Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Strecken und Fahrzeuge des Güterverkehrs
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ralf.wiedenmann
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Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von ralf.wiedenmann »

PM von DB InfraGo vom 13.8.2026: https://www.dbinfrago.com/web/aktuelles ... V-13995196
Zur Unterstützung kurzfristiger Verlagerungen von der Wasserstraße auf die Schiene richten wir eine zentrale Koordination für niedrigwasserbedingte Zusatzverkehre ein. Verfügbare Trassen können über Via Libera eingesehen und bestellt werden.
Für niedrigwasserbedingte Zusatzverkehre haben wir Frau Yvonne Bounin als zentrale Koordinatorin benannt. Sie steht Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Zugangsberechtigten (ZB) als übergeordnete Ansprechpartnerin zur Verfügung und unterstützt bei der kurzfristigen Verlagerung zusätzlicher Verkehre auf die Schiene. Sie erreichen Frau Bounin unter niedrigwasser.dbinfrago@deutschebahn.com.

EVU können im Tool „Via Libera“ täglich verfügbare Trassen entlang des Rheins einsehen. Die Bestellung erfolgt über den Regelprozess. Bitte berücksichtigen Sie den erforderlichen zeitlichen Vorlauf: Je früher Sie bestellen, desto besser können wir die Kapazitäten einplanen. Wenn Sie noch keinen Zugang zu „Via Libera“ haben, wenden Sie sich bitte an DB-ViaLibera-Zugang@deutschebahn.com. Die Einrichtung des Zugangs erfolgt innerhalb von wenigen Tagen.

Wenn Sie bereits bestellte Trassen nicht mehr benötigen, stornieren Sie diese bitte frühzeitig. So können wir die Kapazitäten anderen Marktteilnehmenden zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus prüfen wir fortlaufend, ob einzelne Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen zeitlich angepasst werden können. Ziel ist es, zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr bereitzustellen. Wo dies betrieblich und technisch vertretbar ist, nutzen wir entsprechende Möglichkeiten.
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ralf.wiedenmann
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Tagesschau, 15.8.2026: Bahn will alte Güterwaggons mobilisieren: https://www.tagesschau.de/inland/niedri ... e-100.html
Schiffstransporte sind wegen des Niedrigwassers im Rhein gerade erschwert. Die Deutsche Bahn will helfen und einem Bericht zufolge eigentlich ausgemusterte Güterwaggons wieder in Betrieb nehmen. Dieser Plan geht einem Bericht der Rheinischen Post zufolge aus einem Papier von DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg für die "Verkehrsträgerübergreifende Koordinierungsrunde Niedrigwasser" hervor.Der Rhein, die wichtigste Wasserstraße des Landes, führt derzeit so wenig Wasser wie nie. Die Binnenschifffahrt ist deshalb stark eingeschränkt.Es werde "die Reaktivierung dauerhaft abgestellter Güterwagen geprüft und vorbereitet", heißt es in dem Papier, das der Zeitung vorliegt. Zudem sollten weitere Wagenkapazitäten "im europäischen Markt" erschlossen werden. DB Cargo könnte so 900 Wagen mobilisieren - 300 davon sofort. "900 Wagen ersetzen 200 Binnenschiffe", wird Osburg zitiert.
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ralf.wiedenmann
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Könnte die Bahn eine Alternative sein?
Die Schiene kann Güter der Binnenschifffahrt zwar effizienter transportieren als Lkw. Aber auch bei der Bahn gibt es gravierende Einschränkungen. "Auch sie ist durch Baustellen, Engpässe und Mangel an Personal und Güterwagen stark ausgelastet", sagt DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding.
Dabei spielt auch die räumliche Konzentration der Transporte eine Rolle, denn etwa 80 Prozent der Binnenschifffahrtstransporte finden auf dem Rhein statt. "Das entspricht ganz grob geschätzt etwa fünf Prozent aller Gütertransporte in Deutschland. Die Schiene leistet etwa 20 Prozent aller Transporte", so Thomas Puls.
Sollte die Bahn die Transporte auf dem Rhein übernehmen, müsse sie also ein Viertel mehr transportieren - auf einer Strecke, die bereits jenseits ihrer Kapazitätsgrenze belastet sei, führt Puls weiter aus.
Trotzdem bot die Deutsche Bahn nun an, 400 Güterwagen einzusetzen, um Entlastung zu schaffen. Damit ließen sich laut DB Cargo 100 Binnenschiffe ersetzen.
Aus ZDF heute, 12.8.26: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/rhei ... z-100.html
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218 466-1
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von 218 466-1 »

Der aktuelle Rheinpegel bzw. die aktuelle Abflussmenge (nur so lässt sich ein echter Vergleich herstellen) ist nichteinmal Top 10 der geringsten je überlieferten. Der Pegel ist durch Umbaumassnahmen über Jahrhunderte nicht aussagekräftig. U.a. 1853 und 1947 war zeitweise deutlich weniger Wasser im Rhein als jetzt.
Das in den Medien vermeldete "Rekord Niedrigwasser" stimmt daher nicht wirklich.
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Jean
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von Jean »

218 466-1 hat geschrieben: 17 Aug 2026, 15:35 Das in den Medien vermeldete "Rekord Niedrigwasser" stimmt daher nicht wirklich.
Wundert dich das jetzt?
Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
Fahrradwege auf Kosten des ÖPNV braucht keiner!
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von 146225 »

Von Medienschelte wird der Rhein jedenfalls nicht schneller wieder im vollen Umfang als Binnenwasserstraße zur Verfügung stehen.

