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Eisenbahnforum.de > Bus > Münchner Bergbus


Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 11:08
https://www.muenchen.de/freizeit/aktuell/2021/muenchner-bergbus-startet.html
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Bergsteigerbus startet am 19. Juni - Abfahrt, Routen, Tickets, Preise

(8.6.2021) Entspannte Anreise statt Parkplatz-Stress: Der Münchner Bergbus fährt ab 19. Juni 2021 von München ohne Zwischenstopp in die Ammergauer Alpen, zum Rofangebirge und in den Chiemgau. Gut für die Umwelt, gut für Bergfreunde, die gerne öffentlich unterwegs sind und so Regionen erreichen, die per Zug nicht so gut erschlossen sind. Wann, wo, wie? Hier die Infos zum Bergbus des Deutschen Alpenvereins (DAV): Routen, Haltepunkte, Abfahrtszeiten, Tickets und Preise.
Der Bergbus - ein Angebot des Alpenvereins München & Oberbayern

Der Berg ruft - und wer folgt seinem Locken nicht gerne für eine Bergtour oder einen Ausflug mit der Familie? Die Schattenseite: Der Autoverkehr von München in Richtung Alpen nimmt ständig zu. Um die Umwelt und die Anwohner zu entlasten, hat sich der Alpenverein München & Oberland etwas einfallen lassen: Den Münchner Bergbus. Für alle, die gerne in den Bergen unterwegs sind, ob zum Schauen und Genießen, für Spaziergänge, Tagestouren oder zum Biken. Das eigene Auto bleibt daheim, man erspart sich die Parkplatzsuche – und es werden drei Ziele angefahren, die bisher nicht so gut öffentlich zu erreichen waren.
Wohin fährt der Bergbus? Ammergau, Chiemgau, Blauberge/Rofan
Der Münchner Bergbus startet ab dem 19. Juni 2021 - zunächst für ca. 10 Wochen in einer Pilotphase mit vier Bussen pro Wochenende, samstags und sonntags.

Das sind die Ziele des Bergbusses:

    Ammergau: Zwei Busse fahren nach Ettal zu Schloss Linderhof. Es gibt verschiedene Ausstiegspunkte vor dem Ziel, zum Beispiel Kloster Ettal, Bad Kohlgrub mit dem Hörnle oder Unterammergau.
    Chiemgau: Es geht nach Aschau zur Kampenwand, nach Marquartstein zur Hochplatte und schließlich nach Schleching.
    Blauberge/Rofan: Über Bad Wiessee, Kreuth und Achenkirch geht's nach Steinberg am Rofan.

Wann und wo fährt der Bergbus München los? Die Abfahrtszeiten

Der Münchner Bergbus startet bis Ende August immer samstags und sonntags.

Abfahrten am Samstag:

    Bus 1: 6:30 Uhr Richtung Blauberge/Rofan ab Giesing/Bahnhof (Haltestelle 9)
    Bus 2: Im wöchentlichen Wechsel 6:30 Uhr und 8:30 Uhr Richtung Chiemgau ab Ostbahnhof Friedenstraße (ggü. Poststation)
    Rückfahrt ab 17:30 Uhr an der letzten Haltestelle
   

Abfahrten am Sonntag:

    Bus 1: 6:30 Uhr Richtung Ammergauer Alpen 1 ab Aidenbachstraße (Haltestelle 136 Richtung Solln Bhf)
    Bus 2: 8:30 Uhr Richtung Ammergauer Alpen 2 ab Aidenbachstraße (Haltestelle 136 Richtung Solln Bhf)
    Rückfahrt ab 17:30 Uhr an der letzten Haltestelle


Fahrräder mitnehmen ist möglich - der Bergbus hat WLAN

Zur Ausstattung der Bergbusse: Die Münchner Bergbusse sind moderne Doppelstockbusse mit Klimaanlage, USB-Anschlüssen zum Laden von Smartphones, es gibt WLAN und Antiviral-Filter.

    Gepäcktransport: Fahrräder bis 15 kg, Kinderwägen, Rollstühle, Kraxen, Kletterausrüstung - die Kapazität kann je nach Anzahl der Fahrräder variieren
    Hygienekonzept: Filter sorgen für Luftaustausch in unter zwei Minuten, Maskenpflicht im Bus, ggf. weitere Vorgaben aufgrund bay. Infektionsschutzgesetz abhängig von Inzidenz im Start- und Ziellandkreis
    Kinder fahren in Begleitung eines Erwachsenen/Erziehungsberechtigen mit dem Bergbus

Tickets und Preise für den Münchner Bergbus

Tickets gibt's unkompliziert online über die eigene Münchner-Bergbus-Website muenchnerbergbus.de - sie können per Kreditkarte oder Paypal bezahlt werden. Die MVV-Nutzung für die Hin- und Rückfahrt zur Start- und Endhaltestelle in München ist inklusive.

Die Preise:

    DAV-Mitglieder der Sektionen München & Oberland: 16 Euro
    Mitglieder anderer DAV-Sektionen: 18 Euro
    Nichtmitglied Kinder und Erwachsene: 22 Euro
    Mitglied Kind der Sektionen München & Oberland < 15 Jahre: 12 Euro
    Fahrradmitnahme (bis 15 kg): 4 Euro
    DAV-Mitglieder: bitte den Ausweis mitbringen und vorzeigen

Gut informiert im Bergsteigerbus: Infos von den Profis des DAV

Die Profis des Deutschen Alpenvereins DAV fahren euch nicht einfach nur in die Berge, sie haben auch jede Menge Informationen und Wissenswertes zu den jeweiligen Zielen und Touren und zum Bergsteigen und den Alpen allgemein:

Es gibt eine Sammlung von Wander-, Fahrrad- und Klettertouren, passend zu den jeweiligen Haltestellen auf dem Weg in die Ammergauer Alpen, in den Chiemgau oder in die Blauberge zum Rofan und Infos zu den Zielregionen. Außerdem: Tipps für Aktivitäten vor Ort und zu Hütten und Wirtschaften: Wo kann man einkehren? Und natürlich vermittelt der Alpenverein auch, wie man Bergsport und Alpinismus nachhaltig betreiben kann und bietet Infos zu Naturschutzräumen und besonderen Naturgegebenheiten.


Ich vermute anhand des Photos, dass es sich um die Busse handelt, die unter der Woche die Linie X732 auf der A8 bedienen.

Geschrieben von: Valentin am 8 Jun 2021, 15:15
Wird man in den Bussen stehen dürfen?

Wenn Sonntags 2 vollbesetzte Busse in die Berge starten. Dürfen dann bei der Rückfahrt noch Übernachtungsgäste von den DAV-Hütten (Hinfahrt Sa) zusteigen? Das könnte dann schon einmal voll werden.
Vorrausschauend lässt man die 2 Busse schon zusammen nach München fahren.

Geschrieben von: Iarn am 8 Jun 2021, 15:18
So wie ich das verstanden habe, gibt es die Tickets nur online und ich vermute wenn der Bus ausgebucht ist, wird man auch kein Ticket mehr buchen können.

Geschrieben von: einen_Benutzernamen am 8 Jun 2021, 16:42
Wer hat den Bus beauftragt der DAV selber?

Geschrieben von: ET 415 am 9 Jun 2021, 08:27
Ja, der Bergbus ist ein Angebot der https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/umwelt/muenchner-bergbus.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 08:38
Es ist zumindest ein Versuch wert. Mit Linienverkehr hat es natürlich nichts zu tun.

Geschrieben von: MVG-Wauwi am 9 Jun 2021, 13:16
Ist halt die Frage, ob es bei den am Linienverkehr angelehnten Preisen für den Nicht-Linienverkehr ein Erfolg werden kann. Vielleicht sollte man so etwas gleich als Charterverkehr mit einer Art Reisekalender zu abwechselnden Zielen organisieren. Und eine 15-kg-Beschränkung beim Fahrrad schließt gleich mal das E-MTB aus - vermutlich auf Bestreben des Auftraggebers.

Mir würde ein ordentlich vertakteter Linienverkehr mit mehr als zwei Fahrten pro Tag und ohne kryptisches Tarifwesen, wenn es mal über eine Landesgrenze geht, wesentlich mehr bei meinem Bedürfnis nach Naherholung helfen.

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 13:26
QUOTE (MVG-Wauwi @ 9 Jun 2021, 13:16)
Mir würde ein ordentlich vertakteter Linienverkehr mit mehr als zwei Fahrten pro Tag und ohne kryptisches Tarifwesen, wenn es mal über eine Landesgrenze geht, wesentlich mehr bei meinem Bedürfnis nach Naherholung helfen.

Das geht mir auch so. Ein halbwegs getakteter Linienbus, der noch irgendwie in ein verfügbares Tarifsystem integriert wäre, würde mir mehr bringen bzw. ich würde es wahrscheinlich eher nutzen als so ein vorzubuchender, einmal täglich verkehrender Bus. So eine fixe einmalige Rückfahrt finde ich oft unpraktisch, weil ich entweder schon viel früher von meiner Wanderung zurück bin und dann noch ewig auf die Fahrt warten muss, oder es wird knapp und es besteht die Gefahr, dass man den Bus verpasst.

Ich selbst würde wahrscheinlich eher ein Angebot nutzen, das meinetwegen alle zwei Stunden fährt.

Geschrieben von: ET 415 am 9 Jun 2021, 13:34
Der Bergbus ist ein Versuch, Gebiete besser erreichbar zu machen, die bisher öffentlich schlecht zu erreichen sind oder bei denen die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wesentlich länger dauert als mit dem Auto. Beispielsweise kommt man nach Sachrang mit dem Auto in einer Stunde. Öffentlich dauert es wesentlich länger, da die Busanschlüsse in Aschau bzw. Bergen nicht auf den Zug abgestimmt sind.

Ob sich der Bergbus rentiert, wie er angenommen wird etc. wird vom DAV nach einer zehnwöchigen Pilotphase evaluiert.

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 13:40
QUOTE (ET 415 @ 9 Jun 2021, 13:34)
Öffentlich dauert es wesentlich länger, da die Busanschlüsse in Aschau bzw. Bergen nicht auf den Zug abgestimmt sind.


Eine Frage, die ich mir immer mal wieder stelle: woran liegt es eigentlich, dass die Busanschlüsse nicht auf den Zug abgestimmt sind? Wäre es nicht mal in Erwägung zu ziehen, hier die Anschlüsse so anzugleichen, dass ein Umstieg problemlos möglich ist?

Sowas kommt ja häufiger vor. Ich erinnere mich noch, als ich vor einigen Jahren mal im Chiemgau von einem Bus auf eine Bahn umsteigen wollte: der Bus kam fahrplanmäßig exakt zu der Minute am Bahnhof an (ich glaube, es war Bergen), als der Zug Richtung München abfuhr. Man konnte ihm dabei zusehen, wie er die Türen schloss und losfuhr, während der Bus gerade die Türen öffnete. Über die Sinnhaftigkeit solcher Anti-Anschlüsse habe ich schon häufiger nachgegrübelt, ohne eine Antwort zu finden.

