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Incredible India, Wo der offiz. Werbeslogan Programm ist [Zur Themenübersicht]
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  Geschrieben am: 11 Nov 2016, 22:16


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Die Bilder entstanden zum Jahreswechsel 2012/13 auf einer knapp dreiwöchigen Reise. Alle Beobachtungen basieren auf dem damaligen Stand. Da Indien ein Land mit starker und schneller Veränderung ist, kann sich seitdem Vieles verändert haben. Damals war ich noch stolzer Besitzer einer Kleinknipse, also entschuldigt bitte die Bildqualität.



Zuerst besuchen wir Bekannte in Ahmedabad. Die 5-Millionenmetropole auf halbem Wege zwischen Delhi und Mumbai ist hierzulande völlig unbekannt. Ausländer sind dort die absolute Ausnahme und ich wurde das Gefühl nicht los, dass wir immer wieder angestarrt wurden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Szene, als wir in einer Rikscha im Stau stehen und ein Mopedfahrer neben uns verwundert seinen Helm abnimmt, um uns die Hand zu schütteln.

Eine typische Straße in einem weiter außerhalb liegenden Stadtteil
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Die bauliche Trennung in der Mitte sieht man recht häufig. Auf diese Weise lässt sich die chaotische Fahrweise zumindest teilweise eindämmen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Mofas, Fahrräder und Rikschas nicht auch in die falsche Richtung fahren. Fußwege gibt es in der Regel nicht. Insbesondere zu Monsunzeiten sicher eine ziemlich matschige Angelegenheit…
Der Linksverkehr macht die Orientierung für uns nicht leichter.

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Mit einem der rustikalen Busse bin ich leider nie gefahren, ich bereue es noch heute, stattdessen mit der Rikscha durch die halbe Stadt zu einem Museum gefahren zu sein, nur um festzustellen, dass es an diesem Tag geschlossen hatte.
Die zahlreichen Verkaufsstände am Straßenrand gehören dazu. Es werden Eier, frisch gepresste Säfte (es empfiehlt sich, einen eigenen Becher mitzunehmen, da die angebotenen definitiv nicht nach jedem Gast gereinigt werden), Früchte, die man hierzulande noch nie gesehen hat, Fleisch (natürlich bei 30° ungekühlt in der Sonne), diverser Krimskrams sowie alles was man sich vorstellen kann angeboten. Wir wurden eindringlich gewarnt, keine zubereiteten Speisen zu kaufen, weil die miserablen hygienischen Verhältnisse schnell zu einem Reisedurchfall führen können. Eier oder schälbare Früchte stellen jedoch keine Gefahr dar.
Außerdem sei noch angemerkt, dass die Randstreifen nachts zu Schlafstätten werden. Selbst unter den Obdachlosen gibt es deutliche Unterschiede. Manch einer platziert seine Matratze noch auf einem Gestell, andere müssen mit einem Schlafsack in der nächsten Bushaltestelle vorliebnehmen.

Beim Thema Armut ist Indien berühmt-berüchtigt. Wenn ich mich recht erinnere, mussten damals rund 2/3 der Bevölkerung mit weniger als 2$ pro Tag auskommen. Der Monatslohn einer Putzkraft lag bei etwa 100€, Lehrer einer staatlichen Schule verdienten rund 400€.
Bekannt ist Indien für seine Slums. Ich habe mir das immer als abgetrennte Stadtviertel in der Peripherie vorgestellt. Diese Vorstellung ist keineswegs zutreffend. Vielmehr sieht man immer wieder Zelte auf einem freien Grundstück oder eine kleine Ansammlung Hütten.
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Das Außergewöhnliche sind sicher die extremen Kontraste. Während man bei uns von guten und schlechten Vierteln einer Stadt spricht, stehen in Indien Villen neben Hütten.

Indien und Kühe würde wohl Stoff für ein ganzes Buch bieten.
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Derartige Bilder könnten in hundertfacher Ausführung entstanden sein. Es ist also keineswegs so, dass ich schnell die Kamera rausziehen musste, um das Klischeebild schlechthin zu machen. Und nicht vergessen, wir befinden uns in einer 5-Millionen-Stadt. Die Lage des Stadtviertels könnte man etwa wie Harthof zur Innenstadt vergleichen.
Meistens handelt es sich um alte Kühe, die keine Milch mehr geben und von den Besitzern freigelassen werden, um sich nicht mehr um sie kümmern zu müssen. Da sie heilig sind, dürfen sie nicht geschlachtet, wohl aber angehupt werden.

Wie man schon erkennen kann, entstand das vorherige Bild aus einer Rikscha. Dabei handelt es sich um ein äußerst beliebtes Verkehrsmittel. Dafür gibt es eine Vielzahl an Gründen. Erstens ist sie immer und überall verfügbar, in einem Land mit damals weniger als 1 PKW pro 100 Einwohner (heute sind es etwa 1,5) ein nicht zu unterschätzender Faktor. So sieht es an jeder größeren Kreuzung aus.
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Zweitens ist es ein günstiges Verkehrsmittel. Eine Fahrt durch die ganze Stadt über etwa 20 km kostet rund 2€. Drittens ist es einfach viel entspannter, als selbst am Steuer zu sitzen. Aus diesem Grund nutzen auch Einheimische, die sich ein Auto leisten können, gerne Rikschas. Viertens ist der ÖPNV oft von bescheidener Qualität. Damals gab es in Ahmedabad eine BRT-Linie und eine zweite in Bau. Der Bau von Metros schreitet aber im ganzen Land stark voran und sorgt für wirksame Verkehrsentlastung.
Fünftens kommt man mit den kleinen Fahrzeugen viel besser durch den Stau als mit dem Auto oder Taxi. Dies dürfte wohl auch der Grund sein, warum ich keinen einzigen Gelenkbus gesehen habe. Das liegt sicher nicht daran, dass man sie vom Fahrgastaufkommen her nicht brauchen würde.
Noch besser geht es natürlich mit dem Mofa voran. In der Rikscha ist man doch etwas besser geschützt, obgleich es selbstverständlich keine Sicherheitsgurte gibt, fünf oder mehr Personen in einer Rikscha völlig normal sind (Wir waren auch einmal testweise mit 3 Erwachsenen und 2 Kindern zusätzlich zum Fahrer unterwegs) und die Blinker nie, die Scheinwerfer abends eher selten funktionieren. Wenn man wirklich einen Fahrtrichtungswechsel ankündigen möchte, streckt man die Hand aus.

