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Lendenbraten und Knödelpressen, 3 Wochen bei den Tschechen [Zur Themenübersicht]
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Entenfang
  Geschrieben am: 17 Dec 2017, 15:31


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Im Spätsommer habe ich 3 Wochen jenseits des Bayerischen Walds verbracht - da wird es langsam mal Zeit, das entstandende Material zu zeigen. Tschechische Wörter mangels Forenkompatibilität wie immer eingedeutscht.

Was habe ich auf der Festplatte herumliegen?

Taucherbrillen
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Obusse
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Svícková (Lendenbraten)
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Böhmische Dörfer
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Details folgen in Kürze.

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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.
SBS kollidiert mit Baum wegen mangelhafter Vegetationspflege von DB Netz - Kompletteinstellung der SBS ohne Vorankündigung wegen Rechtsstreitigkeiten - Ausfall "einzelner" Züge bei der OPB und Alex Nord wegen Personalmangel - Totalausfall Alex Immenstadt - Oberstdorf vom 20.07. bis 09.09 wegen Personalmangel - Urlaub für die BRB zwischen Kaufering und Landsberg vom 29.07. bis 08.09. wegen Personalmangel - Zahlreiche Zugausfälle bei der BRB wegen Personalmangel - Massive Einschränkungen bei der BOB im Januar wegen nicht geräumter Gleise Ausfälle bei der Regio-S-Bahn Bremen über fast 1 Jahr - Vertrag mit der NWB trotzdem verlängert
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 18 Dec 2017, 18:25


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1 Tag vorher

Ein schöner Plan für die Hinfahrt liegt bereits länger vor:

München Hbf........ab 10:16........RE 4066
Plattling................an 11:53

...........................ab 12:00........ICE 23
Passau Hbf...........an 12:34

...........................ab 13:00.......ITB
Freyung...............an 14:21

Mittagspause

Freyung...............ab 15:35.......ITB
Waldkirchen.........an 15:58

...........................ab 16:00.......Bus 6177
Nové Údolí...........an 16:36

...........................ab 17:19.......Os 8114
Ceské Budejovice..an 19:36


Der ICE zwischen Plattling und Passau ist übrigens nur wegen der Nutzung des Sommertickets vorgesehen.
Doch diesen Plan kann ich am Abend vor der Abfahrt getrost vergessen, denn die der Betrieb der Ilztalbahn währte diesen Sommer nicht lange. Das Unwetter am Tag zuvor sorgt für mehrere Bäume im Gleis und der Betrieb muss erstmal wieder ruhen.

Die schnellste Route würde übrigens via Nürnberg – Marktredwitz – Cheb - Plzen in rund sechseinhalb Stunden führen. Die Variante über Linz scheitert am zu diesem Zeitpunkt eingesetzten SEV. Im Vergleich mit dem MIV (etwa dreieinhalb Stunden) definitiv kein Ruhmesblatt für den ÖV.

Bearbeitet von Entenfang am 18 Dec 2017, 18:25

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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.
SBS kollidiert mit Baum wegen mangelhafter Vegetationspflege von DB Netz - Kompletteinstellung der SBS ohne Vorankündigung wegen Rechtsstreitigkeiten - Ausfall "einzelner" Züge bei der OPB und Alex Nord wegen Personalmangel - Totalausfall Alex Immenstadt - Oberstdorf vom 20.07. bis 09.09 wegen Personalmangel - Urlaub für die BRB zwischen Kaufering und Landsberg vom 29.07. bis 08.09. wegen Personalmangel - Zahlreiche Zugausfälle bei der BRB wegen Personalmangel - Massive Einschränkungen bei der BOB im Januar wegen nicht geräumter Gleise Ausfälle bei der Regio-S-Bahn Bremen über fast 1 Jahr - Vertrag mit der NWB trotzdem verlängert
    
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  Geschrieben am: 19 Dec 2017, 21:21


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Tag 1 München -> *ein paar Busse und Bahnen* -> Budweis

Der eilig ausgearbeitete Ersatzfahrplan macht das Ganze leider deutlich komplizierter.

München Hbf..................ab 10:16......RE 4066
Plattling.........................an 11:53

....................................ab 12:06.......WBA 83921
Zwiesel.........................an 12:58

....................................ab 13:04.......WBA 84009
Grafenau......................an 13:53

....................................ab 14:15.......Bus 7594
Neuschönau, Kirche........an 14:32

.....................................ab 14:58......Bus 6115
Teufelshäng, Grenze.......an 15:39

DB Fuß 200 m

Bucina, st. hr..................ab 15:45......Bus 710
Kvilda.............................an 15:55

.....................................ab 16:20......Bus 900
Lenora...........................an 16:57

.....................................ab 17:00......Os 18110
Volary............................an 17:14

.....................................ab 17:21......Os 18010
Cerný Kríž .....................an 17:28

.....................................ab 17:36......Os 8114
Ceské Budejovice...........an 19:36


