Südostbayernbahn Sammelthema

Strecken und Fahrzeuge des Regionalverkehrs (ohne S-Bahn!)
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Südostbayer @ 15 Nov 2021, 11:06 hat geschrieben:Das dehnt den Begriff "hybrid" doch etwas... Im Gegensatz zu dieselelektrischen Lokomotiven lässt sich die 218 nicht mal eben in eine E-Lok umbauen, Zugsammelschiene hin oder her.
Schon klar, der Micro-Hybrid im Automobilbau ist auch nur die allerunterste Stufe, bei der schon "irgendwas mit Strom" passiert. ;)
Valentin
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Beitrag von Valentin »

Rohrbacher @ 14 Nov 2021, 17:00 hat geschrieben:Das mit den Briten könnte dran liegen, dass das Inselvolk mit seinem kleinen Lichtraumprofil nicht einfach Vectrons von der Stange kaufen/leasen kann und bei nur 36 Prozent Elektrifizierung plus Wettbewerb auch auf keine Stückzahlen kommt. Der Satz mit den "eigenen" Bahnstromkraftwerken in Deutschland würde ich auch nicht vernachlässigen, z.B. an der Donau. Das ist auch der Vorteil der 16 2/3 Hz, die reinen Bahnstromkraftwerke können nicht mal eben schnell was anderes machen, wenn im "normalen" Netz mit 50 Hz der Preis steigt. Ach und Brexit war auch noch, vielleicht haben die jetzt auch ein paar Bohrinseln zu viel oder müssen den Sprit, der mangelns Lkw-Fahrer nicht an die Tankstellen kommt, jetzt bei der Eisenbahn verfahren, damit die Lager nicht überlaufen. :ph34r:

Dass eine Lok wie die EuroDual in Deutschland aus Kostengründen (!) ohne Not mit Diesel betrieben wird, glaube ich kaum, wenn ich mir den Dieselpreis hierzulande so ansehe. Zumindest letztens war's für den Betreiber rein von der Energie her wohl noch günstiger mit einer 111 zu fahren als mit einem 798. ;)
In GB haben 2 Faktoren den Strompreis extrem stark steigen lassen: Brexit und Energiewende
Brexit verringert die Kooperationsbereitschadr der EU im Bereich Energie
Energiewende hat Europaweit die Strompreise auf das 2 bis 3-fache steigen lassen. Während früher die Preise bei 50-150¤/MWh lagen, liegen sie jetzt oft im Bereich 100-250¤/MWh (und überschreiten im Moment hier in Deutschland gerade wieder die 300¤ Marke). Dabei stammen noch >50% aus Quellen (Atom& Kohle), die zum übernächsten Jahreswechsel zum großen Teil stillgelegt werden sollen.

Der Gasmangel in GB läßt dort die Strompreise im Herbst sogar noch weiter steigen. 100-200¤ Aufschlag auf die jeweiligen Preise in Deutschland waren früher nicht mehr ungewöhnlich. Inzwischen ist liegt der Rekord für den Stundenpreis bei aber schon bei 2500GBP/MWh. Eine garantiert verlustfreie Kalkulation ist da mit Elektrotraktion für Bahnunternehmen nicht mehr möglich. Dieseltraktion ist vielleicht im Druchschnitt etwas teurer , aber ohne die extremen Preisrisiken der Elektrtraktion

Bei der von der Vorsitzenden des Bundes-Umweltausschusses in ihrer Rede versprochenen "angebotsorientierten grundlastfereien Stromversorgung" in Deutschland sind auch in Deutschland vergleichbare Schwankungen zu erwarten. Und Diesel könnte weit günstiger werden als Strom (solange nicht wie gerade in China die vielen Notstrom-Generatoren für Dieselknappheit sorgen).

Gerade macht bei uns diese Scriptidee für einen Spielfilm (Tele5:) die Email-Runde: :lol: :unsure:
ICE bleibt Nachts bei -25 C wegen Stromausfall liegen.....die Kälte kriecht in die Wagons...... der Stromausfall dauert drei Tage........eine 98jährige Stalingradkämpfer erzählt wie es damals war........ ein ExDDR-Bürger aus Erfurt erzählt vom totalen Stromausfall im Winter 1978/1979. Suhl, Gera und Erfurt wurden vollständig von der Stromversorgung abgetrennt ; mit voller Absicht.
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Beitrag von 146225 »

Und am Ende erscheint der große (AfD-)Führer, dreht die Zeit zurück auf anno dunnemals und eine glückliche Volksgemeinschaft tanzt in der Sonne? :ph34r:

...

Ja, elektrische Energie wird im Preis steigen. Blöderweise kann "nichts tun" auch horrende Folgekosten haben, aber die sieht man halt nicht jetzt auf der Stromrechnung, sondern erst dann wenn es viel zu spät ist.

Oh, und ich wäre wirklich für eine Registrierungspflicht für Atomkraft-Befürworter: die Endlager-Frage für all den Atommüll ist ja noch immer offen, also halt in "haushaltsüblichen Mengen" bunkern bei denen, die das schon immer "die sicherste und sauberste Energie" fanden. Vorzeitiges Ableben an Krebs bewahrt wenigstens vor zu hohen Stromrechnungen im Alter.