Weiter zum Thema Ampeln.
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Damals waren in Ahmedabad viele Ampeln noch recht neu und erst kürzlich errichtet. Ja, aber warum sind sie dann aus? Sind sie etwa schon wieder kaputt? Nein, sie werden nur in der HVZ eingeschaltet. Sonst würde sich eh keiner dran halten. Recht häufig ist auch die Regelung durch Verkehrspolizisten.
Vorfahrtsregelnde Verkehrszeichen oder -regeln im klassischen Sinne existieren nicht. Im Zweifel fährt zuerst, wer a) lauter gehupt hat oder b) das größere Fahrzeug besitzt. Es sei noch anzumerken, dass der VW im Bild eine absolute Ausnahme im Fahrzeugpark darstellt. Die überwiegende Mehrheit stammt vom indischen Hersteller Tata.
Nach meiner Beobachtung sind Ampeln jedoch unverzichtbar auf dem Weg zu besseren Verkehrsverhältnissen. An Kreuzungen mit eingeschalteter (und beachteter Ampel) läuft der Verkehr um ein Vielfaches flüssiger als an Kreisverkehren oder ungeregelten Kreuzungen.

Wie viele Kilometer dieser Bus wohl schon auf dem Tacho hat?
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Zugang zur BRT-Haltestelle. An jeder Haltestelle kann am Schalter ein Ticket erworben werden. Je nach Entfernung kostet das 5 bis 10 Cent. Es werden Busse mit Hochflureinstieg und ohne Klimaanlage eingesetzt.
Der Vorteil des BRT ist die eigene abgetrennte Trasse in Straßenmitte. Niemand hat sich getraut, dort unerlaubterweise zu fahren. Nur an den Kreuzungen wird der Bus ausgebremst.

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Eine Nebenstrecke am Stadtrand von Ahmedabad. Angesichts der zahlreichen Lebewesen auf den Gleisen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Züge quasi mit Dauerpfeifen unterwegs sind.


In gut 13 Stunden legt der schnellste Nachtzug die knapp 1000 km zwischen Ahmedabad und Delhi zurück. Die Fahrkarte hatten wir zwei Monate vorher online gebucht, denn indische Züge sind sehr stark nachgefragt. Angesichts der Fahrgastzahlen ist das nicht weiter verwunderlich. Während in Deutschland jährlich etwa 2 Milliarden Fahrgäste mit der Bahn fahren, sind es in Indien 5 Milliarden. Angeblich ist die indische Bahn der größte Arbeitgeber der Welt und, worauf man damals sehr stolz war, der Bahnbetrieb ist kein Zuschussgeschäft. Eine Fahrkarte im 4er-Liegewagen mit Klimaanlage kostet 20€. Wenn man keinen Platz mehr im gewünschten Zug bekommt, gibt es eine Waiting List. Sobald dann jemand seine Fahrkarte storniert, wird die Waiting List nach und nach bestätigt. Je später man storniert, desto mehr muss man bezahlen. Inlandsflüge kosten aber dennoch ein Mehrfaches der Bahnfahrt.
Wenn man wirklich dringend und kurzfristig fahren muss, kann man immer eine Fahrkarte der General Class lösen. Der günstigste Preis für die Strecke Ahmedabad – Delhi lag bei weniger als 2€. Dann sollte man aber gut auf sein Gepäck aufpassen und kein Problem damit haben, die komplette Strecke stehen zu müssen.
Nach der Ankunft am Bahnhof kam dann bald die Durchsage, dass unser Zug anderthalb Stunden Verspätung hat. Aus Deutschland ist man ja bezüglich siffiger Bahnhöfe abgehärtet, doch der Bahnhof Ahmedabad war der erste richtige Schock nach 5 Tagen.
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Der Geruch, die Überfüllung und das Ambiente lassen sich auf dem Bild nicht einmal erahnen. Man muss es einfach selbst erlebt haben. Zwischen den Fäkalien und Essenresten im Gleisbett wuseln hunderte Ratten umher. Allein schon deswegen würde ich darauf verzichten, quer über die Gleise zu rennen.

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Schön, dass Sie da sind. Mit gesundem Menschenverstand kommen Sie auch in schwierigen Zeiten an Ihr Ziel. Schützen Sie sich und Söders Kanzlerkandidatur. Halten Sie den Mindestabstand zu Verschwörungstheoretikern und Moralaposteln ein. Tragen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung im gesamten Intimbereich. Nutzen Sie die gesamte Breite an Experten zur Information und Desinformation. Werden Sie vernünftig.
    
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  Geschrieben am: 11 Nov 2016, 22:17


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Im Fahrkartenpreis inbegriffen ist ein Abendessen sowie ein Getränk. Das Personal erkundigt sich, ob man die vegetarische Variante oder ein Fleischgericht haben möchte. Anschließend wird es wie im Flugzeug in einer Aluschachtel serviert. Auch die Qualität ist nicht wesentlich besser.

Bis zur Ankunft in Delhi hat sich die Verspätung auf gut 3 Stunden erhöht und wir bekommen noch ein kostenloses Frühstück im Zug. Dann endet die spannende und äußerst kurzweilige Bahnfahrt in New Delhi.
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Delhi hat ein großes und modernes Metronetz zu bieten, das in Rekordgeschwindigkeit errichtet wurde. Zum Zeitpunkt meines Besuchs wurde gerade zehnjähriges Jubiläum gefeiert.
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Wie auch in arabischen Ländern gibt es einen Frauenwagen. Bei den dortigen Verhältnissen ist es leider auch erforderlich. So steht auf einem Schild im Zug: „Harrassing women is a crime.“ Außerdem ist beim Ein- und Aussteigevorgang mit massivem Körpereinsatz zu rechnen. Dabei geht es insbesondere darum, einen Sitzplatz zu ergattern.

New Delhi geht in Richtung autogerechte Stadt. Dementsprechend viele gibt es dort davon, sie liegt bei etwa 20 Pkw pro 100 Einwohner. Autogerecht heißt im Wesentlichen, dass für den Stau mehr Fahrstreifen zur Verfügung stehen, die Straßenzüge etwas breiter sind und es auch befestigte Fußwege gibt. Manchmal gibt es einige größere Verkehrsbehinderungen…
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Weniger lustig ist es dagegen für Fußgänger. In New Delhi gibt es zwar verhältnismäßig viele Ampeln und sie werden sogar überdurchschnittlich oft beachtet, doch ist es immer wieder eine Herausforderung, die andere Straßenseite zu erreichen. An der Straße im letzten Bild standen wir mal ein paar Minuten, ohne dass die Blechlawine je abgerissen wäre. Also sind wir einfach irgendwann zwischen die Autos losgelaufen. Die haben zwar gehupt, aber überfahren konnten sie uns nicht, also haben sie uns rübergelassen…
Des Weiteren gibt es viele großzügige Kreisverkehre, die die Verkehrssituation besonders unübersichtlich machen (Nicht vergessen, dort benutzt niemand einen Blinker) und besonders herausfordernd für Fußgänger. Mit wartendem Bus sieht das so aus:
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In Old Delhi dagegen erwarten uns wieder die gewohnten verstopften Gassen. Wir haben sie mit einer Fahrradrikscha erkundet.
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Ich will lieber nicht wissen, wie man in diesem Kabelsalat das Richtige finden will, wenn man mal eins reparieren muss. Oder man legt dann einfach ein Neues…
Nun mag man sich ob des um den Hals gewickelten dicken Schals wundern. In Nordindien war es einer der kältesten Winter seit vielen Jahren mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt für mehrere Wochen. Weder in nicht beheizten Häusern ist das sonderlich lustig noch in den selbstgebauten Hütten. Überall sitzen Menschen um Lagerfeuer, um sich aufzuwärmen.

