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Aircraft on Rail, Kann der Zug den Flieger ersetzen? [Zur Themenübersicht]
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Rohrbacher
  Geschrieben am: 26 Oct 2019, 21:02


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QUOTE (146225 @ 26 Oct 2019, 20:51)
Das Wort hast du nicht geschrieben, das stimmt. Der Rest ist aber dein Standard-Textbaustein, der demnächst wieder im Regionalverkehrsthema X (was immer am nächsten dran ist) so oder ähnlich stehen wird.

Standard ist eigentlich nur dein Beißreflex gegen mich (!), wenn dir wiedermal nicht ein einziges Sachargument einfällt. Du bist der, der die ganze Zeit am Motzen ist, hier z.B. dass die Züge versifft und voll sind und Flugpassagiere eh alle pfui... Und ich sage nur, dass sich die DB bzw. das ganze Eisenbahnwesen an sich auch hier nur marktwirtschaftlich verhalten, was du ja eigentlich gut finden müsstest. Du solltest dich endlich mal entscheiden: Entweder findest du auslastungs- und kostenoptimierten Bahnverkehr super, dann lebe aber bitte damit, dass n-Wagen ihr 50. Dienstjubiläum erleben, 420 reaktiviert werden, nach monetären Gesichtspunkten gehandelt wird und nicht unbedingt im Sinne der Bürger und Fahrgäste, Betreiberwechsel komplett in die Hose gehen, ICE versifft und voll sind, Fahrpreise entsprechend der Nachfrage dynamisch gestaltet werden. Oder du findest das eben nicht so toll. Nachdem das aber alles systemische Ursachen hat, muss man sich dann trauen, das System in Frage zu stellen. Es kann keine liberalisierte marktwirtschaftliche Eisenbahn mit dem Unternehmensziel der Geldvermehrung geben, die sich gleichzeitig gemeinnützig verhält und staatspolitische Ziele verfolgt. Das funktioniert genauso wie sich ein von Quoten und Werbeeinnahmen abhängiger Privatfernsehsender logischerweise anders verhält als ein öffentlich-rechtlicher mit Gebührenfinanzierung.

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146225
  Geschrieben am: 26 Oct 2019, 21:47


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Danke, gebe ich gerne 1:1 zurück. Beißreflex wäre sogar haargenau das Wort gewesen, welches ich gewählt hätte. Schön, dass wir darüber gesprochen haben. Ganz verrückter Vorschlag von mir: auch wenn unsere Standpunkte nicht immer dieselben waren, sind und sein werden, könnten wir die Beißreflexe auch im digitalen Lagerraum lassen, so meinetwegen. Dazu muss aber mehr oder besserer Inhalt kommen als jedes Mal die selben Punkte, die wir schon etliche Male hin- und her geschoben haben. Versprochen: ich nehme mich da auch selber beim Wort.

QUOTE
Nachdem das aber alles systemische Ursachen hat, muss man sich dann trauen, das System in Frage zu stellen. Es kann keine liberalisierte marktwirtschaftliche Eisenbahn mit dem Unternehmensziel der Geldvermehrung geben, die sich gleichzeitig gemeinnützig verhält und staatspolitische Ziele verfolgt.


Richtig, das kann und darf man hinterfragen. Gerne darf man auch neue Perspektiven aufzeigen oder überlegen, wo Potentiale zur Verbesserung vorhanden sind. Es aber mit pauschaler Ablehnung und Verhöhnung ("rosarote Einhornbahn") der Ist-Zustände und den immer gleichen Stichworten, die oftmals nur eine oberflächliche Glorifizierung des auch nicht fehlerfreien Modells "Staatsbahn" sind, abgemischt mit ein bisschen "Früher war alles besser. (Und aus Holz!)" zu tun, nachgerade diese Tätigkeit in eine Endlosschleife ohne Rücksicht auf sachlichen, räumlichen oder zeitlichen Bezug zu verwandeln, das, mit Verlaub, erscheint mir ein bisschen zu wenig. Komm, das kannst du doch besser!


