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Regio S-Bahn Donau-Iller [Zur Themenübersicht]
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146225
  Geschrieben am: 8 Jul 2016, 19:06


Lebende Forenlegende


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Ihr denkt auch dran: in Deutschland muss man in der Regel doch einen Halbstundentakt fordern, damit man den Stundentakt, den man wirklich (mindestens) braucht, auch sicher bekommt?

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Lobedan
  Geschrieben am: 8 Jul 2016, 20:04


Kaiser


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Nene, auf den meisten Zulaufstrecken nach Ulm hast du ja heute schon ein relativ dichtes Zugangebot mit sich überlagernden Stundentakten oder enger, wenn eben auch teilweise nur in Lastrichtung. Und das ist auch nötig, Ulm/Neu-Ulm hat extrem viele Einpendler. Die Stadt hat so viele Arbeitsplätze wie Einwohner, was abzüglich der Schüler, Studenten und Rentner also an die 50 % ausmacht. Das ganze Konzept kommt schon nicht von irgendwoher und könnte vermutlich durch eine Ausweitung des DING noch ein paar mehr Fahrgäste anlocken als ohnehin schon fahren.
    
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ropix
  Geschrieben am: 8 Jul 2016, 21:47


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Naja, dahinter steckt auch die Idee die S-Bahn nicht nur durch "schnell" zu kennzeichnen sondern durch "öfterS".

Ja klar kann man die Züge auf Langzüge upgraden, aber dem Mobilitätsbedürfnis mehr entsprechend ist schon der Halbstundentakt. Und grad Senden - Weißenhorn ist halt durch die Decke gegangen was die Fahrgastzahlen betrifft. Mag eventuell auch daran liegen dass die Strecke durch bewohntes Gebiet führt, etwas was bisherigen und leider auch zukünftig zu reaktivierenden Strecken im Freistaat ein bisserl fehlt.

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Jogi
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 11:54


Kaiser


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QUOTE (Naseweis @ 8 Jul 2016, 14:39)
Auch der Weißenhorner Ast soll nun zukünftig im 30-min-Takt bedient werden. Das scheint mir auch neu.

Der 30-Minuten-Takt geistert aber auch schon länger durch den Raum; wie Lobedan schon anmerkte, das Teil ist in der HVZ stark nachgefragt bis gnadenlos überlaufen und man sieht noch immer Potential.

QUOTE (Naseweis @ 8 Jul 2016, 14:39)
Ich halte mehr als insgesamt vier Regionalzüge pro Stunde für diesen Strecken für ein Überangebot, bei diesen beiden wäre es je fünf. Ein 30-min-Takt schnellerer Regionalzüge und ein 30-min-Takt S-Bahnen sollten den Bedarf gut abdecken können.

Da vergleichst Du Teil- mit Gesamtstrecke. Der stündliche "Express" (im Artikel übrigens "Fernzug" genannt) soll halten in Ulm, Neu-Ulm (neu!), Illertissen und Memmingen. Damit ergeben sich diese stündlichen Fahrtenmuster jeweils nach Neu-Ulm und Ulm, also die Einpendlerziele, die Deinen Ausführungen gegenüber gestellt werden können:
  • von Senden: 4x sbahnlogo.gif vs. 2x sbahnlogo.gif, ggf. 1/2x "Express"
  • von Illertissen: 3x, davon 2x sbahnlogo.gif, 1x "Express" vs. 1/2x sbahnlogo.gif, 1/2x "Express"
  • von Memmingen: 2x, davon 1x sbahnlogo.gif, 1x "Express" vs. 1x/2x sbahnlogo.gif, 2x "Express"


Ich könnte da jetzt ehrlich gesagt nicht fundiert abschätzen, wie genau der Bedarf besser abgedeckt. Ausgehend von einer Zielsetzung, die umliegenden Städte und Gemeinden besser an die Einpendlerzentren anzubinden, finde ich intuitiv das "vorgesehene" einleuchtender. Begründung: Das Angebot ist erkennbar darauf ausgerichtet, ein besseres ANgebot von den umliegenden Gemeinden nach Ulm und Neu-Ulm anzubieten, die (nochmal @Lobedan) die Einpendlerzentren sind. Die Nachfrage dürfte mit zunehmender Entfernung abnehmen, so dass mit dem abgestuften Konzept da besser darauf reagiert wird.

