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Ausbau der S7 Ost zur Kreuzstraße [Zur Themenübersicht]
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ropix
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 11:50


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stand gestern auf dem Programm im Stadtrat.

Nun ja, da hat er eigentlich erst einmal überhaupt nichts zu suchen, denn die Stadt ist für Eisenbahninfrastruktur in etwa so verantwortlich wie eine Opposition für Gesetzgebung in einer Regierung - sie kann nerven, mehr aber auch nicht.

Aber es gibt sowieso das eine heilige Gesetz in München, das da lautet:

§1 S-Bahn Infrastuktur wird nicht ausgebaut.
§2 sollten sie auch nur auf den Hauch einer Idee kommen - siehe §3
§3 unter Schand und Strafe ist gestellt wer sich nicht an §1 hält.

Jetzt hatte die Stadt aber ein Problem - irgendwelche aufmüpfigen Bürger (oh Gott, ein Wutbürger[TM] *) ) aus einem kleinen Nest nahe Hinterdupfing hatten es gewagt einen Antrag zu stellen. Zusammen mit dem Passierschein A38 musste derselbe dann auch im Stadtrat behandelt werden.

Inhalt des Antrags grob vereinfacht: zweigleisiger Ausbau der S7, 10 Minutentakt bis Höhenkirchen-Sgb. Die Fahrgastzahlen würden das rechtfertigen.

Um Gottes Willen, die 3 heiligen § dachte sich die Stadtverwaltung und der Stadtverwaltung wurde angst und bang und man suchte händeringend nach einer Lösung des Problems diesen Antrag des Teufels irgendwie so zu verwurschteln dass die 3 heiligen § garantiert erfüllt bleiben.

So beantragte die Stadtverwaltung:

QUOTE
Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung wird beauftragt, den Freistaat Bayern
und die Deutsche Bahn zu bitten, die bei einer Taktverdichtung der S7 Ost auf einen
15-Minuten-Takt zweigleisig auszubauenden Streckenabschnitte zu identifizieren,
damit die Flächen dann im Sinne einer vorausschauenden Planung bei künftigen
Bauprojekten im Umfeld der Strecke frei gehalten werden können.


Klingt doch erstmal gut. Der Bitte muss nicht nachgekommen werden, von Takt 10 steht nichts mehr im Antrag und selbst wenn der Bitte nachgekommen wurde - es passiert nichts. Die 3 heiligen § sind auf alle Fälle eingehalten und Schimpf und Schande ist grad nochmal abgewendet.

Dazu kommen Sachargumente wie: Am Ostbahnhof müssen die S-Bahnen ja Kopfmachen, im 5-Minutentakt ist das schlicht nicht möglich.

Aber dann muss irgendwas passiert sein. Wahrscheinlich ist es mittlerweile sogar dem Leibhaftigen zu Blöd dauernd für irgendwelche S-Bahn-Störungen verantwortlich gemacht zu werden. Und der Wutbürger *) tobte und wütete im fernen Dorf namens Perlach nahe Hinterdupfing.

Und so geschah - ein Wunder. Sachargumente wurden mit Fakten bekämpft: (Man schaue sich die Wendezeiten am Ostbahnhof an und siehe da - geht wunderbar. Wenn die Wendezeit eines Quietsch in der Regel eine gute Minute beträgt und im schlechten 2 dann hat man das Fahrzeug binnen 4 eigentlich sicher gewendet. 4<5)

Und was geschah im Rathaus - man höre und staune. München beschließt an den 3 heiligen Paragraphen zu rütteln.

QUOTE
Beschluss:
Abstimmung Ergänzungsantrag der CSU und SPD:
Ziffer 2 Satz 1 (neu) wird in folgender Fassung einstimmig beschlossen:
Die Landeshauptstadt München befürwortet den zweigleisigen Ausbau der S7 Ost
und fordert den Freistaat auf, in konkrete Planungen einzutreten.


Schimpf und Schande werden folgen, so sicher wie das Amen in der Kirche.

Aber aus der Bitte freie Grundstücke zu identifizieren die man vielleicht besser nicht verbauen sollte wurde die Forderung genau dort Schienen zu legen. Was für eine Kehrtwende.

Die Wurbürger, das sind hier unter anderem die Bürgerinitiative S7 Ost plus die gegen sämtliche Windmühlen, gegen die auch schon Horsti kämpft, kämpft.