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 13:47
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 14:40)
Über die Sinnhaftigkeit solcher Anti-Anschlüsse habe ich schon häufiger nachgegrübelt, ohne eine Antwort zu finden.

Du kriegst eine doofe Antwort von mir: damit die Leute ja mit dem MIV fahren und nicht den ÖPNV benutzen. Wahrscheinlich kostet ein verbesserter Anschluss ein Zusatzbus...was das wieder an Kosten verursacht! Nee nee...

Nein, Anschlüsse sind eine Kleinigkeit die zumindest abgestimmt gehört. Nicht umsonst ist Bayern der Schlusslicht im ÖPNV in Deutschland.

Ich glaube, aber diese Antwort wolltest du so nicht hören.

Geschrieben von: rautatie am 9 Jun 2021, 13:55
QUOTE (Jean @ 9 Jun 2021, 13:47)

Ich glaube, aber diese Antwort wolltest du so nicht hören.

Warum nicht? Mich interessiert ja nur, warum es oft so ist, wie es ist.

Früher hatte ich auf Fragen nach schlechten Anschlüssen gelegentlich die Antwort gehört "Weil es sich um verschiedene Firmen handelt". Wobei diese Antwort nicht erklärt, warum unterschiedliche Firmen sich nicht abstimmen können. Was spräche dagegen, sich an solchen Umsteigepunkten gemeinsam auf abgestimmte Fahrpläne zu einigen? Das ließe sich doch theoretisch auch bewerkstelligen, obwohl es sich um verschiedene Firmen handelt?

Geschrieben von: Jean am 9 Jun 2021, 13:58
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 14:55)
Früher hatte ich auf Fragen nach schlechten Anschlüssen gelegentlich die Antwort gehört "Weil es sich um verschiedene Firmen handelt". Wobei diese Antwort nicht erklärt, warum unterschiedliche Firmen sich nicht abstimmen können. Was spräche dagegen, sich an solchen Umsteigepunkten gemeinsam auf abgestimmte Fahrpläne zu einigen? Das ließe sich doch theoretisch auch bewerkstelligen, obwohl es sich um verschiedene Firmen handelt?

Das ist in der Tat eine gute Frage. Wenn die Zugfahregäste den Busanschluss jedes Mal verpassen werden sie diesen nicht benutzen und somit hat der Bus weniger potentielle Fahrgäste...

Ich würde sagen wir haben in Bayern noch sehr verkrustete Strukturen was dem Bereich betrifft.

Geschrieben von: Rohrbacher am 9 Jun 2021, 14:22
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 14:40)
Sowas kommt ja häufiger vor. Ich erinnere mich noch, als ich vor einigen Jahren mal im Chiemgau von einem Bus auf eine Bahn umsteigen wollte: der Bus kam fahrplanmäßig exakt zu der Minute am Bahnhof an (ich glaube, es war Bergen), als der Zug Richtung München abfuhr. Man konnte ihm dabei zusehen, wie er die Türen schloss und losfuhr, während der Bus gerade die Türen öffnete. Über die Sinnhaftigkeit solcher Anti-Anschlüsse habe ich schon häufiger nachgegrübelt, ohne eine Antwort zu finden.

Weil die Buslinien halt oft nicht einfach nur Stichlinien sind, sondern untereinander verknüpft und ggf. auch von Unterrichts- und Schichtzeiten gewisser Unternehmen abhängig. Wenn die Bahn dann mal wieder einen Takt oder das gesamte Taktgefüge verschiebt, passt es nicht mehr. Oder der Anschluss besteht mangelns Nachfrage eh nur in eine Richtung. Das kommt auf den Einzelfall an. Aber oft kann man sowas nicht lösen, weil die Busse (auch wenn's nicht im Fahrplan steht) irgendwo durchgebunden sind, wo dann ggf. ein relevanterer Anschluss ist. Das hat mir ein SBG-Fahrer vor vielen Jahren mal genau erklärt, gerade am Wochenende fahren bzw. damals fuhren die Busse oft die Einzelfahrten oder den ausgedünnten Wochenendtakt mehrerer Linien hintereinander weg bis die 4,5 Stunden voll sind. Das ging bei der Umlauferstellung mal auf, dann wurde irgendwo bei der Bahn mal eine Kreuzung verlegt und schon geht der ganze Betriebstag nicht mehr auf. Und dann schaut man vielleicht, kann man das irgendwie durch einen anderen Umlauf lösen, wenn nicht, hat man mehr Umsteiger vom einen oder anderen Bahnhof oder wo auch immer die Fahrgäste herkommen und dann ist es halt irgendwo suboptimal. Die Sache ist ja die, dass da teilweise Subunternehmer eingebunden sind, die an dem Tag mit dem Bus X auch anderer Verkehre fahren. Auch zeitweise Baufahrpläne oder Umleitungen bringen solche Situationen zumindest vorübergehend mit. Dann kommt dazu, dass man für den Bahnanschluss gewisse Zeiten von A nach B einhalten müsste, wenn dann aber der Landkreis sagt, uns ist der Umweg über C wichtiger, dann kommt sowas auch gerne mal rum. Auch möglich ist, dass die Busse einen sauberen Takt fahren sollen/müssen, der Bahntakt aber generell oder bei einzelnen Zügen und an unterschiedlichen Verkehrstagen wackelt. Vielleicht klappt der Anschluss an einem anderen Tag ...

Manchmal war der Busfahrplan aber auch immer schon so, wie gesagt, das muss man immer im Einzelfall rausfinden. Wenn ich bei den Busunternehmen frag, sagen sie die Bahn informiert sie nicht, frag ich bei der Bahn, sagen die was von der Fahrplanabhängigkeit vom ICE in Fulda. Und bei den Landkreisen machen sowas oft die Leute, die auch die Biotonnen verwalten. ph34r.gif

Ganz konkret hab ich z.B. schon für mehrere Veranstaltungen Buszubringer geplant. Da hab ich oft das Problem, wenn ich auf den Zug aus Richtung A warte, beschweren sich die Leute aus A, dass der Anschluss so knapp ist, gleichzeitig beschweren sich die Leute, die aus Richtung B kommen, dass der Anschluss so lang ist. Optimiere ich die Abfahrt für B, dann fährt mein Bus knapp vor der Ankunft aus A. Und die Zeiten der Züge verlegen kann ich halt nicht. Und in meinem Fall hab ich auch gerne Umlaufzeiten von 35, 70 oder 95 Minuten, weil ich natürlich auch die Straße nicht anders bauen kann und irgendwer findet, dass wir halt auch über C fahren sollten. Das Problem ist, auf den Hauptstrecken der Bahn haben wir zum Teil (wackelnde) Halbstundentakte, ins Hinterland jenseits des Massentourismus ist so ein Fahrplan aber oft nicht drin, schon gar nicht am Wochenende. Da ist oft einfach nicht mehr drin als ein Bahnbusfahrplan anno 1980. Da muss der Planer irgendwo Entscheidungen treffen. Und so blöd das klingt, das hat 1980 oft besser funktioniert, weil man da auch die wenigen Züge dann so hat planen können, dass wenn mal Anschluss sein sollte, hat die DB einen Zug (!) einfach so gelegt, dass der Anschluss in beide Richtungen passt und dann auch noch in der Wartezeitvorschrift angewiesen, dass speziell die letzten Busse gefälligst zu warten haben. Da gab's dann aber natürlich keinen ITF, denn irgendwo anders ging sich das dann deswegen vielleicht zwischen Bahn und Bahn nicht mehr aus.

Geschrieben von: mapic am 9 Jun 2021, 14:26
QUOTE (rautatie @ 9 Jun 2021, 14:55)
Früher hatte ich auf Fragen nach schlechten Anschlüssen gelegentlich die Antwort gehört "Weil es sich um verschiedene Firmen handelt". Wobei diese Antwort nicht erklärt, warum unterschiedliche Firmen sich nicht abstimmen können. Was spräche dagegen, sich an solchen Umsteigepunkten gemeinsam auf abgestimmte Fahrpläne zu einigen? Das ließe sich doch theoretisch auch bewerkstelligen, obwohl es sich um verschiedene Firmen handelt?

Firmen spielen in der Angelegenheit im Nahverkehr heute eigentlich keine Rolle mehr, weil die ja nicht selbst entscheiden wo, wann und wie oft sie fahren. Heute geht es darum, wer welche Verkehre bestellt. Und das sind eben Länder, Landkreise, Kommunen, Zweckverbände oder Verbünde und gerade beim Busverkehr häufig eine bunte Mischung aus allen genannten (bis auf die Länder).

Geschrieben von: MVG-Wauwi am 9 Jun 2021, 14:42
Ist es nicht so, dass es gerade hier in Bayern außerhalb der Verbünde oftmals eigenwirtschaftliche Verkehre sind? Das soll ein Grund dafür sein, dass es mit einer möglichen MVV-Erweiterung so zäh voran geht, da die Unternehmen dann die Tarifhoheit aufgeben müssten und man sich möglicherweise in einem Ausschreibungswettbewerb wiederfinden würde.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 9 Jun 2021, 14:44
Ich möchte nur mal kurz http://fahrplanentwurf.ch in die Runde werfen, als kleines Beispiel, dass vorgängige Absprachen jetzt kein Ding der absoluten Unmöglichkeit sind. Man muss halt wollen (und braucht eine übergeordnete Stelle, die das koordiniert. - Was das wieder kostet... ph34r.gif )

Geschrieben von: TramBahnFreak am 9 Jun 2021, 14:45
QUOTE (MVG-Wauwi @ 9 Jun 2021, 15:42)
Ist es nicht so, dass es gerade hier in Bayern außerhalb der Verbünde oftmals eigenwirtschaftliche Verkehre sind? Das soll ein Grund dafür sein, dass es mit einer möglichen MVV-Erweiterung so zäh voran geht, da die Unternehmen dann die Tarifhoheit aufgeben müssten und man sich möglicherweise in einem Ausschreibungswettbewerb wiederfinden würde.

Der Wechsel vom Unternehmerverbund zum Aufgabenträgerverbund war sowieso der grösste Blödsinn in der Geschichte des mvv...

Geschrieben von: Rohrbacher am 9 Jun 2021, 15:56
QUOTE (TramBahnFreak @ 9 Jun 2021, 15:44)
als kleines Beispiel, dass vorgängige Absprachen jetzt kein Ding der absoluten Unmöglichkeit sind. Man muss halt wollen (und braucht eine übergeordnete Stelle, die das koordiniert.

