflogen kommen, die große Mehrheit die sich vorher mit vernünftigen 130-140 bewegt haben und beim 120km/h-Schild einfach vom Gas geben und dann so Pi mal Daumen mit 70 die 60km/h-Tafel passieren, die Sorte Fahrer die schon bei dem Wort "Baustelle" in Panik geraten und den Anker werfen sowie dann natürlich noch den stereotypen Opa der sowieso immer 80km/h fährt, egal obs eine Spielstraße oder die Autobahn ist, gerne natürlich noch auf der Mittelspur. Dazu noch verengte Fahrbahnen gepaart mit einigen wenigen Rücksichtslosen und ebensovielen Unfähigen, Massenkarambolage vorprogrammiert.

2. Selbst wenn alle sich penibelst an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten würden sorgst du durch diese zusätzliche Begrenzung dafür, dass das Nadelöhr Baustelleneinfahrt noch enger wird. Letztes Jahr im Frühjahr/Sommer hat man diesen Fehler recht gut an einer etwas größeren Baustelle in Leutkirch/Allgäu auf der A96 Richtung Lindau sehen können: die Staus vor der Baustelle waren anfangs kilometerlang, da bist zum Teil eine Stunde gestanden. Sobald du aber im Baustellenbereich warst, gings plötzlich wie von Geisterhand wieder halbwegs zügig vorwärts. Irgendwann hat man die Baustelleneinfahrt nicht mehr auf 60 sondern 80 beschränkt und die Zahl bzw. Größe der Staus ging um fast 50% zurück. Der Grund weshalb sich der Stau bei 60km/h so extrem entwickelte war, dass die ganzen LKW von 90 auf 60 herunterbremsen mussten und dann natürlich in der Baustelle selbst wo 80km/h war eine ganze Zeit gebraucht haben um wieder auf Fahrtgeschwindigkeit zu kommen, ergo alle hinter ihnen "gefangen" waren - das hat sich über einen Zeitraum von Stunden eben multipliziert und irgendwann war dann der Abschnitt überlastet, ergo es ging stellenweise gar nichts mehr.




@ JeDi

Es geht ja gar nicht darum, die Kriterien die für das Führen eines Kraftfahrzeuges vorausgesetzt werden, zu verschärfen. Es ist schon jetzt recht klar festgelegt unter welchen Umständen eine Fahrerlaubnis eingezogen werden sollte bzw. muss, einzig werden die entsprechenden Richtlininen bzw. die Überprüfung der Fahrtauglichkeit nicht konsequent genug und teilweise gar falsch angewendet.

Wenn du es drauf anlegst zur MPU (vulgo: "Depperltest") beordert zu werden schaffst du das eigentlich nur auf drei Arten: Drogenbesitz bzw. wiederholt unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr erwischt werden, Raserei jenseits von Gut und Böse oder (sehr beliebt) der Polizei widersprechen und auf etwaige Richtlinienverstöße ihrerseits hinweisen ohne einen Anwalt dabei zu haben.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung war ja ursprünglich grundsätzlich dafür gedacht zu überprüfen, ob in jeder hinsicht auffällige Fahrer überhaupt (noch) die körperliche und geistige Eignung haben ein Fahrzeug zu führen. Es hat sich halt zu einem Strafsystem für eine gewisse Latte an Vergehen entwickelt, andere, wie z.B. eben offensichtlichen körperlichen Gebrechen, die das Führen eines Fahrzeugs zumindest zweifelhaft erscheinen lassen, werden in der Realität so gut wie berücksichtigt.

Geschrieben von: Meikl am 20 Nov 2012, 08:28
Also ich denke, wenn sich alle an die erlaubte Geschwindigkeit halten würden, dann könnte man sicherlich viele Geschwindigkeitsbegrenzungen etwas entschärfen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Verkehrsplaner nicht berücksichtigen, daß die meisten Autofahrern sowieso 20 km/h zu schnell fahren.

Geschrieben von: Bayernlover am 20 Nov 2012, 10:31
Vor allem wird einerseits über Eingriffe des Staates gemeckert, andererseits aber so eine Lösung präsentiert?

Geschrieben von: Electrification am 20 Nov 2012, 13:32
QUOTE (DumbShitAward @ 20 Nov 2012, 06:57)
Der Grund weshalb sich der Stau bei 60km/h so extrem entwickelte war, dass die ganzen LKW von 90 auf 60 herunterbremsen mussten und dann natürlich in der Baustelle selbst wo 80km/h war eine ganze Zeit gebraucht haben um wieder auf Fahrtgeschwindigkeit zu kommen, ergo alle hinter ihnen "gefangen" waren - das hat sich über einen Zeitraum von Stunden eben multipliziert und irgendwann war dann der Abschnitt überlastet, ergo es ging stellenweise gar nichts mehr.




@ JeDi

Es geht ja gar nicht darum, die Kriterien die für das Führen eines Kraftfahrzeuges vorausgesetzt werden, zu verschärfen. Es ist schon jetzt recht klar festgelegt unter welchen Umständen eine Fahrerlaubnis eingezogen werden sollte bzw. muss, einzig werden die entsprechenden Richtlininen bzw. die Überprüfung der Fahrtauglichkeit nicht konsequent genug und teilweise gar falsch angewendet.

Wenn du es drauf anlegst zur MPU (vulgo: "Depperltest") beordert zu werden schaffst du das eigentlich nur auf drei Arten: Drogenbesitz bzw. wiederholt unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr erwischt werden, Raserei jenseits von Gut und Böse oder (sehr beliebt) der Polizei widersprechen und auf etwaige Richtlinienverstöße ihrerseits hinweisen ohne einen Anwalt dabei zu haben.

Die medizinisch-psychologische Untersuchung war ja ursprünglich grundsätzlich dafür gedacht zu überprüfen, ob in jeder hinsicht auffällige Fahrer überhaupt (noch) die körperliche und geistige Eignung haben ein Fahrzeug zu führen. Es hat sich halt zu einem Strafsystem für eine gewisse Latte an Vergehen entwickelt, andere, wie z.B. eben offensichtlichen körperlichen Gebrechen, die das Führen eines Fahrzeugs zumindest zweifelhaft erscheinen lassen, werden in der Realität so gut wie berücksichtigt.

Lkw dürften eigentlich nur 80 fahren und mir ist unverständlich wieso sie eine Geschwindigkeit von über 90 km/h erreichen können. Hier müsste so gedrosselt werden dass kein Lkw schneller als 83 km/h fahren könnte.

Dein Beispiel kann man auch mit einem Geschwindigkeitstrichter lösen, indem man langsam und in langen Abständen absenkt. Würde sich der Lkw an seine 80 halten, hätte er auch nur 20 km/h abbremsen müssen.

Wie willst du das Problem der ständigen Geschwindigkeitsüberschreitungen lösen? Höhere Strafen bringen auch wenig. Mir geht es hier auch nicht um die Leute die mal 10 km/h schneller fahren, sondern um die, die in der 80er Zone noch 120 fahren und ich kann das als regelmäßiger Autobahnnutzer jeden Tag erleben. Baustellen werden auch von vielen deutlich schneller durchfahren, obwohl dort die Beschränkung meist auch den dort arbeitenden Menschen dient.

Wie wollen wir also sicherstellen dass die Geschwindigkeiten künftig einfach besser eingehalten werden? Dazu brauchen wir ein System dass die Fahrer dazu zwingt, weil sie scheinbar eigenverantwortlich (zumindest viele) dazu nicht in der Lage sind.

Geschrieben von: Bayernlover am 20 Nov 2012, 16:09
QUOTE (Electrification @ 20 Nov 2012, 13:32)
Wie wollen wir also sicherstellen dass die Geschwindigkeiten künftig einfach besser eingehalten werden? Dazu brauchen wir ein System dass die Fahrer dazu zwingt, weil sie scheinbar eigenverantwortlich (zumindest viele) dazu nicht in der Lage sind.

Wie viele Prozent sind das?

Geschrieben von: Martin H. am 20 Nov 2012, 18:27
QUOTE (Electrification @ 20 Nov 2012, 13:32)
Lkw dürften eigentlich nur 80 fahren und mir ist unverständlich wieso sie eine Geschwindigkeit von über 90 km/h erreichen können. Hier müsste so gedrosselt werden dass kein Lkw schneller als 83 km/h fahren könnte.

Heute live am Irschenberg Richtung Nord erlebt, bergab, drei Sattelzüge unterschiedlicher Unternehmen mit je rund 30 Meter Abstand zueinander haben es am Fuß des Berges auf 110 km/h gebracht. Für alle war wegen des Verkehrs auf 120 gedrosselt.

Die heutigen LKW sind spätestens bei 90 km/h abgeregelt, eigentlich. U.a. Berg ab kann an das aber auch ohne Manipulationen überwinden, einige, vor allem ältere LKW sind noch auf 85 km/h gedrosselt. Bei welchen mit Baujahr noch um 1990 herum von Mercedes kann ich mich noch dumpf an die serienmäßig verbaute Taste "V-SET" erinnern, womit man den Begrenzer ausschalten zu können, wenn es erforderlich ist. Natürlich wird die Überschreitung dann auf der Tachoscheibe aufgezeichnet. Viele der 7,5-Tonner haben bis heute keinen Begrenzer.

Aus einem anderen Forum, wo es um den Verbrauch einer leeren Sattelzugmaschine geht:
QUOTE
Ja hast ja gut geschätzt. Nun muß ich ja noch sagen da wir ja zu 90%mit Gefahrgut unterwegs sind,sind wir nicht die Schnellsten.Bei 84 ist Schluss.

http://www.bahnerforum.de/forum/showthread.php/12835-Was-verbraucht-eine-leere-Sattelzugmaschine/page2?highlight=solo

Gerade die Gefahrguttransporter halten sich aber eigentlich an die Limits, weil wenn dann da was schief geht, will ich nicht in der Haut der Fahrer stecken. Einige haben ja noch extra Hinweise auf die Geschwindigkeiten von 60 und 80 km/h am Heck. Und dann diese Aussage dazu, toll.

In den letzten tagen im Fernsehen zu einem Unfall auf glatter Straße:
Zeuge:"Zum Glück hat es der Gefahrguttransporter dort gerade noch geschafft anzuhalten....."

QUOTE
§2 STVO Straßenbenutzung durch Fahrzeuge


(3a) .....Wer ein kennzeichnungspflichtiges Fahrzeug mit gefährlichen Gütern führt, muss bei einer Sichtweite unter 50 m, bei Schneeglätte oder Glatteis jede Gefährdung anderer ausschließen und wenn nötig den nächsten geeigneten Platz zum Parken aufsuchen.

Geschrieben von: spock5407 am 20 Nov 2012, 18:49
So eine restriktiv funktioniernde Auto-PZB wird keine Regierung in D vorschlagen.

Wenngleich ich des irgendwie lustig finden würde. Schnarre und dann Stimmansage "Fahrzeugbeeinflussung....Fahrzeugbeeinflussung....Fahrzeugbeeinflussung...." oder "GNT.....GNT....GNT". laugh.gif

Geschrieben von: 146225 am 20 Nov 2012, 19:16
QUOTE (Bayernlover @ 20 Nov 2012, 16:09)
Wie viele Prozent sind das?

Wenn ich mir die Unfallzahlen anschaue, immer noch zu viele.

Geschrieben von: Bayernlover am 20 Nov 2012, 19:19
QUOTE (146225 @ 20 Nov 2012, 19:16)
Wenn ich mir die Unfallzahlen anschaue, immer noch zu viele.

Quelle? Viel entsteht durch Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer, nicht weil jemand 90 statt 80 in der Baustelle fährt.

Geschrieben von: Galaxy am 20 Nov 2012, 19:53
QUOTE (spock5407 @ 20 Nov 2012, 18:49)
So eine restriktiv funktioniernde Auto-PZB wird keine Regierung in D vorschlagen.

Wenngleich ich des irgendwie lustig finden würde. Schnarre und dann Stimmansage "Fahrzeugbeeinflussung....Fahrzeugbeeinflussung....Fahrzeugbeeinflussung...." oder "GNT.....GNT....GNT". laugh.gif

So restriktive wie in den träumen von Electrification sicherlich nicht. Aber die Anzahl von Assistenzsystemen wird zunehmen. Mercedes wird bei der nächsten S Klasse Anfang 2013 alles was technisch machbar ist anbieten. Nahbereichsradar vorn, Fernbereichsradar vorne, Nachbereichsradar seitlich, ein Multiphasenradar hinten, 24 Ultraschall Sensoren, und eine 360-Grad Stereokamera Rundumsicht. Gut, einige dieser Systeme gab es schon vorher, aber die Art und weise wie die Systeme funktionieren wurde verbessert. Z.B. bremst die neue S Klasse nicht nur wenn sich Fußgänger vor dem Auto befinden, die erfasst auch Passanten neben dem Fahrzeug und kann deren Position für die nahe Zukunft prognostizieren. In 2, 3 Jahren gibt es dies sicherlich in der E Klasse/A6/5er, und in ~ 7Jahren beim Golf in der Options liste.