QUOTE (Naseweis @ 8 Jul 2016, 14:39)
[...]. Für die abzweigenden Äste nach Laupheim Stadt und Weißenhorn könnte zur HVZ mittels einer stündlichen Flügelung der 30-min-Takt hergestellt werden. So sollte man sich den Ausbau bis Weißenhorn sparen und in Ulm weniger Probleme mit den knappen Bahnsteigen haben. [...]

Bei Laupheim Stadt schreibst Du ja selber, dass eine Flügelung dorthin nicht unproblematisch ist: Letzte Möglichkeit wäre aktuell im Bahnhof Erbach, dann müssten beide Flügel nochmal zehn Kilometer die gleiche Strecke abfahren und beide in Laupheim West halten.
Man könnte sagen, machen wir ein "Regio-S-Bahn-Gleisdreieck Laupheim" (also ein kleines Dreieck im großen Dreieck) und binden das Bahnsteiggleis 6 von Laupheim West gen Stadtbahnhof noch an die Verbindungskurve Stadtbf-[südl. Südbahn] an (keine Ahnung, ob das möglich ist: Radius, Häuser/Parkplätze/Indianerfriedhof im Weg), dann müssten der Nutzen höher sein als derjenige, der durch die RB-Durchbindung Biberach-Stadtbf-Ulm entsteht/entstehen würde. Ob's so ist - keine Ahnung.

Zum Weißenhorner: Mit der Flügelung lädt man sich Probleme auf: Aktuell beträgt die Fahrzeit 24 bzw. 25 Minuten, eigentlich fast perfekt für zwei Umläufe. Beim Flügeln verlängern sich die Fahrzeiten mindestens um zwei Minuten (andocken als hinterer Zugteil, langsamere Einfahrt) bis mindestens fünf Minuten (Standzeit vorderer Zugteil einschl. Stoppen und Freimeldung; Referenz: das FlexPro-Flügeln in Renningen und Eutingen). Hinzu kommt noch ein vorgesehener neuer Hp nördlich von Senden, ein weiterer ist optional. Sagen wir mal positiv, die Fahrzeit verlängere sich um drei Minuten (2 für's Flügeln, 1 durch den neuen Hp), dann sind wir bei 27 Minuten Fahrzeit für Ulm Hbf--Weißenhorn. Noch "ITF-optimal": Abfahrt Ulm xx.31, Ankunft Weißenhorn xx.58, Abfahrt yy.02, Ankunft Ulm yy.29. Klingt auf dem Papier gut, setzt aber voraus:
Eine entsprchende mögliche Ausrichtung des Knoten Ulms (ohne Blick in die Studie nicht überprüfbar), ausreichend Pufferzeiten (hab ich keine Erfahrungen auf dieser Strecke, allerdings sind die Schätzung schon stark positiv gewählt, die 30 Minuten würden eher gerissen werden), einen pünktlichen Flügel aus Illertissen/Memmingen mit u.U. wesentlich längerer Vorlaufzeit und eingleisiger Streckenführung.

Hinzu kommt beim "klassischen" ITF noch, dass der "Express" typischerweise nach dem Lumpensammler ankommt, würde also heißen Ankunft des bspw. Oberstdorfer um yy.31, also nach Knoten.

Was man wohl sagen kann: ein geflügelter Weißenhorner spart keine Garnitur ein, sondern würde mit ziemlicher Sicherheit eine weitere Garnitur erforderlich machen, um eine überschlagene Wende in Weißenhorn zu ermöglichen. Dagegen erlaubt die zehn Kilometer lange Stichstrecke Senden-Weißenhorn mit zehn Minuten Fahrzeit (die für diesen Standard extra auf 100 km/h ausgebaut wurde) auf Grundlage des aktuellen Weißenhorner-Fahrplans ein Kreuzen des Halbstundentaktes in Senden. Ist allerdings eine Diagnose aus der Ferne, ob's geht, kann ich nicht ausreichend sicher abschätzen.