Eine Hauptstraße in Old Delhi
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In Delhi sieht man durchaus einige Touristen. Der Nachteil ist ein riesiger Geschäftszweig, der nur von Abzocke von Touris lebt. Während wir am ersten Tag in der Innenstadt spazieren, spricht uns ein Mann an. Ob es uns hier gefallen würde? Ja, alles sehr interessant. Ob wir noch irgendwelche Infos bräuchten? Ein Busnetzplan wäre nicht schlecht. Vermutlich versteht er gar nicht, was ich eigentlich gemeint habe. Jedenfalls landen wir nach wenigen Minuten in einer Touri-Info, die eigentlich keine Information, sondern ein Abzockbüro ist. Nachdem wir ein überteuertes Taxi abgelehnt haben und weiterlaufen, spricht uns bald ein anderer Mann an. Ehe wir es uns versehen, landen wir in der nächsten Touri-Info. Es gibt in der Innenstadt von Delhi wohl an die Hundert Touri-Infos. Auf allen steht darauf, dass es die einzig wahre Official Tourist Information wäre. Und es sind alles die gleichen Abzockbüros, die ahnungslosen Touris überteuerte Taxis aufschwatzen wollen. Es sollten bei weitem nicht die einzigen Fälle bleiben. Nach einigen Versuchen war uns dann aber auch klar, wie der Hase läuft. Es fängt eigentlich immer mit einem netten Gespräch eines „zufällig“ getroffenen Mannes an. Das Schema ist nahezu jedes Mal identisch.
„Do you like it here?“
„How many times have you been in India before?“
„How many days have you already been in India?“
„For how many days will you stay in India?“
„Can I offer you a special service to *hier beliebige Sehenswürdigkeit einsetzen*? Just for you I´ll make a special price of xx$.“

Nach dem zehnten Mal war es mir dann doch zu blöd und ich habe meine Gelassenheit verloren. Als wieder die Frage „How many times have you been in Inida before?“ kam, habe ich einfach „It´s our first time, we´ve been here for one week, we´ll be here for another two weeks and we will use the Metro now.“ geantwortet und damit den etwas verdutzt schauenden Touri-Fänger ruhiggestellt.


Weiter geht es nach Agra. Für die Strecke haben wir auch schon rechtzeitig eine Fahrkarte online gelöst. Da unser Zug wegen des dichten Nebels unbestimmt verspätet ist, disponieren wir spontan auf ein nicht allzu überteuertes Taxi um. Im Nachhinein haben wir dann erfahren, dass der Zug vier Stunden Verspätung hatte. Da die Fahrzeit des Zuges jedoch nur die Hälfte einer Autofahrt beträgt, war der Zeitgewinn nur marginal.
Auf der Fahrt haben wir Schulkinder auf dem Dach eines Busses gesehen, teilweise haben sie sich auch an der Leiter festgehalten, die wohl extra zu diesem Zweck auf das Dach führt. Auf dem Dach von Zügen haben wir allerdings nie Menschen gesehen und die Einheimischen haben uns gesagt, dass das, wenn überhaupt, nur sehr selten auf Nebenstrecken vorkommen würde. Auf den Hauptstrecken ist erstens die Geschwindigkeit zu hoch und zweitens wird die Elektrifizierung der wichtigsten Strecken mit Hochdruck vorangetrieben.

Mein Lieblingsbild der Reise entsteht am Taj Mahal. Mit 10€ Eintritt war es mit Abstand die teuerste Sehenswürdigkeit.
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Eine Seitengasse in Agra
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  Geschrieben am: 11 Nov 2016, 22:18


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Nach wenigen Tagen sind wir dann mit dem Taxi weiter nach Jaipur gefahren. Hier habe ich freiwillig auf eine Zugfahrt verzichtet, um einen Stop im Nationalpark auf halber Strecke einlegen zu können.

Eine der Hauptstraßen sieht in den Randbezirken so aus:
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Später wird sie dann zur National Highway:
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Noch weiter draußen ist die Straße vierstreifig mit baulicher Trennung in der Mitte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, sie wäre mit der gewohnten Autobahn vergleichbar. Doch angesichts der Kreuzungen, Kühe, Fußgänger, Geisterfahrer und LKW mit fragwürdig gesicherter Ladung könnte die Realität nicht weiter davon entfernt sein.
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Dazu sein noch anzumerken, dass die Fahrzeuge hier durchaus recht zügig mit etwa 70 km/h unterwegs sind.


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Obwohl abschnittsweise auf der gut ausgebauten Straße weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen ist, fährt der Taxifahrer nie schneller als 100 km/h. Vermutlich hat uns nur sein umsichtiges Fahrverhalten vor einem schweren Unfall bewahrt, denn plötzlich springt eine Ziegenherde ziemlich knapp vor dem Auto über die Straße und er kann gerade noch rechtzeitig bremsen.
Angesichts der beschriebenen Verhältnisse wird es niemanden wundern, dass Indien den traurigen Weltrekord als Land der weltweit meisten Verkehrstoten hält – es sind etwa 150.000 pro Jahr. Ich würde sogar behaupten, dass es für die vorherrschenden Verhältnisse ziemlich wenig sind. Die meisten Fahrzeugführer verhalten sich wesentlich umsichtiger als bei uns – man muss einfach mit allem rechnen.