Und damit wir nicht völlig vom Thema des Threads abkommen: auch die Baureihe 159 kann nur eine - wenigstens moderne - Übergangslösung für die Südostbauernbahn sein, die relevanten Strecken in deren Netz nicht schon längst elektrifiziert zu haben ist ein weiteres Versagen deutscher Verkehrspolitik.
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Balduin
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Beitrag von Balduin »

Rohrbacher @ 14 Nov 2021, 17:00 hat geschrieben: Das mit den Briten könnte dran liegen, dass das Inselvolk mit seinem kleinen Lichtraumprofil nicht einfach Vectrons von der Stange kaufen/leasen kann und bei nur 36 Prozent Elektrifizierung plus Wettbewerb auch auf keine Stückzahlen kommt.
Halbwegs von der Stange könnte man wohl von Stadler aus der Euro Dual Familie kaufen, Class 88 und Class 93
Aber halt eher zu Apothekenpreisen, im Gegensatz zur 08/15-Vectron.

Größere Elektrifizierungen sind zwar angekündigt in GB, und die Class 90 werden auch alt. Also ein Markt ist da. Aber wenn dank Privatisierung (Grüße an Grüne /FDP) jeder Betreiber für sich alleine stirbt, kommt natürlich kein Großauftrag zu Stande, für den ein Hersteller bereit wäre auch mal die Kosten zu senken...
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

218 466-1 @ 15 Nov 2021, 15:26 hat geschrieben: Vom Prinzip her war das schon gleich - besonders bei der 217 mit dem Heizdieslmotor der nur dazu da war, Strom zu produzieren und bei GZ konnte die Leistung zur Verstärkung der Zugkraft verwendet werden.
245/246 fahren ja genau wie eine 146 - nur das der Strom mit Diesel produziert wird, statt ihn aus der Fahrleitung zu bezeihen.
Nein, bei Lokomotiven mit dieselhydraulischer Kraftübertragung besteht genau hier (Kraftübertragung) ein wesentlicher prinzipieller Unterschied zu dieselelektrischen Lokomotiven. Insofern ist auch eine 217 trotz ihrer extra "Lichtmaschine" wesentlich weiter von einer E-Lok entfernt als die 245/246 oder andere dieselelektrische Typen.

Apropos, auch OT, gab es derartige Umbauten dieselelektrischer Lokomotiven zu elektrischen Lokomotiven eigentlich jemals irgendwo in größerem Umfang? Die griechische Baureihe 220 (die, nicht die 221) ist dafür vorbereitet, aber sonst?
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 16 Nov 2021, 06:55 hat geschrieben:auch die Baureihe 159 kann nur eine - wenigstens moderne - Übergangslösung für die Südostbauernbahn sein
DB Cargo! Und wow, echt kreativ, die witzige kleine Beleidigung zwischendurch. Aber du hast bestimmt nur eine US-Tastatur und viel zu fette Finger.
146225 @ 16 Nov 2021, 06:55 hat geschrieben:die relevanten Strecken in deren Netz nicht schon längst elektrifiziert zu haben ist ein weiteres Versagen
der Bahnreform. Nichts anderes. Was kostet Diesel in diesen Mengen auf 30 Jahre, was kosten die EuroDuals, was kosten die alten Dieselloks? Aber es ist halt so gestrig, wenn man Kosten von Fahrzeugen mit Kosten von Infrastruktur gegenrechnet. Da kann man halt nix überhaupt nix machen, dass es der Politik in solchen Fällen vielleicht gar nicht erst bedürfe, um eine Elektrifizierung einfach mal umzusetzen, weil es die wirtschaftlichste Lösung ist ... Es wäre auch für den Wettbewerb irgendwie unfair und der ist ja bekanntlich das höchste Gut.
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Beitrag von 146225 »

Ja sicher, die olle Bundesbahn hat anno dunnemals alles elektrifiziert was sich auch nur annähernd als sinnvoll dargestellt hat und war in diesen Entscheidungen auch völlig frei von jeglichem politischen Einfluss. So gesehen muss es sich also um ein bedauerliches Versehen der seinerzeitigen BD München handeln, dass rund um Mühldorf nicht schon seit Jahrzehnten überall der Fahrdraht hängt. :ph34r:
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Beitrag von Rohrbacher »

146225 @ 17 Nov 2021, 06:26 hat geschrieben:Ja sicher, die olle Bundesbahn hat anno dunnemals alles elektrifiziert was sich auch nur annähernd als sinnvoll dargestellt hat und war in diesen Entscheidungen auch völlig frei von jeglichem politischen Einfluss. So gesehen muss es sich also um ein bedauerliches Versehen der seinerzeitigen BD München handeln, dass rund um Mühldorf nicht schon seit Jahrzehnten überall der Fahrdraht hängt.  :ph34r:
Du immer mit deinen ollen Kamellen. Du kannst dir das nicht vorstellen, aber bei den Mitteln die vorgegebenen Ziele zu erreichen, war die DB, nicht nur bei dem, was du für Gruselgeschichten kennst, relativ frei. Infrastruktur und Betrieb waren nicht getrennt. Dass wir fast drei Jahrzehnte nach Auflösung deiner ollen Bundesbahn und nach mindestens drei Jahrzehnten mit veränderten Voraussetzungen immer noch über Diesel reden, ist aber sicher kein Fehler der Bundesbahn oder der ersten Regierung Kohl mehr. Da ist zwischenzeitlich was anderes passiert ...
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218 466-1
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 16 Nov 2021, 23:26 hat geschrieben:Ja sicher, die olle Bundesbahn hat anno dunnemals alles elektrifiziert was sich auch nur annähernd als sinnvoll dargestellt hat und war in diesen Entscheidungen auch völlig frei von jeglichem politischen Einfluss. So gesehen muss es sich also um ein bedauerliches Versehen der seinerzeitigen BD München handeln, dass rund um Mühldorf nicht schon seit Jahrzehnten überall der Fahrdraht hängt.  :ph34r:
Also zu Zeiten der Bundesbahn wurden deutich mehr Km elektrifizert, als zu Zeiten der DB AG - auch im Schnitt Km pro Jahr.
Keine Alternative zum Transrapid MUC
[img]https://abload.de/img/tr09sdtu1f.jpg[/img]
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Rohrbacher @ 17 Nov 2021, 14:26 hat geschrieben:Du immer mit deinen ollen Kamellen. Du kannst dir das nicht vorstellen, aber bei den Mitteln die vorgegebenen Ziele zu erreichen, war die DB, nicht nur bei dem, was du für Gruselgeschichten kennst, relativ frei.
Mit der folgerichtigen Prämisse, dass Mittel und Ziele vorgegeben waren.

