Attacken gegen das Personal

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andreas
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von andreas »

und der Zusammenhang ist jetzt welcher?
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Jean
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Jean »

andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 14:59 und der Zusammenhang ist jetzt welcher?
Abschreckung...weniger aggressive Personen? :roll:
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von andreas »

du meinst also, wenn man Schwarzfahren noch härter bestraft werden Aggressionen weniger?
andreas
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von andreas »

gmg hat geschrieben: 05 Feb 2026, 14:38
Rohrbacher hat geschrieben: 05 Feb 2026, 02:44
In den USA, wo man in vielen Bundesstaaten mit dem elektrischen Stuhl oder ähnlichen Maßnahmen rechnen kann, haben wir so mit die höchste Mordrate in Industriestaaten. Merkste selber, oder? Funktioniert also nicht. Das Problem dieses Arguments ist: Wenn jemand jemand anderem eine über die Rübe zieht, denkt der nicht rational über irgendwelche Folgen nach.
Bedingt richtig aber auf jeden Fall werden Gewaltdelikte in Deutschland sehr mild bestraft und das weiß jeder Gewalttäter, der schon einmal vor Gericht stand.
Außerdem ist dieser Schwarzfahrer eine tickende Zeitbombe und eine harte Strafe würde ihn länger aus dem Verkehr ziehen.

Der Vergleich zu den USA hinkt, weil dort eine extreme Ellenbogengesellschaft mit Wildwest-Tradition herrscht.
Tja, wenn der erst vor Gericht steht ist das Opfer aber schon tot - dann bringt die härtere Strafe noch genau was?
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Jean
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Jean »

andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 15:22 Tja, wenn der erst vor Gericht steht ist das Opfer aber schon tot - dann bringt die härtere Strafe noch genau was?
Dass der Täter nicht noch mal ein Zugbegleiter umbringt? :roll: Noch weitere Opfer vermeiden? Deine Frage sagt vieles aus!
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von gmg »

andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 15:22
gmg hat geschrieben: 05 Feb 2026, 14:38
Rohrbacher hat geschrieben: 05 Feb 2026, 02:44
In den USA, wo man in vielen Bundesstaaten mit dem elektrischen Stuhl oder ähnlichen Maßnahmen rechnen kann, haben wir so mit die höchste Mordrate in Industriestaaten. Merkste selber, oder? Funktioniert also nicht. Das Problem dieses Arguments ist: Wenn jemand jemand anderem eine über die Rübe zieht, denkt der nicht rational über irgendwelche Folgen nach.
Bedingt richtig aber auf jeden Fall werden Gewaltdelikte in Deutschland sehr mild bestraft und das weiß jeder Gewalttäter, der schon einmal vor Gericht stand.
Außerdem ist dieser Schwarzfahrer eine tickende Zeitbombe und eine harte Strafe würde ihn länger aus dem Verkehr ziehen.

Der Vergleich zu den USA hinkt, weil dort eine extreme Ellenbogengesellschaft mit Wildwest-Tradition herrscht.
Tja, wenn der erst vor Gericht steht ist das Opfer aber schon tot - dann bringt die härtere Strafe noch genau was?
Deine Frage wird schon in deinem Zitat von mir beantwortet. Es geht jetzt aber auch nicht nur um diesen Fall.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von andreas »

Jean hat geschrieben: 05 Feb 2026, 15:44
andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 15:22 Tja, wenn der erst vor Gericht steht ist das Opfer aber schon tot - dann bringt die härtere Strafe noch genau was?
Dass der Täter nicht noch mal ein Zugbegleiter umbringt? :roll: Noch weitere Opfer vermeiden? Deine Frage sagt vieles aus!
wieviele Rückfalltäter gibts denn? die meisten sind doch das gleiche wieder jetztige: Keine Vorstrafen, keine Auffälligkeiten. Ob der jetzt 5 Jahre oder 10 Jahre bekommt ist doch egal für die anderen Täter, weil keiner denkt vorher über mögliche Strafen nach bevor er dem eine oder ein paar mehr aufs Maul gibt.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von andreas »