Soweit ich weiß, findet das bei uns auch statt, aber wohl mehr auf informeller Ebene direkt zwischen den (eigenwirtschaftlichen) Unternehmen. Noch ein Hindernis scheint zu sein, dass die Trassenvergabe für den Jahresfahrplan bei der DB zwei (?) Jahre vorher stattfindet. Oder ist das nur die Anmeldefrist und danach wird geschachert? Die Busverkehre werden jedenfalls oft viel kurzfristiger geplant, jedenfalls hab ich bei den vom Landkreis veröffentlichen Plänen schonmal Scans gesehen, da war ein Stempel von der Regierung drauf, der zwei Wochen vor Fahrplanwechsel datiert war. Das muss natürlich nichts heißen, kann aber heißen, der Unternehmer hat im Oktober bei bahn.de in den öffentlichen neuen Fahrplan reingeschaut, auf Basis dessen selbst irgendwie einen Fahrplan gebaut, der dann mit vier Wochen Bearbeitungszeit genehmigt wurde. ph34r.gif

Geschrieben von: 146225 am 10 Jun 2021, 05:12
QUOTE (ET 415 @ 9 Jun 2021, 13:34)
[...] da die Busanschlüsse in Aschau bzw. Bergen nicht auf den Zug abgestimmt sind.

Da liegt der wesentliche Fehler, und das nicht nur in Bayern. Das ist aber kein unabänderliches Naturgesetz, sondern schlicht Versagen.

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 07:13
Jedenfalls dürften nichtpassende Anschlüsse zwischen unterschiedlichen Linien oder Verkehrsträgern einer der Hauptgründe sein, warum die Regionalbusse (in Bayern, aber vielleicht auch in anderen Bundesländern?) oft recht leer bleiben, von Schüler- und Werksverkehren abgesehen. Wer soll mit einem Bus fahren, der zielsicher dann am Bahnhof ankommt, wenn gerade weit und breit keine Weiterfahrt besteht.

Ein weiterer Grund dürften die oft sehr sporadischen Fahrpläne sein. Wenn ein Bus nur wenige Male am Tag fährt (und am Wochenende noch seltener oder gleich gar nicht), ist er halt für die meisten Leute uninteressant.

Meiner Ansicht nach könnte man sich vielleicht die Bergbusse sparen, wenn es ein besseres Regionalbusnetz geben würde, das auch die kleineren Ortschaften getaktet ansteuern würde.

Geschrieben von: ET 415 am 10 Jun 2021, 07:52
QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 07:13)
Meiner Ansicht nach könnte man sich vielleicht die Bergbusse sparen, wenn es ein besseres Regionalbusnetz geben würde, das auch die kleineren Ortschaften getaktet ansteuern würde.

Das trifft es auf den Punkt. Die Bergbusse werden eingeführt, da einige Ziele sind mit Regionalbussen schlecht erschlossen sind oder die Anreise mit Bahn und Regionalbus zu lange dauert. Nachdem die Mühlen für die Verbesserung des Regionalbusverkehrs langsam mahlen - Aufgabenträger sind die Landkreise (siehe https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayOePNVG-8), die für mehr Busse mehr Geld ausgeben müssten - haben die DAV-Sektionen München und Oberland die Sache selbst in die Hand genommen und das Pilotprojekt "Münchner Bergbus" gestartet.

Geschrieben von: Jojo423 am 10 Jun 2021, 10:01
Im Bergbus Ticket ist übrigens auch ein MVV Ticket inklusive. Insofern hat da auch der MVV seine Finger im Spiel. Kann mir aber gut vorstellen, dass es denen auch zu langsam voran geht.

Geschrieben von: eherl2000 am 10 Jun 2021, 10:36
Dieses Klein-Klein der Landkreis bezogenen Regionalbuslinien wird einem zukunftsfähigen Regionalbussystem, wie es notwendig wäre, auch in Zukunft entgegenstehen. Hier muss der Staat, am besten die BEG, eine Gesamtabstimmung der Regionalverkehre organisieren. Sonst werden immer die Egoismen der Landkreise einer sinnvollen Organisation im Weg stehen.

Geschrieben von: Iarn am 10 Jun 2021, 10:59
QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 07:13)
Meiner Ansicht nach könnte man sich vielleicht die Bergbusse sparen, wenn es ein besseres Regionalbusnetz geben würde, das auch die kleineren Ortschaften getaktet ansteuern würde.

Ich wäre mir da nicht so sicher. Würden diese Ziele mit Regionalbussen angefahren, dann würden sie sicher eher an das nächste Mittel oder Oberzentrum angebunden und nicht nach München.
Ein Regionalbus in Ettal würde eher nach Garmisch fahren und Marquatstein wäre wohl lieber an Rosenheim oder Traunstein angebunden als nach München Giesing.

Die jetzt eingeführten Busse bieten halt eine zumindest bis zu einem MVV Knoten durchgehende Nonstop Verbindung, welche ein Regionalbus in der Form so nicht leisten kann.

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 11:09
QUOTE (Iarn @ 10 Jun 2021, 10:59)
Ein Regionalbus in Ettal würde eher nach Garmisch fahren und Marquatstein wäre wohl lieber an Rosenheim oder Traunstein angebunden als nach München Giesing.

Was für viele Wanderer durchaus in Ordnung wäre, denn ein einmaliges Umsteigen stört meistens nicht allzu sehr, wenn das Umsteigen nicht eine Stunde oder länger in Anspruch nimmt. Nach Aschau, Ruhpolding, Waging, Berchtesgaden oder Nesselwang muss man auch einmal umsteigen, was ich nicht schlimm finde. Wie gesagt, wenn der Bus etwa eine Viertelstunde nach Ankunft des Zuges abfährt, ist das wunderbar. Es muss nicht jeder Bus nach München durchfahren.

Geschrieben von: Iarn am 10 Jun 2021, 12:24
Das sehe ich anders. Die DB bietet ja auch nicht umsonst spezielle Urlauber Zugläufe an. Mit einmal Umsteigen könnte man auch öfter Berlin - Bregenz oder München Westerland fahren. Aber man will ja gerade Leute zum Umstieg auf die Öffentlichen überzeugen, die sonst eher das Auto nehmen.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/muenchner-bergbus-im-test-ein-bus-mit-hohen-zielen-art-733909

Geschrieben von: rautatie am 10 Jun 2021, 12:28
Das sieht sicher jeder anders, aber ich würde beispielsweise den normalen Linienverkehr im normalen Tarifsystem bevorzugen, wenn ich die Wahl hätte. Sonderfahrten mit Sondertarifen, die man womöglich noch separat buchen oder reservieren muss, sind mir meistens zu wenig flexibel. Aber sicher tickt jeder Fahrgast anders und hat andere Prioritäten, die jemanden zum Umsteigen auf solche Angebote bewegen.

Geschrieben von: JeDi am 10 Jun 2021, 13:48
QUOTE (Jojo423 @ 10 Jun 2021, 10:01)
Im Bergbus Ticket ist übrigens auch ein MVV Ticket inklusive. Insofern hat da auch der MVV seine Finger im Spiel.

Das könnte aber durchaus auch eine ganz normale Kombiticket-Vereinbarung (wie bei Messen usw.) sein&#8230;

Geschrieben von: Jojo423 am 10 Jun 2021, 16:34
QUOTE (JeDi @ 10 Jun 2021, 14:48)
Das könnte aber durchaus auch eine ganz normale Kombiticket-Vereinbarung (wie bei Messen usw.) sein&#8230;

Ist es auch. Dazu kommt dann aber noch der grüne Bus. :-)

Geschrieben von: 146225 am 10 Jun 2021, 18:03
QUOTE (eherl2000 @ 10 Jun 2021, 10:36)
Dieses Klein-Klein der Landkreis bezogenen Regionalbuslinien wird einem zukunftsfähigen Regionalbussystem, wie es notwendig wäre, auch in Zukunft entgegenstehen. Hier muss der Staat, am besten die BEG, eine Gesamtabstimmung der Regionalverkehre organisieren. Sonst werden immer die Egoismen der Landkreise einer sinnvollen Organisation im Weg stehen.

Auch das gibt es bereits außerbayrisch, dass Länder bestimmte "landesbedeutsame" Buslinien koordinieren und in Aufgabenträgerschaft nehmen. Solange das keine feige Ausrede dafür ist, im 70er/80er-Reloaded-Stil "Bus statt Bahn" zu realisieren (in Sachsen ist man sich da trotz + nie sicher), sondern wenn z.B. Tangenten zwischen Bahnstrecken angeboten werden, ist das eine durchaus gute Sache.

Geschrieben von: Mark8031 am 10 Jun 2021, 18:17
QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 07:13)
warum die Regionalbusse (in Bayern, aber vielleicht auch in anderen Bundesländern?) oft recht leer bleiben, von Schüler- und Werksverkehren abgesehen.

Da habe ich neulich auf Twitter einen interessanten Tweet eines Grünen-Politikers gesehen (finde ihn leider gerade auf die Schnelle nicht), da stand sinngemäß drin, dass uns auf dem Land eine "Verkehrs-Bildung" fehlt und man einfach keine Alternativen zum Auto kennt. Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht. Das ist für mich eine grundsätzlich richtige Aussage, aber diese "Bildung" aufzubauen wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Du kannst da auch im 10-Minuten-Takt durch die Prärie fahren, die Leute sind ihr Auto gewohnt und bis sie was anderes ausprobieren, dauert es lange. Und dann ist es erst einmal ein Ausprobieren und Herantasten, noch lange kein Umstieg.

Geschrieben von: Rohrbacher am 10 Jun 2021, 19:33
QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 19:17)
da stand sinngemäß drin, dass uns auf dem Land eine "Verkehrs-Bildung" fehlt und man einfach keine Alternativen zum Auto kennt.

Soll jetzt keine Kritik an dir sein, es ist nur "lustig", dass dieses auch hier gerade vorgetragene Vorurteil in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt oder noch gar nie gestimmt hat. So pauschal wie da oft argumentiert wird, stimmt das ja selbst in Bayern nicht mehr. So wie bei vielen Eisenbahnfreunden der Zug sprichwörtlich hinter der Lok aufhört, wissen viele gar nicht was tatsächlich fährt und haben gedanklich genauso Vorurteile wie die Leute, die meinen auf's Auto angewiesen zu sein. Man muss nur mal fragen, wann denn die Busse fahren und es weiß schlicht keiner. Wie soll man also wissen, dass der Fahrplan nicht passt? wink.gif Selbst wenn es nur drei Fahrtenpaare am Tag sind, meistens brauch ich selbst ja nur eins, am Ende passt da sogar eins oder es lässt sich so legen, dass es passt. Viele hätten einfach gerne, dass es nicht so ist, weil sie sich einfach gar nicht damit beschäftigen wollen, um bloß keine Argumente zu finden, dass es vielleicht doch ab und an Alternativen zum Auto gibt.