Kurioses Detail am Rande: Die S Klasse kann Kinder, Erwachsene, Pferde, Rehe usw. erfassen aber keine Wildschweine. Die Algorithmen können Wildschweine nicht von warmen Felsen unterscheiden. Das wird bis zur Serienreife nichts mehr. biggrin.gif

Geschrieben von: spock5407 am 20 Nov 2012, 20:01
QUOTE (Galaxy @ 20 Nov 2012, 19:53)
Nahbereichsradar vorn, Fernbereichsradar vorne, Nachbereichsradar seitlich, ein Multiphasenradar hinten, 24 Ultraschall Sensoren, und eine 360-Grad Stereokamera Rundumsicht.

Keine Phaser und Schutzschirme? Enttäuschend. wink.gif

Desto mehr Silizium, desto besser. Die Elektronikindustrie freuts smile.gif

Geschrieben von: Autobahn am 20 Nov 2012, 20:07
QUOTE (Galaxy @ 20 Nov 2012, 19:53)
Kurioses Detail am Rande: Die S Klasse kann Kinder, Erwachsene, Pferde, Rehe usw. erfassen aber keine Wildschweine. Die Algorithmen können Wildschweine nicht von warmen Felsen unterscheiden. Das wird bis zur Serienreife nichts mehr. biggrin.gif

Also bremst der Daimler vor dem warmen Felsen laugh.gif

Der Gedanke einer „Fahrzeugbeeinflussung“ für Kraftfahrzeuge ist sehr stark der Eisenbahn entlehnt.

Dann muss man aber auch alle anderen Vorschriften der Eisenbahn adaptieren. Das hieße unter anderem „Blockabstand“, der natürlich durch Signale gesichert werden muss. Auch der Spurwechsel darf nur im „Bockabstand“ erfolgen und muss durch Signale gesichert werden. Bei "Personen auf der Fahrbahn" bricht dann der ganze Verkehr zusammen.

Und vor allem muss ein Fahrplan erstellt werden und die Autofahrer müssen vorher die Trassen bestellen!

Wer Ironie darin erkennt, hat vollkommen recht.

Geschrieben von: Electrification am 20 Nov 2012, 21:39
QUOTE (Bayernlover @ 20 Nov 2012, 19:19)
Quelle? Viel entsteht durch Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer, nicht weil jemand 90 statt 80 in der Baustelle fährt.

Wie ich bereits geschrieben habe ging es mir nicht um die Leute die 10 km/h zu schnell sind, sondern um Leute die deutlich schneller da durchfahren. Du kannst ja selber mal beobachten wie viele in einer 80er-Zone wirklich die 80 fahren. Die meisten sind zwar im Bereich 10-15 km/h drüber, was auch nicht gut ist, aber es gibt auch genug Ausreißer.

Viele Unfälle entstehen dadurch weil Autos einfach von hinten mit 180 bis 230 oder mehr angeschossen kommen, während ein Auto ausschert. Die Fahrzeuge sieht man oft erst wenn man schon auf der linken Seite ist, daher wäre auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 130 km/h auf der Autobahn sinnvoll. Es muss auch keiner schneller fahren, da man mit diesem Wert super vorankommt.

Wer redet hier davon dass ich ein Beeinflussungsystem wie bei der Eisenbahn beim Auto haben will? Die PZB überwacht außerdem nicht generell die Geschwindigkeit, nur bei Beeinflussungen oder durch Prüfmagnete.

Beim Auto bräuchte es ein System, dass nicht bremsen würde, sondern wo man einfach so lange nicht mehr beschleunigen könnte, bis die erlaubte Geschwindigkeit wieder erreicht ist.
Regeln sind nun mal Regeln und die Geschwindigkeitsregeln sollten auch im Straßenverkehr gelten.

Geschrieben von: Autobahn am 21 Nov 2012, 12:32
QUOTE (Electrification @ 20 Nov 2012, 21:39)
Wer redet hier davon dass ich ein Beeinflussungsystem wie bei der Eisenbahn beim Auto haben will? Die PZB überwacht außerdem nicht generell die Geschwindigkeit, nur bei Beeinflussungen oder durch Prüfmagnete.

Stichwort LZB
QUOTE (Electrification @ 20 Nov 2012, 21:39)
Beim Auto bräuchte es ein System, dass nicht bremsen würde, sondern wo man einfach so lange nicht mehr beschleunigen könnte, bis die erlaubte Geschwindigkeit wieder erreicht ist.
Regeln sind nun mal Regeln und die Geschwindigkeitsregeln sollten auch im Straßenverkehr gelten.

Von der überwiegenden Zahl der Autofahrer werden die Regeln eingehalten.

Geschrieben von: JeDi am 21 Nov 2012, 12:34
QUOTE (Autobahn @ 21 Nov 2012, 12:32)
Von der überwiegenden Zahl der Autofahrer werden die Regeln eingehalten.

Nein.

Geschrieben von: Bayernlover am 21 Nov 2012, 15:17
QUOTE (JeDi @ 21 Nov 2012, 12:34)
Nein.

Quelle?

Geschrieben von: Electrification am 21 Nov 2012, 16:39
QUOTE (Bayernlover @ 21 Nov 2012, 15:17)
Quelle?

Eigene Erfahrung vielleicht? Ich bin täglich auf der (realen) Autobahn unterwegs und da bekommt man so einiges mit.
Man muss aber zugeben dass die Zahl der Raser und extremen Übertreter max. bei 5-10% liegt, die Zahl der genauen Vorschrifteneinhalter aber auch nicht recht viel höher ist. Die Zahl dazwischen bewegt sich so im Bereich 10-20 km/h drüber, nach dem Motto: "Wenn es mich erwischt, ist es ja nur eine Geldstrafe:"

Geschrieben von: JeDi am 21 Nov 2012, 17:31
QUOTE (Bayernlover @ 21 Nov 2012, 15:17)
Quelle?

Lebenserfahrung. Schonmal die bis vor 2 Wochen bestehende A8-Baustelle vom Kreuz Stuttgart bis zum Flughafen (in genau dieser Fahrtrichtung) gefahren? An die da geltenden 60 hielt sich außer mir eigentlich niemand. Und ich nehm mich da auch gar nicht aus - den ein oder anderen Verkehrsregelverstoß nehm ich durchaus auf meine Kappe smile.gif

Geschrieben von: Bayernlover am 21 Nov 2012, 18:01
An beide: Ich gebe euch recht, und ich fahre bei 120km/h auch meistens 125-130 km/h, allerdings sind das in meinen Augen keine Verstöße die irgendwelche Gängelungssysteme rechtfertigen würden. Richtig kritisch wird es doch erst 40 zu schnell, und da beginnt heute das Fahrverbot (bei 41). Ist ja nicht so, dass sich darüber noch keine Gedanken gemacht wurden. Was viel mehr zur Raserei beiträgt: Die so gut wie nicht vorhandenen Kontrollen. Ich wurde in den letzten knapp fünf Jahren genau zwei Mal auf der Autobahn geblitzt (und das innerhalb von 6 Wochen biggrin.gif). Und wie gesagt, leicht drüber ist man ja immer irgendwie, wenn man mitschwimmt im Verkehr.

Das ist aber keine tödliche Gefahr, laut Tacho 10 km/h zu viel.

Geschrieben von: JeDi am 21 Nov 2012, 18:20
QUOTE (Bayernlover @ 21 Nov 2012, 18:01)
An beide: Ich gebe euch recht, und ich fahre bei 120km/h auch meistens 125-130 km/h, allerdings sind das in meinen Augen keine Verstöße die irgendwelche Gängelungssysteme rechtfertigen würden.

Damit hälst du dich aber nicht an die üblichen Regeln - und genau das wäre ja derzeit Thema.

Geschrieben von: Autobahn am 21 Nov 2012, 18:46
Schon mal darüber nachgedacht, warum eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf meinetwegen 80 Km/h eingerichtet wurde? Sicher vor einer Gefahrenstelle. Aber die Planer gehen immer auf Nummer sicher und richten sie so ein, auch wenn es auch mit 100 Km/h noch ohne Problem ginge.

Das gilt auch für die Geschwindigkeitsbeschränkungen bei der Eisenbahn! Allerdings sind die Überwachungen bei der Eisenbahn restriktiver.

Was das "Blitzen" betrifft, ich bin in den letzten 40 Jahren keine zehn mal geblitzt worden. Und das war kein Glück, sondern die konsequente Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen (o. K., außerorts die üblichen +10, wie es (fast) jeder macht). Wobei man berücksichtigen muss, das ein normaler, nicht geeichter Tacho ohnehin Abweichungen nach oben hat.

Geschrieben von: spock5407 am 21 Nov 2012, 18:49
QUOTE (Bayernlover @ 21 Nov 2012, 18:01)
Das ist aber keine tödliche Gefahr, laut Tacho 10 km/h zu viel.

Genau. Einfach die Lenkrad-AFB auf Limit+10 km/h einstellen oder bei Limit 130 (höher wird in D eh nicht signalisiert) auf 145 km/h und gut is. Keiner wird da was sagen.

Geschrieben von: Electrification am 21 Nov 2012, 18:58
QUOTE (Autobahn @ 21 Nov 2012, 18:46)
Das gilt auch für die Geschwindigkeitsbeschränkungen bei der Eisenbahn! Allerdings sind die Überwachungen bei der Eisenbahn restriktiver.

Selbst wenn sie das nicht wären, bei der Eisenbahn ist es eher die Ausnahme dass die Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden, denn hier geht es um die Verantwortung für hunderte Reisende oder gefährliche oder millionenschwere Güter.

Ich denke nicht dass die Welt untergeht wenn ein Autofahrer mal 10 km/h schneller fährt als erlaubt, das passiert glaube ich jedem mal. Das Problem ist dass manche konsequent immer 10-20 schneller fahren und wiederum andere eben grundsätzlich meinen, für sie gelten eigene Regeln.
Persönlich denke ich dass der Verkehr viel flüssiger und mit weniger Verzögerungen stattfinden würde, wenn alle sich auf dem gleichen Niveau bewegen würden.

Geschrieben von: Galaxy am 21 Nov 2012, 19:41
QUOTE (Electrification @ 21 Nov 2012, 18:58)



Das Problem ist dass manche konsequent immer 10-20 schneller fahren und wiederum andere eben grundsätzlich meinen, für sie gelten eigene Regeln.


Die meisten Polizisten würden dich nicht anhalten wenn Du 140 in einer 120 Zone fahren würdest. 50 in einer 30er Zone ist etwas anders.

QUOTE

Persönlich denke ich dass der Verkehr viel flüssiger und mit weniger Verzögerungen stattfinden würde, wenn alle sich auf dem gleichen Niveau bewegen würden.


Hmm, wenn alle 200km/h fahren würden. biggrin.gif

QUOTE
Regeln sind nun mal Regeln

unsure.gif Es ist in New York City gesetzlich verboten Essen an Obdachlose zu verteilen. Begründung: Der Staat kann den Salz- und Fettgehalt nicht kontrollieren.

http://newyork.cbslocal.com/2012/03/19/bloomberg-strikes-again-nyc-bans-food-donations-to-the-homeless/

Wenn Du also in New York bist, und siehst wie jemand Essen an Obdachlose verteilt rufe 911 an, damit die Polizei die Gesetzesbrecher verhaften kann. Obdachlose staatlich nicht kontrolliertes Essen zu geben ist wie mit einer P-90 auf sie zu schießen.

Du kannst auch gleich diesen...

http://www.youtube.com/watch?v=Cw2EryjdBxM

... Polizisten nach Germany importieren. Der bekommt die Geschwindigkeitsüberschreiter unter Kontrolle. ph34r.gif

Geschrieben von: Autobahn am 21 Nov 2012, 20:12
QUOTE (Electrification @ 21 Nov 2012, 18:58)
Selbst wenn sie das nicht wären, bei der Eisenbahn ist es eher die Ausnahme dass die Geschwindigkeiten nicht eingehalten werden, denn hier geht es um die Verantwortung für hunderte Reisende oder gefährliche oder millionenschwere Güter.

