Druckbare Version des Themas
Hier klicken um das Thema im Original Format zu betrachten.
Eisenbahnforum.de > Eisenbahn allgemein > Bahnstreiks 2021


Geschrieben von: 218 466-1 am 19 May 2021, 04:05
Endlich darf man wieder auf Streiks hoffen: cool.gif

DB: https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-legt-Angebot-mit-Kuendigungsschutz-und-Lohnerhoehung-vor-6188146?view=&contentId=1170726 (1.5% für 23 Monate laugh.gif)
vs.
GDL: https://www.gdl.de/Aktuell-2021/Podcast-1621345055

Geschrieben von: 218 466-1 am 8 Jun 2021, 12:27
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutsche-bahn-lokfuehrer-kuendigen-streik-an-a-8d46fd79-eb15-48f1-ab68-72050a5ed5c8

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 12:29
QUOTE (218 466-1 @ 8 Jun 2021, 12:27)
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/deutsche-bahn-lokfuehrer-kuendigen-streik-an-a-8d46fd79-eb15-48f1-ab68-72050a5ed5c8

Ich präzisiere: GDL kündigt Streik an

Geschrieben von: rautatie am 8 Jun 2021, 13:04
Da wird sich mein Freund freuen, den ich eigentlich am Wochenende im Krankenhaus besuchen wollte.... (sofern das Wochenende bestreikt wird).

Geschrieben von: Jean am 8 Jun 2021, 13:06
QUOTE (rautatie @ 8 Jun 2021, 14:04)
Da wird sich mein Freund freuen, den ich eigentlich am Wochenende im Krankenhaus besuchen wollte.... (sofern das Wochenende bestreikt wird).

Vor allem da wegen Corona die Passagierzahlen nicht wirklich prickelnd sind habe ich kein Verständnis dafür...gut, dass ich dieses Jahr nicht mit der Bahn fahre!

Geschrieben von: rautatie am 8 Jun 2021, 13:26
Ich bin einerseits wirklich auf Seiten der Lokführer und Bahnangestellten. Was mich an den Streiks halt ein wenig stört: dass ich als Fahrgast eigentlich einer der Hauptbetroffenen bin, obwohl ich mit dem Tarifkonflikt überhaupt nichts zu tun habe. Es wirkt auf mich ein wenig so, als ob ich (bzw. die Fahrgäste) einen Denkzettel verpasst bekommen sollten, obwohl ich bzw. wir an den Tarifverhandlungen überhaupt nicht beteiligt sind.

Und je länger sich die Verhandlungspartner nicht einigen können, umso häufiger kriege ich es als Fahrgast wieder ab und komme nicht an mein Ziel.

Geschrieben von: Jean am 8 Jun 2021, 13:43
QUOTE (rautatie @ 8 Jun 2021, 14:26)
Und je länger sich die Verhandlungspartner nicht einigen können, umso häufiger kriege ich es als Fahrgast wieder ab und komme nicht an mein Ziel.

Das ist das Problem im Bereich Verkehrswesen: der Fahrgast wird mehr oder minder als "Geisel" genommen.

Geschrieben von: rautatie am 8 Jun 2021, 14:45
QUOTE (Jean @ 8 Jun 2021, 13:43)
Das ist das Problem im Bereich Verkehrswesen: der Fahrgast wird mehr oder minder als "Geisel" genommen.

Zum Glück gibt es momentan nicht gleichzeitig auch noch Ausgangssperren oder Übernachtungsverbote. Sonst könnte man arg in die Bredouille kommen, wenn man wegen des Bahnstreiks nicht mehr (rechtzeitig) nach Hause kommt, aber auch nirgendwo unterwegs übernachten kann und außerdem noch Schwierigkeiten wegen missachteter Ausgangssperren bekommt.

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 15:16
QUOTE (rautatie @ 8 Jun 2021, 14:45)
Zum Glück gibt es momentan nicht gleichzeitig auch noch Ausgangssperren oder Übernachtungsverbote. Sonst könnte man arg in die Bredouille kommen, wenn man wegen des Bahnstreiks nicht mehr (rechtzeitig) nach Hause kommt, aber auch nirgendwo unterwegs übernachten kann und außerdem noch Schwierigkeiten wegen missachteter Ausgangssperren bekommt.