Unspektakulär startet die Fahrt pünktlich mit dem DIX, der mich immer noch pünktlich in Plattling absetzt. Und weiter mit der Waldbahn. „Das Sommerticket ist bei uns nicht gültig!“ Wie? Was? Warum? Steht doch „Gültig in Zügen der DB einschließlich NE-Verkehr“ drauf. „Hmm, darf ich nochmal sehen?“ Bitte, jederzeit gerne. „Na gut, dann muss ich nochmal nachfragen. Wir hatten eigentlich eine Dienstanweisung…“
Zügig windet sich der RS bergauf und Zwiesel wird bald pünktlich erreicht. Der Bahnhof zeichnet sich durch seine sehr interessante Bahnsteiganordnung aus, um möglichst wenige Reisendenübergänge erforderlich zu machen.
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Während die Fahrt bis hierhin zügig verlief, ändert sich das nun. Mit maximal 50 km/h quietscht der RS durch die sehr engen Bögen der Nebenbahn Richtung Grafenau. Einige technisch nicht gesicherte BÜ sind auch dabei. Auf dem Grafenauer Ast wird nur ein 2h-Takt angeboten, weil die beiden Kreuzungsmöglichkeiten in Spiegelau und Frauenau zwar rein theoretisch noch existieren, das 2. Gleis in beiden Fällen aber praktisch zum Biotop geworden und damit nicht mehr nutzbar ist. Für Sonntagmittag ist erstaunlich viel los und ich bin mir sicher, man könnte mit einem Stundentakt noch mehr Fahrgäste gewinnen. Zwei Rückfallweichen mit TUZ kann doch nicht so schwer umzusetzen sein… Aber so ist die Strecke halt – frei nach einem Kommilitonen – ein 30 km langes Abstellgleis. Ein BÜ wird nicht als gesichert angezeigt, obwohl auf den ersten Blick alles in Ordnung scheint. Der Tf hüpft ins Gleis, um den HET zu aktivieren.
„Ham Sie nen Schluck Wasser für mich?“ Ein alter Mann deutet auf seine leere Halbliterflasche. „Ich hob zwenich getrunka und mir ist schwindelig.“ Ich fülle ein wenig Wasser aus meiner Flasche um, er trinkt aus und ich schenke nach.

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In Grafenau hängt ein Dutzend junger Männer ab. Einer kniet auf dem Bahnsteig mit der Stirn auf den Pflastersteinen. „Allahu akbar“, murmelt er, während er sich wieder aufrichtet.

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Weiter geht´s mit dem Igelbus.

Positiv anzumerken, dass die Busse unter der Woche wie am Wochenende verkehren, für deutsche Regionalbusse eine überdurchschnittliche Annäherung eines Taktverkehrs anbieten sowie für Touristen mit Gästekarte kostenlos sind.

Einige Minuten vor der Abfahrt öffnet der Fahrer die Tür, Eltern mit Kindern und ein paar Rentner steigen ein. Ob das Sommerticket wohl in den Regionalbussen der DB gilt? Im Internet habe ich dazu nichts gefunden. Jedenfalls habe ich sicherheitshalber Urschalling → Teufelshäng, Grenze draufgeschrieben.
Der Busfahrer überlegt. „Also ich hab ja schon viele Fahrscheine gesehen, aber Sommer-Ticket… Das weiß ich jetzt nicht. Ich denke eher nicht. Aber ich bin mir nicht sicher und weil die Fahrgäste ja nichts dafür können, wenn sich der Busfahrer nicht sicher ist, lasse ich Sie mitfahren.“

Mittagspause in Neuschönau, bis hierhin ist niemand ausgestiegen.
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Der zusätzliche Umstieg in diesem beschaulichen Ort war übrigens nur aus dem Grund erforderlich, um die Strecke nach Grafenau komplett abzufahren. Ich hätte auch direkt von Spiegelau an die Grenze fahren können.

Der nächste Bus kommt mit Fahrradanhänger. Ob ich hier wohl auch mit dem Sommerticket durchkomme? „Neee! Wohin soll es eigentlich gehen?“ Die Busfahrerin wählt das Ziel aus und drückt auf BC-Rabatt, doch der Computer will nicht. Nachdem sie eine Weile fluchend herumgedrückt hat und sich die beiden alten Fahrgäste allmählich wundern, was los ist, schlage ich vor, erstmal weiterzufahren, damit keine Anschlüsse verloren gehen. „Ach, die fahren nur ne Runde.“ Die Fahrerin drückt noch ein bisschen herum – ohne Erfolg.
Leicht hinter Plan und mit einigen zusätzlichen Fahrgästen lassen wir das Nationalparkzentrum hinter uns. Dann zeigt sich der Computer doch noch gnädig und druckt mir eine Fahrkarte für 3€ aus. Wenig überraschend bin ich bald mal wieder der einzige Fahrgast, während wir über kleine Landstraßen durch die Dörfer fahren. „Ach, um die Zeit ist nicht so viel los, die meisten fahren morgens hin und um diese Zeit zurück. Aber einen mit Koffer, das hatte ich auch noch nie…“ Ich nehme den Hinweis der Neugierde auf und beginne zu erzählen.
„Soso, einen Tschechischkurs. Und das auch noch für drei Wochen. Ich hatte mich mal kurzzeitig an der Sprache versucht, aber nein… Das ist für mich wie eine kryptische Mischung aus Russisch und Polnisch.“

