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Münchner Bergbus, ein Angebot des Alpenvereins [Zur Themenübersicht]
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146225
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 18:03


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QUOTE (eherl2000 @ 10 Jun 2021, 10:36)
Dieses Klein-Klein der Landkreis bezogenen Regionalbuslinien wird einem zukunftsfähigen Regionalbussystem, wie es notwendig wäre, auch in Zukunft entgegenstehen. Hier muss der Staat, am besten die BEG, eine Gesamtabstimmung der Regionalverkehre organisieren. Sonst werden immer die Egoismen der Landkreise einer sinnvollen Organisation im Weg stehen.

Auch das gibt es bereits außerbayrisch, dass Länder bestimmte "landesbedeutsame" Buslinien koordinieren und in Aufgabenträgerschaft nehmen. Solange das keine feige Ausrede dafür ist, im 70er/80er-Reloaded-Stil "Bus statt Bahn" zu realisieren (in Sachsen ist man sich da trotz + nie sicher), sondern wenn z.B. Tangenten zwischen Bahnstrecken angeboten werden, ist das eine durchaus gute Sache.

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Mark8031
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 18:17


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QUOTE (rautatie @ 10 Jun 2021, 07:13)
warum die Regionalbusse (in Bayern, aber vielleicht auch in anderen Bundesländern?) oft recht leer bleiben, von Schüler- und Werksverkehren abgesehen.

Da habe ich neulich auf Twitter einen interessanten Tweet eines Grünen-Politikers gesehen (finde ihn leider gerade auf die Schnelle nicht), da stand sinngemäß drin, dass uns auf dem Land eine "Verkehrs-Bildung" fehlt und man einfach keine Alternativen zum Auto kennt. Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht. Das ist für mich eine grundsätzlich richtige Aussage, aber diese "Bildung" aufzubauen wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Du kannst da auch im 10-Minuten-Takt durch die Prärie fahren, die Leute sind ihr Auto gewohnt und bis sie was anderes ausprobieren, dauert es lange. Und dann ist es erst einmal ein Ausprobieren und Herantasten, noch lange kein Umstieg.

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 19:33


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QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 19:17)
da stand sinngemäß drin, dass uns auf dem Land eine "Verkehrs-Bildung" fehlt und man einfach keine Alternativen zum Auto kennt.

Soll jetzt keine Kritik an dir sein, es ist nur "lustig", dass dieses auch hier gerade vorgetragene Vorurteil in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt oder noch gar nie gestimmt hat. So pauschal wie da oft argumentiert wird, stimmt das ja selbst in Bayern nicht mehr. So wie bei vielen Eisenbahnfreunden der Zug sprichwörtlich hinter der Lok aufhört, wissen viele gar nicht was tatsächlich fährt und haben gedanklich genauso Vorurteile wie die Leute, die meinen auf's Auto angewiesen zu sein. Man muss nur mal fragen, wann denn die Busse fahren und es weiß schlicht keiner. Wie soll man also wissen, dass der Fahrplan nicht passt? wink.gif Selbst wenn es nur drei Fahrtenpaare am Tag sind, meistens brauch ich selbst ja nur eins, am Ende passt da sogar eins oder es lässt sich so legen, dass es passt. Viele hätten einfach gerne, dass es nicht so ist, weil sie sich einfach gar nicht damit beschäftigen wollen, um bloß keine Argumente zu finden, dass es vielleicht doch ab und an Alternativen zum Auto gibt.

