Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Strecken und Fahrzeuge von DB Fernverkehr und anderen als DB Fernverkehr.
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Metropolenbahner
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Beitrag von Metropolenbahner »

Die Tschechen versuchen Druck aufzubauen, Berlin gibt sich unbeeindruckt:

https://www.mittelbayerische.de/politik-nac...art1807220.html
„Wir würden uns natürlich sehr über eine gewisse Beschleunigung freuen, besonders bei der konkreten Planung und Umsetzung“, sagte Lenka Rezková, Sprecherin des tschechischen Verkehrsministeriums
Das BVMi erwidert:
Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) weist bislang daraufhin, dass die Planungen erst beginnen könnten, wenn es ein Einvernehmen mit der tschechischen Seite über das Gesamtprojekt gebe. „Das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) wird erreicht, wenn zeitgleich bestimmte Ausbaumaßnahmen auf tschechischer Seite im Abschnitt Grenze D/CZ – Pilsen vorgenommen werden“, teilte das BMVI auf Nachfrage mit.
Aber Tschechien baut auch schon:
er gesamte Streckenabschnitt auf tschechischer Seite ist in vier Teile gegliedert. Für Abschnitt eins (Pilsen – Stod) habe das Ministerium bereits eine zweigleisige, elektrifizierte Lösung mit einer Maximalgeschwindigkeit von 200 km/h genehmigt. Auf dieser Strecke würden die Vorplanungen bereits laufen. Auf den Abschnitten zwei, drei und vier laufen Vorbereitungen.
Immerhin 2 Gleise und Tempo 200 bis Stod. Hoffentlich wird das dann auch auf der Reststrecke durchgezogen, das wäre dann die Maximal-NBS-Lösung. NT und nur ein eingleisiger Ausbau wäre bei ner Elektrifizierung mMn Geldverschwendung, weil dann die lahme Trasse zementiert werden würde.
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Beitrag von Entenfang »

Metropolenbahner @ 26 Jul 2019, 09:42 hat geschrieben:Immerhin 2 Gleise und Tempo 200 bis Stod. Hoffentlich wird das dann auch auf der Reststrecke durchgezogen, das wäre dann die Maximal-NBS-Lösung. NT und nur ein eingleisiger Ausbau wäre bei ner Elektrifizierung mMn Geldverschwendung, weil dann die lahme Trasse zementiert werden würde.
Ein bisschen mehr Infos auf Tschechisch

Ganz klar wird es zwar nicht, aber so wie ich das verstehe, gibt es nur im Abschnitt Pilsen-Stod eine NBS, auf dem Rest nur eine Modernisierung. Das kann aber durchaus zumindest eine Trassenkorrektur bedeuten, denn der Abschnitt Pilsen - Rokycany gilt auch als Modernisierung und dort wurde sogar ein Tunnel neu gebaut.

Angestrebte Fertigstellung: Modernisierung Bestandstrecke Pilsen - Chotesov: 1.7.2024
NBS Pilsen - Stod und Modernisierung Bestandsstrecke bis zur deutschen Grenze: 1.4.2026

Das werden wir in Deutschland nie schaffen.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Beitrag von Metropolenbahner »

Entenfang @ 26 Jul 2019, 12:40 hat geschrieben: Ein bisschen mehr Infos auf Tschechisch

Ganz klar wird es zwar nicht, aber so wie ich das verstehe, gibt es nur im Abschnitt Pilsen-Stod eine NBS, auf dem Rest nur eine Modernisierung. Das kann aber durchaus zumindest eine Trassenkorrektur bedeuten, denn der Abschnitt Pilsen - Rokycany gilt auch als Modernisierung und dort wurde sogar ein Tunnel neu gebaut.
Danke für den Link.

Für Pilsen-Stod sind 2,5 Mrd Kronen veranschlagt, für die parallen laufende Strecke über Nyrany und Chotesov dann 1,4 Mrd. Außerdem wird bei der ersten Strecke davon gesprochen BÜs zu beseitigen, "rekonstruieren", während man bei der Altstrecke davon spricht sie zu beseitigen. Ergo sollte damit Tempo 200 bestätigt sein.

Aber beim Rest ... tja.