„Boah, muss der hier parken? Das ist eine Buswendeschleife! Aber das scheint hier keiner zu wissen. Schlimm hier auf dem Land…“ Ich beruhige sie, dass es in der Stadt keineswegs besser ist. „Ja, aber dort ist wenigstens die Polizei schnell da. Wenn ich hier die Polizei rufe, dann dauert das manchmal zwei Stunden, bis die kommen! Und ich muss noch meinen Lebenslauf hinterlassen. Von wegen, warum ich hier überhaupt mit dem Bus langfahre…“
Dann steigen doch noch fünf Fahrgäste zu, um bis zur Grenze zu fahren.
„Bist du eigentlich vom Landratsamt? Vorhin hatte ich da welche, die haben irgendwelche Sachen kontrolliert…“ Nein, nein. Ich bin hier rein aus persönlichem Interesse unterwegs.

Leicht vor Plan wird also die Grenze erreicht.
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Die Wanderer beäugen mich etwas skeptisch, während ich meinen Koffer die 200 Meter über den Schotterweg zur tschechischen Bushaltestelle zerre.

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Drei sind schon drin, ich zahle 13 Kronen für die Fahrt bis Kvilda. Der Bus füllt sich bald deutlich.

Im Ort herrscht reger Betrieb und ich tue mich schwer, die richtige Abfahrtsposition für den Bus nach Lenora zu finden.
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Ganz untypisch für Tschechien bin ich der einzige Fahrgast. Mein Koffer wird mit Spanngurten auf der Mehrzweckfläche gesichert und ich frage mich noch, wozu. Aber als ich sehe, wie schnell der Busfahrer durch die engen Kurven der schmalen Landstraße rast, kenne ich die Antwort. Bald steigt eine Frau mit Kinderwagen zu, welcher ebenfalls mit Spanngurten verstaut wird. An einem Haus mitten im Wald verabschiedet sich ein Mann von seiner Familie und steigt ebenfalls zu. Sein fünfjähriger Sohn bleibt winkend stehen, bis der Bus davonbraust. Am Straßenrand sind noch die Reste des Sturms von vorgestern erkennbar.
Der Mann steigt zwei Dörfer weiter wieder aus, nur die Frau mit Kinderwagen und ich fahren weiter bis zum Bahnhof in Lenora, wo planmäßig 2 bzw. 3 Minuten Umsteigezeit zu den sich kreuzenden Zügen im 2h-Takt besteht. Ein Selbstmordkommando?
Wir kommen mit -3 an, bald rollen die Züge herbei.
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Ich setze zum ersten Mal meine vorläufige IN-Karta 25 ein. Ob der Fahrkartenverkauf wohl bald durch den Blechschaffner übernommen wird?
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112 Kronen kosten die 108 km mit zwei Umstiegen in 2h 36 min.
Holperholperklongtrööööööt!
Quietschkadongkadongtrööööööt!

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Entenfang
  Geschrieben am: 19 Dec 2017, 21:22


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In Volary gibt es ein großes Bahnbetriebswerk, in dem die Fahrzeuge gewartet werden.
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Knuffig finde ich die niedrigen Signale
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Weiter geht die Fahrt nach Černý Kříž mit Halt an diesem sehr naturnahen Hp.
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Mein letzter Umstieg erfolgt mitten im Wald.
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Im Hintergrund ist die Gleistopologie zu erahnen – aus allen drei Gleisen ist die Ausfahrt sowohl auf die Strecke nach Volary als auch nach Budweis möglich, sogar als Parallelausfahrt.

Nachdem der Regionova fünf Minuten gestanden hat, erhält er Ausfahrt. Also muss der Zug nach Budweis verspätet sein. Zwei junge Männer springen abwechselnd über das Gleis, um ins Gras zu pinkeln, weil sie die ganze Zeit Bier trinken.

Ich setze mich auf die Bank am Bahnhofsgebäude, +15 verkündet der Abfahrtsmonitor.
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Diese Uhr tickt hier wohl seit Kaisers Zeiten.
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Als ich nochmal schaue, sind es schon +20. Die Frau mit Kinderwagen, die mit mir im Bus nach Lenora gefahren ist, wartet ebenfalls. Das Kind läuft herum und schenkt einer alten Frau einen Stock. +25.
Ich bekomme auch eine Blume und einen Stock. +30.