Bahnstreiks dürften wie Autopannen nicht vorhersehbar sein und dementsprechend hätten sie Vermutlich auch in Zeiten der Ausgangssperre als gültige Ausrede gegolten.

Geschrieben von: Lazarus am 8 Jun 2021, 16:23
Da bin ich mal gespannt, wann es die S-Bahn München erwischt. Die ist ja bei der GDL immer ein beliebtes Druckmittel...

Geschrieben von: andreas am 8 Jun 2021, 17:52
Grundsätzlich bin ich für die GDL, weil das Lohndumping halt nicht geht - ich weiß ja nicht, was die Bahn bezahlt, aber bei Go-Ahead zahlen sie knapp unter 3000 brutto plus Zuschläge - finde ich jetzt nich so prickelnd - aber ob halt jetzt grad ein Streik sinnvoll ist?

Geschrieben von: 146225 am 8 Jun 2021, 19:42
Wenn man bedenkt, dass der Vorstand des Kekskonzernes den ausgerufenen Sparkurs natürlich nur und vor allem bei den Tag und Nacht bei Wind und Wetter schuftenden Personalen am und im Zug, auf dem Stellwerk, in den Werkstätten und an der Strecke umgesetzt sehen wollte, aber nicht bei sich selbst: dann soll die GdL meinetwegen den Laden in Grund und Boden streiken.

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 19:58
QUOTE (146225 @ 8 Jun 2021, 19:42)
Wenn man bedenkt, dass der Vorstand des Kekskonzernes den ausgerufenen Sparkurs natürlich nur und vor allem bei den Tag und Nacht bei Wind und Wetter schuftenden Personalen am und im Zug, auf dem Stellwerk, in den Werkstätten und an der Strecke umgesetzt sehen wollte, aber nicht bei sich selbst: dann soll die GdL meinetwegen den Laden in Grund und Boden streiken.

Und wenn die Leute dann auf das Auto umsteigen, dann heulst Du doch auch wieder wie eine 10jährige, deren Lieblings Boyband sich aufgelöst hat.

Geschrieben von: JeDi am 8 Jun 2021, 21:04
QUOTE (Iarn @ 8 Jun 2021, 19:58)
Und wenn die Leute dann auf das Auto umsteigen, dann heulst Du doch auch wieder wie eine 10jährige, deren Lieblings Boyband sich aufgelöst hat.

Warum sollten "die Leute" (wer ist das überhaupt) das tun? War ja bei den letzten größeren GDL-Streiks vor 6 Jahren (soviel zur dauerstreikenden Gewerkschaft) auch nicht so - oder zumindest nicht messbar.

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 21:12
Aktuell sind viel auf das Auto umgestiegen (messbar) und aktuell geht es gerade darum, die Leute wieder zurück zu Bus und Bahn zu bringen. Dies wird in Zeiten größerer Streiks meiner Meinung nach kaum gelingen.

Geschrieben von: JeDi am 8 Jun 2021, 21:22
QUOTE (Iarn @ 8 Jun 2021, 21:12)
Aktuell sind viel auf das Auto umgestiegen (messbar)

Dann her mit den Zahlen. Mir sind keine bekannt, die das belegen würden - wohl aber Verlagerungen zum Fahrrad.

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 21:59
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1117236/umfrage/entwicklung-des-modal-split-im-deutschen-personenverkehr-waehrend-der-corona-krise/#:~:text=Der%20%C3%96PNV%20wurde%20w%C3%A4hrend%20der,2020)%20nur%20noch%2012%20Prozent.

Geschrieben von: JeDi am 8 Jun 2021, 22:13
QUOTE (Iarn @ 8 Jun 2021, 21:59)
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1117236/umfrage/entwicklung-des-modal-split-im-deutschen-personenverkehr-waehrend-der-corona-krise/#:~:text=Der%20%C3%96PNV%20wurde%20w%C3%A4hrend%20der,2020)%20nur%20noch%2012%20Prozent.

Jo, auf insgesamt niedrigem Niveau (etwa 10-20% des Vorjahres). Wertlos.

Geschrieben von: 146225 am 9 Jun 2021, 05:13
QUOTE (Iarn @ 8 Jun 2021, 21:12)
Aktuell sind viel auf das Auto umgestiegen (messbar) und aktuell geht es gerade darum, die Leute wieder zurück zu Bus und Bahn zu bringen. Dies wird in Zeiten größerer Streiks meiner Meinung nach kaum gelingen.