Nach dem üblen Smog der Megastädte hat die frische Luft (und frisch war sie im wahrsten Sinne des Wortes, denn in Indien war es zu dem Zeitpunkt kälter als in Deutschland) richtig gutgetan. Am Eingang zum Nationalpark haben wir eine Fahrradrikscha gemietet, ein Führer begleitet uns auf dem Fahrrad. Er kennt viele Vogelnamen auch auf Deutsch und bringt einen der Sätze der Reise, die mich äußerst nachdenklich gestimmt haben. „But you are Germans. Why are you laughing? Germans usually never laugh.“

Nachdem wir in Jaipur noch eine Stunde im Stau gestanden haben, ist die Pink City erreicht.
Die Stadt ist nicht nur für ihre rosafarben gestrichenen Häuser bekannt, sondern auch für Elefanten. Vermutlich ist es keine sonderlich artgerechte Tierhaltung und die bezahlten 10€ ein absolut unverschämter Preis, aber ich wollte doch einmal im Leben einen Ritt auf dem Rücken eines Elefanten gemacht haben.
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Der Elefantenführer hebt mit einem Stock die überall herumhängenden Kabel beiseite, damit wir nicht hängen bleiben. Im Anschluss an den Ritt durch die engen Gassen dürfen wir das mächtige Tier noch mit Zuckerrohr füttern. Bevor die Delikatesse verspeist wird, muss dringend am Ohr gekratzt werden.
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Am Morgen der Rückfahrt nach Delhi beschäftigen wir die Rezeption in unserem Hotel damit, auf der Website der Bahn herauszufinden, ob unser Zug nach Delhi pünktlich fährt oder nicht. Inzwischen hat sich der Nebel zwar aufgelöst und es ist sonnig bei angenehmen 15°, aber man weiß ja nie. Zu meiner endlosen Freude fährt er pünktlich.
Wir laden unsere zwei Koffer in die Rikscha. Dann ist es nicht mehr ganz einfach, selbst auch noch einzusteigen, aber irgendwie schaffen wir es doch. Auf einer letzten Fahrt bringt uns der Rikschafahrer zum Bahnhof. Die letzten drei Tage waren wir nur mit ihm unterwegs. In Indien ist es üblich, dass Rikscha- und Taxifahrer während der Besichtigung draußen auf die Rückkehr der Kundschaft warten. Der 23-Jährige erzählt uns, dass er Rikscha fährt, seit er 15 ist. Da man laut Gesetz mindestens 18 Jahre alt sein muss, musste er immer wieder Polizisten bestechen, um nicht bestraft zu werden. Da wir etwas unglücklich über den schlechten Zustand seines Fahrzeugs waren, meint er noch zum Abschied: „Next time you come, I´ll have car.“

Während wir warten, fährt mir ein anderer Zug vor die Linse.
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Die bis zu 750 Meter langen Personenzüge auf Breitspur sind einfach sehr beeindruckend.

Die siebenstündige Fahrt legen wir mit zwei Einheimischen in einem 1. Klasse-Abteil zurück. Sie erzählen uns, dass sie die Bahn dem Auto vorziehen, weil es erstens viel entspannter ist und trotz der niedrigen Geschwindigkeit schneller ist. In den Ballungsräumen ist in der HVZ mit dem Auto einfach kein Durchkommen.
Als es dunkel wird, kriechen Kakerlaken aus allen Ritzen. Zwischenzeitlich kommt eine Reinigungskraft, wischt einmal fix durch das Abteil und verspüht Raumspray in den Vorhang. Anschließend bekommen wir einen Feedback-Bogen, in welchem wir die Qualität der Reinigung beurteilen sollen. Die Einheimischen sind das schon gewohnt und erklären uns, dass sie meistens trotzdem recht gute Noten vergeben. Der Mann muss schließlich von seinem geringen Lohn eine Familie ernähren.

Sie helfen uns noch dabei, nach der pünktlichen Ankunft in Delhi ein Taxi zu unserem Hotel in Flughafennähe zu finden. Für 15 Kilometer brauchen wir anderthalb Stunden und fahren am Hotel vorbei, weil wir zu spät bemerken, dass der Taxifahrer nicht lesen kann und wir ihm sagen müssen, wenn wir am Ziel sind.

Am nächsten Tag sind wir wieder in München. Keine Kühe auf der Straße, keine brennenden Müllhaufen, keine Dunstglocke. Leise surrt die S-Bahn in die Stadt. Irgendwie wirkt die Heimat ein bisschen komisch nach drei Wochen Indien.


Welche Schwierigkeiten wir erwartet haben:
- Bettler, die Touristen nicht in Ruhe lassen, ehe man ihnen etwas gibt
- Heiße und stickige Luft
- Höllisch scharfes Essen
- Malaria (obwohl im Winter absolut keine Saison der Mücken ist)

Welche Schwierigkeiten wir tatsächlich hatten:
- Nervige „nette“ Menschen, die uns irgendwelche überteuerten Sachen aufschwatzen wollten
- Ziemlich kalte Gebäude
- Mineralwasser kaufen
- Eine fiese Erkältung

Wer Abenteuer liebt und scharfes Essen mag, dem kann ich Indien als Reiseland nur empfehlen.

So, das waren 3 Wochen geballter Erlebnisse in Kurzfassung. Schön sich mal wieder daran zu erinnern...
Anmerkungen, Korrekturen & Updates sind nicht nur erwünscht, sondern ausdrücklich erbeten.

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Schön, dass Sie da sind. Mit gesundem Menschenverstand kommen Sie auch in schwierigen Zeiten an Ihr Ziel. Schützen Sie sich und Söders Kanzlerkandidatur. Halten Sie den Mindestabstand zu Verschwörungstheoretikern und Moralaposteln ein. Tragen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung im gesamten Intimbereich. Nutzen Sie die gesamte Breite an Experten zur Information und Desinformation. Werden Sie vernünftig.
    
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NJ Transit
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 00:29


EF-Pensionist


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Wo fang ich an...
Am besten beim Danke wink.gif
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Ausländer sind dort die absolute Ausnahme und ich wurde das Gefühl nicht los, dass wir immer wieder angestarrt wurden.

Dafür reicht sogar Colaba (südliches Mumbai, touristisch interessant)...
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Insbesondere zu Monsunzeiten sicher eine ziemlich matschige Angelegenheit

Man gewöhnt sich irgendwann ab, darüber nachzudenken, in was genau man da grade reingestiegen ist.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Wir wurden eindringlich gewarnt, keine zubereiteten Speisen zu kaufen, weil die miserablen hygienischen Verhältnisse schnell zu einem Reisedurchfall führen können.

Reisedurchfall ist noch harmlos. Ich empfehle auch Leuten, die sich selten oder nie übergeben, eine Packung Vomex in Indien immer griffbereit zu haben. Danach (und das dauert auch gern mal ne Woche) hat man aber einen Stahlmagen und kann etwas unbesorgter (!= unvorsichtiger) durch die kulinarische Landschaft Indiens gehen.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Eier oder schälbare Früchte stellen jedoch keine Gefahr dar.

