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COVID-19 und die Folgen [Zur Themenübersicht]
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Jean
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 13:50


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Cloakmaster @ 26 Mar 2020, 13:31)
oder ist Corona vielleicht doch gefährlicher, als du denkst?

Das Problem ist, dass die Krankenhäuser nicht die Kapazität für die Schwerkranken haben. Also ist es eigentlich egoistisch wenn man gerade nur an sich denkt.

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Für die Freiham Tram, für die Westtangente, für die Nordtangente, für den Nordost Tram Netz

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EasyDor
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 13:52


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QUOTE (Cloakmaster @ 26 Mar 2020, 13:31)
oder ist Corona vielleicht doch gefährlicher, als du denkst?

Die allgemeingültige Totschlags-Gegenfrage dieser Tage um jegliche Diskussion abzuwürgen. wink.gif

Nochmal, ich sage nicht dass es ungefählich ist, aber in einer Demokratie müssen wir uns kritische Fragen stellen und vor allem auch Abwägungen anstellen.

Klar kann man nur den Virologen zuhören und wir behalten den Status quo bis zum Impfstoff bei, aber dann haben wir gaaaaanz andere Probleme.
Im Moment gibt es nur diese zwei Optionen: Durchimmunisieren und die gleichzeitigen Fälle so weit wie möglich strecken - die Todesrate bleibt dabei übrigens fast die gleiche. (Nur dass die Fälle der Unterversorgung weniger sind und daher mehr kritische überleben)
Oder: Wir schützen aktiv die Risikogruppen - geben ihnen richtige Masken und sorgen dafür dass sie sich möglichst nicht anstecken indem die Regeln für sie bestehen bleiben, fahren aber den Rest im Land und auf der Welt wieder hoch.
Dass man die jetzige Phase braucht um die Krankenhauskapazitäten hochzufahren, Behelfskrankenhäuser einzurichten, Personal zu finden und zu schulen etc. ist klar, das bestreitet keiner. Aber selbst die Virologen müssen zugeben, dass ein monatelanger Lockdown zwar in der Theorie super ist, in der Praxis aber nicht durchführbar...

Was nämlich auch keiner bedenkt ist: Dieser "Lockdown" betrifft gerade fast die gesamte westliche Welt die extrem miteinander verzahnt ist. Da ist jetzt nach ein paar Wochen schon ordentlich Sand im Getriebe, in 4 Wochen wird diesem Sand dann noch Beton und Wasser hinzugefügt...
Folgen nicht abschätzbar...

Außerdem zeigen ja die Zahlen aus Spanien und Italien, dass es sich dort trotzdem weiter verbreitet - eben weil an vermeintlich hygienischen Oberflächen so gut überlebt.
Wenn das wirklich stimmt, dann haben sich allein in den öffentlichen Verkehrsmitteln hunderttausende infiziert ohne es zu wissen.

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Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.
(Albert Einstein)
    
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Cloakmaster
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 14:18


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Verstehe. Du willst also Menschen erster und zweiter Klasse, die die es "wert" sind, optimal geschützt zu werden, und die, die es eben nicht sind?

Oder setzt einfach auf die Natürliche Auslese, das Überleben der Stärksten, wie es seit Bestehen der Erde gilt?



Ich frage lediglich nach, Fragen sind Bestadnteil einer jeden Diskussion - außer natürlich für den, der stur seiner eigenen Agenda folgt, und keinerlei Zweifel daran billigen, und darum erst Recht gar keine echte Diskussion zulassen möchte.
    
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EasyDor
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 14:37


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QUOTE (Cloakmaster @ 26 Mar 2020, 14:18)
Verstehe. Du willst also Menschen erster und zweiter Klasse, die die es "wert" sind, optimal geschützt zu werden, und die, die es eben nicht sind? 

Oder setzt einfach auf die Natürliche Auslese, das Überleben der Stärksten, wie es seit Bestehen der Erde gilt?