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Rohrbacher
  Geschrieben am: 26 Oct 2019, 22:28


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QUOTE (146225 @ 26 Oct 2019, 22:47)
Danke, gebe ich gerne 1:1 zurück.

Zu mehr scheinst du nicht fähig zu sein, z.B. zu konkreten Vorschlägen in der Sache.

QUOTE (146225 @ 26 Oct 2019, 22:47)
Es aber mit pauschaler Ablehnung und Verhöhnung ("rosarote Einhornbahn") der Ist-Zustände und den immer gleichen Stichworten, die oftmals nur eine oberflächliche Glorifizierung des auch nicht fehlerfreien Modells "Staatsbahn" sind, abgemischt mit ein bisschen "Früher war alles besser. (Und aus Holz!)" zu tun, nachgerade diese Tätigkeit in eine Endlosschleife ohne Rücksicht auf sachlichen, räumlichen oder zeitlichen Bezug zu verwandeln, das, mit Verlaub, erscheint mir ein bisschen zu wenig.

Es mag wie ein Textbaustein wirken, aber der einzige, der es ständig erwähnt bist du.
Übrigens bist du Urheber folgender Zitate, also offensichtlich mit den Ist-Zuständen mal wieder nicht so recht zufrieden:

"Da sieht man doch wieder, was man als Bahn-Fahrgast noch wert ist, wenn DB Fernverkehr sich mit nicht vorhandenen freien Kapazitäten bei einer Airline prostituiert."
"Lasse ich die Eisenbahn entscheiden, wann es ihr genehm wäre, dass ich mitfahre?"
"Was, dass ich dauernd von der Eisenbahn ins Gesicht gespuckt bekomme? Das verspätete, versiffte Züge mit zu geringen Kapazitäten und reichlich Defekten wegen unterlassener Pflege unterwegs sind? Dass ich zukünftig ergänzend zum Gelaber von DB Fernverkehr auch noch das von der Lufthansa zu Gehör bekomme?"

Blablabla. Da sind alles ziemlich unmittelbare Folgen der Bahnreform von 1994 bzw. die Gesetzmäßigkeiten des Marktes. Es ist nunmal so, dass man zu Staatsbahnzeiten keinen Gummitarif hatte, um die Auslastung zu steuern, sondern die Kapazitäten per V60 und weiterer Bm (damals übrigens jüngere Fahrzeuge als sie heute oft rumfahren) an die Nachfrage angepasst hat. Es gab auch eigene Sonderzüge nicht nur zu besonders nachfragestarken Anlässen, sondern auch für die Bundeswehr, Reiseveranstalter, Messen und ach ja, bis 1993 für die Lufthansa. Damit das Airlinegschwerl, genau wie du dir das vorstellst, nicht in den normalen IC rumlungert und die Reisekultur stört. ph34r.gif Aber wenn dir solche "Retrovorschläge" nicht gefallen, mach doch zur Abwechslung selbst einen konkreten Vorschlag wie "man", die DB oder wer auch immer die von dir angesprochenen Probleme lösen könnte, ohne dass man hier eine recht weitgehende Rolle rückwärts macht, wie man es ja teilweise bei kommunalen Betrieben aus den selben Gründen auch schon gemacht hat. Den Markt glorifizieren während man gleichzeitig dessen Folgen vermaledeit, sieht irgendwie blöd aus. rolleyes.gif

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146225
  Geschrieben am: 26 Oct 2019, 23:54