Denn...
218 466-1 @ 17 Nov 2021, 19:43 hat geschrieben: Also zu Zeiten der Bundesbahn wurden deutich mehr Km elektrifizert, als zu Zeiten der DB AG - auch im Schnitt Km pro Jahr.
... galt im Bundesbahnland (Westdeutschland) nach Abschluss der Emslandelektrifizierung 1980 nicht mehr. Bis zu den Schnellfahrstrecken 1988 (Fulda-Würzburg) bzw. 1990/91 (Hannover-Fulda, Stuttgart-Mannheim) waren die Elektrifizierungsprojekte dünn gesät.

Und um konkret auf das Thema zurückzukommen: Ob nun Ausbau und Elektrifizierung im "Linienstern Mühldorf" von der Bundesbahn nicht durchgeführt werden (konnten) oder von der DB AG nicht durchgeführt werden (konnten), ist im Ergebnis eine relativ gleich...
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Südostbayer @ 17 Nov 2021, 21:07 hat geschrieben:Mit der folgerichtigen Prämisse, dass Mittel und Ziele vorgegeben waren.
Und ein von der Bundesregierung Schmidt eingeführtes Ziel war 1980 (Zweite Ölkrise, schlechte Konjunktur) der berüchtigte Sparkurs Anfang der 80er, entsprechend schlagartig endeten paradoxerweise die Elektrifizierungen, die Beschaffung u.a. der gerade in Bau befindlichen 628.1 oder neuer Regionalzugwagen wurde doch wieder abgeblasen, Personal wurde abgebaut und es kam zu einer weiteren Welle an Angebotsumstellungen. Seit Sommer 1977 war tatsächlich in ganz Bayern nix mehr in die Richtung passiert, als das mit Wirkung ab 1981 wieder losging.

Die Sommerzeit war wie der IC79 (letztlich auch eine Sparmaßnahme, um das IC-Netz besser auszulasten und Zugfahrten zu sparen) noch eine Folge der ersten Ölkrise, auch wenn die Einführung fast in die gleiche Zeit fiel. ;)
Südostbayer @ 17 Nov 2021, 21:07 hat geschrieben:Ob nun Ausbau und Elektrifizierung im "Linienstern Mühldorf" von der Bundesbahn nicht durchgeführt werden (konnten) oder von der DB AG nicht durchgeführt werden (konnten), ist im Ergebnis eine relativ gleich...
Das Ergebnis ist sicherlich das gleiche. In der Art und Weise ist es aber schon ein Unterschied, ob ich mit einer dezimierten unterklassigen Mannschaft 0:0 spiele oder mit der millionenteuren Bestbesetzung des FC Bayern gegen den gleichen Gegner. Wobei der Vergleich schon deswegen hinkt, weil sagen wir mal 1985 eine Elektrifizierung weniger Not tat, weil man weniger Züge mit teils fast neuen Dieselloks fahren konnte, als über 30 Jahre und eine tolle Bahnreform später, wo die gleichen Loks jetzt aus dem letzten Loch pfeifen und sehr viel mehr Verkehr stattfindet bzw. stattfinden soll und die Bahn die Welt retten soll statt anno 1985 politisch nur ein Klotz am Bein war. Wenn jemand 1950, 1985 oder 2020 mechanische Stellwerke von 1900 betreibt ist das auch ohne die Hintergründe jeweils schon was anderes.
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Rohrbacher @ 17 Nov 2021, 21:01 hat geschrieben:In der Art und Weise ist es aber schon ein Unterschied, ob ich mit einer dezimierten unterklassigen Mannschaft 0:0 spiele oder mit der millionenteuren Bestbesetzung des FC Bayern gegen den gleichen Gegner..
Ich bin mir ehrlich nicht sicher, in welche Kategorie Du nun Bundesbahn bzw. DB AG steckst.

Rohrbacher @ 17 Nov 2021, 21:01 hat geschrieben:Wobei der Vergleich schon deswegen hinkt, weil sagen wir mal 1985 eine Elektrifizierung weniger Not tat, weil man weniger Züge mit teils fast neuen Dieselloks fahren konnte, als über 30 Jahre und eine tolle Bahnreform später, wo die gleichen Loks jetzt aus dem letzten Loch pfeifen und sehr viel mehr Verkehr stattfindet bzw. stattfinden soll
Wir sind uns einig, dass es frustrierend ist, wenn 40 Jahre nichts passiert.