Junge Junge... Wo hast du das denn herausgelesen?
Die Schutzmasken etc. sollten natürlich allen zur Verfügung stehen, aber vorrangig denen die sie vermutlich dringender brauchen.
Nochmal... Glaubst du ernsthaft, dass sich das ganze noch aufrechterhalten lässt bis es *irgendwann* mal einen Impfstoff gibt?
Auch die normale Grippe *kann* für gesunde junge Menschen gefährlich werden, aber da ist es seltsamerweise jedem selbst überlassen sich zu schützen.

Wenn du schon so vehement die seltsame Entwicklung verteigst, was ist denn dein Vorschlag?

Ganz ehrlich... Wenn ich in 4 Monaten arbeitslos bin, mir meine Wohnung enteignet wurde und ich keine Aussicht mehr auf Rente habe und die westliche Welt am Boden liegt, ja gar neue Kriege drohen - sorry, dann bekomme ich lieber Corona.
Ich setze mich ja auch ins Auto oder ins Flugzeug.... Aber ich lasse mich nicht länger als 4 Wochen einsperren ohne dass es wirklich (!) etwas bringt.

Meine Eltern, besonders mein Vater, gehören zur Risikogruppe und natürlich bin ich dafür sie zu schützen, da ich auch Husten hatte habe ich sie jetzt seit Wochen nicht mehr gesehen und ich weiß nicht ob sich das in den nächsten Monaten ändert.
Und ja, ich halte mich natürlich dran, ich verlasse das Haus nur um zu meiner Freundin zu fahren (mit dem Auto). Aber irgendwann muss ein Ende in Sicht sein.
Da der Impfstoff utopisch weit weg ist, und auch die Medikamente viel zu lange dauern *muss* über eine andere Lösung nachgedacht werden.

Ich finde es erschreckend wie viele Leute es als ganz selbstverständlich hinnehmen würden, jetzt monatelang unter Hausarrest gestellt zu werden. Klingt am Anfang natürlich immer alles einfach, aber der Sommer kommt, und dann will ich die Moralapostel sehen die bei 40Grad mit zwei Kindern nach Monaten immer noch nur in der Wohnung sitzen und die Kinder schon vergessen haben wie ein Sandkasten aussieht.

Bearbeitet von EasyDor am 26 Mar 2020, 14:40

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Jean
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 14:42


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Ich denke mal spätestens nach Ostern wird die bestehende Einschränkung zumindest zum Teil gelockert. Ab wann dann wieder alles normal ist weiß keiner, aber wohl spätestens nächstes Jahr... wink.gif

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Stammstrecke
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 14:53


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Hallo!

QUOTE
Außerdem zeigen ja die Zahlen aus Spanien und Italien, dass es sich dort trotzdem weiter verbreitet - eben weil an vermeintlich hygienischen Oberflächen so gut überlebt.


Die Aussage will ich nicht unkommentiert stehen lassen. Mehrere Medien berichten von stagnierenden oder leicht sinkenden Neuinfektionen in Italien. Damit zeigen die Maßnahmen Wirkung und die Ausbreitung wird abgebremst. Außerdem sollte man bedenken, dass die tatsächliche Wirksamkeit der Maßnahmen sich erst in den nächsten Tagen bis Wochen zeigen wird. In Italien wurde am 10. März die landesweite Ausgangssperre verhängt. Bei entsprechend langer Inkubationszeit, 1-4 Tagen Wartezeit vor dem Test (viele werden sich nicht direkt beim ersten Huster testen lassen) und dann wieder 1-4 Tagen Wartezeit auf das Testergebnis dauert es schnell mehr als 2 Wochen, bis Ausgangsbeschränkungen wirklich Wirkung zeigen. Wenn dann das Virus noch im eigenen Haushalt weitergegeben wird, enstehen auch über längere Zeit noch hohe Infektionszahlen, bis die Maßnahmen Wirkung zeigen.