Oft wenn man über das Thema Regionalbus spricht, hört man viele "Retro-Argumente" und Fahrpläne, die man nur noch antiquarisch bekommt. Wie ich z.B. schon im MVV-Thema gesagt, fehlt es oft aber auch schlicht an der Kommunikation. Während bei der Bahn streckenbezogene Kursbuchtabellen (noch) üblich sind, hat man beim Bus nur Linienfahrpläne von A nach B, die meist nur Fahrten der eigenen Linie über C umfassen. Dabei gäb's dann noch eine über D und eine über E, sodass für die 80% der Fahrgäste, die zwischen Stadt/Bahnhof und einem größeren Ort oder anderen Stadt/Bahnhof fahren sehr viel mehr Fahrten als nur die drei, die man beim Blick auf die eine Tabelle sieht. Leider ist in der Hinsicht auch der MVV kein Musterschüler in Sachen Fahrplangestaltung. Ich hab das Beispiel gebracht mit Freising - Wolfersdorf, wo man 601, 617 und 618 studieren muss. Da könnte man wunderbar den Fahrplan des 617 als Hauptlinie auf dieser Route nehmen und die anderen Fahrten auch noch eintragen und bei 601 und 618 drauf hinweisen, dass zwischen Freising und Wolfersdorf auch der 617 zu beachten sei. Auf fast jedem alten Bundesbahnfahrplan gab's Verweise auf Bahn- und Buslinien, Gesamtverkehr XY, "fährt weiter nach" und so weiter. Leider verzichtet der MVV auch auf Fahrtnummern, damit auch Experten keine Chance haben, im Zweifel sowas ansatzweise rauszufinden.

Natürlich hast du recht, dass viele sich gar nicht drauf einlassen wollen. Wenn's nicht ist wie das gewohnte Autofahren und man vielleicht 10 Minuten früher fahren möchte, dann ist das natürlich komplett doof und bestimmt gar keine Alternative bevor die ganz flexiblen magic Kabinentaxi-SciFi-Sachen kommen ...

Geschrieben von: Mark8031 am 10 Jun 2021, 19:42
QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 19:33)
in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt

Und genau das steht auch in meinem Beitrag: es braucht sehr, sehr, sehr lange, bis man sich an diese Alternative einmal heran traut. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, dass seit seiner Anbindung an die S-Bahn 1972 einen 40-Minuten-Takt nach München, später einen 20-Minuten-Takt und heute sogar einen 10-Minuten-Takt hat. Trotzdem finden sich da immer noch uralte Vorurteile unter den Bewohnern, dass die Bahn ja so früh schon Schluss macht (man meint, man kommt ab 22 Uhr nicht mehr aus München raus), sie ja abends sowieso nur noch selten fährt und außerdem ist sie sowieso immer zu spät und fällt aus. Das hört in meiner Generation zwar schon langsam auf, aber auch dort ist das Auto noch sehr verankert. Und ja, ich kenne noch den Bus nach Fürstenfeldbruck, der nur fünfmal täglich gefahren ist und heute im 15-Minuten-Takt verkehrt. Die Leute wundern sich, dass sie zwar ständig einen Bus im Dorf sehen, aber kommen nicht auf die Idee, dass da ja mal ne richtige Alternative existiert. Mir fällt da immer nur das Sprichwort ein: Was der Bauer ned kennt, des frisst er ned. Das trifft in Bayern auch beim ÖPNV auf dem Land zu.

Geschrieben von: 146225 am 10 Jun 2021, 20:30
QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 19:42)
Das trifft in Bayern auch beim ÖPNV auf dem Land zu.

Nicht nur in Bayern, und auch nicht exklusiv auf dem Land.

Geschrieben von: Rohrbacher am 10 Jun 2021, 20:32
QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 20:42)
Und genau das steht auch in meinem Beitrag

Ich hab da gelesen und als deine Ansicht verstanden: "Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht." Und genau das ist eben das Vorurteil, das in vielen Regionen gar nicht stimmt, insbesondere wo Massentourismus ist. Wenn's anders gemeint war, auch okay. wink.gif Die RVO-Fahrpläne meinen, dass die Anbindung z.B. von Ettal Kloster/Linderhof jetzt auch nicht soooo schlecht ist, dass Einzelfahrten ab München da so viel ausmachen würden. Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

Geschrieben von: Mark8031 am 10 Jun 2021, 21:20
QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 20:32)
Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

Dem DAV nützt vor allen Dingen eines: seine eigenen Mitglieder. Ganz ehrlich, dieses früh morgens hin und einmal abends zurück holt meiner Meinung nach keinen einzigen Städter aus seinem Auto heraus, dazu sind sie zu verwöhnt. Außer halt die Vereinsmitglieder selber, die halt ihr Vereinsangebot unterstützen wollen und/oder darin auch eine Möglichkeit sehen, einen Ausflug mit anderen Mitgliedern zu machen.

Geschrieben von: Rohrbacher am 10 Jun 2021, 22:10
QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 22:20)
Dem DAV nützt vor allen Dingen eines: seine eigenen Mitglieder. Ganz ehrlich, dieses früh morgens hin und einmal abends zurück holt meiner Meinung nach keinen einzigen Städter aus seinem Auto heraus

Das weiß ich nicht, den konkreten Verlagerungseffekt kann ich schlecht nachprüfen, aber Museums-, Ausflugs- und Radlzüge, Sonderfahrten und Busausflüge mit ähnlichem Fahrplankonzept finden eigentlich schon ihre Fans und Fahrgäste. Und die damals einzige Hin- und Rückfahrt von Sylt nach Helgoland hatte ich auch gut voll in Erinnerung. Aber gut, da kommt man selbst mit'm besten SUV nicht rüber. laugh.gif

QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 22:20)
dazu sind sie zu verwöhnt.

Dann sollten sie vielleicht eh besser in der Stadt bleiben und on demand Netlix gucken oder sowas.

Geschrieben von: rautatie am 11 Jun 2021, 07:37
QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 19:33)
Soll jetzt keine Kritik an dir sein, es ist nur "lustig", dass dieses auch hier gerade vorgetragene Vorurteil in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt oder noch gar nie gestimmt hat.

Wobei ich diese "Vorurteile" schon recht häufig per Bahn-App-Fahrplanabfrage überprüfe, da ich immer mal wieder ein Ziel ansteuern möchte, das nur mit Bussen erreichbar ist. Und dann kann man in der Regel sehen, ob und wann es passende Busverbindungen gibt, oder auch nicht.

Ich würde daher sagen, dass das Vorurteil über vorurteilsbeladene Bahnfahrer auch nur ein Vorurteil sein könnte. Wenn ich zu meinem Fahrziel passende Busverbindungen finde, dann nutze ich sie auch. Ich bin ja beispielsweise auch ein Fan von Rundfahrten, und ich bin häufig auf der Suche nach Bus-Querverbindungen zwischen Bahnstrecken. Eine Verbindung, die ich gelegentlich nutze, ist beispielsweise die Buslinie von Garmisch bzw. Mittenwald Richtung Kochel.

Geschrieben von: rautatie am 11 Jun 2021, 07:40
QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 22:10)
Dann sollten sie vielleicht eh besser in der Stadt bleiben und on demand Netlix gucken oder sowas.

Wobei Netflix aus meiner Sicht so rein gar nicht dasselbe wie Ausflüge ist und auch in keinster Weise auch nur annähernd eine gleichwertige Alternative darstellt (ich habe nicht einmal ein Abo, muss ich zugeben).

Geschrieben von: Iarn am 11 Jun 2021, 08:43
München hat die Gunst der Lage, dass sehr viele Ausflugsziele bereits heute mit der Bahn sehr gut erreichbar sind und die Leute das rege nutzen (und nicht netflix).
Das führt halt dazu, dass sich die Leute in den gut erreichbaren Ausflugsgebieten ballen, wie z.B. Tegernsee, Schliersee, etc.
Letztes Jahr noch verschärft, da viele Ziele im nahen Ausland aus offensichtlichen Gründen weniger besucht wurden.
So wie ich es verstanden habe, sollen die Busse ein Versuch sein, dass ein wenig zu entzerren und den MIV vor Ort, der die Ausflugsorte absaufen lässt, zu reduzieren. Also nicht die Leute vor dem Fernseher weg, sondern besser in der Fläche verteilen, als alle zum Tegernsee.
Wobei auch klar ist, ein Buspaar am Wochenende ersetzt keine BOB im Halbstundentakt.

Geschrieben von: rautatie am 11 Jun 2021, 09:11
Ich selbst bin übrigens inzwischen dazu übergegangen, dem großen Andrang in den voralpinen Ausflugszielen zu entgehen, indem ich mir alternative Fahrziele heraussuche. Es gibt ja auch abseits des Voralpenlandes schöne Wander- und Ausflugsgebiete, wie zum Beispiel einige Flusstäler (Altmühl, Traun, Donau,...), den Bayrischen Wald oder auch die Fränkische Schweiz. Erst vor einigen Wochen habe ich eine schöne lange Rundwanderung von und nach Neuhaus/Pegnitz gemacht.

Für mich persönlich sind am Ende eben doch reguläre Linienverbindungen attraktiver, insbesondere wenn es in regelmäßigen Abständen Fahrten gibt, sodass man flexibel fahren kann (oder beispielsweise auf heranziehendes schlechtes Wetter reagieren und früher zurückfahren kann als geplant).

Geschrieben von: Rohrbacher am 11 Jun 2021, 17:12
QUOTE (rautatie @ 11 Jun 2021, 10:11)
Ich selbst bin übrigens inzwischen dazu übergegangen, dem großen Andrang in den voralpinen Ausflugszielen zu entgehen, indem ich mir alternative Fahrziele heraussuche.

Und genau das könnte halt dazu führen, dass du öfter irgendwo landest, wo das Vorurteil noch stimmt. Das will ich nicht bestreiten, im Gegenteil. Wenn dein Ziel ein Landgasthof z.B. irgendwo in der Hallertau ist, dann wird es dennoch schwer möglich sein, dahin ein ÖV-Angebot zu bauen. Momentan plane ich ungefähr genau sowas, da bin ich aber halt wegen langer Wege schon bei genau drei (!) Fahrtenpaaren bei rund sechs Stunden Dienstzeit mit Sonntagszuschlag und über 200 Nutzwagenkilometern, die sich sehr wahrscheinlich auf nicht allzu viele Fahrgäste verteilen werden. Lange Wege, wenig Leute, das ist das typische Problem, das mit der (städtischen) Anspruchshaltung bei der Fahrplangestaltung hinsichtlich Zahl der Fahrten und entsprechender Flexibilität nicht nur im Freizeitverkehr kollidiert. Mit einem Stundentakt bräuchte ich drei Busse/Fahrer, hätte aber nicht das dreifache an Publikum, weil das Ziel nunmal eher alternativ und jenseits des Massentourismus ist. Das heißt, dass ist eigentlich ein völlig anderes Problem als das, das der DAV im Sinn hat, dass da heißt, Massentourismus besser zu kanalisieren, während es bei einem Projekt wie dem, an dem ich arbeite, hinsichtlich des verkehrlichen Aspekts eher um eine touristische Neuerschließung geht, wo man bisher ohne (flexibles) Auto teilweise überhaupt gar nicht hinkommt.

