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Die neuen Fahrgastrechte [Zur Themenübersicht]
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Jogi
  Geschrieben am: 29 Mar 2014, 10:52


Kaiser


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QUOTE (Flo_K @ 29 Mar 2014, 09:48)
Aber du bist doch mit einer Verspätung von unter 60 Minuten angekommen...

Von 60 min, nicht unter 60. Da gemeinhin ab eben jener Stunde die FGR greifen (s. etwa die 25-Prozent-Erstattung), ist das hier schon entscheidend.

QUOTE (Flo_K @ 29 Mar 2014, 09:48)
... und Anschluss eine Stunde später war gewährleistet. Da gibt es meines Wissens, ohne das jetzt aber nach zuschauen, einfach keinen Anspruch (kann man auch verstehen, finde ich)

DB-BB § 9.1.5. (eigene Formatierung zur besseren Lesbarkeit):
QUOTE
Der Beförderer bietet dem Reisenden die Weiterbeförderung

[1.] in einem anderen Verkehrsmittel an,
(i) sofern dies praktisch durchführbar ist,
(ii) wenn seine fahrplanmäßige Ankunftszeit in den Zeitraum zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr fällt und (iii) [wenn] vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass der Reisende wegen einer Zugverspätung oder eines Zugausfalls ohne Nutzung dieses Verkehrsmittels mindestens 60 Minuten verspätet am Zielort ankommen wird,

[2.] oder sofern ein Zug ausfällt, es sich bei dem vom Reisenden gewählten Zug um die letzte fahr-
planmäßige Verbindung des Tages handelt [...].

Nutzt der Reisende selbständig ein anderes Verkehrsmittel, so hat er einen Anspruch auf Ersatz der dafür erforderlichen Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80 €.


[2.] ist hier nicht relevant, da der letzte Zug nicht ausgefallen ist. Für [1.] scheinen mir die Bedingungen prinzipiell erfüllt und durchführbar zu sein: (i) Selbst wenn unmittelbar kein Taxi am Hbf verfügbar wäre, in München ließe sich doch mit Sicherheit eines organisieren. (ii) Planankunft wäre 2.24 Uhr gewesen. (iii) Er käme auf jeden Fall die "magische" Stunde später an.

Dann bliebe eigentlich noch eine Frage zu klären, wie lange es dauert, ein Taxi zu organisieren. Damit meine ich weniger das Anrufen & Bestellen, sondern das Abklären der Rotkäppchen, wie man die Fahrgäste auf die Taxen verteilt. Wenn das 40, 50, 60 Leute sind, dann kann das schon mal eine Stunde dauern...

Wegen dem EBA: Die Herrschaften haben u.a. eine "Bürger-Hotline" zu Fragen zu den FGR eingerichtet und sind meiner Erfahrung nach kompetent UND bemüht schnell zu helfen; bei meiner "speziellen" Frage wurde damals sogar ihr Hausjurist kontaktiert...

Bearbeitet von Jogi am 29 Mar 2014, 10:56
    
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Supertom
  Geschrieben am: 30 Mar 2014, 19:36


Haudegen


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QUOTE
Aber du bist doch mit einer Verspätung von unter 60 Minuten angekommen und Anschluss eine Stunde später war gewährleistet.


Die Verspätung in der Ankunft in München Hbf ist meines Erachtens unwesentlich, da die Fahrgastrechte explizit von "einer zu erwartenden Verspätung am Zielort" sprechen. Und die zu erwartende Verspätung als ich am Servicepoint stand war 60 Minuten, da der Anschluss weg war und die eine Stunde spätere S-Bahn laut Fahrplan die nächste Reisemöglichkeit ist.

QUOTE
Das kann man so und so interpretieren - ich würde mal das EBA Fragen, wie die das sehen...


Das ist ne sehr gute Idee. Ich nehm diesen Zug gelegentlich, d.h. die Situation kann prinzipiell jederzeit wieder auftreten...
    