Außerdem mal noch meine Meinung zu den Einschränkungen:
Es ist einfach inaktzebtabel, wenn in den Krankenhäusern über 80jährige pauschal abgewiesen werden müssen (jetzt auch schon in einem Krankenhaus in Straßburg). Dafür hätten meiner Meinung nach schon deutlich früher harte Beschränkungen eingeführt werden müssen.
Tatsächlich geht es da auch um Verantwortung der einzelnen Generationen füreinander. Ähnlich wie die junge Generation von den Älteren verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt einfordern darf, ist hier die junge Generation (zu der ich zähle) in der Verantwortung den Alten gegenüber.

Wie sehe ich den weiteren Umgang mit dem Virus: Jetzt müssen die Behandlungskapazitäten massiv für die nächsten zwei Jahre ausgebaut werden. (Und das muss in 1-2 Monaten geschehen!) Wenn dann ausreichend Kapazität vorhanden ist, können die Maßnahmen nach und nach gelockert werden, sodass es nie zu einer Überlastung des Krankenhaussystems kommen kann. Auch die klassichen Krankenhausfälle müssen weiter behandelt werden können (z.B. Tumore, Brüche, ...). Eine Isolation der Risikogruppe sollte soweit möglich umgesetzt werden. Allerdings bezweifle ich die Wirkung einer solchen Isolation. Denn auch im Pflegeheim müssen Mitarbeiter mit Kindern arbeiten (Ärzte, Pfleger, Küche, Reinigung,...), die die Viren weitergeben können.
Und wenn die Maßnahmen gelockert werden können, sollte jeder einzelne auch mal ein bisschen mehr ausgeben (soweit möglich), um die Wirtschaft anzukurbeln.

Grüße von der Stammstrecke
    
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Cloakmaster
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 14:58


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Meinst du denn, mit Corona-Infektion wirst du den Kreig besser überleben? Im Moment versuche ich, durch Rückfragen herauszufinden, was du hier nun eigentlich mitzuteilen versuchst. So ganz klar kommt das nämlich nicht rüber.

Warum genau befürchtest du, daß dir deine Wohnung enteignet wird?

Wie genau soll dir denn nachgwiesen werden, daß es "wirklich(!) " etwas bringt?, abgesehen davon, daß wir hier noch immer keine echten Ausgangssperren haben, die Rede vom "einsperren" also dann doch etwas übertreiben ist?

du kannst natürlich auch gleich Suizid begehen, und damit sowohl der Arbeitslosigkeit, als auch dem Kreig ausweichen, und das ganz ohne Corona. Ist halt nur auch nicht so ganz massenkompatibel, diese Methode.


Da gab es auch mal ein ganz tolles Medikament, welches ganz schnell zugelassen, und auf den Markt gebracht wurde, der ganz dringend danach verlangte. Nannte sich Contergan, das Medikament. Toller Stoff, wirklich, also nur her mit dem halbgaren experientellen Zeugs gegen ein Virus, welches ja eigentlich doch gar nicht so gefährlich ist, wie man sagt.
    
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EasyDor
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 15:12


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QUOTE (Stammstrecke @ 26 Mar 2020, 14:53)
Allerdings bezweifle ich die Wirkung einer solchen Isolation. Denn auch im Pflegeheim müssen Mitarbeiter mit Kindern arbeiten (Ärzte, Pfleger, Küche, Reinigung,...), die die Viren weitergeben können.

Isolation ist hier vielleicht nicht das richtige Wort, eher Schutzmaßnahmen.
Wenn der Pfleger entsprechend Schutzkleidung, Maske etc trägt oder vielleicht sogar regelmäßig getestet wird dann kann eine Ansteckung eigentlich ziemlich gut minimiert werden.
Es ist ja viel einfacher andere vor einem selbst zu schützen als sich selbst vor allen anderen, schon mit Maske und Hände waschen kommen die Viren schon nicht mehr zu jemand anderem, man schwitzt sie ja nicht aus etc.
Außerdem ist eine Maske die beste Methode einen unterbewusst daran zu erinnern, dass man selbst für andere gefährlich sein könnte und somit immer daran zu denken die Maßnahmen einzuhalten.
Auch hierfür ist der jetzige Lockdown sinnvoll - wird er aufgehoben weiß jeder, aber auch wirklich jeder wie man sich zu verhalten hat. Und wenn sich dann 80% konsequent daran halten ist viel gewonnen...

