Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Strecken und Fahrzeuge des Güterverkehrs
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Rohrbacher
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Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

Die ursprünglich von DB Cargo bestellten, aber wohl nicht zulassungsfähigen Akku/Dieselhybrid-Prototypen der Toshiba HDB 800 werden nach Abbruch des Projekts bei der bekannten Firma Bender in Leverkusen verschrottet, siehe Bilder bei DSO.

loks-aus-kiel.de schreibt: "Das Projekt sei im September 2025 „einvernehmlich“ zwischen den Projektpartnern beendet worden, so Toshiba und DB Cargo. Toshiba gab an, dass dies „aufgrund der veränderten Marktsituation und der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen auf dem europäischen Eisenbahnmarkt“ erfolgt sei. Die DB nannte ein „weiterhin schwieriges Zulassungsumfeld im europäischen Eisenbahnmarkt“."
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gmg
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von gmg »

Merz sagt, mit Vier-Tage- Woche und Work-life Balance werden wir unseren Wohlstand nicht halten können.

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Auer Trambahner
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Auer Trambahner »

Das mit Prototypen auf die Schnauze gefallen wird ist nicht wirklich unerwartbar oder neu.
Was das jetzt mit Wohlstand zu tun hat?
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 4002 »

Hey, bei so vielen Herstellern werden jeden Tag fast neue Prototypen verschrottet. Nichts neues, allein bei BMW mindestens 1000 im Jahr, eher mehr.
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FloSch
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von FloSch »

4002 hat geschrieben: 20 Mär 2026, 09:20 Hey, bei so vielen Herstellern werden jeden Tag fast neue Prototypen verschrottet. Nichts neues, allein bei BMW mindestens 1000 im Jahr, eher mehr.
Auch das ist grundsätzlich traurig, zeigt aber eines: Innovationen lassen sich nicht alleine in CAD-Lösungen und Computersimulationen entwerfen, im realen Einsatz kommen ganz andere Probleme zum Vorschein, als man vorher erwartet hat. Daher wird es vermutlich nie ohne Prototypen bei neuen Produkten gehen können.

Das hat nichts mit "zu viel Wohlstand" oder "Pfusch" zu tun, das machen alle namhaften Hersteller von Produkten aller Art jährlich im Werte von vielen Millionen. Meistens sind es nur nicht so große "Blechklumpen", die auf den Schrott kommen. Wie man den Diskussionen abseits reiner öffentlicher Empörung und Floskeln entnehmen konnte, gab es da wohl signifikante Fehler in der Konstruktion, die dazu geführt haben, dass die Fahrzeuge nicht nutzbar waren. Auch das bleibt traurig, aber sowas ist leider nie ganz zu vermeiden und kommt auch bei den renommiertesten Herstellern immer wieder mal vor. Wenn das einer kleinen Firma passiert wäre, stünde da womöglich die Insolvenz ins Haus. Toshiba dürfte allerdings als Konzern sowas in der Bilanz "abschreiben" können.
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TramBahnFreak
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von TramBahnFreak »

FloSch hat geschrieben: 20 Mär 2026, 09:32die dazu geführt haben, dass die Fahrzeuge nicht nutzbar waren. Auch das bleibt traurig, aber sowas ist leider nie ganz zu vermeiden und kommt auch bei den renommiertesten Herstellern immer wieder mal vor. Wenn das einer kleinen Firma passiert wäre, stünde da womöglich die Insolvenz ins Haus.
Warum muss ich gerade an die Jenbacher Werke denken...?
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FloSch
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von FloSch »

TramBahnFreak hat geschrieben: 20 Mär 2026, 14:26 Warum muss ich gerade an die Jenbacher Werke denken...?
Die haben's zwar deutlich über einzelne Prototypen raus geschafft mit einigen Jahrzehnten im Schienenfahrzeugbau, aber das Schicksal ihrer Fahrzeugfertigung war dennoch mit dem letzten Modell besiegelt, ja...
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Rohrbacher
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

