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Tempolimit auf Straße und Schiene, aus: Allg. Diskussion über Politik in D, [Zur Themenübersicht]
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Cloakmaster
  Geschrieben am: 4 Feb 2020, 13:05


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Ergo Tempo 100 für Verbrenner, Tempo 130 für E-Fahrzeuge? Schon wäre ein neuer Kaufanreiz geschaffen.

Bearbeitet von Cloakmaster am 4 Feb 2020, 13:06
    
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Jean
  Geschrieben am: 4 Feb 2020, 13:10


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QUOTE (Cloakmaster @ 4 Feb 2020, 13:05)
Ergo Tempo 100 für Verbrenner, Tempo 130 für E-Fahrzeuge? Schon wäre ein neuer Kaufanreiz geschaffen.

Mit E-Autos löst du nur das lokale Umweltproblem. Global wird es sogar noch schlimmer.

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Für die Freiham Tram, für die Westtangente, für die Nordtangente, für den Nordost Tram Netz

Für die U9, für die U5 nach Pasing, für die U4
    
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mapic
  Geschrieben am: 4 Feb 2020, 13:12


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QUOTE (Entenfang @ 4 Feb 2020, 11:39)
QUOTE (mapic @ 4 Feb 2020, 11:28)
Reichweite mit Elektroantrieb 40 km

Gut, das ist natürlich bei einer Autobahnfahrt ein Witz.

Und nicht nur da. Die 40 km sind ja auch nur der Prüfstand-Wert. In der Realität schafft man mit so einem Auto dann bei guten Bedingungen 20-25km. Allerdings schaffen die neueren Plugin Hybride meistens offiziell so um die 80km, da sollten dann reale 40 sogar drin sein. Aber auf der Autobahn sicher nicht.

QUOTE (Entenfang @ 4 Feb 2020, 11:39)
Aber ist es nicht hinterlegt, welches Modell hinter jedem Kennzeichen steckt? Dann könnte man ja festlegen, dass nur reine E-Fahrzeuge aussortiert werden.

Irgendwo ist das schon hinterlegt. Die Frage ist nur, ob die Stelle, die den Bußgeldbescheid ausstellt, auf diese Daten zugreifen kann oder darf. Technisch sollte das absolut kein Problem sein. Und wenn es rechtlich nicht geht, müsste man die Rahmenbedingungen eben ändern. Das würde ja auch ganz ohne E-Kennzeichen funktionieren. Es gibt ja durchaus auch E-Autos, die keins haben, weil sie vor der Einführung bereits zugelassen wurden, oder weil es der Halter nicht beantragt hat.
Die Blitzer in Österreich können sicherlich auch nicht zwischen schwarzer und grüner Schrift unterscheiden. Da muss das Aussortieren auch über eine Datenbank laufen.


Und nur der Vollständigkeit halber: Ich halte auch überhaupt nichts von der Idee. Ich halte sie allerdings für technisch und rechtlich umsetzbar, wenn man es denn wollte.

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 4 Feb 2020, 14:47


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QUOTE (Jean @ 4 Feb 2020, 14:10)
Mit E-Autos löst du nur das lokale Umweltproblem. Global wird es sogar noch schlimmer.

Das sag der Politik, die Verbrenner total verbieten, und alles auf E-Auto umstellen will.
    
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panurg
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 09:27


Routinier


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Aus: COVID-19 und die Folgen

QUOTE (Entenfang @ 23 Jun 2020, 00:44)
Um beim Verkehr zu bleiben - wäre die Zustimmung wohl auch so groß wie anfangs zu den Corona-Einschränkungen, wenn man ab morgen Autoverkehr bis auf das zwingend nötige Ausmaß (Feuerwehr, Krankenwagen und Handwerker) reduzieren würde (Analogie: Lockdown) oder Tempo 30 innerorts und 100 auf Autobahnen vorschreibt (Analogie: Maskenpflicht)? Damit könnten auch sehr viele Menschenleben gerettet werden - es wird aber trotzdem auf Heftigste bekämpft.


