4002 hat geschrieben: ↑28 Apr 2026, 15:31
Ja, PV und Wind sind günstiger. Solange man den Strom auch nutzen kann und nicht wegregeln muss. Dann wird es teurer, um jedoch 100% Versorgungssicherheit mit erneuerbaren zu garantieren, braucht man erhebliche Überkapazitäten. Wir müssen bereits jetzt jede Menge PV abregeln. Dadurch verteuert sich die jede kWh und die Rechnung sieht wieder ganz anders aus. Ganz so schwarz weiß wie ist es nicht.
Ähm... du hast dir mal die Verfügbarkeit der AKW angeschaut, oder? Nehmen wir mal im Mittel 85 %, dann heißt das, dass in den anderen 15 % der Zeit mal eben im Mittel 1.000 MW fehlen. Und zwar punktuell als ziemlich großes Loch. Deswegen stehen die Anlagen ja gerne mal im Rudel, so kann das eine Strom machen, wenn das andere mal wieder Schlagzeilen oder einfach gar nichts macht.
Punkt 2: Hast du dir angeschaut, mit welcher Leistung die AKW in den "verfügbaren" 85 % gelaufen sind? Wenn z.B. das Wasser gerade mal zu warm war, war das gar nicht mal so viel. Deswegen gingen auch überraschend nicht die Lichter aus als 2011 eine größere Zahl an AKW mal eben aus dem Markt genommen wurden.
4002 hat geschrieben: ↑28 Apr 2026, 15:31
Deutsche AKW die abbezahlt waren, konnten Strom für 15cent/kWh liefern.
Aber auch nur, wenn man die Bau- und Entsorgungskosten weitgehend sozialisiert und die möglichen Schäden, die beim Betrieb entstehen können, wegen des gigantischen Ausmaßes einfach mal gar nicht versichert. Jedes Mofa braucht eine Haftpflicht, so ein AKW ist unversicherbar. Das zählt dann quasi als Naturkatastrophe.
Und billigen Strom macht es auch nur eine gewisse Zeit lang. So ein AKW läuft dummerweise nicht ewig und wird nach einer gewissen Zeit im kerntechnischen Bereich irreparabel geschädigt. Alles, was über die meist vorgesehenen 40 Jahre hinausgeht, ist dann wie bei einem Flugzeug, das schon deutlich "drüber" ist, nur noch Gewürge weit jenseits der Wirtschaftlichkeit aus'm Prospekt.
Als die CDU-geführte Regierung 2011 u.a. den beiden AKW Biblis (Inbetriebnahme 1975/77) nach weniger als 40 Jahren den Stecker gezogen hat, lag die Verfügbarkeit über die gesamte Betriebsdauer bei 68,7 % bzw. 74,5 %. In den ersten 20 Jahren sicher ganz ordentlich, aber "hinten raus" extrem stark nachlassend. Die haben den Dingern, die irgendwann mehr runtergefahren als am Netz waren, quasi den Gnadenschuss gegeben. Mit Billigstrom und Grundlast war da schon lang nix mehr. Das ist auch in Frankreich, Belgien oder der Schweiz bei vielen Anlagen so. Auch die Dinger sind in weiten Teilen wirtschaftlich schon lange fertig. De facto ist Deutschland schon um 2000 aus der Atomkraft ausgestiegen. Da hätte man (wie die Finnen) Neubauten mit Inbetriebnahme in den 2020er Jahren für die damals noch halbwegs relevanten AKW aus den 80ern auf den Weg bringen müssen. Alles danach war und ist nur noch Show für die politischen Kulturkrieger. Es mag sein, dass ein Hand voll recht neue Anlagen wie z.B. Isar II bis zum Schluss recht stabil gelaufen sind, das wäre aber naturgemäß nur noch ein paar Jahre weitergegangen, vielleicht eine Legislatur oder zwei.
Und letztlich muss man sehen, ist ein AKW eigentlich nur ein sehr teurer und nicht ungefährlicher Wassererhitzer für eher ineffizente Dampfturbinen. Ein AKW ist letztlich auch nur eine Dampfmaschine, wenn man sich das emotionale Atomthema, mit dem man einfach nur das Wasser warm macht, mal wegdenkt. Da haben wir heute echt effizientere und kostengünstigere Möglichkeiten, um Stromgeneratoren zum Laufen zu bringen oder den Strom einfach per Fotozelle zu erzeugen. Bei mir sind heute ein paar kWh einfach wieder vom Himmel gefallen. Krass.