@ gmg: welcher Täter denkt denn vorher an mögliche Strafen? Grad bei solchen Gewalttaten? Ich glaube kaum, daß einer denkt, hey, den hau ich tot, in 5 Jahren bin ich wieder draußen....

das eigentliche Problem und das lösen auch Strafen nichit, woher kommt die Aggression, daß Männer (ja, sind fast immer Männer) so schnell so massiv gewaltätig werden. Das nach härteren Strafen plärren ist das typische konservative Denken, uns interessieren die Gründe nicht, bestrafen, abschrecken, egal wie wenig das wirklich funktioniert - wir haben was so getan als hätten wir was getan - aber die wirklichen Gründe, warum sowas passiert, warum Männer so massiv zuschlagen, woher diese Aggressionen kommen, das kümmert keinen - weil da müßte man vielleicht viele Dinge in Frage stellen, was viele gar nicht wollen....

darum einfach blinder Aktionismus um die AfD und CDU Wähler zufriedenzustellen, noch ein bisschen Links Grün Bashing und man hat genug getan.

Bis der nächste Mann eskaliert und man wieder nach härteren Strafen plärrt - Dominik Brunners Angreifer wurden wegen Mordes verurteilt, wie viel härter kann man sowas noch bestrafen? Und was hats geändert? nichts.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Rohrbacher »

Wie gesagt, es liegt in der Natur von Affekt-Taten, dass über die Folgen für andere (und sich selber!) in dem Moment nicht nachgedacht wird. Hohe Strafen in der Praxis (!) und eine hohe Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, schrecken die meisten vor bewussten Regelübertretungen jeglicher Art ab. Dem Problem, dass manche neben einer fragwürigen Grundeinstellung auch eine sehr kurze Lunte haben und sich dann einfach nicht mehr unter Kontrolle haben, wirst du mit Strafrecht aber nicht beikommen. Und ich sag's auch nochmal: In dem Fall hier ja dürfte keine Tötungsabsicht vorgelegen haben. Es macht's nicht besser, wenn der Zub jetzt "nur" aus Versehen tot ist, aber wenn man gar nicht so weit denkt, dass man gerade wen umbringen könnte, denkt einer dann halt vorher noch weniger über's Strafmaß für ein Tötungsdelikt nach als eh schon.

Deswegen muss man an die viel zitierte Verrohung der Gesellschaft ran, insbesondere des männlichen Teils derselben, wo zumindest einige immer öfter und immer hemmungsloser meinen, Probleme mit Fäusten und Waffen lösen zu können. Dummerweise ist das mal wieder ein sehr komplexes Problem, das sich nicht mit einfachen populistischen Forderungen beheben und in zwei Zeilen beschreiben lassen wird ... Die permanente Vereinfachung und Beschleunigung von Informationen in den asozialen Medien ist ja sogar Teil des Rahmenproblems.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Rohrbacher »

Süddeutsche Zeitung Bahn-Chefin Palla kündigt großen Sicherheitsgipfel an (Paywall)

"Der Zugbegleiter wollte nur Tickets kontrollieren, dann wurde er getötet: Nach dem brutalen Angriff auf Serkan C. fordern Politik, Gewerkschaften und Bahn einen besseren Schutz von Mitarbeitern. Die Frage ist nur: Wie? (...) Drei Tage nach der brutalen Tat richtet sich der Blick auch ins Ausland. In der Schweiz etwa unterhalten die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) eine eigene Polizei, die für die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen zuständig ist. (...) Diese sogenannte Transportpolizei hat mehr Befugnisse als private Sicherheitsdienste. (...) Ein Sprecher der Schweizer Bahn sagte im vergangenen Jahr dem Tages-Anzeiger, es gäbe im Durchschnitt „pro Tag zehn Fälle von verbalen und physischen Aggressionen gegenüber dem Zugpersonal“. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Aber: „Die SBB beobachten, dass Aggressionen gegenüber Mitarbeitenden und unter Reisenden in den letzten Jahren gröber geworden sind.“ 2025 beschloss die Schweizer Regierung, die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen zu erhöhen."

