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Reiseerlebnisse mit der Bahn, Eine ganz normale Bahnfahrt [Zur Themenübersicht]
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218 466-1
  Geschrieben am: 3 Sep 2020, 20:19


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 7101

Alter: 42
Wohnort: Red Bank NJ, ex-Ingolstadt


QUOTE (Entenfang @ 3 Sep 2020, 10:54)
https://live.staticflickr.com/65535/5030194...d0f6f4980_b.jpg
Weil das offenbar für das Fahrradaufkommen nicht ausreicht, hat man auch noch zwei Sitzreihen im Hochflurbereich rausgenommen. Dessen Nutzung dürfte allerdings wenig Freude bereiten, muss man doch erst zwei ziemlich enge Stufen überwinden.
Da soll mir mal jemand erklären, was genau da besser als bei n-Wagen oder 628 sein soll. rolleyes.gif
"Barrierefreiheit" die überwiegend nicht passt mit neuen Barrieren im Zug, wo man sich ernsthaft verletzen kann, wenn man diese "tollen" Stufen auf einer unvorhersehbaren Weiche überwindet. dry.gif
QUOTE (Entenfang @ 3 Sep 2020, 10:54)
Mit +7 fahren wir endlich weiter, woran sich auch nichts mehr ändert und der Anschluss mal wieder weg ist. In der letzten Zeit habe ich wirklich kein Glück.
Alles unter 10 Min. Übergangszeit ist für mich kein Anschluss, bzw. reine Papieranschlüsse.

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Keine Alternative zum Transrapid MUC
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146225
  Geschrieben am: 4 Sep 2020, 08:17


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 1 Apr 07
Beiträge: 15754

Alter: 43
Wohnort: TH/EDBU


Die Abellio Baden-Württemberg Talente haben durchaus große Tische in den 4er-Sitzgruppen, und zwar an den Fahrzeugenden im Hochflurbereich.

Oh, und nein: es war eben genau keine zentral durch das Land gesteuerte Fahrzeugbeschaffung, die EVU durften sich selbst aussuchen, mit was sie sich auf die Netze bewerben/mit was am Ende gefahren wird. Die Fahrzeuge wurden/werden auch durch die EVU beschafft. Sie gehen nur anschliessend - wenn dies vereinbart ist - in das Eigentum der SFBW über.

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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 4 Sep 2020, 10:47


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 6608

Alter: 27
Wohnort: München


QUOTE (146225 @ 4 Sep 2020, 08:17)
Die Abellio Baden-Württemberg Talente haben durchaus große Tische in den 4er-Sitzgruppen, und zwar an den Fahrzeugenden im Hochflurbereich.


Hmm, aber [URL=https://flic.kr/p/2jCZSr9]dieses Bild ist am Fahrzeugende entstanden. Gibts da vielleicht verschiedene Ausführungen? Oder sind die Tische nur an einem Ende?

QUOTE
Oh, und nein: es war eben genau keine zentral durch das Land gesteuerte Fahrzeugbeschaffung, die EVU durften sich selbst aussuchen, mit was sie sich auf die Netze bewerben/mit was am Ende gefahren wird. Die Fahrzeuge wurden/werden auch durch die EVU beschafft. Sie gehen nur anschliessend - wenn dies vereinbart ist - in das Eigentum der SFBW über.

Ach, Mist, stimmt ja. Wäre eigentlich mal eine gute Gelegenheit gewesen, Fahrzeuge zentral zu beschaffen. Und zwar einheitliche, die man auch mal durchtauschen kann, wenn in Netz 1 gerade ein Mangel herrscht, während Netz 2 gerade ein paar Übrige hat.
    
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JeDi
  Geschrieben am: 4 Sep 2020, 10:50


Lebende Forenlegende


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Beiträge: 19420

Alter: 30
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QUOTE (Entenfang @ 4 Sep 2020, 11:47)
Hmm, aber [URL=https://flic.kr/p/2jCZSr9]dieses Bild ist am Fahrzeugende entstanden. Gibts da vielleicht verschiedene Ausführungen? Oder sind die Tische nur an einem Ende?

Dem Fenster nach ist das aber doch am Ende eines 443 - gemeint sind aber die Hochflurbereiche hinter den Führerständen...

QUOTE
Ach, Mist, stimmt ja. Wäre eigentlich mal eine gute Gelegenheit gewesen, Fahrzeuge zentral zu beschaffen. Und zwar einheitliche, die man auch mal durchtauschen kann, wenn in Netz 1 gerade ein Mangel herrscht, während Netz 2 gerade ein paar Übrige hat.

Meines Wissens war das Thema "Lieferfähigkeit der Fahrzeugindustrie" in der Tat eines. Die Zentrale Fahrzeugbeschaffung wurde ja demletzt ausgeschrieben - für die TS B-taugliche ETCS-Flotte.

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"Gleichzeitig" und "Zeitgleich" sind keine Synonyme.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 24 Dec 2020, 16:42


Lebende Forenlegende


Status: Mitglied
Mitglied seit: 27 Aug 12
Beiträge: 6608

Alter: 27
Wohnort: München


Am Großkampftag in die Ausgangssperre

Beizeiten hatte ich mir für den 23. Dezember meine Fahrkarte gesichert, um noch einen guten Preis zu bekommen. Mit der Entwicklung der Corona-Lage schien es zunehmend fraglich, ob ich sie überhaupt brauchen würde.
Doch ja, dem ist so, und ich begebe mich zunehmend gespannt zum Hannoveraner Hauptbahnhof. Würde der ICE zur schönsten Nachmittagszeit genauso leer sein wie alle anderen Züge in den letzten Wochen? Der Bremer Zugteil steht bereits am Bahnsteig, ich nehme taktisch günstig den zweiten Wagen. Freie Platzwahl. Gut, zugegebenermaßen, an der Zugspitze des Bremer Zugteils ist eher nicht mit großer Überfüllung zu rechnen, aber dass so wenig Leute unterwegs sind, überrascht mich dann doch. Planmäßig sollte ich kurz vor Beginn der bayerischen Ausgangssperre in München ankommen. Pünktlich wird der Hamburger Zugteil angehängt und wir starten Richtung Süden. Das bleibt nicht lange so.

Die Zub verkündet die baldige Ankunft in Göttingen und Anschlusszüge, die allerdings niemand mehr erreichen wird. Denn wenig später kommen wir vor dem Bahnhof zum Halten. "Sehr geehrte Reisende, wir sind hier außerplanmäßig vor Göttingen zum Halten gekommen. Grund hierfür ist, dass im Bahnhof noch alle Gleise belegt sind, weil die Strecke Göttingen - Kassel wegen Tieren im Gleis gesperrt ist und viele Züge umgeleitet werden und sehr stark verspätet sind. Ich bitte Sie noch um etwas Geduld und melde mich wieder, sobald wir weitere Informationen haben."

Ein paar Minuten vergehen. "So, die Stimme aus dem Lautsprecher hat leider noch keine neuen Infos. Es sind immer noch alle Gleise zugeparkt, wegen Tieren im Gleis ist die Strecke Göttingen - Kassel gesperrt. Ob wir ebenfalls umgeleitet werden, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Jetzt schauen wir erstmal, dass wir die letzten drei Kilometer nach Göttingen schaffen."

Weitere Minuten vergehen. Wir fahren in Göttingen ein und nach einem kurzen Halt wieder ab. Dem Tempo nach zu urteilen bin ich mir auch in der Dunkelheit und ohne weitere Durchsage sicher, dass wir umgeleitet werden.
"Sehr geehrte Reisende, wir haben Göttingen mit 20 Minuten Verspätung verlassen. Unser Zug wird bis Kassel umgeleitet wegen Tieren im Gleis. Dadurch wird sich unsere Verspätung nochmals um etwa 30 Minuten erhöhen, mit etwas Glück auch ein bisschen weniger oder ein bisschen mehr."
Die wenigen Fahrgäste in meiner Umgebung erledigen die üblichen Verspätungstelefonate.

Mit +50 erreichen wir Kassel. Einige Fahrgäste steigen ein. "Bitte beachten Sie: Dies ist der Zug nach München über Würzburg, Nürnberg. Dieser Zug fährt NICHT nach Frankfurt!" "Hä, wie, was? Fährt der nach Frankfurt?", wundert sich jemand, der gerade eingestiegen ist. "Nee, ich glaub nicht." "Wollen die mich verarschen? Da stand doch Frankfurt." Mutmaßlich kommt die Verwirrung vom falschen Ziel am ZZA auf dem Bahnsteig. "RAUS, RAUS!", schreit ein Mann durch den Wagen und springt durch die schließende Tür auf den Bahnsteig. Dabei blockiert er die Tür, die sich wieder öffnet. "RAUS!!!!", schreit er nochmal seiner offenbar an einer anderen Tür zugestiegenen Begleitperson zu. Weitere Fahrgäste irren herum und wissen nicht, ob sie drinnen bleiben oder aussteigen sollen. Wie dem auch sei, schließlich bleibt ein Teil drin, ein Teil draußen und wir fahren weiter. Ist ja nicht so, dass man in Fulda notfalls nochmal umsteigen könnte.