Das Argument der "teils fast neuen Dieselloks" zu Bundesbahnzeiten ist allerdings schon insofern irrelevant, weil wir auch in dem Fall aktuell die gleiche Situation haben. Von den paar verbliebenen 218 abgesehen, sind die aktuell verwendeten Dieselloks maximal Baujahr 2008 - und der Auslöser der Unterhaltung war schließlich die Ankündigung, nochmals neue (auch-)Diesellokomotiven zu beschaffen.

Entscheidend bleibt, um die Formulierung aufzugreifen, die Vorgabe von Mitteln und Zielen. Nun wird immerhin konkret geplant, aber über 35 Jahre ohne nennenswerte Aktivität lassen sich natürlich nicht rückgängig machen.
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Bei der Ausschreibung der Netzes Linienstern Mühldorf 2025+ liegt inzwischen der Prüfbericht Rollmaterial vor: https://beg.bahnland-bayern.de/files/media/...rial-lsm_25.pdf
Nur für die Brennstofffahrzeuge sind Neufahrzeuge vorgesehen (da gibt es ja noch keine Gebrauchtfahrzeuge):
Höchstalter der Fahrzeuge
- Brennstoffzellenfahrzeuge: Neufahrzeuge zwingend vorzusehen
- Lokomotiven: 1975
- sonstige Fahrzeuge: 1994 (Mühldorf - München, Landshut - Bogen), 1998 (übrige Linien)
. ..
Eine denkbare Fahrzeugflotte (BS 1) sähe hinsichtlich der Mindestkapazitäten wie folgt aus:
- 12 HEMU (2-teilig, ca. 150 Sitzplätze 2. Klasse)
- 6 DMU (2-teilig, ca. 130 Sitzplätze 2. Klasse)
- 9 DMU (1-teilig, ca. 70 Sitzplätze 2. Klasse)
- 29 DMU (2-teilig, ca. 100 Sitzplätze 2. Klasse)
- diverse Lok-Wagen-Züge unterschiedlicher Kompositionen und Sitzplatzanzahlen (16 Diesellokomotiven und 75 Doppelstockmittel-/steuerwagen)
Interssant ist, dass die BEG davon ausgeht, dass sowohl bei den Gebraucht- als auch bei den Neufahrzeugen am Markt nicht genug Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Dennoch wird die BEG keine Massnahmen ergreifen:
Ein effektiver und diskriminierungsfreier Zugang zu geeignetem Rollmaterial ist nicht vollständig gewährleistet. Ein solcher Zugang ließe sich daher allenfalls durch Maßnahmen der Auftraggeber .. . gewährleisten. Gleichwohl wird von einer Ergreifung angemessener Maßnahmen zur Gewährleistung eines effektiven und diskriminierungsfreien Zugangs zu geeignetem Rollmaterial .. . abgesehen. Auch durch eine derartige Maßnahme wäre geeignetes Rollmaterial in Form von Neufahrzeugen voraussichtlich nicht bis
zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme im Dezember 2024 verfügbar.
Meine Interpretation: Es bleibt wohl dabei, dass die Südostbayernbahn weiterhin dieses Netz bedient: entweder verschiebt man den Start des Wettbewerbsprojekts oder man erteilt weiterhin der Südostbayernbahn den Zuschlag.
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Südostbayernbahn hat geschrieben:Eine Entgleisung von Güterwagen im Bahnhof Mühldorf (am Nachmittag des Donnerstags, 13. Januar; Anm. d. Red ;) ) führte zu Schäden an der Infrastruktur. Dies ruft aktuell Einschränkungen im Streckennetz der Südostbayernbahn hervor.

Zwischen Mühldorf und München fallen am Freitag, 14.01.2022 folgende Züge aus:
RB 27012 Mühldorf ab 4:56 Uhr- München Hbf an 6:14 Uhr/RB 27007 Dorfen ab 5:42 Uhr-Mühldorf an 6:13 Uhr/RB 27016 Mühldorf ab 5:58 Uhr-München Ost an 7:02 Uhr/RE 27002 Mühldorf ab 6:37 Uhr- München Hbf an 7:34 Uhr/RB 27024 Mühldorf ab 6:56 Uhr - München Ost an 8:03 Uhr/RB 27038 Mühldorf ab 11:38 Uhr - München Hbf an 12:54 Uhr/RB 27035 München Hbf ab 14:27 Uhr - Mühldorf an 15:35 Uhr/RB 27021 München Ost ab 8:16 Uhr - Mühldorf an 9:19 Uhr/ RB 27037 München Ost ab 14:54 Uhr - Mühldorf an 15:53 Uhr/RB 27034 Mühldorf ab 9:37 Uhr - München Hbf an 10:55 Uhr/RE 27004 Mühldorf ab 7:32 Uhr - München Hbf an 8:35 Uhr/RB 27045 München Ost ab 16:19 Uhr - Mühldorf an 17:23 Uhr/RB 27052 Mühldorf ab 17:37 Uhr - München Hbf an 18:55 Uhr/RB 27051 München Hbf ab 17:06 Uhr - Mühldorf an 18:20 Uhr/RB 27063 München Hbf ab 19:48 Uhr - Mühldorf an 21:02 Uhr /RB 27057 München Hbf ab 18:07 Uhr - Mühldorf an 19:19 Uhr/RB 27055 München Hbf ab 17:46 Uhr - Mühldorf an 18:57 Uhr
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Beitrag von Südostbayer »

Die drei im Bahnhof Mühldorf entgleisten Güterwagen verursachen weiterhin Beeinträchtigungen bis mindestens Dienstag, 18. Januar. Mühldorf-Rosenheim ist auf Zweistundentakt geschwächt, zwischen Mühldorf und München fallen vor allem die Verstärker zu den Hauptverkehrszeiten, aber auch ein paar Taktzüge aus.