Oft wenn man über das Thema Regionalbus spricht, hört man viele "Retro-Argumente" und Fahrpläne, die man nur noch antiquarisch bekommt. Wie ich z.B. schon im MVV-Thema gesagt, fehlt es oft aber auch schlicht an der Kommunikation. Während bei der Bahn streckenbezogene Kursbuchtabellen (noch) üblich sind, hat man beim Bus nur Linienfahrpläne von A nach B, die meist nur Fahrten der eigenen Linie über C umfassen. Dabei gäb's dann noch eine über D und eine über E, sodass für die 80% der Fahrgäste, die zwischen Stadt/Bahnhof und einem größeren Ort oder anderen Stadt/Bahnhof fahren sehr viel mehr Fahrten als nur die drei, die man beim Blick auf die eine Tabelle sieht. Leider ist in der Hinsicht auch der MVV kein Musterschüler in Sachen Fahrplangestaltung. Ich hab das Beispiel gebracht mit Freising - Wolfersdorf, wo man 601, 617 und 618 studieren muss. Da könnte man wunderbar den Fahrplan des 617 als Hauptlinie auf dieser Route nehmen und die anderen Fahrten auch noch eintragen und bei 601 und 618 drauf hinweisen, dass zwischen Freising und Wolfersdorf auch der 617 zu beachten sei. Auf fast jedem alten Bundesbahnfahrplan gab's Verweise auf Bahn- und Buslinien, Gesamtverkehr XY, "fährt weiter nach" und so weiter. Leider verzichtet der MVV auch auf Fahrtnummern, damit auch Experten keine Chance haben, im Zweifel sowas ansatzweise rauszufinden.

Natürlich hast du recht, dass viele sich gar nicht drauf einlassen wollen. Wenn's nicht ist wie das gewohnte Autofahren und man vielleicht 10 Minuten früher fahren möchte, dann ist das natürlich komplett doof und bestimmt gar keine Alternative bevor die ganz flexiblen magic Kabinentaxi-SciFi-Sachen kommen ...

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Mark8031
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 19:42


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QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 19:33)
in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt

Und genau das steht auch in meinem Beitrag: es braucht sehr, sehr, sehr lange, bis man sich an diese Alternative einmal heran traut. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, dass seit seiner Anbindung an die S-Bahn 1972 einen 40-Minuten-Takt nach München, später einen 20-Minuten-Takt und heute sogar einen 10-Minuten-Takt hat. Trotzdem finden sich da immer noch uralte Vorurteile unter den Bewohnern, dass die Bahn ja so früh schon Schluss macht (man meint, man kommt ab 22 Uhr nicht mehr aus München raus), sie ja abends sowieso nur noch selten fährt und außerdem ist sie sowieso immer zu spät und fällt aus. Das hört in meiner Generation zwar schon langsam auf, aber auch dort ist das Auto noch sehr verankert. Und ja, ich kenne noch den Bus nach Fürstenfeldbruck, der nur fünfmal täglich gefahren ist und heute im 15-Minuten-Takt verkehrt. Die Leute wundern sich, dass sie zwar ständig einen Bus im Dorf sehen, aber kommen nicht auf die Idee, dass da ja mal ne richtige Alternative existiert. Mir fällt da immer nur das Sprichwort ein: Was der Bauer ned kennt, des frisst er ned. Das trifft in Bayern auch beim ÖPNV auf dem Land zu.

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146225
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 20:30


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QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 19:42)
Das trifft in Bayern auch beim ÖPNV auf dem Land zu.

Nicht nur in Bayern, und auch nicht exklusiv auf dem Land.

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 20:32


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QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 20:42)
Und genau das steht auch in meinem Beitrag

Ich hab da gelesen und als deine Ansicht verstanden: "Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht." Und genau das ist eben das Vorurteil, das in vielen Regionen gar nicht stimmt, insbesondere wo Massentourismus ist. Wenn's anders gemeint war, auch okay. wink.gif Die RVO-Fahrpläne meinen, dass die Anbindung z.B. von Ettal Kloster/Linderhof jetzt auch nicht soooo schlecht ist, dass Einzelfahrten ab München da so viel ausmachen würden. Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

Bearbeitet von Rohrbacher am 10 Jun 2021, 20:33

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Mark8031
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 21:20


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QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 20:32)
Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

Dem DAV nützt vor allen Dingen eines: seine eigenen Mitglieder. Ganz ehrlich, dieses früh morgens hin und einmal abends zurück holt meiner Meinung nach keinen einzigen Städter aus seinem Auto heraus, dazu sind sie zu verwöhnt. Außer halt die Vereinsmitglieder selber, die halt ihr Vereinsangebot unterstützen wollen und/oder darin auch eine Möglichkeit sehen, einen Ausflug mit anderen Mitgliedern zu machen.