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Solange die Marktwirtschaft das politische Denken und Handeln der Republik bestimmt, wird sich auch das System Eisenbahn an marktwirtschaftlichen Kriterien ausrichten, aufstellen und messen lassen müssen. Anders wird das nicht dauerhaft in Deutschland funktionieren. Über den Hebel "Klimaschutz" kann man zwar sicher die ärgsten Fehler der Politik seit 1949 ein bisschen mildern, wenn man betont, dass Eisenbahn auch einen volkswirtschaftlichen Wert hat - was bisher im Autoland Deutschland ja oft genug nur Gültigkeit hatte, wenn man irgendwie noch ein Transportmittel für Schüler, Alte und Bundeswehrangehörige gebraucht hat. Am Ende des Tages wird unterm Strich aber immer die Frage stehen: "Was kostet das?" - und wenn es nach Augenschein zu viel kostet, wird es lieber unterlassen. Und darin, genau darin, liegt Gefahr und Risiko eines monopolistischen Staatsbahn-Gebildes - wer niemals befürchten muss, durch jemanden, der es besser kann, abgelöst zu werden, der hat auch kaum einen Anreiz, besser zu sein. Sicher kann man mit entsprechendem Mitteleinsatz auch etwas in solchen Systemen bewegen, das muss aber dann schon sehr gut politisch abgesichert sein, denn im Zweifelsfall ("Schwarze Null!") wird, wie oben gesagt, schneller eher kein Geld als zu viel Geld ausgegeben. Deutschland in der europaweiten Spitzengruppe der Investitionen in die Eisenbahn, das glaube ich beim besten Willen nicht, dass ich das noch erleben werde - also müssen halt Mechanismen her, die möglichst effektiv sicherstellen, dass aus dem zu geringen Mitteleinsatz ein möglichst breites Ergebnis heraus kommt. Nachdem Fünfjahrespläne, allerhöchste Weisungen und dergleichen hierzulande nicht (mehr) den üblichen Gepflogenheiten entsprechen, müssen es wohl Anwendungen der Marktwirtschaft sein. Wenn Du einen besseren, mit den politischen Gegebenheiten der Republik und natürlich dem Grundgesetz zu vereinbarenden Weg kennst, geh ihn - meine Stimme ist dir sicher.

Wie die Fehlbildungen ("Angebotsumstellung!") des Staatsbahnmodells kann es solche natürlich auch bei Anwendung von marktwirtschaftlichen Mitteln auf die Eisenbahn geben, das bestreite ich gar nicht. Einiges davon erleben wir in diesen Zeiten - der allgegenwärtige Personalmangel ist letztlich unternehmerisches Versagen am Markt, wenn eine Branche als Arbeitgeber so beliebt ist wie eitriges Zahnweh, dann ist irgendwas nicht erst seit gestern Mittag schief gelaufen. Und das ist nicht nur die immer wieder beklagte "fehlende Sicherheit" für die Mitarbeitenden, denn die gibt es so außer vielleicht in Teilen des öffentlichen Dienstes so auch sonst nirgendwo mehr. Selbst kommunale Institutionen der Daseinsvorsorge wie Krankenhäuser wurden schon verkauft, geschlossen, zusammen gelegt, verändert... - es gibt genug Beispiele, und sicher auch hier im Forum, dass eine Erwerbsbiographie nicht immer auf geradem Wege verläuft. Nimm mich mal als Beispiel - wenn nächstes Jahr meine oberste Geschäftsleitung meines Arbeitgebers den Laden in die Insolvenz führt, dann hilft mir das auch nur noch bedingt, dass ich ein qualifizierter Spezialist in meiner Nische und im Unternehmen relativ einzigartig bin, noch dass ich 20 Jahre für das Unternehmen tätig bin. Das hätten sich auch die Tf von DB Regio Württemberg sagen können: egal wie gut wir fahren, wenn die Geschäftsführung die Ausschreibung durch Doofheit - nicht weil andere viel besser waren, sondern durch pure, gerichtlich nachgewiesene Doofheit! - vergeigt, retten wir es auch nicht mehr. Umso mehr bemerkenswert, dass es Mitarbeitende gegeben hat, die in blinder Nibelungentreue diesem Unternehmen, welches Schindluder mit ihnen getrieben hat, die Treue lauthals geschworen haben - wo sind die nächsten solchen Mitarbeitenden und warum arbeiten sie noch nicht da, wo sie fehlen? Wettbewerb muss ein Wettbewerb nicht um den schönen Schein oder die größte Schnauze sein, sondern um die Auslese der besten Konzepte, welche tatsächlich funktionieren.