Bauabschnitt 4 gibts auch schon in er Projektübersicht:

https://www.szdc.cz/documents/50004227/5015...stavby-2019.pdf

Modernizace trati Plzeň - Domažlice - st.hranice SRN, 4. stavba, úsek Domažlice (mimo) - státní hranice SRN

Nur 935 Millionen Kronen für Domazlice - Grenze, also noch billiger als die obigen Projekte. Sagt jetzt aber nicht viel, in allen Projektoptionen war der Abschnitt nicht für großartige Ausbauten vorgesehen.

Nachdem der 200-Doppelspurabschnitt bis Stod zu gehen scheint, scheint das erstmal der teure Ausbau zu sein, nur bei dem war auch eine entsprechende NBS zw. Chotesov und Stod vorgesehen, aber wie man jetzt weiterbaut hängt vom Abschnitt 3 ab. Vermutlich will man für den Rückmeldung aus D welche Option man denn nun realisieren will. Bleibt zu hoffen, dass die Tschechen mangels dt. Auskunft auf Nummer Sicher gehen und teuer aufbauen.
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Beitrag von tantin »

Am 10. Dezember wurde diese Variante, 3b mit 2. Gleis im abschitt Plzeň-Stod, genehmigt.

Bild
Quelle: Die BEG-Studie (Deutschlegende) und SUDOP-2019-studie (das Bild).

Laut Tschechisch Verkehrsministerium sind auch ab ca. 2026 neue Zuggarnituren vorgesehen.

Noch andere Fragen? :)
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Beitrag von Metropolenbahner »

tantin @ 24 May 2020, 19:47 hat geschrieben: Noch andere Fragen? :)
Ja, weisst Du, was mit dem kurzen Neubauabschnitt bei Pasecnice passiert ist? Der war 2018 noch in der damaligen Variante 3b eingezeichnet.

Danke für die Meldung, wir hatten gerade schon letzte Woche die Meldung der SZDC-Ausschreibungen, aber dass das auch schon im Dez. genehmigt wurde, ist neu. Stellt sich jetzt nur die Frage: Baut Deutschland auch nach Variante 3b aus?

Zusatzfrage: Ist auch schon was zu den neuen Zügen bekannt? Werden das tschechische Zuggarnituren, oder deutsche?
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Beitrag von tantin »

Metropolenbahner @ 24 May 2020, 19:55 hat geschrieben: Ja, weisst Du, was mit dem kurzen Neubauabschnitt bei Pasecnice passiert ist? Der war 2018 noch in der damaligen Variante 3b eingezeichnet.

Danke für die Meldung, wir hatten gerade schon letzte Woche die Meldung der SZDC-Ausschreibungen, aber dass das auch schon im Dez. genehmigt wurde, ist neu. Stellt sich jetzt nur die Frage: Baut Deutschland auch nach Variante 3b aus?

Zusatzfrage: Ist auch schon was zu den neuen Zügen bekannt? Werden das tschechische Zuggarnituren, oder deutsche?
1) Der bleibt. Weiß ich nicht, warum er eingefallen hat (aus dem Bild - wahrscheinlich weil Alternativen mit und ohne Bf. Pasečnice II. überprüft wurde ?) – aber es bleibt.
2) Nein. Etwas ähnlich wie railjet, denke ich… Wahrscheinlich Tschechisch, weil ab 2025 ist neue Vertrag für die Linien Ex6/R16 vorgesehen.
3) Ich habe schon mehr im dem anderen Thema geschrieben (Tschechien) :unsure:
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Beitrag von Metropolenbahner »

tantin @ 24 May 2020, 20:57 hat geschrieben: 3) Ich habe schon mehr im dem anderen Thema geschrieben (Tschechien) :unsure:
Danke, hatte ich gerade auch gesehen. Es ist etwas mühsam das eine Thema in 2 Threads zu diskutieren, aber das ist nicht Deine Schuld ;)
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Beitrag von Metropolenbahner »

Ist die Kuh jetzt endlich vom Eis?

