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Fahrscheinfreier ÖPNV, Aus: Politikdiskussion/Piratenpartei 9% [Zur Themenübersicht]
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146225
  Geschrieben am: 24 Jan 2019, 19:30


Lebende Forenlegende


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QUOTE (bestia_negra @ 24 Jan 2019, 07:17)
Es würde mMn reichen den ÖPNV günstiger zu machen.

Ob, und was das ggf. bringt, kann man ab dem 01.04.2019 live in der Region Stuttgart besichtigen, wo der bislang teuerste Verkehrsverbund in Baden-Württemberg, der VVS, durch eine vom Land bezuschusste Tarifreform die Anzahl der seitherigen Tarifzonen massiv reduziert (zum Beispiel wird die Stadt Stuttgart selbst von 2 zu 1 Zone). Auch gibt es keine Unterteilungen der Ringe mehr, d.h. wer Tangenten geschickt nutzt, kann für kleines Geld schon recht weit kommen, und für Zeitkarten erweitert sich der Aktionsradius auch entsprechend. Preislich profitiert also, wer bisher "schräg" durch den Zonenplan gefahren ist und alles, was von/nach Stuttgart ein-/auspendelt. Nur wer sich radial, oft entlang der S-Bahn-Strecken, auf eines der Umlandzentren, wie z.B. Esslingen, Böblingen/Sindelfingen, Ludwigsburg zu bwegt, spürt erstmal nichts von der großen Reform, weil hier oft genauso viele Zonen benötigt werden wie vorher. Ob das ein Geburtsfehler der Reform ist, unabsichtlich oder absichtlich geschah, darüber lässt sich streiten. Marketingtechnisch war es auf jeden Fall nicht gerade ein Glücksgriff, allen Abonennten, deren Zonenzahl sich nicht verändert, auch den Jubel-Werbebrief zu schicken, wie toll und günstig jetzt doch alles wird, und dann steht drin "Alter Preis", der, oh Wunder, identisch ist mit dem "neuen Preis". Super Sache...

Eine Stufe größer ist der verbundüberschreitende Landestarif für Baden-Württemberg letztlich dasselbe; allerdings ist dieser noch im Aufbau begriffen und wird erst im "Endausbau" (oder was das Land so dafür hält) zur vollen Blüte reifen. Wo er bereits heute angewendet werden kann, vergünstigt sich die Bwegung tatsächlich spürbar.

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 24 Jan 2019, 20:26


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 8358




QUOTE (MVG-Wauwi @ 24 Jan 2019, 20:03)
Die Vertriebskosten sind weitaus geringer als man das gemeinhin vermuten dürfte. Eine konkrete Zahl kann ich hier natürlich nicht nennen, aber ich darf es einmal so ausdrücken: Würde man sämtliche Automaten und Entwerter abschaffen, würde das einmalig den Verzicht auf eine durchschnittliche Tariferhöhung ermöglichen. Würde man zusätzlich sämtliche Kontrollen bzw. das entsprechende Personal dafür ersatzlos streichen, wäre noch einmal ein Verzicht auf eine durchschnittliche Tariferhöhung drin. Danach wäre der Effekt aber verpufft.

Im Kfz Sektor ist man bei etwa 7% Vertriebskosten, die Kosmetikindustrie bei rund 46%. Sind wir eher bei den Autos, oder eher bei den Kosmetika?


Bei Wikipedia gibt es ein paar Zahlen für die DB: 7.000 Automaten, Kostenpunkt 30.000€ pro Stück - das wären dann allein schon mal 210 Mio nur für die Anschaffung der Geräte. Dann müssen die noch verteilt und aufgestellt werden.
Für die Wartung sind 34 Mitarbeiter beschäftigt, die sich nicht nur um das Auffüllen, sondern auch um die etwa 17.000 Störungen pro Monat kümmern. Jedes Gerät verbraucht mindestens 50, und bis zu 200 Watt, das sind allein schon im Standby-Modus mehr als 3 Mio Kilowattstunden, ob da die Heizung im Winter schon eingerechnet ist, steht leider nicht da. Nur, daß die Geräte innen beheizt sind, um auch bei -25 Grad noch arbeiten zu können. Da scheinen mir 50 Watt Stromverbrauch inklusive der Heizleistung nicht für auszureichen, auch 200 Watt sind nicht viel für eine elektrische Heizung, und die Heizung ist ja nicht der einzige Verbraucher.

der MVV ist natürlich kleiner, als die DB. Aber billig dürfte der Spaß trotzdem nicht sein. Kein Wunder, daß man immer stärker auf Online- und Handytickets setzen will.