QUOTE (rautatie @ 11 Jun 2021, 08:40)
Wobei Netflix aus meiner Sicht so rein gar nicht dasselbe wie Ausflüge ist

Das Kino hat auch feste Vorführzeiten und zeigt den gleichen Film meistens nicht stündlich. Ich meinte nur, für Leute, die immer flexibel sein wollen und sich auf nix festlegen können, ist irgendeine Beschäftigung "on demand" außerhalb der Berge vielleicht einfach besser. Da machen sie dann auch nix kaputt, wenn sie nicht beim Ausleben von massenhafter Individualität und Konsumansprüchen alle beim gleichen Bauern über die Wiese abkürzen und zum Dank den Müll oder die Hundsch... liegen lassen. Wer irgendwohin auf's Land fährt, sollte halt damit rechnen, dass es nicht ist wie in der Stadt und das auch gar nicht so sein muss und sich vielleicht auch ein bisschen drauf einlassen statt das immer als Makel zu sehen.

Geschrieben von: AK1 am 12 Jun 2021, 16:06
QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 20:32)
Ich hab da gelesen und als deine Ansicht verstanden: "Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht." Und genau das ist eben das Vorurteil, das in vielen Regionen gar nicht stimmt, insbesondere wo Massentourismus ist. Wenn's anders gemeint war, auch okay. wink.gif Die RVO-Fahrpläne meinen, dass die Anbindung z.B. von Ettal Kloster/Linderhof jetzt auch nicht soooo schlecht ist, dass Einzelfahrten ab München da so viel ausmachen würden. Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

In Linderhof ist man öffentlich frühestens um 11:05. Das ist für Bergtouren völlig untauglich.
Ettal ist in der Tat gut angebunden.
Meine Erwartung war aber, dass der Bus weiter fährt als bis Linderhof, denn dahinter gibt es überhaupt keine öffentliche Anbindung, aber jede Menge interessante Tourenziele und überfüllte Parkplätze. Da wäre erhebliches Potential zu heben.
So wie es ist, werde ich die Busse auch nicht allzu oft nehmen, immerhin ist der Start Aidenbachstraße für mich interessant. Da spart man sich aus dem Süden ein Stück weg, wenn man nicht zum Hbf bzw. Pasing muss.

Geschrieben von: Entenfang am 12 Jun 2021, 16:40
QUOTE (Rohrbacher @ 11 Jun 2021, 18:12)
Das Kino hat auch feste Vorführzeiten und zeigt den gleichen Film meistens nicht stündlich. Ich meinte nur, für Leute, die immer flexibel sein wollen und sich auf nix festlegen können, ist irgendeine Beschäftigung "on demand" außerhalb der Berge vielleicht einfach besser.

Ja, schlimm, wenn diese verweichlichten Städter vielleicht kein Bock haben, morgens um 6 loszufahren, sondern vielleicht am Wochenende mal ausschlafen und erst um 11 losfahren wollen. Oder vielleicht nur 3h wandern wollen und nicht 6. Das Problem ist halt, dass deine Einstellung so lange funktioniert, wie die Städter die Möglichkeit haben, entweder mit dem 1x täglichen Bus zu fahren oder Netflix zu glotzen. Sobald die Städter die Möglichkeit haben, mit dem 1x täglichen Bus, mit dem eigenen Auto zu fahren oder Netflix zu glotzen, kommt halt das raus, was wir jedes Wochenende sehen.

QUOTE
Wer irgendwohin auf's Land fährt, sollte halt damit rechnen, dass es nicht ist wie in der Stadt und das auch gar nicht so sein muss und sich vielleicht auch ein bisschen drauf einlassen statt das immer als Makel zu sehen.

Wenn das bedeutet, dass man keinen oder 1x täglichen ÖPNV, keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und keinen Handyempfang hat, kann man das meiner Meinung nach durchaus als Makel sehen. Soll ja auch Länder geben, wo das ein https://www.tnw.ch/assets/files/haltestellenfahrplaene/Reigoldswil_Dorfplatz_71_Rueck.pdf https://www.tnw.ch/assets/files/haltestellenfahrplaene/Reigoldswil_Dorfplatz_70_Rueck.pdf https://www.volg.ch/standorte-oeffnungszeiten/action/suche/ Was nicht heißt, dass es nicht auch für ergänzende touristische Angebote 1x täglich https://www.fahrplanfelder.ch/fileadmin/fap_pdf_fields/2021/12.682.pdf Das Problem ist halt, dass man nur wenig Möglichkeiten abseits vom Tegernsee und Schliersee hat, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist und nicht ewig vom Bahnhof laufen möchte. Bestes Beispiel ist die Kampenwandbahn, die halt blöderweise 2 km vom Bahnhof weg ist und am Wochenende mit dem Bus praktisch nicht zu erreichen.

Geschrieben von: eherl2000 am 12 Jun 2021, 17:28
Wer eine Ahnung vom Bergwandern hat, der weiß, dass man früh starten muss. Grund ist, dass man sonst im Sommer in die Mittagshitze kommt. Sollte die Bergtour länger sein, drohen am Nachmittag auch Gewitter. So ist die Abfahrtszeit durchaus richtig.

Geschrieben von: Rohrbacher am 12 Jun 2021, 18:28
QUOTE (Entenfang @ 12 Jun 2021, 17:40)
Ja, schlimm, wenn diese verweichlichten Städter vielleicht kein Bock haben, morgens um 6 loszufahren, sondern vielleicht am Wochenende mal ausschlafen und erst um 11 losfahren wollen. Oder vielleicht nur 3h wandern wollen und nicht 6. Das Problem ist halt, dass deine Einstellung so lange funktioniert, wie die Städter die Möglichkeit haben, entweder mit dem 1x täglichen Bus zu fahren oder Netflix zu glotzen. Sobald die Städter die Möglichkeit haben, mit dem 1x täglichen Bus, mit dem eigenen Auto zu fahren oder Netflix zu glotzen, kommt halt das raus, was wir jedes Wochenende sehen.

Das ist nicht "meine Einstellung", sondern einfach eine realistische Sicht auf einen ansatzweise wirtschaftlichen Linienbetrieb. Wenn du auf einem Wanderparkplatz die stattliche Zahl von 80 Autos stehen hast, mit im Schnitt zwei Personen drin, dann reden wir über 160 Personen. Jetzt nehmen wir an, die schon hohe Quote von 50% wäre ÖPNV-tauglich (die anderen sind Cabrio-/Oldtimerfahrer, lehnen Busse komplett ab, haben Reisezeiten und -ketten, die einfach nicht sinnvoll darstellbar sind, andere Gründe), dann reden wir über 80 Leute nur mal für eine Hinfahrt. Die verteilen sich jetzt auf Fahrten um 7, 9, 11, 13, 15 Uhr, das sind im Schnitt 16 Leute pro Bus. Jetzt verteilen sich die aber nicht gleichmäßig. Dann hast du bei einigen Fahrten irgendeine teils niedrige einstellige Fahrgastzahl 10, 15, 20, 25 km rumfahren. Bei gutem Wetter wohlgemerkt, für 1/3 Schlechtwetter darfst du im Jahresmittel noch was abziehen. Die fahren dann mit Bayernticket, das heißt relativ geringen Einnahmen. Linien "auf den Berg" kannst du ja oft auch nicht wie den üblichen eingeschränkten Sonntagsverkehr mit Einnahmen aus dem Schüler- und Berufsverkehr unter der Woche querfinanzieren. Sollen den Spaß die dekadenten Landgemeinden oder Landkreise zahlen, die auch nicht unbedingt einen gigantischen Umsatz machen mit Leuten, die vielleicht nichtmal irgendwo einkehren, sondern einfach nur durch die Landschaft marschieren? Erklär's mir einfach. wink.gif

Als Planer kommst da zu einem Punkt, wo du sagst, lass uns das machen, wir haben x Nutzwagenkilometer oder Fahrtenpaare zu verteilen. Und da kommt jenseits der bekannten Tourismus-Hotspots halt auf die typischen Fahrpläne mit einzelnen Fahrten. Wenn sich das nicht zufällig irgendwie mit einem regulärem Verkehr zwischen Bahnhöfen, Ober-, Mittel-, Unterzentren überlagert, bleibt's dann eben dabei und kann nicht jedem Wunsch gerecht werden. Jenseits der bekannten Tourismus-Hotspots ist das unter den gegebenen Umständen einfach schwierig. Ein Grund ist wie gesagt auch das relativ geringe Einnahmenniveau durch (in der Regel schon am Bahnhof in München verkaufte) Bayerntickets, bei denen wohl bei den VU/Auftraggebern vor Ort nicht so viel bleibt. Die Einnahmeverteilung bei Verbund- und auch dem Bayernticket haben bekanntlich viel ehemals eigenwirtschaftlichen Regionalbusverkehr auf dem Land gekillt. Das ist auch eine Seite, die allzu oft nicht erwähnt wird. Ich kenne keine genauen Zahlen, aber ich weiß, dass Busunternehmer davon oft nur kleine Centbeträge sehen.

Geschrieben von: TramBahnFreak am 12 Jun 2021, 19:23
Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

Geschrieben von: Rohrbacher am 12 Jun 2021, 21:07
QUOTE (TramBahnFreak @ 12 Jun 2021, 20:23)
Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

Wie so oft ist die Antwort, dass die Schweiz nicht in EU/Deutschland/Bayern liegt. ph34r.gif

Neben der Konstruktion der Tarife sind auch die Landes- und Bundesförderungen für ÖPNV kaum der Rede wert, während mir die https://www.ardmediathek.de/video/realer-irrsinn-die-ueberdimensionierte-bruecke-von-reichertshausen/ndr-fernsehen/Y3JpZDovL25kci5kZS8xZTE1YWRkYy02MWUyLTRmNjQtYTNkYi1iNGQ1ZTIxYTY2YjA/ erscheinen. Dazu kommt das Vergaberecht, ergo der Wettbewerb und die Bevorzugung von eigenwirtschaftlichen Verkehren, der den Spielraum der Busgesellschaften stark einschränkt. Da überlegt sich die DB genau, welche eigenwirtschaftlichen Scherze sich die RVO beispielsweise noch leisten kann. Für eine Hand voll Wanderer dann vielleicht gar einen zusätzlichen Kurs einsetzen, gibt's dann vielleicht auch deswegen nicht ...

Geschrieben von: Entenfang am 12 Jun 2021, 23:34
QUOTE (eherl2000 @ 12 Jun 2021, 18:28)
Wer eine Ahnung vom Bergwandern hat, der weiß, dass man früh starten muss. Grund ist, dass man sonst im Sommer in die Mittagshitze kommt. Sollte die Bergtour länger sein, drohen am Nachmittag auch Gewitter. So ist die Abfahrtszeit durchaus richtig.