In der Ferne ist Pfeifen zu hören und alle Fahrgäste strömen zurück auf den Bahnsteig. Aber keiner bleibt in der Nähe des Übergangs stehen, sondern erst ein Stück weiter hinten. Doch als die Taucherbrille mit zwei Abteilwägen, einem Dosto und einem Gepäckwagen einfährt, dämmert mir, dass die alle gewusst haben, dass der Zug lokbespannt ist und man deswegen ganz vorne nicht einsteigen kann. Wenn ich da an die deutschen Verhältnisse denke…

Zwei Schaffner helfen bei der Verladung von Fahrrädern, doch trotz grüner Welle steigt die Verspätung stetig an.
Auch hier sind die Reste des Sturms unübersehbar.
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Ein Mann bittet mich, von ihm ein Bild zu machen, während er aus dem Fenster schaut. Viele Spaziergänger bleiben stehen und knipsen den Zug, während er trötend und quietschend vorbeirumpelt. Alles Freaks hier…

Hat der Tag noch recht trist begonnen, zeigt sich nun doch noch die Abendsonne.
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Die ersten für die Region so typischen Fischteiche (Rybník) tauchen am Fenster auf. Der Zug fährt teilweise auf Dämmen quasi durch sie hindurch. Das könnten doch interessante Fotomotive sein…
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Mit +45 erreiche ich schließlich Budweis, der letzte Zug nach Pilsen hat 20 Minuten auf uns gewartet.
Ich versuche erfolglos, beim Busfahrer eine Wochenkarte zu kaufen und kümmere mich erstmal um das leibliche Wohl in der Innenstadt. Doch das ist in Budweis vor allem Sonntagabend nicht ganz einfach, denn viele Restaurants schließen sehr früh. So startet mein Tschechienaufenthalt mit Lasagne statt Lendenbraten.


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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 20 Dec 2017, 12:09


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QUOTE (Entenfang @ 18 Dec 2017, 19:25)
Die schnellste Route würde übrigens via Nürnberg – Marktredwitz – Cheb - Plzen in rund sechseinhalb Stunden führen. Die Variante über Linz scheitert am zu diesem Zeitpunkt eingesetzten SEV. Im Vergleich mit dem MIV (etwa dreieinhalb Stunden) definitiv kein Ruhmesblatt für den ÖV.

Wäre die Route München - Plzen (im ALX/EX nach Prag) und Umsteigen in Plzen nach Budejovice nicht die schnellste gewesen? Oder war das auch wegen SEV etc. nicht praktikabel, als Du gefahren bist? Zugegebenermaßen hat die Wald- und Wiesenroute quer über die Grenze mit Bussen und Fußwegen landschaftlich natürlich weitaus größeren Reiz und gibt dazu gleich noch ein gewisses Entdeckergefühl, das man in Mitteleuropa nicht mehr oft findet außer eben z.B. zwischen Bayrischem Wald und Böhmerwald. smile.gif

QUOTE (Entenfang @ 19 Dec 2017, 22:21)
Holperholperklongtrööööööt!
Quietschkadongkadongtrööööööt!

Ich hatte es schon so vermisst biggrin.gif wink.gif gerne jederzeit mehr Bilder und Berichte aus Deiner Schatztruhe smile.gif
    
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  Geschrieben am: 20 Dec 2017, 20:30


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QUOTE
Wäre die Route München - Plzen (im ALX/EX nach Prag) und Umsteigen in Plzen nach Budejovice nicht die schnellste gewesen?

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Hätte 7h gedauert, weil man in Pilsen 1:05h Umsteigezeit hat. Ist sogar noch in der Reiseauskunft drin, Hinfahrt war am 20.8.17. Toll ist ja auch die Verbindung München - Nürnberg - Prag - Budweis mit IC-Bus.

QUOTE
Zugegebenermaßen hat die Wald- und Wiesenroute quer über die Grenze mit Bussen und Fußwegen landschaftlich natürlich weitaus größeren Reiz und gibt dazu gleich noch ein gewisses Entdeckergefühl, das man in Mitteleuropa nicht mehr oft findet außer eben z.B. zwischen Bayrischem Wald und Böhmerwald.  smile.gif

Definitiv. Die Route war mit Absicht so kompliziert gewählt und ich habe es nicht bereut. Ich wollte noch ein paar Strecken abfahren. Nach 10h und 9 Umstiegen fühlt man sich wie nach einer Weltreise, dabei waren es gerade mal 450 km...

QUOTE
QUOTE (Entenfang @ 19 Dec 2017, 22:21)
Holperholperklongtrööööööt!
Quietschkadongkadongtrööööööt!

Ich hatte es schon so vermisst biggrin.gif wink.gif

Ist halt noch richtige Eisenbahn dort... smile.gif

QUOTE
gerne jederzeit mehr Bilder und Berichte aus Deiner Schatztruhe  smile.gif

Da kannst du dich in den nächsten Tagen noch auf was freuen!