Ein eher unspektakuläres Foto der Wieder-Eingleisung gibt's hier: https://www.ovb-online.de/muehldorf/muehldo...n-91237167.html
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Offensichtlich wird der Wasserstoffbetrieb bei den 2 Strecken der Südostbayernbahn nicht wie geplant im Dezember 2024, sondern erst im Dezember 2025 starten.

Ausschreibung der DB Regio für 16 Wasserstofffahrzeuge vom 10.5.2021: https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:24...L&src=0&tabId=0
Gegenstand der Vergabe ist ein Auftrag über die Entwicklung, Herstellung, Inbetriebsetzung und Lieferung von bis zu 16 neuen, den anerkannten Regeln der Technik entsprechenden, funktionsfähigen, betriebsbereiten, komplett ausgestatteten, komfortablen und wirtschaftlich einsetzbaren Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb einschließlich von Ersatzteilen für Verkehre der Verkehrsausschreibung Linienstern Mühldorf (Ausschreibung Linienstern Mühldorf 2025+).

Optional sollen bis zu maximal 16 weitere Fahrzeuge abrufbar sein für die benannte Verkehrsausschreibung sowie ggf. auch für weitere Verkehrsausschreibungen, bei denen Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb angeboten werden können.

Die vom Auftragnehmer zu erbringenden Lieferungen und Leistungen (einschließlich ggf. dazugehörige Dienstleistungen) sind in den weiteren Vergabeunterlagen beschrieben.

Darüber hinaus kann der Auftraggeber die Erbringung begleitender Leistungen wie zum Beispiel Instandhaltungsleistungen beim Auftragnehmer beauftragen.

Der Auftraggeber ermöglicht den Bietern, ein vom Auftraggeber vorgegebenes Finanzierungsmodell in Anspruch zu nehmen.

Die voraussichtliche Inbetriebnahme des Netzes Linienstern Mühldorf (LSM) ist für Dezember 2024 geplant.

Der Aufgabenträger Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) ist berechtigt, die Betriebsaufnahme der Verkehrsleistungen, welche auf den Strecken Passau – Mühldorf und Mühldorf – Burghausen unter Nutzung von Gegenstand der Vergabe ist ein Auftrag über die Entwicklung, Herstellung, Inbetriebsetzung und Lieferung von bis zu 16 neuen, den anerkannten Regeln der Technik entsprechenden, funktionsfähigen, betriebsbereiten, komplett ausgestatteten, komfortablen und wirtschaftlich einsetzbaren Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb einschließlich von Ersatzteilen für Verkehre der Verkehrsausschreibung Linienstern Mühldorf (Ausschreibung Linienstern Mühldorf 2025+).

Optional sollen bis zu maximal 16 weitere Fahrzeuge abrufbar sein für die benannte Verkehrsausschreibung sowie ggf. auch für weitere Verkehrsausschreibungen, bei denen Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb angeboten werden können.

Die vom Auftragnehmer zu erbringenden Lieferungen und Leistungen (einschließlich ggf. dazugehörige Dienstleistungen) sind in den weiteren Vergabeunterlagen beschrieben.

Darüber hinaus kann der Auftraggeber die Erbringung begleitender Leistungen wie zum Beispiel Instandhaltungsleistungen beim Auftragnehmer beauftragen.

Der Auftraggeber ermöglicht den Bietern, ein vom Auftraggeber vorgegebenes Finanzierungsmodell in Anspruch zu nehmen.

Die voraussichtliche Inbetriebnahme des Netzes Linienstern Mühldorf (LSM) ist für Dezember 2024 geplant.

Der Aufgabenträger Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) ist berechtigt, die Betriebsaufnahme der Verkehrsleistungen, welche auf den Strecken Passau – Mühldorf und Mühldorf – Burghausen unter Nutzung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb zu erbringen sind, auf Wunsch des Auftraggebers vom 15.12.2024 auf den 14.12.2025 zu verschieben.
...
Laufzeit des Vertrags, der Rahmenvereinbarung oder des dynamischen Beschaffungssystems
Beginn: 01/01/2022
Ende: 31/12/2028
Dieser Auftrag kann verlängert werden: ja
Beschreibung der Verlängerungen: Ggf. optionale Bestellung von weiteren Fahrzeugen auch über die Vertragslaufzeit hinaus.
Ursprünglich war sogar von einer Verschiebung des Brennstoffeinsatzes bis Dez. 2033 die Rede, das wurde jedoch angepasst:
Anstatt:
Zu Ziffer II.2.4) und Ziffer II.2.7):
Der Auftraggeber ist berechtigt, die Betriebsaufnahme der Verkehrsleistungen, welche auf den Strecken Passau - Mühldorf und Mühldorf - Burghausen unter Nutzung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb zu erbringen sind, auf Wunsch des Verkehrsunternehmens auf den 10.12.2033 zu verschieben.
...
muss es heißen:
Zu Ziffer II.2.4) und Ziffer II.2.7):
Der Auftraggeber ist berechtigt, die Betriebsaufnahme der Verkehrsleistungen, welche auf den Strecken Passau - Mühldorf und Mühldorf - Burghausen unter Nutzung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb zu erbringen sind, auf Wunsch des Verkehrsunternehmens auf den 14.12.2025 zu verschieben.
Siehe Änderung der Ausschreibung der BEG vom 5.2.21: https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:70...T:DE:HTML&src=0