Ich denke, für die Zielgruppe (passionierte DAV-Wanderer) dieser Linien ist die Abfahrt richtig - für ahnungslose Wanderer wie mich und Familien mit Kindern wohl eher nicht. Und wahrscheinlich gibt es noch einen anderen Grund für die frühe Abfahrt und das sind die dann noch nicht vorhandenen Staus.
Als ahnungsloser Wanderer kann ich halt auch nur sagen, dass es schon schwierig genug ist, die Wanderung auf eine stündliche Abfahrt hin zu planen. Die Flexibilität bei genau einer einzigen Fahrt ist quasi nicht existent. So viel Freude macht es dann vielleicht auch nicht, wenn man noch irgendwo 2h totschlagen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Busse erfolgreich sein werden. Aber den großen Wurf zur Verkehrsentlastung kann nur ein Taktverkehr sein.

Geschrieben von: Rohrbacher am 13 Jun 2021, 03:02
QUOTE (Entenfang @ 13 Jun 2021, 00:34)
Als ahnungsloser Wanderer kann ich halt auch nur sagen, dass es schon schwierig genug ist, die Wanderung auf eine stündliche Abfahrt hin zu planen. Die Flexibilität bei genau einer einzigen Fahrt ist quasi nicht existent. So viel Freude macht es dann vielleicht auch nicht, wenn man noch irgendwo 2h totschlagen muss.

Wenn du für diese Flexibilität bezahlst und zwar auch für die Tage mit schlechtem Wetter, an denen die Busfahrer allein ihre Kreise ziehen, ist das überhaupt kein Thema. Sag einfach, wer's bezahlen soll. Zum Beispiel in den Chiemgau kostet die Fahrt im Bergbus inkl. MVV im Stadtbereich für Nichtmitglieder 22 Euro, zu viert also 88 Euro. Ohne Flexibilität. Ich frage nochmal: Was kostet das Bayernticket und wie sind die Einnahmen verteilt, wenn alle dieses Ticket aus München mitbringen?

Geschrieben von: 146225 am 13 Jun 2021, 18:41
QUOTE (TramBahnFreak @ 12 Jun 2021, 19:23)
Aber warum ist all das, von dem du erklärst, dass und warum es nicht durchführbar ist, dann in der Schweiz, die ja nicht weniger gebirgig als das bayerische (Vor-)Alpenland ist, eben doch umsetzbar?

Weil Auto'schland hier unwillig und aus gut geschmierter ideologischer Fixierung in der Politik auch chronisch unfähig ist, hier flächendeckend etwas zu tun. So einfach. Versagen ist kein Naturgesetz, es wird aktiv betrieben.

Geschrieben von: rautatie am 14 Jun 2021, 08:25
QUOTE (Rohrbacher @ 11 Jun 2021, 17:12)
Das Kino hat auch feste Vorführzeiten und zeigt den gleichen Film meistens nicht stündlich. Ich meinte nur, für Leute, die immer flexibel sein wollen und sich auf nix festlegen können, ist irgendeine Beschäftigung "on demand" außerhalb der Berge vielleicht einfach besser.

Ich habe den Vergleich zwischen Bergwanderungen und Netflix immer noch nicht verstanden. Und ich denke, es gibt durchaus Abstufungen zwischen "einmal täglich" und "wahllosem on demand" (nennt man das nicht Taktfahrplan?).

Ein wenig scheint mir aus deinen Ausführungen ein gewisser Vorbehalt gegen "Städter" durchzuklingen, kann das sein? Dieses "Städter, bleibt in der Stadt" hört man ja gelegentlich, und irgendwie klingt mir hier auch ein bisschen so ein "Bleibt zuhause in der Stadt und glotzt Netflix" mit.

Wie gesagt, ich wohne zwar in der Stadt, hab aber mit Streamingdiensten so rein gar nichts am Hut, sondern gehe viel lieber Spazieren und Wandern.

Geschrieben von: Elch am 14 Jun 2021, 08:29
QUOTE (Entenfang @ 12 Jun 2021, 23:34)
Ich denke, für die Zielgruppe (passionierte DAV-Wanderer) dieser Linien ist die Abfahrt richtig - für ahnungslose Wanderer wie mich und Familien mit Kindern wohl eher nicht. Und wahrscheinlich gibt es noch einen anderen Grund für die frühe Abfahrt und das sind die dann noch nicht vorhandenen Staus.
Als ahnungsloser Wanderer kann ich halt auch nur sagen, dass es schon schwierig genug ist, die Wanderung auf eine stündliche Abfahrt hin zu planen. Die Flexibilität bei genau einer einzigen Fahrt ist quasi nicht existent. So viel Freude macht es dann vielleicht auch nicht, wenn man noch irgendwo 2h totschlagen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Busse erfolgreich sein werden. Aber den großen Wurf zur Verkehrsentlastung kann nur ein Taktverkehr sein.

Also mittels elektronischer Hilfsmittel wie zB "Alpenvereinaktiv" ist mittlerweile eine zumindest rudimentäre Tourenplanung auch für Anfänger möglich. Dann noch etwas Puffer dazu und man kann schon auch mit nur einer Rückfahrt zurecht kommen. Ich denke aber eher, daß die Busse eher von "alten Hasen" genutzt werden und nicht von "neu-Bergsteigern" (außer die hatten nie ein Auto).

Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Jun 2021, 15:20
QUOTE (rautatie @ 14 Jun 2021, 09:25)
Ein wenig scheint mir aus deinen Ausführungen ein gewisser Vorbehalt gegen "Städter" durchzuklingen, kann das sein? Dieses "Städter, bleibt in der Stadt" hört man ja gelegentlich, und irgendwie klingt mir hier auch ein bisschen so ein "Bleibt zuhause in der Stadt und glotzt Netflix" mit.

Nö, nur gegen die Äußerungen hier, die durchklingen lassen, die Landkreise mögen doch bitte ihren ÖPNV für die Städter, die bitte mit'm in München verkauften Bayernticket anreisen möchten, auf Stadtnievau ausbauen. Genau diese Konsumenten-Anspruchshaltung und die Sichtweise des städtischen als Normalität (was in Bayern nunmal nicht der Fall ist) könnte dazu führen, dass man sowas vor allem seit den Corona-Eskapaden "gelegentlich" sowas hört, ja. Die sehr viel interessantere Frage, wer's bezahlen soll, wurde immer noch nicht beantwortet. Beispiel: Regulärer Kilometertarif für 21 km sind bei der RVO 6,30 Euro, bei DB Regio 6,60 Euro. Kostet im MVV (subventioniert vom Landkreis vor Ort) meistens 3,40 Euro. Und von den Bayerntickets, die man nicht selbst verkauft, bleiben vor Ort wohl allenfalls Centbeträge, entsprechend werden die zum Teil auch explizit nicht anerkannt und scheitern größere MVV-Erweiterungen seit Jahrzehnten. Aber selbst vom vollen Kilometertarif lässt sich vieles nicht finanzieren, was dann nur an Tagen mit schönem Wetter ausreichend genutzt wird und keine stabile Finanzierung über Zeitkarten, Schülerzeitkarten oder eine sonstige regelmäßige Masse hat. Wenn ich jetzt als Planer im Landkreis XY wie üblich ein komplett unterfinanziertes Bussystem habe, muss ich genau abwägen, leiste ich mir den Luxus im Schnitt für fünf externe Leute den Takt auf irgendeinen Berg auszubauen oder nutze ich die Ressourcen, um Taktlücken im Binnenverkehr zwischen Kreisstadt/Bahnhof und den Gemeindehauptorten im besten Fall nicht erst entstehen zu lassen? Ich sag mal so, was gibt's andersrum gegen Airbnb-Ferienwohnungen in München zu sagen? Mei, natürlich "stören" sich da die Einheimischen etwas dran, aber immmerhin ist das für den örtlichen Vermieter sogar lukrativer. ph34r.gif

Wie gesagt, mit Sondertarifen kann man sowas lösen, wenn man für die Parkplätze noch mehr nimmt. Aber erfahrungsgemäß beißt es sich schon mit der Anspruchshaltung der Leute, wenn Tickets irgendwo auf dem Tarifniveau der 1. Klasse ohne Vergünstigungen liegen. Die Leute wollen alles billig, flat, pauschal, spontan und rund um die Uhr verfügbar. Und da ist Netflix oder ein ähnliches Produkt dann einfach sehr viel passender als ein Ausflug auf's Land, wo naturgemäß nicht alles billig, flat, pauschal, spontan und rund um die Uhr verfügbar sein kann. smile.gif

QUOTE (Elch @ 14 Jun 2021, 09:29)
Ich denke aber eher, daß die Busse eher von "alten Hasen" genutzt werden und nicht von "neu-Bergsteigern" (außer die hatten nie ein Auto).

So wie ich es verstanden habe, möchte der DAV ja auch eher die vorhandenen Touristen aus den Autos rausbringen, aber nicht unbedingt massenweise neue anlocken.

Geschrieben von: 146225 am 14 Jun 2021, 19:09
Ich lese da immer nur noch die tradierte Unfähigkeit und Unwilligkeit der etablierten Politik, aus vornehmlich ideologischen und weniger aus finanziellen Gründen auch im ländlichen Raum guten Nahverkehr anzubieten. Natürlich soll das nicht heißen, dass jeder Weiler aus 3 Höfen und 2 Häusern seinen 10-Minuten-Takt braucht, Gemeinden ab 2.000 - 3.000 Einwohnern auf halbwegs konzentrierter Fläche aufwärts kann man aber durchaus auch am Wochenende besser an den nächsten Bahnhalt anbinden als mit "nichts" oder "2x täglich über 3 verschieden Linienwege und bei Vollmond nochmals anders". Da sollte zumindest ein 2-Stunden-Takt immer drin sein, wenn die Linie zwei Bahnstrecken als Tangente verbindet und/oder noch ein Ziel von erheblichem touristischem Interesse sinnvoll am Linienweg liegt, gerne auch dichter.

Das muss leistbar sein, sonst ist das Reden von einer "Verkehrswende" nix als eine billige Lüge und manche Parteien bleiben die käuflichen Dienstboten so mancher Lobby, die sie schon immer waren. Und "zu teuer" ist sowieso ein dämliches Argument für eine Politik, welche zuletzt im "alternativlosen" Lockdown erschreckend naiv immense volkswirtschaftliche Werte bedenkenlos verbrannt hat.



Geschrieben von: Rohrbacher am 14 Jun 2021, 20:39
QUOTE (146225 @ 14 Jun 2021, 20:09)
Natürlich soll das nicht heißen, dass jeder Weiler aus 3 Höfen und 2 Häusern seinen 10-Minuten-Takt braucht, Gemeinden ab 2.000 - 3.000 Einwohnern auf halbwegs konzentrierter Fläche aufwärts kann man aber durchaus auch am Wochenende besser an den nächsten Bahnhalt anbinden als mit "nichts" oder "2x täglich über 3 verschieden Linienwege und bei Vollmond nochmals anders".