Tag 2

Ostalgie vom Feinsten im Wohnheim – mit nur 2 Steckdosen pro Zimmer hat wohl damals noch niemand an Smartphones gedacht…
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Alle Anweisungen nur auf Tschechisch – da bleibt es jedem Einzelnen überlassen, was darunter zu verstehen ist. Nach dem Einstufungstest widme ich mich während der Mittagspause dem Obus.
Moment, sagte ich gerade Obus?
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Ein permanentes Ärgernis nicht nur aus fotografischer Sicht waren die Dieselkurse. Da redet alle Welt von Elektromobilität, dabei wird die vorhandene Infrastruktur nicht mal genutzt. Immerhin rennen die Tschechen nicht dem Akkubuswahn hinterher.

Eine der zahlreichen Kneipen in den Plattenbausiedlungen
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Rund um die historische Innenstadt gibt es einen Grüngürtel sowie eine Halbringstraße, auf der ziemlich viele Busse fahren und vor allem zur HVZ leider auch dichter MIV.
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Die sehr hübsch herausgeputzte Innenstadt ist leider nicht flächendeckend verkehrsberuhigt und die Art der Häuser hat wenig mit der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen zu tun.
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Das Zentrum der gut 90.000 Einwohner beherbergenden Stadt ist der rund ein Hektar große, quadratische Námestí Premysla Otakara II.
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Welche Geschichte die Stadt hinter sich hat, ist schon alleine an den früheren Namen dieses Platzes erkennbar:
Bis 1915: Hlavní námestí (Hauptplatz)
1915-1918: Kaiser-Franz-Josef-Platz
1918-1934: Námestí Svobody (Platz der Freiheit)
1934-1938: Masarykovo námestí (Benannt nach dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei)
1938-1945: Adolf-Hitler-Platz
1945-1951: Masarykovo námestí
1951-1991: Žižkovo námestí (Benannt nach Jan Žižka von Trocnov, einem hussitischen Feldherr)
Seit 1991: Námestí Premysla Otakara II. (benannt nach dem mittelalterlichen König von Böhmen, der Budweis gründete)

Die Platzmitte schmückt ein hübscher Brunnen.
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Auch das Rathaus ist sehenswert.
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  Geschrieben am: 20 Dec 2017, 20:31


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Nachmittags suche ich einen Fahrradverleih auf. Leider ist die Auswahl in Budweis sehr beschränkt und der Preis für 9€ pro Tag ganz schön happig. Zum Vergleich: Die Wochenkarte in Budweis kostet 7,30€.

Ich folge der Moldau stromabwärts und stoße irgendwann auf die Bahnstrecke nach Pilsen.
Die oftmals bunten Züge finde ich ziemlich faszinierend.
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An der Statue vorbei
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Rund 10 km entfernt thront das prachtvolle Schloss Hluboká nad Vltavou auf einem Hügel.
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Sonnenuntergang an einem der unzähligen Fischteiche
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Bei Kaufland mache ich mich nicht gerade beliebt, weil ich vergessen habe, dass man in Tschechien Obst und Gemüse selbst wiegen muss.
Zum Abschluss des Tages noch ein Blick aus dem Fenster über den Unicampus mit dem Stadtviertel Máj im Hintergrund
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  Geschrieben am: 21 Dec 2017, 22:04


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Tag 3

Das tschechische Frühstück ist und bleibt eine Besonderheit. Zu den kleinen Plastikverpackungen, deren Inhalt aus undefinierbarem gefärbtem Gelee besteht (angeblich soll das Marmelade sein…), gesellen sich stets frische Backwaren und leckere süße Teilchen. Brötchen sind in Tschechien weniger verbreitet, dort gibt es stets rohlíky.

Diese sind aber offensichtlich bei den ausländischen Kursteilnehmern wenig beliebt, zumindest schließe ich das aus dem geringen Verbrauch beim Frühstücksbuffet.

Das Wetter bleibt äußerst fotogen und spätsommerlich heiß.

Bereits in der morgendlichen Kaffeepause brennt die Sonne vom Himmel. Vermutlich unterhalten sich die beiden alten Damen aber nicht über den Obus.
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Nachmittags dann nochmal eine größere Fahrradtour durch die böhmischen Dörfer.

In der Dorfmitte gibt es stets einen Fischteich.
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Doch ganz so idyllisch geht es nicht überall zu. In Südböhmen gibt es nur sehr wenig Autobahnen, der Fern- und Schwerlastverkehr läuft über Landstraßen mitten durch die Dörfer.
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Eine derartige Straßengestaltung sorgt natürlich nicht gerade für eine geringe Geschwindigkeit.

Es gibt jedoch unzählige kleine Landstraßen und Feldwege, auf denen das Radfahren sehr angenehm ist. Die Tschechen sind auch durchaus rücksichtsvollere Fahrzeuglenker, als man sich das vielleicht vorstellt. Aber sie fahren gerne schnell, das gilt insbesondere für Busfahrer.