Es geht auch im MIV um die Verantwortung, doch traut der Gesetzgeber einem Autofahrer mehr Verantwortungsbewusstsein zu, als einem Eisenbahner wink.gif

Das war natürlich provokativ. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen MIV und Eisenbahn. Die Eisenbahn ist spurgebunden und nach einem Fahrplan ausgerichtet. Es bringt einem Lokführer nichts, wenn er schneller fährt, weil er am nächsten Blocksignal wieder ausgebremst wird.

Geschrieben von: JeDi am 21 Nov 2012, 20:17
QUOTE (Autobahn @ 21 Nov 2012, 18:46)
Schon mal darüber nachgedacht, warum eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf meinetwegen 80 Km/h eingerichtet wurde? Sicher vor einer Gefahrenstelle. Aber die Planer gehen immer auf Nummer sicher und richten sie so ein, auch wenn es auch mit 100 Km/h noch ohne Problem ginge.

Ich sag ja schon immer - lasst es uns so machen, wie die Schweizer. Wenn da 50 steht, gehen auch 50. Wenn du dein Fahrzeug kennst und wirklich fahren kannst. Dann fliegen halt erstmal paar Leute aus der Kurve, aber das sind dann Kollateralschäden.

Geschrieben von: Electrification am 21 Nov 2012, 20:30
QUOTE (Galaxy @ 21 Nov 2012, 19:41)
Die meisten Polizisten würden dich nicht anhalten wenn Du 140 in einer 120 Zone fahren würdest. 50 in einer 30er Zone ist etwas anders.

Ich habe schon mehr als einmal beobachtet dass bei der Polizei viele selber nicht die Verkehrsregeln kennen. Zu schnell fahren bei einer Beschränkung oder wenn man aus dem Kreisverkehr fährt nicht zu blinken (ist eine generelle Unsitte bei vielen).

Geschrieben von: ropix am 21 Nov 2012, 21:21
Naja - irgendwas wird jetzt passieren. 24 Tote im letzten Monat, über 10 Geisterfahrerunfälle oder Beinaheunfälle, heute in Österreich ist einer sogar nach über 60 Kilometern im dichten Nebel der Polizei entwischt...

Die Polizei selbst sagt immer, sie darf ja auch nicht zu allem mit Blaulicht fahren - z.B. zu einer Unfallaufnahme. Trotzdem freuen sich die Leute wenn die Polizei schnell da ist - hin und wieder halt schneller als die Polizei erlaubt. Da kann man beider Meinungen gleichzeitig sein.

Geschrieben von: Boris Merath am 21 Nov 2012, 22:26
Allerdings dürfte eine Unfallaufnahme auch die Polizei nicht berechtigen zu schnell zu fahren.

Umgekehrt darf die Polizei im Notfall aber auch ohne Blaulicht zu schnell fahren, sofern das Blaulicht aus welchem Grund auch immer nicht eingesetzt werden kann. Genauso doch eigentlich auch jeder Normalbürger andere zu schnell fahren dürfen müsste im Notfall, oder irre ich da grade? Wenn man z.B. jemand der dringend ins Krankenhaus muss dabei hat müsste es eigentlich zulässig sein.

Geschrieben von: Galaxy am 22 Nov 2012, 00:01
QUOTE (Boris Merath @ 21 Nov 2012, 22:26)
Genauso doch eigentlich auch jeder Normalbürger andere zu schnell fahren dürfen müsste im Notfall, oder irre ich da grade? Wenn man z.B. jemand der dringend ins Krankenhaus muss dabei hat müsste es eigentlich zulässig sein.

Ja, es ist zwar objektive ein Tatbestand erfüllt, aber es liegen entschuldigende Tatsachen vor. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob die von Electrification gewünschte Nanny-software eine Überbrückungsfunktion hat.

Geschrieben von: 218 466-1 am 22 Nov 2012, 02:23
QUOTE (Boris Merath @ 21 Nov 2012, 22:26)
Umgekehrt darf die Polizei im Notfall aber auch ohne Blaulicht zu schnell fahren, sofern das Blaulicht aus welchem Grund auch immer nicht eingesetzt werden kann. Genauso doch eigentlich auch jeder Normalbürger andere zu schnell fahren dürfen müsste im Notfall, oder irre ich da grade? Wenn man z.B. jemand der dringend ins Krankenhaus muss dabei hat müsste es eigentlich zulässig sein.

Man braucht nicht zwinged Blaulicht um schneller als normal erlaubt fahren zu dürfen. Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr dürfen in ihren privat PKW auf dem weg zum Feuerwehrstüzpunkt auch schneller fahren, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden. Dafür gibt es bei einigen Wehren ein gelbes Magnetschild "Feuerwehr im Einsatz" , das man auf das Dach stellen kann, aber nicht muss. Es hilft im Stau aber sehr.

Geschrieben von: Electrification am 22 Nov 2012, 17:24
QUOTE (Autobahn @ 21 Nov 2012, 20:12)
Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen MIV und Eisenbahn. Die Eisenbahn ist spurgebunden und nach einem Fahrplan ausgerichtet. Es bringt einem Lokführer nichts, wenn er schneller fährt, weil er am nächsten Blocksignal wieder ausgebremst wird.

Du willst mir ernsthaft etwas über die Eisenbahn als Laie erzählen?
Es gibt genug Strecken wo die nächsten Blöcke davor frei sind, deswegen kann man da auch nicht schneller fahren als die erlaubte Vmax.
Da würde es durchaus was bringen, nur ist es nicht erlaubt und es wird aber von 99% genau eingehalten, auch weil schon 1 km/h reicht, wenn etwas passiert um da groß mit drin zu hängen.

Rede doch nicht von Dingen wovon du keine Ahnung hast.

Geschrieben von: Autobahn am 22 Nov 2012, 17:40
@ Electrification

Willst Du mir jetzt erzählen, das Lokführer die besseren Menschen sind?

Geschrieben von: Electrification am 22 Nov 2012, 17:52
QUOTE (Autobahn @ 22 Nov 2012, 17:40)
Willst Du mir jetzt erzählen, das Lokführer die besseren Menschen sind?

Habe ich das behauptet? Ich habe nur gesagt dass du nicht mal 10 km/h schneller fahren kannst, was auf der Straße ja kein Problem ist und wohl jeder schon gemacht hat. Die Folgen sind nun mal in jedem Fall weitaus größer und man überlegt sich immer zweimal ob man so ein Risiko eingeht.
Das hat nichts mit besser zu tun, reim dir nichts zusammen.

Geschrieben von: Autobahn am 22 Nov 2012, 18:50
QUOTE (Electrification @ 22 Nov 2012, 17:52)
Habe ich das behauptet?

Direkt hast Du es nicht behauptet, es kam unterschwellig so rüber.

Die Folgen sind auch beim Autoverkehr gravierend, wenn man die Geschwindigkeit überschreitet. Bei einem Unfall wird sehr genau rekonstruiert, wie hoch die tatsächliche Geschwindigkeit war.

Doch die meisten Tachometer "lügen" und gaukeln eine höhere Geschwindigkeit vor.

Geschrieben von: Martin H. am 22 Nov 2012, 20:40
Nur ist es bei der Eisenbahn kein Problem, auch nur ein km/h zu viel nachzuweisen. Selbst wenn der Tacho dieses eine km/h zu viel zeigt, im Zweifelsfalle heißt es:
"waren Sie diese Strecke nicht ein km/h zu schnell gefahren, wäre der PKW noch über den Übergang gekommen.
Und Eisenbahntachos gehen sehr genau, nicht so falsch wie die mancher Autos. Der Steuerwagen BA 766 sagt es mir sogar auf die erste Kommastelle genau, diverse Baureihen haben Radar zur Unterstützung usw.

Mein Auto zeigt übrigens ab etwa 80 km/h genau drei derer zu viel. Auf der Landstraße Tempomat auf 102 (nur Zweierschritte möglich), und die hinter mir dürfen eine Gelegenheit zum Überholen abwarten. Wenn ich gnädig bin, stelle ich 104 ein, was dann realen 101 entspricht.

Geschrieben von: Galaxy am 22 Nov 2012, 21:17
QUOTE (Martin H. @ 22 Nov 2012, 20:40)
Nur ist es bei der Eisenbahn kein Problem, auch nur ein km/h zu viel nachzuweisen. Selbst wenn der Tacho dieses eine km/h zu viel zeigt, im Zweifelsfalle heißt es:
"waren Sie diese Strecke nicht ein km/h zu schnell gefahren, wäre der PKW noch über den Übergang gekommen.
Und Eisenbahntachos gehen sehr genau, nicht so falsch wie die mancher Autos. Der Steuerwagen BA 766 sagt es mir sogar auf die erste Kommastelle genau, diverse Baureihen haben Radar zur Unterstützung usw.

Mein Auto zeigt übrigens ab etwa 80 km/h genau drei derer zu viel. Auf der Landstraße Tempomat auf 102 (nur Zweierschritte möglich), und die hinter mir dürfen eine Gelegenheit zum Überholen abwarten. Wenn ich gnädig bin, stelle ich 104 ein, was dann realen 101 entspricht.

Die Tachoabweichung hängt vom Reifenumfang ab. Der Unterschied zwischen einem neuen und abgefahrenem Reifen kann schon bis zu 2% betragen.

Geschrieben von: Michi Greger am 22 Nov 2012, 21:29
QUOTE (Bayernlover @ 21 Nov 2012, 18:01)
Was viel mehr zur Raserei beiträgt: Die so gut wie nicht vorhandenen Kontrollen.

Und die sinnlos gesetzten, niedrigen Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Sonntag nacht, die Baustelle die eigentlich die 30km/h begründet ist an den äußersten Fahrbahnrand aufgeräumt, ich bin das einzige Auto auf der Straße, mir kommt keiner entgegen - wer hält sich da schon dran? Einerseits sieht man die Beschränkung nicht ein, andererseits wird schon keine Polizei mit dem Meßgerät dastehen.

Dieses Verhalten wird dann leider halt auch bei anderen, eigentlich sinnvollen Beschränkungen auftreten, weil man sich so dran gewöhnt hat.

Ich zitiere da nur den Unterschied Deutschland - Tschechei, gegeben ist die Landstraße mit Kurve:
D: Es steht 40 da - 60 fahren ist problemlos möglich - 80 ist kritisch - bei 100 fliegt man raus.
CZ: Es steht 40 da - bei 45 fliegt man raus.

Gruß Michi

Geschrieben von: Autobahn am 22 Nov 2012, 22:12
QUOTE (Michi Greger @ 22 Nov 2012, 21:29)
Und die sinnlos gesetzten, niedrigen Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Ich zitiere da nur den Unterschied Deutschland - Tschechei, gegeben ist die Landstraße mit Kurve:
D: Es steht 40 da - 60 fahren ist problemlos möglich - 80 ist kritisch - bei 100 fliegt man raus.
CZ: Es steht 40 da - bei 45 fliegt man raus.

So ist nun mal die deutsche Gründlichkeit. 20 Km/h als Sicherheitsreserve ist doch super.

P.S.: Ist auch bei Durchfahrtshöhen von Unterführungen üblich. Es werden immer zwanzig Zentimeter weniger ausgeschildert.

Geschrieben von: JeDi am 22 Nov 2012, 22:14
QUOTE (Autobahn @ 22 Nov 2012, 22:12)
So ist nun mal die deutsche Gründlichkeit. 20 Km/h als Sicherheitsreserve ist doch super.

Eben nicht smile.gif

Geschrieben von: Martin H. am 22 Nov 2012, 23:24
Ich kenne ein paar Kurven, da wird einem Angst und Bange bei Durchfahrt mit der zugelassenen Geschwindigkeit. Ebenso Brücken, bei denen kein Aufschlag besteht.
Und auf dem Schild steht ja nur die erlaubte Fahrzeughöhe, eben genau nicht die Durchfahrtshöhe unter dem Bauwerk.

Geschrieben von: ZüriMünchner am 23 Nov 2012, 00:14
QUOTE (Michi Greger @ 22 Nov 2012, 21:29)

D: Es steht 40 da - 60 fahren ist problemlos möglich - 80 ist kritisch - bei 100 fliegt man raus.
CZ: Es steht 40 da - bei 45 fliegt man raus.

Gruß Michi

Kommt eben auf die Witterung und die Reifen an. Ob ich mit Sommerreifen bei +3° auf nasser Fahrbahn um eine enge Kurve fahre, ist doch ein Riesenunterschied, wenn es trocken und 20° sind.
Das Problem ist halt dass die Fahranfänger sowas nicht wissen und dann schnell mal aus der Kurve fliegen.

Wenn man früher Taxler war und 500000km Fahrpraxis hat, merkt man sofort wie schnell man fahren muss.

Finde die Diskussion interessant. In Nürnberg wird gar nicht viel geblitzt, auf manchen Straßen wo 80 erlaubt sind, fahren manchmal sogar 50% der Autos mit 100! Aber passieren tut hier auch nicht mehr als in Minga.