Wir hatten ja bis Silvester 1993, wie gesagt, auch mal eine Bahnpolizei ... *hust*
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von 218 466-1 »

Rohrbacher hat geschrieben: 05 Feb 2026, 18:04 Wir hatten ja bis Silvester 1993, wie gesagt, auch mal eine Bahnpolizei ... *hust*
Gibt es theoretisch immer noch. Ist halt Teil der BuPol geworden, weil ein privates Unternehmen keine eigene Polizei haben kann/darf? Aber dort hat man seither wohl auch gespart.
NJ Transit hat auch eine eigene NJ Transit Police.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Münchner »

andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 16:35 Ob der jetzt 5 Jahre oder 10 Jahre bekommt ist doch egal für die anderen Täter, weil keiner denkt vorher über mögliche Strafen nach bevor er dem eine oder ein paar mehr aufs Maul gibt.
In dem Moment denkt der ganz sicher nicht darüber nach. Der hat aber die Erfahrung gemacht, dass von ihm ausgehende Gewalt bislang faktisch immer toleriert wurde, weil die Strafen aus seiner Sicht Pillepalle waren oder weil das Verhalten toleriert wurde und es nicht einmal eine Strafe gab. Das ist etwas, an dem man schon ansetzen kann.

Viele Täter, die schwere Straftaten begehen, sind "polizeibekannt" und haben nicht selten ein beträchtliches Vorstrafenregister, mit weniger schwerwiegenden Straftaten. Es würde also schon etwas bringen, Dauerkriminelle in einem frühen Stadium ihrer Laufbahn aus dem Verkehr zu ziehen. Der eine oder andere denkt vielleicht auch über sich und sein Leben nach, wenn er mal eine gewisse Zeit gesiebte Luft atmet. So wirklich angenehm soll das nicht sein.

Schon komisch, dass es diese Probleme in früheren Jahren deutlich weniger gab, obwohl es damals auch schon Männer und auch junge Männer gab. Nur die Erklärung mit "Männer sind schuld" kann es also nicht sein.
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von Rohrbacher »

218 466-1 hat geschrieben: 05 Feb 2026, 21:40
Rohrbacher hat geschrieben: 05 Feb 2026, 18:04 Wir hatten ja bis Silvester 1993, wie gesagt, auch mal eine Bahnpolizei ... *hust*
Gibt es theoretisch immer noch. Ist halt Teil der BuPol geworden
Nein. Die Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) hat zwar die Aufgaben der Bahnpolizei de jure übernommen, dennoch befindet sich in keinem Bahnhof und auf keinem Zug noch mit Polizeiaufgaben betrautetes und zumindest ansatzweise dafür ausgebildetes Personal.
218 466-1 hat geschrieben: 05 Feb 2026, 21:40 weil ein privates Unternehmen keine eigene Polizei haben kann/darf?
Natürlich geht das nicht. Aber man hätte ja ersatzweise jedem privatisierten DB-Zugbegleiter 1:1 einen Beamten zur Seite stellen können und vor jedes ESTW-Unterwerk auch, um die bisherigen Befugnisse weiterhin vor Ort zu erhalten ... Hat man natürlich nicht. So reden wir jetzt an einem Tag über den Schutz der kritischen Infrastruktur und am nächsten über die Sicherheit von Personal und Fahrgästen.
Münchner hat geschrieben: 05 Feb 2026, 22:23 Viele Täter, die schwere Straftaten begehen, sind "polizeibekannt" und haben nicht selten ein beträchtliches Vorstrafenregister, mit weniger schwerwiegenden Straftaten. Es würde also schon etwas bringen, Dauerkriminelle in einem frühen Stadium ihrer Laufbahn aus dem Verkehr zu ziehen. Der eine oder andere denkt vielleicht auch über sich und sein Leben nach, wenn er mal eine gewisse Zeit gesiebte Luft atmet. So wirklich angenehm soll das nicht sein.
Was jetzt? Gerade warst du noch gegen Erziehung ...