Die Unfallstatistiken für März 2020 und April 2020 sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache: Mit dem gesunkenen Verkehrsaufkommen ist auch die Anzahl der Unfälle zurück gegangen, die Anzahl der Verkehrstoten zumindest im März (während der Lockdown-Phase) signifikant.

Mittlerweile kann selbst ich als auf dem Land lebender und auf die Überbrückung größerer Distanzen angewiesener Mensch mich für allgemeine Tempolimits erwärmen.
Vorschlag:
Autobahn120 km/hgibt es derart in Holland/Spanien etc.; derzeit auf über 30 km Länge der A94 - man kommt trotzdem innerhalb von 45 Minuten von München Stadtgrenze nach Mühldorf
Landstraße80 km/hgibt es derart in Holland - wenige Straßen mit extra breiter Mittellinie (grün auf Asphalt markiert) sind dort für Tempo 100 freigegeben
Innerorts40 km/hmitteltouriges Fahren im 3. Gang, kreuzungsarme Hauptverkehrsachsen individuell auf 60 km/h
Zone 30 2020 km/hweniger Geschwindigkeitsdifferenz zur Masse der Verkehrsteilnehmer auf dem Drahtesel, ggü. Tempo 30 halbierter Bremsweg (x/10)² -> 4 Meter
    
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Iarn
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 09:57


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Beiträge: 19591




Prinzipiell bin ich für ein Tempolimit aber Tempo 30 Zonen zu Tempo 20 Zonen zu machen, halte ich für schwer umsetzbar. Nicht allein weil dann die Mehrheit der Radfahrer spielen das Tempolimit überschreiten kann und wird und man damit aus meiner Sicht vor einer Kennzeichpflicht für Fahrräder steht.
    
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EasyDor
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 10:07


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QUOTE (panurg @ 23 Jun 2020, 10:27)
Aus: COVID-19 und die Folgen



Die Unfallstatistiken für März 2020 und April 2020 sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache: Mit dem gesunkenen Verkehrsaufkommen ist auch die Anzahl der Unfälle zurück gegangen, die Anzahl der Verkehrstoten zumindest im März (während der Lockdown-Phase) signifikant.

Mittlerweile kann selbst ich als auf dem Land lebender und auf die Überbrückung größerer Distanzen angewiesener Mensch mich für allgemeine Tempolimits erwärmen.
Vorschlag:
Autobahn120 km/hgibt es derart in Holland/Spanien etc.; derzeit auf über 30 km Länge der A94 - man kommt trotzdem innerhalb von 45 Minuten von München Stadtgrenze nach Mühldorf
Landstraße80 km/hgibt es derart in Holland - wenige Straßen mit extra breiter Mittellinie (grün auf Asphalt markiert) sind dort für Tempo 100 freigegeben
Innerorts40 km/hmitteltouriges Fahren im 3. Gang, kreuzungsarme Hauptverkehrsachsen individuell auf 60 km/h
Zone <s>30</s> 2020 km/hweniger Geschwindigkeitsdifferenz zur Masse der Verkehrsteilnehmer auf dem Drahtesel, ggü. Tempo 30 halbierter Bremsweg (x/10)² -> 4 Meter

Ich frage mich, warum man sich hier immer so auf 130 (oder sogar noch schlimmer - 120) festbeißt.
Die A94 mit ihren 120 fahre ich des öfteren und es ist eine Qual trotz fast leerer Fahrbahn so dahin zu schleichen.... (Gut, bei der Fahrbahn kommt es einem so vor als hätte man Spikes drauf... Was haben die da eigentlich verbrochen?)

Man muss ja bedenken, dass die Tempolimits die so in Europa gelten, aus Zeiten stammen wo 130 noch echt schnell war. So ohne ABS, ESP, dafür mit Trommelbremsen, schlechtem Fahrwerk und schlechteren/schmaleren Reifen.
Sprich ein Auto bremst heute aus 200 so wie noch vor 30 Jahren aus 100 und landet dabei auch nicht im Graben sondern man kann ohne viel Übung die Spur halten.