Mal schauen, ob's wirklich dabei bleibt.
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ralf.wiedenmann
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Ausschreibung Linienstern Mühldorf 2025+ ruht: DB zieht vorgesehene Wasserstofftankstelle zurück

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Die BEG sah bei der Ausschreibung des Liniensterns Mühldorf (Dez. 24 – Dez. 32) für die Linien RB 46 Passau-Mühldorf und RB 42 Burghausen-Mühldorf Brennstoffzüge vor: Siehe: beg.bahnland-bayern.de/de/wettbewerb/vergabeverfahren
Die DB Energie GmbH hat deshalb am 10.6.2021 die „Lieferung von Wasserstoff per LKW nach Mühldorf/Inn“ ausgeschrieben. Damit sollte in Mühldorf die Wasserstofftankstelle beliefert werden. Der Vertrag sollte von von Dez. 24 – Dez. 28 laufen mit der Option einer 4-jährigen Verlängerung. Siehe: ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:300755-2021:TEXT:DE:HTML
Am 10.2.2022 wurde bekannt, dass der Auftrag nicht vergeben wurde, und das Verfahren eingestellt wurde: Siehe: ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:83117-2022:TEXT:DE:HTML&src=0
Grund für die Einstellung des Verfahrens: „Der Aufgabenträger Bayrische Eisenbahngesellschaft mbH hat mit Schreiben vom 31.01.2022 angeordnet, dass das zugrundeliegende Vergabeverfahren „Linienstern Mühldorf 2025+“ auf unbestimmte Zeit ruht“.
Kommuniziert hat die BEG allerdings nichts, nur über die Ausschreibungen und Änderung von Ausschreibungen kann man das erfahren. Offensichtlich ist die Wasserstofftechnik doch noch nicht so ausgereift. Warten wir auf weitere Meldungen zu diesem Thema (von BEG oder DB).
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Mark82216
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Re: Ausschreibung Linienstern Mühldorf 2025+ ruht: DB zieht vorgesehene Wasserstofftankstelle zurück

Beitrag von Mark82216 »

ralf.wiedenmann hat geschrieben: 21 Mär 2022, 17:51 Die DB Energie GmbH hat deshalb am 10.6.2021 die „Lieferung von Wasserstoff per LKW nach Mühldorf/Inn“ ausgeschrieben. Damit sollte in Mühldorf die Wasserstofftankstelle beliefert werden.
Wenn man in Mühldorf/Inn doch nur einen Schienenanschluss hätte, um den Wasserstoff per Schiene dorthin zu bringen :roll:
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Rohrbacher
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von Rohrbacher »

ralf.wiedenmann hat geschrieben: 21 Mär 2022, 17:51 Offensichtlich ist die Wasserstofftechnik doch noch nicht so ausgereift. Warten wir auf weitere Meldungen zu diesem Thema (von BEG oder DB).
Oder es hängt mit der Verzögerung beim Ausbau München - Mühldorf - Freilassing zusammen, dass jetzt auch der SPNV erstmal neue Zeitpläne braucht oder im Rahmen des bremsenden (!) Maßnahmenbeschleunigungsgesetzes noch mehr Änderungen eintreten, die dann ebenfalls geänderte SPNV-Ausschreibungen nach sich ziehen könnten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wenn jetzt mit der neuen Regierung plötzlich anderswo Projekte schneller gehen, dass dann z.B. (fiktives Beispiel) absehbar wird, dass unerwartet VT übrig sind, die unter denen Rahmenbedingungen im Mühldorfer Netz verwursten kann. Oder das mit'm Wasserstoff auf der Schiene ist grad mal wieder tot, weil die neue Regierung das Zeug für was sinnvolleres einplant ... Da kann man viel spekulieren. ;)

Dass sich durch den Krieg energiepolitisch allerhand verschiebt, konnten die aber im Januar vermutlich noch nicht riechen. Auf jeden Fall zeigt sich aus meiner Sicht aber wieder ein Nachteil der behäbigen und unflexiblen Ausschreibungen, weil irgendwelche geänderten Tatsachen jetzt erstmal Ausschreibungsbürokratie nach sich ziehen statt dass man direkt "inhouse" in die geänderte Umsetzung gehen könnte.
bierbank
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von bierbank »

Der Linienstern Mühldorf wird noch mal neu ausgeschrieben. Diesmal mit Wasserstoffzügen nur noch nach Burghausen und keine Einschränkung und keine Vorgaben für Gebrauchtfahrzeuge. Gute Aussichten ...

https://beg.bahnland-bayern.de/de/wettb ... 3%BChldorf
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von 146225 »

Attraktiver SPNV im ländlichen Bayern...
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von 218 466-1 »