Während der Rainy Season wird selbst Einheimischen geraten, nur Gekochtes, keinesfalls Rohes zu essen - aus Hygiene- und Gesundheitsgründen (schwächeres Immunsystem im Monsun, daher lieber alles kochen).
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Ich habe mir das immer als abgetrennte Stadtviertel in der Peripherie vorgestellt.

Das kenne ich so nur aus Südafrika, und da hat das bekanntlich historisch-politische Gründe. Zwar gibt es auch in Indien große zusammenhängende Slums (mit am bekanntesten ist Dharavi), doch scheinen mir aus meiner subjektiven Sicht die Verhältnisse dort im Durchschnitt besser als im Wellblechverschlag ums Eck.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Meistens handelt es sich um alte Kühe, die keine Milch mehr geben und von den Besitzern freigelassen werden, um sich nicht mehr um sie kümmern zu müssen. Da sie heilig sind, dürfen sie nicht geschlachtet, wohl aber angehupt werden.

2x nicht zwingend. Zum einen: Eine Kuh wird in Indien nie nutzlos, denn selbst wenn sie keine Milch mehr gibt, so produziert sie immer noch Kuhfladen, und die sind ein begehrter Rohstoff und dienen getrocknet als hervorragender Brennstoff. Zum anderen: Das Schlachten von Kühen ist in Indien nicht verboten, sondern unterliegt der bundesstaatlichen Gesetzgebung. Während manche Staaten, besonders die mit stark verwurzeltem Vegetarismus, teils drakonische Strafen auferlegen (Maharashtra als Beispiel), ist das Schlachten von Kühen in anderen Staaten gar nicht oder nur wenig reguliert. Das betrifft vor allem den Süden und den Nordosten Indiens, und grade im Süden, ungefähr ab Goa, wird auch in der regionalen Küche sehr viel oder gar hauptsächlich mit Rind gekocht.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Der Bau von Metros schreitet aber im ganzen Land stark voran und sorgt für wirksame Verkehrsentlastung.

Wirksam höchstens in Delhi. In den meisten anderen Städten krebst der Metrobau so vor sich hin, in Mumbai scheint mir die Konzeption der Nord-Süd-Linien auch eher eine Luxus-Alternative zum Vorortzug denn eine wirkliche Ergänzug des Verkehrsnetzes zu sein.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Die überwiegende Mehrheit stammt vom indischen Hersteller Tata.

Das ist heute auf jeden Fall nicht mehr so. Die Mehrheit sind Koreaner oder Japaner, in Indien fabriziert (und wenn man genau hinschaut, steht da auch nicht Suzuki, sondern Maruti Suzuki). Tata hat einen äußerst schlechten Ruf was KFZ anbelangt (Lastwagen kommen natürlich von Eicher oder Tata), einzig der Tata Nano - eigentlich aber auch eher eine vollverkleidete Rikscha als ein Auto - kann durch seinen niedrigen Preis locken.
Übrigens ist in Indien zur Luftreinhaltung der CNG-Antrieb massiv auf dem Vormarsch, Nicht-CNG-Rickschas gibts quasi keine.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
worauf man damals sehr stolz war, der Bahnbetrieb ist kein Zuschussgeschäft.

Heute finden sich auf den Fahrkarten (himmel ist das ein Chaos auf diesem Schreibtisch!) Sprüche wie "IR recovers only 57% of the cost of travel on an average"
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Eine Fahrkarte im 4er-Liegewagen mit Klimaanlage kostet 20€

Klingt nach 1AC. Diese Klasse führen nur die wichtigsten und schnellsten Züge des Landes der Gattungen Duronto und Rajadhani. Anderswo ist 2AC das höchste der Gefühle, das entspricht von der Aufteilung her grob dem russisch-breitspurigen Platskartny. 1AC hat dagegen auch einige Zweibettabteile, die aber vorrangig an Paare vergeben werden. Ich hatte neulich ein 4-Bett-Abteil die ganze Fahrt für mich - sehr komfortabel.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:16)
Wenn man keinen Platz mehr im gewünschten Zug bekommt, gibt es eine Waiting List.

Dazwischen gibt es übrigens noch Reservation Against Cancellation (RAC). Nicht zu vergessen auch die drölfzigtausend verschiedenen Kontingente (oder Quota), angefangen beim General Quota GQ, über besondere Quota für Invaliden, Behinderte, Senioren, Armeeangehörige, dem Taktal-Quota, das es seit kurzem gibt, bis hin zum Touristen-Quota. Taktal-Fahrkarten sind quasi eine Art Last-Minute-Kontingent, die Plätze aus diesem Kontingent werden einige Stunden vor Abfahrt freigegeben und können gegen Taktal-Zuschlag erworben werden (ich meine auch von WL- und RAC-Leuten). Fahrkarten aus dem Touristenquota - das müssten 4 Plätze pro Zug sein - gibts in den Touristenbüros von IR. Es ist eine sehr, sehr, sehr schlechte Idee, auf dem Bahnhof zu Fragen, wo es zum Touristenbüro geht, denn die Antwort führt eigentlich garantiert nicht da hin, wo es sich tatsächlich befindet. In New Delhi ist es inzwischen recht gut, sogar mit einem Versuch von Mehrsprachigkeit, ausgeschildert. In Mumbai weiß man es oder hat Pech.

QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Anschließend wird es wie im Flugzeug in einer Aluschachtel serviert. Auch die Qualität ist nicht wesentlich besser.

Es geht. Eine genaue Auflistung der Menübestandteile, aufgeschlüsselt bis hin zum einzelnen Päckchen Salz, das gereicht wird, findet sich übrigens im gesamtindischen Übersichtskursbuch Trains At Glance, nach Region geordnet.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Delhi hat ein großes und modernes Metronetz zu bieten

Schäm dich! Wurde dir nicht oft genug an jeder Ecke darauf hingewiesen, dass Fotografieren strengstens untersagt ist? tongue.gif
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
New Delhi geht in Richtung autogerechte Stadt.

Das würde ich nicht sagen. Ja, die Straßen sind dort wesentlich breiter als anderswo (wobei es durchaus moderne Planstädte wie Navi Mumbai oder Pimpri-Chinchwad gibt, die wirklich autogerecht gebaut sind), aber oberste Gestaltungsmaxime ist nicht das Auto, sondern das zugrundeliegende geometrische Raster sowie der Kreisverkehrsfetisch der Briten. Eine klassische Planstadt, kontrastiert durch das Chaos von Old Delhi.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
An der Straße im letzten Bild standen wir mal ein paar Minuten, ohne dass die Blechlawine je abgerissen wäre.