Schön und gut, aber wenn derselbe Effekt eintritt wie in der Pflege und noch mehr Leute einen mies bezahlten Beruf im Wechselschichtdienst an den Nagel hängen, dann fällt der Zug nicht 1-2x aus wegen Streik, sondern dauerhaft wegen Personalmangel. Damit ist dann ganz, ganz großartig was erreicht.


Geschrieben von: 218 466-1 am 9 Jun 2021, 06:30
QUOTE (GDL)
Die Bundestarifkommission und der Hauptvorstand der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben heute in Berlin das Scheitern der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) und die Einleitung von Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. "Wir wollten verhandeln und eine Einigung erzielen, doch die DB hat sich erneut verweigert", so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.
"Der Arbeitgeber hat weder ein Angebot vorgelegt, noch war er bereit über die von der GDL erheblich reduzierten Forderungen zu verhandeln. Stattdessen beharrt das Management auf Verschlechterungen bei Arbeitszeitregelungen und der Planungssicherheit des Zugpersonals. Anderslautende Aussagen von Personalvorstand Seiler sind schlicht gelogen. Deshalb trägt er auch die volle Verantwortung für den heraufbeschworenen Tarifkonflikt!"

Die DB setzt weiterhin auf Verzögerung, Verrechtlichung und die wahrheitswidrige Darstellung der GDL-Positionen in der Öffentlichkeit. Sie will den Arbeitnehmern weiterhin Reallohnverluste zumuten, die Betriebsrenten kürzen und die Freizeitplanung beeinträchtigen. "Dies hatten die Gremien der GDL zu bewerten und das haben sie nach gründlicher und sorgfältiger Abwägung getan," so Weselsky. Die Arbeitgeberseite hat die Verhandlungen von Beginn an so geführt, dass sie scheitern mussten. GDL-Hauptvorstand und Bundestarifkommission haben deshalb am heutigen Tage einstimmig entschieden. Noch im Laufe der Woche wird die GDL der DB das Scheitern der Verhandlungen schriftlich bestätigen.
https://www.gdl.de/Aktuell-2021/Pressemitteilung-1623155906

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 06:40
QUOTE (JeDi @ 8 Jun 2021, 23:13)
Jo, auf insgesamt niedrigem Niveau (etwa 10-20% des Vorjahres). Wertlos.

Kommisch...die meisten Städten wären glücklich wenn 20% mehr den ÖPNV benutzen würden und dafür das Auto stehen lassen...aber wenn es einem nicht passt wird es einfach wertlos.

Muss gerade an Pipi Langstrumpf denken..

Geschrieben von: JeDi am 9 Jun 2021, 06:59
QUOTE (Jean @ 9 Jun 2021, 06:40)
Kommisch...die meisten Städten wären glücklich wenn 20% mehr den ÖPNV benutzen würden und dafür das Auto stehen lassen...aber wenn es einem nicht passt wird es einfach wertlos.

Muss gerade an Pipi Langstrumpf denken..

Mmmmmh... Wenn aller Verkehr auf etwa 10-20% des normalen Niveaus ist - welche Auswirkungen haben dann kleine Veränderungen auf das Gesamtbild, und welche Aussage hat das auf ein "Normaljahr"? Hast du in deinen Statistikkursen geschlafen?

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 07:10
QUOTE (146225 @ 8 Jun 2021, 19:42)
dann soll die GdL meinetwegen den Laden in Grund und Boden streiken.

Was ja immer auch automatisch bedeutet, dass auch die Fahrgäste in Grund und Boden gestreikt werden, die wie erwähnt in der Regel mit dem Tarifkonflikt rein gar nichts zu tun haben.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 07:19
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 08:10)
Was ja immer auch automatisch bedeutet, dass auch die Fahrgäste in Grund und Boden gestreikt werden, die wie erwähnt in der Regel mit dem Tarifkonflikt rein gar nichts zu tun haben.

Vergiss es. Das verstehen hier einige nicht. Blindheit muss ein echter Segen sein. ph34r.gif

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 07:33
In meinem Fall (BC100-Besitzer) bin sogar ich mehr oder weniger der einzige "Leidtragende", denn der Schaden ist nur auf meiner Seite (ich kann meine Fahrziele nicht oder mit sehr unsicherem Zeitaufwand erreichen). Ob die Züge fahren oder nicht, beschert der Bahn in meinem Fall keine Mindereinnahmen, da die Bahncard schon bezahlt ist.