Und wie stellst du dir das konkret vor? Bei der z.B. dritten Schlägerei folgt dann direkt die lebenslange Sicherheitsverwahrung?
Münchner hat geschrieben: 05 Feb 2026, 22:23Schon komisch, dass es diese Probleme in früheren Jahren deutlich weniger gab, obwohl es damals auch schon Männer und auch junge Männer gab. Nur die Erklärung mit "Männer sind schuld" kann es also nicht sein.
Es sitzt nur eine geringe Zahl an Frauen wegen Gewaltverbrechen ein, in Sicherungsverwahrung gar wohl nur eine einstellige Zahl bzw. unter 3 %. Gewalt hat wohl doch irgendwas mit dem Dasein als Mann zu tun.

Und nein, Gewalt, die explizit auch was mit problematischen Idolen, Vorbildern und Ansichten zu tun hat, gab's "früher" sogar viel breiter. Dass der Anlass aber eine Nichtigkeit wie eine Fahrkartenkontrolle ist oder jemand, der sich nicht zum Tragen einer Coronamaske "erziehen" lassen will, einen jungen Kassierer in einer Tankstelle einfach abknallt wird oder Leute am Boden liegend noch minutenlang totgetreten werden, diese Enthemmung soll eher neu sein. Wenn in meiner Jugend jemand tot auf'm Bahnsteig lag und es bundesweit durch die Medien ging, hatten es Polizisten mit Bankräubern (München, U-Bf Bonner Platz 1995) oder Terroristen (Bf Bad Kleinen, 1993) zu tun und nicht einfach nur ziviles Service-Personal mit Schwarzfahrern oder Maskenverweigerern ...
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Re: Attacken gegen das Personal

Beitrag von gmg »

andreas hat geschrieben: 05 Feb 2026, 16:36 @ gmg: welcher Täter denkt denn vorher an mögliche Strafen? Grad bei solchen Gewalttaten? Ich glaube kaum, daß einer denkt, hey, den hau ich tot, in 5 Jahren bin ich wieder draußen....
Nicht so bewusst und explizit. Aber Gewalttäter leben in gewalttätigen Umfeldern und kriegen schon irgendwie mit ob die anderen Schläger aus ihrem Bekanntenkreis immer noch frei herumlaufen oder nicht. Kurz gesagt, es geht um die Signalwirkung. Und die ist m. E. in Deutschland eher so, dass einem jetzt nicht so viel passiert, wenn man anderen Gewalt antut.
Ein Bereich, in dem Täter aber definitiv an die Strafen denken, sind Sexualmorde. Die waren früher deutlich häufiger.
Münchner hat geschrieben: 05 Feb 2026, 22:23 Schon komisch, dass es diese Probleme in früheren Jahren deutlich weniger gab, obwohl es damals auch schon Männer und auch junge Männer gab. Nur die Erklärung mit "Männer sind schuld" kann es also nicht sein.
Heutzutage gibt es mehr Hass in der Gesellschaft, weil man dank Internet nicht mehr mit Andersdenkenden reden muss. In der eigenen Blase hetzt man lieber gegen die anderen.

Tatsächlich hat Gewalt erst seit wenigen Jahren wieder zugenommen sagt die Kriminalstatistik

Es klingt paradox aber die abnehmende Gewalt der letzten Jahrzehnte kann auch dazu geführt haben, dass die noch vorhandene Gewalt zügelloser wurde, weil keiner mehr die Grenzen lernte.

Und auch wenn es viele nicht hören wollen aber auch die Zuwanderung aus Ländern, in denen gewaltfreie Konfliktlösungen und Meinungsvielfalt keine Rolle spielen, hat einen beträchtlichen Teil dazu geführt, dass es jetzt rauer zugeht.

Nicht zuletzt kriegt man heutzutage aber auch einfach mehr mit als früher, wo der Zugang zu Medien noch begrenzter war.
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