FloSch hat geschrieben: 20 Mär 2026, 09:32 Wie man den Diskussionen abseits reiner öffentlicher Empörung und Floskeln entnehmen konnte, gab es da wohl signifikante Fehler in der Konstruktion, die dazu geführt haben, dass die Fahrzeuge nicht nutzbar waren.
Das dürfte der Grund sein, warum sie verschrottet werden: Sie haben keinerlei Zulassung und sind daher nur als Schrott verwertbar. Wenn man an sich funktionierende Loks gebaut hat, die nur nicht dem Lastenheft des Bestellers entsprechen, könnte man natürlich für sehr viel mehr Restwert noch aus der Nummer rauskommen, z.B. wie bei der Di 6. Das scheint hier aber nicht der Fall zu sein, sodass man sie in dem Zustand nur als Schrott verkaufen kann. Vielleicht könnte man nacharbeiten, ggf. sogar komplett neue Rahmen bauen. Bei der 101 wurden ja wohl auch einige Lokkästen in der Produktion gleich wieder verschrottet wegen fehlerhafter Schweißnähte. Prototypen komplett um- und die selbe Lok quasi dreimal neuzubauen, wäre nicht unüblich. Wenn allerdings das ganze Projekt auf der Kippe steht, weil der Hauptkunde massiv sparen muss und die Absatzchancen sich im Laufe der Entwicklung negativ entwickelt haben, dann investiert man nicht in die Fertigstellung von vier Loks noch mehr Geld als deren Verkauf in funktionstüchtigem Zustand bringen würde, sondern gibt das Projekt auf.

Die Prototypen, die im Autobau regelmäßig verschrottet werden, haben meistens nie dem am Ende des Entwicklungs- und Erprobungsprozesses zugelassenen Serienstandard entsprochen oder/und sind während der Entwicklung oft auch strukturell geschädigt worden. Nicht nur bei realen Crashtests, wo's am Ende offensichtlich ist. ;-) Anders als im fast handwerklichen Lokbau kommt ja bei der maschinellen Serienfertigung von Autos auch noch die Entwicklung und Optimierung der Fertigungsstraße dazu, was bedeutet, dass in dem Rahmen noch ein paar dutzend bis hundert Vorserienautos "zum Wegschmeißen" produziert werden bis alles funktioniert und die Fabrik am Tag ein paar hundert zulassungsfähige Serienautos auswirft. Allerdings benutzt man die Prototypen und "Testdrucke" auch gerne, um die Demontage, das Recycling oder so Dinge wie die Unfallrettung zu testen, was ja für eine Serienzulassung in der Regel sogar erforderlich ist.

Das ist in dem Fall, wo man Lok-Prototypen wegen Projekteinstellung und fehlender Verkaufsoption verschrottet, deutlich weniger alltäglich.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 146225 »

gmg hat geschrieben: 20 Mär 2026, 00:22 Ich sage, ein Land, das es sich leisten kann, neue Loks zu verschrotten, dem geht es noch zu gut
Auch wenn die früher-war-alles-besser-Fraktion es nicht so sieht: die deutsche Eisenbahngeschichte ist nicht arm an Baureihen, aus denen am Ende nichts wurde.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

146225 hat geschrieben: 20 Mär 2026, 18:45 Auch wenn die früher-war-alles-besser-Fraktion es nicht so sieht: die deutsche Eisenbahngeschichte ist nicht arm an Baureihen, aus denen am Ende nichts wurde.
Wie schon gesagt, das interessante und nicht alltägliche ist, dass aus dieser Baureihe schon ganz am Anfang nichts wurde. Was hatten wir denn für Baureihen mit bereits vorliegender Serienbestellung, die ohne Zulassung im Prototypenstadium untergangen sind?

Was die heute-ist-alles-besser-Prediger allerdings nicht ignorieren dürfen: Das Aus der Toshiba-Lok dürfte im Wesentlichen auch mit der Krise von a.) DB Cargo und b.) dem Einzelwagenverkehr zu tun haben. Wenn die tolle Bahnrefom den Einzelwagenverkehr zu Gunsten des Lkw bald auch aus wettbewerbsrechtlichen Gründen (Beihilfen für DB Cargo, sonst will's ja "am Markt" keiner haben) 2027 gekillt haben wird, braucht es keine neuen Loks mehr, die Wagen über Ablaufberge drücken bzw. man hat halt keine Mittel für Neubeschaffungen. Leuten, die reflexhaft eine Kritik an der Gesamtsituation als eine angebliche früher-war-alles-besser-Haltung framen wollen, sollte das aus den 70ern und 80ern bekannt vorkommen. Komisch, und das obwohl wir heute gar keine Bundesbahn mehr haben ...