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 10 Jun 2021, 22:10


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QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 22:20)
Dem DAV nützt vor allen Dingen eines: seine eigenen Mitglieder. Ganz ehrlich, dieses früh morgens hin und einmal abends zurück holt meiner Meinung nach keinen einzigen Städter aus seinem Auto heraus

Das weiß ich nicht, den konkreten Verlagerungseffekt kann ich schlecht nachprüfen, aber Museums-, Ausflugs- und Radlzüge, Sonderfahrten und Busausflüge mit ähnlichem Fahrplankonzept finden eigentlich schon ihre Fans und Fahrgäste. Und die damals einzige Hin- und Rückfahrt von Sylt nach Helgoland hatte ich auch gut voll in Erinnerung. Aber gut, da kommt man selbst mit'm besten SUV nicht rüber. laugh.gif

QUOTE (Mark8031 @ 10 Jun 2021, 22:20)
dazu sind sie zu verwöhnt.

Dann sollten sie vielleicht eh besser in der Stadt bleiben und on demand Netlix gucken oder sowas.

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rautatie
  Geschrieben am: 11 Jun 2021, 07:37


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QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 19:33)
Soll jetzt keine Kritik an dir sein, es ist nur "lustig", dass dieses auch hier gerade vorgetragene Vorurteil in vielen Regionen ja überhaupt nicht mehr stimmt oder noch gar nie gestimmt hat.

Wobei ich diese "Vorurteile" schon recht häufig per Bahn-App-Fahrplanabfrage überprüfe, da ich immer mal wieder ein Ziel ansteuern möchte, das nur mit Bussen erreichbar ist. Und dann kann man in der Regel sehen, ob und wann es passende Busverbindungen gibt, oder auch nicht.

Ich würde daher sagen, dass das Vorurteil über vorurteilsbeladene Bahnfahrer auch nur ein Vorurteil sein könnte. Wenn ich zu meinem Fahrziel passende Busverbindungen finde, dann nutze ich sie auch. Ich bin ja beispielsweise auch ein Fan von Rundfahrten, und ich bin häufig auf der Suche nach Bus-Querverbindungen zwischen Bahnstrecken. Eine Verbindung, die ich gelegentlich nutze, ist beispielsweise die Buslinie von Garmisch bzw. Mittenwald Richtung Kochel.

Bearbeitet von rautatie am 11 Jun 2021, 07:37

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rautatie
  Geschrieben am: 11 Jun 2021, 07:40


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QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 22:10)
Dann sollten sie vielleicht eh besser in der Stadt bleiben und on demand Netlix gucken oder sowas.

Wobei Netflix aus meiner Sicht so rein gar nicht dasselbe wie Ausflüge ist und auch in keinster Weise auch nur annähernd eine gleichwertige Alternative darstellt (ich habe nicht einmal ein Abo, muss ich zugeben).

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Iarn
  Geschrieben am: 11 Jun 2021, 08:43


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München hat die Gunst der Lage, dass sehr viele Ausflugsziele bereits heute mit der Bahn sehr gut erreichbar sind und die Leute das rege nutzen (und nicht netflix).
Das führt halt dazu, dass sich die Leute in den gut erreichbaren Ausflugsgebieten ballen, wie z.B. Tegernsee, Schliersee, etc.
Letztes Jahr noch verschärft, da viele Ziele im nahen Ausland aus offensichtlichen Gründen weniger besucht wurden.
So wie ich es verstanden habe, sollen die Busse ein Versuch sein, dass ein wenig zu entzerren und den MIV vor Ort, der die Ausflugsorte absaufen lässt, zu reduzieren. Also nicht die Leute vor dem Fernseher weg, sondern besser in der Fläche verteilen, als alle zum Tegernsee.
Wobei auch klar ist, ein Buspaar am Wochenende ersetzt keine BOB im Halbstundentakt.