Meldung von Mitte Juni:
Der Ausbau des Schienenstrecke ist im Dezember 2018 schon aus dem Potentiellen Bedarf in den Vordringlichen Bedarf des Bundesschienenwegeausbaugesetzes ausfgestiegen. Dennoch würde ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis auf deutscher Seite nur bei einem zeitgleichen Ausbau auf tschechischer Seite im Abschnitt Grenze D/CZ-Pilsen erreicht. Für den Ausbau hat sich Tschechien jetzt ausgesprochen und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Machbarkeitsstudie Pilsen-Domazlice-Ceska Kubice zur Verfügung gestellt.
https://www.otv.de/oberpfalz-deutsch-tschec...n-voran-435061/

Meldung vom 30.6:
Die haushalterischen Voraussetzungen für das Projekt Metropolbahn von München/Nürnberg-Schwandorf-Regensburg-Furth i.W.-Prag werden voraussichtlich im Jahr 2021 vorliegen, teilte heute MdB Stefan Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) mit. Damit plant die DB Netz AG den Start des Projektes im 1. Quartal 2021.
Bin ja weiterhin gespannt, was dann mit der NBS-Umfahrung Maxhütte-Haidhof wird. Auf der Bestandsstrecke gibts im Ponholzer Wald sowieso Problemchen mit einer großen Höhle ... hoffen wir mal, dass die NBS kommt, wenn auch vermutlich erst ~2040.
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Beitrag von Nicki »

Servus,

Neuigkeiten zum geplanten Tunnel im
Abschnitt Prag-Beroun

https://www.lok-report.de/news/europa/item/...hov-beroun.html
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karhu
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Beitrag von karhu »

Es wird erwartet, dass die Bauarbeiten 2028 beginnen und 2042 abgeschlossen sein werden.
Warum ist die Bauzeit so ungewöhnlich lange?
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Ein interessantes Detail aus der Präsentation zum DT
Freising - Regensburg: 9 Min. Fahrzeitkürzung; Regensburg - Schwandorf: 4 Min. Fahrzeitkürzung
Seite 40
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spock5407
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Beitrag von spock5407 »

Die Fahrzeitverkürzung zwischen FS und R brauchst nix allzu besonderes tun.
Das bekommst nordwärts fast schon mit Sanierung (Sumpfistrecke zwischen Bruckberg und Landshut wieder wie früher mit > 120 km/h), Entfall des Halts in Neufahrn hin. Dazu ein paar Km noch die Vmax anheben, wo man heute wg. zu kurzer Abschnitte das nicht tut.
Ggf. gibts da noch die eine oder andere Stelle mit Brücken/Durchlässe, die man sanieren müsste für höhere Vmax.
Luft ist dann aber keine mehr in Fahrplan. Und man braucht ein beschleunigungsstarkes Tfz.

Die ersten Jahre der Takt-D/IR war die Regelfahrzeit 1h20 für die Schnellzüge mit Halt nur in Freisung und Landshut. Tfz 111 mit 7-9 D/IR-Wagen waren das normal.

Südwärts ists enger, weilst da die Knotenzuschläge bei der Einfahrt nach München hast.


Zwischen Rbg und Schwandorf wird vmtl. Sanierung und Fahrdraht ausreichen für die 4min.
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Beitrag von tantin »

karhu @ 24 Jul 2020, 18:19 hat geschrieben:
Warum ist die Bauzeit so ungewöhnlich lange?
Komplizierte Geologie und 26 km?
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Auf der Seite 174 sind außerdem zusätzliche Gleise im Raum Freising, Regensburg Prüfening, Altenschwang, Cham, Arnschwang erwähnt.
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spock5407
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Beitrag von spock5407 »

Prüfening ist ja auf der anderen Stadtseite, da kommen die Münchner und Prager Züge nicht vorbei. Entweder ist "Prüfening" in dem Dokument ein Fehler und es ist Obertraubling gemeint, oder es geht da um ein zweites Gleis für die Ölbahn dort.

Für Freising: War Neufahrn-Freising nicht schon 4gleisig vorgesehen? Dann könnte der RV/FV dort auf 160 beschleunigt und S-Bahn Puffer rausgelassen werden .

Aber passieren wird ausser dicken Powepoints eh nix.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

In dem Fokuemnt ging es ja nur um Maßnahmen an sich für den DT nicht für eine bestimmt Strrecke. Die Fehlzuordnung erfolgte durch mich.