Geschrieben von: Galaxy am 23 Nov 2012, 00:35
QUOTE (Autobahn @ 22 Nov 2012, 22:12)
So ist nun mal die deutsche Gründlichkeit. 20 Km/h als Sicherheitsreserve ist doch super.



QUOTE (JeDi @ 22 Nov 2012, 22:14)
Eben nicht smile.gif


Sicherheitsreserve? Ich dachte dass ist wenn dass Heck ausbricht, und man den Wagen mit dem Gaspedal stabilisieren muss, und seitlich durch die Kurve zwingt? biggrin.gif Auf die Bremse treten wäre in dieser Situation allerdings Fatal. unsure.gif

Geschrieben von: Galaxy am 23 Nov 2012, 01:19
QUOTE (Electrification @ 22 Nov 2012, 17:24)

Es gibt genug Strecken wo die nächsten Blöcke davor frei sind, deswegen kann man da auch nicht schneller fahren als die erlaubte Vmax.
Da würde es durchaus was bringen, nur ist es nicht erlaubt und es wird aber von 99% genau eingehalten, auch weil schon 1 km/h reicht, wenn etwas passiert um da groß mit drin zu hängen.


Aber Fantasien darüber sind Dir sicherlich schon mal gekommen. Du bist sicherlich neugierig was dein/e Zug/Lok wirklich kann. user posted image

Der Boeing Testpilot Alvin Johnston hat den Boeing 707 Prototype in der die zukünftige Existenz von Boeing steckte, in einem der ersten öffentlichen Vorführungen über Lake Washington nahe Seattle in eine 1G Fassrolle gezwungen. Obwohl sich das Flugzeug komplette um die eigene Achse rotierte, hättest Du normal durch die Kabine laufen können, oder ein Glas Wasser einschütten können, da die Rotation schnell genug war um eine Beschleunigung von 1G zu erzeugen. Am nächsten Tag hat ihn Boeing President Bill Allen ins Büro zitiert und ihn gefragt was zum Teufel er sich dabei gedacht hat. Seine Antwort: "Ich wollte Flugzeuge verkaufen." Er wurde nicht gefeuert. Ich glaube es ist normal das Menschen gucken was ihre Maschinen können.

Geschrieben von: Fichtenmoped am 23 Nov 2012, 06:36
Eine Lufthansa-Besatzung hat die Fassrolle ebenfalls versucht - Ende: mehrere Tote und Flugzeug Schrott... Es war zum Glück "nur" ein Überführungsflug ohne Passagiere.

Geschrieben von: 218 466-1 am 23 Nov 2012, 09:58
QUOTE (Electrification @ 22 Nov 2012, 17:24)
Es gibt genug Strecken wo die nächsten Blöcke davor frei sind, deswegen kann man da auch nicht schneller fahren als die erlaubte Vmax.
Da würde es durchaus was bringen, nur ist es nicht erlaubt und es wird aber von 99% genau eingehalten, auch weil schon 1 km/h reicht, wenn etwas passiert um da groß mit drin zu hängen.

Naja, vor der PZB gab es schon einzelne Ausanhmen, wo der Tf ordentlich gas gegeben hat. Auf einer Strecke mit Lokfüherüberwachten BÜ, normal 100 km/h erlaubt und bei Einhaltung schafft man es gerade so, den Fahrplan einzuhalten. Im Jahr 1990 E 3363, 218 mit drei Wagen, 88 Minuten verspätet, hat damals auf 9 km von TAU bis TBWA, 2 Minuten aufgeholt! Schon bei der Ausfahrt in TAU (normal 40 km/h) war er deutlich scheller. In der Gegenrichtung hat ein 611 im Jahr 2004 diese Strecke sogar nochmal eine Minute schneller geschafft.
Das waren aber wirklich Ausnahmen. Einige Tf wissen auch so, wie man Verspätungen aufholt (früh ans Gas, spät bremsen abe nie schneller als zulässig.) In der Regel halten sich die Tf an die zulässige v max.

Geschrieben von: Martin H. am 23 Nov 2012, 10:08
Genau, wie schnell die Lok fährt, weiß man auch so, da geht es dann eher um frühes Beschleunigen und die Frage, wann muss ich spätestens anfangen zu bremsen.

Gerade bei Bahnübergängen ist zu schnell fahren ein ganz heißes Eisen. Und bei 88 Minuten bestehen eh kaum Chancen, noch pünktlich zu sein. Es gibt zwar manche Fahrpläne wo dies möglich ist, aber in aller Regel unmöglich. Und damit der Zug jetzt mit +41 statt +44 ankommt, riskiere ich nicht meine Arbeitsstelle oder mehr. Nur unnötig bummeln sollte man dann nicht.

Es gibt ja auch Fälle, Strecke, 200, Lok, 160, Wagen, 140. Im Fahrplan steht 100. Dann wird auch nur 100 gefahren, auch wenn es völlig grundlos ist.

Geschrieben von: DumbShitAward am 23 Nov 2012, 10:37
QUOTE (ZüriMünchner @ 23 Nov 2012, 00:14)
Kommt eben auf die Witterung und die Reifen an. Ob ich mit Sommerreifen bei +3° auf nasser Fahrbahn um eine enge Kurve fahre, ist doch ein Riesenunterschied, wenn es trocken und 20° sind.
Das Problem ist halt dass die Fahranfänger sowas nicht wissen und dann schnell mal aus der Kurve fliegen.

Es kommt halt auch aufs Auto an...

Natürlich kannst du mit einem Lotus in einem Tempo um die Kurve fahren und dir dabei noch einen Kaffee einschenken während der Opa in der Merecedes E-Klasse mit den abgefahrenen Sommerreifen schon als rauchender Trümmerhaufen im Graben liegt, aber das ist ja nicht das Problem: man muss ja davon ausgehen können, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit unter halbwegs normalen Bedingungen eben nicht zum Abfliegen führt.

Das ganze ist ja schön und gut, es hat sich nunmal eingeschliffen, dass "erlaubte Höchstgeschwindigkeit + 10" sowohl ungefährlich als auch nicht geahndet wird (mal von Zone 30 abgesehen... mein erster und einziger Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit - 9 drüber... - ich habs Schild einfach nicht gesehen, shit happens). Im Gegenteil, fahr mal nachts über den Mittleren Ring mit glatt 60 und ich würde sogar einen gewissen Betrag wetten, dass du dann rausgezogen wirst biggrin.gif

Allerdings gibts dadurch eben ein signifikantes Problem: weil eben sehr viele Geschwindigkeitsbegrenzungen völlig überzogen sind (und da meine ich eigentlich gar nicht mal so sehr Michis Baustelle-um-3-in-der-früh-Beispiel, sondern das von mir eingangs erwähnte 60km/h-Beispiel bei Beginn und Ende einer Autobahnbaustelle), nimmt sie auch kaum einer ernst. Die meisten Fahrer würden sicherlich sagen: "Okay, da vorne ist eine Baustelle und es ist 80... macht Sinn. Es ist eng, die Fahrbahn ist evtl. dreckig und Baumaschinen stehen auch noch überall rum, ist vielleicht nicht so klug mit 150 durchzuballern. Naja, 85-90 ist okay" - und das entspricht dann auch den Tatsachen. Wenn es aber z.B. ohne jegliche Fahrbahnverschwenkung oder sonstige Schikanen (ich meine das hinsichtlich der Streckenführung, nicht im Sinne von "die wollen mich ärgern") plötzlich 60km/h heißt, dann werden viele sagen: "Sindse jetzt völlig blöd? Warum 60? Am Ar*** lecken, ich fahr einfach so weiter".


Auch wenn es kein entschuldigender Grund ist, weder rechtlich noch moralisch, aber unrealistische Gesetze haben schon immer zur Delinquenz geführt - im besten Falle hat man die Rechtslage angepasst, im schlechtesten ist das Gesetz, das grundsätzlich ja mal sinnvoll war, aber eben den Realitätsbezug verloren hat, völlig wirkungslos.

Geschrieben von: Bayernlover am 23 Nov 2012, 11:28
QUOTE (DumbShitAward @ 23 Nov 2012, 10:37)
Wenn es aber z.B. ohne jegliche Fahrbahnverschwenkung oder sonstige Schikanen (ich meine das hinsichtlich der Streckenführung, nicht im Sinne von "die wollen mich ärgern") plötzlich 60km/h heißt, dann werden viele sagen: "Sindse jetzt völlig blöd? Warum 60? Am Ar*** lecken, ich fahr einfach so weiter".

Das Problem sind Baustellenausfahrten, unfertiger Fahrbahnbelag etc.

Das sind Dinge, die man nicht auf Anhieb erkennt. Ich wage mal zu behaupten, dass mindestens 90% der Limits schon ihren Sinn haben.

Geschrieben von: DumbShitAward am 23 Nov 2012, 14:30
QUOTE (Bayernlover @ 23 Nov 2012, 11:28)
Das Problem sind Baustellenausfahrten, unfertiger Fahrbahnbelag etc.

Das sind Dinge, die man nicht auf Anhieb erkennt. Ich wage mal zu behaupten, dass mindestens 90% der Limits schon ihren Sinn haben.

Es ging explizit um Beginn- oder Endpunkte bei Baustellen, nicht um Baustellen im Allgemeinen.

WENN in einer Baustelle so viel los ist bzw. der Untergrund so beinander ist, dass man die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 setzen muss, dann sei es so.

Nur kannst mir nicht erzählen, dass z.B. die Schweizer 120 - 100 - 80 - 120 machen können, wir aber 120 - 100 - 80 - 60 - 80 -60 - 120 (- frei) machen müssen.

Geschrieben von: Electrification am 23 Nov 2012, 18:06
QUOTE (Michi Greger @ 22 Nov 2012, 21:29)
Und die sinnlos gesetzten, niedrigen Geschwindigkeitsbeschränkungen.

Sonntag nacht, die Baustelle die eigentlich die 30km/h begründet ist an den äußersten Fahrbahnrand aufgeräumt, ich bin das einzige Auto auf der Straße, mir kommt keiner entgegen - wer hält sich da schon dran? Einerseits sieht man die Beschränkung nicht ein, andererseits wird schon keine Polizei mit dem Meßgerät dastehen.


Das ist nicht schön, aber es kostet max. 1 Minute, da kommt doch keiner um. Dann schimpft man halt und fertig. Ich weiß nicht wo das Problem ist? Davon geht die Welt nicht unter und die 1 Minute Lebenszeit wird wohl jeder verschmerzen können, selbst in unserer heutigen Hektikerzeit.

QUOTE (Electrification)

Aber Fantasien darüber sind Dir sicherlich schon mal gekommen. Du bist sicherlich neugierig was dein/e Zug/Lok wirklich kann.


Nein, warum? Wenn ich auf Geschwindigkeit aus wäre, wäre ich Formel-1-Fahrer o. ä. geworden.
Ich habe selbst mein Auto noch nie ausgefahren, auch da sehe ich keinen Grund darin, nur sinnlose Spritverschwendung. Sogesehen muss ich den offiziellen Angaben nach der Hg vertrauen, denn ich fahre i. d. R. zwischen 120 und 130 und wüsste nicht wieso ich davon nach oben abweichen sollte. Die paar Sekunden Zeitersparnis gehen mir sonstwo vorbei, da bleibe ich entspannt.

Geschrieben von: 218 466-1 am 24 Nov 2012, 02:11
Starre Geschwindigkeitsbegrenzungen muss man auch einhalten, auch wenn man zu wissen glaubt, dass der eigentliche Grund monentan nicht vorliegt.
Dass ein felexibles Tempolimit besser wäre ist klar, aber es ist nunmal, wie es ist. Man kann versuchen, das zu ändern, indem man die zuständige Behörde darauf aufmerksam macht.
Auch bei der Bahn gibt es ähnliche Fälle. Beispiel: Strecke Herbertingen-Aulendorf. Dort gab es an einem BÜ in Steinenbach (keine Station für Züge) zwischen TAT und TAU über mehrere Jahre hinweg eine 20 km/h LA, weil dort an Schultagen 2x täglich ein Gelenkbus unmittelbar nach dem BÜ nach links zum Internat abgebogen ist und dieser bei Gegenverkehr im Gleisprofil stehen würde.
Am Abend, an den Wochenenden und erst recht in den Ferien war diese LA total unnötig, aber trotzdem mussten alle Züge dort 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr 20 km/h fahren. Jeder Tf hat sich daran gehalten. Wenn es das EBA so will, muss es eben so gemacht werden.