Ein paar Minuten machen wir bis Würzburg gut. Die Türen schließen, aber wir fahren nicht ab. "Zugbegleitpersonal bitte nochmal abfertigen. Die Ausfahrt wurde kurzfristig zurückgenommen. Ich wiederhole: Erneute Abfertigung erforderlich."
"Verehrte Fahrgäste, die Abfahrt wird sich noch kurz verzögern, da wir auf Anschlussreisende aus einem sehr stark verspäteten Zug warten." Keine Minute später fahren wir dann doch ab.

Einige Fahrgäste werden nervös, da sie ihr Ziel nicht mehr vor Beginn der Ausgangssperre erreichen werden und bitten das Zugbegleitpersonal um eine Verspätungsbestätigung. Asterix und die verzweifelte Suche nach Passierschein A 38 kommt mir in den Sinn - traurig, worüber ich dieses Jahr vor Weihnachten berichten muss.

Ab Ingolstadt sind außer mir noch zwei Fahrgäste im Wagen, so leer ist es zu normalen Zeiten allenfalls in der äußersten Tagesrandlage gewesen. Mit +45 komme ich in München an, ein paar Menschen sind rund eine halbe Stunde nach Beginn der Ausgangssperre noch am Bahnhof unterwegs. Ich nehme ausnahmsweise mal die Tram statt der U-Bahn, weil es erstens zeitlich ohnehin gerade passt, zweitens der 21er endlich wieder quer durch die Stadt fährt und ich drittens etwas von der Stadt sehen möchte.

Außer mir ist ein weiterer Fahrgast in der Tram. Der Stachus ist leergefegt, genau wie die Fußgängerzone. Brav fahren alle Trambahnen im 10-Minutentakt durch die leeren Straßen, keine ist leer, ein bis drei Fahrgäste sitzen nach meinen Beobachtungen um halb zehn in den Trambahnen. Außerhalb der Innenstadt sind durchaus auch ein paar Autos unterwegs, also komplett leer sind die Straßen doch nicht und es zumindest deutlich mehr los, als man mal eben nebenbei kontrollieren kann. Der Anblick hat dennoch etwas Gruseliges. Aber haben wir uns das nicht immer gewünscht - endlich mal öffentlichen Verkehr (fast) ganz ohne die lästigen Fahrgäste?
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 30 Dec 2020, 13:47


Lebende Forenlegende


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Mitglied seit: 27 Aug 12
Beiträge: 6608

Alter: 27
Wohnort: München


Nachtrag zu meiner Heimfahrt vor Weihnachten: Ein trauernder Schwan wars.


Und das hat die Menschen dieses Jahr bewegt:

Tram 7 Richtung Weixdorf, Dresden, Mi, 13:46

"Wie kann man denn ein Projekt so aufziehen? Das wird doch nie was. Und jetzt haben die auch noch ganz viel in Indonesien investiert. Das ist ja schön, aber ich sag dir, das wird nie und nimmer Gewinn abwerfen...", monologisiert ein BWLer Mitte 30, "...bei den Löhnen dort. Ich wette darauf, dass das nichts wird. Ich würde wirklich viel Geld darauf wetten, dass das nichts wird!"


S1 Richtung Meißen Triebischtal, Mi, 17:54

6 Jungs, um die 15 Jahre alt, steigen trampelnd die Treppe in das Obergeschoss hinauf. "Ey, tu was für die Umwelt!", ruft einer, wobei mir der Zusammenhang unklar ist, "denk an die Thunberg!" "Alder, die Thunberg fickt dich", gibt dieser zurück. Sie laufen noch ein paar Mal auf und ab, offenbar überfordert damit, sich auf den zahlreichen freien Plätzen zu verteilen, denn Sechser gibt es in der S-Bahn Dresden glücklicherweise nicht. Dabei rufen sie immer wieder inhaltslose Kommentare durch den ganzen Wagen. "Ey, da ist ein Vierer frei!", ruft einer, als ein anderer Fahrgast aussteigt. Es dauert noch eine Weile, bis jemand davon Notiz nimmt, weil ja alle mit ihrem Handy beschäftigt sind. Vermutlich will auch keiner aufstehen, weil bereits klar ist, dass sie nicht alle auf dem Vierer platzfinden können. "Ey, da ist ein Sechser!", ruft der Entdecker kichernd. Nach einer Weile erheben sich die Kumpels, um sich im Vierer und der Zweierreihe daneben wieder hinzusetzen. Na welch ein Glück, dass sie die eine Minute Fahrzeit bis zu ihrem Ausstieg zusammensitzen können...


Obus 4 Richtung Pod Strání, Hradec Králové, Do, 20:01

"Guten Abend", sagt die junge Frau zum Busfahrer und versucht vergeblich, ihre Fahrkarte durch das Stecken in den Schlitz des Fahrkartendruckers zu entwerten. "Nene, den Anderen!", ruft ihre Freundin, die schon weiter in den Innenraum vorgedrungen ist. Flugs ist sie wieder zurück und führt die korrekte Bedienung des Lochentwerters vor. "Oh Gott, Entschuldigung vielmals", meint die Erste kichernd zum Mann hinter ihr, der warten musste.
Bereits eine Haltestelle weiter zickt das Fahrzeug. Der Fahrer kann nicht mehr losfahren und drückt ein paar Knöpfe, wodurch aber die Weihnachtsbeleuchtung nicht erlischt. Fluchend schaltet er das Fahrzeug komplett ab und die Innenraumbeleuchtung geht aus. "Ieeekkkks", quietscht die Frau, die vergeblich den Entwerter gesucht hat, irgendwo hinten im Fahrzeug. Inzwischen überholt der Dieselbus-Kollege, während der nächste Obus hinter uns feststeckt. Ein Neustart löst so manches Problem und die Weihnachtsbeleuchtung erlischt. Zwei Stationen weiter muss ich glücklicherweise aussteigen, denn da quittiert das Fahrzeug wieder seinen Dienst. Ob es je seinen Endpunkt erreicht hat, werden wir nie erfahren.


Alex nach München, So, 16:40

"Ist hier bei Ihnen noch frei?" Vier Fahrgäste setzen sich zu mir ins Abteil, ein fünfter läuft weiter nach vorne. "Wo geht der denn hin? Das ist doch schon der erste Wagen", meint einer der Zugestiegenen, "na, der wird schon merken, dass da die Lok kommt." "Vielleicht hat er ein Date mit dem Lokführer?", meint eine ebenfalls zugestiegene Frau lachend.


Kammerspiele, München, Do, 18:49

Ich stehe an der Kreuzung Maximilianstraße/Altstadtring, um die Trambahn im Abendlicht auf den Chip zu bannen. Ich wundere mich über einen jungen Mann, der mit einer Kompaktkamera ein paar Meter entfernt steht und scheinbar wahllos die Umgebung und vermutlich auch mich fotografiert. Irgendwo hinter mir höre ich das Aufheulen eines Motors, was mir an diesem Standort keinen Blick wert ist. Die Trambahn nähert sich vom Maxmonument und urplötzlich kommt ein halbes Dutzend Fotografen angerannt und zwei weitere auf dem Fahrrad. "Jetzt kommt er!", ruft einer ganz aufgeregt. Die sechs würden problemlos als Hobbykollegen durchgehen - alle männlich im Alter von 13 bis 50. Doch sie stellen sich mitten in meine beabsichtigte Fotolinie und interessieren sich weder für den entgegenkommenden R3-Wagen, noch für die Schulungsfahrt von hinten - sondern für den silbernen Ferrari, der mit aufheulendem Motor an der Ampel zum Stehen kommt und sofort von den Fotografen umringt wird. Der Abbiegerpfeil wird grün. "Hey, pass auf", ruft einer dem 13-Jährigen zu, der noch mitten auf der Fahrbahn steht und offenbar nicht wahrgenommen hat, dass die Autos inzwischen grün bekommen haben. Er springt zurück auf den Fußweg, der Ferrari rollt mit aufheulendem Motor bewusst langsam in die Kreuzung, wird begeistert aufgenommen. Der nachfolgende BMW lässt auch schon ungeduldig den Motor aufheulen, doch er klingt wie eine piepsende Maus gegenüber dem Brüllen eines Löwen.


BRB nach Augsburg-Oberhausen, Fr, 17:20

"Die Silvia hatte gestern Sex mit dem roten Auto", erzählt ein Mann am Handy.


Meridian nach Freilassing, So, 11:48

Ein Graffiti an einer Mauer zieht vorbei: Die Angst hält uns am Leben - bis dass der Tod uns tötet


S1 zum Flughafen, München, Di, 12:57

Ein Mann hechtet durch die Tür in die S-Bahn. Er beginnt zu telefonieren. "Boah, ich hab' am Westfriedhof übernachtet und bin grad in der S-Bahn. *Schnaufschnauf* Alter, ich schwör, ich bin grad so gerannt. *Schnaufschnauf* Boah, ich schwör, ich krieg echt keine Luft mehr!"


S1 zum Ostbahnhof, München, Di, 16:16

Ein Mädel um die 17 erzählt ihrer Freundin: "Wir haben die um halb 7 nach Neufahrn bestellt, als wir schon alle zu Hause waren. Und die ist dann tatsächlich gekommen, als wir schon daheim waren. Und dann stand die im Regen und niemand hat sie abgeholt. Also ich würde ja sowas nicht mit mir machen lassen. Aber die kommt trotzdem immer wieder. Wir haben alle gekichert und sie hat gefragt, warum. Wir haben alle nur gedacht: Wenn du wüsstest..."