U.U. verlängerten sich die Fahrzeiten auf der recht kurzen Strecke spürbar (ca. 30 bis 35 statt ca. 25 Minuten).

Hast Du eigentlich mal auf die nötigen Zugkilometer geschaut? Ulm-Memmingen ist ein ganz schön langes Stück, ein halbstündlicher "Express" könnte i. Vgl. zum recht kurzen Weißenhorner" (ca. 24 km Gesamtstrecke) da mehr reißen.

QUOTE (Naseweis @ 8 Jul 2016, 14:39)
Auf den Gleisen 3-8 ist vermutlich überhaupt kein Platz für die Günzburger Züge. Im Prinzip könnte ich mir noch vorstellen, dass man eine S-Bahn-Linien Geislingen-Günzburg auf den Gleisen 1/2 zwischen dem Fernverkehr durchschleust. Der Gedanke dabei ist, dass die (I)RE im kurzen Abstand zum Fernverkehr im 30-min-Takt fahren und die S-Bahn ca. 15 min versetzt zum Fernverkehr in der größeren Lücke fährt. Das passt natürlich nicht zu den hier dargestellten Durchbindungen.
Die Bahnsteigbelegung würde ich mir prinzipiell so vorstellen, wenn alle S-Bahnen (exkl. Memmingen) durchgebunden würden: [...]

Könnte man wohl machen, speziell die S1, wenn der FV über Wendlinger SFS einfährt, dürfte man da auch Luft haben. Nur - das klingt mir sehr nach einem Durchbinden, weil es sein muss, nicht weil die Nachfrage [Geislingen] -> [Günzburg] so groß ist. Die S1-Durchbindung [Geislingen]-[Laupheim] ist ja schon seit jeher vorgesehen, was eine gewisse Nachfrage impliziert (ob's so ist, ein Blick in die Studie würde helfen). Wenn man sie anbieten kann, warum also zwangsweise nach Günzburg umbiegen?

QUOTE (Naseweis @ 8 Jul 2016, 14:39)
- Die S2 Aalen/Sontheim - Laupheim/Biberach/Aulendorf wäre die stärkste Linie, welche dazu bald elektrisch verkehren könnte.

Der baldige Stom ist sehr optimistisch wink.gif

---

QUOTE (146225 @ 8 Jul 2016, 20:06)
Ihr denkt auch dran: in Deutschland muss man in der Regel doch einen Halbstundentakt fordern, damit man den Stundentakt, den man wirklich (mindestens) braucht, auch sicher bekommt?

Erstens, wer ist "man"?
Zweitens, BEG wie auch das VM Ba-Wü (die sind ja bei der Donau-Iller-Regio-S-Binde-Strich-Bahn relevant: das nah.sh auf einigen Strecken grob halbstündliche Fahrten anbietet, ist hier nicht wirklich von Belang) legen erkennbar auf einen Stundentakt als Grundangebot wert. Siehe auf die aktuellen Fahrpläne (ja der RE auf der Frankenbahn hat noch Lücken wink.gif), siehe etwa die Angebotsstandards bzw. "Mobilitätsgarantie" (PDF, F21ff.) in Ba-Wü.

Dein erhobener Zeigefinger wirkt in der Form hier durchaus deplatziert: Fließen Landesmittel, gibt's den Stundentakt, einfach weil die vorher einfach nicht fließen. Darüber hinausgehendes geht durchaus mit lokalem Engagement (etwa die SWU, die, oh Wunder, den Weißenhorner modernisiert haben) einher; der Verein mit der komischen Abkürzung hat alleine für die Vorplanung immerhin 1,6 Millionen Euro sammeln können. Daran sollte es also nicht scheitern.