Das mit dem Ausfahren von Loks und Zügen dürfte für Tf kein Anreiz sein. Die mögliche Vmax ist von Testfahrten vor der Zulassung i.d.R. bekannt. 368 km/h bei ICE 3. Die 218 451-3 hat bei Testfahrten 176 km/h geschafft.
218 905-8 war sogar mal mit 200 km/h unterwegs, als sie in Bad Harzburg am Zugschluss enes IR vergessen wurde und dann nach Hamburg mitgeschleppt wurde. Erst in AA gab es verwunderte Eisenbahner ob des Anhängsels. Schäden wurden an der Lok zum Glück nicht festgestellt.

Geschrieben von: Martin H. am 25 Nov 2012, 10:40
Ich kenne einen Feldwegübergang, an dem ein Mal im Jahr die Schafe, keine 20 Stück, auf die Weide getrieben werden, und dann ein zweites Mal wieder zurück, deshalb sind dort ein kleines Stück 30 km/h. In den Bahnhof davor fährt man immer auf Halt ein. Durch das Wechselblinken der PZB und weil die 30 auch mit einem Magneten abgesichert sind fährt man so Ewigkeiten mit 20 statt ein paar Meter mit 30.
In die Fahrplanberechnung sind natürlich die 30 eingeflossen.

Was, das zur 218 hier passt. Die Baureihe 360-365 hat eine Schleppgeschwindigkeit von 75 km/h, mit abgenommenen Treibstangen wegen der Unwucht der Räder nur 35.
Ruft ein damaliger Mitlehrling an. "Sag mal, das waren doch 75 km/h, oder? Aber die springt bereits ab 60 so hin und her, 75 fahre ich da nicht". Er hatte es genau verkehrt herum im Kopf, Stangen waren abgenommen, zum Glück ist die Lok nicht entgleist.

Oder tatsächlich 218. Einige wenige waren ja einige Zeit für 160 km/h zugelassen und hatten auch einen Tacho mit anderer Skala dafür bekommen. Von Raisting nach Weilheim, dem Endbahnhof, sind 120. Der Lokführer packt seine sieben Sachen zusammen, den Rucksack auf dem Beimannstuhl. Schaut kurz rüber zum Tacho. Die Striche von Rechts abzählend müsste es eigentlich passen, aber die Lok schaukelt so stark. Fertig mit packen dann die Erkenntnis, es waren 140 statt der erlaubten 120.
Wenige Tage später nahm ein 642 auf diesem Abschnitt in dieser Fahrtrichtung einen Motorradfahrer auf einer Eisenbahnbrücke mit.

Geschrieben von: 218 466-1 am 27 Nov 2012, 03:11
QUOTE (Martin H. @ 25 Nov 2012, 10:40)
Oder tatsächlich 218. Einige wenige waren ja einige Zeit für 160 km/h zugelassen und hatten auch einen Tacho mit anderer Skala dafür bekommen. Von Raisting nach Weilheim, dem Endbahnhof, sind 120. Der Lokführer packt seine sieben Sachen zusammen, den Rucksack auf dem Beimannstuhl. Schaut kurz rüber zum Tacho. Die Striche von Rechts abzählend müsste es eigentlich passen, aber die Lok schaukelt so stark. Fertig mit packen dann die Erkenntnis, es waren 140 statt der erlaubten 120.
Wenige Tage später nahm ein 642 auf diesem Abschnitt in dieser Fahrtrichtung einen Motorradfahrer auf einer Eisenbahnbrücke mit.

Das waren 218 901-908, die ursprünglich als http://www.eisenbahnarchiv.de/bibliothek/wp-content/uploads/2010/03/DB-210-005-7.jpg mit Gasturbiene und 160 km/h (bis 1979) unterwegs waren und 218 430-434, 456-462, die 1996-1999 als http://www.bahnspezl.de/images/210433925.04.1997berlinzoo.jpg mit 160 km/h gefahren sind, weil der Winterfahrplan 96/97 schon fertig war, die Elektrifizierung Hamburg-Berlin bei Nauen jedoch noch nicht.
Die Drehgestelle der 3. und 4. Serie sind ohnehin für 160 km/h ausgelegt. Der Umbau beschränkte sich auf eine andere Getriebeübersetzung, verstärkte Gelenkwellen, INDUSI I 60 R und 160 km/h Tacho.
Statt der Umbeheimatung der Loks nach Kempten oder Mühldorf, wo man sie heute bei den EC-München-Zürich sehr gut gebrauchen könnte, wurden sie wieder in 218 zurükgebaut. sad.gif Inzwischen sind sie dort stationiert aber als normale 140 km/h 218.
Zuvor war der gleiche Umbau in den 1980er Jahren jeweils kurzzeitig bei 218 908 und 218 451 für Testfahrten erfolgt. Geplant war jeweils ein 160 km/h Einsatz bei eben den schweizer EC und D im Allgäu bzw. Talgo Nachtzüge auf dieser Strecke, was aber nie umgesetzt wurde.
Bei einer der zwölf 210.4 wurde beim Rückbau der 160 km/h Tacho vergessen, was immer wieder zu Problemen geführt hat weil die bayerischen Tf von der Vorgeschichte der 210.4 oft nichts wußten. Zum Glück ist nie etwas passiert.

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 00:04
Neues zum Thema "Tempolimit". Ich finde die aktuellen Vorstöße dazu gut.

Ich bin zwar kein Freund einer 120er-Grenze, mir wären 130 km/h lieber, also die Richtgeschwindigkeit zur Höchstgeschwindigkeit machen, aber bis 160 km/h würde ich mitgehen.
Wer schneller als 160 fahren will soll an den Nürburgring gehen, da kann man das alles machen, gegen Bezahlung.

Im folgenden Spiegelartikel wird der Fanatismus und die Gleichsetzung Tempolimit = Freiheit treffenderweise mit der Waffenlobby in den USA verglichen. Dort die NRA die Waffen als Symbol der Freiheit feiert, hier der mächtige ADAC, der von Steinzeit redet, obwohl erwiesenermaßen auf Autobahnabschnitten ohne Beschränkung mehr passiert als auf Abschnitten mit Beschränkung.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/tempolimit-auf-autobahnen-liebe-macht-blind-a-898824.html



Wenn wir schon beim Thema Geschwindigkeit sind. Es gibt leider sehr viele Autofahrer die bei Beschränkungen einfach so viel schneller fahren wie sie können, ohne den Schein zu verlieren und das sind ja um die 30 km/h.
Wer hat denn diese Grenze festgelegt und warum ist sie so hoch?

Meiner Meinung nach müsste bereits ab einer Verfehlung von mehr als 10 km/h der Schein entzogen werden. Geschwindigkeitsbeschränkungen sind nicht zum Spaß da und jeder hat sich daran zu halten.

Geschrieben von: Galaxy am 10 May 2013, 00:15
Ich liebte die Überschrift von Focus: Gabriel baut bei 120 einen Totalschaden.

Geschrieben von: Bayernlover am 10 May 2013, 00:18
Lustigerweise haben die meisten Länder mit Tempolimit höhere Unfallzahlen wie wir - wahrscheinlich wären sie ohne Tempolimit aber noch höher.
130 km/h wäre ein guter Kompromiss, dann fährt eh jeder 140 km/h und der Verkehrsfluss ist recht entspannt. Das kann man gut in Dänemark und ähnlichen Ländern beobachten.

Absolutes Negativbeispiel ist hier Norwegen, wo 100 km/h auf der Autobahn zu akuter Langeweile führrn. Ich würde auch in Deutschland gewisse Strecken von dem Tempolimit ausnehmen, dann aber extra signalisiert (sozusagen andersherum wie heute).

Und bei Nässe würde ich auch das Tempo generell drosseln, was da teilweise im blinden Vertrauen auf irgendwelche Helferlein gerast wird, ist nicht mehr feierlich.

Geschrieben von: Martin H. am 10 May 2013, 00:30
Ich weiß jetzt das Land nicht mehr, aber da dürfen Fahranfänger nur 20 km/h weniger auf Landstraßen und Autobahnen fahren als die anderen, und bei Regen werden die vier Limits jeweils noch einmal um 20 km/h abgesenkt. War das in Europa?

Geschrieben von: ET 423 am 10 May 2013, 00:34
Ich würde ein Tempolimit, ganz egal ob 120 oder 130, sehr begrüßen.
Denn schauen wir uns doch mal die deutschen Autobahnen an. Bei zweispurigen Autobahnen hat man die Wahl: rechts hinter den Lkw herschleichen oder links in den Krieg der Geschwindigkeit ziehen. Da sind dreispurige Autobahnen ein richtiger Luxus: Rechts die Lkw, links die Raser und in der Mitte die Gemäßigten. Von daher: Tempolimit sofort, BITTE!!!

Geschrieben von: GSIISp64b am 10 May 2013, 00:52
Ein separates Geschwindigkeitslimit für Fahranfänger klingt für meine Ohren reichlich bescheuert, weil damit der Verkehrsfluss völlig ruiniert wird und haufenweise völlig vermeidbare Überholvorgänge produziert.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut für die Unfallstatistik ist.

Zum Thema Tempolimit: Emotional bin ich dafür, rational bin ich kein Autofahrer und kann daher nicht groß darüber urteilen.

Geschrieben von: ET 423 am 10 May 2013, 02:00
QUOTE (GSIISp64b @ 10 May 2013, 01:52)
Ein separates Geschwindigkeitslimit für Fahranfänger klingt für meine Ohren reichlich bescheuert,

Nicht nur für die Deinen - wie soll das denn kontrolliert werden?

Geschrieben von: Martin H. am 10 May 2013, 02:56
Jedenfalls wurde bei uns mit der neuen Richtlinie vom Januar das Tempolimit von 80 km/h bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in der Klasse A1 abgeschafft, eben weil es unnötige Überholvorgänge provoziert.

Geschrieben von: JeDi am 10 May 2013, 06:49
QUOTE (Martin H. @ 10 May 2013, 01:30)
Ich weiß jetzt das Land nicht mehr, aber da dürfen Fahranfänger nur 20 km/h weniger auf Landstraßen und Autobahnen fahren als die anderen, und bei Regen werden die vier Limits jeweils noch einmal um 20 km/h abgesenkt. War das in Europa?

Frankreich. Dort werden Tempolimits aber üblicherweise als "pro Achse" interpretiert.

Geschrieben von: 146225 am 10 May 2013, 07:27
QUOTE (GSIISp64b @ 10 May 2013, 01:52)
Zum Thema Tempolimit: Emotional bin ich dafür, rational bin ich kein Autofahrer und kann daher nicht groß darüber urteilen.

Gerade das Emotionale ist für die Gegner eines wie auch immer gearteten generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen das wesentlich beherrschendere und schwierigere Thema als das Rationale. In diesem Land kannst Du vermutlich leichter sämtliche Bürgerrechte beschneiden, als das Rasen und den möglichst kostenlosen Parkplatz möglichst dicht am Ziel wegzunehmen. Klingt bescheuert, ist aber so.

Geschrieben von: Münchner Kindl am 10 May 2013, 08:56
Lesenswert: http://www.welt.de/debatte/kommentar...n-Buerger.html

QUOTE
So wie die Steuererhöhungswünsche fast ausschließlich von jenen geteilt werden, die keine, kaum oder nur wenig Steuern zahlen, so finden sich unter den Freunden des Tempolimits Bahnfreunde, Entschleunigte und jener Teil des Moralestablishments, der mit seinen armseligen Kisten schon heute auf der Überholspur auf Einhaltung der Richtgeschwindigkeit dringt, auch um ungeduldigere Menschen auf das eigene, mittelmäßige Tempo einzubremsen.

Genötigt wird auf deutschen Autobahnen öfter von den Lahmen als von den Rasanten. Und diese verbitterten Autobahn-Pädagogen haben in Gabriel nun ihren volksparteiischen Fürsprecher.


Grüße

Geschrieben von: Russischer Spion am 10 May 2013, 09:03
NEIN zum Tempolimit!
Freie Fahrt fuer freie Buerger!
Die Gruenen muessen verboten werden!

Geschrieben von: 146225 am 10 May 2013, 09:20
QUOTE (Russischer Spion @ 10 May 2013, 10:03)
NEIN zum Tempolimit!
Freie Fahrt fuer freie Buerger!
Die Gruenen muessen verboten werden!

Es ist immer das gleiche: Kaum will man den Babys die Lollies wegnehmen, schreien sie lautstark wie am Spieß. Manchmal müssen vernünftige Eltern aber auch das Geschrei in Kauf nehmen. cool.gif cool.gif

Geschrieben von: Russischer Spion am 10 May 2013, 09:22

Wo sind die Argumente fuer einen Tempolimit?