München Hauptbahnhof, Mi, 12:08

Ein Mann rennt auf uns zu. "Entschuldigung, ich muss ganz dringend mit dem Bayernticket nach Nürnberg fahren." Er hält seinen Geldbeutel mit einem 10er und ein paar Münzen auf. "Mir fehlen aber noch genau 1,60¤. Habt ihr vielleicht etwas für mich?"
Nee.
Dass der nächste RE nach Nürnberg in 50 Minuten fährt, fällt uns erst ein paar Minuten später auf...


U5 Richtung Neuperlach Süd, München, Mi, 12:38

Eine ältere Frau möchte das geöffnete Klappfenster schließen, doch die gegenübersitzende Frau hält sie davon ab. "Nee, lassen Sie das mal offen, wegen der Aerosole..." Also setzt sich die ältere Frau kommentarlos um.


P-Wagen Richtung Großhesseloher Brücke, München, Mi, 13:40

Ein Pärchen knutscht am Fußgängerübergang über die Gleise zwischen den Haltestellen. Rechts brausen die Autos vorbei, links leise bimmelnd und mit vollem Sound der P-Solo.


IC Richtung Emden, Fr, 12:48

"Hurra, erster Zug für heute geschafft", meint die Zugbegleiterin zu einem Kollegen, als wir in Mannheim einfahren, "bleiben noch vier."
"Warum seid ihr denn so früh dran?", wundert sich die Ablöse am Bahnsteig, "ich hab heute schon ordentlich Verspätung gemacht..."

"Ist das hier der IC 2014?", erkundigt sich eine zugestiegene Frau bei einem anderen Fahrgast. "Ja." "Ich habe mich bloß gewundert, weil draußen nichts dransteht." "Achja, die Deutsche Bahn und die Technik", meint der Mann nur, "ich war einmal in einem Regionalzug, in dem keine einzige Steckdose funktioniert hat. Dann war mein Handy leer und ich dachte, ich könnte das ja im Zug aufladen..." "Ja, das ist echt blöd."


S3 Richtung Essen-Steele Ost, Sa, 21:04

Ganz überraschend für mich steht am Bahnsteig eine Ersatzgarnitur aus Taurus und n-Wagen von TRI am Bahnsteig. "Verehrte Reisende, wir begrüßen Sie auf der Fahrt nach Essen-Steele Ost. Genießen Sie die Fahrt mit uns in der Ersatzgarnitur in den Sonnenuntergang."


S1 nach Solingen Hbf, Sa, 21:35

Drei Mädels, um die 17 Jahre alt, setzen sich in den Vierer gegenüber. Eine schmeißt ihre Jacke auf den freien Sitz. "Boah, ich muss pinkeln", bemerkt eine bald, "ich geh gleich im Hauptbahnhof Essen. Mir egal, ob das was kostet. Ich muss wirklich dringend!" Sie drückt irgendwas an ihrem Handy herum. Eine der beiden anderen schnappt es ihr aus der Hand. Wenig später verkündet es den Eingang einer neuen Nachricht. "Wer hat mir denn geschrieben?" "Dennis." "Boah nee, ich will nicht, dass der mir was schreibt. Wieso fahren wir eigentlich so langsam? Ich muss pinkeln. Gibt's hier eigentlich ein WC?" "Nee", meint eine ihrer Freundinnen. "Boah, ich geh dann aber wirklich gleich am Hauptbahnhof. Ich muss wirklich dringend! Ich mach' mir gleich in die Hose."
Der Zug bleibt auf freier Strecke stehen. "Wieso fahren wir denn nicht weiter?" Zwei Minuten vergehen. Ein ICE saust auf einem anderen Gleis vorbei. "Ich mach mir echt gleich in die Hose. Hat jemand einen Becher?" Sehr geehrte Fahrgäste, die Weiterfahrt verzögert sich aufgrund von Bauarbeiten noch um wenige Minuten.
"Wie lange noch?" "Keine Ahnung." "Um 21:45 Uhr fährt unsere Bahn", stellt eine der drei fest. "Und wie viel Uhr ist es jetzt?", will die wissen, die dringend aufs Klo muss. "21:39 Uhr." Die S-Bahn setzt sich wieder in Bewegung. "Na endlich, dann kann ich endlich pinkeln," brummt sie ungeduldig. "Aber dann verpassen wir unsere Bahn um 21:45 Uhr." "Wie viel Uhr ist es jetzt?" "21:42 Uhr. Das sind nur noch drei Minuten." "Das schaffe ich." "Nein, das schaffst du nicht. Ich habe kein Bock, 20 Minuten auf die nächste Bahn zu warten. Du kannst bei mir pissen."


ICE nach Dresden, Mi, 21:16

Drei Frauen zwischen 40 und 60 sitzen in meiner Nähe. Sie sind Kolleginnen, vermutlich auf dem Weg zu irgendeinem Seminar. Die Gespräche drehen sich um Therapien für Autisten und dass irgendeine Kita-Erzieherin einer Mutter vorgeworfen hat, dass sie ihr Kind in die Kita gebracht hat, obwohl sie ja Homeoffice machen würde. "Wer das noch nie gemacht hat, hat ja keine Vorstellung davon, wie das ist!" "Neulich hat mich auch die Erzieherin angerufen. Ich solle meinen Sohn abholen kommen, weil der krank ist. Ich habe gesagt, vor drei schaffe ich es eh nicht und um vier wollten meine Eltern ihn ohnehin abholen. Ich hab dann meine Eltern gefragt, was mit ihm ist. Ach wo, von krank keine Spur. Der saß heulend in irgendeinem separaten Raum und die Erzieherin hat behauptet, er hätte Corona."
[…]
"Sagt mal, wie kommen wir eigentlich nachher dahin? Wie hieß das nochmal, Schillerplatz oder so glaub ich." "Hmm, gabs da nicht eine direkte Bahn von Neustadt? Dann steigen wir schon dort aus." "Ok, ich muss dann schon vorher raus, zum Bischofsweg.“ Dann wird das Thema erstmal wieder fallen gelassen, nur um einige Minuten später wieder aufzutauchen. "Ich versuche mal, rauszufinden, wie wir da hinkommen." Sie drückt irgendwas auf ihrem Handy herum. "Hmm, das lädt nicht. Naja, welche Richtung brauchen wir denn eigentlich?" "Na, Schillerplatz?!" "Jaja, aber die endet ja wahrscheinlich nicht dort." "Eigentlich können wir ja auch zum Hauptbahnhof fahren, oder?" "Bis mein Handy geladen hat, sind wir schon in Neustadt."
Allmählich wird es verwirrend und ich klinke mich ein: Wo wollen Sie denn hin? "Schillerplatz." Linie 6 direkt ab Neustadt. "Oh Mann, wieso haben Sie uns denn so lange auf die Folter gespannt?", meint die Frau neben mir lachend. Man muss auch mal zuhören können. "Wir zerbrechen uns hier den Kopf und dann kommt plötzlich eine Stimme aus dem Off und verkündet die Lösung. Welche Richtung eigentlich?" Niedersedlitz. "Hmm, ich muss dann vorher raus zum Bischofsweg, da war doch so ein Platz in der Nähe, wie hieß der doch gleich?" Albertplatz. "Ja genau!" "Naja, danke dass Sie sich eingemischt haben."


RB nach Garmisch-Partenkirchen, Mi, 10:52

"Wem gehört denn das rote Fahrrad da vorne?", ruft die Zub durch das Untergeschoss des Dosto. Jemand meldet sich. "Sie müssen sich schon um die Fahrräder kümmern, nicht nur hier irgendwie reinstellen. Nehmen Sie mal bitte die Taschen ab." Großes Rumgeschiebe geht los. "Oh Mann, und die Fahrräder sollte man auch nicht auf dem Ständer abstellen. Sonst fallen die um." Eine indische Familie ist im Zug und dafür verantwortlich. Eines der vier Kinder übersetzt für die Mutter, die offenbar nicht so gut Deutsch spricht und nicht verstanden hat, warum die Zub rumgrantelt. Dann zerrt sie an unseren Fahrrädern herum, obwohl die völlig ordnungsgemäß innerhalb der gelben Markierung stehen. "Sie müssen sich schon absprechen!!! Sonst dauert der Ausstieg nachher viel zu lange." Dass die ordnungsgemäße Einsortierung aber auch zu massiven Verzögerungen beim Einstieg geführt hätte, bleibt unerwähnt. Denn in Pasing steigen noch einige zu, darunter auch einer, mit dem ich zusammenfahre. Doch jemand anders war näher an der Tür und hat sich bereits an mein Fahrrad angelehnt, obwohl er vor uns wieder aussteigen wird, wie wir jetzt erfahren. Wir sortieren um. Die Zub zerrt noch an weiteren Fahrrädern herum, obwohl diese ordnungsgemäß verstaut sind. "Boah, wieso sind die Ständer nicht hochgeklappt? Wieso haben Sie sich denn nicht auch auf das vordere Fahrradabteil verteilt?" "Da ist keins," protestiert jemand und das stimmt - ich habe mich in München selbst davon überzeugt. "Hier steht: Fahrradmitnahme begrenzt möglich!", fährt sie in unfreundlichem Tonfall fort. Ich werfe ein, dass zur besten Tagesausflugszeit in den Sommerferien mit erhöhtem Fahrradaufkommen zu rechnen ist und man deswegen ja mehr als zwei von sechs Dostos mit Fahrradabteil in den Zug einreihen könnte. "Sie wissen doch genau, dass kein Anspruch auf Fahrradmitnahme besteht. Und ihre blöden Sprüche können Sie sich sparen!" Dann behauptet sie weiterhin, dass vorne noch ein Fahrradabteil wäre, obwohl das nicht der Wahrheit entspricht.
Etwa eine halbe Stunde später kommt der Zugchef vorbei und meint zu einem Fahrgast, der sich zuvor über den äußerst unfreundlichen Tonfall der Zub aufgeregt hatte: "Sie haben ein Problem mit meiner Kollegin? Dann erzählen sie mal in Ruhe." "Naja, der Ton war äußerst unfreundlich." "Aha, lassen sie mich raten, es ging um die Fahrräder? Was genau hat sie denn gesagt?" Währenddessen brummt die Zub: "Ja wenn ich es freundlich sage, dann kümmert sich eh keiner darum." "Na eben, Sie sagen doch selbst, dass es nicht freundlich war," meint der Fahrgast. Bevor er überhaupt den Sachverhalt schildern kann, unterbricht ihn der Zugchef. "Also wenn Sie es mir nicht sagen wollen: Hier sind die Kontaktdaten, wo Sie sich beschweren können." Er drückt ihm eine Visitenkarte in die Hand und stampft davon. Alle angeraunzten Fahrgäste schauen sich verdattert an. "Das ist ja echt die Höhe", kommentiert eine Frau.
Ich sage dazu nur: Was sich hinter dem Begriff Dienstleistungsunternehmen verbirgt, haben manche Verkehrsunternehmen und insbesondere die DB noch nicht verstanden. Dafür gibt es den Entenfangschen Preis für das unfreundlichste Zugpersonal. Herzlichen Glückwunsch!


