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20 Jahre Bahnreform in Deutschland, ...und ihre Folgen [Zur Themenübersicht]
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Markus
  Geschrieben am: 28 Apr 2021, 14:38


Haudegen


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Rohrbacher, ich stimme Dir inhaltlich zu.
Allerdings denke ich nicht, dass es eine Rolle rückwärts nicht geben wird, sondern eher noch eine weitere Liberalisierung und Fragmentierung.

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Bayern ist vielleicht das einzige deutsche Land dem es gelungen ist, ein wirkliches und in sich selbst befriedigtes Nationalgefühl auszubilden.
(Otto von Bismarck)

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 28 Apr 2021, 16:32


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QUOTE (Markus @ 28 Apr 2021, 15:38)
Allerdings denke ich nicht, dass es eine Rolle rückwärts nicht geben wird, sondern eher noch eine weitere Liberalisierung und Fragmentierung.

Man muss zwei Dinge unterscheiden: Was spollte passieren und was wird passieren? Natürlich wird es so kommen, wie du sagst. Soweit ich weiß sehen alle relevanten Parteien die Zukunft der Bahn am "Markt", weil das die EU-Verträge so vorsehen und niemand genau darin die Probleme sieht. Und deswegen wird das ganze Projekt Verkehrswende auch völlig planmäßig im Sinne anderer Marktinteressen und der "Elektromobilität" scheitern. Frei nach der alten Sparkassenwerbung machen wir's wie die 08/15-Bank. Kuchen!

Übrigens halte ich das Ausschreibungsprinzip nicht für komplett bescheuert. Im Güterverkehr, der auf jeden Fall in die internationalen Logistikketten eingebunden werden muss, wird man den Marktanteil der Bahn kaum erhöhen, wenn am gleichen Punkt sowohl eine Konkurrenzsituation zwischen Unternehmen als auch Verkehrsträgern besteht, wie früher, als auf der einen Seite nur die DB auf der Schiene war und auf der anderen die Fuhrunternehmer auf der Straße. Da wär's schon eine Lösung über eine Art "Leber-Pfennig 2.0" lukrative Langstrecken und Straßenverkehre zu besteuern und damit defizitäre Übergaben zu finanzieren und auch Transporte allgemein wieder etwas zu steuern. Im Sinne der schlichten Verkehrsvermeidung muss man schon überlegen, ob es sinnvoll ist alles zu fahren, nur weil man's technisch kann und es viel zu billig ist. Es kann ja nicht im Sinne der Verkehrswende sein, wenn es sich rechnet halbvolle Lkw quer durch Europa zu schicken, aber ein Schienengüterverkehr von Friedrichshafen nach Gauting scheitert an allem. Hier wär's durchaus eine Lösung "öffentliche" Güterverkehre für Einzelwagen und Wagengruppen per Ausschreibung zu realisieren und meinetwegen DB Cargo komplett zu privatisieren. Güterverkehr egal mit welchem Transportmittel ist ein Teil der (EU-)Privatwirtschaft, da soll der Staat nur die berühmten "Leitplanken" bauen. Aber der Personenverkehr inkl. FV als Daseinsvorsorge gehört als ganzes in öffentliche Hände und es kann nicht sein, dass der deutsche Staat im Ausland Geld dafür versenkt und z.B. die Niederländer hierzulande und alle paar Jahre spielt man Betreiberwechsel, verstreut sämtliche Erfahrung wieder in alle Winde und hindert Leute dran, in diese Branche zu gehen bzw. dort zu bleiben, wenn man eh langfristig nix aufbauen kann. Ich weiß nicht, ob man als Bahner bei Banken Kredite für Immobilien kriegt, wenn der Job so unbefristet gar nicht ist.

Bearbeitet von Rohrbacher am 28 Apr 2021, 16:32

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 4 May 2021, 03:45


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Volksstimme: Sachsen-Anhalt bittet Niederländer zur Kasse

"Der Betreiber so wichtiger Linien wie von Magdeburg in den Harz kommt mit dem Geld nicht hin, verlangt etwa 100 Millionen Euro Nachschlag. Die Regierung lehnt das ab, weil sie Klagen von Wettbewerbern fürchtet. (...) Der Vertrag für das Nord-Dieselnetz (Magdeburg, Harz, Altmark) wird zum 31. 12. 2024 und damit acht Jahre vorfristig gekündigt. Bis dahin muss Abellio die bestellten Züge fahren. Um Ausfälle abzusichern, hinterlegt Abellio fürs Land eine Sicherheit von bis zu 30 Millionen Euro. (...) Mit dem Geld könnte das Land dann Notverkehre finanzieren. (...) Bis 2024 schreibt das Land das Nord-Netz neu aus. (...) Das Nordnetz hatte Abellio gewonnen, weil es den mit Abstand günstigsten Preis bot. Offenbar hatte sich Abellio verkalkuliert. (...) Die Grünen fordern, aus dem Desaster Konsequenzen zu ziehen. "Bei Ausschreibungen darf nicht länger der Billigste gewinnen"

Aus Steuerzahlersicht ist das doppelt super: Der niederländische macht auf jeden Fall Minus (und kein Wort des Danks im Artikel^^), der deutsche so gesehen auch, weil die acht Jahre frühere Neuausschreibung absehbar teurer wird als geplant. Ganz abzusehen von dem ganzen "Wasserkopf" bei der NASA, Abellio, ggf. Ersatz-EVU und die ganzen Juristen, die hier ständig bezahlt werden müssen statt dass halt einfach Züge fahren wie seit 150 Jahren. Uns geht's einfach zu gut. rolleyes.gif

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146225
  Geschrieben am: 4 May 2021, 05:08


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Stimmt. Eine ordentliche Staatsbahn wäre auf Teilen des Netzes mit Ludmille + 2 ausgelutschten Schnellzugwagen mit 'nem Alibizugpaar-Fahrplan noch für 2 Jahre rumgegurkt und hätte den ganzen Krempel anschließend auf den "flexiblen Bahnbus" angebotsumgestellt. Jetzt muss man nach 2024 immer noch Züge nach Thale, Calbe (Saale) Ost und zwischen Könnern und Bernburg fahren. Verdammte Hacke!

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O mia patria, si bella e perduta! (Giuseppe Verdi)
    
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