So kommt man nirgends in Indien wirklich weiter. Aktives Straßeüberqueren ist gefragt - die Autos aus dem Augenwinkel betrachten, nicht direkt hinschauen (denn dann denkt der Autofahrer, ah, er hat mich gesehen und ich muss nicht bremsen), gegebenenfalls die Hand zum heranfahrenden Auto hin ausstrecken und so "Wart mal" symbolisieren - hat sich bewährt™. Delhi ist da aber wirklich ok.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Mit wartendem Bus sieht das so aus

Die Hochflurer von DTC sind übrigens meiner Beobachtung nach Geschichte. Es gibt quasi nur noch die Niederflurbusse (siehe Busbilder), und orangene hochflurige HVZ-Verstärker, die aber durch eine andere Firma gestellt werden.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Der Nachteil ist ein riesiger Geschäftszweig, der nur von Abzocke von Touris lebt.

Die übelste Ecke diesbezüglich ist nach meinen Erfahrungen die Jamma Masjid in Old Delhi. Da gehts dann los mit "Sie dürfen hier nur mit offiziellem Führer rein, ich bin offizieller Führer" über "Zeigen Sie mir mal ihr Ticket *aus der Hand reiß* Folgen Sie mir, ich zeig Ihnen den Weg!" über "Sie müssen Ihre Schuhe hier lassen und dürfen Sie auch nicht in Ihre Tasche tun. Ich werde darauf aufpassen." Sowas gibts aber überall.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Ein Busnetzplan wäre nicht schlecht.

Verjiss et. Den muss ich vermutlich selber malen ph34r.gif
Google Transit ist aber inzwischen recht gut versorgt in den meisten Städten.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Es gibt in der Innenstadt von Delhi wohl an die Hundert Touri-Infos.

Lieblingecke dafür ist die westliche Paharganj-Seite des Bahnhofs New Delhi (siehe auch oben das Problem mit dem IR-Touristenbüro).
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Nach dem zehnten Mal war es mir dann doch zu blöd und ich habe meine Gelassenheit verloren.

Das nennst du Gelassenheit verlieren? huh.gif Ich muss zugeben, meine Gelassenheit hab ich ab dem Zeitpunkt wiedergewonnen, ab dem ich meine Ellbogen einzusetzen gelernt habe. Führt insbesondere in Schlangen zu einem erstaunlichen Mehr an Intimsphäre, ein Wort, das in Indien eher als guter Witz anmutet. Gegen solche nervigen Schwätzer hilft es, in den entsprechenden Ecken Kopfhörer zu tragen. Ich habe mir, weil meine mal kaputt gegangen sind, auffällige blaue Stöpsel zugelegt. Die stecken natürlich nur lose in den Ohren und am anderen Ende nirgends, denn sonst hört man all die spannenden Dinge nicht mehr, führen aber bei vielen zumindest zu etwas mehr Resentiment beim Anlabern. Die ganz nervigen, besonders die Taxifahrer und Kofferträger an Bahnhöfen, wird man recht schnell mit bayrischen Flüchen los.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Da die Fahrzeit des Zuges jedoch nur die Hälfte einer Autofahrt beträgt, war der Zeitgewinn nur marginal.

Seit März gibts auf dieser Strecke den Gatimaan Express, den schnellsten Zug Indiens, der mit bis zu 160 km/h die Strecke Delhi-Agra in 90 Minuten zurücklegt. Landschaftlich sonderlich spannend ist die Strecke nicht. Das Gatimaan-Zugpar ist eindeutig auf westliche Tagestouristen nach Agra ausgelegt, es verlässt Delhi in der Früh und retourniert abends, mit Frühstück und Abendessen im Zug. IRCTC bietet auch kombinierte Pakete, die man auch im Zug buchen kann, für den Besuch von Taj und Lal Qila an.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Auf dem Dach von Zügen haben wir allerdings nie Menschen gesehen

Das kann ich so bestätigen. Zwar hängen die Leute zu den Seitentüren raus, aber nicht auf dem Dach. In Mumbai hängen an vielen Stationen sogar große Warnschilder, dass die Fahrspannung kürzlich erhöht wurde, und es jetzt also eine doppelt dumme Idee ist aufs Dach zu klettern.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Mit 10€ Eintritt war es mit Abstand die teuerste Sehenswürdigkeit.

Dafür wird man dort mit den wie üblich nach Touristen und Indern gestaffelten Preisen (erstere meistens 10 mal Teurer) nicht so ganz abgezockt wie anderswo: Für Touristen gibt es eine Gratisflasche Bisleri, Verhüterli zum über die Schuhe streifen und Gratiseintritt auf die Toilette.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:18)
Dazu sein noch anzumerken, dass die Fahrzeuge hier durchaus recht zügig mit etwa 70 km/h unterwegs sind.

Das Tempolimit auf solchen Straßen liegt wenn ich mich richtig erinnere bei 80. Schneller fahren ist vor allem mit Sportwägen durchaus möglich, denn die Polizei kommt angeblich eh nicht hinterher (mit Europäer im Auto haben sich aber alle zusammengerissen^^). Das Problem ist da dann eher der Straßenzustand, und es ist ja durchaus nett, wenn die Straße höhenfrei ausgebaut werden soll, allerdings ist es weniger nett, wenn deshalb alle anderthalb Kilometer die Straße mit dem Schild TAKE DIVERSION abrupt auf eine Schotterpiste neben der Straße umgeleitet wird, während die zu bauende Brücke im Rohbau-Dornröschenschlaf liegt.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Sie helfen uns noch dabei, nach der pünktlichen Ankunft in Delhi ein Taxi zu unserem Hotel in Flughafennähe zu finden.

Ganz ehrlich, die Express-Metro zum Flughafen Delhi ist eines der angenehmsten Features dieser Stadt. Grade in Delhi, wo man den meisten Taxifahrern eher nicht trauen kann.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Welche Schwierigkeiten wir erwartet haben:
- Bettler, die Touristen nicht in Ruhe lassen, ehe man ihnen etwas gibt

Glück gehabt - die sind sehr regelmäßig. Vor allem kleine Kinder, die an einem hochspringen, oder Frauen, die einem vorwurfsvoll ein unterernährtes Baby vor die Nase halten.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
- Heiße und stickige Luft

Komm im Sommer wieder tongue.gif
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
- Höllisch scharfes Essen

Dafür rate ich zu südindischer Küche. Oder einfach warten bis Vindaloo ist wink.gif
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
- Malaria (obwohl im Winter absolut keine Saison der Mücken ist)

Sie ist wohl so ganz langsam auf dem Rückzug. In Maharashtra ist geplant, die Krankheit bald meldepflichtig zu machen, weil sie so selten geworden ist.
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
Welche Schwierigkeiten wir tatsächlich hatten:
- Nervige „nette“ Menschen, die uns irgendwelche überteuerten Sachen aufschwatzen wollten