Rekorde oder nicht, so wie Menschen, angetrieben durch tumbe Ideologie und Negation wissenschaftlicher Fakten weiter handeln als gäbe es kein Morgen wird das noch lange nicht das letzte extreme Niedrigwasser gewesen sein. Und auch nicht das letzte extreme Hochwasser. Wenn es das wert ist, von der eigenen Weltanschauung nicht abweichen zu müssen, bitte...

Gemessen an den wirtschaftlichen Schäden solcher und anderer Ereignisse muss man sich diese Weltanschauung aber auch (auf Dauer) leisten können.
München kann jeder. Duisburg muss man wollen!
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218 466-1
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von 218 466-1 »

146225 hat geschrieben: 17 Aug 2026, 15:48 Rekorde oder nicht, so wie Menschen, angetrieben durch tumbe Ideologie und Negation wissenschaftlicher Fakten weiter handeln als gäbe es kein Morgen wird das noch lange nicht das letzte extreme Niedrigwasser gewesen sein. Und auch nicht das letzte extreme Hochwasser. Wenn es das wert ist, von der eigenen Weltanschauung nicht abweichen zu müssen, bitte...
Naja, also extreme Niedrigwasser und extreme Hochwasser gab es schon immer. In Passau - dort hat es der Mensch geschafft die Flossen halbwegs rauszuhalten - sind Rekord Abflussmenge & Pegel nach wie vor mit dem Jahr 1501 datiert. Aber die deutlich verkurzte Abfolge dieser Ereignisse kann man nicht leugnen.
Gewisse Leute in Berlin aber wälzen sich mit der "Schwarzen Null" in ihren Sesseln und haben es versäumt einen Plan B zu erstellen.
Verteidigung? Braucht man nicht. Allzeit heile Welt mit Weltfrieden ist doch garantiert.
Eisenbahn? Ein Relikt aus dem 19. Jahrundert das noch von ein paar Wirtschaftsverweigerern genutzt wird, aber irgendwann sterben die aus und es entsteht endlich mehr Platz für Autobahnen. Bis dahin quetscht man noch etwas Geld daraus um den Niedergang zu beschleunigen.
Abgase? Quatsch. Als ob das irgendwas ausmacht. Und selbst wenn: Die Wirtschaft ist eben wichtiger.
Tja, nun habt ihr den Salat und eine junge Generation, die überwiegend genau diese geschilderten Ansichten genau so vertritt und die wesentlichen Probleme ganz wo anders sieht, solange Deutschland nicht mit riesigen Mauern hermetisch abgerigelt ist und nur noch Leute, die ins Standardbild passen, etwas zu sagen haben. Nach jetzigem Stand findet 2033 wieder eine Bundestagswahl statt. 2045 kann man dann wieder die Scherben aufkehren...
Aber zurück zum Thema: Die Eisenbahn im desolaten Zustand (weder Tfz, noch Personal, noch Infrastruktur haben irgendwelche Reserven in der Kapazität, vom Zustand ganz zu schweigen) kann nicht wirklich einspringen. Da hätte man 1993 die Weichen anders bzw. nicht umstellen sollen.
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Münchner
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Re: Niedrigwasser Rhein: Bahn als Alternative

Beitrag von Münchner »

218 466-1 hat geschrieben: 17 Aug 2026, 16:35 Die Eisenbahn im desolaten Zustand
Das Verkehrsproblem wird man nicht mit Verlagerung auf die Schiene alleine in den Griff bekommen. Eigentlich müsste man jeden Verkehrsstrom hinterfragen, ob der überhaupt notwendig ist und sein muss. Der Verkehr hat nicht nur deswegen zugenommen, weil es viel mehr Autos und LKWs auf vor Jahrzehnten gibt. Der hat vor allem deshalb zugenommen, weil insgesamt mehr transportiert wird und das über weitere Strecken. Sowohl Personen als auch Güter. Die Autos und LKWs sind nur die Folge davon. Ohne Bedürfnis nach Transport gäbe es die nicht.

Da braucht auch niemand auf irgendwen zu zeigen. Da fängt am besten jeder an, sich selbst im Spiegel zu betrachten.
218 466-1 hat geschrieben: 17 Aug 2026, 16:35 Die Wirtschaft ist eben wichtiger.
Kann man anklagen. Dann sollte man auch erklären, dass der Lebensstandard von der Wirtschaftsleistung abhängt. "Negatives Wachstum", wie man es in gewissen ideologischen Kreisen so schön nennt, wird wohl oder übel zu einem Absinken des Lebensstandards führen. Damit wirst du aber nach dem Abi dann nicht mehr ein Jahr zur Selbstfindung nach Neuseeland fahren. Gut, wäre zu meiner Zeit gar keiner auf die Idee gekommen. Heute kommt das fast dem Weltuntergang nahe, so etwas auch nur zu erwähnen.
218 466-1 hat geschrieben: 17 Aug 2026, 16:35 und eine junge Generation,
Die junge Generation ist insgesamt nicht besser als die vorhergehenden Generationen. Sie legt ihre "Prioritäten" anders. Das war es. Damit erzeugt sie einfach nur anderen Dreck und den vielleicht auch noch woanders. Es ist aber trotzdem Dreck, der auf dieser Welt erzeugt wird und damit auf dieser Welt vorhanden ist. Wenn ich mir meine Azubis anschaue, dann haben die meisten mit weit unter 20 mehr Meilen auf ihrem Flugkonto als ich und viele in meiner Generation, die deren Eltern sein könnten. Nicht nur das, auch der Zuwachs pro Jahr ist dort deutlich höher. Da nützt es dann auch nichts, zum Bäcker um die Ecke mit dem Fahrrad zu fahren. Wobei ich da entgegen dem Klischee zu Fuß gehe, also auch nicht das Auto nehme.
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