Geschrieben von: Entenfang am 10 May 2013, 09:27
Wie interessant, dass die einfachste Möglichkeit zum Spritsparen nicht verwirklicht wird. Wenn ich an den ganzen technischen Schnickschnack denke, der in Autos eingebaut wird, um noch 0,1l/100km zu sparen, wäre es doch so einfach, viele Liter zu sparen, wenn man einfach das Richtgeschwindigkeitsschild durch ein Tempolimit ersetzt. Aber die deutsche Autolobby ist mächtig wie sonst nirgendwo, also wird sich da wohl kein Politiker rantrauen.

Geschrieben von: Cloakmaster am 10 May 2013, 09:37
Es geht noch einfacher: Verbiete einfach jegliches Autofahren. Was meinst du wieviel Sprit damit gespart werden kann. Es ist gut un drichtig, daß techische Vebesserungen die den Verbrauch reduzieren eingebaut werden. Aber das hat mit Tempolimit rein gar nichts zu tun.

Und überwiegend ist das Fahren auf Abschnitten ohne Tempolimit entspannter als auf Abschnitten mit. Wenn da ein PS-Monster angerauscht kommt, mach ich Platz und gut ist. Das ist mit lieber als wenn alles in einem Pulk Stossstange an Stossstange fährt.

Geschrieben von: Auer Trambahner am 10 May 2013, 09:45
Richtig, 146225. Das gilt aber für beide Seiten.

Je nach Motor und Fahrzeug kann für eine niedrigere Geschwindigkeit einen Gang runterschalten nötig sein, ist damit wirklich was geholfen?

Darfs mal ein besonders krasses Beispiel fürs Luftreinhaltung- oder Lärmschutztempolimit ad absurdum führbar bringen?

Ich kann jede Limitierte Geschwindigkeit statt im 5. oder 6. Gang auch im 2. oder 3. fahren samt dazugehöriger Lärm und Abgasentwicklung.


Geschrieben von: Entenfang am 10 May 2013, 09:50
QUOTE
Es geht noch einfacher: Verbiete einfach jegliches Autofahren.

Das steht wohl eher nicht zur Debatte. MIV ist auch prinzipiell nichts schlechtes, aber in dem Ausmaß, wie es derzeit stattfindet, ist einfach viel zu viel.

QUOTE
Und überwiegend ist das Fahren auf Abschnitten ohne Tempolimit entspannter als auf Abschnitten mit. Wenn da ein PS-Monster angerauscht kommt, mach ich Platz und gut ist. Das ist mit lieber als wenn alles in einem Pulk Stossstange an Stossstange fährt.

Was ist denn da entspannter daran, die Raser vorbeizulassen, als einfach gemütlich mit 120 zu fahren, ohne Angst zu haben, vom nächsten Raser von der Straße geschoben zu werden? Übrigens jammern alle über zu viele Staus und fordern mehr Geld für den AUsbau von Straßen. Ein "Pulk, der Stoßstange an Stoßstange fährt", würde diese Probleme zum größten Teil lösen. Der Sicherheitsabstand wäre geringer, es würde weniger Brems- und Beschleunigungsmanöver geben und dadurch einen viel gleichmäßigeren Verkehr. Pötzlich wäre die Kapazität der Straßen deutlich höher, ohne Millarden zu inverstieren. Aber in dem Spiegelartikel wird das Problem sehr gut beschrieben. Im Bezug aufs Tempolimit sind wohl viele nicht für Argumente zugänglich.

Geschrieben von: riedfritz am 10 May 2013, 10:07
QUOTE
Ich persöhnlich halte 120/130 für zu wenig, aber z.b. 160 da könnte man durchaus darüber diskutieren.


Dafür ist keine explizite Geschwindigkeitsbeschränkung nötig.

Seit Beginn der Verkehrsstatistik ist die Zahl der Verkehrstoten von über 20.000 auf ca. 4000 gesunken.

Die gefährlichsten Strassen sind Landstrassen, auf denen sowieso eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gilt. Falschfahrer und alkoholisierte Raser interessiert ein Tempolimit überhaupt nicht.

160 km/h auf Autobahnen nützt niemand, da nur wenige wirklich schneller fahren und der größte Teil der Autobahnen sowieso schon geschwindigkeitsbeschränkt ist.

M. E. ist diese Diskussion weniger von sachlichen als von emotionalen Argumenten gekennzeichnet. Strassenausbau und intelligente flexible Geschwindigkeitssteuerung wären für die Akzeptanz von Tempolimits viel wirksamer.


Viele Grüsse,

Fritz

Geschrieben von: Auer Trambahner am 10 May 2013, 10:12
Drum war auch vorgestern wieder so ein furchtbar entspanntes Fahren auf der A12 zwischen Innsbruck und Jenbach.
Der Verkehr läuft zu sehr auf, weil permanent einer auf der linken Spur rumtrietschelt. Derweil war IG-L garnicht aktiv.

Die Forderung nach 120 ist Wahlkampfgetöse + deutscher Übertreibungswahn.

Und generelle Limits, warum soll man auf einer leeren Straße mit 120 dahintuckern, da ist das Unfallargument sinnfrei.
Ich will auch mal wenns sein muß etwas am Seil ziehen, auch wenn ich die möglichen 230Km/h wahrscheinlich nie ausfahren werd. Aber es mal mit 160-180 laufen lassen muß drin sein.

Geschrieben von: Russischer Spion am 10 May 2013, 10:15

Diejenigen die sich fuer einen Tempolimit einsetzen, haben keine Argumenten. Die haben nur NEID auf die Leute, die sich ein schnelles teueres Auto leisten koennen. Gaebe es bei einem Tempolimit weniger Staus? Nein! Senkt ein Tempolimit die Zahl der Unfaelle? Nein! Die meisten Unfaelle mit toedlichen Folgen passieren auf Landstrassen auf denen bereits ein Tempolimit gibt.

Und: ein Tempolimit ist gefaehrlich. Die eintoenige Fahrweise fuehrt dazu dass die Fahrer oft am Steuer einschlafen und die Zahl der Unfaelle zunimmt.

FAZIT: Claudia Roth verhaften, die Gruenen-Partei verbieten, Spritpreise auf 30 Cent/Liter senken, Geschwindigkeit in der Innenstadt von 50 auf 90 erhoehen, "Free-parking" System einfuehren, Promillegrenze auf 0,8 erhoehen (in Bayern auf 1,3)! Deutsche Buerger haben es verdient frei zu leben und das Leben zu geniessen.

Das waere ein Teil meines Wahlprogramms wink.gif .

Geschrieben von: ET 423 am 10 May 2013, 10:23
QUOTE (Russischer Spion @ 10 May 2013, 11:15)
Diejenigen die sich fuer einen Tempolimit einsetzen, haben keine Argumenten. Die haben nur NEID auf die Leute, die sich ein schnelles teueres Auto leisten koennen.

Schwachfug sondersgleichen; mein Auto zieht auch problemlos auf 200km/h hoch und mit etwas Anlauf habe ich auch schon 230km/h erreicht. Ich bin garantiert niemand, der den anderen ihre Autos neidet. Ich empfinde es eben als nervig, daß man auf Autobahnen nicht entspannt und gemütlich mit einer konstanten Geschwindigkeit dahinrollen kann. Ich fahre Richtgeschwindigkeit und ständig kommen von hinten die Torpedos auf vier Rädern an, die mir vmtl. sogar den Kofferraum küssen würden, würde ich nicht schnell auf die rechte Spur wechseln, sofern überhaupt möglich, denn wir wissen ja, daß die rechte Spur die Domäne der Lkw ist.

QUOTE (Russischer Spion @ 10 May 2013, 11:15)
Und: ein Tempolimit ist gefaehrlich. Die eintoenige Fahrweise fuehrt dazu dass die Fahrer oft am Steuer einschlafen und die Zahl der Unfaelle zunimmt.

Belege? Beweise? In allen anderen Ländern Europas, wenn nicht sogar auf der ganzen Welt, gibt es ein Tempolimit auf Autobahnen/Highways (oder wie man sie auch immer nennen will), da funktioniert das auch und niemand tönt rum, das Tempolimit sei gefährlich.

QUOTE (Russischer Spion @ 10 May 2013, 11:15)
FAZIT: Claudia Roth verhaften, die Gruenen-Partei verbieten, Spritpreise auf 30 Cent/Liter senken, Geschwindigkeit in der Innenstadt von 50 auf 90 erhoehen, "Free-parking" System einfuehren, Promillegrenze auf 0,8 erhoehen (in Bayern auf 1,3)! Deutsche Buerger haben es verdient frei zu leben und das Leben zu geniessen.

Wenn das Ironie sein soll, ok, ansonsten aber, ähm, ich will dich ja nicht persönlich angreifen, aber kanns sein, daß du zu tief in die Vodka-Flasche geschaut hast?

Geschrieben von: ZüriMünchner am 10 May 2013, 10:27
@ET423. Du hast absolut Recht!

Ich bin übrigens für Tempolimit 150km/h. Da kommt man recht zügig voran und von hinten kommen keine Geschosse mit 200 Sachen angerauscht.

Geschrieben von: spock5407 am 10 May 2013, 10:39
Feste niedrige Limits sind IMO Schikane. Die Geschwindigkeit muss Verkehrsaufkommen, Trassierung, Fahrbahnzustand, Wetter und dem Können/Erfahrung angepasst sein.

Daher finde ich den ehem. österreichischen 160er Versuch (=Standard 130, unter bestimmten Voraussetzungen Hochsignalisierung auf 160) in Kärnten gar keinen verkehrten Ansatz.

Geschrieben von: 146225 am 10 May 2013, 10:47
QUOTE (Entenfang @ 10 May 2013, 10:50)
Im Bezug aufs Tempolimit sind wohl viele nicht für Argumente zugänglich.

Das siehst Du ja schon hier im Forum - und das ist anderswo nicht besser. rolleyes.gif

Geschrieben von: Galaxy am 10 May 2013, 11:35
QUOTE (Bayernlover @ 10 May 2013, 01:18)
Ich würde auch in Deutschland gewisse Strecken von dem Tempolimit ausnehmen, dann aber extra signalisiert (sozusagen andersherum wie heute).


Eine gute Idee. Dan würden auch diese albernen Situationen wegfallen wo man Kilometer lang ein Tempolimit hat, dann wird für wenige 100m das Limit aufgehoben. Anderseits ist das auf Landstraßen tendenziell ein größeres Problem.

QUOTE

Und bei Nässe würde ich auch das Tempo generell drosseln, was da teilweise im blinden Vertrauen auf irgendwelche Helferlein gerast wird, ist nicht mehr feierlich.


Yep, das ist teilweise beängstigend. Ich finde man sollte mehr elektronische Tafeln mit variable Limits einführen.


Geschrieben von: 146225 am 10 May 2013, 11:41
QUOTE (Russischer Spion @ 10 May 2013, 11:15)
FAZIT: Claudia Roth verhaften, die Gruenen-Partei verbieten, Spritpreise auf 30 Cent/Liter senken, Geschwindigkeit in der Innenstadt von 50 auf 90 erhoehen, "Free-parking" System einfuehren, Promillegrenze auf 0,8 erhoehen (in Bayern auf 1,3)! Deutsche Buerger haben es verdient frei zu leben und das Leben zu geniessen.

Das waere ein Teil meines Wahlprogramms wink.gif .

Mein FAZIT dagegen: Rechtsstaatlichkeit ist auch für Russen sinnvoll, lernt es endlich!

Und ansonsten wird der "Genuß" vor allem auf Seiten der Versicherungen liegen: Wenn diese "tollen" Vorschläge umgesetzt würden, könnten weite Teile der Autofahrer ihre jährlichen Beiträge kaum mehr bezahlen - das erhöhte Risiko will eben eingepreist sein.

Geschrieben von: Galaxy am 10 May 2013, 11:49
QUOTE (GSIISp64b @ 10 May 2013, 01:52)
Zum Thema Tempolimit: Emotional bin ich dafür, rational bin ich kein Autofahrer und kann daher nicht groß darüber urteilen.

Es ist bei mir eher anders herum. Emotional bin ich dagegen. Rational muss ich eingestehen das es für ein Tempolimit durchaus Argumente gibt. Allerdings frage ich mich wie gewichtig diese sind. Wahrscheinlich ist es statistisch gefährlicher Ski zu fahren, als auf einer deutschen Autobahn unterwegs zu sein.