RE nach Hamburg-Altona, Mo, 14:24 Uhr

Drei Mädels, davon eins mit Schrankkoffer, sitzen verteilt auf zwei Vierergruppen. "Ich hab dir gleich gesagt, der fährt nicht pünktlich. Wir werden unseren Anschluss nicht schaffen." "Wieso? Wie viel Uhr ist es denn?" "14:24 Uhr. Und um 22 hätte er fahren sollen... Naja, vielleicht hat ja unser Anschluss auch Verspätung."


RE nach Westerland, Do, 11:13 Uhr

Zu meiner großen Überraschung kommt mein Zug pünktlich!
Er ist gut gefüllt und da ein Mann offenbar der Meinung ist, sich unbedingt auf einen Klappsitz vor das WC setzen und sein Fahrrad vor sich halten zu müssen, kommt man fast nicht mehr durch. Er ist mir vom ersten Moment an unsympathisch und brummt, dass er in Keitum rausmüsse. Wir sausen auf den Hindenburgdamm, werden langsamer. Kommen an der Blockstelle zum Stehen. "Sehr geehrte Fahrgäste, derzeit stauen sich noch die Züge auf der Insel. Daher sind wir hier zum Stehen gekommen. Genießen Sie den Ausblick."

Fahrgäste quetschen sich am Fahrrad des Mannes neben mir vorbei, um das WC aufzusuchen. Ein 8-jähriger behinderter Junge sitzt im Rollstuhl und zieht seine drei Jahre jüngere Schwester an den Haaren, die daraufhin zu weinen beginnt. Offenbar hat aber auch sie ihren Spaß daran, denn schon kurz nachdem die Mama sie befreit hat, streckt sie wieder ihre Arme zum Bruder aus und das Spiel geht von vorne los. Wieder muss die Mama sie befreien, was der Junge aber offenbar nicht so gut findet und ihr deshalb die Maske vom Gesicht reißt.
Weitere Fahrgäste quetschen sich am Fahrrad vorbei. Ein Kleinkind geht auf Erkundungstour, dicht gefolgt von der Mama. "So, hier können wir nicht weiter," meint sie, als sie vor dem Fahrrad des Mannes stehen bleibt. Doch die Kleine sieht darin offenbar kein Hindernis, schlüpft unter dem Lenker hindurch und oh - die WC-Tür ist offen, das sieht ja interessant aus! "Nein, auf die Toilette gehen wir jetzt nicht", meint die Mama, natürlich ohne Erfolg. "Neinnein, bäh, pfui!", ruft sie, springt hinterher und stoppt die Kleine, bevor sie allzu ausgiebige Erkundungstouren absolvieren kann. Dafür darf sie dann den Knopf drücken, um den Wasserhahn zu aktivieren.
Inzwischen haben wir es bis Morsum geschafft. 2 Minuten vergehen. Dahinter beginnt der eingleisige Abschnitt und da der Gegenzug planmäßig in 4 Minuten abfahren soll und pünktlich angekündigt ist, werden wir ihn wohl abwarten müssen. "Verehrte Fahrgäste, es gibt mal wieder das Zugfolgeproblem. Wir müssen noch etwas warten." Weitere Minuten vergehen. "Verehrte Fahrgäste, ich habe nun eine Information erhalten. Die gute Nachricht: Wir fahren weiter." Kurze Pause. "Aber erst in 7 Minuten." Ja, man muss es wohl mit Humor nehmen, denn anders ist das tagtägliche Chaos auf der Marschbahn nicht zu ertragen. Ich nutze die Standzeit zum Googlen. Der zweigleisige Ausbau steht im vordringlichen Bedarf des BVWP. Er wird kommen. Aber erst 2030. Vielleicht.
Eine Frau drängt sich aus dem WC und stößt dabei leicht an das Fahrrad des Mannes neben mir. "Kannst dich ruhig mal entschuldigen", knurrt er und, fügt noch hinzu, als die Frau ihn ignoriert und einfach weitergeht: "Trampeltier." Sie geht weiter und zeigt ihm den Stinkefinger. Ich erinnere ihn daran, dass es ja sein Fahrrad wäre, das nicht ordnungsgemäß verstaut ist und daher den gesamten Gang blockiert. "Was willst du denn, du Heini?" Nanana, wer wird denn gleich so ausfällig werden. "Du bist ausfällig. Wo bist du überhaupt eingestiegen???" Klanxbüll. "Na eben, du hast hier keinen Platz mehr. DU bist das Problem!", schnauzt er mich, untermalt mit wilden Gesten, an. Wir sind immer noch per Sie. Und ich hätte sehr viel mehr Platz gehabt, wenn Sie Ihr Fahrrad ordnungsgemäß verstaut hätten. Er brummt irgendetwas wenig Nettes, dann fahren wir weiter. Der behinderte Junge zieht seine Schwester wieder an den Haaren und sie muss wieder von der Mama befreit werden. "Jetzt bleib doch einfach normal hier sitzen", brummt der Papa, "dann kommt er nicht hin." Aber Mamas Maske wird dafür wieder vom Gesicht gerissen, was diese gar nicht lustig findet. "Nächster Halt: Keitum", verkündet Ingo Ruff und eine Frauenstimme fügt noch das friesische Kairem hinzu. "Steigst du denn jetzt hier aus?", schnauzt mich der Mann an. Nein, in Westerland. "Dann mach mal Platz!" Wenn Sie mich nett darum bitten, dann gerne. "Ja steigst du jetzt aus, oder nicht?!" Ich hab doch schon gesagt - nein. "Ich will durch!" Ich will auch Vieles. Der Zug hält. "So, dann wollen wir mal aussteigen." Ich bewege mich nicht. "Ja, was ist denn jetzt? Wollen wir mal aussteigen?" Das müssen Sie schon selbst wissen, ob Sie aussteigen wollen oder nicht... Die Türen sind schon eine Weile offen, ich ziehe meine Beine ein und mache etwas Platz, ohne aufzustehen. "Ich pass nicht durch", grummelt er, obwohl ich genau sehe, dass er durchpasst. Dann müssen Sie sich halt ein bisschen anstrengen. Er schiebt sein Fahrrad also an mir vorbei, die Türen laufen wieder zu, doch die Türfreigabe ist noch da. Er drückt drauf und ruft mir äußerst abfällig nach: "Du deutsches Arschloch! Gleich gibt's was auf die Fresse, du Arsch!" Dann verschwindet er im Gewusel auf dem Bahnsteig, die Türen gehen wieder zu, die gespannte Atmosphäre verfliegt. "Gut, dass Sie dem nicht so leicht nachgegeben haben", meint eine Frau zu mir. Durch die ganzen Masken fällt es mir viel schwerer, andere Menschen einzuschätzen. Ich verleihe jedenfalls den Entenfangschen Preis für die übelste Beleidigung, die ich mir bisher von anderen Fahrgästen anhören musste - herzlichen Glückwunsch!
Mit +19 endet die Fahrt in Westerland und hat für mich fast doppelt so lange gedauert wie im Plan.

Ein Mann, der mit seiner Familie ausgestiegen ist, knipst ebenfalls die ozeanblau-beige 218. "Komm jetzt endlich", ruft die Frau ungeduldig. "Nur noch 1 Foto!"