Zumindest hoffe ich, dass man die Streiks immer mit ein wenig Vorlauf ankündigt. Meine Besuche im Krankenhaus sind streng zeitlich terminiert (man bekommt ein Zeitfenster zugewiesen, an das man sich zu halten hat). Komme ich wegen ausfallender Züge nicht pünktlich zum Krankenhaus, fällt der Besuch aus. Wenn ich aber rechtzeitig Bescheid weiß, muss bzw. kann ich ggf. am Tag vorher anreisen und im Hotel übernachten, um pünktlich am Krankenhaus sein zu können.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 07:36
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 08:33)
In meinem Fall (BC100-Besitzer) bin sogar ich mehr oder weniger der einzige "Leidtragende", denn der Schaden ist nur auf meiner Seite (ich kann meine Fahrziele nicht oder mit sehr unsicherem Zeitaufwand erreichen). Ob die Züge fahren oder nicht, beschert der Bahn in meinem Fall keine Mindereinnahmen, da die Bahncard schon bezahlt ist.

Bist halt der Kollateralschaden um den sich kein Schwein interessiert.

Geschrieben von: JeDi am 9 Jun 2021, 07:45
QUOTE (Jean @ 9 Jun 2021, 07:19)
Vergiss es. Das verstehen hier einige nicht. Blindheit muss ein echter Segen sein. ph34r.gif

Jo, schau mal in den Spiegel. Ach so…

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 07:57
QUOTE (JeDi @ 9 Jun 2021, 08:45)
Jo, schau mal in den Spiegel. Ach so…

Was ist los mit dir? Warum bist du in letzter Zeit wieder so aggressiv? ph34r.gif

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 08:23

Auf jeden Fall fände ich es begrüßenswert, wenn die GDL etwas mehr im Auge behalten würde, dass die Streiks auch (oder zum Teil sogar vorrangig) die Fahrgäste treffen. Zumindest würde ich mir wünschen, dass die GDL-Verantwortlichen sich auch mal mit Mittelungen an die Fahrgäste wenden würden (im Sinne von "Wir hoffen, dass Sie trotz unserer Streiks nicht zu sehr unter den Beeinträchtigungen zu leiden haben").

Bisher hatte ich oft ein wenig den Eindruck, als ob der GDL gar nicht richtig bewusst wäre, dass auch die Fahrgäste betroffen sind.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 08:25
Mal ein https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/gdl-bahn-streik-schroeder-1.5316439 aus der Süddeutsche zu dem Thema.
Würden sie nächstes Jahr streiken würde ich es sogar verstehen...aber jetzt? Aber gut, die GDL ist ja bekannt für ihr rücksichtloses Vorgehen.
Und nein, es geht nicht darum den Lokführern nicht mehr Geld zu gönnen. rolleyes.gif

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 08:39
In dem Kommentar der SZ heißt es:
"Bahn und Gewerkschaften sollten jedenfalls alles daran setzen, den Tarifkampf diesmal nicht auf dem Rücken der Passagiere auszutragen."
Und genau das wird wieder nicht passieren, befürchte ich. Am Ende sind es halt doch wieder die Fahrgäste, auf deren Rücken der Streit ausgetragen werden wird, und keinen der Verantwortlichen wird es kümmern.

Geschrieben von: Iarn am 9 Jun 2021, 08:49
Ich finde es interessant, dass diese harsche Kritik von einem eigentlich gewerkschaftsnahen Wissenschaftler stammt.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 08:55
QUOTE (Iarn @ 9 Jun 2021, 09:49)
Ich finde es interessant, dass diese harsche Kritik von einem eigentlich gewerkschaftsnahen Wissenschaftler stammt.

Es ist halt nicht positiv für das Image der Gewerkschaften wenn die Fahrgäste die Nachsicht haben. So verliert man sogar Rückenwind aus der Bevölkerung.

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 09:17
QUOTE (Jean @ 9 Jun 2021, 08:55)
Es ist halt nicht positiv für das Image der Gewerkschaften wenn die Fahrgäste die Nachsicht haben.

