Warentransport via ÖPNV

Strecken und Fahrzeuge des Güterverkehrs
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

BMDV-Artikel vom 25.1.2022: Runder Tisch "Warentransport via ÖPNV - Verkehr vor Ort entlasten und Klima schützen": https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/G...-via-oepnv.html
Neben den bewährten Unterstützungsmaßnahmen - wie zum Beispiel der Förderung alternativer Antriebe - sind wir auch offen für neue Lösungsvorschläge. Dazu zählen zum Beispiel der Transport von Gütern im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sowie unterirdische Transportsysteme.

Um diesen innovativen Konzepten eine Plattform zu geben, fand am 19.11.2020 ein virtueller Runder Tisch "Warentransport via ÖPNV - Verkehr vor Ort entlasten und Klima schützen" im BMDV statt. Über 50 Vertreter aus Kommunen, Verbänden, Wirtschaft sowie Wissenschaft diskutierten dort über innovative Logistikkonzepte für Stadt und Land. Konkret ging es dabei u. a. um den Pakettransport per Straßenbahn oder den Transport von Lebensmitteln und Gütern auf standardisierten Paletten in unterirdischen Transportsystemen. Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zur rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit derartiger Projekte sowie die Frage, wie das BMDV solche Innovationen am besten unterstützen kann.
Es gibt eine Förderlandkarte https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/f...mvi-iframe.html, in der man nach verschiedenen Förderprogrammen und Landkreisen/kreisfreie Städte suchen kann. Z.B. München hat ein solches Programm am Laufen.
Förderprogramm: Förderrichtlinie Städtische Logistik
Ausführende Stelle: Landeshauptstadt München - Mobilitätsreferat
Titel des Projektes: Integriertes Logistikkonzept für München
Laufzeit: 25.10.2021 - 31.12.2022
Bundesmittel (gesamte Laufzeit): 151.585,00 ¤
http://www.muenchen.de
Das übergeordnete Ziel des Projekts ist die Erstellung eines integrierten gesamtstädtischen Logistikkonzepts, basierend auf der Analyse bestehender Daten, einer Erweiterung der Datenbasis für München, einer umfangreichen Stakeholderbeteiligung, der Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Zusammenführung der bereits umgesetzten Vorhaben und Projekte. Darauf aufbauend sollen rechtliche Handlungsspielräume und Neuregelungsbedarfe, effektive regulatorische Hebel, strategische und organisatorische Planungsgrundlagen/-möglichkeiten und konkrete bauliche, technische sowie regulatorische Maßnahmen für eine zukunftsfähige Logistik in München aufgezeigt werden. In Einklang mit den Zielen der Förderrichtlinie und des MOR, sind dabei von besonderer Bedeutung:
- Reduzierung von verkehrsinduzierten Emissionen
- Steigerung der Flächeneffizienz
- Verbesserung der Qualität, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Logistik
- (Technische) Umsetzbarkeit
- Erhöhung der Verkehrssicherheit
- Verbesserung des Verkehrsflusses
Auf Basis der im Rahmen des Konzept aufgezeigten Hebel und Planungsmöglichkeiten sowie des entwickelten Maßnahmenkatalogs und eines dazugehörigen Umsetzungsplanes, können im Anschluss an das Vorhaben zielgerichtete, systematische Schritte hin zu einer zukunftsfähigen, stadtverträglichen Ver- und Entsorgung Münchens eingeleitet und umgesetzt werden. Ein vertiefender Fokus soll dabei auf das Gebiet der gesamten Altstadt sowie des Südlichen Bahnhofsviertels gelegt werden, welchem eine besondere Rolle durch die Vorhaben im Rahmen des Beschlusses zur autofreien Altstadt zukommt. Dadurch können im Rahmen des Konzepts verträgliche Wege für eine gesicherte Belieferung des Fokusgebiets entwickelt werden, welche mit möglichen neuen Fußgängerzonen oder ÖV-Korridoren vereinbar sind.
einen_Benutzernamen
Kaiser
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

Pakettransport per Straßenbahn oder den Transport von Lebensmitteln und Gütern auf standardisierten Paletten in unterirdischen Transportsystemen
Also keine ahnung wie es bei euch ist aber bei uns teilt sich die Strassenbahn sehr oft den Platz mit anderen Verkehrsteilnehmer sprich den Autos. In den engen Strassen geht das nicht anders. Wie stellen die sich bitte vor dort etwas auszuladen?!
Ein LKW braucht geschätzt 30Min bis die vollen Wagen, Paletten raus und die sachen die retour gehen wieder rein kommen. Solange alles anzuhalten?! :rolleyes:

Und zum Thema Unterirdisch ja... Ich möchte gerne mal sehen wie die Grünen und so weiter das sehen wenn LKW den Abraum aus der Stadt bringen müssen und was der Betrieb und erhalt alleine an Feinstaub, Russ, Abgase und so weiter erzeugt... :rolleyes:

Also das ist ein AdBlue Diesel immer noch die beste alternative.
Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Manchmal hilft es ja auch zu lesen, bevor man was schreibt.... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Im Rahmen von Logistikketten hat der ÖPNV durchaus für bestimmte Teile der Kette Potential. Vor allem, wenn man das beim Bau schon mitdenkt.