Nettes Grundsatzprogram! Darum geht's hier aber nicht! Wir reden hier von wetterabhängigem Freizeitverkehr (!) zu Zielen, wo z.B. ausgehend vom Bf Oberammergau nach ungefähr 15 km Fahrt (das ist so weit wie von Pasing nach Trudering) mit dem https://www.dbregiobus-bayern.de/regiobusbayern/view/mdb/kursbuch/mdb_329337_rvo_9622_120521.pdf am Schloss Linderhof im Zweifel noch weniger Leute wohnen als in deinem Weiler aus drei Höfen und zwei Häusern! Und die liegen sonst meist am Weg und sind eher selten nach 15 km durch'n Wald selbst das Fahrtziel. Rein nachdem, was du schreibst, wo ist das Problem? rolleyes.gif

QUOTE (146225 @ 14 Jun 2021, 20:09)
Da sollte zumindest ein 2-Stunden-Takt immer drin sein

Mal grundsätzlich gesehen ist das oft das schlimmste, was du machen kannst. Zweistundentakt heißt in der Praxis es gibt riesige Lücken in den HVZ und Warmluftfahrten dazwischen. Dann wird sicherlich anderthalb Stunden von der Stadt entfernt in Abzw Hintertupfung um 9 und 11 Uhr der Bär steppen, wenn du zwischen 5 und 7 Uhr Pause machst. So geht Verkehrswende ganz bestimmt! Selbst wenn die Linie Netzwirkung zwischen zwei Bahnhöfen haben soll, aber es irgendwie nicht für einen Stundentakt reicht, ist dann es im Nahverkehr besser in den Nachfragezeiten einen Block im Stundentakt (oder was auch immer die Bahn fährt) zu fahren und dazwischen, wenn ohnehin nur Einzelpersonen fahren würden, große Löcher im Fahrplan in Kauf zu nehmen. Die sind größer, stören aber weniger als zweistündige Löcher in den nachfragestarken Zeiten.

QUOTE (146225 @ 14 Jun 2021, 20:09)
Gemeinden ab 2.000 - 3.000 Einwohnern auf halbwegs konzentrierter Fläche

Warum diese Grenze? Spielen Fahrgastzahlen, Wagenkilometer, Strukturpolitik, Netzwirkung drunter keine Rolle mehr? Also sind dann pauschal auf 7 km drei Gemeinden mit 1.900 Einwohnern auf direkter Straße und zentrumsnahen Haltestellen weniger gut als zwei Gemeinden mit 2.100 Einwohnern verteilt auf 20 km mit drei Wendeschleifen und Ortsrandhaltestellen ohne nenenswerten Quell- und Zielverkehr? Wer mit solchen pauschalen Argumenten jenseits der Lebenswirklichkeit unterwegs ist, ist gut bei der BEG/Staatsregierung aufgehoben, um neue 1.000er-Kriterien zu erfinden. ph34r.gif

Geschrieben von: Entenfang am 15 Jun 2021, 14:29
QUOTE (Elch @ 14 Jun 2021, 09:29)
Also mittels elektronischer Hilfsmittel wie zB "Alpenvereinaktiv" ist mittlerweile eine zumindest rudimentäre Tourenplanung auch für Anfänger möglich. Dann noch etwas Puffer dazu und man kann schon auch mit nur einer Rückfahrt zurecht kommen.

Ich glaube, die Ironie meines Beitrags ist nicht rübergekommen. Ich gehe regelmäßig wandern und kenne die Probleme der ÖV-Anreise sehr gut. Meiner Ansicht nach taugt eine einzige Fahrt nur in wenigen Fällen. Damit lockt man kaum jemanden vom Auto zum ÖV.

Und zu den ganzen Kostenargumenten von Rohrbacher: Mir ist schon klar, dass die Umstände heute sind wie sie sind. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht versuchen sollte, sie zu ändern. Und die ganzen Tunnel der B2 nach Garmisch kosten auch eine ganze Menge...

Geschrieben von: Jean am 15 Jun 2021, 14:35
QUOTE (Entenfang @ 15 Jun 2021, 15:29)
Und die ganzen Tunnel der B2 nach Garmisch kosten auch eine ganze Menge...

Und ich dachte Straßenbau verursacht keine Kosten, im Gegensatz zum ÖPNV... ph34r.gif

Geschrieben von: rautatie am 15 Jun 2021, 15:16
QUOTE (Entenfang @ 15 Jun 2021, 14:29)
Ich glaube, die Ironie meines Beitrags ist nicht rübergekommen. Ich gehe regelmäßig wandern und kenne die Probleme der ÖV-Anreise sehr gut. Meiner Ansicht nach taugt eine einzige Fahrt nur in wenigen Fällen. Damit lockt man kaum jemanden vom Auto zum ÖV.


Wie ist das eigentlich beim Bergbus: fährt der ohne Halt von München bis zum Ziel und zurück, oder hat er auch Zwischenstationen? Ein Vorteil von normalen Linienfahrten ist meiner Ansicht nach auch die Möglichkeit, entlang der Strecke auch anderswo ein- oder auszusteigen.

Was das zuvor erwähnte "wahllose on demand"-Angebot betrifft, das angeblich insbesondere die Städter erwarten würden:
ist es nicht gerade der Individualverkehr (sprich: Autoverkehr), der "wahlloses on-Demand" verspricht? Immerhin kann man mit einem Auto jederzeit hin- und zurückfahren, ohne auf Fahrpläne achten zu müssen. Und sind es nicht gerade die Nichtstädter, die dieses unbegrenzte, fahrplanunabhängige "on demand" favorisieren?


Geschrieben von: ET 415 am 15 Jun 2021, 15:23
Der Bergbus hält auch an Zwischenstationen, siehe https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/umwelt/muenchner-bergbus.

Geschrieben von: rautatie am 15 Jun 2021, 15:28
QUOTE (ET 415 @ 15 Jun 2021, 15:23)
Der Bergbus hält auch an Zwischenstationen, siehe https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/umwelt/muenchner-bergbus.

Ah gut, immerhin. Zwischenhalte finde ich schon wichtig und hilfreich.

Geschrieben von: Rohrbacher am 15 Jun 2021, 18:03
QUOTE (Entenfang @ 15 Jun 2021, 15:29)
Und zu den ganzen Kostenargumenten von Rohrbacher: Mir ist schon klar, dass die Umstände heute sind wie sie sind. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht versuchen sollte, sie zu ändern.

Was willst du ändern? Dass der Weg z.B. nach Linderhof kürzer wird, die Leute wetterunabhängig jeden Sonntag kommen, nicht 90% zu den gleichen Zeiten fahren und sich Streckenzeitkarten kaufen? Oder was meinst du? Auch mit doppelt oder dreifach so viel Geld im System, hat man ehrlich gesagt erstmal tausende von anderen Linien auszubauen und primär hunderte Hauptstrecken zu vertakten. In vielen Landkreisen, vielleicht sogar der Mehrheit fährt samstags, sonn- und feiertags oft gar kein Bus. Das Bahnnetz hat vor allem, da wo die Münchner Touris eher selten sind, riesige Lücken und auch im vergleichsweise gut ausgebauten RVO-Netz heißt's für viele, die flexibel sein müssen, jenseits des Autos eben Taxi fahren. Wäre das vielleicht auch eine Lösung für deine Ausflüge? ...

QUOTE (Entenfang @ 15 Jun 2021, 15:29)
Und die ganzen Tunnel der B2 nach Garmisch kosten auch eine ganze Menge...

Du weißt, dass das eine Bundesfernstraße ist, also eher mit dem Ausbau der Werdenfels-/Mittenwaldbahn "konkurriert" und kein nur gelegentlich genutzter Freizeitbus durch den Wald?

QUOTE (rautatie @ 15 Jun 2021, 16:28)
Und sind es nicht gerade die Nichtstädter, die dieses unbegrenzte, fahrplanunabhängige "on demand" favorisieren?

Zum Favorisieren müsste es eine zweite Option geben und naja, es ist der DAV, der das Problem dennoch irgendwie in München zu sehen scheint ... wink.gif

Dem Nichtstädter ist völlig klar, ein Bus für vielleicht drei Leute ist genauso schwierig wie Wirtshaus, Schwimmbad, Buchladen etc. und ist es auch gewohnt, wenn die Läden um 18 Uhr schließen, Mittwochnachmittag zu haben oder nur einmal oder zweimal die Woche zwei Stunden öffnen, wie der Wertstoffhof, wo wir z.B. unsere Gelben Säcke selbst hinfahren müssen, weil das Abholen zu teuer geworden wäre. (War ein Bürgerentscheid!) Die Ansprüche, die die Leute aus der Stadt gerne mal mitbringen, sind andere. Das sieht man auch beim Thema Ladenschluss, wo es für viele hier völlig unbegreiflich ist, dass die eigentlich wirtschaftsfreundliche für ganz Bayern tätige CSU-Regierung bei dem Thema auf dem Status als Verbotspartei beharrt. Genau zu dem Thema touristischer ÖPNV mach ich seit Monaten in eigener Sache Analysen und hab mich genau mit Zielgruppen und deren Ansprüchen auch vergleichend zu anderen Regionen beschäftigt. Ich bin ja bekanntlich oft der erste hier, der sich bei einem Ausbau des Flächennahverkehrs meldet, aber das funktioniert nicht wie in der Großstadt. Selbst Baden-Württemberg (311 Einwohner pro km²) ist in vielerlei Hinsicht oft schon strukturell anders als Bayern (186 Einwohner pro km²), wobei wenige Großstädte den Einwohnerschnitt enorm hochziehen, in der Fläche ist Bayern eher wie Sachsen-Anhalt! Selbst wenn man die Verkehrspolitik aus BaWü übernehmen würde, dürfte man noch keine Wunder erwarten. Die irgendwo erwähnten sinngemäß halbwegs kompakten Siedungsgebiete mit 2.000 bis 3.000 Einwohnern wirst du im über Jahrhunderte (im Gegensatz zu Norddeutschland) kleinbäuerlichen Bayern selbst heute in vor 50 Jahren gebietsreformierten Gemeinden und Kleinstädten so kaum irgendwo finden, weil sich die enorm auf verstreute Ortsteile verteilen können. Da hab ich es dann bei mir im Landkreis mit Gemeinden wie Gerolsbach zu tun, wo heute 3.685 Einwohner für den "Städter" nicht schlecht klingen, die für den ÖPNV-Planer gemeinen Zahlen sind aber die in Bayern gar nicht unüblichen 62 Einwohner je km² über die 80 Ortsteile. Bei der Gemeinde Ettal, die sich eigentlich sogar optimal entlang der Straße/Buslinie zwischen Ort und Schloss Linderhof entlangzieht, haben wir dennoch auf 12 km Strecke nur 734 Einwohner (50 Einwohner je km²), wobei die Hälfte der Strecke westlich von Graswang allein von den Touris leben muss und die haben in der Mehrheit nunmal bestimmte Zeiten, ebenso das Schloss und die Gastro.

Geschrieben von: AK1 am 15 Jun 2021, 20:07
QUOTE (rautatie @ 15 Jun 2021, 15:28)
Ah gut, immerhin. Zwischenhalte finde ich schon wichtig und hilfreich.