Bearbeitet von Jogi am 9 Jul 2016, 12:04
    
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Lobedan
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 18:03


Kaiser


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So, jetzt hab ich richtig Zeit. Ich versuche mich trotzdem kurz zu fassen. laugh.gif
QUOTE (Jogi @ 8 Jul 2016, 10:49)
Hm, vielleicht interpretiere ich in die Liniennetz-Grafik (also das rechte der beiden Bilder im aktuellen SWP-Artikel) zu viel rein, wenn mir zwischen diesem und den im Artikel beschriebenen Angeboten einige Diskrepanzen auffallen. Allerdings ist die Studie wohl (noch?) nicht online gestellt, so dass ich es nicht überprüfen kann.

[...]

Auf der Strecke Ulm--Günzburg dagegen sind eingezeichnet: zwei graue Linien (für Fugger und Agilis), eine schwarze Linie, durchgezeichnet auf die SFS nach Stuttgart, also vrmtl. der Fernverkehr, sowie natürlich die S4. Der Grafik nach sollen alle vier Linien an allen Halten halten, auch an den beiden neuen Haltepunkten, die lt. Artikel nur durch die S-Bahn angebunden werden sollen... blink.gif

[...]

Speziell für den Abschnitt Ulm--Günzburg würde ich die getätigten Aussagen zum angedachten Angebot unter Vorbehalt stellen. Zum einen wie angesprochen durch die unbekannten Variablen (FV, möglicher Ausbau), von denen eigentlich alles abhängt, zum anderen wie bereits angemerkt: je Stunde 2 - 3x FV, 2x RE/ag, 2x Regio-S-Bahn und noch dazu der Güterverkehr dürfte auf der bestehenden Infrastruktur nicht durchgängig von 6 bis 20 Uhr (oder wie lange auch immer der sbahnlogo.gif-Halbstundentakt angeboten werden soll wink.gif) fahrbar sein.

Dass Grafik und Text nicht ganz zusammenpassen, war mir auch aufgefallen, insbesondere beim Günzburger Ast. Solange dort nicht klar ist, welcher Ausbau wie kommt, erwarte ich bis auf zusätzliche HVZ-Züge aus/nach Mindelheim vorerst auch keine Veränderungen.
Ich könnte nicht mal garantiert sagen, ob man den Halt Offenhausen/Starkfeld in Neu-Ulm überhaupt bauen kann, ohne die Gleislagen verändern zu müssen. Also sicher, Außenbahnsteige gingen, aber dann müssten Züge gen Günzburg über die Sendener Gleise aus Ulm ausfahren. Man hat etwas Platz durch die Lärmschutzwand zwischen den zwei Gleispaaren, nur Aufzüge dürften definitiv eng werden.

Ohne die angesprochene DING-Ausweitung glaube ich auch nicht an viel Potential auf dem Abschnitt. Die alten Konzepte sahen ja mal eine Linie bis Dinkelscherben neben dem Fugger-Express vor, die war in der letzten Studie schon nicht mehr mit drin, aber da spielte der Günzburger Ast einfach gar keine Rolle.
Wenn der Landkreis Günzburg dem DING beitritt, dann dürfte aber durchaus ein zusätzlicher Zug zumindest bis Burgau oder Jettingen machbar sein und man könnte dem Fugger-Express dann zumindest ein wenig beschleunigen.
Auch auf der Donautalbahn liegt rein einwohner- und fahrtzeitmäßig eigentlich auch noch sehr viel Potential für eine Linie zum Beispiel bis Höchstädt. Zwischen Günzburg und Höchstädt dürfte auch Potential für diverse neue Halte existieren. Die B16 ist dort jedenfalls nicht grundlos ausgebaut. Und zumindest eine S-Bahn pro Stunde wäre insoweit interessant, dass man den Agilis in dem Abschnitt zum RE aufwerten und so weit beschleunigen könnte, dass Ulm-Donauwörth in unter einer Stunde fahrbar wird.