Tram 1 Richtung Stöckheim, Braunschweig, Mo, 13:33

Ich habe die Schülerspitze erwischt und es wird ziemlich voll. Und weil alle an der ersten Tür einsteigen, geht bald nichts mehr. "Weitergehen, weitergehen!", ruft der Fahrer aus der Kabine und scheucht die Schüler durch den Gang. Drei Jungs, etwa 13 Jahre alt, verteilen sich im Vierer um mich herum, nachdem sie sich erkundigt haben, ob da noch frei wäre. "Digger, schau mal, dieser Nissan-Sportwagen!" Einer hält ein Handy vor sich hin, zu sehen ist irgendein Sportwagen, aus dessen Auspuff Flammen schießen. "Boah, so einen will ich auch haben, wenn ich mal mit 19 oder 20 ausziehe." "Was kostet der denn?" "Digger, der ist echt teuer!" Er scrollt ein wenig und verkündet dann: "104.292,77¤." "Woher kommen denn die 77?" "Überführungskosten", schlägt einer vor. "Vielleicht umgerechnet von Dollar", meint ein anderer. Mehrwertsteuersenkung, denke ich. Aber eine nachträgliche Rechnung kommt zum Ergebnis, dass der vorherige Preis dann genauso krumm gewesen wäre. Leider wird die Frage nicht mehr geklärt, denn alle Rennfahrer in spe müssen aussteigen.


Bothmerstraße, Hannover, Sa, 12:42

Ein übergewichtiger Mann im Jogginganzug mit Hund sitzt neben mir im Wartehäuschen. Er ruft jemanden an. "Ich hab alles bekommen. Nur Porree hab ich nicht gekauft, weil du hast mir nicht gesagt, ob du die schon gekauft hast. Also hab ich keine Porree für 1,08 ¤ gekauft." ... "Und da war dann eine Frau, die wollte die letzten beiden Packungen Karotten kaufen. Ich hab dann gesagt: 'Kauf' mal nur eine, die anderen wollen vielleicht auch noch eine haben', aber die meinte dann: 'Geh doch woanders einkaufen' und ich hab ihr gesagt: 'Geh du doch woanders hin'. Das geht doch wirklich gar nicht! Einfach die beiden letzten Packungen Karotten kaufen. ... Bin jetzt Bothmer, bin in 10 Minuten daheim. Ahh, ich freue mich schon auf die beiden Flaschen auf dem Tisch. ... Ahh, neee, natürlich nicht. Ist ja noch zu früh. Ich hab die Polen und die Russen schon beim Saufen gesehen und hab gesagt: 'Guck mal auf die Uhr!' Man muss ja nicht schon so früh anfangen, sich volllaufen zu lassen. Die sind ja dann um fünf, sechs Uhr besoffen. ... Oh Mann, mich juckts schon wieder..."


Stadtbahn 10 Richtung Ahlem, Hannover, Sa, 14:48

Zwei Jugendliche um die 15 setzen sich in den Vierer hinter mir, in dem schon eine Frau sitzt. Den genauen Auslöser der folgenden Diskussion konnte ich nicht identifizieren. "Abstand halten!", meint die Frau. "Boah, wofür gibt's denn die Masken? Mir geht das Thema Corona so auf den Sack. Immer nur Corona, Corona, Corona. Wir werden alle sterben." Er ereifert sich gegenüber seinem Kumpel noch weiter. "Boah, und die Frau ist nicht mal 50. Die ist nicht mal... wie heißt das? Gefahr?" (Gemeint war vermutlich Risikogruppe) Sein Kumpel brummt nur irgendwas und lässt ihn reden. "So, ich nehm' jetzt extra die Maske ab." Er lässt auf seine Ankündigung Taten folgen und ereifert sich weiter. "Ohne Bildung geht's auch", kommentiert eine andere Frau. Die Frau im Vierer bei den Jugendlichen steht schließlich auf und begibt sich zur Tür. "Guck, jetzt geht sie schon weg!" Die Frau steigt an der nächsten Haltestelle aus.


BRB Richtung Bayrischzell, So, 10:41

"Wir waren bei Alex seinem 50. Wir waren im erlesenen Kreis dabei." "Echt? Der feiert doch sonst so groß." "Nene, der nimmt das alles sehr ernst. Wir haben alle Regeln eingehalten." "Aber ihr wart doch 3 Haushalte?" "Ja, aber das darf man doch, oder bin ich nicht mehr auf dem neuesten Stand?" "Nee, nur 5 Personen oder 2 Haushalte." "Achso, ich dachte, man darf 2 Haushalte zu sich einladen. Naja, Clara war auch dabei, die sieht ja eine riesige Verschwörung hinter Corona. Und Alex das genaue Gegenteil. Der saß sogar etwas abseits am Tisch und hatte auch nur ein Thema." "Echt jetzt? Saß der wirklich mit 2 m Abstand?" "So weit auch wieder nicht. Aber jeder Haushalt hatte eine eigene Schale mit Chips."


Bus 125 Richtung Anderten, Hannover, Fr, 13:02

Drei Kinder, vermutlich Erstklässler, steigen in den Bus ein. Sie verteilen sich auf freie Sitzplätze in meiner Umgebung und schon geht das Geplapper los. "Haben wir eigentlich den früheren oder den späteren Bus erwischt?" "Ich glaube, den früheren. Aber vielleicht hat er auch Verspätung?" "Ja, der frühere Bus. Oder ist es vielleicht der spätere Bus, der früher fährt?" "Neee, ich glaube eher, der hat Verspätung." "Ja, vielleicht ist es der frühere Bus, der Verspätung hat. Oder doch der spätere Bus?" "Aber wir sind doch extra langsam gegangen, damit wir den späteren Bus erwischen. Oder haben wir heute früher Schluss gemacht?" "Ich hab doch den anderen gesagt, die sollen nicht so schnell gehen. Aber dann war es nur noch 1 Minute und wir haben doch den früheren Bus erwischt." "Ich glaube, eher der spätere, aber der fährt früher." "Aber wenn wir später Schluss gemacht hätten, hätten wir erst den in 18 Minuten erwischt." "Wenn gleich an der St. Johanniskirche 1000 Leute einsteigen, wissen wir, dass es der frühere war."
Doch niemand steigt dort ein.
"Es ist keiner gekommen, also ist es der frühere. Wahrscheinlich haben die später aus als wir." "Ja, der frühere. Oder vielleicht ist ja doch der spätere früher gefahren?"
So geht die Diskussion noch ein paar Minuten. Ich finde es wahrlich erstaunlich, wie lange die drei sich mit diesem (vermeintlich) unwichtigen Umstand, ob dies nun der frühere oder der spätere Bus ist, beschäftigen können. Aber, aber, wie ich erfahren sollte, hängen an diesem Umstand ja noch ein paar Folgeentscheidungen. Es ist übrigens der frühere, der aus mir unbekannten Gründen auf seinem langen Laufweg vor meinem Zustieg +8 eingesammelt hat.
"Wartet eigentlich deine Mutter auf uns?" "Ich weiß nicht, ich glaube, die kommt heute später, weil die mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren ist." "Aber dann müssen wir Leas Mutter anrufen!!!" "Nein, noch nicht, erst wenn wir ausgestiegen sind." "Wartet vielleicht deine Mutter?" "Gleich in der Kurve schaue ich." "Ich helfe dir dabei!" Zwei springen auf und schauen gespannt aus dem Fenster. "Ist schon in Ordnung, ich kann auch allein schauen!", meint der dritte. "Nein, sie steht nicht da", rufen sie mehr oder weniger gleichzeitig durcheinander. "Na gut, dann fahren wir weiter. Und rufen dann deine Mutter an." "Mal schauen, vielleicht steht ja Leas Mutter und wartet."
Auch die Diskussion, wann wo wessen Mutter warten könnte, füllt noch ein paar Minuten. Dann kommt offenbar die alles entscheidende Haltestelle, doch auch Leas Mutter wartet nicht. So fahren sie noch eine Haltestelle und steigen dann aus, immer noch wild und laut durcheinanderplappernd.
    
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  Geschrieben am: 13 Mar 2021, 22:12


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Kein Reiseerlebnis mit der Bahn