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Autonome Volksfront für die Wiedererrichtung der klassischen 22er Tram in München
Nicht zu verwechseln mit der Populären Front
    
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rautatie
  Geschrieben am: 11 Jun 2021, 09:11


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Ich selbst bin übrigens inzwischen dazu übergegangen, dem großen Andrang in den voralpinen Ausflugszielen zu entgehen, indem ich mir alternative Fahrziele heraussuche. Es gibt ja auch abseits des Voralpenlandes schöne Wander- und Ausflugsgebiete, wie zum Beispiel einige Flusstäler (Altmühl, Traun, Donau,...), den Bayrischen Wald oder auch die Fränkische Schweiz. Erst vor einigen Wochen habe ich eine schöne lange Rundwanderung von und nach Neuhaus/Pegnitz gemacht.

Für mich persönlich sind am Ende eben doch reguläre Linienverbindungen attraktiver, insbesondere wenn es in regelmäßigen Abständen Fahrten gibt, sodass man flexibel fahren kann (oder beispielsweise auf heranziehendes schlechtes Wetter reagieren und früher zurückfahren kann als geplant).

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Rohrbacher
  Geschrieben am: 11 Jun 2021, 17:12


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QUOTE (rautatie @ 11 Jun 2021, 10:11)
Ich selbst bin übrigens inzwischen dazu übergegangen, dem großen Andrang in den voralpinen Ausflugszielen zu entgehen, indem ich mir alternative Fahrziele heraussuche.

Und genau das könnte halt dazu führen, dass du öfter irgendwo landest, wo das Vorurteil noch stimmt. Das will ich nicht bestreiten, im Gegenteil. Wenn dein Ziel ein Landgasthof z.B. irgendwo in der Hallertau ist, dann wird es dennoch schwer möglich sein, dahin ein ÖV-Angebot zu bauen. Momentan plane ich ungefähr genau sowas, da bin ich aber halt wegen langer Wege schon bei genau drei (!) Fahrtenpaaren bei rund sechs Stunden Dienstzeit mit Sonntagszuschlag und über 200 Nutzwagenkilometern, die sich sehr wahrscheinlich auf nicht allzu viele Fahrgäste verteilen werden. Lange Wege, wenig Leute, das ist das typische Problem, das mit der (städtischen) Anspruchshaltung bei der Fahrplangestaltung hinsichtlich Zahl der Fahrten und entsprechender Flexibilität nicht nur im Freizeitverkehr kollidiert. Mit einem Stundentakt bräuchte ich drei Busse/Fahrer, hätte aber nicht das dreifache an Publikum, weil das Ziel nunmal eher alternativ und jenseits des Massentourismus ist. Das heißt, dass ist eigentlich ein völlig anderes Problem als das, das der DAV im Sinn hat, dass da heißt, Massentourismus besser zu kanalisieren, während es bei einem Projekt wie dem, an dem ich arbeite, hinsichtlich des verkehrlichen Aspekts eher um eine touristische Neuerschließung geht, wo man bisher ohne (flexibles) Auto teilweise überhaupt gar nicht hinkommt.

QUOTE (rautatie @ 11 Jun 2021, 08:40)
Wobei Netflix aus meiner Sicht so rein gar nicht dasselbe wie Ausflüge ist

Das Kino hat auch feste Vorführzeiten und zeigt den gleichen Film meistens nicht stündlich. Ich meinte nur, für Leute, die immer flexibel sein wollen und sich auf nix festlegen können, ist irgendeine Beschäftigung "on demand" außerhalb der Berge vielleicht einfach besser. Da machen sie dann auch nix kaputt, wenn sie nicht beim Ausleben von massenhafter Individualität und Konsumansprüchen alle beim gleichen Bauern über die Wiese abkürzen und zum Dank den Müll oder die Hundsch... liegen lassen. Wer irgendwohin auf's Land fährt, sollte halt damit rechnen, dass es nicht ist wie in der Stadt und das auch gar nicht so sein muss und sich vielleicht auch ein bisschen drauf einlassen statt das immer als Makel zu sehen.