QUOTE (Jogi @ 8 Jul 2016, 10:49)
Erster großer Klotz, der Ulmer Hbf soll nicht um einen weiteren Bahnsteig erweitert werden. Ist eine halbstündliche S4 im Ulmer Hbf noch unterzubringen; soll sie über die "Augsburger" Gleise einfahren und entsprechend an Gleis 25-27 wenden, wo Fugger und Agilis noch stehen oder über die "Sendener" Gleise einfahren und irgendwo an Gleis 3-8 wenden, wo neben den anderen S-Bahnen auch noch die Expresszüge stehen?

Die Kopflgeise haben an sich schon noch viele Reserven. Problem derzeit ist, dass Fugger-Express und Agilis jeweils über 40 Minuten Wendezeit dort abstehen. Die aktuell durchgebundenen Mindelheim-Züge stehen auch ewig dort rum und blockieren dann die dritte Bahnsteigkante. Wenn es da abends gegen 18:30 Uhr, wenn der IC 2094 nach Gleis 25 reinkommt, mal Verzögerungen in der Ausfahrt von Fugger, Mindelheim und Agilis gibt, wird es heute ja schon eng.

QUOTE (Jogi @ 8 Jul 2016, 10:49)
Der Bahnhof Nersingen (recht mittig zwischen Ulm und Günzburg) ist noch mit niveaugleichem Zugang über die Gleise zum Mittelbahnsteig gesegnet wie anno dazumal. Fährt ein Zug Richtung Günzburg durch, ist kein Zugang zum Bahnsteig Richtung Ulm möglich, ebenso wenn ein Zug nach Ulm hält. Ein Umbau wird gefordert, geplant ist noch nichts. Vorher kann dort IMHO kein zeitlich angemessener Zugang angeboten werden?
Überholgleise gibt es heute nur in Nersingen (Gleis 3, am Mittelbahnsteig) und in Unterfalheim, dazu kommen noch die Gleispaare Ulm--Neu-Ulm, wobei hier die anderen Strecken (Illertalbahn, Südbahn) mit beachtet werden müssen - wie können noch Güterzüge durchgeschleust werden, wenn der Fernverkehr mal ein paar Minuten Verspätungen haben sollte?

Es sollte wohl eher so verstanden werden: Ein Halbstundentakt ist zwischen Ulm und Günzburg gewünscht und im Sinne der Angebotsharmonisierung (halbstündlich im Kernnetz) wünschenswert. Weil der konkrete, wohl nötige Ausbau und die Kapazitäten im Ulmer Hbf noch nicht absehbar sind, geht man von einer stündlichen Durchbindung aus. Zusammen mit dem bestehenden Regio-Verkehr hätte man damit immerhin an den heutigen Halten Günzburg, Leipheim und Nersingen drei Fahrten je Stunde nach Neu-Ulm und Ulm.

Nersingen hat einen Bahnübergang westlich des Bahnhofs (die Weiche für das Überholgleis liegt erst westlich davon), das wäre die einzige schnelle und billige "Lösung". Im Gegensatz zum potentiellen neuen Halt Burlafingen hat Nersingen aber immerhin genug Freiraum für einen vollwertigen Überholbahnhof einer künftigen ABS.
Heute sind die Fahrdienstleiter bei Verspätungen durchaus kreativ. Da wird Fernverkehr gern mal über die Sendener Gleise aus Ulm rausgeführt oder über das Gegengleis der Augsburger Gleise nach Ulm eingefahren, um einen verspäteten Regio in die Kopfgleise und den FV auf Gleis 1 parallel einführen zu können.

QUOTE (Jogi @ 8 Jul 2016, 10:49)
Man hat also Möglichkeiten gefunden, drei statt zwei Durchbindungen mit akzeptabler Standzeit in Ulm Hbf anzubieten.

Neu ist jetzt auch wieder, dass Memmingen-Tannheim nur noch die S5 und nicht mehr zusätzlich die S4 hat. Zwei Züge dort wären mit den Zusatzhalten Memmingen Klinikum und Buxheim ja durchaus interessant. Zudem hat man in Tannheim das zweite Gleis zum längeren Parken/Wenden, während die Bahnsteigkanten in Memmingen ja durchaus knapp werden, wenn dort ein Vollknoten (ggf. noch mit Schweiz-EC) kommt.