Und da liegt das, was von Dir so oft bunt und negativ beschrieben wird, wohl irgendwo im Argen - es ist viel kurzfristiger Lärm, viel "Starke Schiene!" da draußen, aber wenig nachhaltiges. Dabei sind die meisten Lösungen alle da, noch nicht alle, aber viele Fragen längst beantwortet: es wäre hier meiner Meinung nach keine Schande, wenn die Verantwortlichen sich fragen, was bei ihnen nicht funktioniert, schauen ob es anderswo (besser) funktioniert und dann sich fragen, warum das so ist, und die anwendbaren Teile der Lösung dann übernehmen. Nicht von der Sowjetunion, sondern von tadelloser Funktion lernen heißt siegen lernen! Und immer wieder fragen, ob der Status quo noch richtig und ausreichend ist, und zwar nicht nur für den eigenen Bereich, sondern für das Gesamtsystem. Es bringt doch keinem was, wenn für die nächsten neuen ICE die Qualitätsabnahme der DB den Hersteller halb in den Wahnsinn treibt mit immer neuen und härteren Anforderungen, wenn 1 Jahr nach der Abnahme die Mängel und die Ausfälle größer sind als je zuvor, weil im ICE-Werk das Personal fehlt, welches die alltägliche Instandhaltung in genügendem Umfang machen könnte. Da stimmt es im System nicht - der gute Gedanke, dass nur ein funktionierendes Fahrzeug übernommen werden soll, wird hinterher im laufenden Betrieb Hohn gespottet. Das kann beim besten Willen nicht Sinn der Übung sein. Also: Strukturen neu ordnen, das Gute fördern und von den Besten lernen - wie schafft es eigentlich Siemens in Dortmund, dass die bereits laufenden 462 trotz anspruchsvollem Dienst so geräuschlos unauffällig laufen und laufen und laufen, störungsarm und gut? Was lässt sich daraus lernen?

Und so geht das durch alle Bereiche - wir hatten es von Preisen, auch da gilt dasselbe. Es ist eine Binsenweisheit, dass an einem Sparpreis für 14,90 ¤ durch die Republik nichts mehr verdient sein kann - genauso wie eine Fahrkarte zu 150,- ¤ für dieselbe Leistung nur sehr bedingt noch akquisitiv und angemessen ist. Wenn die beiden Pole nicht funktionieren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, dann muss die funktionierende Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen. Undurchsichtige Lotterie-Preisbildung schafft nur bei jenem Teil der Kunden Glücksgefühle, die zufällig den nicht wirtschaftlichen Billigpreis abräumen konnten, bindet diese Kunden aber nicht auf Dauer, denn wenn sie das nächste Mal in der Lotterie die Niete ziehen, sind sie wieder verloren. Also muss es auf Dauer sinnvoller sein, einen maßvollen Preis, der zwar über dem Supi-Dupi-Schnäppchen liegt, aber auch unterhalb dem erträumten Mondniveau anzusetzen, der vom Markt dann auch als attraktives Angebot auf Dauer wahrgenommen und akzeptiert wird. Ist keine neue Idee, längst bewiesen dass es funktioniert - man muss es nur übernehmen und umsetzen, dann könnte es auch aus preislicher Sicht mit (nicht nur kurz mal) doppelt so vielen Fahrgästen im Fernverkehr klappen. 10 x 50 ¤ sind halt sichere 500,- ¤ Einnahmen, 1x 150 ¤ + 1x 50 ¤ + 8x 15 ¤ sind nur spekulative 320,- ¤. Man muss nicht jeden Tag einen neuen Schnäppchenjäger für die Einmalfahrt fangen, sondern sich Stammkunden auf Dauer binden - mit deren wachsender Erfahrung über Abläufe und Gegebenheiten fallen dann auch Szenarios wie die alltägliche Unsicherheit der Deutschen auf der Schiene sie momentan zeigt, längst nicht mehr so ins Gewicht.