Intelligent - und m.E. auch durchsetzbar - wäre ein Tempolimit auf z.B. 150 oder 160. Niemand muss mit 250 über die Autobahn brettern, aber 130 ist schon arg langsam, zumindest wenn es leer ist.
Auf Landstraßen finde ich 100 in Ordnung, allerdings könnte man da unter einer gewissen Spurbreite auf meinetwegen auf 80 runter gehen, tut man ja teilweise auch.

Ich war ja letztens zwei Wochen in Schweden, und da war es bei den geraden Straßen wo manchmal 20km lang nicht mal ein Haus kommt schon sehr zäh so mit 70 (in Ausnahmefällen 80 oder 90) dahinzutuckeln... Auf der Autobahn mit 110 (teilweise 120) wars noch schlimmer.
Gottseidank hatte der Mietwagen nicht nur nen adaptiven Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung sondern auch nen aktiven Spurhalteassistenten, so dass da zumindest auf der Autobahn ein echtes Autopilot-Feeling aufkam wink.gif

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Angst war schon immer der schlechteste aller Ratgeber, denn sie siegt über jegliche Vernunft und damit einhergehende Verhältnismäßigkeit.
    
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Auer Trambahner
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 10:25


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QUOTE (Iarn @ 23 Jun 2020, 10:57)
Nicht allein weil dann die Mehrheit der Radfahrer spielen das Tempolimit überschreiten kann und wird und man damit aus meiner Sicht vor einer Kennzeichpflicht für Fahrräder steht.

Und ein kalibrierbarer Tacho verpflichtend.
So keicht wie die momentanen Pedelcsysteme meist noch verbiegbar sind als Vergleich. Da wird eine für alle gültige Regelung für den Aufschrei sorgen.

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Der mit dem Ölkännchen tanzt!
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 11:20


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QUOTE (panurg @ 23 Jun 2020, 09:27)
Die Unfallstatistiken für März 2020 und April 2020 sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache: Mit dem gesunkenen Verkehrsaufkommen ist auch die Anzahl der Unfälle zurück gegangen, die Anzahl der Verkehrstoten zumindest im März (während der Lockdown-Phase) signifikant.

Danke für die Zahlen - das ist wirklich beeindruckend! Und das sind ja nur die Unfälle, Lärm- und Schadstoffreduktion kommen ja auch noch als Vorteil dazu.

QUOTE (panurg @ 23 Jun 2020, 09:27)

Autobahn120 km/hgibt es derart in Holland/Spanien etc.; derzeit auf über 30 km Länge der A94 - man kommt trotzdem innerhalb von 45 Minuten von München Stadtgrenze nach Mühldorf
Landstraße80 km/hgibt es derart in Holland - wenige Straßen mit extra breiter Mittellinie (grün auf Asphalt markiert) sind dort für Tempo 100 freigegeben
Innerorts40 km/hmitteltouriges Fahren im 3. Gang, kreuzungsarme Hauptverkehrsachsen individuell auf 60 km/h
Zone <s>30</s> 2020 km/hweniger Geschwindigkeitsdifferenz zur Masse der Verkehrsteilnehmer auf dem Drahtesel, ggü. Tempo 30 halbierter Bremsweg (x/10)² -> 4 Meter

Landstraße würde ich so ähnlich wie in Holland machen - das Sicherheitsproblem auf Landstraßen in Deutschland kommt ja daher, dass man quasi auf jedem Feldweg außerorts 100 fahren darf. Es ist schlichtweg nicht eindeutig erkennbar, welches Verhalten welche Landstraße vom Fahrer erfordert. Deswegen ist eine Einteilung in verschiedene Klassen sinnvoll, die dann weitgehend einheitliche Standards aufweisen:
120, wenn wie Autobahn ausgebaut
100, wenn sehr gut ausgebaut und mit höhenfreien Ein- und Ausfädelungen
80 auf allen "normalen" Landstraßen
60 auf allen schmalen Landstraßen und dann z.B. so markieren, ohne rote Färbung.

Die 40 in der Stadt finde ich irgendwie nicht gut - das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Lieber Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, 50 auf Hauptachsen des ÖPNV ohne besondere Trasse (30 nur situationsbezogen z.B. an Schulen etc.) und 60 auf komplett anbaufreien Straßen oder Kraftfahrstraßen.