Tatsächlich gab es zu Zeiten von Verkehrsminister Zeil sehr konkrete Pläne für einen viergleisigen Ausbau Neufahrn Freising (genauso wie Riem Markt Sc
waben) mit Zeichnungen, welcher Baum weg muss etc., auf der Ministeriumsseite. Leider finde ich die Pläne nicht mehr bei meinen Downloads. Nachdem der Ringschluss mehr und mehr kostenoptimiert wurde fielen die beiden viergleisigen Absvhnitte weg. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Umbau in Pulling relativ aufwändig, da hätte man auch an Privatgrund heran gemusst.
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Ich hab das Dokument für die Ausschreibung
Generalplanung für das "Planungspaket C" des Projektes "Erdinger Ringschluss, Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens München"
gefunden.
https://www.competitionline.com/de/ausschre...hreibungen/8182

Allerdings waren in diesem Paket nur diese 2 Lose enthalten:
- Los 1: "Ausbau Markt Schwaben - Erding"
- Los 2: "ABS 38, München Riem West - Markt Schwaben inkl. Messeanbindung"
Und das von Schüssler Plan: https://www.schuessler-plan.de/de/referenze...ingschluss.html

Hier noch die Ausschreibung
Gegenstand des Auftrages ist die Generalplanung für das "Planungspaket A" mit folgenden Planungslosen:
- Los 1: "Ausbau Neufahrn-Freising"
- Los 2: "Neufahrner Gegenkurve"
- Los 3: "Ausbaumaßnahmen Flughafen West"
- Los 4: "Gegenkurve Halbergmoos".
https://www.competitionline.com/de/ausschre...hreibungen/7491

Vielleicht hilft das weiter bei der Suche nach den konkreten Plänen für 4-gleisigen Ausbau Neufahrn-Freising.

Das hab ich noch im RIS gefunden: https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SIT...AGE/1475098.pdf
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Beitrag von Metropolenbahner »

Laut FB-Meldung samt Quellbeweis (Foto der Pressemitteilung) habe der Bund an der Fulda-Konferenz am 3.3. den Planungsauftrag für den Abschnitt Nürnberg - Schwandorf-Furth iW - Grenze erteilt.

Online konnte ich das Ganze noch nicht finden, demnächst aber sicher hier: https://www.bahnausbau-nordostbayern.de/home.html
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

BMVI gibt Planungsstart für "Elektrifizierung Nürnberg/Regensburg - Furth im Wald - Grenze Deutschland/Tschechien" bekannt. Pressemeldung vom 22.3.21: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemit...enprojekte.html
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Schub für Franken-Sachsen-Magistrale angemahnt - Verkehrsminister Bernreiter: "Wir lassen Bund nicht aus seiner Verantwortung!"
Das Unverständnis und die Verwunderung in Bayern und Sachsen zum Stopp des Bundesverkehrsministeriums für den Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale nimmt weiter Fahrt auf. „Die Franken-Sachsen-Magistrale ist viel zu wichtig, als dass wir uns den plumpen Versuch der Bundesregierung gefallen lassen, das Projekt im Regen stehen zu lassen. Es ist völlig hanebüchen, nun mit einer zu geringen Wirtschaftlichkeit zu argumentieren“, so Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Der Stopp des Projekts macht die jahrzehntelangen Bemühungen um eine bessere und direkte Verbindung von Nürnberg nach Sachsen und Tschechien zunichte und ist eine abrupte Vollbremsung auf halbem Weg – vom negativen Klimaeffekt ganz zu schweigen!“In einer gemeinsamen Resolution fordern nun Mandatsträger aus Nordostbayern und Sachsen zusammen mit den Freistaaten Bayern und Sachsen den Bund deswegen auf, das Projekt zügig voranzutreiben.
Pressemitteilung vom 15.11.2022 des STMB: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... /index.php
Fragekatalog an den Bund: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... atalog.pdf
Resolution: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... lution.pdf
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von Metropolenbahner »