"Hello my frieeeeeeeeeeend!"
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
- Mineralwasser kaufen

Das führt eigentlich jedes Kiosk. Zwar kann mit Water niemand was anfangen, aber ek Bisleri führt meistens zum Ziel, denn Bisleri ist der Gattungsname für abgepacktes Wasser.
Es sei denn, du meinst Sprudelwasser - da hab ich ehrlichgesagt keine Ahnung, denn sowas trinke ich nicht biggrin.gif
QUOTE (Entenfang @ 11 Nov 2016, 22:17)
- Eine fiese Erkältung

Keine Sorge, die gibts auch im Sommer, Klimaanlagen sei Dank tongue.gif

So, das wäre mal meine Tube - oder eher mein Bottich Senf fürs Erste - Danke nochmal! smile.gif

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Luas
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 01:03


König


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Alter: 29
Wohnort: Umweltzone


QUOTE (NJ Transit @ 12 Nov 2016, 01:29)
Das ist heute auf jeden Fall nicht mehr so. Die Mehrheit sind Koreaner oder Japaner, in Indien fabriziert


In Indien gibt's auch einen bekannten Nutzfahrzeugbauer namens Bharat Benz, einer Tochtergesellschaft von der Daimler AG.

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chris232
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 15:30


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Wohnort: Myunkhen


QUOTE (NJ Transit @ 12 Nov 2016, 01:29)
Tata hat einen äußerst schlechten Ruf was KFZ anbelangt (Lastwagen kommen natürlich von Eicher oder Tata), einzig der Tata Nano - eigentlich aber auch eher eine vollverkleidete Rikscha als ein Auto - kann durch seinen niedrigen Preis locken.

Wobei Tata durchaus auch hierzulande recht geschätzte Autos unter den Marken Jaguar und Land Rover baut.

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Eisenbahnen sind in erster Linie nicht zur Gewinnerzielung bestimmt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtete Verkehrsanstalten. Sie haben entgegen dem freien Spiel der Kräfte dem Verkehrsinteresse des Gesamtstaates und der Gesamtbevölkerung zu dienen.
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Daher hat die Bahn dem Gemeinwohl und nicht privaten Profitinteressen zu dienen, begreifen Sie es doch endlich mal!
    
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Rathgeber
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 15:57


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Vielen Dank für den Bilderbogen!
Das kriegt man ja nicht so häufig zu sehen.

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Bayernlover
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 16:02


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Ja, wirklich schön! Allerdings auch ein Land, das mich im Gegensatz zu so vielen anderen Ländern auf dieser Welt nicht reizt...

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NJ Transit
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 16:15


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QUOTE (chris232 @ 12 Nov 2016, 16:30)
Wobei Tata durchaus auch hierzulande recht geschätzte Autos unter den Marken Jaguar und Land Rover baut.

Es hängt einfach am Markennamen. "Indische" Autos werden in der Qualität niedriger wahrgenommen als das vermeintliche Importprodukt, auch wenn es vor Ort gefertigt wird (wie beispielsweise die Wägen von Maruti Suzuki).

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Entenfang
  Geschrieben am: 12 Nov 2016, 21:28


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QUOTE (NJ Transit @ 12 Nov 2016, 00:29)
Reisedurchfall ist noch harmlos. Ich empfehle auch Leuten, die sich selten oder nie übergeben, eine Packung Vomex in Indien immer griffbereit zu haben. Danach (und das dauert auch gern mal ne Woche) hat man aber einen Stahlmagen und kann etwas unbesorgter (!= unvorsichtiger) durch die kulinarische Landschaft Indiens gehen.

Du meinst, man soll das Vomex bereithalten, wenn man etwas schlechtes gegessen hat? unsure.gif

QUOTE
Übrigens ist in Indien zur Luftreinhaltung der CNG-Antrieb massiv auf dem Vormarsch, Nicht-CNG-Rickschas gibts quasi keine.

Stimmt, jetzt wo du es sagst. Auch damals hatten fast alle einen CNG-Aufkleber.

QUOTE
Anderswo ist 2AC das höchste der Gefühle, das entspricht von der Aufteilung her grob dem russisch-breitspurigen Platskartny.

Genau so sah es aus. Viererabteile quer zur Fahrtrichtung und zwei Betten übereinander längs zur Fahrtrichtung auf der anderen Gangseite, jeweils mit Vorhängen abgetrennt. Gut möglich, dass der Zug Rajadhani Express oder sowas hieß.

QUOTE
Schäm dich! Wurde dir nicht oft genug an jeder Ecke darauf hingewiesen, dass Fotografieren strengstens untersagt ist? tongue.gif

Fotoverbot? Wo??? *Pfeif*

QUOTE
Ganz ehrlich, die Express-Metro zum Flughafen Delhi ist eines der angenehmsten Features dieser Stadt. Grade in Delhi, wo man den meisten Taxifahrern eher nicht trauen kann.

Die war damals leider wegen technischen Problem außer Betrieb.

QUOTE
Komm im Sommer wieder tongue.gif

Bei 45°? Bloß nicht.

QUOTE
Dafür rate ich zu südindischer Küche. Oder einfach warten bis Vindaloo ist wink.gif

Südindische Küche haben wir leider nie probiert. Ich habe mir auch fest vorgenommen, nächstes Mal auch den Süden zu erkunden. Der Schärfegrad reichte von ordentlich bis gerade noch essbar, aber zusammen mit Plain Naan oder Reis ging eigentlich alles. Wobei ich eigentlich ganz gerne scharf esse.

QUOTE
"Hello my frieeeeeeeeeeend!"

Oh Gott, erinner mich bitte nicht daran...

QUOTE
Das führt eigentlich jedes Kiosk. Zwar kann mit Water niemand was anfangen, aber ek Bisleri führt meistens zum Ziel, denn Bisleri ist der Gattungsname für abgepacktes Wasser.

Sooo häufig sind die Kiosks aber auch nicht...

QUOTE
So, das wäre mal meine Tube - oder eher mein Bottich Senf fürs Erste - Danke nochmal! smile.gif

Mein Dank geht zurück für den Bottich Senf. Wir haben eh bloß 5 Becher Senf im WG-Kühlschrank von 3 Leuten. Keine Ahnung, wo die alle herkommen. rolleyes.gif

Bearbeitet von Entenfang am 12 Nov 2016, 21:29

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Schön, dass Sie da sind. Mit gesundem Menschenverstand kommen Sie auch in schwierigen Zeiten an Ihr Ziel. Schützen Sie sich und Söders Kanzlerkandidatur. Halten Sie den Mindestabstand zu Verschwörungstheoretikern und Moralaposteln ein. Tragen Sie Ihre Mund-Nase-Bedeckung im gesamten Intimbereich. Nutzen Sie die gesamte Breite an Experten zur Information und Desinformation. Werden Sie vernünftig.
    