Die 30er-Zone würde ich unangetastet lassen - die ist irgendwie internationaler Standard, jeder kennt sie und es ist eine praktikable Geschwindigkeit. 20 würde ich auch nur situationsabhängig z.B. in quirligen Geschäftsstraßen machen (wie z.B. Tal in München).

QUOTE (Iarn @ 23 Jun 2020, 09:57)
und man damit aus meiner Sicht vor einer Kennzeichpflicht für Fahrräder steht.

Das sehe ich sehr kritisch - die Bürokratie wäre wirklich enorm. Und sooo groß ist der Nutzen auch wieder nicht. Selbst wenn man Tempo 20-Zonen hätte, dürfte die Mehrzahl der Radfahrer wohl kaum schneller als 25 fahren. Ob ein Fahrrad jetzt 20 oder 23 oder 25 fährt, dürfte für die Sicherheit nahezu keinen Unterschied machen - im Gegensatz zum Auto gibt es keinen TÜV und wenn ich mir so anschaue, in welchem Zustand die Bremsen so manchen Drahtesels sind, sehe ich in dieser Hinsicht die wichtigere Stellschraube.

QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 10:07)
Ich frage mich, warum man sich hier immer so auf 130 (oder sogar noch schlimmer - 120) festbeißt.

Die Frage kann ich dir beantworten. Auch wenn viele Autofahrer das vehement bestreiten, die Sichtweiten in Kurven sind auf 130 km/h ausgelegt. Ich habe schon vor Jahren mit dem Prof für Straßenverkehrstechnik an der TU Dresden darüber diskutiert und er hat mir das sehr ausführlich erläutert. Meiner persönlichen Meinung nach ist es eigentlich irrelevant, ob man 120 oder 130 oder 140 festlegt - wichtig ist erstmal, dass man ein Tempolimit festlegt.

QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 10:07)
Ich war ja letztens zwei Wochen in Schweden, und da war es bei den geraden Straßen wo manchmal 20km lang nicht mal ein Haus kommt schon sehr zäh so mit 70 (in Ausnahmefällen 80 oder 90) dahinzutuckeln... Auf der Autobahn mit 110 (teilweise 120) wars noch schlimmer.

Die sehr restriktiven Tempolimits in Schweden kommen noch aus der Zeit der Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr in den 60er-Jahren. Damals wollte man die doch erhebliche Umgewöhnung so sicher wie möglich gestalten. Außerdem haben die Skandinavier allgemein eine andere Mentalität - die sind nicht so gestresst und hektisch wie die Deutschen. Das sieht man sehr schön am Fahrstil der Norweger - ich höre immer Beschwerden aus dem Bekanntenkreis, die oft mit dem Auto dorthin fahren. biggrin.gif

QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 10:07)
Gottseidank hatte der Mietwagen nicht nur nen adaptiven Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung sondern auch nen aktiven Spurhalteassistenten, so dass da zumindest auf der Autobahn ein echtes Autopilot-Feeling aufkam wink.gif

Und genau da sehe ich eben (abgesehen von der Sichtweite) das Argument für ein möglichst niedriges Tempolimit - mit zunehmender Automatisierung kann der Fahrer ja dann vielleicht Zeitung lesen. Und dann geht es darum, die Straßen möglichst effizient zu nutzen. Und mit 100 km/h ist die Leistungsfähigkeit wesentlich höher als mit 160.

QUOTE (Auer Trambahner @ 23 Jun 2020, 10:25)
Und ein kalibrierbarer Tacho verpflichtend.
So keicht wie die momentanen Pedelcsysteme meist noch verbiegbar sind als Vergleich. Da wird eine für alle gültige Regelung für den Aufschrei sorgen.