Streiks betreffen natürlich immer auch die Kunden der bestreikten Unternehmen, das ist klar. Es ist aber vielleicht auch eine Frage der Kommunikation und der Einstellung der Streikenden gegenüber den Kunden. Möchte man sie mit ins Boot holen, sozusagen als "Verbündete", oder sind einem die Kunden bzw. Fahrgäste egal? Bei der GDL scheint mir eher letzteres der Fall zu sein.

Geschrieben von: JeDi am 9 Jun 2021, 12:20
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 08:23)
Bisher hatte ich oft ein wenig den Eindruck, als ob der GDL gar nicht richtig bewusst wäre, dass auch die Fahrgäste betroffen sind.

Wenn dem so wäre, würden Streikmassnahmen nicht vorher angekündigt.

Geschrieben von: JeDi am 9 Jun 2021, 12:21
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 07:33)
Ob die Züge fahren oder nicht, beschert der Bahn in meinem Fall keine Mindereinnahmen, da die Bahncard schon bezahlt ist.

Auch im Streikfall gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte.

Geschrieben von: 146225 am 10 Jun 2021, 05:09
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 07:33)
In meinem Fall (BC100-Besitzer) bin sogar ich mehr oder weniger der einzige "Leidtragende", denn der Schaden ist nur auf meiner Seite (ich kann meine Fahrziele nicht oder mit sehr unsicherem Zeitaufwand erreichen). Ob die Züge fahren oder nicht, beschert der Bahn in meinem Fall keine Mindereinnahmen, da die Bahncard schon bezahlt ist.

Das geht mir ganz genau so, und im Gegensatz zu einigen Laberern hier, die alles besser wissen, aber nix besser können, fahre auch ich alltäglich und auf allen Wegen Bahn. Kann mich also auch voll erwischen, das fängt schon auf dem (normalen) Arbeitsweg an, weil "meine" S-Bahn-Linie von DB Regio gefahren wird und potenziert sich natürlich, falls ich beruflich und/oder privat weiter weg muss oder möchte.

Alles in der jeweiligen Situation nicht unbedingt nur schön, logisch. Das verschliesst aber zumindest mir nicht die Augen davor, dass der Personalmangel in vielen für den Zugbetrieb unmittelbar notwendigen Berufen nicht ungebremst immer noch stärker werden darf, weil sonst die langfristigen Folgen einfach noch hässlicher sind als ein kurzfristig zu ertragender Streik. Und ich werde - egal bei welcher Branche! - einen Teufel tun und Mitmenschen das Recht absprechen, sich mit legal durchgeführten Streiks für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einzusetzen.

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 07:04
QUOTE (146225 @ 10 Jun 2021, 05:09)
Alles in der jeweiligen Situation nicht unbedingt nur schön, logisch. Das verschliesst aber zumindest mir nicht die Augen davor, dass der Personalmangel in vielen für den Zugbetrieb unmittelbar notwendigen Berufen nicht ungebremst immer noch stärker werden darf, weil sonst die langfristigen Folgen einfach noch hässlicher sind als ein kurzfristig zu ertragender Streik. Und ich werde - egal bei welcher Branche! - einen Teufel tun und Mitmenschen das Recht absprechen, sich mit legal durchgeführten Streiks für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einzusetzen.

Es geht mir auch in keinster Weise darum, gegen Streiks als Maßnahme argumentieren zu wollen, ich bin ja selbst Arbeitnehmer. Es geht mir nur darum, dass die GDL vielleicht die Fahrgäste besser mit ins Boot nehmen und als Verbündete gewinnen könnte. Also dass auch die Fahrgäste das Gefühl bekommen, dass sie und ihre streikbedingten Schwierigkeiten bemerkt werden und ihnen auch signalisiert, dass nicht sie es sind, gegen die sich die Streiks wenden.

Oft habe ich halt das Gefühl, dass die Gegenparteien letztlich gar nicht bemerken, dass die Fahrgäste einen großen Teil der Last der Tarifkonflikte tragen müssen.

Geschrieben von: andreas am 10 Jun 2021, 10:29
QUOTE (JeDi @ 9 Jun 2021, 12:21)
Auch im Streikfall gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte.