ralf.wiedenmann hat geschrieben: 21 Nov 2022, 13:59
Schub für Franken-Sachsen-Magistrale angemahnt - Verkehrsminister Bernreiter: "Wir lassen Bund nicht aus seiner Verantwortung!"
Das Unverständnis und die Verwunderung in Bayern und Sachsen zum Stopp des Bundesverkehrsministeriums für den Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale nimmt weiter Fahrt auf. „Die Franken-Sachsen-Magistrale ist viel zu wichtig, als dass wir uns den plumpen Versuch der Bundesregierung gefallen lassen, das Projekt im Regen stehen zu lassen. Es ist völlig hanebüchen, nun mit einer zu geringen Wirtschaftlichkeit zu argumentieren“, so Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Der Stopp des Projekts macht die jahrzehntelangen Bemühungen um eine bessere und direkte Verbindung von Nürnberg nach Sachsen und Tschechien zunichte und ist eine abrupte Vollbremsung auf halbem Weg – vom negativen Klimaeffekt ganz zu schweigen!“In einer gemeinsamen Resolution fordern nun Mandatsträger aus Nordostbayern und Sachsen zusammen mit den Freistaaten Bayern und Sachsen den Bund deswegen auf, das Projekt zügig voranzutreiben.
Pressemitteilung vom 15.11.2022 des STMB: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... /index.php
Fragekatalog an den Bund: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... atalog.pdf
Resolution: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemi ... lution.pdf
Naja, nach Prag gehts doch über Amberg - Schwandorf-Furth. Das Projekt wurde doch nicht gestrichen.
Und nach Dresden kommt man auch gut genug mit nem Akku-ET. Der könnte sogar direkt über Bayreuth fahren, wie ehedem der ICE-TD.

ich bin ja immer für Elektrifizierungen, aber bei der Gemengenlage mit Brückenhöhen, Durchfahrten und Tunnelaufweitungen, die sehr teuer kämen, kann man ausnahmsweise Verständnis für Berlin haben.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von Entenfang »

Metropolenbahner hat geschrieben: 22 Nov 2022, 12:24 Naja, nach Prag gehts doch über Amberg - Schwandorf-Furth. Das Projekt wurde doch nicht gestrichen.
Aber nicht nach Cheb (wo genau wie in Hof so eine Elektrifizierungs-Sackgasse ist) und weiter Richtung Ústí, immerhin eine ziemlich dicht besiedelte Region, die bereits eine gut ausgebaute Eisenbahnstrecke hat.
Metropolenbahner hat geschrieben: 22 Nov 2022, 12:24 Und nach Dresden kommt man auch gut genug mit nem Akku-ET. Der könnte sogar direkt über Bayreuth fahren, wie ehedem der ICE-TD.
Mit einem Güterzug?
Metropolenbahner hat geschrieben: 22 Nov 2022, 12:24 ich bin ja immer für Elektrifizierungen, aber bei der Gemengenlage mit Brückenhöhen, Durchfahrten und Tunnelaufweitungen, die sehr teuer kämen, kann man ausnahmsweise Verständnis für Berlin haben.
Die ganzen Tunnels zwischen Vorra und Pegnitz sollten mal mit einem einzigen, neuen Tunnel auf geradem Weg umgangen werden. Jetzt ist es scheinbar nur noch eine Variante.
https://www.bahnausbau-nordostbayern.de/pegnitztal.html
Das hätte dann auch gleich den Nebeneffekt, die Strecke zu beschleunigen.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von Metropolenbahner »

Entenfang hat geschrieben: 22 Nov 2022, 20:44 Aber nicht nach Cheb (wo genau wie in Hof so eine Elektrifizierungs-Sackgasse ist) und weiter Richtung Ústí, immerhin eine ziemlich dicht besiedelte Region, die bereits eine gut ausgebaute Eisenbahnstrecke hat.
Hmm, naja der Akku-ET wird für eventuelle Ladeinseln sowieso mit 25 kV kommen. Von daher wäre das dann auch ne Option weiter in CZ.
Usti hat zwar noch 3kV=, aber das soll sich ja ändern. Aktuell käme man immerhin schon bis Kadan-Prunerov.
Metropolenbahner hat geschrieben: 22 Nov 2022, 12:24 Und nach Dresden kommt man auch gut genug mit nem Akku-ET. Der könnte sogar direkt über Bayreuth fahren, wie ehedem der ICE-TD.
Mit einem Güterzug?
Naja, die Güterzüge über den Ostkorridor sollen weiter in Richtung Ö. Nürnberg kann man über Würzburg oder demnächst sogar doch mal über die VDE8 anfahren, wenns mehr ETCS-Gz-Loks gibt.
Metropolenbahner hat geschrieben: 22 Nov 2022, 12:24 ich bin ja immer für Elektrifizierungen, aber bei der Gemengenlage mit Brückenhöhen, Durchfahrten und Tunnelaufweitungen, die sehr teuer kämen, kann man ausnahmsweise Verständnis für Berlin haben.
Die ganzen Tunnels zwischen Vorra und Pegnitz sollten mal mit einem einzigen, neuen Tunnel auf geradem Weg umgangen werden. Jetzt ist es scheinbar nur noch eine Variante.
https://www.bahnausbau-nordostbayern.de/pegnitztal.html
Naja, les da mal genau:
"... ist mit Abschluss der Vorplanung die Entscheidung auf die Variante "Tunnelaufweitung" gefallen. "