Also mein Tacho zeigt immer so 1...2 km/h mehr als das GPS an. Einfach in den Einstellungen ändern kann man den auch nicht. Dass der Tacho von Pedelecs oft zu viel anzeigt, spürt man schon daran, dass die Unterstützung so bis 26 oder 27 km/h laut Tacho funktioniert.
In puncto (S-)Pedelec finde ich aber die geltenden Regeln sehr unglücklich. Warum man sich ausgerechnet für 25 und 45 entschieden hat, leuchtet mir nicht ein. 30 und 50 wären irgendwie logischer gewesen und würde eine deutliche Vereinheitlichung der Geschwindigkeiten bringen. Sicher, 30 ist viel zu schnell auf so manchem Fahrradparcour, aber 25 sind es eigentlich auch schon. Das würde ich eher als Ansporn sehen, die Fahrradinfrastruktur anzupassen.

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EasyDor
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 11:39


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QUOTE (Entenfang @ 23 Jun 2020, 12:20)
Die sehr restriktiven Tempolimits in Schweden kommen noch aus der Zeit der Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr in den 60er-Jahren. Damals wollte man die doch erhebliche Umgewöhnung so sicher wie möglich gestalten. Außerdem haben die Skandinavier allgemein eine andere Mentalität - die sind nicht so gestresst und hektisch wie die Deutschen. Das sieht man sehr schön am Fahrstil der Norweger - ich höre immer Beschwerden aus dem Bekanntenkreis, die oft mit dem Auto dorthin fahren. biggrin.gif

Das habe ich teilweise ein bisschen anders erlebt... wink.gif
Wenn man sich an die Limits hält (plus die üblichen 10km/h), weil man nicht so recht weiß was einen bei einem Verstoß erwartet, dann hat man ziemlich oft einen hinten auf der Stoßstange hängen bzw. wird zur Ursache von waghalsigen Überholmanövern.
Übrigens meistens Volvos, es ist echt lustig... Bei uns das total brave Familienauto, dort der BMW vom Fahrverhalten her. Und dort auch _das_ Auto wenns um Tuning, etc. geht. Da ist gefühlt jeder dritte Volvo tiefergelegt. Irgendwie ein komisches Bild für einen Mitteleuropäer wink.gif

Ach ja... Die Blitzer werden dort immer per Verkehrszeichen angekündigt, zumindest die fest installierten. Mobile habe ich keine gesehen (vor denen hatte ich aber Schiss, da gibts wahrscheinlich kein Verkehrszeichen).


QUOTE (Entenfang @ 23 Jun 2020, 12:20)
Die Frage kann ich dir beantworten. Auch wenn viele Autofahrer das vehement bestreiten, die Sichtweiten in Kurven sind auf 130 km/h ausgelegt. Ich habe schon vor Jahren mit dem Prof für Straßenverkehrstechnik an der TU Dresden darüber diskutiert und er hat mir das sehr ausführlich erläutert. Meiner persönlichen Meinung nach ist es eigentlich irrelevant, ob man 120 oder 130 oder 140 festlegt - wichtig ist erstmal, dass man ein Tempolimit festlegt.

Zu der generellen Forderung nach dem Tempolimit übrigens noch was...
Laut statistischem Bundesamt sind nur 11% der Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeit.
Und das bedeutet ja nicht angepasste Geschwindigkeit in jeder Situation, also auch weil man mit 80 durch eine 30er Zone brettert und dabei jemand übersieht.

Wenn man sich die schweren Unfälle auf den Autobahnen so ansieht, dann war die Ursache in den meisten Fällen Stauende übersehen, schlechte Sicht, Glatteis etc. bloß die hohe Geschwindigkeit war selten die Ursache, oft wurde sich auch an ein bestehendes Limit gehalten, z.B. bei LKW die ja gar nicht schneller können.

Bearbeitet von EasyDor am 23 Jun 2020, 11:53

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Angst war schon immer der schlechteste aller Ratgeber, denn sie siegt über jegliche Vernunft und damit einhergehende Verhältnismäßigkeit.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 12:12


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QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 11:39)
Das habe ich teilweise ein bisschen anders erlebt... wink.gif

Ich kann es nur aufgrund der mir zugetragenen Berichte und ein paar eigenen Busfahrten in Norwegen vor 5 Jahren beurteilen - vielleicht ist es in Schweden auch anders.

QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 11:39)
Zu der generellen Forderung nach dem Tempolimit übrigens noch was...
Laut statistischem Bundesamt sind nur 11% der Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeit.
Und das bedeutet ja nicht angepasste Geschwindigkeit in jeder Situation, also auch weil man mit 80 durch eine 30er Zone brettert und dabei jemand übersieht.

Wenn man sich die schweren Unfälle auf den Autobahnen so ansieht, dann war die Ursache in den meisten Fällen Stauende übersehen, schlechte Sicht, Glatteis etc. bloß die hohe Geschwindigkeit war selten die Ursache, oft wurde sich auch an ein bestehendes Limit gehalten, z.B. bei LKW die ja gar nicht schneller können.

Das überzeugt mich wenig. Schaut man sich die Kategorien an, fallen für die Autobahn schon mal eine ganze Menge weg - Vorfahrtsfehler, Rückwärtsfahren, Fußgänger etc. kommen sicher mal vor, dürften aber wohl nur eine verschwindend geringen Anteil der Unfälle auf Autobahnen ausmachen. Dazu kommt ja noch, dass 25% überhaupt keiner Kategorie zugeordnet werden konnten und dass immer nur eine Kategorie pro Unfall ausgewählt werden kann. Diese Erfassung findet ja i.A. durch die Polizei vor Ort statt und die nachträgliche Unfallrekonstruktion ist gar nicht mal so simpel. Deswegen gibt es an der TU Dresden eine eigene Abteilung für Verkehrsunfallforschung, die zu Unfällen hinfahren und dann auf Basis von sehr umfangreichen Untersuchungen versuchen, die Hintergründe zu erforschen.

Zur nicht angepassten Geschwindigkeit kommt ja noch die Kategorie ungenügender Abstand, welche sich durch eine Harmonisierung der Geschwindigkeiten höchstwahrscheinlich auch reduzieren lässt.

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Iarn
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 14:38


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Entenfang @ 23 Jun 2020, 11:20)
Selbst wenn man Tempo 20-Zonen hätte, dürfte die Mehrzahl der Radfahrer wohl kaum schneller als 25 fahren. Ob ein Fahrrad jetzt 20 oder 23 oder 25 fährt, dürfte für die Sicherheit nahezu keinen Unterschied machen - im Gegensatz zum Auto gibt es keinen TÜV und wenn ich mir so anschaue, in welchem Zustand die Bremsen so manchen Drahtesels sind, sehe ich in dieser Hinsicht die wichtigere Stellschraube.

Das wäre in meinen Augen zurecht nicht durchsetzbar. Wenn Tempo 20, dann muss das aber auch ohne Abstriche für Radfahrer gelten. Und das geht in meinen Augen nur mit Tacho und Kennzeichen.
Und deswegen würde ich kein flächendeckendes Tempo 20 machen.
    
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Jogi
  Geschrieben am: 23 Jun 2020, 15:32


Kaiser


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QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 12:39)
Zu der generellen Forderung nach dem Tempolimit übrigens noch was...
Laut statistischem Bundesamt sind nur 11% der Unfallursachen nicht angepasste Geschwindigkeit. [...]

Zum vorgebrachten Argument gegen das Tempolimit auch noch was, auch wenn Entenfang es schon gesagt hat:
Das verlinkte Diagramm zeigt die Anteile von Ursachen von Unfällen mit Personenschaden auf allen Straßen, d.h. der gängigen Unterscheidung folgend alle erfassten Unfälle innerorts, außerorts auf Landstraßen und außerorts auf Autobahnen.

Sie zeigt also nicht, welchen Anteil eine 'nicht angepasste Geschwindigkeit' als Ursache von Unfällen auf Autobahnen hat. Dort fallen die Kategorien ' Fehler bei Wenden u.a.', 'Nichtbeachten der Vorfahrt' und 'falsches Verhalten ggü. Fußgängern', die zusammen über 34 Prozent ergeben, zwar nicht gerade weg, werden aber einen deutlich geringeren Anteil aufweisen. Schlicht weil diese auf einer Autobahn selten vorkommen.