Genauso sollte es auch jetzt schon klar sein, dass man seine Eltern/Großeltern in nächster Zeit nur mit Maske besuchen sollte, ich werde es auf jeden Fall so handhaben.

Nochmal, ich finde nur den Aktionismus und die Selbstverständlichkeit so gefährlich dass es viele so hinnehmen, aber weder Sinn noch Auswirkungen verstehen.
Da liest man auf Facebook in jedem Beitrag #stayhome und es gehen trotzdem alle zusammen mit den Rentnern einkaufen und wischen ihre Rotze an den Einkaufswagen... Aber hauptsache man bleibt zuhause.
Die Tegernseer würden am liebsten die Münchner alle in den See werfen die sich jetzt noch zu "ihrem" See trauen, es werden Eier auf auswärtige Autos geworfen oder gefordert die Landkreisgrenzen nicht mehr zu verlassen...
Dabei ist der Sinn des ganzen ja Kontakt zu vermeiden - und das kann ich, wenn ich mit dem Auto in die Berge gefahren bin und dort irgendwo im Wald parke um spazieren oder wandern zu gehen deutlich besser als dichtgedrängt im Englischen Garten.


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EasyDor
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 15:17


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QUOTE (Cloakmaster @ 26 Mar 2020, 14:58)
Meinst du denn, mit Corona-Infektion wirst du den Kreig besser überleben? Im Moment versuche ich, durch Rückfragen herauszufinden, was du hier nun eigentlich mitzuteilen versuchst. So ganz klar kommt das nämlich nicht rüber.

Ganz einfach: Wir brauchen eine zeitliche Beschränkung des Lockdowns auf der ganzen Welt und eine Lösung die langfristig funktioniert statt Aktionismus.

Genauso versuche ich durch meine nochmalige Gegenfrage herauszufinden was die Lösung deiner Meinung nach ist? Status quo bis ultimo?

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Jean
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 15:38


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Es geht doch in erster Linie darum Zeit zu gewinnen. Zeit um genug Kapazität in den Krankenhäusern zu haben. Um "mehr" geht es zur Zeit gar nicht. Das Virus werden wir wohl so schnell nicht los und könnte sich neben der Grippe fest integrieren. Dies wird langfristig zumindest die Krankenhauslandschaft stark ändern.

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 15:42


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Nun, der Status quo ist ja gerade eine zeitliche Befristung der aktuellen Maßnahmen. Sämtliche Verfügungen gelten aktuell bis 16.4., vereinzelt bis 30.4.

Was genau hast du also auszusetzen?


Meine eigene Ansicht habe ich durchaus auch schon im Urspungsthema, als auch hier in diesem 'Zweig angedeutet, welche, wie der geneigte Leser inzwishcen wissen müsste, jedenfalls nicht beinhaltet, sich auf immer und Ewig einzukasernieren.
    
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Hot Doc
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 16:53


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QUOTE (EasyDor @ 26 Mar 2020, 11:48)
Und genau das ist der springende Punkt der - wie oft auch immer er wiederholt wird - nicht zwingend richtig sein muss.