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Flo_K
  Geschrieben am: 30 Mar 2014, 20:27


Lebende Forenlegende


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Okay. Ja ich hatte da einen Denkfehler, tut mir leid. Dass sich die 60 Min auf Freising bezogen haben, habe icn irgendwie nicht gescheckt... Wenn das Ziel laut Ticket Freising ist, hast du natürlich Recht. Falls das Ziel Deines Tickets allerdings München Hbf war, wirst kein Erfolg haben (ich spreche aus leidvoller Erfahrung ^^)
    
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Supertom
  Geschrieben am: 4 May 2014, 11:22


Haudegen


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Hallo,

angesichts eines neuerlichen Vorfalls, der mir zu dem Thema passiert ist, will ich euch den Ausgang des Themas nicht vorenthalten:
Nach längerem Schriftwechsel mit dem Kundendialog, welcher stets ziemlich inhaltslosen Müll darstellte, habe ich mich an das Eisenbahn-Bundesamt gewandt. Nach nur einer Woche kam von dort eine ausführliche, juristische Stellungnahme: es ist definitiv durch die Fahrgastrechte abgedeckt, bei einer zu erwartenden Verspätung von 60 Minuten zwischen 0 und 5 Uhr ein Taxi zu nehmen; die Auskünfte der Deutschen Bahn am Servicepoint München seien falsch gewesen. Dieses Schreiben habe ich der Deutschen Bahn geschickt mit der Bitte um eine Stellungnahme. Letzte Woche Mittwoch rief mich doch tatsächlich eine sehr freundliche Dame von der DB an, welche mich vielmals um Entschuldigung bat. Es sei unerträglich, was da gelaufen sei und mir hätte ein Taxi zugestanden. Ferner hätte der Kundenservice auch noch ziemlichen Mist fabriziert. Es wird nicht wieder vorkommen, das Personal in München Hbf wird nochmals geschult, wie die Regeln sind und ich erhalte einen Reisegutschein, Betrag würde ich hier ungern nennen, war aber sehr großzügig. Diesen würde Sie gleich in die Post geben. Das war letzte Woche Mittwoch. Ein Brief der DB kam bis heute nicht an, dafür ereignete sich mal wieder etwas tariflich sehr interessantes:

Ich wollte einen Ausflug nach Halberstadt machen und habe mir dafür ein Schönes-Wochenende-Ticket geholt. Geplant war ursprünglich folgende Verbindung:
17:02 ab Halberstadt
18:00 an Halle(Saale) Hbf
18:23 ab Halle(Saale) Hbf
19:02 an Naumburg
19:14 ab Naumburg Hbf
20:33 an Saalfeld(Saale)
20:57 ab Saalfeld(Saale)
23:17 an Nürnberg Hbf
23:40 ab Nürnberg Hbf
01:29 an München Hbf
01:43 ab München Hbf
02:24 an Freising

Diese Verbindung konnte ich schon vor Fahrtantritt streichen, da die Strecke zwischen Jena und Saalfeld gesperrt ist. Dazu kommt noch, dass in exakt jener Nacht auch noch Bauarbeiten auf der S1 waren. Am Ende geplant und als Reiseverbindung gedruckt kam folgende Verbindung raus:
17:02 ab Halberstadt
18:00 an Halle(Saale) Hbf
18:14 ab Halle(Saale) Hbf
19:56 an Zwickau Hbf
20:27 ab Zwickau Hbf
21:32 an Hof Hbf
21:36 ab Hof Hbf
23:30 an Nürnberg Hbf
23:35 ab Nürnberg Hbf
01:24 an München Hbf
01:48 ab München Hbf
02:04 an Oberschleißheim
02:10 ab Oberschleißheim
03:04 an Freising

Sprich, gleiche Abfahrtszeit, andere Route, aber wegen der S1-Bauarbeiten spätere Ankunft. Nun passierte das, was nicht passieren sollte - der Regionalexpress von Halberstadt nach Halle hatte exakt 17 Minuten Verspätung. Da kein Zugbegleiter auffindbar an, rief ich aus dem Zug die 3S-Zentrale Halle an, schilderte den Vorfall und dass ich den Anschluss unbedingt bräuchte, da ich sonst nicht mehr mit Regionalzügen nach Freising weiterkäme. Sie versprach, sich darum zu kümmern und andernfalls sollte ich an den Servicepoint in Halle gehen.
Da der Übergang bahnsteigleich war, rechnete ich mir noch gewisse Chancen aus, aber es kam, wie es in der engstirnigen "S-Bahnen warten nicht, nie!"-Denke kommen musste: die S-Bahn war weg.
Also Plan B und ab zum Servicepoint. Erwartet hätte ich, dass dort eine Freigabe des ICE1517 erfolgt, da dies ja nun die einzige Möglichkeit war. Stattdessen schickte mich das dortige Personal Richtung Leipzig. Auf meinen Einwand, ob es nicht geschickter wäre, hier und jetzt die ICE-Freigabe zu erteilen und ggf. mit Regionalzügen nach Naumburg vorzufahren, um dort in den ICE einzusteigen, wurde ich hartnäckig weiter nach Leipzig geschickt. Schließlich begab ich mich in die nächste S-Bahn Richtung Leipzig. Wohl wissend, dass ich auch dort den ICE1517 erreiche, aber dann damit halt länger ICE fahre (wenn das nicht so gewesen wäre, hätte ich die Anweisung des Personals wohl einfach ignoriert und wäre mit dem 1517 einfach so gefahren).