Man muss nur aufpassen: bei Bedarfshaltestellen ist nur ein Ausstieg möglich, nicht aber ein Einstieg.
Warum das nicht wie bei jedem normalen Linienbus geht, dass der eben hält, wenn jemand dasteht, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Aber nicht die einzige seltsame Regelung: der geforderte Testnachweis bei Inzidenz über 50 ist auch noch mal so ein Hammer... Da geht ÖPNV doch deutlich unproblematischer.

Geschrieben von: rautatie am 16 Jun 2021, 07:41
QUOTE (AK1 @ 15 Jun 2021, 20:07)
Man muss nur aufpassen: bei Bedarfshaltestellen ist nur ein Ausstieg möglich, nicht aber ein Einstieg.
Warum das nicht wie bei jedem normalen Linienbus geht, dass der eben hält, wenn jemand dasteht, erschließt sich mir jedenfalls nicht.

Ich hatte zuerst gedacht, es gäbe auch Zwischenhalte in beispielsweise Rosenheim, dass auch die dortigen Bewohner vom Bergbus profitieren könnten, um in die Wandergebiete zu kommen. Aber es scheint einzig und allein auf die Münchner Wanderfreunde ausgelegt zu sein.

Ich bin gespannt, ob das Konzept erfolgreich sein wird. Falls ja, besteht die Hoffnung, dass sich daraus irgendwann ein regulärer Linienbus daraus entwickeln könnte, mit den erwähnten Vorteilen (Linienbusmäßige Zwischenhalte, Zu- und Ausstieg auch unterwegs möglich, Taktfahrplan, Integration in normales Tarifsystem).

Wie gesagt, ich selbst werde weiterhin lieber den vorhandenen Linienverkehr nutzen, und wo dieser nicht hinfährt, da komme ich eben nicht hin (oder ich fahre gemeinsam mit Freunden im Auto hin). Zum einen, weil ich mit meiner BC100 eben die regulären Linienfahrten schon mit drin habe (nicht alle Busse, aber zumindest die Bahnverbindungen), und weil ich eben einen Taktfahrplan mit mehreren Fahrtmöglichkeiten schätze. Aber das muss ja nicht bedeuten, dass das Angebot für andere Wanderer nicht trotzdem attraktiv sein kann.

Geschrieben von: Rohrbacher am 17 Jun 2021, 15:37
QUOTE (rautatie @ 16 Jun 2021, 08:41)
Falls ja, besteht die Hoffnung, dass sich daraus irgendwann ein regulärer Linienbus daraus entwickeln könnte, mit den erwähnten Vorteilen (Linienbusmäßige Zwischenhalte, Zu- und Ausstieg auch unterwegs möglich, Taktfahrplan, Integration in normales Tarifsystem).

Nur dass Linienverkehr eben nicht Taktverkehr oder "normales Tarifsystem" heißen muss nur weil du das aus der Stadt so kennst. ph34r.gif Insbesondere Linienfahrten München <-> "irgendein Dorfziel außerhalb des S-Bahnradius" haben sich eigentlich gerade dadurch ja nie ausgezeichnet, sondern waren immer dazu gedacht, mehr oder weniger zu speziellen Zeiten für spezielles Publikum Punkt-zu-Punkt zu fahren. Abgesehen von den erwähnten Kosten- und Nutzerpotentialen, wo die Rechnung durch den langen Weg ja München ja noch krasser ausfällt als bei einen Kurzstreckenpendel zum Bahnhof, und dass der DAV eine zum Auto konkurrenzfähige Zeit ab München möchte, wäre das mit den Zwischenhalten zum flexiblen Ein- und Aussteigen allein schon aus konzessionsrechtlichen Gründen u.U. schwierig. Weil die Aufsichtsbehörde bei einem als Linie konzessionierten Bergbus vermutlich zudem die Platzzahl beschränken würde wird das wohl immer mehr Flixbus mit "Wochentakt" bleiben als ein MVV-Vorortverkehr im XXL-Maßstab. Nach Süden raus gibt's ja zudem auch kaum größere Orte ohne Bahnanschluss, wo man was bauen könnte wie den X732 oder den geplanten X610, wo das mit den Bergsteinern dann ein praktischer Nebennutzen wäre, aber nicht die Linie am Leben halten muss. Oder?

Der DAV hat ja verlautbaren lassen, dass die paar Termine ihn eine niedrige sechstellige Summe kosten. Für solche Summen könnte könnte er vermutlich mehrere Jahre irgendwo Anschlussbusse stündlich zwischen Bahnhof und Wandererziel pendeln lassen, damit die Leute da flexibel mit Bayernticket und Bahncard100 an- und abreisen können. Das könnte ja der DAV einfach bei RVO bestellen ... Aber das scheint nicht das zu sein, was der DAV bezweckt bzw. fix gebuchte Einzelfahrten Punkt-zu-Punkt rechnen sich einfach auch eher. Das musst du den DAV fragen. Ich hab da aber meine Vermutungen. wink.gif

Geschrieben von: Südostbayer am 17 Jun 2021, 17:06
QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jun 2021, 15:37)
Nur dass Linienverkehr eben nicht Taktverkehr oder "normales Tarifsystem" heißen muss nur weil du das aus der Stadt so kennst. ph34r.gif

Auch als Landbewohner finde ich, dass sich Deine etwas überhebliche Abkanzelung der Stadtbewohner langsam wiederholt...


QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jun 2021, 15:37)
Der DAV hat ja verlautbaren lassen, dass die paar Termine ihn eine niedrige sechstellige Summe kosten.

In https://www.br.de/nachrichten/bayern/jungfernfahrt-muenchner-bergbus-offiziell-gestartet,SZk5Wrj werden 80.000 Euro genannt, wobei das der Formulierung im Artikel zufolge offenbar die nach Berücksichtigung der Fahrgeldeinnahmen verbleibenden Kosten sind. Entweder der BR irrt sich hier oder die erwartete Kostendeckung des Angebots ist überraschend schlecht.


QUOTE (Rohrbacher @ 17 Jun 2021, 15:37)
Für solche Summen könnte könnte er vermutlich mehrere Jahre irgendwo Anschlussbusse stündlich zwischen Bahnhof und Wandererziel pendeln lassen, damit die Leute da flexibel mit Bayernticket und Bahncard100 an- und abreisen können. Das könnte ja der DAV einfach bei RVO bestellen ... Aber das scheint nicht das zu sein, was der DAV bezweckt bzw. fix gebuchte Einzelfahrten Punkt-zu-Punkt rechnen sich einfach auch eher.

Naja, das macht der DAV mit der RVO-Linie 9569 schon seit Jahren, aber man erreicht damit - wie auch von Dir schon genannt - vermutlich eine andere Zielgruppe.

Geschrieben von: Rohrbacher am 17 Jun 2021, 19:18
QUOTE (Südostbayer @ 17 Jun 2021, 18:06)
Auch als Landbewohner finde ich, dass sich Deine etwas überhebliche Abkanzelung der Stadtbewohner langsam wiederholt...

Falsch. Ich kanzle lediglich diese nach wiederholter Erklärung des Sachverhalts unsägliche Überheblichkeit ab, was sich einige dennoch einbilden, was die Landkreise ihnen zu Freizeitzwecken zu finanzieren haben, während es (hier) sonst immer heißt "die drei Hanseln", "Käffer", "Milchkannen" etc. ...

QUOTE (Südostbayer @ 17 Jun 2021, 18:06)
Entweder der BR irrt sich hier oder die erwartete Kostendeckung des Angebots ist überraschend schlecht.

Mich überrascht das nicht, weil auch bei diesem Angebot kannst du davon ausgehen, und da wiederhole ich mich gerne, dass an mindestens 1/3 der Tage wetterbedingt maximal eine Hand voll Leute mitfahren wird und die Zielgruppe eben nur an ganz bestimmten Zielen mit wirklich Massenverkehr auch einen solchen rein für die Touris ermöglicht. Soooo arg viele Leute braucht es halt nicht, damit ein Parkplatz an drei Tagen im Jahr übervoll ist. Corona kommt momentan auch noch dazu, dass muss man natürlich auch sagen. Ich hätte sowas nicht ausgerechnet jetzt "getestet".

Geschrieben von: 146225 am 17 Jun 2021, 19:42
Akutes CSU ist heilbar.

Geschrieben von: 218 466-1 am 18 Jun 2021, 01:10
QUOTE (MVG-Wauwi @ 9 Jun 2021, 07:16)
Mir würde ein ordentlich vertakteter Linienverkehr mit mehr als zwei Fahrten pro Tag und ohne kryptisches Tarifwesen, wenn es mal über eine Landesgrenze geht, wesentlich mehr bei meinem Bedürfnis nach Naherholung helfen.
QUOTE (Entenfang @ 15 Jun 2021, 08:29)
Ich gehe regelmäßig wandern und kenne die Probleme der ÖV-Anreise sehr gut. Meiner Ansicht nach taugt eine einzige Fahrt nur in wenigen Fällen. Damit lockt man kaum jemanden vom Auto zum ÖV.
Das ist aber nicht das Ziel dieser Übung. Diese an Wochenenden ab München morgends einmal hin, abends einmal zurück - Geschichten sind nicht für Münchner und sonstige Einheimischen, sondern als schnelle Punkt zu Punkt-Verbindungen für die (überwiegend asiatischen) Touristen gedacht. Kennt man auch vom "Neuschwansteinexpress" nach Füssen der nur Sonntags einmalig fährt und bis Marktoberdorf nirgends hält. Anschlüsse braucht es da nicht, weil die Zielgruppe ohnehin fast nur zum Castle will und diesen Anschluss gibt es ja. Der in dem Fall vorhandene Lienienverkehr ist dieser Zielgruppe schon zu langsam, unattraktiv und zu kompliziert.
In Japan wäre mir eine gezielt beworbene einmalige Schnellverbindung zu einer Sehenswürdigkeit auch lieber, als vertaktete Linien zu tüfteln und aufpassen zu müssen, nicht die falsche Bahn zu erwischen.

Dass Dörfer und Gemeinden für Einheimische grundsätzlich auch besser angebunden werden sollten und Anschlussverbindungen zu Ausflugszielen ebenfalls verbessert werden können (auch ohne sie vorher zu verschlechtern ph34r.gif) befürworte ich zwar schon, aber das ist hier eigentlich 00000689.gif

QUOTE (Jean @ 15 Jun 2021, 08:35)
Und ich dachte Straßenbau verursacht keine Kosten, im Gegensatz zum ÖPNV... ph34r.gif
Der Nutzen ist halt unterschiedlich: Die Strasse nutzt dem PKW. Der ÖPNV steht den PKW's im Weg herum. ph34r.gif

QUOTE (146225 @ 17 Jun 2021, 13:42)
Akutes CSU ist heilbar.
Wenn es doch aber nicht akut, sondern chronisch ist, wird man das so schnell nicht mehr los. wink.gif

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