QUOTE (Jogi @ 9 Jul 2016, 12:54)
Der 30-Minuten-Takt geistert aber auch schon länger durch den Raum; wie Lobedan schon anmerkte, das Teil ist in der HVZ stark nachgefragt bis gnadenlos überlaufen und man sieht noch immer Potential.

Wobei die größte Auslastung aus Senden kommt, nicht aus Weißenhorn. Letzterem fehlt aber natürlich auch ein bisschen das Hinterland. Die Bus-Anschlüsse sind zwar weitgehend auf die RB ausgerichtet, aber die Dörfer werfen einfach nicht genug ab, um den Zug übermäßig zu füttern. Da haben Senden (und auch Illertissen) deutlich mehr Zulauf. Hinzu kommt, dass der Weißenhorner in Senden heute den Eckanschluss gen Illertissen und umgekehrt wunderbar knapp verpasst, sodass der Direktbus zwischen beiden Orten die einzige Alternative zum Auto ist. Selbst wenn das Hauptziel (Neu-)Ulm ist, wäre solch ein Anschluss wichtig. Ohne die Zweigleisigkeit Senden-Neu-Ulm wird das aber nicht stabil realisierbar sein.

QUOTE (Jogi @ 9 Jul 2016, 12:54)
Da vergleichst Du Teil- mit Gesamtstrecke. Der stündliche "Express" (im Artikel übrigens "Fernzug" genannt) soll halten in Ulm, Neu-Ulm (neu!), Illertissen und Memmingen. Damit ergeben sich diese stündlichen  Fahrtenmuster jeweils nach Neu-Ulm und Ulm, also die Einpendlerziele, die Deinen Ausführungen gegenüber gestellt werden können:
  • von Senden: 4x sbahnlogo.gif vs. 2x sbahnlogo.gif, ggf. 1/2x "Express"
  • von Illertissen: 3x, davon 2x sbahnlogo.gif, 1x "Express" vs. 1/2x sbahnlogo.gif, 1/2x "Express"
  • von Memmingen: 2x, davon 1x sbahnlogo.gif, 1x "Express" vs. 1x/2x sbahnlogo.gif, 2x "Express"


Ich könnte da jetzt ehrlich gesagt nicht fundiert abschätzen, wie genau der Bedarf besser abgedeckt. Ausgehend von einer Zielsetzung, die umliegenden Städte und Gemeinden besser an die Einpendlerzentren anzubinden, finde ich intuitiv das "vorgesehene" einleuchtender. Begründung: Das Angebot ist erkennbar darauf ausgerichtet, ein besseres ANgebot von den umliegenden Gemeinden nach Ulm und Neu-Ulm anzubieten, die (nochmal @Lobedan) die Einpendlerzentren sind. Die Nachfrage dürfte mit zunehmender Entfernung abnehmen, so dass mit dem abgestuften Konzept da besser darauf reagiert wird.

Wichtig ist am Ende auch, dass an den RE-Halten die Anschlüsse passen. So wie der gerade angesprochene Eckanschluss in Senden. Heute fährt der RE in Ulm 25 Minuten zur RB versetzt, sodass zumindest Illertissen dadurch ein halbwegs vertaktetes Angebot hat (20-40-Takt). Ich würde daher wohl auch dem neuen Konzept den Vorzug geben. Senden bekommt Takt 15 schon voll, vor allem, wenn Gerlenhofen dann noch dauerhaft dazu kommt. Geht dann maximal zulasten der parallelen Buslinie 73, die heute Takt 30 (zuzüglich diverser Schülerkurse) fährt und sehr ordentlich gefüllt ist.