Um da mal ein wenig Sachlichkeit reinzubekommen:
Die wirkliche Sterblichkeit läßt sich ziemlich leicht zumindest eingrenzen. Deine Zahl von 0,5% sicherlich falsch. Wir haben heute 40.400 Infizierte bei 3.900Genesenen und 230 Todesfällen. Wenn man jetzt die Infiziertenzahl mit den Todesfällen ins Verhältnis setzt, kommt da eine Todesrate von etwas über 0,5% raus. Diese Rate übersieht aber, dass ja noch Personen AKTUEL INFIZIERT sind, von denen auch noch eine gewisse Anzahl sterben wird. Man stirbt ja in aller Regel nicht am ersten Tag der Infektion.
Sinniger ist es, dass man die Zahl der Toten ins Verhältnis zu denen setzt, die die Krankheit "durchgemacht" haben (also Genesene+Tote). Da schaut das schon anders aus: Da sind wir aktuell bei 5,6%. Jetzt kann man argumentieren, dass auch diese Zahl zu hoch ist, da ja einige der Infizierten sicher schon auf dem Weg der Besserung sind und mit Sicherheit nicht mehr sterben werden. Trotzdem zeigt das die Schwankungen, die hier alleine durch die Mathematik möglich sind.
Das sind jetzt die Zahlen mit einem funktionierenden Gesundheitssystem. Wenn es, wie in Italien mancherorts, zusammenbricht ist die erste Zahl schon bei um die 10%, die Berechnung anhand der Genesenen liegt aktuell bei 44% Sterblichkeit. Hier muss man dazu sagen, dass die Zahlen mit Sicherheit zu hoch sind, da einfach nicht mehr annährend genug getestet wurden. Man wird also sehr viele haben, die unerkannt erkrankt aber auch unerkannt gesundet sind.

Sich darauf zu verlassen, dass die Sterblichkeit schon nur 0,5% betragen wird, halte ich für maßlos naiv und anhand der aktuell bekannten Zahlen auch durch nichts gestützt.
Realistisch halte ich am Ende 1-2%, wenn wir das Gesungheitssystem nicht überlasten. Sonst werden wir eher im oberen einstelligen Bereich liegen.
Wie ich oben berechnet habe, ist dafür aber die Zeit schon relativ knapp, in der wir da noch gegensteuern können.

QUOTE
Man kann eben keinen Prozentwert über die Sterblichkeitsrate abgeben, da diese extrem variiert, vor allem mit dem Alter.
Infizierst du ein Altenheim (oder ein Kreuzfahrtschiff...), dann liegt die Rate sicherlich bei 2%, infizierst du eine Schule liegt sie bei 0%, bei einer Universität bei 0,1% (Und das sind dann die Profs).
Das sind alles ziemlich harte Zahlen, aber ich finde es richtig, dass man in so einer Situation darüber diskutiert. Dann sollte man sich aber auch die Quellen dazu anschauen.
Infizierst du ein Altenheim, liegt die Sterblichkeit eher bei 15-18%, in USA hat sich vor kurzem der Virus in einem Altenheim ausgebreitet. Die Zahlen von gestern oder vorgestern: 120 Bewohner, 80 Infizierte und über 30 Tote. Trotzt noch intakter medizinischer Hilfe und noch nicht vollständig abgelaufener Infektion, d.h. es können sich auch die anderen noch anstecken und von den Infizierten sind noch lange nicht alle über den Berg.
Bei einer Schule sind es um die 0,2%, bei einer Universität nur marginal mehr. Aber auch das wären an meiner alten Schule 2-3 Tote und an meiner alten Uni schon eine ordentliche zweistellige Zahl.

QUOTE
Bei der ganzen Gesellschaft kommt noch die vermutlich riesige Dunkelziffer dazu...
Da gebe ich dir Recht. Die o.g. Zahlen aus Italien sind nur noch mit einer großen Dunkelziffer zu erklären. Die Zahlen für Deutschland (meine, nicht deine) allerdings passen recht gut zu der aktuell geschätzten Dunkelziffer von bis zu einem Faktor 5. (5,6% Sterblichkeit durch 5 ergibt in der Größenordnung was zwischen 1 und 2 %).