Die BEG macht weiterhin den Fehler, den EVU die Wahl der Fahrzeuge zu überlassen, statt wie die meisten anderen Besteller, diese inzwischen selbst zu organisieren incl. Instandhaltung und nur noch einen Betreiber dafür auszuschreiben.
Für nur zwei Strecken waren 10 Wasserstoffzüge geplant und der Rest sollte mit Gebrauchtfahrzeugen bedient werden, ohne dass das Netz in Lose aufgeteilt wurde! Für die Gäubodenbahn wurde sogar explizit VT 628 als einziges mögliches Fahrzeug genannt, was ein handicap für alle anderen EVU ausser der dem Platzhirsch SOBB ist. Also wer neue Wasserstoffzüge anbietet, musste auch über Gebrauchtfahrzeuge und mindestens einen 628 verfügen.
Damit fällt man jetzt auf die Nase weil ausser der SOBB wohl niemand Interesse (und überhaupt Möglichkeiten) hatte und die BEG diesem Monopolisten mit dessen geforderten Preisen ausgeliefert ist.
Dort wo die Besteller wie LNVG bzw. RMV-Tochtergesellschaft Fahma die Wasserstoffzüge selbst beschafft haben, waren diese jedenfalls nicht zu teuer und gehen heuer in Betrieb: https://h2-mobility.de/news/2387/
Die BEG geht dafür jetzt vor der SOBB auf die Knie und lässt eben den Status Quo einfach mal beibehalten und gibt noch grosszügig sechs Jahre Diesel-Laufzeitverlängerung oben drauf. :lol:
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von ralf.wiedenmann »

bierbank hat geschrieben: 13 Mai 2022, 15:11 Der Linienstern Mühldorf wird noch mal neu ausgeschrieben. Diesmal mit Wasserstoffzügen nur noch nach Burghausen und keine Einschränkung und keine Vorgaben für Gebrauchtfahrzeuge. Gute Aussichten ...

https://beg.bahnland-bayern.de/de/wettb ... 3%BChldorf
Nicht mal für Mühldorf-Burghausen sind in jedem Fall Wasserstoffzüge vorgesehen:
[Es ist vorgesehen, dass diejenigen Unternehmen, die nach Abschluss des Teilnahmewettbewerbs (siehe hierzu unter VI.3) zur Abgabe eines Angebots aufgefordert werden, zunächst im Rahmen eines indikativen Angebots für die folgenden Varianten hinsichtlich des Fahrzeugeinsatzes jeweils ein Angebot zu unterbreiten haben:
a) Einsatz von nicht barrierefreien Dieselfahrzeugen und kein Einsatz von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb b) Einsatz von nicht barrierefreien Dieselfahrzeugen und Einsatz von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb auf der Linie RB 42 Mühldorf - Burghausen c) Einsatz von barrierefreien Dieselfahrzeugen und kein Einsatz von Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb d) Einsatz von barrierefreien Dieselfahrzeugen und Einsatz von Neufahrzeugen mit Brenn-stoffzellenantrieb auf der Linie RB 42 Mühldorf - Burghausen.
Es ist beabsichtigt, dass auf der Grundlage des indikativen Angebots Verhandlungen mit dem Bieter über die endgültige Festlegung der Anforderungen an die einzusetzenden Fahrzeuge geführt werden. Im Ergebnis dieser Verhandlungen wird sodann durch den Auftraggeber eine Variante bestimmt, die für die Abgabe des endgültigen Angebots zu Grunde zu legen sein wird./quote]
Siehe Ausschreibung vom 13.5.22: https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTIC ... =0&tabId=0
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von Iarn »

Ganz ehrlich das mit den Wasserstoffzügen war eine Idee, die mittlerweile von der Realität überholt wurde. Man hatte in Burghausen Wasserstoff übrig und wollte damit super innovativ sein.
Im Endeffekt wird es den Verantwortlichen aber schon dämmern, dass das eine Totgeburt ist, nachdem so gut wie alle anderen mittlerweile auf Batterien setzen.
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von Jean »

Iarn hat geschrieben: 16 Mai 2022, 09:51 Ganz ehrlich das mit den Wasserstoffzügen war eine Idee, die mittlerweile von der Realität überholt wurde. Man hatte in Burghausen Wasserstoff übrig und wollte damit super innovativ sein.
Im Endeffekt wird es den Verantwortlichen aber schon dämmern, dass das eine Totgeburt ist, nachdem so gut wie alle anderen mittlerweile auf Batterien setzen.
Ob Wasserstoff wirklich die Zukunft ist wage ich auch sehr zu bezweifeln...was ist eigentlich mit Biogas? Am sinnvollsten ist es natürlich eine Oberleitung zu bauen...
Danke für das Forum

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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von mtg »

Als Einheimischen nervt mich das ganz ungemein. Man bekommt wirklich das Gefühl, die Region steht auf der Prioritätenliste ganz unten. Ausbau....verschoben, Fahrzeugausschreibung.....natürlich wieder Alteisen, Qualität des EVU.....stetig sinkend....
Ich war tatsächlich mal Fan der SOB, als die sich noch als innovativer und sympathischer Betrieb vor Ort präsentierte. Was ist daraus geworden? Nur mal ein paar Beispiele: Fahrzeuge runtergerockt, besonders die 628, nicht ausschreibungskonformer Einsatz (immer wieder nicht redesignte 628 ohne FIS in inakzeptablem Zustand usw. Sonderfahrten als Werbung und Sympathieträger auch nicht mehr existent. Sehr schade die Entwicklung.
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von 146225 »

Naja, sollte es so kommen dass die BEG das wieder mit 628 vergibt, könnte Mühldorf die "Alt-VT-Senke" der Republik werden. Alles, was anderswo im DB-Land durch BEMU oder Elektrifizierung abgelöst wird und noch Restfristen hat, könnte dort landen, v.a. 642, 648, 650. Kann die DB dann als "neue" Fahrzeuge anpreisen in der Kundenkommunikation.