QUOTE (Jogi @ 9 Jul 2016, 12:54)
Zum Weißenhorner: Mit der Flügelung lädt man sich Probleme auf: Aktuell beträgt die Fahrzeit 24 bzw. 25 Minuten, eigentlich fast perfekt für zwei Umläufe. Beim Flügeln verlängern sich die Fahrzeiten mindestens um zwei Minuten (andocken als hinterer Zugteil, langsamere Einfahrt) bis mindestens fünf Minuten (Standzeit vorderer Zugteil einschl. Stoppen und Freimeldung; Referenz: das FlexPro-Flügeln in Renningen und Eutingen). Hinzu kommt noch ein vorgesehener neuer Hp nördlich von Senden, ein weiterer ist optional. Sagen wir mal positiv, die Fahrzeit verlängere sich um drei Minuten (2 für's Flügeln, 1 durch den neuen Hp), dann sind wir bei 27 Minuten Fahrzeit für Ulm Hbf--Weißenhorn. Noch "ITF-optimal": Abfahrt Ulm xx.31, Ankunft Weißenhorn xx.58, Abfahrt yy.02, Ankunft Ulm yy.29. Klingt auf dem Papier gut, setzt aber voraus:
Eine entsprchende mögliche Ausrichtung des Knoten Ulms (ohne Blick in die Studie nicht überprüfbar), ausreichend Pufferzeiten (hab ich keine Erfahrungen auf dieser Strecke, allerdings sind die Schätzung schon stark positiv gewählt, die 30 Minuten würden eher gerissen werden), einen pünktlichen Flügel aus Illertissen/Memmingen mit u.U. wesentlich längerer Vorlaufzeit und eingleisiger Streckenführung.

Hinzu kommt beim "klassischen" ITF noch, dass der "Express" typischerweise nach dem Lumpensammler ankommt, würde also heißen Ankunft des bspw. Oberstdorfer um yy.31, also nach Knoten.

Was man wohl sagen kann: ein geflügelter Weißenhorner spart keine Garnitur ein, sondern würde mit ziemlicher Sicherheit eine weitere Garnitur erforderlich machen, um eine überschlagene Wende in Weißenhorn zu ermöglichen. Dagegen erlaubt die zehn Kilometer lange Stichstrecke Senden-Weißenhorn mit zehn Minuten Fahrzeit (die für diesen Standard extra auf 100 km/h ausgebaut wurde) auf Grundlage des aktuellen Weißenhorner-Fahrplans ein Kreuzen des Halbstundentaktes in Senden. Ist allerdings eine Diagnose aus der Ferne, ob's geht, kann ich nicht ausreichend sicher abschätzen.

U.U. verlängerten sich die Fahrzeiten auf der recht kurzen Strecke spürbar (ca. 30 bis 35 statt ca. 25 Minuten).

Hast Recht, für die Anschlüsse in Ulm wäre solcher Zeitverlust nicht zu verkraften und damit hat sich die Flügelidee wohl direkt wieder erledigt.

Fakt ist, dass man in Senden oder nördlich davon kreuzen muss. Die Stichstrecke nach Weißenhorn ist signaltechnisch nicht dafür ausgestattet, zwei Züge gleichzeitig aufzunehmen (fehlende Kreuzungsmöglichkeiten mal außen vor).
Und der heutige Fahrplan mit einem Umlauf für den Stundentakt ist schon sehr sportlich durch den Zwangspunkt in Senden bzw. die Eingleisigkeit nach Neu-Ulm. Wenn da irgendwas verspätet fährt und der Weißenhorner auch nur fünf Minuten davon abbekommt, ist die Rückleistung aufgrund der minimierten Wendezeiten an beiden Enden auch automatisch verspätet. Und das überträgt sich dann direkt auf den RE (der heute in Neu-Ulm mit dem Weißenhorner kreuzt, also spätestens in Finngingerstraße warten muss), der überträgt es dann auf die nächste Memmingen-RB (Kreuzung in Illertissen) und die behindert anschließend den nächsten Weißenhorner ("Kreuzung" südlich von Senden). Jedenfalls im schlimmsten Fall. Ein paar Pufferminuten hat man unterwegs, aber nicht sehr viele.
    
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ropix
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 18:18


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QUOTE (Lobedan @ 9 Jul 2016, 19:03)
Die Stichstrecke nach Weißenhorn ist signaltechnisch nicht dafür ausgestattet, zwei Züge gleichzeitig aufzunehmen (fehlende Kreuzungsmöglichkeiten mal außen vor).