QUOTE
Wer gar keine oder nur leichte Symptome hat (und das sind wohl 80%) - bekommt ohne Promistatus gar keinen Test.
Blödsinn. Es ist sehr einfach einen Coronatest zu bekommen, wenn man weiß wie. Ich werde hier aber weder Werbung machen noch Tricks verraten, da wir eine sehr begranzte Testkapazität haben, die sinnvoll genutzt werden sollte. Ein negativer Test ist ein vergeudeter. Ein positiver von einem, der eh in Quaratntäne bleiben muss auch.

QUOTE
Realistisch ist daher eher, und diese Aussage habe ich auch schon von Medizinern aus dem Bekanntenkreis gehört, eher eine Letalität von 0,05 - 0,2% der Gesamtbevölkerung.
Das ist nach allen bisherigen Berechnungen und Erfahnungen schlicht Blödsinn. Ich habe oben erklärt warum. (Ich lade zu einem Kasten Bier an die Isar ein, wenn die Mortalität am Ende doch in dem Bereich liegt.)

QUOTE
Und auch da kommt es wieder darauf an wie hoch der Altersdurchschnitt ist und vor allem wie viele rauchen.
Und mit dieser Zahl kann man recht leicht hochrechnen:
Italien hat jetzt beim Verfassen dieses Beitrags grob 74.000 positiv getestete und 7.500 Tote, man kommt also bei 0,2% auf 3.750.000 tatsächlich Infizierte, bei 0,05% auf 15.000.000.
Und hier wirds abstrus. Du rechnest dir mit den Sterblichkeitszahlen, die du aufgrund einer hohen angenommenen Dunkelziffer geraten hast eine hohe Dunkelziffer aus. Das kann ich andersrum auch. Sich selbst belegende Aussagen sind die Grundlage von jeder Verschrörungstheorie. So weit sind wir hier noch nicht, aber der von dir versuchte Beweis aus sich selbst heraus ist Quark.

QUOTE
In Italien...
Deswegen ist in Italien auch die Sterblichkeit im zweistlligen Bereich. Es hat keiner gesagt, dass es hier auch so kommen muss.

QUOTE
Zusätzlich muss man zu Italien noch sagen, dass dort post mortem getestet und somit Covid-19 oft gar nicht die Todesursache war. Habe ich schon erwähnt, dass Italien ein riesen Problem mit Krankenhauskeimen hat?
Ach komm, echt jetzt? Ich finde auch, wir sollten jetzt endlich was gegen diese Pit Bulls machen, die töten auch immer mal wieder irgendwen. JA Italiens Gesungheitssystem ist am A..., aber wenn in den Notaufnahmen in den betroffenen Gebieten nahezu JEDER Patient der reinkommt Corona hat, dann ist ein Krankenhauskeim nur das kleinste Problem. Und es geht einfach darum, genau solche Zustände hier zu vermeiden. Dann kann man das Virus auch ganz gut handeln. Dazu braucht es aber strenge(re) Maßnahmen!

QUOTE
Nun nehmen wir aber mal wieder die Letalität von 0,2%, die bedeutet für Deutschland 166.000 Todesfällle. Die letzten Jahre hatten wir ohne Corona immer über 900.000, Tendenz steigend, einfach der demografischen Entwicklung geschuldet.
Und dann muss man bei diesen Todesfällen auch sehen, dass davon wahrscheinlich 80% sowieso im Laufe dieses oder nächsten Jahres gestorben wären, dann eben an einer Grippe, einer schlimmen Erkältung, einem Herzinfakt etc.
Klar ist jeder unnötige Tod zu vermeiden, aber wir nehmen ja auch Krankenhauskeime in Kauf, Verkehrstote, tote durchs Rauchen uvm.
Abgesehen davon, dass die 0,2% immer noch kompletter Blödsinn sind, hast du offensichtlich das Problem immer noch nicht verstanden:
Wenn die Karankenhäuser überlastet sind (und das sind sie - Stand heute - in 2 Wochen) dann wird die Sterblichkeit DEUTLICH ansteigen und am Ende eher bei 5%+x liegen. Und das wird dann nicht nur "die Alten" treffen, sondern eben auch den Jungen mit Blinddarmentzündung, den Motorradfahrer mit Milzriss, das Kind, dass auf den Kopf gefallen ist und eine minimale Hirnblutung hat, (soll ich weiter machen?). Die ganze Fälle sind in den 5% aber noch garnicht eingerechnet.

