Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Strecken und Fahrzeuge von DB Fernverkehr und anderen als DB Fernverkehr.
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ralf.wiedenmann
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Parlamentarische Befassung Brenner Nordzulauf startet am 25. September im Verkehrsausschuss des Bundestags als Tagesordnungspunkt Nr. 11: Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht über das Ergebnis der Vorplanung und der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung der Ausbaustrecke und Neubaustrecke München – Rosenheim – Kiefersfelden – Grenze Deutschland/Österreich (– Kufstein)
SIehe: https://www.bundestag.de/resource/blob/ ... 9-2026.pdf
Berichterstattering ist die Abg. Victoria Broßart [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN].
Den Bericht https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107165.pdf habe ich am 9.8.2026 in diesem Thema bereits verlinkt und kommentiert.

Klaus Ott, SZ, 6.9.2026: Söder könnte sich beim Brenner als Macher erweisen: https://www.sueddeutsche.de/bayern/bren ... li.3542174
Zusammenfassung: Ott argumentiert, dass die CSU und Markus Söder den geplanten Brenner-Nordzulauf in seiner bisherigen Form stoppen sollten. Er bezeichnet das Projekt ausdrücklich als sehr teuer und aus seiner Sicht unsinnig. Stattdessen sieht er eine bessere Alternative: den endlich konsequenten Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing/Salzburg.

Ausgangspunkt ist der Brennerbasistunnel, der 2032 fertig werden soll. Österreich erwartet zu Recht, dass Deutschland bis dahin auch leistungsfähige Zulaufstrecken schafft. Ott erinnert an die Mahnung von Bundespräsident Steinmeier, Österreich vertraue darauf, dass Deutschland beim Zulauf seine Aufgabe erfüllt.

Interessant ist die Verbindung zu Otts gleichzeitig erschienenem zweiten Artikel: Dort sagt DB-Infrago-Chef Philipp Nagl, die Strecke über Mühldorf sei „enorm wichtig“ und könne in den 2030er-Jahren ausgebaut sein. Gleichzeitig stellt Ott dort ausdrücklich die Frage, ob dieser Ausbau den umstrittenen Brenner-Nordzulauf überflüssig machen könnte. Darüber müsse letztlich der Bundestag entscheiden. (siehe:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/deut ... li.3542173).

Damit läuft Otts Argumentation ungefähr darauf hinaus:

Statt Milliarden in eine neue Brenner-Zulaufstrecke durch den Raum Rosenheim zu stecken, sollte Deutschland die ohnehin seit Jahrzehnten versprochene Strecke München–Mühldorf–Freilassing leistungsfähig ausbauen. Söder könnte sich politisch als „Macher“ profilieren, indem er innerhalb der CSU dafür sorgt, dass diese Alternative vorangetrieben und der Brenner-Nordzulauf gestoppt wird.

Klaus Ott unterläuft dabei ein grosser Denkfehler: Die ABS 38 München–Mühldorf–Freilassing kann Verkehr, der von München Richtung Salzburg fährt, von der Strecke München–Grafing–Rosenheim abziehen. Das schafft nur in diesem Abschnitt zusätzliche Kapazität für Züge Richtung Rosenheim/Brenner.

Und der Widerstand sitzt tatsächlich weiter südlich: Das ist für Otts politische Argumentation noch wichtiger. Die besonders konfliktträchtigen Teile liegen im Raum Rosenheim und im Inntal. Der Landkreis Rosenheim fordert beispielsweise lange Tunnelabschnitte zwischen Innleiten und Kirnstein und weitere Untertunnelungen, gerade um die Belastungen der geplanten Neubaustrecke zu reduzieren. Siehe: https://www.landkreis-rosenheim.de/bren ... -rosenheim

Die ABS 38 entlastet vor allem dort, wo beim Brenner-Nordzulauf vergleichsweise wenig gebaut werden soll – und sie löst das Problem dort nicht, wo die besonders umstrittene Neubaustrecke gebaut werden soll. Wenn sein Argument lautet, man könne wegen der ABS 38 auf den Brenner-Nordzulauf verzichten, müsste er erklären, wie die ABS 38 das Kapazitätsproblem Rosenheim–Kufstein löst. Das tut sie nicht.

Ich versucht, Klaus Ott per Email und Telefon zu kontaktieren und auf seinen Denkfehler hinzuweisen. Allerdings antwortet er nicht.