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Galaxy
  Geschrieben am: 13 Nov 2016, 00:40


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Was das indische Essen angeht ist, für mich, weniger die Schärfe das Problem, sondern eher die süße von Nachspeisen. Wenn man eingeladen ist muss man sich schon zwingen es zu essen. Wobei, die haben eine leckere Süßigkeit die ähnlich wie Marzipan ist (Name fällt mir momentan nicht ein) nur mit anderen Nüssen. Ist etwas herber als Marzipan, und häufig mit Silber-, oder Goldfolie überzogen.
    
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Muffo1234
  Geschrieben am: 13 Nov 2016, 10:43


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Wohnort: Dresden


QUOTE
Mein Dank geht zurück für den Bottich Senf. Wir haben eh bloß 5 Becher Senf im WG-Kühlschrank von 3 Leuten. Keine Ahnung, wo die alle herkommen.

Wir haben überhaupt keine fünf Becher Senf im Kühlschrank! tongue.gif

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Entenfang
  Geschrieben am: 14 Nov 2016, 22:32


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Wohnort: München


QUOTE (Muffo1234 @ 13 Nov 2016, 10:43)
Wir haben überhaupt keine fünf Becher Senf im Kühlschrank!  tongue.gif

Verzeihung, es sind 6. ph34r.gif
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NJ Transit
  Geschrieben am: 14 Nov 2016, 23:03


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QUOTE (Entenfang @ 14 Nov 2016, 23:32)
Verzeihung, es sind 6.

Na, dann mach ich mal 7 draus ph34r.gif

QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Du meinst, man soll das Vomex bereithalten, wenn man etwas schlechtes gegessen hat?  unsure.gif

Ja. Immer am Mann haben, das kann von jetzt auf gleich kommen. Bei mir war es ein gemütlicher fauler Sonntagmorgen ohne größere Vorzeichen.
QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Genau so sah es aus. Viererabteile quer zur Fahrtrichtung und zwei Betten übereinander längs zur Fahrtrichtung auf der anderen Gangseite, jeweils mit Vorhängen abgetrennt. Gut möglich, dass der Zug Rajadhani Express oder sowas hieß.

Das ist 2AC, die gehobene Standardklasse.
QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Fotoverbot? Wo??? *Pfeif*

Na, zum Beispiel hier

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(Station Indraprashta, Blue Line, Hyundai-Fahrzeug der ersten Generation, gibts so auch auf Red und Yellow Line). Oder hier

user posted image

(Station Jhandewalan, Blue Line, Bombardier-Zug der zweiten Generation, gibts so auch auf der Yellow Line). Oder auch hier

user posted image

(Station Kalkaji Mandir, Purple Line, BEML-Wagen der dritten Generation, gibts so auch auf der Green Line - und wie alle neuen und in Bau befindlichen Linien Normalspur).

QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Die war damals leider wegen technischen Problem außer Betrieb.


Inzwischen scheint sie recht zuverlässig zu laufen. Im gesamten Metronetz wird durch Ansagen und Plakate geworben für die bis zu 50% reduzierten Fahrpreise auf der Linie, und die Züge sind vor allem vormittags erstaunlich voll. Und im gesamten Metronetz heißt natürlich auch im Zug zum Flughafen zwischen Dhaula Kuan und Delhi Aerocity rolleyes.gif

QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Ich habe mir auch fest vorgenommen, nächstes Mal auch den Süden zu erkunden. Der Schärfegrad reichte von ordentlich bis gerade noch essbar, aber zusammen mit Plain Naan oder Reis ging eigentlich alles. Wobei ich eigentlich ganz gerne scharf esse.


Mich ziehts ja mehr in den Nordosten smile.gif Zum Thema Essen kann ich auch empfehlen, dass die Kellner ihre Karten meistens ganz gut kennen, und man mit "Medium Spicy" oder dem gewünschten Schärfegrad ganz gut zum Ziel kommt, denn eine indische Speisekarte ist oft so umfangreich, dass es wirklich schwierig ist, die ganzen Gerichte auseinanderzuhalten. Da ich von Fisch und Meeresfrüchten abseits der Küste die Finger sehr weit weglassen würde (wer sich fragt, warum, kauft mal ein Eis im teuren Luxus-Supermarkt, schaut sich den Zustand davon an und gibt dann eine gute Schätzung, wie oft die Kühlkette da wohl unterbrochen oder schlicht nicht vorhanden war), bleiben im nördlichen Indien eine unendliche Vielzahl vegetarischer Gerichte, Huhn und Hammel, und da habe ich es in der langen Zeit, die ich dort verbracht habe, nicht geschafft, mich durch alles durchzuprobieren.

QUOTE (Entenfang @ 12 Nov 2016, 21:28)
Sooo häufig sind die Kiosks aber auch nicht...


Vermutlich übersieht der durchschnittliche Europäer die verranzten Buden einfach nur ph34r.gif Zumindest in New Delhi kann ich das Problem aber verstehen, da machen sie sich stellenweise tatsächlich rar. Übrigens ist da die indische Steuerpolitik ausgesprochen angenehm, denn es gibt auf Produkte wie eben Getränke einen Maximum Retail Price (MRP), der auf allen Produkten aufgedruckt sein muss. Heißt, dass die Flasche Bisleri nicht wie hier rund um Sehenswürdigkeiten, Bahnhöfe und Flughäfen Wucherpreise kostet, sondern immer und überall 30 Rupien. Ausgesprochen angenehm.

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Oliver-BergamLaim
  Geschrieben am: 16 Nov 2016, 20:32


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Mit einem Wort: wow.

Danke für den unglaublich starken und bildintensiven Reisebericht.
Da kann ich wirklich mal etwas über meinen Tellerrand abseits von Europa, USA und reicherer asiatischer Länder blicken.

Ich muß aber auch ganz klar dazu sagen: für mich wäre Indien definitiv nichts. Es darf gerne etwas chaotischer und spannender zugehen als in Europa, aber ich glaube Indien liegt mir wirklich zu krass am anderen Ende des Spektrums. Immerhin: es gibt wohl im Land eine durchaus relativ entwickelte und gut ausgebaute Eisenbahn, was bei weitem nicht jedes Drittweltland und auch nicht alle Länder der 2. und 1. Welt von sich behaupten können.

Ich lasse den Bericht gerade noch auf mich einwirken. Hat echt Spaß gemacht, mein Gehirn mit etwas völlig ungewöhnlichem zu füttern smile.gif
    
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