Der Vorgang an sich ist aber erstaunlich, da sich München bislang sehr vornehm zurückhielt Verbesserungen für seine Schieneninfrastruktur einzufordern. Jetzt ist der Landtag dran. Gut, auch der ist primär mal an die heiligen 3 § gebunden, aber wir wissen ja auch - was der Horsti weiß macht den Horsti heiß.

Übrigens: Der Ausbau bis Höhenkirchen ist seit den 70ern fester Planungsbestandteil, die Strecke durchgehend zweigleisig ausbaubar ohne in Fremdgrundstücke eingreifen zu müssen. Zumindest Stand damals.

Sorry, ohne lange Schauergeschichten drumrum halte ich Münchner Verkehrsplanung nicht mehr aus.

http://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_vor...p?risid=3845733

Nur, das Totschlagargument fehlt noch - ohne zweiten Tunnel wird überhaupt nichts gemacht. Denkbare Begründung: woher sollen denn die Takt-10 Verstärker kommen. Denkbare Antwort - aus der S8v, aber das tut hier ja erstmal nichts zur Sache.

Bearbeitet von ropix am 18 Feb 2016, 12:06

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Lazarus
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 12:20


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Sorry, aber nachdem man nicht einmal einen Ausbau der S4 West als wirtschaftlich betrachtet. Wie soll das erst auf der S7 Ost funktionieren, die nochmal erheblich weniger Fahrgäste aufweist?

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 12:37


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Ausbau von 2 auf 3 oder 4 unter zukauf von Grund vs. ausbau von 1 auf 2 auf eigenem Grund ist ne andere Kostenrechnung.
    
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ropix
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 12:38


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Ganz einfach - der Ausbau der S4 wird als wirtschaftlich betrachtet. Es stehen ja nur die 3 § im Weg.

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Naseweis
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 12:46


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QUOTE (ropix @ 18 Feb 2016, 12:50)
Nur, das Totschlagargument fehlt noch - ohne zweiten Tunnel wird überhaupt nichts gemacht. Denkbare Begründung: woher sollen denn die Takt-10 Verstärker kommen. Denkbare Antwort - aus der S8v, aber das tut hier ja erstmal nichts zur Sache.

So ganz hab ich jetzt nicht verstanden, um was es hier geht - nur, dass in München und Bayern anscheinend sehr viel sehr heilig ist.

Aber so viel: Man kann ohne den heiligen, zweiten Tunnel alle Ostäste im heiligen 10-min-Takt befahren:

- S3 Holzkirchen + S3v Deisenhofen
- S7 Kreuzstraße + S1 Höhenkirchen-Siegertsbrunn --- Linie EINS ergänzt taktmäßig die Sieben!
- S4 Ebersberg + S6 Zorneding/Grafing Bf.
- S2 Erding (als Express) + S2v Markt Schwaben --- wie bereits heute Express wegen Mischverkehr mit Mühldorfer Regios, weniger Streckenblokade
- S8 Flughafen (ggf. als Express) + S8v Ismaning

Gruß in die Stadt mit dem Klosterbruder,
naseweiß

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Für gnadenlose Vertaktung und strategische Ausbauten!
Jede Stunde, jede Klasse - willkommen auf der Gäubahn!
    
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Lazarus
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 14:23


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QUOTE (Naseweis @ 18 Feb 2016, 12:46)
- S7 Kreuzstraße + S1 Höhenkirchen-Siegertsbrunn --- Linie EINS ergänzt taktmäßig die Sieben!

Damit würde man die verspätungsanfälligsten Strecken miteinander verbinden. Halte ich für keine gute Idee sorry.

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Iarn
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 14:29


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Die S7 Kreuzstraße wäre ja nicht mehr so anfällig, wenn zweigleisig bis HS.

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Lazarus
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 14:36


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Ganz abgesehen davon, gibts da deutlich wichtigere Projekte als die S7 Ost. Davor sollte man erstmal die S4 West und die S2 Ost in Angriff nehmen. Beide Strecken dürften deutlich höhere Fahrgastzahlen aufweisen als die S7.

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ropix
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 14:42


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Beide Strecken sind aber auch schon zweigleisig.

Und irgendwo muss man mal anfangen, aufhören darf man halt nicht mehr. Es ist in München auch völlig egal wo angefangen wird, Priorität aller Verbesserungen ist die Oberste.