Wenn demnächst nicht nur der Güterverkehr reduziert wird, sondern auch eine Abbestellungswelle im SPNV oder/und massive Preiserhöhungen wegen der Trassenpreisbremse/Eigenkapitalisierung droht, wärst du Laberkopf jedenfalls endgültig mal entzaubert, dass solche Dinge früher irgendwas mit der Bundesbahn als Struktur zu tun gehabt haben. Merz wird wahrscheinlich der neue Schmidt sein, der sich in unsicherer Weltlage, einer Ölpreiskrise und abgekühlter Wirtschaft zwischen "Bundesbahn" und Bundeswehr aufgrund der Umstände für letzteres entscheiden wird.
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218 466-1
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 218 466-1 »

Rohrbacher hat geschrieben: 20 Mär 2026, 21:24
146225 hat geschrieben: 20 Mär 2026, 18:45 Auch wenn die früher-war-alles-besser-Fraktion es nicht so sieht: die deutsche Eisenbahngeschichte ist nicht arm an Baureihen, aus denen am Ende nichts wurde.
Wie schon gesagt, das interessante und nicht alltägliche ist, dass aus dieser Baureihe schon ganz am Anfang nichts wurde. Was hatten wir denn für Baureihen mit bereits vorliegender Serienbestellung, die ohne Zulassung im Prototypenstadium untergangen sind?
690/691 Cargo Sprinter wobei es keine Serienbestellung gab.
Das Problem ist, das man keine Testfahrten mehr macht und den Herstellern blind vertraut bzw. muss, weil Fahrzeuge muss man wegen EU und so auch ausschreiben und das gleich in ganzen Serien. Die OBB ist mit den Talent auch auf die Nase gefallen.
Der ganze EU-Wettbewerbs-schwachsinn ist das eigentliche Problem.
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Luchs
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Luchs »

So ein Schwachsinn. Aber Hautpsache man kann seinen Hass auf die EU freien Lauf lassen. Oder sind doch die Migranten schuld? Haben zwar genausowenig damit zu tun, aber egal. Die Prototypen wurden hier gebaut - die werden gerade verschrottet. und man hat nach Tests festgestellt dass die nicht funktionieren. Eine Weiterentwicklung wurde mangels Abnehmer eingestellt. Das liegt jetzt halt in der Verantwortung der Hersteller, ob die erprobte Technik anbieten oder Bananenprodukte anbieten.

Luchs.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

218 466-1 hat geschrieben: 22 Mär 2026, 04:58 690/691 Cargo Sprinter wobei es keine Serienbestellung gab.
Nein. Die sind ja zugelassen und auch im Einsatz gewesen, nur hat sich das Fahrzeug- und Betriebskonzept "Gütertriebzug" nicht so recht bewährt. Das kommt schonmal vor, wenn man mal was neues ausprobiert ... Auch die von den ÖBB nicht abgenommenen Talent sind zugelassen und fahren jetzt eben für andere so wie eben die ursprünglich für Norwegen vorgesehenen Di6. Das ist aber was anderes als optisch fertige Loks zu bauen und sie dann ohne Zulassung als Schrott zu verwerten, weil mehr als "Hinstellen und Anschauen" nicht geht. Als Würstlbude oder Gartenlaube ist eine Mittelführerstandslok ja auch nicht so recht geeignet. Ohne Zulassung hätte später nie ein Cargo-Sprinter als Rettungs- oder Spritzzug in Österreich fungiert oder als Güterzug-Steuerwagen in der Schweiz. Ohne Zulassung sieht das nur aus wie eine Lok, ist aber keine. Nichtmal eine, die vielleicht schlecht funktioniert, es ist de jure einfach gar keine.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Auer Trambahner »

Rohrbacher hat geschrieben: 20 Mär 2026, 21:24 Wie schon gesagt, das interessante und nicht alltägliche ist, dass aus dieser Baureihe schon ganz am Anfang nichts wurde. Was hatten wir denn für Baureihen mit bereits vorliegender Serienbestellung, die ohne Zulassung im Prototypenstadium untergangen sind?
Die Nexio fürn Schönbuch wären der Sache fast nahe gekommen.
Wenn dem Zweckverband sich nicht die Kisten ohne wirklichen Prototypen und mit durchpeitschen hingestellt hätte.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von andreas »

Bis Ende 2024 waren mit der 1018 001-0 und der 1018 002-8 die ersten zwei Lokomotiven vollendet; die 1018 001-0 wurde auf dem Alstom-Testgelände in Hennigsdorf eingehend erprobt.[10] Infolge der dort erfolgreich abgeschlossenen Zertifizierungstests erhielt die HDB 800 im Jahr 2024 die offizielle Inverkehrbringungsgenehmigung (Typzulassung) durch das Eisenbahn-Bundesamt.[11] Im Jahr 2025 folgten mit 1018 003-6 und 1018 004-4 die letzten beiden fertiggestellten Maschinen des Projekts.[12]
laut dem Wikipedia Artikel haben sie ja eine Zulassung - wurden sie jetzt verschrottet, weil sie keine Zulassung haben oder weil sie nicht funktionieren?
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 218 466-1 »

Letztendlich war man wohl einfach zu langsam. Die erste Lok 3 Jahre Verspätung und überhaupt wurden nur 4/50 produziert.

