Zug bei Garmisch entgleist

Strecken und Fahrzeuge des Regionalverkehrs (ohne S-Bahn!)
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Kaiser
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von einen_Benutzernamen »

Ich glaube nicht, dass die Stadler KISS der WESTbahn automatisch auch in Deutschland zugelassen waren.
ähm die DB fährt ja mit den alten Stadler Kiss der WB.
ET 415
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von ET 415 »

Das weiß ich. Bei der Erstzulassung (für die WESTbahn) hat aber die österreichische Zulassung sicher nicht automatisch auch für Deutschland gegolten. Das ist ja umgekehrt auch so.
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Kaiser
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von einen_Benutzernamen »

Die WB Züge waren und sind doch in der Schweiz zugelassen?!
Metropolenbahner
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Metropolenbahner »

Der BR berichtet gerade von Schäden am Gleis als Unfallursache, konkret gebrochene Betonschwellen.
Quelle sei ein Bericht an die Bundesregierung, der dem BR vorläge.
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gmg
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von gmg »

Jetzt wäre die Frage, ob die Entgleisung beim Brechen direkt passiert ist oder bei einer nachfolgenden Achse. Oder lag das Gleis vielleicht schon länger mit gebrochener Schwelle da? In dem Fall könnte der Unfallzug auch eine zweite Schwelle brechen lassen haben
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Georg A.
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Georg A. »

Was ich mich da schon immer gefragt habe: Sind die Schwellen reiner Beton oder ist da noch was zur Verstärkung drin, also Armierungsstahl, Gewebe/Gitter, etc?
mapic
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von mapic »

Georg A. hat geschrieben: 01 Jul 2022, 15:18 Was ich mich da schon immer gefragt habe: Sind die Schwellen reiner Beton oder ist da noch was zur Verstärkung drin, also Armierungsstahl, Gewebe/Gitter, etc?
Es handelt sich um Spannbeton. Hier gibts ein Video über die Herstellung von Betonschwellen: https://youtu.be/8yVp4g4Hml8




Hier sieht man übrigens ganz kurz einen sehr deutlichen Schaden an einer Betonschwelle, der bei komplettem Durchbrechen dann einen Verlust der seitlichen Führung der Schiene zur Folge hätte:
https://youtu.be/n2U2jXoAGCU?t=148
Aufgenommen ist das vermutlich in Aßling.
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Lazarus
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Lazarus »

https://www.tz.de/muenchen/region/zugun ... 50274.html

Es wird immer offensichtlicher, das die Bahn anscheinend bewusst mit Menschenleben spielt.
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Mark82216
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Mark82216 »

Lazarus hat geschrieben: 05 Jul 2022, 23:39 https://www.tz.de/muenchen/region/zugun ... 50274.html

Es wird immer offensichtlicher, das die Bahn anscheinend bewusst mit Menschenleben spielt.
"Die Bahn" halte ich für zu pauschal. In dem Artikel ist ja von Mitarbeitern und speziell von den Anlagenverantwortlichen die Rede, die gewarnt haben. Auch diese Personen sind "Die Bahn". Benenne es doch mal richtig, wo der Fisch stinkt: im Management, den BWLern und der Politik. Da ist Menschenleben auch nur eine Kennzahl von vielen.
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gmg
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von gmg »

In Report Mainz gab es einen interessanten Beitrag hierzu.
https://www.ardmediathek.de/video/repor ... zE2ODg0NDI
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Valentin
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Valentin »

GT6M hat geschrieben: 07 Jun 2022, 02:43 Naja dieser 111Dosto-Umlauf fährt meist ja Sandwich an diesem Tag aber nicht sondern der wesentlich leichtere Steuerwagen war vorne. Ich hab jetzt zwar keine Erfahrung im Bereich Farchant/GAP aber wenn ich z.b. aus Weilheim Gleis 1 (ASig 90 km/h) Richtung München oben mitfuhr oder auch vor und nach der Seekurve Starnberg da merkte man das schwanken doch ordentlich (ich denke im Normbereich).
Leider überwacht die DB die Gleislage nicht "live" wie die Zentralbahn. Die besitzt inzwischen auch ohne nächtliche Messfahrten ein täglich aktualisiertes digitales Zustandbild ihres Gleisbaues. Dann würde es sicherlich auch keine plötzlichen Streckenruhen nach jeder Meßfahrt mehr geben.