Während mich die Verwandtschaft am Bahnhof absetzt, bemerke ich im Augenwinkel, dass ein Güterzug auf dem Gleis anhält, von dem mein RE planmäßig in etwa 5 Minuten abfahren soll. Aber im DB Navigator war dieser zuletzt ohnehin mit +5 angekündigt.
Ich begebe mich auf den Bahnsteig, der Güterzug steht, das Vorsignal zeigt Fahrt erwarten. Muss wohl seine HLL erstmal wieder auffüllen, denke ich nur. 5 Minuten vergehen, dann 10. Ich höre ein Zischen und das Geräusch ächzenden Metalls. Die Wagen bewegen sich ein paar Zentimeter, doch der Zug bleibt stehen. 11 Minuten Umsteigezeit zum ICE sind natürlich inzwischen knapp, aber da beide Züge aus derselben Richtung kommen, setze ich einfach darauf, dass mein RE vor dem ICE im Stau steht. Auch in Gegenrichtung fährt nichts mehr. Zwei ziemlich angetrunkene Russen unterhalten sich lautstark.
Aus der Ferne höre ich Sirenen, die vor dem Bahnhof anhalten. Zwei Polizisten kommen auf den Bahnsteig und sprechen die Russen an. "Hallo, ist hier jemand ins Gleis gefallen?" Sie bekommen jedoch keine brauchbare Antwort und da wenden sie sich an mich. Ich kann jedoch thematisch nur beitragen, dass sich an der aktuellen Szenerie seit meiner Ankunft vor 15 Minuten nichts geändert hat. Ein Mann in orangener Arbeitskleidung und mit Funkgerät nähert sich, vermutlich ein Tf oder Rangierer. Er lotst die Polizisten und die inzwischen ebenfalls eingetroffenen Notfallsanitäter den Bahnsteig entlang. PU, schießt es mir durch den Kopf. Das kann dauern. Ich überlege schon, sofort abzubrechen und meine Rückfahrt auf morgen zu verschieben, beschließe aber, noch abzuwarten. Die Russen lallen vor sich hin. "Wann kommt Bahn?", plärrt der eine mehrfach über den Bahnsteig und erntet nur genervte Blicke von den anderen Fahrgästen. Ich rufe in der 3S-Zentrale an, doch die können mir auch nicht sagen, ob es sich um einen PU handelt. "Kannstu Zigarette verkaufen?", schreit der eine Russe über den Bahnsteig. "Kannstu Zigarette verkaufen?" Doch alle anwesenden Personen versuchen, den größtmöglichen Abstand zu wahren und das sicher nicht nur wegen Corona...
Eine weitere Polizeistreife trifft ein, dann der Notfallmanager. Ok, das ist schlecht. Sehr schlecht. Ein paar Minuten vergehen, dann wird der RE wegen Personen im Gleis im Ausfall angekündigt. Die erste Polizeistreife kehrt zurück, ich frage nach, ob es sich um einen PU handelt. "Nene, alles gut, geht gleich weiter." Der Notfallmanager sowie die zweite Polizeistreife kehren zurück, mit einem Mann im Schlepptau.
Der Güterzug rumpelt los, ein weiterer folgt. Dann saust mein ICE durch, in den ich umsteigen wollte. Ich müsste zwei Stunden auf den nächsten warten und würde dann mitten in der Nacht ankommen, also verlängere ich meinen Aufenthalt um einen Tag. Ich gehe zur Bushaltestelle auf dem Vorplatz. Dort steht die Polizeistreife mit dem abgeführten Mann. "...halten Sie sich bitte von den Gleisen fern", sagt ein Polizist gerade. "Ihglaub, ihbrauch wassu trinken", lallt der Mann. "Lassen Sie das mal besser", meint der Polizist belustigt. "Aba wo sollih schlafen?" "Sie können hier schlafen, auf der Bank da vorne, aber bitte halten Sie sich von den Gleisen fern. Sonst fliegen Sie wieder in die Gleise. Haben Sie das verstanden?" Sehr überzeugend klingt die Antwort meiner Ansicht nach zwar nicht, doch die Polizisten begeben sich zurück zu ihrem Streifenwagen. Der Besoffene, wegen dem mein Zug ausgefallen ist, nähert sich mir. Er bleibt unangenehm nah stehen, starrt mich an und lallt: "Hallo." Nach drei Sekunden schlürft er davon.
    
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  Geschrieben am: 13 Mar 2021, 23:03


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ohmy.gif Bum wieso haben SIe den typen ned wenistens auf der Inspektion ausnüchtern lassen das er ned wieder versucht spartieren zu gehen?

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  Geschrieben am: 31 May 2021, 21:49


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Wenn der Nonius-Effekt 71,75 ¤ kostet

Der Nonius-Effekt ist ein Phänomen, das im Öffentlichen Personennahverkehr auftritt. Durch indirekte Beeinflussung von auf gleicher Strecke verkehrenden Zügen, U-Bahnen, Bussen usw. tendieren Schwankungen der Zugfolgezeit dazu, sich immer weiter zu verstärken (positive Rückkopplung): Das heißt, Fahrzeuge nach verlängerter Zugfolgezeit (bzw. bereits verspätete) sind verspätungsanfälliger, nach verkürzter Zugfolgezeit (bzw. bereits verfrühte) hingegen verfrühungsanfälliger.
- aus Wikipedia

Es ist ein trüber Tag mit Dauerregen in Basel. Denkt jetzt bitte nicht, dass es sich nur um eine Einleitungsfloskel handelt. Wenig später wird dieser Umstand noch von entscheidender Bedeutung sein. Der Tag ist schon davor nicht besonders gut gelaufen und ich freue mich darauf, endlich ins Wochenende und in die Heimat starten zu können. Dafür muss ich mit dem Bus zum Badischen Bahnhof fahren und habe aufgrund der üblichen hohen Zuverlässigkeit 8 min. Umsteigezeit vom Bus zum Zug eingeplant. Ich bin - zugegebenermaßen wie fast immer - zu spät dran und renne das kurze Stück von der Haustür zur Bushaltestelle. Den Aufwand hätte ich mir sparen können, denn das kurze Straßenstück vor der Haltestelle, in der der Bus aufgrund einer Baustellenumleitung keine eigene Busspur hat, ist ein einziger Stau. Das Regenwetter macht sich ganz klar auf der Straße bemerkbar - vom sonst so regen Radverkehr sieht man heute kaum etwas, dafür sind viel mehr Autos unterwegs. Ungeduldig erwarte ich den Bus, der mit +3 auch kommt und das ist angesichts der gerade vorherrschenden Umstände noch ein guter Wert, der sicher nur auf den großen Anteil an Busspuren auf dem vorherigen Streckenabschnitt zurückzuführen ist. Nichtsdestotrotz ist der Bus viel voller, als ich es im letzten Monat je gesehen habe. Die Radfahrer sind nicht nur aufs Auto, sondern auch auf den ÖV umgestiegen.
Die Türen schließen, der Bus blinkt links und wird sofort vom nächsten Auto vorgelassen. Die nächste Ampel steht selbstverständlich auf Grün und lässt den Bus ohne Halt passieren. Weiter geht es auf eine temporär eingerichtete Bus- und Fahrradspur, also kein Stau mehr zu erwarten. Wir fahren 100 m, dann laufen wir auf. Auf dem Gehweg fährt ein Kleinkind auf dem Minifahrrad, eingepackt in Regenklamotten, begleitet von der Mama, die ebenfalls regensicher verpackt auf ihrem Fahrrad nebenher fährt. Und genau da liegt das Problem - sie fährt im Schritttempo auf der Busspur, die Gegenfahrbahn ist komplett dicht, keine Chance, mit dem Gelenkbus zu überholen. Nun weiß ich selbst, dass ich als Radfahrer mit Kapuze viel zu wenig davon mitbekomme, was hinter mir passiert. Wäre der Fall in Tschechien aufgetreten, hätte der Busfahrer nicht lange gezögert, sich mit der Hupe bemerkbar zu machen (falls das Dröhnen des Karosa-Wagens die Radfahrerin nicht eh schon aufgeschreckt hätte). Nun sind wir aber leider in der Schweiz (Moment, habe ich jetzt wirklich leider gesagt?) und selbstverständlich ist es das gute Recht der Radfahrerin, die kombinierte Bus- und Radspur zu nutzen.
Es vergehen wertvolle 30 Sekunden, ehe sie sich als rollendes Verkehrshindernis begreift und im Eiltempo die Busspur freiräumt. Der Busfahrer lächelt nur freundlich, bedankt sich und hält an der nächsten Haltestelle mit einer halben Minute größeren Verspätung an. Wieder wird es voller. Glücklicherweise winken die Fußgänger am nächsten Fußgängerüberweg den Bus durch.
Die Ampel an der nächsten Kreuzung ist rot, doch ich sehe die Fußgängerampel schon Grün blinken und kaum hat der Busfahrer das Bremspedal angetippt, wird es Grün. Es kommt noch eine Kreuzung mit Baustelle, doch der Verkehrsregler hat natürlich den Bus gesehen und hält alle anderen Fahrtrichtungen zurück, sodass der Linksabbiegevorgang völlig verlustfrei vonstattengeht. Nächste Haltestelle, weiter geht’s mit +3,5. An der nächsten Kreuzung ist die Ampel rot, obwohl sich kein feindliches ÖV angemeldet hat. Punktabzug für die Schweizer Vorrangschaltung und 15 Sekunden Zeitverlust. An diesem Umsteigepunkt herrscht generell ein höheres Fahrgastaufkommen, aber das ist ja eine Menschenmasse, die heute im Regen wartet. Schirme werden eingeklappt, Masken herausgekramt. Die Verteilung im Bus ist durch die (wegen Corona) geschlossene 1. Tür und 1. Sitzreihe ungünstig und inzwischen stapeln sich die Fahrgäste im Türbereich, obwohl noch einige Sitzplätze frei sind. Dadurch dauert der Fahrgastwechsel länger und wir stehen bei +4. Die weitere Strecke führt durch eine Seitenstraße, die Einfädelung auf die Hauptstraße ist signalgesichert und geht verlustfrei vonstatten. Ein freier Straßenabschnitt liegt durch den zurückgehaltenen MIV vor uns, die Verspätung geht zurück. Vor dem nächsten Knoten wird der rechte Fahrstreifen zu einer Busspur, was aber angesichts der Rückstaus wohl von zwei Fahrzeuglenkern zu einem gewissen Grad zu ihrem Gunsten ausgenutzt wurde und sie stehen irgendwie schräg links blinkend halb auf der Busspur, halb auf ihrem Fahrstreifen. Der Busfahrer hupt, das hintere Auto schafft es irgendwie noch ein paar Zentimeter vorzufahren und der Bus kommt vorbei. Doch der davorstehende Lieferwagen ist etwas breiter und das geht nicht mehr. Fast eine halbe Minute kostet das, ehe die Ampel grün wird, ein paar Autos die Kreuzung passieren und der Lieferwagen die Busspur räumen kann. Wieder wartet ein beachtliches Fahrgastaufkommen. Der Busfahrer schüttelt schon aus Verzweiflung den Kopf, genau wie ich, der sehenden Auges bei vollem Bewusstsein in die Katastrophe fährt. Ich checke meine Zugabfahrt, steht leider pünktlich drin, was am Startbahnhof nicht verwunderlich ist.