Man probiert es nun mit dem Vossloch Mudula BDD. Vlt. sieht man die ja 2029 auch beim Bender. :lol:
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von BG »

218 466-1 hat geschrieben: 22 Mär 2026, 04:58 Das Problem ist, das man keine Testfahrten mehr macht und den Herstellern blind vertraut bzw. muss, weil Fahrzeuge muss man wegen EU und so auch ausschreiben und das gleich in ganzen Serien. Die OBB ist mit den Talent auch auf die Nase gefallen.
Der ganze EU-Wettbewerbs-schwachsinn ist das eigentliche Problem.
Was wäre gewesen, wenn man ohne Wettbewerb gekauft hätte? Dann hätte man genauso verschrotten müssen.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 218 466-1 »

BG hat geschrieben: 22 Mär 2026, 15:50 Was wäre gewesen, wenn man ohne Wettbewerb gekauft hätte? Dann hätte man genauso verschrotten müssen.
Gar nicht kaufen! Selber entwickeln mit kleinen Vorserien, so wie es zu Bundesbahnzeiten normal war. Bei BR 290/291 und BR 211/212 musste mit den Motoren auch erst nachgebessert werden, bis die damals Serienreif waren.
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Rohrbacher
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

andreas hat geschrieben: 22 Mär 2026, 14:00 laut dem Wikipedia Artikel haben sie ja eine Zulassung - wurden sie jetzt verschrottet, weil sie keine Zulassung haben oder weil sie nicht funktionieren?
Wenn ich's richtig verstanden habe, gibt's zwar eine Zulassung für den Typ, aber die gebauten Loks entsprechen ihm gar nicht. Angeblich sind die Rahmen Murks (gewesen), so konnte man die Loks nicht verkaufen. Ob das nur das Baumuster betrifft, das 2019 gezeigt wurde und durch Umbau eines anderen Prototypen (Schalke SDE1800, "Zulassung abgebrochen") generiert wurde, weiß ich nicht. Auf den Bildern kurz vor der Verschrottung sieht man jedenfalls bei allen vier zum Bender gefahrenen Loks, dass weder Halterkürzel noch Abnahme- noch Revisionsdaten eingetragen waren.

Mit einer Zulassung hätte sich sicher irgendwer gefunden, er weit mehr zahlen würde als ein Schrotthändler.
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von 218 466-1 »

Rohrbacher hat geschrieben: 22 Mär 2026, 18:26 [...]Auf den Bildern kurz vor der Verschrottung sieht man jedenfalls bei allen vier zum Bender gefahrenen Loks, dass weder Halterkürzel noch Abnahme- noch Revisionsdaten eingetragen waren.
Wobei das DS100 des AW abgekratzt aussieht. Das Datum hat m.W. nichts mit der Zulassung zu tun. Das gibt es bei der Abnahme, bzw. Revision - oder eben nicht, wenn diese nicht erfolgt. Das hatten wir schonmal mit 215 022-5 bzw. 218 441-4 II, die auch eine komplett neue Zulassung gebraucht hätte, diese aber nie erhalten hat. Mit vergrösserter Ansicht sieht man auch da, alles eingetragen aber beim Datum nur die Punkte, genau gleich wie bei den 1018 jetzt. Allerdings ist der Unterschied der, dass das RIC-Raster mit dem D bei den 1018 mit dran steht. Bei der 215 damals fehlte es...
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Rohrbacher
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Re: Werksneue Toshiba-Hybridlokomotiven zur Verschrottung überführt

Beitrag von Rohrbacher »

Deine Mutmaßungen an Hand eines Umbaus von vor über 20 Jahren sagen jetzt was genau über eine Neuzulassung nach heutigem Stand?

Jedenfalls spricht auch der Autor beim Lokreport von "vier rollfähigen, zum Teil auch bedingt betriebsfähigen, aber nicht zulassungsfähigen Baumusterlokomotiven". Nicht zulassungsfähig heißt im Umkehrschluss, dass sie eben keine Zulassung hatten und deswegen auch nur nach dem Materialwert vermarktet werden konnten. Ansonsten hätte man den "ungewöhnlichsten Schrottzug der Geschichte" sicher vermeiden können und wie in anderen Fällen die 001 und 002 mit den unfertigen 003 und 004 (und was ggf. sonst noch in irgendeinem Bauzustand rumsteht) als Teilespender zur Not ohne Gewährleistung und allen Konstruktionsunterlagen mit hohem Preisabschlag, aber jedenfalls deutlich teurer irgendwohin verkaufen können als zum Schrotthändler.
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