Einziger Haken an dieser Meßmethode: Derzeit ist kein Kauf möglich (Technik aus RU).
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Stellwerk
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Stellwerk »

Könnte man mit einem simplen Dreiachsensensor nicht wenigstens die gröbsten Gleislagefehler detektieren?
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Kaiser
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von einen_Benutzernamen »

Theoretisch könnte man Daten aus den Zügen für gewisse unregelmässigkeiten aufzuspüren einsetzen. Bereits bei der Herstellerung wäre das möglich aber *hust* die Bahn Betreiber möchten das ja nicht weil es erstmal kostet. Dazu kommt das die Betreiber ja (theoretisch) vom Netzbetreiber unabhängig sind.
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Valentin »

einen_Benutzernamen hat geschrieben: 01 Aug 2022, 15:25 Theoretisch könnte man Daten aus den Zügen für gewisse unregelmässigkeiten aufzuspüren einsetzen. Bereits bei der Herstellerung wäre das möglich aber *hust* die Bahn Betreiber möchten das ja nicht weil es erstmal kostet. Dazu kommt das die Betreiber ja (theoretisch) vom Netzbetreiber unabhängig sind.
Aber wie kalibrierst du Täglich die Meßeinrichtung? Die Räder unterliegen ja einer ungleichmäßigen Abnutzung.

Ein Laser arbeitet dagegen verschleißfrei.
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Rev
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Rev »

Da reicht schon deutlich weniger als Laser selbst an normalen Drehgestelle lassen sich über Sensoren schon viele Infos gewinnen.

So Achtung jetzt kommt das lustige wir haben ja so eine Trennung von Schine und Rollmaterial... Das macht es schwierig...

In einem ICE 2 fährt zum Beispiel eine Track Monitoring Box mit...
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Stellwerk
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Stellwerk »

Da gäbe es eine Menge Lösungen, unabhängig von Radabnutzung und russischen Herstellern, z.B.
https://www.mobility.siemens.com/global ... ement.html
Aber die Geschäftsbereiche mußten ja zerrissen werden. :roll:
mapic
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von mapic »

Die Ermittlungsarbeiten an der Unfallstelle sind wohl abgeschlossen, sodass jetzt die Strecke wieder aufgebaut werden kann:
https://www.merkur.de/lokales/garmisch- ... 15546.html

Die Ermittlungsbehörden müssen da ja wirklich jedes Staubkörnchen umgedreht haben, so lange wie die da jetzt beschäftigt waren.
Man hofft, die Strecke am 13. September wieder freigeben zu können.

Zum Vergleich: Beim Unfall von Eschede, der ebenfalls an einem 3. Juni passiert ist, wurde die Strecke am 9. Juni schon wieder für den Zugverkehr freigegeben, also nicht mal eine Woche später. Und dabei waren dort die Zerstörungen deutlich gravierender und die Bergungsarbeiten und vermutlich auch die Ursachenermittlung um ein vielfaches komplizierter. Mit diesem Vergleich im Hinterkopf wirkt das in Garmisch irgendwie schon sehr peinlich für alle Beteiligten, dass das jetzt wirklich 3-4 Monate dauern muss...
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Lazarus
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von Lazarus »

Also das finde ich jetzt eher nicht, denn im Fall von Eschede wusste man doch recht schnell, was die Unfallursache war. Der gebrochene Radreifen, der den Boden von Wagen 1 durchschlagen hatte, war nicht zu übersehen. In Garmisch war das nicht so. Das musste man erstmal danach suchen. Schon ein kleiner feiner Unterschied. Da war klar, das der Zustand der Strecke eher keine Rolle spielte.
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mapic
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Re: Zug bei Garmisch entgleist

Beitrag von mapic »

Man muss ja an der Unfallstelle nicht die Ermittlungen abschließen. Man muss lediglich alle relevanten Spuren sichern. Die Spurensicherung war in Eschede übrigens am 5. Juni abgeschlossen. Und dort haben sich die Unfallspuren an der Strecke ja sogar über einige Kilometer verteilt. Und so ganz klar war der Hergang am Anfang auch erst mal nicht.

Ich sage ja nicht, dass es nur zwei Tage hätte dauern dürfen. Aber 3 Monate ist schon irgendwie sehr lang. :roll:
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