Aber abgesehen davon, will man wirklich das ganze Leben rational gestalten? Wenn man immer rational denkt kauft man sich auch keine MartinLogan Lautsprecher, keine Granit Oberfläche für die Küche, kein Echtholz für den Fußboden. Wein im schönen Dekanter zu servieren ist auch unlogisch, rein rational tut es auch der Tetra Pak. Wobei, Wein an sich ja schon nicht rational ist. unsure.gif



Das erinnert mich an einer der besten Werbefilme die es aus meiner Sicht je gab, der mich fast zu Tränen gerührt hat:

http://www.youtube.com/watch?v=GbTtu_tZQwc


Die haben schon eine extreme Selbstsicherheit wenn die ihre Produkte als etwas was kein Mensch braucht bezeichnen. biggrin.gif

Geschrieben von: Cloakmaster am 10 May 2013, 12:29
QUOTE (Entenfang @ 10 May 2013, 10:50)

Was ist denn da entspannter daran, die Raser vorbeizulassen, als einfach gemütlich mit 120 zu fahren, ohne Angst zu haben, vom nächsten Raser von der Straße geschoben zu werden?

Tja, umd das zu verstehen müsste man wohl etas häufiger mit dem Auto unterwegs sein. Bei Tempo 120 hast du alle Nase lang einen Dränger hinter dir der auf Tuchfühlung geht, und sei es nur, weil er 125 fahren will. Da aber alle so schön zusammengerückt sind, ist nicht wirklich Platz zum Ausweichen vorhanden. Und der verringerte Sicherheitsabstand ist weder für die gefühlte noch die objektive Sicherheit ein "plus".
Im übrigen passieren auf Abschnitten mit Tempolimit weitaus mehr Unfälle als auf Abschnitten ohne.

Unterm Strich denke ich einfach, daß es wichtigere Probleme gibt, die einer Lösung bedürfen. Denn es stimmt schon: Das Tempolimit fordern vor allemm jene Leute, die eh nicht davon betroffen wären. Das ist, also wüde der ADAC fordern, daß Eisenbahnen nicht schneller als 190 fahren dürfen, weil je schneller der Zug ist, desto schlimmer die Katastrophe, wenn dann doch mal was passieren sollte.

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 12:42
Was die Fahranfänger in Frankreich angeht, die haben doch dann dieses rote A hinten drauf, stimmts? Gibts das noch?

Das Thema ist wirklich spannend, denn es gibt wohl nur wenige Themen wo sich die deutschen Bürger, die sonst alles mit sich machen lassen, aufhetzen lassen und so tun als hätte ein Limit was mit Freiheitsbeschränkung zu tun, absoluter Schwachsinn.
Nicht nur dass es ökologischer ist, da weniger Sprit verbraucht wird, der Verkehr ist sogar flüssiger.
Das ständige beschleunigen und wieder abbremsen ist doch Irrsinn! Dazu die vielen die meinen sie hätten die Autobahn gemietet, wenn die mit >180 angerast kommen wenn man überholt. Genau so entstehen schlimmste Unfälle. Mehrfach schon erlebt dass ich überhole mit 130 km/h, während weit nach hinten nichts sieht und plötzlich taucht einer mit geschätzen mehr als 200 km/h mit Lichthupe auf und hat Probleme das runterzubremsen.
Es passiert nur nicht mehr weil es zum Glück nicht so viele grenzdebile Raser gibt. Hallo, für was gibt es den Nürburgring? Öffentliche Straßen sind nicht für Rennen da.

Gestern habe ich von einem Vielfahrer gelesen der weite Strecken in Deutschland und Frankreich zurücklegt und trotz des Tempolimits ist die Durchschnittsgeschwindigkeit in Frankreich höher.
Entspannter fährt es sich eh, da muss ich Auer widersprechen, denn in Österreich z. B. fährt man viel angenehmer als hier und hat deutlich weniger Stress. In Kiedersfelden hat man also zweimal einen Schock, erst mal wegen dem schlechten, peinlichen Straßenzustand und zweitens wegen der viel aggressiveren und hektischeren Fahrweise.

QUOTE (riedfritz)

Seit Beginn der Verkehrsstatistik ist die Zahl der Verkehrstoten von über 20.000 auf ca. 4000 gesunken.


Ein Totschlagargument der Raserfraktion. Deutschland ist sicher an 5. Stelle bei der Statistik, aber es sind auch vier Länder mit Tempolimit vor uns.
Die Zahl der Verkehrstoten ist u. a. auch wegen der Gurtpflicht und solcher Späße gesunken. Ich behaupte dass die Zahl noch weiter abgesunken wäre wenn es ein Tempolimit geben würde.
Dass es schwere Unfälle in folge von zu hoher Geschwindigkeit gibt kannst du nicht leugnen und es kann sehr viel ausmachen ob man mit 120 oder 220 auffährt! Ich war Jahre bei der Feuerwehr und habe genug auf dt. Autobahnen gesehen, auch dass an Unfallstellen munter vorbeigerast wird und nebenbei noch geglotzt, was neue Unfallrisiken fördert.

QUOTE (riedfritz)

Die gefährlichsten Strassen sind Landstrassen, auf denen sowieso eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h gilt. Falschfahrer und alkoholisierte Raser interessiert ein Tempolimit überhaupt nicht.


Das größte Totschlagargument der Tempofraktion und ein lächerlicher Äpfel-Birne-Vergleich. Ich finde es schon witzig dass dort die Leute die Unterschiede nicht erkennen oder erkennen wollen.

Fakt ist dass auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit mehr Unfälle passieren als auf Abschnitten mit Tempolimit und nur das kann man ernsthaft vergleichen!

Warum ist auf Landstraßen die Unfallzahl höher? Doch nicht wegen dem Tempolimit! Die höchste Unfallgefahr geht dort eben vom Gegenverkehr auf. Wer viel auf Landstraßen unterwegs ist kann bestätigen wie viele Wahnsinnige da draußen rumfahren mit waghalsigen Überholmanövern auf stark befahrenen Landstraßen!

Falschfahrer und alkolisierte Raser interessiert ein Tempolimit überhaupt nicht? Da schließt sich der Kreis und wir sind wieder perfekt beim Vergleich ADAC-NRA, Tempolimit-amerikanische Waffendiskussion.

Es gibt kein vernünftiges Argument für das bisherige System und das was ich immer lese hat rein gar nichts mit dem Tempolimit zu tun, wird aber gerne dafür hergenommen, auch von Leuten die sonst immer vernünftig diskutieren. Ich habe den Eindruck beim Auto setzt bei vielen deutschen Bürgern der Verstand aus, es ist ihr liebstes Kind, wichtiger als die eigene Familie.


Könnten Autos am Ende nicht sogar billiger werden, wenn man die Hersteller verpflichtet die Motoren für das Otto-Normal-Auto so zu fertigen dass sie für den Alltagsbetrieb reichen.
Warum muss ein Auto 250 km/h laufen können? Es ist kein Rennwagen und das verursacht nur unnötige Kosten. Würden Autos auf sagen wir mal max. 170/180 km/h ausgelegt, wäre hier sicher etwas drin.
Vielleicht kann man das auch steuerlich irgendwie regeln, z. B. ein auf 140 km/h gedrosseltes Auto kostet dann deutlich weniger Steuern als eines das auf 230 km/h ausgelegt ist.

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 12:47
QUOTE (Cloakmaster @ 10 May 2013, 13:29)
Unterm Strich denke ich einfach, daß es wichtigere Probleme gibt, die einer Lösung bedürfen. Denn es stimmt schon: Das Tempolimit fordern vor allemm jene Leute, die eh nicht davon betroffen wären. Das ist, also wüde der ADAC fordern, daß Eisenbahnen nicht schneller als 190 fahren dürfen, weil je schneller der Zug ist, desto schlimmer die Katastrophe, wenn dann doch mal was passieren sollte.

Absoluter Schwachsinn, die Eisenbahn fährt nicht auf Sicht, die Autos sehr wohl und je höher die Geschwindigkeit, desto länger der Bremsweg, desto größer der Gesamtschaden.

Das dicht befahrene Autobahnnetz ist nicht dafür ausgelegt dort ein Formel-1-Rennen zu machen, dafür ist auf den Straßen zu viel los. Gerade auf vierspurigen Autobahnen (also 2 Spuren je Richtung) ist es unverantwortlich dort 200 oder schneller zu fahren, denn dort zieht immer mal jemand zum überholen raus und diese Abbremsvorgänge sind nicht nur ökologisch verrückt, sie gefährden auch viele Straßenteilnehmer.

Übrigens dürfte auch der Bau deutscher Autobahnen günstiger werden. Die heutigen Autobahnen werden alle für hohe Geschwindigkeiten trassiert, was sie viel teuerer macht, als wenn man auch mal Abschnitte baut die eben nur 120 km/h zulassen, aber deutlich günstiger sind. Gerade wo der Verkehrswegebau eh unterfinanziert ist, ist es ein Witz Autobahnen zu bauen die für >200 km/h trassiert sind.

Geschrieben von: spock5407 am 10 May 2013, 12:51
QUOTE (Electrification @ 10 May 2013, 13:42)
gedrosseltes Auto

Ich wusste gar nicht, dass die Telekom in den Autohandel einsteigt. wink.gif

Nein im Ernst. Wenn man richtung Elektromobilität will, dann wird sich das von allein regeln weil mutmaßlich genug Fahrer(in) dann viel Reichweite aus den Batterien gewinnen werden wollen.

Und die SPD tut mit ihren "Profis" alles, um nicht in Regierungsverantwortung im Bund zu müssen.

Geschrieben von: riedfritz am 10 May 2013, 12:55
QUOTE
Das dicht befahrene Autobahnnetz ist nicht dafür ausgelegt dort ein Formel-1-Rennen zu machen, dafür ist auf den Straßen zu viel los. Gerade auf vierspurigen Autobahnen (also 2 Spuren je Richtung) ist es unverantwortlich dort 200 oder schneller zu fahren, denn dort zieht immer mal jemand zum überholen raus und diese Abbremsvorgänge sind nicht nur ökologisch verrückt, sie gefährden auch viele Straßenteilnehmer.


Jeder ist dazu verpflichtet, seine Geschwindigkeit den Verkehrs- und Strassenverhältnissen anzupassen. Diese Verantwortung kann ihm keiner nehmen. Dies wird auch durch Tempolimits nicht anders!

Energie wird durch "Abbremsvorgänge" und Rumstehen in Staus wesentlich mehr verbraucht. Wer rast, muss dies durch höheren Kraftstoffverbrauch und höheren Verschleiss selbst bezahlen.


Viele Grüsse,

Fritz

Geschrieben von: ropix am 10 May 2013, 12:59
Die letzte Idee funktioniert sicherlich. Damit können sich die Reichen nach wie vor ein Auto mit hoher Steuer und vermutlich hoher Versicherung leisten, wärend die Minderheit jetzt einen Steuer und Versicherungsvorteil hat, sich aber vorher in Anbetracht der Benzinkosten wohl sowieso schon zu einer gemäßigten Fahrweise durchgerungen hat. Antwort - in der Theorie sicher, in der Praxis sicher nicht biggrin.gif

Hingegen einfach Autos zu prodzieren die schon diesseits der 200erter-Marke aufgeben klänge verlockend, da hat man wohl Angst vor der eigenen Kundschaft.

Zum Thema von hinten herranrasen - das Problem hat man bei allen Geschwindigkeiten und Beschränkungen in D, da müsste man eher die Mentalität ändern. Schon deswegen läufts in Österreich im Normalfall deutlich angenehmer, die regelbestätigende Ausnahme klebt aber auch hin und wieder im Kofferraum. Bis vor kurzem waren die Strafen in Österreich übrigens noch viel lachhafter als in D (35 zu schnell ergab 14 Tage Führerscheinentzug), trotzdem fährt man dortzulande schon gern mal 125. Was dann übrigens auch ziemlich nervig sein kann.

Aus meiner Sicht könnte man ein Tempolimit bei 130 oder 160 einführen (120 ist zu langsam, da verbrauchen die Autos die ich so in die Griffel bekomm mehr als bei 130), mir wäre es egal. Zugegeben, viele Fahrten wären angenehmer, weil man nicht fünf Kilometer nach hinten wissen sollte ob man vielleicht jemand platz machen kann oder wenigstens rechtzeitig die Nebelschlussleuchte zuschalten *ups*, hin und wieder haben aber auch mir schon 160 die Blamage des "so pünktlich wie seine Eisenbahn" erspart.

Aber ganz ehrlich. Wir haben definitiv andere Probleme und eines davon ist die LKW Flut als grad mal wieder die Geschwindigkeitsdiskussion.

Geschrieben von: Galaxy am 10 May 2013, 13:06
QUOTE (Electrification @ 10 May 2013, 13:42)
Hallo, für was gibt es den Nürburgring? Öffentliche Straßen sind nicht für Rennen da.