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Cloakmaster
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 14:43


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Trotzdem ist ein ausbau auf bahn-eigenem Grund nunmal schneller, einfacher, udn billiger umzusetzen, als einer, welcher Eingriffe in fremdes Eigentum nötig macht. Zudem sollte man aufhören, sich gegenseitig die Augenausstechen zu wollen, sondern leiber froh sein, wenn es überhaupt Verbesserungen im Netz gibt. Zumal ein erflogter Ausbau auf der S1 ( Ja, sorry, Kreuzstraße wird für mich immer die S1 bleiben) den Druck, andere Strecken ebenfalls auszubauen, eher erhöhen, als ihn senken würde.

Bearbeitet von Cloakmaster am 18 Feb 2016, 14:43
    
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Tegernseebahn
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 15:16


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QUOTE (Lazarus @ 18 Feb 2016, 15:36)
Ganz abgesehen davon, gibts da deutlich wichtigere Projekte als die S7 Ost. Davor sollte man erstmal die S4 West und die S2 Ost in Angriff nehmen. Beide Strecken dürften deutlich höhere Fahrgastzahlen aufweisen als die S7.

Da stellt sich aber wieder die Henne-Ei-Frage. Mit einem besseren und vor allem zuverlässigeren Angebot kann ich auch neue Potentiale erschließen. Die S2 und S4 hängen ja auch mit den ABS-Projekten zusammen.
    
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chris232
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 16:26


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QUOTE (Lazarus @ 18 Feb 2016, 15:23)
QUOTE (Naseweis @ 18 Feb 2016, 12:46)
- S7 Kreuzstraße + S1 Höhenkirchen-Siegertsbrunn --- Linie EINS ergänzt taktmäßig die Sieben!

Damit würde man die verspätungsanfälligsten Strecken miteinander verbinden. Halte ich für keine gute Idee sorry.

Oder eben für eine besonders gute: Lieber eine Linie, die fährt wann sie will, als zwei?

Wobei ich da draußen auch erst mal nicht das Potential an Fahrgästen seh (War das nicht sogar die am wenigsten genutzte Linie im ganzen Netz?) und das Geld lieber für andere Projekte verwenden würde...

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Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
Otto von Bismarck

Daher hat die Bahn dem Gemeinwohl und nicht privaten Profitinteressen zu dienen, begreifen Sie es doch endlich mal!
    
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Iarn
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 16:31


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Von den Fahrgast zahlen hat es wohl die S8 Ost am nötigsten aber wichtig wäre es, dass irgendein Programm mal angegangen wird. Seid dem 500 Mio Programm ist ja ausser der Linie A nichts mehr gelaufen.

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andreas
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 17:36


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QUOTE (Lazarus @ 18 Feb 2016, 13:20)
Sorry, aber nachdem man nicht einmal einen Ausbau der S4 West als wirtschaftlich betrachtet. Wie soll das erst auf der S7 Ost funktionieren, die nochmal erheblich weniger Fahrgäste aufweist?

er hat natürlich den
§4 Alles, was Lazarus Horizont übersteigt und von diesem als nicht finanzierbar, unmöglich oder nicht sinnvoll erachtet wird ist sofort und für immer aus allen Planungen zu tilgen

vergessen.

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noebi
  Geschrieben am: 18 Feb 2016, 18:56


Routinier


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QUOTE (chris232 @ 18 Feb 2016, 17:26)
Wobei ich da draußen auch erst mal nicht das Potential an Fahrgästen seh (War das nicht sogar die am wenigsten genutzte Linie im ganzen Netz?) und das Geld lieber für andere Projekte verwenden würde...

Wobei man hier von der Nutzung nicht auf das Potential schließen darf.

In Ottobrunn z.B. ist die Hauptbuslinie 210 (die im Berufsverkehr fast zusammenbricht) auf Neuperlach ausgelegt, weil es dort eben im Takt10 Anschlüsse gibt. Bei einem Ausbau der S7 könnte man das umstellen und damit auch zum Teil die stauanfällige Rosenheimer Straße und die Carl-Wery-Straße/Äußere Hauptstraße vermeiden. Viele nehmen hier auch den Bus, weil er schlicht öfter fährt als die S-Bahn.

Auch in Neubiberg gibt es Busse, die an der S-Bahn vorbei nach Neuperlach-Süd fahren.

Weiter draußen wird es tatsächlich wenig...Aber in Hohenbrunn ist z.B. eine Seite der S-Bahn völlig unbebaut. Mit Takt10 könnte das eine hochattraktive Siedlung werden.

Der Ausbau der Ostäste wäre momentan einfach sinnvoll, weil man sie sofort perfekt nutzen könnte.
    
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