Ich finde die Zahlen für ein Deutschland-weites Netz erschreckend niedrig. Wenn das so stimmt, dann arbeitet jeder MA also 500 Störungen pro Monat ab - also mehr als 3 Störungen pro Arbeitsstunde, wenn die MA keinerlei Zeit dafür aufwenden, überhaupt erst zu einem "gestörten" Automaten hin zu kommen, die stehen ja immerhin über mehr als 5400 Stationen verteilt, und jeder Automat weist im Schnitt knapp 2.5 Störungen pro Tag auf.
    
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 24 Jan 2019, 21:15


Lebende Forenlegende


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Wohnort: ja


QUOTE (Cloakmaster @ 24 Jan 2019, 21:26)
Bei Wikipedia gibt es ein paar Zahlen für die DB: 7.000 Automaten, Kostenpunkt 30.000€ pro Stück - das wären dann allein schon mal 210 Mio nur für die Anschaffung der Geräte. Dann müssen die noch verteilt und aufgestellt werden.

Die Summe möchte ich anzweifeln und so steht das bei Wikipedia, wenn man's verlinkt, nämlich auch nicht: "Der Aufbau eines Fahrkartenautomatens der Deutschen Bahn kostet nach Unternehmensangaben etwa 30.000 Euro."

Ich hab mal zufällig mit jemandem von einer Herstellerfirma gesprochen und da hätte so ein Teil in der Anschaffung eine mittlere vierstellige Summe gekostet. Dazu kommen einmalig die Kosten für's Aufbauen, Anschließen inkl. ggf. dem Legen von Versorgungsleitungen und eben der Planung des Ganzen. Und das kann natürlich schon Kosten verursachen, sodass da ggf. bei der Neuaufstellung eine Summe von 30.000 Euro das Stück inkl. Aufbau rauskommen kann. Aber nur das Gerät allein kostet sicher keine 30.000 Euro das Stück. wink.gif

Dann kommen dazu noch die Kosten für die Wartung und das Leeren und Befüllen über die ganze Nutzungsdauer. Geht man von einer Nutzungsdauer von 10 Jahren aus, sind das sicherlich noch größere Summen, aber umgelegt auf den Umsatz des Automaten hält sich das selbst an einem Dorfbahnhof wohl in Grenzen. Sonst würde bei uns nicht auf jedem Bahnsteig einer stehen, sondern wie früher (!) einer zentral im Warteraum oder sonstwo.

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Ja mei...
    
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143
  Geschrieben am: 24 Jan 2019, 22:40


König


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Beiträge: 845

Alter: 30



QUOTE (Cloakmaster @ 24 Jan 2019, 21:26)
Im Kfz Sektor ist man bei etwa 7% Vertriebskosten, die Kosmetikindustrie bei rund 46%. Sind wir eher bei den Autos, oder eher bei den Kosmetika?



Oder über 100%. So wie im Nahverkehr der UdSSR. Erst kürzlich gelesen.
Und jetzt die Masterfrage: Warum haben die trotzdem keinen Fahrscheinfreien ÖPNV gehabt?
    
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Martin H.
  Geschrieben am: 26 Jan 2019, 21:56


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 8277

Wohnort: München


Viele der "Störungen" lassen sich auch per Fernwartung beheben.

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das Dass
Forenanleitung
auf der Ignorierliste: Politisches
Bis Anfang März nur sporadisch hier, zu viel zu tun.
    
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