In Leipzig kam dann als erstes die Frage, die ich mir auch stellte: "Warum wurden Sie denn hier hergeschickt?" Nachdem aber die freundliche Bahnhofschefin gerufen wurde, stellte man mich vor die Wahl: Hotel oder ICE-Freigabe. Da ich nichts zum übernachten dabei hatte, zog ich die ICE-Fahrt vor.
Normalerweise wäre das das Happy End gewesen, weil ich ja mit dem ICE1517 die Verspätung eingeholt hätte. Es war aber nicht normalerweise, sondern es gab ja noch die Streckensperrung irgendwo zwischen Jena und Saalfeld. Daher wurde der ICE1517 via Fulda umgeleitet und zum Abschluss folgte auch noch eine geplante Umleitung via Augsburg. Planankunft in München Hbf war 2:04, eingetrudelt sind wir gegen 2:18, da auch noch eine kleine technische Störung an der Strecke war. Laut dem gedruckten Reiseplan, den ich seit Leipzig in der Hand hatte, sollte ich somit die S-Bahn um 2:48 nehmen und um 4:04 in Freising sein - also, um zum Tarif zurückzukommen: die magischen 60 Minuten später. Dies hatte ich auch bereits in Leipzig angesprochen, wurde aber wegen dieses Themas letztendlich auf München verwiesen - es ginge nicht, in Leipzig einen Taxigutschein München-Freising auszustellen, ferner sei die ICE-Freigabe für das Schöne-Wochenende-Ticket eh schon großzügig.

Also hin zu meinen "nachgeschulten" Freunden am Servicepoint. Dort wurde mir ein Taxi verweigert mit der Begründung, es fährt ja noch was und ich käme ja nur eine Stunde später an. Also der gleiche Schwachsinn, wie noch vor nem Monat verbreitet wurde. Mein Hinweis auf die Fahrgastrechte, den damaligen Vorfall und der Tatsache, dass ich das Schreiben des EBA dabei hatte und ihm unter die Nase hielt, meinte er, ich hätte Unrecht, das Schreiben sei fehlerhaft und ich bekäme kein Taxi.
Ich schlich mich dann recht schnell für meinen eigenmächtigen Plan B: mit der Pendel-S-Bahn um 2:25 zum Ostbahnhof, um 2:44 zum Flughafen, Ankunft dort 3:15, ab dort Taxi nach Freising (ca. 20 Euro). Ist ja doch erheblich billiger als das Taxi direkt ab München und reduziert die Verspätung um ne halbe Stunde. Das hat dann auch geklappt, Taxi musste ich natürlich selbst zahlen. Kundenservice hab ich bereits kontaktiert mit dem Vorfall, war aber nicht erreichbar - angeblich bekomme ich nen Rückruf.

Dazu jetzt mal meine Frage: wie stehen in diesem Fall die Chancen darauf, dass ich die Taxikosten erstattet bekomme?
    