Das wiederum bedeutet, dass der Anteil der Kategorie 'nicht angepasster Geschwindigkeit' auf Autobahnen alleine über den angeführten 11,4 Prozent liegen muss.

Einen Tipp, in welche Richtung es gehen könnte, hat Destatis in seiner 'Zahl der Woche' am Anfang diesen Jahres veröffentlicht:
QUOTE
Nicht angepasste Geschwindigkeit für 46 % der Verkehrstoten auf Autobahnen mitverantwortlich

Pressemitteilung Nr. 03 vom 14. Januar 2020
WIESBADEN Im Jahr 2018 sind bei Unfällen auf den deutschen Autobahnen 424 Menschen ums Leben gekommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war nicht angepasste Geschwindigkeit für 196 beziehungsweise 46 % der Autobahn-Verkehrstoten mitverantwortlich. Auf Abschnitten ohne Tempolimit war unangepasste Geschwindigkeit bei 45 % der Verkehrstoten eine Unfallursache (135 von 301 Unfalltote), bei Streckenabschnitten mit Geschwindigkeitsbegrenzung bei 50 % der tödlich Verunglückten (61 von 123 Unfalltote). Insgesamt starben 71 % der Todesopfer auf Autobahnen auf Strecken ohne Tempolimit. Allerdings liegt laut der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auch der Anteil von Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung am gesamten Autobahnnetz bei 70 %, was den hohen Anteil der Unfalltoten auf Strecken ohne Tempolimit relativiert.


QUOTE (EasyDor @ 23 Jun 2020, 12:39)
Wenn man sich die schweren Unfälle auf den Autobahnen so ansieht, dann war die Ursache in den meisten Fällen Stauende übersehen, schlechte Sicht, Glatteis etc. bloß die hohe Geschwindigkeit war selten die Ursache, oft wurde sich auch an ein bestehendes Limit gehalten, [...]

Schade, für die 'meisten Fälle' wird keine Quelle geliefert.

Neben der auch von Entenfang angemerkten, mangelnden Monokausalität von Unfallhergängen und damit auch -ursachen, das sind alles mögliche Fälle von hoher weil zu hoher Geschwindigkeit, um rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Aka 'nicht angepassten Geschwindigkeit'.

Wir lernen also, ein - Hausnummer! - 130er-Limit auf BAB verhindert keine Unfälle mit geringeren Geschwindigkeiten. Gibt ja auf Landstraßen so noch genug Unfälle. Oder was genau hast du gerade aufgezeigt?


PS. Wer will, kann ja im Destatis-Jahresbericht 2018 zu Verkehrsunfällen (großes PDF) nachschauen, wie viele schwere Unfälle auf BAB mit Getöteten und Schwerverletzten Witterungseinflüsse asl Ursache zugeordnet werden. Es sind nicht soooh viele...
    
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Hot Doc
  Geschrieben am: 28 Jun 2020, 20:43


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 7375




Wenn man auf ein Stauende draufrauscht, ist die Ursache vielleicht nicht unangepasste Geschwindugkeit, sondern ggf. die schlechte Sicht oder eine kurze Unaufmerksamkeit. Die Folgen sind aber halt bei 200km/h andere als bei 130km/h.
Allein, dass du bei 130 ggf. wenigstens noch anfangen kannst zu bremsen und bei 200 einfach nur denkst "OH - SCHEISSE - BUMMM!".

Bin heute von der Ostsee hergefahren und meine Kiste tret ich nicht viel mehr als 140. Für mich eine entspannte Geschwindigkeit. Trotzdem ist der Unterschied zwischen beschränkten und unbeschränkten Abschnitten massiv zu spüren. Am gemütlichsten ist aus meiner Erfahrung 120km/h als Beschränkung. Dann fahren zwar alle 130, aber alle ziemlich kostant.

Bearbeitet von Hot Doc am 28 Jun 2020, 20:46
    
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Cloakmaster
  Geschrieben am: 28 Jun 2020, 21:08


Lebende Forenlegende


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Ich würde es nicht an die schlechte Sicht angepasste Geschwindigkeit nennen.
    
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