Wo bringe ich all die Leute unter? Invest, Invest, Invest - auch eine Wirtschaftsbahn darf nicht und niemals in panischer Angst davor leben, dass es eine Anlage oder einen Zug geben könnte, die nicht 24/7/365 zu 100% ausgelastet sein könnte, sondern sie muss so klug und nachhaltig agieren, dass der Markt ihr diese Auslastung schafft! Wenn die 400-m-ICE im 10-Minuten-Takt (oder dichter) über die KRM flitzen, kann man meinetwegen auch der Lufthansa Kontingente anbieten. Die Staatsbahn könnte das kraft Amtes tun und mit der Schulter zucken, wenn man darauf verweist, dass es nicht optimal läuft, um dann in letzter Konsequenz wegen gekürzter Mittel 2/3 des an sich guten Angebots wieder streichen zu müssen. Die Bahn im Markt kann und soll so gut sein, dass die gut ausgelasteten Züge alle 10 Minuten den Einstieg in den Hauptbahnhof - äh, nein - den Einstieg in den Ausbau bedeuten müssen, weil man den Nachweis führen kann, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, genau das zu tun! Dann kann man auch die gewünschten Sprinter anbieten, genauso wie die Züge, die regelmäßiger als heute Montabaur oder gar Wiesbaden anbinden - auch das übrigens nichts Neues, macht die Trenitalia mit den "Frecce" schon längst so. Nicht wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen, klotzen statt kleckern! Sieger jammern nicht, Sieger packen an! (ich weiß, Sean Connery hat das mal anders formuliert...)

Wird jetzt klarer, was ich will? Nicht die undifferenzierte "der-Markt-wird-es-schon-richten-Bahn", welche die bequemen Teile der Politik gerne hätten, kostenfrei natürlich, und auch nicht die billige Schiene. Nein, den ständigen Wettbewerb um das beste Konzept, das beste Angebot, die beste Bahn für morgen, damit übermorgen eine noch bessere entstehen kann.

Schönen Dank für die Aufmerksamkeit und Gute Nacht!


EDIT, Nachtrag: Eine derart sich selbst stetig verbessernde, wahrhaft "starke Schiene!" kann dann auch das Flugzeug auf Schienen sein und die Airline-Passagiere übernehmen. Aber nicht nur für einen Flug und gelegentlich, sondern einfach immer und überall. Keine Angst - einfach machen!


Bearbeitet von 146225 am 26 Oct 2019, 23:58

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 27 Oct 2019, 02:06


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QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Solange die Marktwirtschaft das politische Denken und Handeln der Republik bestimmt, wird sich auch das System Eisenbahn an marktwirtschaftlichen Kriterien ausrichten, aufstellen und messen lassen müssen.

Genau das macht DB Fernverkehr in diesem Fall, sie handelt nach marktwirtschaftlichen Kriterien...

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Wie die Fehlbildungen ("Angebotsumstellung!") des Staatsbahnmodells kann es solche natürlich auch bei Anwendung von marktwirtschaftlichen Mitteln auf die Eisenbahn geben, das bestreite ich gar nicht.