Die Nürburgring-Nordschleife ist eine öffentliche mautpflichtige Straße, die auch von der Polizei kontrolliert wird. Rechts überholen usw. ist Verboten.

QUOTE

Könnten Autos am Ende nicht sogar billiger werden, wenn man die Hersteller verpflichtet die Motoren für das Otto-Normal-Auto so zu fertigen dass sie für den Alltagsbetrieb reichen.



Mit Tempo Beschränkung werden die Autos ja nicht weniger stark motorisiert. Schnell beschleunigen macht einfach Spaß.


Übrigens, wie viel Energie verbraucht eine 101er bei 120 kmh verglichen mit 200? Die könnte man doch auch - Umweltschutz - drosseln. Die Frage inertisiert mich aus reiner Neugierde aber wirklich.

Geschrieben von: Bayernlover am 10 May 2013, 13:09
QUOTE (Cloakmaster @ 10 May 2013, 10:37)
Es ist gut un drichtig, daß techische Vebesserungen die den Verbrauch reduzieren eingebaut werden.

Aha, und welche davon sind so sinnvoll? Mein Auto ist vor zwei Wochen 17 Jahre alt geworden, ein ähnlich motorisiertes Fahrzeug heute wiegt mehrere 100 Kilogramm mehr und säuft das Gleiche. Toller Fortschritt.

Den Film über den Porsche, den Galaxy gepostet hat, fand ich toll. Allerdings muss man dazu sagen, Irrationalität ist nichts für eine Autobahn, soll heißen, man sollte dann lieber auf eine Rennstrecke. Wobei stumpfes Kacheln auf der Autobahn sowieso recht langweilig ist, viel spaßiger sind kurvige Landstraßen.

Geschrieben von: Bayernlover am 10 May 2013, 13:16
QUOTE (Electrification @ 10 May 2013, 13:42)
Mehrfach schon erlebt dass ich überhole mit 130 km/h, während weit nach hinten nichts sieht und plötzlich taucht einer mit geschätzen mehr als 200 km/h mit Lichthupe auf und hat Probleme das runterzubremsen.

Warum passiert mir das eigentlich nie? Vielleicht hast du auch einfach Probleme Entfernungen einzuschätzen? Das ist gar nicht als Vorwurf gemeint, sondern kann einfach so sein. Ich kenne genug Leute, denen es genau so geht. Deshalb hab ich auf der linken Spur ab einem gewissen Tempo auch immer eine Hand schon an der Lichthupe. Bevor hier wieder die Klischees vom bösen BMW-Mensch ausgepackt werden: Das ist legal, so lange man es nicht übertreibt und nicht dicht auffährt - und es funktioniert, ich nenne den Hebel auch liebevoll "Fernbedienung" biggrin.gif

Geschrieben von: Martin H. am 10 May 2013, 13:29
Also mir passiert dies gelegentlich, wenn mal einer wirklich schnell fährt und aus dem Nicht auftaucht.

Typisch BMW-Fahrer, ich hab` die Lichthupe noch nie genutzt.

Mein Zweitauto wird dieser Tage 26 Jahre ab Erstzulassung, wiegt noch mal weniger, und braucht im Schnitt neun Liter, also etwa so viel wie Deines.

Geschrieben von: Galaxy am 10 May 2013, 13:37
Na ja der technische Fortschritt macht sich beim Verbrauch doch bemerkbar. Man kann einen 280ps Porsche Boxster S mit 9 L, oder sogar weniger fahren. Allerdings Super Plus.

http://www.spritmonitor.de/de/detailansicht/150409.html

Geschrieben von: Bayernlover am 10 May 2013, 13:45
QUOTE (Galaxy @ 10 May 2013, 14:37)
Na ja der technische Fortschritt macht sich beim Verbrauch doch bemerkbar. Man kann einen 280ps Porsche Boxster S mit 9 L, oder sogar weniger fahren. Allerdings Super Plus.

Das geht mit'm E36 M3 auch, oder dem E46 M3. Ob das so sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Und die wurden noch nicht auf Gedeih und Verderb auf Verbrauchsoptimierung getrimmt.

@Martin: Meine Lichthupe kommt meistens dann zum Einsatz, wenn ich über 180 km/h fahre (wie gesagt, das ist legal, kommt bei mir aber eh selten vor) oder wenn bei einer gähnend leeren rechten Spur jemand vor mir auf der Mittelspur mit 110 km/h herumdümpelt und ich den nicht links überholen kann, weil da jemand schneller ist. Rechts vorbeifahren mache ich nicht, also bleibt nur, den Vordermann sanft auf das Rechtsfahrgebot hinzuweisen, wenn ich nicht wie wild in die Eisen steigen will. Diese Situation kommt dann allerdings recht oft vor, die meisten raffen es dann auch relativ schnell.

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 13:55
QUOTE (riedfritz @ 10 May 2013, 13:55)

Jeder ist dazu verpflichtet, seine Geschwindigkeit den Verkehrs- und Strassenverhältnissen anzupassen. Diese Verantwortung kann ihm keiner nehmen. Dies wird auch durch Tempolimits nicht anders!


Es gibt zu viele Menschen die sind nicht in der Lage verantwortungsvoll zu handeln, daher muss man sie schon etwas "unterstützen".

QUOTE (riedfritz)

Energie wird durch  "Abbremsvorgänge" und Rumstehen in Staus wesentlich mehr verbraucht. Wer rast, muss dies durch höheren Kraftstoffverbrauch und höheren Verschleiss selbst bezahlen.



Ich meine gelesen zu haben dass gerade höhere Geschwindigkeiten staufördernd sind, während ein Tempolimit für mehr Flüssigkeit sorgt.

QUOTE (ropix)

Zum Thema von hinten herranrasen - das Problem hat man bei allen Geschwindigkeiten und Beschränkungen in D, da müsste man eher die Mentalität ändern. Schon deswegen läufts in Österreich im Normalfall deutlich angenehmer, die regelbestätigende Ausnahme klebt aber auch hin und wieder im Kofferraum. Bis vor kurzem waren die Strafen in Österreich übrigens noch viel lachhafter als in D (35 zu schnell ergab 14 Tage Führerscheinentzug), trotzdem fährt man dortzulande schon gern mal 125. Was dann übrigens auch ziemlich nervig sein kann.


Die Strafen sind allgemein zu niedrig für Verstöße. Ich bleibe dabei, der Führerschein sollte ab 11 km/h zu viel entzogen werden, damit kann man diese ganzen Grauzonenfahrer ausbremsen, denen die Geldstrafe egal ist bzw. die bei der geringen Wahrscheinlichkeit einfach spekulieren und notfalls eben das Geld zahlen.
Man sollte auch für mehrfache Wiederholungstäter die Entzugszeit steigern und die Möglichkeit einführen den Führerschein auf Lebenszeit zu entziehen, das fehlt mir bisher.

QUOTE (ropix)

Aber ganz ehrlich. Wir haben definitiv andere Probleme und eines davon ist die LKW Flut als grad mal wieder die Geschwindigkeitsdiskussion.


Hier stößt man eben an die Früchte der Verkehrspolitik, sowohl was Deutschland als auch die EU betrifft. Würde man der Schweiz folgen, könnte man mehr verlagern.
Bevor hier wieder jemand zum sabbern anfängt und meint man könne nicht alle Verkehre verlagern. Das ist natürlich unrealistisch und auch gar nicht gewollt, warum aber immer wieder welche anfangen liegt wohl daran dass sie Beiträge nicht verstehen, z. B. der der sich nach einer Fernstraße benennt und hoffentlich für lange Zeit hier nicht mehr zu lesen ist.
Man kann mit einem Kapazitätsausbau auf der Schiene aber deutlich mehr Verkehre verlagern und somit die Autobahnen entlasten. Wenn man sieht wie viele Fernverkehrslaster unterwegs sind, die deutlich mehr als 500 km zurücklegen, dann gibts hier noch genug Verlagerungspotenzial.
Ein Ansatz hierzu ist auch die geplante Lkw-Maut ab 3,5to und eine Ausweitung auf alle Straßen.
Bitte keine Diskussion darüber, denn es geht hier ums Tempolimit!!! (notfalls auf anderen Beitrag ausweichen)

QUOTE (Galaxy @ 10 May 2013, 14:06)

Mit Tempo Beschränkung werden die Autos ja nicht weniger stark motorisiert. Schnell beschleunigen macht einfach Spaß.


Kann man alles regeln, z. B. kann die EU das durchaus steuern und regulieren, denn es würde einen Markt geben für energiesparende, verbrauchsarme Motoren und die Motoren die für Höchstgeschwindigkeit ausgelegt sind, würden eben anders besteuert.

Beim Autofahren geht es nicht um den Spaß, sondern von A nach B zu kommen, das ist der Zweck. Wer aus Spaß autofahren will, der kann wie gesagt am Nürburg- oder Hockenheimring fahren oder Rennfahrer werden.

Geschrieben von: Bayernlover am 10 May 2013, 14:01
QUOTE (Electrification @ 10 May 2013, 14:55)
Man sollte auch für mehrfache Wiederholungstäter die Entzugszeit steigern und die Möglichkeit einführen den Führerschein auf Lebenszeit zu entziehen, das fehlt mir bisher.

Du weißt, dass man bei zwei Verstößen über 25km/h zu schnell innerhalb eines oder zwei Jahren bereits den Führerschein abgenommen bekommen kann? Und dass es Entzug auf Lebenszeit auch gibt? Gut, nicht bei 11 km/h zu viel. Aber ich wette mit dir, dann hättest du auch schon lange keinen Führerschein mehr.

QUOTE
Beim Autofahren geht es nicht um den Spaß, sondern von A nach B zu kommen, das ist der Zweck. Wer aus Spaß autofahren will, der kann wie gesagt am Nürburg- oder Hockenheimring fahren oder Rennfahrer werden.

Was genau ist an schneller Beschleunigung eigentlich so falsch? Dass man sich auf einer Autobahn besser einordnen kann, oder dass man einen Überholvorgang schneller abschließen kann? War es das?

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 14:01
QUOTE (Bayernlover @ 10 May 2013, 14:16)
Warum passiert mir das eigentlich nie? Vielleicht hast du auch einfach Probleme Entfernungen einzuschätzen? Das ist gar nicht als Vorwurf gemeint, sondern kann einfach so sein. Ich kenne genug Leute, denen es genau so geht. Deshalb hab ich auf der linken Spur ab einem gewissen Tempo auch immer eine Hand schon an der Lichthupe. Bevor hier wieder die Klischees vom bösen BMW-Mensch ausgepackt werden: Das ist legal, so lange man es nicht übertreibt und nicht dicht auffährt - und es funktioniert, ich nenne den Hebel auch liebevoll "Fernbedienung" biggrin.gif

Ich fahre wirklich nicht knapp raus, da gibts aber auch Kandidaten, die rausziehen obwohl man sieht dass von hinten was angeschossen kommt. Ich bin auch viel auf Autobahnen unterwegs, da kommen solche Vorfälle natürlich immer wieder mal vor.
Bei diesen Fällen war jedes Mal genug Abstand und mit "normaler" Geschwindigkeit wären die mir auch nicht zu nahe gekommen. Es waren eben Schnellfahrer, gerne z. B. mit HH-Nummern in 7000er Bereich oder sowas wie M-OC, M-IC usw.


Geschrieben von: spock5407 am 10 May 2013, 14:06
Die EU wird da sicher nichts machen. Dafür dürften die Premiumhersteller schon sorgen.

Geschrieben von: Electrification am 10 May 2013, 14:07
QUOTE (Bayernlover @ 10 May 2013, 15:01)
Du weißt, dass man bei zwei Verstößen über 25km/h zu schnell innerhalb eines oder zwei Jahren bereits den Führerschein abgenommen bekommen kann? Und dass es Entzug auf Lebenszeit auch gibt? Gut, nicht bei 11 km/h zu viel. Aber ich wette mit dir, dann hättest du auch schon lange keinen Führerschein mehr.

Die Wette nehme ich an, denn bis zu 10 km/h zu viel schafft jeder mal kurz. Ich fahre aber immer die geforderte Geschwindigkeit, die 10 km/h-Toleranz eingerechnet, da ich keinen Tempomat habe.

Die Gefahr erwischt zu werden ist doch viel zu gering. Ich habe noch nie auf einer Baustelle ein Blitzgerät gesehen und wenn eine 80er-Beschränkung ist und ich diese 80 fahre, habe ich schon öfter erlebt wie das Fahrzeug hinter mir ungeduldig wird und will dass ich schneller fahre, unglaublich!

Ich kenne selber Leute die sagen dass sie meistens genau so zu schnell fahren dass es "nur" eine Geldstrafe ist.


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