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chris232
  Geschrieben am: 5 May 2014, 13:04


Lebende Forenlegende


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Ich zitier mal von der Fahrgastrechte-Seite:

QUOTE
Bei einer zu erwartenden Verspätung ab 20 min. am Zielbahnhof der Reise besteht die Möglichkeit, andere -nicht reservierungspflichtige- Züge zu benutzen, um die Zielstation mit einer möglichst geringen Verspätung zu erreichen. Soweit hierfür der Erwerb eines Produktübergangs oder einer weiteren Fahrkarte notwendig ist, werden die Kosten hierfür auf Antrag erstattet.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Fahrausweise, für die ein erheblich ermäßigtes Beförderungsentgelt gezahlt wurde. (...)
•Schönes-Wochenende-Ticket (SWT)


Das entspricht auch soweit dem, was ich im Kopf hatte: Dass dir beim SWT der Produktübergang nicht zusteht, sondern schon aus Kulanz erfolgt. Schließlich ist ja nicht nachweisbar, wo du wirklich hinfahren wolltest... Die Regelung für das Taxi ist allerdings nicht explizit davon ausgenommen.

--------------------
Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
Otto von Bismarck

Daher hat die Bahn dem Gemeinwohl und nicht privaten Profitinteressen zu dienen, begreifen Sie es doch endlich mal!
    
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Supertom
  Geschrieben am: 5 May 2014, 20:41


Haudegen


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QUOTE
Dass dir beim SWT der Produktübergang nicht zusteht, sondern schon aus Kulanz erfolgt.


Der von der zitierte Abschnitt schließt das SWT in der Tat aus. Aber es gibt ja noch meine "Lieblings-Regelung":
"Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielort von mindestens 60 Minuten und einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr hat der Fahrgast das Recht, ein anderes Verkehrsmittel zu nutzen (z.B. Bus oder Taxi). Die Kosten hierfür werden bis maximal 80 EUR erstattet."

Einen ICE würde ich auch als "anderes Verkehrsmittel" sehen. Naumburg-München kostet mit BC25 69 Euro, meiner Auffassung nach ist dann dieser Fall auch durch die Fahrgastrechte abgedeckt und keine Kulanz mehr. Trickreich wäre in dem Fall nur, dass ich dann mit Taxi auf mehr als 80 Euro gekommen wäre. War aber nicht so und hier steht ja "Kosten erstattet", also externe Aufwendungen der DB.

QUOTE
Schließlich ist ja nicht nachweisbar, wo du wirklich hinfahren wolltest...


Nachweisbar nicht, daher zumindest belegbar. Ich hab mir angewöhnt, einen Automatenausdruck von der Verbindung mitzunehmen - hilft im Zweifelsfall. Zudem dürfte das Missbrauchsrisiko recht gering sein. Man braucht ja erstmal einen Anschlussverlust und müsste dann behaupten, in eine Stadt zu wollen, in die man gar nicht will. Dann könnte man nur sofort, zu nachtschlafener Zeit dahin fahren. Und dann? So verrückt kann man gar ned sein, dass man das macht...

Übrigens, ich soll mit meinem konkreten Fall zum Servicecenter Fahrgastrechte. Mit denen darf ich mich dann wegen den Taxikosten runterärgern. Kulanz wegen falscher Auskünfte und unfreundliche Behandlung gibts nicht. Gutschein wegen dem ersten Vorfall ist angeblich verschickt worden, angeblich ist es normal dass das 2 Wochen dauert. Der Kundenservice für bahn.comfort-Kunden war schonmal deutlich besser.

Schauen wir mal was das Servicecenter Fahrgastrechte diesmal macht, letztes mal haben sie es geschafft, statt Freising als Wohnort "Salzkotten" zu schreiben. ph34r.gif
    
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JeDi
  Geschrieben am: 5 May 2014, 20:44


Lebende Forenlegende


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QUOTE (Supertom @ 5 May 2014, 21:41)
Einen ICE würde ich auch als "anderes Verkehrsmittel" sehen. Naumburg-München kostet mit BC25 69 Euro, meiner Auffassung nach ist dann dieser Fall auch durch die Fahrgastrechte abgedeckt und keine Kulanz mehr. Trickreich wäre in dem Fall nur, dass ich dann mit Taxi auf mehr als 80 Euro gekommen wäre. War aber nicht so und hier steht ja "Kosten erstattet", also externe Aufwendungen der DB.

Da steht aber auch:

QUOTE
Stellt die Eisenbahn dem Fahrgast das andere Verkehrsmittel bzw. eine erforderliche Übernachtung unentgeltlich zur Verfügung, hat dies grundsätzlich Vorrang vor selbst organisierten Alternativen.


m.M.n. darf man aber trotzdem die üblichen Kosten anrechnen - hier übrigens nicht mal die BC25-Ermäßigung, da die Grundfahrkarte nicht mit BC25 gelöst war. Damit hast du bereits 92 Euro für ein anderes Verkehrsmittel erhalten - Taxi kommt also nicht mehr in Frage.