Die Türen schließen nicht mehr richtig, es braucht drei Anläufe, ehe sie endlich zulaufen, weil die Lichtschranken blockiert sind. Immer noch verteilen sich die Fahrgäste nicht gut und nutzen die freien Sitzplätze nicht. Dann kommt eine Frau angerannt und hämmert gegen den Türöffner. Das wäre meiner Ansicht nach ein klarer Fall, die Schweizer Höflichkeit sein zu lassen, doch der Busfahrer gibt nochmal frei. Sie schüttelt den Schirm aus, quetscht sich rein, die Tür braucht wieder zwei Anläufe zum Schließen. Der parallele MIV hatte die ganze Zeit Rot, der Busfahrer drückt die LZA-Freigabetaste und 5 Sekunden später fahren wir als Pulkführer über die Kreuzung - mit +6. Im folgenden Abschnitt gibt es keine Behinderungen. Das hat auch seinen guten Grund, denn während andernorts Busbuchten eingerichtet werden, damit der MIV den haltenden Bus passieren kann, wurden hier neue Parkplätze ausgewiesen, damit der MIV den haltenden Bus nicht überholen kann (!). Trotz des regen Fahrgastwechsels sinkt die Verspätung an den nächsten zwei Haltestellen leicht, denn die HVZ-Fahrzeiten sind sehr großzügig bemessen. Im Zulauf auf den nächsten Knoten gibt es wieder eine Busspur und völlig behinderungsfrei kann der Bus am Stau vorbeirollen. Erste Fahrgäste geben auf und warten auf den nächsten Bus, denn der vordere Bereich wird wegen der geschlossenen Tür immer noch gemieden und einige Plätze bleiben frei. Der Busfahrer schüttelt nur noch in Verzweiflung mit dem Kopf, schafft es nach drei Anläufen, die Türen zu schließen und mit +6 weiterzufahren. Am nächsten Knoten gibt es wieder eine Busspur, doch ich sehe von Weitem, dass die Ampel ausgefallen ist. Zahlreiche Polizisten regeln den Verkehr und zwar so, dass die beiden auf die Kreuzung zufahrenden Busse sofort weiterfahren können. Ich weiß, es wird knapp, aber na los, die letzten zwei Haltestellen darf die Verspätung jetzt nicht mehr wirklich ansteigen, denn am Badischen Bahnhof ist der Umsteigeweg zum Zug recht lange und ich habe einen Koffer dabei.
Ich hätte es wissen müssen, schüttle aber, genau wie der Busfahrer, verzweifelnd lächelnd, den Kopf, als ich das Fahrgastaufkommen an der nächsten Haltestelle sehe. In der Nähe befinden sich diverse Bürogebäude und trotz Homeoffice-Pflicht warten erneut unzählige Menschen auf den Bus. Und im Moment, in dem man denkt, es würde nicht mehr schlimmer gehen, sollte man sich besser den Satz Schlimmer geht immer in Erinnerung rufen.
Der Busfahrer hält an der überfüllten Haltestelle an, schaltet den Motor aus, zieht seine Jacke an, verlässt die Fahrerkabine und meint freundlich lächelnd in den überfüllten Wagen: "Tschau zämme!" Der Kollege übernimmt. "Griezi mitnand!", zieht seine Jacke aus, rückt den Sitz zurecht und startet den Motor. In der Zwischenzeit ist der Fahrgastwechsel immer noch nicht abgeschlossen und viele Fahrgäste haben es aufgegeben und bleiben zurück. Es ist der Moment, in dem ich mir sicher bin, es nicht mehr zu schaffen, wenn kein Wunder passiert. Und Wunder passieren - ich habe schon mal aus dem Bus in Rastatt den einfahrenden Zug gesehen, bin in die Unterführung gerannt mit der Gewissheit, dass es aussichtslos ist und dann in den Zug eingestiegen, der wegen eines kreuzenden Güterzugs fast drei Minuten nicht abfahren konnte.
Ich achte nicht mehr wirklich darauf, ob die Ampel vor uns Rot ist, aber irgendwie schaffen wir die zwei letzten Haltestellen auch noch, als der Bus mit +8 hält, ist die planmäßige Zugabfahrt schon verstrichen, ob der Zug noch dasteht, kann ich aus der Perspektive nicht erkennen. Es dauert nahezu eine Minute, bis ich mich durch die Menschenmenge und die überfüllte Haltestelle gekämpft habe und erreiche den Bahnsteig fast drei Minuten nach der Abfahrt, natürlich sehe ich nicht mal mehr die Schlusslichter. Vielleicht ist es auch Einbildung, aber ich meine, die Abgaswolke des abgedüsten 612er noch wahrnehmen zu können...

Einen Überblick über meine beschissene Lage habe ich mir wenige Minuten später verschafft, entweder Flexpreis über Mannheim für 71,75¤ und eine Stunde später ankommen oder zwei Stunden äh eine Stunde und 50 Minuten warten und Ulm - München für den FV nachlösen. Meine Füße fühlen sich klamm an, es schüttet, ich habe einen Koffer dabei, bin müde und komme in München durch den verpassten Zug in die Ausgangssperre. Ich investiere in eine meiner teuersten Bahnfahrten überhaupt und begebe mich zwei Bahnsteige weiter. Der ICE nach Frankfurt, der zuvor noch mit +45 angekündigt war, ist jetzt im Entfall und wenig später kommt mein ICE eingefahren. Die Grenzpendler, welche sich normalerweise in einen ICE 4 und eine Dotra ICE 3 verteilt hätten, erwartet ein heute nur mit einem Zugteil verkehrenden ICE 3. Und das, bevor ich die Schweiz überhaupt verlassen habe...
Als sich die Türen öffnen, wollen sich die ersten schon reindrängen, ehe die Zub aussteigen kann. "Ja einen schönen guten Tag! So viele Fahrgäste haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Schön, dass Sie alle da sind!" Grummelnd drängen sich die Pendler rein. "Alle bitte rechts abbiegen, das Abteil hinten ist nur für Personal!" Als die Hälfte der Sitzplätze belegt ist, bleiben noch einige Fahrgäste im Vorraum stehen. Mit +2 bleibt die Schweiz zurück.
"Wie hat eigentlich deine Frau die Impfung bekommen?", höre ich zwei Reihen weiter. "Die ist Chemikerin und hat sich die selbst zusammengemischt", lautet die offenbar nicht ernst gemeinte Antwort.

In Freiburg steigen fast alle Fahrgäste aus. Im Vierer gegenüber nimmt eine ältere Frau Platz, legt eine Plastiktüte auf den ihr gegenüberliegenden Sitz und streckt ihre Beine hoch. Der Zug füllt sich wieder, wenn auch nicht ganz so stark wie zuvor. Etwas unschlüssig stehen einige im Vorraum herum. Ein Mann telefoniert. Die ältere Frau steht auf und spricht ihn an. "Entschuldigung, Sie sind hier im Ruhebereich. Handys sind hier nicht erwünscht." Tatsächlich beendet er sein Telefonat kurz darauf.
Die Zub kommt vorbei. "Können Sie bitte die Füße vom Sitz nehmen? Da wollen sich vielleicht andere Fahrgäste hinsetzen." "Neee, vier hier, das ist ja viel zu eng! Außerdem hab ich doch was untergelegt. Und ich habe da eine Entzündung, ich muss die Füße hochlegen." "Außerdem macht man das nicht. Wie sieht das denn aus, die Füße auf dem Sitz?" Doch die Frau ignoriert die Zub und die hat wohl keine Lust, zu streiten. Eine Frau setzt sich in den Vierer dazu und mit etwa 50% Auslastung geht es pünktlich weiter.
Wieder telefoniert jemand ein paar Reihen weiter, wieder steht die alte Frau auf, um ihn zurechtzuweisen. Der Mann setzt das Gespräch in gedämpfter Lautstärke fort.