Vorsicht, Entenwanderung!
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Blühender Teich
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Ständig trifft man auf Kreuze und kleine Kapellen mitten im Wald und an Landstraßen, die häufig mit schönen Blumen geschmückt sind. Keine Ahnung, wer sich hier mitten im Nirgendwo darum kümmert, aber bei den Temperaturen müssen die Blumen wohl spätestens jeden zweiten Tag gegossen werden.
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Nach längerer Suche entdecke ich ein gemütliches Plätzchen, das offensichtlich bei Verliebten ziemlich beliebt ist.
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  Geschrieben am: 21 Dec 2017, 22:04


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Am mit 520 Hektar zweitgrößten Fischteich der Region kann man nicht nur entspannen und den sich im Wind neigenden Schilf zusehen…
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…sondern hat auch einen hervorragenden Blick auf die Bahnstrecke nach Pilsen.
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Beenden wir den Tag mit einem Blick in den Abendhimmel.
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  Geschrieben am: 22 Dec 2017, 23:24


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Tag 4

Heute Mohnstrudel zum Frühstück – bisher jeden Tag etwas Anderes.

Schön finde ich den Baustil der Philosophischen Fakultät.
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Die Verglasung vor den Fenstern ermöglicht das Öffnen der Fenster trotz des Verkehrslärms.

Kaffeepause…
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…und Mittagspause werden natürlich wieder fotografisch genutzt. Bei der gebotenen Qualität in der Mensa ist es auch kein Schaden, dass ich deswegen das Mittagessen verpasse. Und zum Glück gibt es ja einen Billa in der Nähe…

754 015 zieht den Personenzug nach Nové Údolí aus dem Budweiser Bahnhof.
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Im Bereich der Fußgängerunterführung zu den Gleisen gibt es keinen Durchgang auf die Ostseite der Gleisanlagen. Man muss einen großen Umweg in Kauf nehmen und entweder eine Straßenunterführung nördlich oder die Fußgängerbrücke südlich des Bahnhofs überqueren. Von letzterer entstand auch das Bild - leider sind Bilder mit Licht kaum umsetzbar, da direkt entlang der Brücke auch das dicke Rohr die Gleise überquert und jedes Bild zunichtemacht.

Nachmittags gönne ich mir erstmal ein Eis, ehe ich mich erneut auf den Weg in die Fischteiche mache.
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Im Hintergrund die weithin sichtbare St. Peter und Paul-Kirche.

Über einen zugewachsenen Anglerpfad kämpfe ich mich in der Nähe der gestrigen Stelle am Rybník Bezdrev voran.
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Doch dann kommt die böse Überraschung, die aus meiner Karte nicht ersichtlich war – der Weg wird von zehn Metern Wasser unterbrochen, sodass ich nicht mehr weiterkomme.
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Aber ich wollte eigentlich eh erstmal ein Bild machen…
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Mir bleibt also nichts anderes übrig, als den ganzen Weg wieder zurückzufahren. Inzwischen erschöpft, beschließe ich, die letzten Kilometer mit dem Zug zurückzufahren und suche den nächsten Bahnhof auf.
    
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  Geschrieben am: 22 Dec 2017, 23:24


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Dieser liegt mitten im Wald und mehr etwa drei Kilometer vom namensgebenden Ort Hluboká mit dem bekannten Schloss entfernt.
Doch er entpuppt sich – wie so viele tschechische Kaffbahnhöfe – als wahres Kleinod zwischen leicht schäbigem Charme, sowjetischen Relikten und urtümlicher Gemütlichkeit.
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20 Minuten vor Abfahrt bin ich hier der einzige – naja, abgesehen von der Bahnhofsvorsteherin.
Durch einen Türspalt kann ich sehen, wie sie die fortschreitende Rotausleuchtung der eingestellten Fahrstraße am Computer beobachtet.
Tock. Tock.
Der Minutenzeiger der beiden historischen Bahnhofsuhren wandert weiter. Das Bahnhofsgebäude ist bis 23 Uhr geöffnet, obwohl unter der Woche mein Zug um halb acht der Letzte Halt hier ist.

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Nachdem die Durchfahrt ordnungsgemäß überprüft wurde, kümmert sich die Dame um den Fahrkartenverkauf. Grmpf, jetzt zahle ich doch glatt 6 Kronen zu viel, weil ich meine vor einem Monat bestellte InKarta noch nicht abgeholt habe.
Tock. Tock.
Drrrrrrring. Rückblock.

Drei Minuten vor der Abfahrt tauchen dann doch noch vier Fahrgäste auf. Über den pünktlich heranrollenden Regiopanter bin ich wegen des Fahrrads nicht übermäßig unglücklich. Doch hinter der Tür mit Fahrradsymbol verbirgt sich kein Mehrzweckbereich, sodass ich es im Fluchtweg stehen lassen muss. Da der Zug ohnehin komplett leer ist, stört das den Schaffner aber nicht.

Zum Abendessen gibt es endlich Svíčková (Lendenbraten) – mein absolutes Lieblingsessen der tschechischen Küche.