Bearbeitet von JeDi am 5 May 2014, 20:45

--------------------
Kein Sex mit Nazis! Queerdenken statt Querdenken!
    
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chris232
  Geschrieben am: 5 May 2014, 20:48


Lebende Forenlegende


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Wohnort: Myunkhen


Was den Missbrauch angeht: Ich steh am Bahnhof, will von A nach B, sehe dass der RE Verspätung hat* und der ICE pünktlich ist. Also kauf ich eine "erheblich ermäßigte" Fahrkarte, geh zu entsprechender Stelle und komm mit dem ICE ne Stunde früher mit zwei Umstiegen weniger für den halben Preis an.

*Meinetwegen via Internet für einen Anschlusszug, bevor's heißt dass ich das ja vor dem Kauf gewusst hätte.

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Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
Otto von Bismarck

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Supertom
  Geschrieben am: 5 May 2014, 21:27


Haudegen


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Beiträge: 621

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Wohnort: Freising


QUOTE
darf man aber trotzdem die üblichen Kosten anrechnen - hier übrigens nicht mal die BC25-Ermäßigung, da die Grundfahrkarte nicht mit BC25 gelöst war.


Das finde ich ne ziemlich interessante Begründung. Nach der Regel dürfte ich ja theoretisch auch nen Fernbus benutzen, beim Busfahrer zahlen und mir das auch erstatten lassen. Wenn es jetzt da ne goldene Fernbus-Karte gäbe und ich die hätte, die 10% bringt, bekomm ich dann auch den normalen Fahrpreis von der DB erstattet?

QUOTE
Ich steh am Bahnhof, will von A nach B, sehe dass der RE Verspätung hat* und der ICE pünktlich ist. Also kauf ich eine "erheblich ermäßigte" Fahrkarte, geh zu entsprechender Stelle und komm mit dem ICE ne Stunde früher mit zwei Umstiegen weniger für den halben Preis an.


Früher ankommen ist meines Wissens nach nicht - mir würde keine Begründung einfallen, weiter als benötigt mit dem ICE zu fahren. Und das mit der Verspätung ist ja auch trickreich, man müsste dann ja wenn man sieht das der RE Verspätung hat, schnell ein Bayern-Ticket oder so kaufen, da ja die Bahn bei bekannten Verspätungen diese auch automatisch anzeigt. Und dann müsste man vor dem Anschlussverlust in diesen einsteigen. Selbstverständlich geht das alles nur, wenn wirklich eine Verspätung auftritt und die Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr ist. Also so ne Möglichkeit zu finden würde mich so sehr stressen, dass ich den "Komfortvorteil" des ICE auch dringenst bräuchte blink.gif
    
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Boris Merath
  Geschrieben am: 6 May 2014, 01:48


Lebende Forenlegende


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Chat: BorisM 

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Früher ankommen zu verbieten finde ich nicht nachvollziehbar - wenn der Zug 1 an A um 23:50 abfährt und in B um 1:15 ankommt, Zug 2 dagegen in A um 0:05 abfährt, aber schon um 0:55 in B ankommt, Zug 1 aber mit zwei Stunden Verspätung ankommen soll - mit der Begründung des Verbots des früher ankommens die Fahrt mit Zug 2 zu verweigern würde ich nicht für nachvollziehbar halten.

Bearbeitet von Boris Merath am 6 May 2014, 01:49

--------------------
Bis zur vollzogenen Anbringung von ausreichenden Sandstreuapparaten an allen Maschinen haben die Bahnwärter bei aufwärtsgehenden Zügen auf stärkeren Steigungen die Schienen ausgiebig mit trockenem Sand zu bestreuen und für die Bereithaltung eines entsprechenden Vorrathes zu sorgen.

Fahrdienstvorschrift bayerische Staatsbahnen 1876
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 23 Nov 2018, 19:34


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Antwort von dort, könnte ja vielleicht mal jemanden interessieren und ist hier wieder auffindbar.


Ich habe jetzt doch viel länger recherchiert als gedacht und nichts Konkretes dazu gefunden.