Och ne.... Das, was du beschreibst ist nicht das "System Staatsbahn", sondern einzig die Verkehrspolitik der 70er und 80er. Das Sterben von vielen kommunalen Straßenbahnen oder Privatbuslinien hat die DB ja sicher nicht verursacht. Und allein schon die verspätete Stillegungswelle in der ex-DDR in den 90ern müsste dir aufgefallen sein. Das hat überhaupt nix mit Staatsbahn, Privatbahn, Ausschreibung oder sonstwas zu tun, sondern mit einem allgemeinen, politisch gewollten Strukturwandel. Ich würde die heutigen Aufgabenträger gerne mal sehen, wenn sie wie in den 80ern quasi NULL Euro vom Bund bekämen und Strecken über den Restgüter- und Schülerverkehr finanzieren müssten. Es ist ja nicht so, dass die DB damals 8 Mrd. Euro für den Regionalverkehr bekommen hätte und daraus nicht mehr als ein Alibizugpaar und ein paar Bahnbusse hinbekommen hätte. Das suggerierst du nämlich ständig. Als es ab Mitte der 80er dann plötzlich Geld gab, gab es dann auch Taktverkehr (zum Teil dichter als heute...) samt neuen Zügen auch außerhalb der S-Bahnnetze. Diese "Fehlbildungen" würden sich bei gleicher Finanzierung wie damals beim heute verdammt teuren Betrieb vermutlich noch verherender auswirken, weil z.B. ein Bahnsteig heute eben kein einfacher Erdhaufen mehr sein darf, sondern eine Million Euro aufwärts kosten muss. Da würde das Fallbeil für die heute ziemlich teuren hochgezüchteten Haupstreckenbomber, die man auch auf Nebenbahnen rumtuckern lässt, wohl noch viel schneller fallen, wenn der Staat plötzlich das Geld streicht. In einigen östlichen Bundesländern auch nach 2010 noch zu erleben gewesen. ph34r.gif

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
der allgegenwärtige Personalmangel ist letztlich unternehmerisches Versagen am Markt

Auch hier verwechselst du wieder was. Ich rede nicht von den Ursachen des Mangels, der ja quer durch viele Branchen herrscht, sondern wie das Bahnsystem damit umgeht. Und es ist einfach irre blöd, wenn man das vorhandene Personal durch Aufspaltung in viele Einzelfirmen und quasi nur noch Spezialistenausbildungen auf einer von zehn ähnlichen Baureihen extrem unflexibel für's Gesamtsystem nutzbar macht. Wenn bei der BRB für den 648 Leute akut fehlen, nutzen ggf. einsetzbare Innendienstler der SOB, die nur 628 können und eben bei der falschen Firma sind, einfach nix. Aber streng genommen wäre der Mangel nicht so groß wie er sich derzeit wegen der strukturellen Grundfehler auswirkt.

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Und immer wieder fragen, ob der Status quo noch richtig und ausreichend ist, und zwar nicht nur für den eigenen Bereich, sondern für das Gesamtsystem.

Nett. Aber der Blick auf das Gesamtsystem widerspricht nunmal dem Markt... rolleyes.gif Jeder einzelne hat jeden anderen wegzuboxen und seine eigenen Finanzen in Ordnung zu halten, nicht seinen Betrieb. Sonst hätte man sich längst mal überlegt, z.B. einheitliche Fahrzeugschnittstellen zu entwickeln. Aber selbst im EF muss man noch diskutieren, ob es Sinn macht, dass die neuen ICE für 300 km/h mit den "völlig veralteten" 407 in Traktion laufen können sollen... Von der Weitsicht, dass in 10 Jahren eine Kompatibilität von heutigen ODEG-Fahrzeugen und welchen der DB und BOB förderlich für's Gesamtsysrtem sein könnte, brauchen wir hier gar nicht anfangen.

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Es ist eine Binsenweisheit, dass an einem Sparpreis für 14,90 ¤ durch die Republik nichts mehr verdient sein kann - genauso wie eine Fahrkarte zu 150,- ¤ für dieselbe Leistung nur sehr bedingt noch akquisitiv und angemessen ist. Wenn die beiden Pole nicht funktionieren, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, dann muss die funktionierende Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte liegen.

Auch das ist eine Binsenweisheit. Denn es muss ja gar nicht an der Höhe des Preises liegen.

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Nein, den ständigen Wettbewerb um das beste Konzept, das beste Angebot, die beste Bahn für morgen, damit übermorgen eine noch bessere entstehen kann.