In Karlsruhe gibt es wieder regen Fahrgastwechsel, ein mittelalter Mann steigt zu. "Darf ich mich zu dir dazusetzen?" Aber selbstverständlich. Ich packe meinen Laptop ein. "Du packst schon ein?" Ich steige in Mannheim schon aus. Außerdem habe ich heute genug gearbeitet. "Ich arbeite in Karlsruhe und wohne in Köln. Aber ich fahre nicht jeden Tag. Naja, wenn man bedenkt, dass man in Köln mit der Straßenbahn auch fast 2 Stunden fahren kann, dann dauert das gar nicht mal so viel länger. Aber was soll's, die wollten mich haben und ich hatte die Wahl, in Köln zu bleiben, kein Homeoffice zu machen und hätte den veralteten Rechner nehmen müssen, den sie mir angeboten haben. So bekomme ich 20% mehr Lohn, kann meinen privaten Laptop nehmen, alles draufziehen, worauf ich Bock habe und meistens aus dem Homeoffice arbeiten. Ich muss eh bloß ab und zu die Vorgänge starten und dann rattert das vor sich hin. Eigentlich ist das ziemlich langweilig, vielleicht sollte ich das mal meiner Freundin beibringen, damit die das auch mal nebenbei starten kann. In Köln müsste ich extra dafür in Büro fahren... [...] Der Vater eines Mitbewohners meines Kollegen wurde positiv getestet und der hat sich jetzt in Quarantäne begeben. Ich mache jetzt auch erstmal nur noch Homeoffice. [...] Soso, du kommst aus Basel? Muss ich jetzt die Inzidenz dort googlen? [...] Gibt's dort eigentlich auch Ausgangssperren? [...] In Köln ist das ja richtig absurd, du musst dir mal den Verkehr kurz vor 9 anschauen. Die Radfahrer rasen wie die Bekloppten, sogar die Fußgänger rennen, um noch rechtzeitig daheim zu sein. Ich habe mal gesehen, wie ein Radfahrer mit 40 um die Kurve gesaust kam und eine Frau den Zebrastreifen überquert hat. Die hatte Kopfhörer in den Ohren und war mit ihrem Handy beschäftigt. Das war richtig, richtig knapp. Der Radfahrer ist haarscharf an ihr vorbeigerast. [...] Ich glaube ja nicht, dass ich vor Dezember ein Impfangebot bekomme. Es wird ja so viel Impfstoff weggeschmissen. Jedenfalls habe ich meinem Hausarzt gesagt, sollte er jemals eine Impfdosis abends übrighaben, soll er mich bitte anrufen. Ich brauche vier Minuten mit dem Fahrrad hin und bin da völlig flexibel. Ich nehme auch AstraZeneca. Nein, ehrlich, der soll die mir auf dem Weg nach draußen zum Mülleimer einfach irgendwo reinspritzen, bevor er die Spritze wegwirft. [...] Meine Freundin wollte eigentlich nach Holland fahren, aber dort muss man ja 5 Tage an Quarantäne. Also leider nichts mit Strand. Naja, ich muss auch nicht unbedingt in den Urlaub fahren. Wegen mir kann es auch noch ein paar Monate so bleiben."

Es ist okay, aber schön ist es nicht..., kommt mir Silbermond in den Kopf.

Wir quatschen über Gott und wie Welt, die alte Frau gegenüber scheint interessiert zuzuhören, beschwert sich aber nicht. Als wir in Mannheim einfahren und ich meinen Rucksack aufsattle, komme ich mir fast schon unhöflich vor, so als würde ich mitten im Gespräch mit einem Bekannten einfach aufstehen und gehen. Es sind diese kleinen Momente, die mir beim Bahnfahren im letzten Jahr so sehr gefehlt haben, in jenem Jahr, in dem jeder nur den größtmöglichen Abstand zu allen anderen Virenschleudern einhält und seine Maske möglichst unauffällig unter die Nase zieht.

In weiser Voraussicht steige ich in den letzten Wagen des ICE nach München ein, außer mir sind noch zwei Fahrgäste drin.

Sag mir wann, sag mir wann, wann reißt der Himmel auf?

Die Antwort: Auf der SFS, kurz vor Vaihingen. Plötzlich weicht graue Tristesse der Abendsonne.
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Wir erreichen Stuttgart, es regnet wieder. Pünktlich geht es weiter, in Bad Cannstatt leuchtet ein Regenbogen am Himmel. Pechschwarze Wolken verdunkeln den Himmel, die tiefstehende Abendsonne taucht die Weinberge in Theaterlicht. Der Regenbogen begleitet mich fast bis Göppingen in den Abend.
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Immer wieder bremsen wir und rollen langsam dahin. Bis Ulm sind es +7 wegen eines vorausfahrenden Nahverkehrszuges. Die holen wir aber nahezu wieder raus und mit +2 endet meine Reise am Münchner Hbf kurz vor halb elf. Ich begebe mich zur U5, nicht wenige Menschen warten auf dem Bahnsteig. Wenn die alle auf dem Arbeitsweg sind, fresse ich einen Besen.
Ein junger Mann mit Aktivkohlemaske und einem Lautsprecher in der Hand schlendert lässig über den Bahnsteig. Aus diesem dröhnt Musik, wie sie zu einem dystopischen Film nicht besser passen könnte - ein perfektes Spiegelbild der grotesken Maßnahmen.

Psst, Gespräche vermeiden.

"Zurückbleiben bitte." Ditditditrumms.

Bitte versetzt hinsetzen.

Schließlich steige ich in den Bus um. Aufgrund der geöffneten Klappfenster und der geöffneten Notklappe regnet es herein. Und ich begreife endlich, dass die 72 Stunden Höchstaufenthalt zu meinem eigenen Schutz sind. Würde ich länger bleiben, müsste ich wohl mit bleibenden psychischen Schäden rechnen.
    
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rautatie
  Geschrieben am: 1 Jun 2021, 07:55


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Schöne Geschichten, die mich oft zum Schmunzeln bringen. Außerdem erinnern sie mich an viele ähnliche Begebenheiten, die ich selbst erlebt habe.

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Wo ist das Problem?
    
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Iarn
  Geschrieben am: 1 Jun 2021, 11:44


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Schöne Geschichte, fürchte nur sie wird bald der Forumsadministration zum Opfer fallen.

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Autonome Volksfront für die Wiedererrichtung der klassischen 22er Tram in München
Nicht zu verwechseln mit der Populären Front
    
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Lobedan
  Geschrieben am: 1 Aug 2021, 20:13


Kaiser


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Mit dem ICE nach Lindau. Oder auch nicht.

Wurde wahrscheinlich an anderer Stelle schon intensivst diskutiert, mir ist die ganze Misere des Bahnhofs Reutin aber erst an diesem Wochenende bewusst geworden, als ich mich mit einem Freund für einen Tagesausflug in Lindau treffen wollte. Für mich aus Ulm ist die Anreise kein Problem: Hier in den RE einsteigen, auf der Insel wieder aussteigen. Aber wie kommt er (möglichst günstig) hin (und wieder zurück)? Da wir anschließend gemeinsam noch weiter nach Ulm wollten, war das Bayernticket für ihn keine Option. Also kurzfristig in der Auskunft über den neuen ICE 1217 München -> Bregenz gestolpert, der zwar unterirdische Fahrtzeiten hat (53 Minuten später fährt der ECE, der nur 9 Minuten später in Reutin ankommt), aber eben auch deutlich günstiger war. Fährt man mit dem ICE bis Reutin durch, kann man an der Aeschacher Kurve allerdings noch seinem Nichtanschluss der ÖBB zur Insel nachwinken, nächster Anschluss 34 Minuten später, da der REX aus Dornbirn nicht in Reutin hält, diesen Anschluss aber ideal herstellen könnte. Gleiches Desaster übrigens auch beim ECE, der hätte auch auf selbigen REX kurzen Anschluss zur Insel.
Nagut, also ICE nur bis Buchloe und dort den RE aus Nürnberg über Kempten zur Insel gebucht (der trotz Umweg über die Insel planmäßig nur 3 Minuten nach dem ICE in Reutin ankommt). 6-Minuten-Anschluss in Buchloe klappt trotz ICE +3, da RE auch +5. Aus denen werden bis Immenstadt dann +15 und in Hergatz wird schließlich entschieden, dass man heute nicht zur Insel fährt, sondern wegen der Verspätung direkt nach Reutin, da dort Anschluss zum EC(E) in die Schweiz hergestellt werden muss. Nächster Anschluss zur Insel: Im RE sitzen bleiben, der bricht nämlich 31 Minuten später zur Rückfahrt von Reutin nach Augsburg auf, via Insel. Ankunftsverspätung am Ende: +44.
Und mein zwischenzeitlicher Gedanke, dass ich dann eben von der Insel nach Reutin fahre und wir von dort gemeinsam zurück zur Insel laufen, ist ebenso zum Nichtanschluss degradiert worden: Ankunft RE 5 aus Stuttgart/Ulm auf der Insel: 10:55 Uhr. Abfahrt S1 nach Schruns via Reutin: 10:55 Uhr. Natürlich nicht am selben Bahnsteig gegenüber. Obwohl der RE mit +3 ankam, stand die S1 sogar noch mit offenen Türen da, bahnsteiggleich hätte das also funktioniert. Vor Reutin war das mal ein offizieller Anschluss, meine ich.

Danke für nichts, liebe neue Reutin-Fahrplanung. blink.gif
Na ja, am Ende war das Wetter genauso durchwachsen wie die Anreise, aber hier habt ihr zwei Gartenschau-Fotos fürs Durchlesen:

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rautatie
  Geschrieben am: 2 Aug 2021, 07:54


Lebende Forenlegende


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Ich verstehe auch nicht, dass es in Reutin oft keine guten Anschlüsse in Richtung Insel gibt, und dass ein Teil der aus Bregenz kommenden Bahnen ohne Halt durchfährt, obwohl es doch wegen der Anschlüsse mit dem Fernverkehr ein wichtiger Verkehrshalt wäre. Bisher bin ich einmal dort angekommen und dann gleich zu Fuß in Richtung Insel marschiert, was durchaus etwa 20 Minuten in Anspruch nehmen kann. Und da man bislang den Bahnhof nicht in Richtung Seeseite verlassen kann, ist der Fußweg recht unattraktiv entlang einer Straße.

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Wo ist das Problem?
    
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einen_Benutzernamen
  Geschrieben am: 4 Aug 2021, 17:49


Kaiser


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