Allerdings habe ich hier dieselbe Frage für QDL gefunden und die Antwort lautet: Selbst mit QDL (also wohl mit jeder erheblich ermäßigten Fahrkarte) steht dir eine Hotelübernachtung oder Taxi bis 80€ zu, wenn dein letzter Anschluss weg ist.
Damit wäre meine vorherige Aussage
QUOTE (Entenfang @ 23 Nov 2018, 13:49)
Kommt drauf an - mit Bayernticket & Co. oder ohne durchgehende Fahrkarte würde ich mich manche Spätverbindung auch nicht trauen.

zum Teil hinfällig. Mit einem erheblich ermäßigten Angebot hätte man folglich Anspruch auf eine Hotelübernachtung, ohne durchgehene Fahrkarte dagegen nicht.

So wie ich das verstehe, wäre dann aber auch mit erheblich ermäßigtem Angebot die Nutzung einer höheren Produktklasse (also FV) zulässig. Das ist ja üblicherweise ausgeschlossen, wie z.B. hier nachzulesen ist.

Ohne jetzt direkt was zur BC 100 gefunden zu haben, würde ich mal schlussfolgern, dass du dann (abgesehen von den 10€ Pauschalbetrag) auch Anspruch auf ein Taxi/Hotel hast. War ja beim Deutschlandpass auch so, der ja quasi dasselbe Angebot ist. Aber du kannst ja selbst mal eine Frage bei der Bahn-Community stellen.

Oder findet jemand einen entsprechenden Absatz in den Beförderungsbedingungen? Ich bin nicht fündig geworden...

--------------------
Mein Bahnjahr 2020 (vgl. zum Durchschnitt der Jahre 2014-2019)
Gefahrene Strecke: 25.400 km (-) Gesamtreisezeit: 14,33 Tage (-) Gesamtverspätung (wie FGR): 818 min (=) Planmäßige Reisegeschwindigkeit: 73,9 km/h (-) Kosten pro km: 7,1 Cent (+) Anschlusserreichquote: 87,0% (--)
    
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Jogi
  Geschrieben am: 23 Nov 2018, 22:31


Kaiser


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Alles so weit richtig, auch bei "relationslosen" Netzkarten stehen einem - natürlich - die Weiterbeförderung bis zum eigentlichen Zielbahnhof zu wie auch eine nach Rahmen der Möglichkeiten eine angemessene Unterbringung, wenn eine Weiterreise am gleichen Tag nicht zumutbar ist.

QUOTE (Entenfang @ 23 Nov 2018, 20:34)
So wie ich das verstehe, wäre dann aber auch mit erheblich ermäßigtem Angebot die Nutzung einer höheren Produktklasse (also FV) zulässig. Das ist ja üblicherweise ausgeschlossen, wie z.B. hier nachzulesen ist.

Kommt auf den Umstand an - machen wir es mal an einem Bayern-Ticket für die Verbindung Nürnberg-München fest:
Fall A, ein MNX fällt mittags aus - keine alternative Beförderung im ICE vorgesehen, auch nicht mit Vorauslegen der Differenz zwischen ICE- und PK-C-Flexpreis, weil nicht vergleichbare BB.
Fall B, die letzte Tagesverbindung fällt aus - da ist eine Weiterbeförderung im ICE durchaus drin, dann als "alternatives Verkehrsmittel" und entsprechend ohne Zahlung eines Differenzbetrages.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 6 Jan 2021, 21:39


Lebende Forenlegende


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Der Threadtitel passt insofern ganz gut, als dass mit dem Beginn des neuen Jahres in der Schweiz gesetzliche Fahrgastrechte mit Erstattungen in bekannter Höhe (25% ab 1h, 50% ab 2h) für den gesamten ÖV inkraft getreten sind. Sie gelten also nicht (wie in Deutschland) nur im Eisenbahnverkehr.

https://news.sbb.ch/artikel/102467/fahrgast...b-1-januar-2021

--------------------
Mein Bahnjahr 2020 (vgl. zum Durchschnitt der Jahre 2014-2019)
Gefahrene Strecke: 25.400 km (-) Gesamtreisezeit: 14,33 Tage (-) Gesamtverspätung (wie FGR): 818 min (=) Planmäßige Reisegeschwindigkeit: 73,9 km/h (-) Kosten pro km: 7,1 Cent (+) Anschlusserreichquote: 87,0% (--)
    
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