Einspruch:

Die Stichstrecke nach Weißenhorn könnte mit entsprechender Ausweiche durchaus Mehrzugbetrieb.

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218 466-1
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 19:43


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Bei Witzighausen wäre noch Platz, den ehmaligen Kreuzubgsbf. betrieblich zu reaktivieren.
Weißenhorn selbst bräuchte lediglich einen zweiten Bahnsteig, sowie Ersatz des GS durch "P2".

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JeDi
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 19:45


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QUOTE (218 466-1 @ 9 Jul 2016, 20:43)
Weißenhorn selbst bräuchte lediglich einen zweiten Bahnsteig, sowie Ersatz des GS durch "P2".

Ein bisserl mehr bräuchte man schon, grundsätzlich hat man der Strecke aber schon ein richtiges Stellwerk spendiert...

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ropix
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 19:58


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QUOTE (JeDi @ 9 Jul 2016, 20:45)
Ein bisserl mehr bräuchte man schon, grundsätzlich hat man der Strecke aber schon ein richtiges Stellwerk spendiert...

Jo, eine elektrische Weiche und zwei Achszähler wären noch ganz sinnvoll smile.gif

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Didy
  Geschrieben am: 9 Jul 2016, 22:29


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Lobedan @ 9 Jul 2016, 19:03)
Wobei die größte Auslastung aus Senden kommt, nicht aus Weißenhorn. Letzterem fehlt aber natürlich auch ein bisschen das Hinterland.

In den ersten Wochen nach Betriebsaufnahme wurde berichtet, dass ein Zug morgens gegen 7 so voll war, dass bereits in Weißenhorn-Eschach nicht mehr alle mitfahren konnten...
Da ist definitiv Potential da.

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Lobedan
  Geschrieben am: 10 Jul 2016, 16:06


Kaiser


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Ja, das ist der Schülerzug. Der fährt seitdem als Dreifachtraktion RS1.


Wegen der Signale: Okay, mein Fehler. unsure.gif

Bearbeitet von Lobedan am 10 Jul 2016, 16:07
    
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ralf.wiedenmann
  Geschrieben am: 27 Aug 2018, 15:56


Kaiser


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Regio S-Bahn Tannheim - Memmingen- Illertissen - Ulm kommt
Memminger Zeitung, 23.8.2018: https://www.all-in.de/memmingen-und-region/...eplant_a5013354

Einige Zitate aus der E-paper-Ausgabe:

„Ein klares Bekenntnis zur geplanten Regio-S-Bahn hat Bayerns Verkehrsministerin abgegeben.“

„Das grenzübergreifende S-Bahn-Projekt sieht im Bereich Donau-Iller acht Linien vor, die aus dem Umland alle nach Ulm führen. Eine davon ist die S6 von Tannheim über Memmingen und Illertissen.“

Nach Auskunft der Projektplaner wird die Regio-S-Bahn jedoch nicht vor 2023 kommen.

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Lobedan
  Geschrieben am: 27 Aug 2018, 18:26


Kaiser


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Na ja gut, eine Zusage der Stationen rund um Memmingen, mehr nicht. Das lastet die Züge dort besser aus, macht den Illertalbahnausbau aber nur noch nötiger, denn sonst bleibt es beim Istzustand der Zugzahlen.
    
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ralf.wiedenmann
  Geschrieben am: 22 Feb 2019, 16:08


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Zügiger durch das Illertal mit der S-Bahn
Augsburger Allgemeine, 19.2.2019: www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Zuegiger-durch-das-Illertal-mit-der-S-Bahn-id53530876.html[tr]

Bearbeitet von ralf.wiedenmann am 22 Feb 2019, 16:08

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Trapeztafelfanatiker
  Geschrieben am: 23 Feb 2019, 01:15


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Warum ist ein durchgehender zweigleisiger Ausbau nicht finanzierbar? Warum ist dann selbst der sinnloseste, teuerste Straßenausbau in diesem Land finanziert?
Und nicht durchsetzbar? Ausreden.
    
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