Und wie will ich jetzt Rechte gelten machen, wenn ich wegen Bahnstreik daheimbleibe? Als BC 100 Besitzer hast ja kein Ticket und nichts, das eine Fahrtabsicht belegen würde....

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 10:49
QUOTE (andreas @ 10 Jun 2021, 10:29)
Und wie will ich jetzt Rechte gelten machen, wenn ich wegen Bahnstreik daheimbleibe?

Ehrlich gesagt kenne ich mich da auch zu wenig aus. Ich habe in solchen Fällen meistens auf die Fahrt verzichtet, ohne irgendetwas geltend machen zu wollen, weil ich keine Motivation hatte, mich mit irgendwelchen mehr oder weniger umständlichen Verfahren oder Anträgen auseinandersetzen zu wollen.

Zum Glück bin ich meistens schon an der Hinfahrt gehindert worden, sodass ich zuhause bleiben konnte. Schlechter sieht es aus, wenn die Rückfahrt nach Hause nicht klappt und man in einer anderen Stadt oder auf halber Strecke beim Umsteigen strandet. Solange man notfalls in ein Hotel gehen kann, würde ich das wahrscheinlich dann machen.

Geschrieben von: JeDi am 10 Jun 2021, 13:44
QUOTE (andreas @ 10 Jun 2021, 10:29)
Und wie will ich jetzt Rechte gelten machen, wenn ich wegen Bahnstreik daheimbleibe? Als BC 100 Besitzer hast ja kein Ticket und nichts, das eine Fahrtabsicht belegen würde....

Fahrt nicht angetreten wegen Zugausfall. Passt doch?

Geschrieben von: JeDi am 10 Jun 2021, 13:47
QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 10:49)
Ehrlich gesagt kenne ich mich da auch zu wenig aus. Ich habe in solchen Fällen meistens auf die Fahrt verzichtet, ohne irgendetwas geltend machen zu wollen, weil ich keine Motivation hatte, mich mit irgendwelchen mehr oder weniger umständlichen Verfahren oder Anträgen auseinandersetzen zu wollen.

Das ist freilich deine Sache - dass der DB durch streikbedingte Zugausfälle bei Zeitkarteninhaber_innen kein Schaden entstünde, stimmt aber halt so nicht. Von Erstattungen für Hotels oder alternative Verkehrsmittel bis hin zur normalen Fahrgelderstattung entstehen - zusätzlich zum Abwicklungsaufwand - nämlich durchaus Kosten.

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 13:55
QUOTE (JeDi @ 10 Jun 2021, 13:47)
Von Erstattungen für Hotels oder alternative Verkehrsmittel bis hin zur normalen Fahrgelderstattung entstehen - zusätzlich zum Abwicklungsaufwand - nämlich durchaus Kosten.

Kennst du dich da genauer aus? Unter welchen Umständen kann man denn eine Hotelübernachtung geltend machen? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein? Und wie gehe ich da vor, wenn es soweit kommen sollte? Gibt es Fristen, die zu beachten sind?

Gibt es eigentlich schon Anzeichen, wann der erste Streik voraussichtlich starten wird? Muss ich fürs kommende Wochenende schon Befürchtungen haben? Sollte ich sicherheitshalber schon morgen fahren? Welche Vorankündigungsfrist vor Streikbeginn ist beabsichtigt?

Geschrieben von: JeDi am 10 Jun 2021, 20:05
QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 13:55)
Kennst du dich da genauer aus? Unter welchen Umständen kann man denn eine Hotelübernachtung geltend machen? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein? Und wie gehe ich da vor, wenn es soweit kommen sollte? Gibt es Fristen, die zu beachten sind?

Immer dann, wenn die Fortsetzung der Reise nicht möglich oder zumutbar ist. Sprich - wenn der letzte Zug ausfällt oder verpasst wird. Zunächst musst du mit dem Beförderer in Kontakt treten (das erfolgt in der Regel über das Zugpersonal), meist gibt es dann schon einen Gutschein. Ansonsten hast du 1 Jahr Zeit zum geltend machen.

QUOTE
Welche Vorankündigungsfrist vor Streikbeginn ist beabsichtigt?

Gemäß der - auch hierzuthread verlinkten - gewerkschaftlichen Bekanntmachungen: 24 Stunden.

Powered by Invision Board (http://www.invisionboard.com)
© Invision Power Services (http://www.invisionpower.com)