Was dann auch wieder deutlich zeigt, welchen Stellenwert der SPNV in der politischen (CSU-)Denke des Freistaats hat.
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von Rohrbacher »

mtg hat geschrieben: 16 Mai 2022, 17:36 Fahrzeugausschreibung..... (...) Qualität des EVU.....stetig sinkend.... (...) Was ist daraus geworden? Nur mal ein paar Beispiele: Fahrzeuge runtergerockt, besonders die 628, nicht ausschreibungskonformer Einsatz (immer wieder nicht redesignte 628 ohne FIS in inakzeptablem Zustand usw. Sonderfahrten als Werbung und Sympathieträger auch nicht mehr existent. Sehr schade die Entwicklung.
Es könnte wie überall ein Zusammenhang mit dem ersten zitierten Wort bestehen. Man muss sich das alles leisten können, die Spielräume werden mit jeder Ausschreibungsrunde kleiner. Du kannst auch die BOB nehmen, die einst zu Recht als Musterbeispiel in alle Himmel gelobt wurde, aber mittlerweile merkt man überall die Ausschreibungseffekte.

Ich meine, nach Ingolstadt fahren heute auch entweder die durch technischen Overkill, zu wenig Zeit und zu wenig Geld fragwürdigen Ausschreibungsmöhren, wo ich langsam 6 (!) Jahre nach dem Baujahr, das außen draufsteht, der einzige bin, der sie zumindest noch ein bisschen gegen Kritik verteidigt, immer öfter aber auch gar nix, Alibibusse oder eben was an fast 50-jährigen 111 mit teils Dosto93 noch aufzubieten ist. Letztens habe ich mit einem Bahner gesprochen, der überlegt abzuwandern, weil man so einfach nicht arbeiten kann. Individuell verständlich, aber insgesamt blöd, dass sowas das Problem hat noch vergrößert, wenn nicht im Gegenzug genervte Leute von woanders mangelns Alternative zuwandern. Die Eisenbahn ist halt doch irgendwie ein Monopol geblieben, nur dass heute versucht wird, überall das maximale rauszupressen.

Bis zur irgendwann stattfindenden Elektrifizierung einfach nix zu machen, könnte für die SOB echt das einfachste und beste sein. Aber wahrscheinlich wird, auch wenn sich auf den ersten Blick nix ändert und 628 und 218/245 weiterfahren, die effektive Kostenstruktur nur wieder noch prekärer werden. Vielleicht muss die BEG eine Kostensteigerung von 5 oder gar 10% hinnehmen und wird sagen, die SOB kriegt mehr Geld. Bei tatsächlich 7% Inflation, sehr hohen Energiepreisen, steigenden Gehältern, mehr Zugkilometern, gerade auf dem Land aber auch 50% weniger Fahrgästen gegenüber 2019, wird die Finanzierung dann aber trotzdem mit atemberaubendem Tempo immer grenzwertiger. Und das liegt weniger an der CSU in Bayern, die war vor 30 oder 50 Jahren auch schon da, anders als der Bahnwettbewerb im Umfeld dieser CSU-Politik.
146225 hat geschrieben: 16 Mai 2022, 19:14 Alles, was anderswo im DB-Land durch BEMU oder Elektrifizierung abgelöst wird und noch Restfristen hat, könnte dort landen
... und geht dann wie in den vergangenen Jahren immer schon mal wieder als Leihfahrzeug anderswo die Ausschreibungslöcher stopfen?
146225 hat geschrieben: 16 Mai 2022, 19:14 v.a. 642, 648, 650
Das "Projekt" 642 wurde doch abgeblasen, oder? Und wahrscheinlich nicht, weil sie deutlich weniger Kapazität haben als 628 und wohl mehr Wartung brauchen. 650 hatten sie mal einen, gut das kann am individuellen Fahrzeug gelegen haben, aber auch die aktuellen 640-Einsätze fallen, was ich aus der Ferne höre, auch öfter fahrzeugbedingt aus. Die elektronischen VT mit Downsizing-Motoren und einer viel stressigeren Vergangenheit altern wohl "völlig überraschend" anders als noch ein 628 und scheinen nach drei Tagen in Mukran, sagen wir mal, etwas zickig zu werden. Mehr Sprit saufen sie halt auch noch.

Wahrscheinlich neben der Lokführerschulung ähnliche Gründe, warum zu mir raus das "111-Altgeraffel" eben nicht auf jüngere 101 oder 120 umgestellt wurde, wie man hätte meinen können.
Mühldorfer
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Re: Südostbayernbahn Sammelthema

Beitrag von Mühldorfer »

Meine Meinung, lieber saubere 628/928 und aus Kostengründen dann dichtere Zugfolge, stündlich auch nach Passau spät und Traunstein als 628 verschrotten und neue barrierefreie Züge.

Für die wenigen Rollstuhlfahrgäste eher ein Taxi, das sit volkswirtshcaftlich besser.


Spezial, Umbau Bahnhof Garching an der Alz, keine Aufzüge und sehr hohe Treppenübergänge.

Meine Anregung, wenn keine Zugkreuzung nach Umbauabschluß immer den Hausbahnsteig, der Spurplan erlaubt das. Ebenso in Tüssling.

Und wenn ich die Personen-Fußweg-Bahnübergänge gesichert nur mit "Umlaufgitter sehe, dann die Frage warum ist das in Bahhnhöfen für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen nicht auch möglich. Vor allem wenn es im Bereich SOB kaum schnelle Durchfahrten an Hausbhnsteigen gibt.


Wieviel überfahrende Passagiere gab es denn im Bereich der SOB als noch mit Gepäckkaren Expressgut usw. direkt über die Gleise gebracht wurden, dort auch Fussgänger mit Kinderwagen queren! Wird da Sicherheit übertrieben?
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