Kurz überschlagen: 50.000.000 Erkrankte in D, 5% Sterblichkeit sind 2.500.000 Tote plus nochmal so viele Tote oder schwer geschädigte durch nicht mögliche ärztliche Behandlung durch die Überlastung des Systems macht am Ende 5.000.000 Tote oder Geschädigte in wenigen Monaten. Das hält Deutschland natürlich mal eben locker aus. Auch psychisch.

Heute erst habe ich 2 Eltern erklären müssen, dass ihre Kinder aktuell nicht operiert werden können, da die OPs für lebenswichtige Operationen gesperrt sind. Nein, die werden nicht sterben - sonst hätten sie ja operiert werden können - aber wer weiß, ob Entwicklungsschäden bleiben.... und mit jeder Lockerung der Ausgangsbeschränkungen (wer eine Ausgangssperre oder einen echten Lockdown mal erlebt hat, lacht ja über diese Mini-Maßnahmen) werden das mehr Fälle, da eine Überlastung des Systems früher und heftiger ausfallen wird.

Fazit:
Jeder Tag den wir gewinnen ist ein guter Tag. Wir können uns als Gesundheitssystem besser drauf vorbereiten (aktuelle Lieferzeit für FFP2 Masken "irgendwann Mitte April", aktueller Stand bei uns: 7 Masken), wir sparen uns ein paar Tote, wir kommen näher an einen Impfstoff oder ein Medikament. Von denen übrigens einige getestet werden, aber der wirkliche Durchbruch steht noch aus. (Der einzig vielversprechende Ansatz kommt wohl aus Österreich, die verraten aber noch nicht welches Medikament es ist, wie sehr es wirklich hilft und das muss per Infusion gegeben werden. Infusionen sind zwar einfacher zu verabreichen, aber müssen auch erstmal in ausreichender Stückzahl hergestellt werden.)
    
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Lazarus
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 17:55


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QUOTE (Jean @ 26 Mar 2020, 14:42)
Ich denke mal spätestens nach Ostern wird die bestehende Einschränkung zumindest zum Teil gelockert. Ab wann dann wieder alles normal ist weiß keiner, aber wohl spätestens nächstes Jahr... wink.gif

Wie kommst du darauf? Sorry, aber ich sehe da derzeit nichts, was dafür spricht. Eher im Gegenteil. Ich sehe eher die Gefahr, das es zu einer Ausgangssperre kommt, wenn man sich die Verstösse der letzten Tage so ansieht.

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 18:08


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Dafür spricht, daß wir in 3 Wochen weiter sein werden, als heute. In jeder Hinsicht. Bisher hieß es, Deutschland liegt in der Entwicklung ca 2-3 Wochen hiner China zurück. In China gibt es die ersten Lockerungen, also kann man - zumindest theoretisch - in 2-3 Wochen auch Lockerungen hier erwarten. Oder meinetwegen auch nur erhoffen.
    
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ET 415
  Geschrieben am: 26 Mar 2020, 18:23


Tripel-Ass


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QUOTE (Cloakmaster @ 26 Mar 2020, 18:08)
Bisher hieß es, Deutschland liegt in der Entwicklung ca 2-3 Wochen hiner China zurück.

Wo hast du das gelesen? In Deutschland gibt es bisher keine Anzeichen für ein dauerhaftes Abflachen der Infektionskurve. Das Gesundheitsministerium und das RKI betonen immer wieder, dass es für solche Schlüsse noch viel zu früh ist. Der Präsident des RKI, Lothar Wieler, hat heute gesagt, dass Deutschland erst am Anfang der Pandemie steht.

Wir liegen eher 10-14 Tage hinter Italien. Und wie es da aussieht, ist allgemein bekannt.
    
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