Auf der Seite der SZ steht geschrieben:
Klaus Ott recherchiert und schreibt seit 1984 für die Süddeutsche Zeitung, deren Redaktion er bis Juli 2025 angehört hat. Seitdem ist er in Rente, aber nicht im Ruhestand, und arbeitet jetzt wieder wie schon in jungen Jahren freiberuflich für die SZ und viele weitere Medien. Als Redakteur hat er vor allem im Ressort Investigative Recherche über viele Skandale in Politik und Wirtschaft berichtet, die mit intensiven Recherchen verbunden waren. Daneben hat Ott sich in der SZ zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen darum gekümmert, Schulklassen, Azubis, Unigruppen usw. zu erzählen, wie und nach welchen Standards die Süddeutsche Zeitung arbeitet – als kleiner Beitrag zur Medienbildung, die immer wichtiger wird. Auf diesem Gebiet ist Ott jetzt beim Netzwerk "Journalismus macht Schule" aktiv. Wichtig ist es ihm auch, seine Rechercheerfahrungen an der Deutschen Journalistenschule und anderen Ausbildungsstätten sowie beim Netzwerk Recherche weiterzugeben. Seine Maxime: Recherche muss ergebnisoffen sein, hart und fair zugleich.
SIehe: https://www.sueddeutsche.de/autoren/klaus-ott-1.1143380

Offensichtlich ist seine Journalisten-Ego zu gross, um seine Argument zu hinterfragen, geschweige denn, Denkfehler einzugestehen. Seine Maxime ist also nur ein Lippenbekenntnis.
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ralf.wiedenmann
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Distanziert sich jetzt sogar Ulrich Lange vom Ausbau Brenner Nordzulauf. München-Mühldorf-Salzburg ist sicher keine Alternative. Siehe rosenheim24.de, 1.10.26: https://www.rosenheim24.de/rosenheim/sa ... 16372.html

Ulrich Lange ist nicht nur MdB, sondern seit 2025 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.

Gar kein gutes Zeichen!
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von 146225 »

Er gehört der CSU an. Dass ihn Eisenbahn einen Dreck interessiert, ist also artgerechtes Normalverhalten.
München kann jeder. Duisburg muss man wollen!
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ralf.wiedenmann
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Gemäss Matthias Gastel, MdB Grüne wurden alle 4 Projekte der parlamentarischen Befassung von der Tagesordnung des Verkehrsausschusses des Bundestags gestrichen: Siehe LinkedIn: https://lnkd.in/p/eg5hRTQf
Darunter auch der Brennernordzulauf.
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ralf.wiedenmann
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Merkur, 21.20.26: Brenner-Nordzulauf droht Finanz-Aus: Deutschland versagt bei Europas Schienen-Kronjuwel: https://www.merkur.de/lokales/ebersberg ... 51137.html
Den Betroffenen an der Strecke sei ein Aufatmen gegönnt. Für den Rest der Republik ist die häppchenweise Beerdigung des Brenner-Nordzulaufs eine Riesenpeinlichkeit. Von Skandinavien bis an die Mittelmeerküste arbeitet man an einem Schienenstrang, der Europa näher zusammenrücken soll – mit dem Kronjuwel Brennerbasistunnel. Und ausgerechnet dessen deutsche Nachbarn bekommen es als eine der reichsten und am meisten profitierenden Anrainergegenden nicht gebacken, den vereinbarten Beitrag zu leisten.
Und Merkur, 21.10.26: Brenner-Nordzulauf auf Eis: Abgeordnete spricht von „Stich in den Rücken“: https://www.merkur.de/lokales/ebersberg ... 50394.html
Der viergleisige Ausbau des Brenner-Nordzulaufs droht laut Grünen-Abgeordneter Broßart Verschiebung auf unbegrenzte Zeit. Sie warnt: Wenn der Brenner-Basistunnel fertig ist, könnte der Nahverkehr ausgedünnt werden.
phifue
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von phifue »

Hat die EU da nicht irgendwelche Möglichkeiten da Druck zu machen? Würde mich wundern wenn nicht.
146225
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Re: Brennerzulauf Nord, München - Kufstein - Innsbruck - Brenner

Beitrag von 146225 »

phifue hat geschrieben: ↑22 Okt 2026, 00:44 Hat die EU da nicht irgendwelche Möglichkeiten da Druck zu machen? Würde mich wundern wenn nicht.
Siehe Dobrindts anhaltende illegale Grenzkontrollen: juckt es dann die deutsche Bundesregierung?

In diesem Fall dürfte sich die Haltung von CDU/CSU/SPD nicht ändern, solange die Nebeneinkünfte aus der LKW-Lobby nur hoch genug sind und die CSU panische Angst haben muss, im ländlichen Oberbayern Stimmen zu verlieren.
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