Bearbeitet von Rohrbacher am 11 Jun 2021, 17:12

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AK1
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 16:06


König


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QUOTE (Rohrbacher @ 10 Jun 2021, 20:32)
Ich hab da gelesen und als deine Ansicht verstanden: "Wo soll die auch her kommen, bei dreimal täglichen Verbindungen und einer vierten Verbindung, wenn der Vollmond gerade in Konjunktion zum Mars steht." Und genau das ist eben das Vorurteil, das in vielen Regionen gar nicht stimmt, insbesondere wo Massentourismus ist. Wenn's anders gemeint war, auch okay. wink.gif Die RVO-Fahrpläne meinen, dass die Anbindung z.B. von Ettal Kloster/Linderhof jetzt auch nicht soooo schlecht ist, dass Einzelfahrten ab München da so viel ausmachen würden. Aber vielleicht nützt das praktische Vorurteil ja dem DAV, um so ein eigenes Angebot besser zu bewerben. ph34r.gif

In Linderhof ist man öffentlich frühestens um 11:05. Das ist für Bergtouren völlig untauglich.
Ettal ist in der Tat gut angebunden.
Meine Erwartung war aber, dass der Bus weiter fährt als bis Linderhof, denn dahinter gibt es überhaupt keine öffentliche Anbindung, aber jede Menge interessante Tourenziele und überfüllte Parkplätze. Da wäre erhebliches Potential zu heben.
So wie es ist, werde ich die Busse auch nicht allzu oft nehmen, immerhin ist der Start Aidenbachstraße für mich interessant. Da spart man sich aus dem Süden ein Stück weg, wenn man nicht zum Hbf bzw. Pasing muss.
    
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Entenfang
  Geschrieben am: 12 Jun 2021, 16:40


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QUOTE (Rohrbacher @ 11 Jun 2021, 18:12)
Das Kino hat auch feste Vorführzeiten und zeigt den gleichen Film meistens nicht stündlich. Ich meinte nur, für Leute, die immer flexibel sein wollen und sich auf nix festlegen können, ist irgendeine Beschäftigung "on demand" außerhalb der Berge vielleicht einfach besser.

Ja, schlimm, wenn diese verweichlichten Städter vielleicht kein Bock haben, morgens um 6 loszufahren, sondern vielleicht am Wochenende mal ausschlafen und erst um 11 losfahren wollen. Oder vielleicht nur 3h wandern wollen und nicht 6. Das Problem ist halt, dass deine Einstellung so lange funktioniert, wie die Städter die Möglichkeit haben, entweder mit dem 1x täglichen Bus zu fahren oder Netflix zu glotzen. Sobald die Städter die Möglichkeit haben, mit dem 1x täglichen Bus, mit dem eigenen Auto zu fahren oder Netflix zu glotzen, kommt halt das raus, was wir jedes Wochenende sehen.

QUOTE
Wer irgendwohin auf's Land fährt, sollte halt damit rechnen, dass es nicht ist wie in der Stadt und das auch gar nicht so sein muss und sich vielleicht auch ein bisschen drauf einlassen statt das immer als Makel zu sehen.

Wenn das bedeutet, dass man keinen oder 1x täglichen ÖPNV, keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und keinen Handyempfang hat, kann man das meiner Meinung nach durchaus als Makel sehen. Soll ja auch Länder geben, wo das ein bisschen anders läuft. Was nicht heißt, dass es nicht auch für ergänzende touristische Angebote 1x täglich Platz gibt. Das Problem ist halt, dass man nur wenig Möglichkeiten abseits vom Tegernsee und Schliersee hat, wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist und nicht ewig vom Bahnhof laufen möchte. Bestes Beispiel ist die Kampenwandbahn, die halt blöderweise 2 km vom Bahnhof weg ist und am Wochenende mit dem Bus praktisch nicht zu erreichen.

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Maskenwahn und Angst und Lügen für das deutsche Panikland
Dafür lasst uns alle kämpfen völlig ohne Sinn und Verstand
Ausgangssperre und Furcht und Aktionismus sind des Söders größte Freud'
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