Und zum Abschluss des Tages nochmal der Blick aus dem Fenster.
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Für ein Ende der Ausschreibungen und für eine integrierte Eisenbahn - Netz und Betrieb sind untrennbar.
SBS kollidiert mit Baum wegen mangelhafter Vegetationspflege von DB Netz - Kompletteinstellung der SBS ohne Vorankündigung wegen Rechtsstreitigkeiten - Ausfall "einzelner" Züge bei der OPB und Alex Nord wegen Personalmangel - Totalausfall Alex Immenstadt - Oberstdorf vom 20.07. bis 09.09 wegen Personalmangel - Urlaub für die BRB zwischen Kaufering und Landsberg vom 29.07. bis 08.09. wegen Personalmangel - Zahlreiche Zugausfälle bei der BRB wegen Personalmangel - Massive Einschränkungen bei der BOB im Januar wegen nicht geräumter Gleise Ausfälle bei der Regio-S-Bahn Bremen über fast 1 Jahr - Vertrag mit der NWB trotzdem verlängert
    
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  Geschrieben am: 23 Dec 2017, 15:55


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Tag 5

Es herrscht rege Betriebsamkeit im Wohnheim – zahlreiche Besucher der Agrarmesse sind offensichtlich im Studentenwohnheim einquartiert worden. Ob sich die zwischen den Studenten völlig deplatziert wirkenden Anzugträger auch ein Doppelzimmer teilen müssen, ist mir nicht bekannt. Eine Kursteilnehmerin meinte jedenfalls, dass sie als Erstsemester wohl einen ziemlichen Schock bekommen hätte, wenn sie hier für ein paar Jahre wohnen müsste.
Es gibt wunderbaren Apfelstrudel zum Frühstück.
Ehe ich zum Knipsen komme, habe ich ihn bereits verspeist. Doch das Rätsel möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten:
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Warum haben die Tabletts so eine merkwürdige Form?


Wegen der Messe ist die Obuslinie 3 im dichteren Takt unterwegs (während der Sommerferien tagsüber in der NVZ sonst nur Takt 10) und es werden mehr Hochflurfahrzeuge eingesetzt. Leider passen die Einsatzzeiten nur schlecht zu meiner Kaffeepause, aber in der Mittagspause lege ich mich erfolgreich auf die Lauer.
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Etwas unübersichtlich sind die Haltepositionen am Hbf und die Unterführung sollte man besser nur mit Wäscheklammer auf der Nase nutzen.
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Nun möchte ich endlich meine InKarta abholen und frage mich im Bahnhof zum richtigen Schalter durch. Um 12:20 Uhr habe ich ihn gefunden. Doch vor mir ist gerade ein Kunde dran, der ewig braucht. Als er endlich abgefertigt ist, wird mir um Punkt 12:30 Uhr der Rollladen vor meiner Nase runtergelassen und die Mittagspause angetreten. Ich solle doch bitte in einer halben Stunde wiederkommen. Mangels Alternativen trete auch ich die Mittagspause an und entdecke in Bahnhofsnähe einen kleinen Laden, in dem es kantinenähnliches Mittagessen inklusive Suppe für unter 3€ gibt. Die Gelegenheit für ein schnelles Mittagessen nutzen viele Einheimische.

Um Punkt 1 erscheine ich wieder am Schalter, die Mitarbeiterin sucht gefühlte 10 Minuten in irgendwelchen Papierstapeln und Ordnern herum, zaubert dann aber doch die gewünschte Karte hervor. So jetzt aber fix zurück, der Sprachkurs geht bald weiter…


Die verschiedenen Lackierungen der Altwagen stellen einen erfreulichen Kontrast zu den überwiegend unfotogen und fahrgastunfreundlich mit Vollwerbung zugekleisterten Niederflurfahrzeugen dar. Und auch der Sound dieser Fuhren macht was her!
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Nachmittags steht eine Fahrradtour nach Osten aus der Stadt an. Die Landschaft ist hier ziemlich hügelig, sodass hier kräftig gestrampelt werden muss.

Verschnaufpause in „Gutes Wasser bei Budweis“
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Die zugehörige Dorfkirche
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Der Blick schweift über die Wiesen. Mit dem Neubau der beiden Häuser links oben wird ein bisschen was für die Zersiedelung getan (aber der Ausblick ist zugegebenermaßen schon toll).
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Natürlich gibt es auch hier Fischteiche.
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Den Abend lassen wir in einem gemütlichen Laden ausklingen, der solide tschechische Küche zu günstigen Preisen bietet. Ich treffe eine gute Wahl mit Palacinky, Eis und Früchten.


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imp-cen
  Geschrieben am: 23 Dec 2017, 17:01


Kaiser


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QUOTE (Entenfang @ 23 Dec 2017, 15:55)
Warum haben die Tabletts so eine merkwürdige Form?

Na, damit man mehr draufbekommt. Wenn schon nicht aufs Tablett, dann auf...
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  Geschrieben am: 24 Dec 2017, 16:44


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QUOTE (imp-cen @ 23 Dec 2017, 17:01)
Na, damit man mehr draufbekommt.

Ich bin mir nicht sicher, ob du das richtige meinst. Die Form wurde gewählt, damit vier Tabletts auf dem Tisch Platz finden.