Also weiter mit den Bestandstunneln, das Einzeltunnel wurde von den Anliegerkommunen abgelehnt.
Das hätte dann auch gleich den Nebeneffekt, die Strecke zu beschleunigen.
Hätte es gehabt, ja. Aber jetzt hat man gar nix, weil sich die Aufweitung nicht rechnet.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von 146225 »

Kein Wunder kann der jeweils regierende oberste Autolobbyist und Bundesverkehrsversager mit unsäglichen Schlechtleistungen und jahrzehntelangen Trödeleien zulasten der klimafreundlichen Schiene ungestraft durchkommen, wenn selbst bei Hauptachsen im Netz irgendwelche gutmeinenden Kommentare "ach, des tuts doch noch lang so" gang und gäbe sind. Nürnberg -> Oberfranken/Oberpfalz/Tschechische Republik nicht elektrifizieren, nur weil es technisch bisschen anspruchsvoller ist und auch noch Geld kostet ... alles klar, kein Kommentar mehr. Willkommen in Deutschland.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von Metropolenbahner »

146225 hat geschrieben: 22 Nov 2022, 21:11 nur weil es technisch bisschen anspruchsvoller ist und auch noch Geld kostet ... alles klar, kein Kommentar mehr. Willkommen in Deutschland.
Tja man kanns auch ganz kurz zusammenfassen: Der NKV wurde nicht erreicht.


Halt das Übliche wie bei vielen anderen Strecken auch. Nach Prag geht's halt dann über Amberg und ansonsten kann man Akku-ETs nutzen. Die Ladestationen aus BaWü/Schweiz mit nur 50Hz statt 16,7 scheinen recht günstig zu sein.

Bin ja mal gespannt, bis jemand auf die Idee kommt ne Gesamtstrecke, nicht nur im Bahnhof mit 50Hz zu elektrifizieren. So ein extra Unterwerk mit 16,7 Hz kostet und treibt die Ausbaukosten hoch - die dann schlimmstenfalls wieder das NKV runterreißen könnten.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von 146225 »

Ja, die Argumentation der Polit-Versager von vorgestern. Nur: was sich da heute alles angeblich "nicht rechnet", wird künftige Generationen noch viel mehr Geld kosten, als wir uns das heute überhaupt vorstellen können.

Null Verständnis, wie es immer noch Menschen gibt, die so sehr in der Vergangenheit festhängen, dass sie krampfhaft eine Methodik unterstützen müssen, von der bereits heute klar ist, wieviel Schaden damit angerichtet wurde.
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Re: Ausbau Schienenfernverkehr Bayern - Prag

Beitrag von Metropolenbahner »

146225 hat geschrieben: 23 Nov 2022, 07:43 Ja, die Argumentation der Polit-Versager von vorgestern. Nur: was sich da heute alles angeblich "nicht rechnet", wird künftige Generationen noch viel mehr Geld kosten, als wir uns das heute überhaupt vorstellen können.

Null Verständnis, wie es immer noch Menschen gibt, die so sehr in der Vergangenheit festhängen, dass sie krampfhaft eine Methodik unterstützen müssen, von der bereits heute klar ist, wieviel Schaden damit angerichtet wurde.
Ja, aber der aktuelle Fall ist schon sehr speziell. Die DB hatte anfangs noch alles versucht billig zu sein und neue Betonbrücken vorgeschlagen, die es aufgrund der niedrigeren Bauhöhe ermöglicht hätten, dass die Tunnel einfach abgegraben hätten werden können. Aber dann wurden die alten Fachwerk-Eisenenbrücken unter Denkmalschutz gestellt .. übrig bleibt dann nur die teure und heikle Option den Tunnel im brüchigen Gestein nach nach oben hin aufzuweiten.

Nachdem die Strecke auch nur peripher in Deutschland liegt und der Verkehr nach Prag über Amberg laufen kann, hab ich Verständnis dafür, dass die Millionen in den zentral gelegenen Frankfurter Fernbahnhof(tunnel) fließen, damit ist dem Bahnverkehr und auch den kommenden Generationen mehr geholfen.
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