Eine hübsche Illusion. Nur was haben die Teilnehmer des Wettbewerbs davon? Im Wettbewerb geht's in unserem Wirtschaftssystem immer um Geld. Auch beispielsweise in der Autoindustrie geht es nicht um die besten Autos, sondern nur um die zum Zwecke der besten Geldvermehrung am besten geeigneten Autos. Wenn sich die BWLler einschalten, haben die Ingenieure Pause - oder den Druck auch mal bei den Abgaswerten zu besch... Nicht dass es im Sinne des besten Konzepts nicht möglich wäre, dass bei einem Diesel-Pkw nicht viel mehr als rosa Einhornpups aus dem Auspuff käme, aber es geht um's Geld, nicht um die beste Ingenieursleistung. Warum sollte das bei der Bahn anders sein? Auch geht's im Privatfernsehen um Quote und damit Geld und guter Content ist im besten Fall ein zufälliges Nebenprodukt. Das einzige, was du machen kannst, damit es auch um was anderes als Geld gehen kann, ist nunmal, wenn du die Bahn als monopolisierten und steuersubventionierten Staatsbetrieb, öffentlich-rechtliche Anstalt, gemeinnützigen Verein *lol* oder sowas dem Einfluss der Hochfinanz einigermaßen entziehst. ARTE als privatwirtschaftlich finanzierter Sender würde in der bekannten Form nicht funktionieren. Genauso ist es bei der flächendeckenden Bahn, die im Sinne der Fahrgäste und Güterkunden agiert. Es ist einfach teurer z.B. mit Reserven und längeren Zügen zu fahren ohne dass die Bahn dafür einen zählbaren (!) Vorteil bekäme. Die "Aktienbahn" sucht daher immer (!) die billigere oder ertragreichere Lösung.

QUOTE (146225 @ 27 Oct 2019, 00:54)
Man muss nicht jeden Tag einen neuen Schnäppchenjäger für die Einmalfahrt fangen, sondern sich Stammkunden auf Dauer binden

Gute Idee, aber eben eher für dauerhafte Finanzierung einer Staatsbahn mit Grundversorgungsauftrag. Bei der heutigen Wettbewerbs- und Wirtschaftsbahn bringen die mehr oder weniger billigen Einmalfahrten vermutlich mehr als die Flatratekunden. Zack, Entscheidung gefallen. Du kannst natürlich argumentieren, dass ein sicherer Kunde, der schon bezahlt hat, besser ist als die Gelgenheitskunden, aber so denken rein gewinnorientiert arbeitende "Quartalsirre" nunmal nicht. Solange die DB ihre Züge wie derzeit zuverlässig mit Gelegenheits- und Lufthansakunden gefüllt bekommt, die im Schnitt (!) möglicherweise mehr Geld pro Platz bringen als Bahncard-Inhaber, dann wird man sich weiter um diese lukrativen Kunden kloppen und nicht um z.B. Pendler. So sind einfach die Gesetze des Marktes. Das war früher schon so im Schülerkurs des Bahnbus-Nachfolgers: Wenn die eine Oma eingestiegen ist, die für ihre Einzelfahrt 3,50 DM oder so bezahlt hat, musste der treue Schüler dessen Karte pro Fahrt 1,20 DM gekostet hat, halt aufstehen. Soviel zur Kundenbindung. Das kennst du sicher auch von Strom- und Mobilfunkverträgen, da bist du als Bestandskunde ja meist auch schnell mal der Dumme. wink.gif

Bearbeitet von Rohrbacher am 27 Oct 2019, 02:13

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einen_Benutzernamen
  Geschrieben am: 27 Oct 2019, 13:43


Haudegen


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QUOTE
Das kennst du sicher auch von Strom- und Mobilfunkverträgen, da bist du als Bestandskunde ja meist auch schnell mal der Dumme.
Meistens sind alt Verträge gerade bei Mobilfunk immer noch viel günstiger als neue. biggrin.gif

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