Tag 6 Ceský Krumlov

In der Kaffeepause entsteht nichts Vorzeigenswertes vom Obus, sodass ich gleich zur großen Fahrradtour übergehe, die ich nach Unterrichtsende antrete. Das rund 30 km entfernte Ceský Krumlov steht auf dem Plan. Es ist ein heißer Spätsommertag, als ich entlang der Moldau nach Süden starte. Doch leider verlaufen nur die ersten Kilometer entspannt am Fluss.

Ehe es steil bergauf geht, lege ich eine Mittagspause ein.
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Das auf dem Bild sichtbare Mittagsmenü aus Kartoffelsuppe, frittierter Zucchini und Kartoffeln ist für knapp 4€ zu haben. Doch welch mysteriöse Beilage ist rechts zu sehen?

Erbarmungslos brennt die Mittagssonne auf mich nieder, während ich durch Felder, Wiesen und kleine Dörfer fahre.
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Es herrscht nahezu völlige Stille, nur gelegentlich hört man irgendwo ein Gespräch, einen Hahn krähen oder ganz selten ein Auto.

Ich ruhe mich eine Weile auf einer Bank unter einer mächtigen Linde aus, die mir Schatten spendet.


Nachdem ich eine Weile über das Hochplateau unterwegs war, folgt diese Warnung:
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Ich gehe davon aus, dass es sich um einen Hinweis handelt, das Fahrrad zu schieben. In der Tat ist der relativ enge uns sehr steile Weg mit einigen Schlaglöchern und feuchtem Laub gespickt.

Ich hoffe, nun wieder gemütlich am Ufer entlangradeln zu können, doch Fehlanzeige. Ich muss auf der anderen Seite wieder steil bergauf fahren. Dabei bleibe ich in der Nähe der Bahnstrecke und entdecke das eine oder andere interessante Motiv, doch bei einem 2h-Takt wäre die Wartezeit zu lange.
Zum Schluss ist der Weg nicht mehr so gut beschildert, ich verfahre mich und lande auf einer stark befahrenen Bundesstraße, auf welcher der Stau einige Kilometer aus dem Ort herausreicht und ich mit dem Fahrrad schneller bin. Ich erreiche Ceský Krumlov durch ein Wohngebiet.

Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein wahrer Touristenmagnet. Da in den engen Gassen viele Menschen unterwegs und die Gassen mit holprigem Kopfsteinpflaster befestigt sind, parke ich mein Fahrrad am Rand und setze meinen Weg zu Fuß fort.

Blick über die Moldau zum Schlossturm
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Ahooooooj! Wer es etwas wilder mag, fährt mit dem Kanu über die Rutsche.
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Heiligenfigur auf der Lazebnický most mit der St.-Jost-Kirche im Hintergrund
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Schlossturm im Detail
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Die typischen Gassen der Altstadt
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Der Massentourismus hat jedoch seinen Preis. In der Innenstadt wohnt kein Einheimischer, da sie nur aus Geschäften und Hotels besteht. Für ein ähnliches Mittagsmenü bestehend aus Suppe und Hauptgericht müsste ich hier 279 statt 99 Kronen bezahlen.
Ein klares Indiz für einen Touristenort sind auch die vielen Trdelnik-Verkaufsstände. Ich finde die Baumstriezel aber trotzdem lecker und gönne mir sogleich einen.
    
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  Geschrieben am: 24 Dec 2017, 16:44


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Als nächstes erklimme ich den Weg zur Burg, links die dreistöckige Plást´ový most zwischen Burg und Schlosspark.
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Die Aussicht über die idyllisch in der Moldauschleife gelegenen Altstadt kann sich sehen lassen.
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Wer einen ruhigeren Aussichtspunkt sucht, dem sei der Kreuzberg mit Kapelle empfohlen, im Hintergrund mittig rechts neben der dominanten St.-Veit-Kirche zu sehen.

Der großzügige Schlosspark bietet nicht nur ausreichend Platz für selfiesickfuchtelnde Asiaten, sondern auch für Brunnen…
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…und dem Open-Air-Theater mit 360° drehbarer Zuschauertribüne.
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Da gerade eine Aufführung stattfindet, kann ich mir sie leider nicht aus der Nähe anschauen.

In der Stadt gibt es für jeden Geschmack den passenden Laden.
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Bei genauerem Hinschauen entdeckt man inmitten der Altstadt weniger überlaufene Orte, an denen man sich etwas ausruhen kann. Dafür bietet sich beispielsweise der Klostergarten an.
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Seitengasse zur Brauerei Eggenberg
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Der Marktplatz mit Mariensäule – keine Ahnung, ob das Bild gerade ist. In der Stadt geht es überall rauf und runter und um die Ecke, sodass es nicht immer einfach ist, die Waagerechte zu finden.
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Nach so viel Kultur und Selfiesticks schwinge ich mich abermals auf den Sattel, um gut zwei Kilometer außerhalb eine geeignete Fotostelle aufzusuchen.
    
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