Wenn in bestimmten Aufkommensschwachen Zeiten Pakete mit der Tram mitgenommen werden, oder gar spezielle Paket-Trams unterwegs sind, wäre das schon eine Option. Da braucht es auch nicht 30 Minuten zum Ausladen, sondern einige wenige Minuten. Vor allem, wenn man mal einen ebenerdigen Einstieg realisieren würde. Wenn dann an oder in der Nähe von geeigneten Stationen noch Paketboxen stehen, wird daraus schon wieder ein sinnvoller Service.
Zudem ist ja auch die Rede von Fußgängerzonen oder ÖPNV-Zonen. Hier ist das Warten einer Tram ohne Störung des MIV schon deutlich einfacher zu realisieren.
Hochbrücker
Haudegen
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Beitrag von Hochbrücker »

Klingt interessant, allerdings frage ich schon langsam wo der Strom für solche Unterirdischen Bahnen herkommen soll wenn Deutschland 3 Atomkraftwerke abschalten möchte oder schon getan hat. Vermutlich wird auch das europäische Stromnetz langsam an seine Grenzen kommen.
Vor allem wie sieht es mit den Tunnels aus ? Ist unter Stadt überhaupt Platz für so ein Tunnelsystem ?
Gütertram in München mit an bestimmten Stellen ein extra Gleis zum be-und entladen. Wäre das nicht billiger?

War da auch nicht mal im Gespräch oder ein Artikel in der Zeitung das die Post vermehrt Paketstationen bauen möchte wo der Kunde bequem nach Feierabend sein Paket abholen kann ohne auf eine zweit oder drittzustellung zu warten. Auch um dem Paketzusteller die lästige rennerei zu ersparen und obendrein noch Personal einsparen kann.
Mit der Tram durch Landshut

Schienenfahrzeuge gehören auf die Schiene und nicht auf die Straße !
bestia_negra
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Beitrag von bestia_negra »

Hochbrücker @ 14 Feb 2022, 19:01 hat geschrieben: Klingt interessant, allerdings frage ich schon langsam wo der Strom für solche Unterirdischen Bahnen herkommen soll wenn Deutschland 3 Atomkraftwerke abschalten möchte oder schon getan hat. Vermutlich wird auch das europäische Stromnetz langsam an seine Grenzen kommen.
Vor allem wie sieht es mit den Tunnels aus ? Ist unter Stadt überhaupt Platz für so ein Tunnelsystem ?
Gütertram in München mit an bestimmten Stellen ein extra Gleis zum be-und entladen. Wäre das nicht billiger?

War da auch nicht mal im Gespräch oder ein Artikel in der Zeitung das die Post vermehrt Paketstationen bauen möchte wo der Kunde bequem nach Feierabend sein Paket abholen kann ohne auf eine zweit oder drittzustellung zu warten. Auch um dem Paketzusteller die lästige rennerei zu ersparen und obendrein noch Personal einsparen kann.
Den Strom sehe ich nicht als das große Problem. Von den Lastspitzen abgesehen ist davon in der Regel genug vorhanden.

An das Tunnelsystem glaube ich schon aus Kostengründen nicht.


Was ich mir in der Tat vorstellen könnte, wäre flächendeckend Paketstationen an U-Bahnhöfen und ausgewählten Tramhaltestellen zu bauen und diese nachts per Bahn zu beliefern. Da rennen jeden Tag haufenweise Leute vorbei, die ihr Paket dann auf dem Heimweg mitnehmen können. Statt mit vielen kleinen Transportern könnte DHL (oder wer auch immer) dann mit wenigen großen Lastern den Betriebshof anfahren und die Pakete übergeben.

Ob sich das rechnet ist dann wieder die andere Frage...
Alex101
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Beitrag von Alex101 »

bestia_negra @ 14 Feb 2022, 19:40 hat geschrieben:Was ich mir in der Tat vorstellen könnte, wäre flächendeckend Paketstationen an U-Bahnhöfen und ausgewählten Tramhaltestellen zu bauen und diese nachts per Bahn zu beliefern. Da rennen jeden Tag haufenweise Leute vorbei, die ihr Paket dann auf dem Heimweg mitnehmen können. Statt mit vielen kleinen Transportern könnte DHL (oder wer auch immer) dann mit wenigen großen Lastern den Betriebshof anfahren und die Pakete übergeben.
Selbst dabei sehe ich ehrlich gesagt keine großen ökologischen oder verkehrlichen Vorteile.
Die Packstationen werden schon heute vermutlich mit einer eigenen Tour bedient, die von Station zu Station fährt. Das ist recht effizient und auch verkehrlich deutlich besser als die Haustürzustellung.
Da mittlerweile vermehrt Elektro-Transporter im Einsatz sind hat die Tram/U-Bahn auch keine Luftreinhaltungs-Vorteile.

Auf der Langstrecke ist da meines Erachtens viel mehr zu gewinnen besonders wenn sich mehrere Dienstleister einen Zug teilen würden.
Es macht dann schon einen Unterschied ob z. B. jeweils DHL nach Aschheim, UPS nach Heimstetten und GLS nach Erding vom Norden Hamburgs oder von Riem fahren.
Mühldorfer
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von Mühldorfer »

Ein schlechtes System wird vergoldet auch nicht besser. Es gab früher Post- und Bahnfrachtzustellungsmonopol. Die LKW-Fahrstrecken verringern, für München erinnere ich an die Güterbahnhöfe Giesing, Pasing, Mossach, Schwabing, Ost, Feldkirchen usw. überall dort wurde noch 1990 Express- und Frachtgut umgeschlagen...
einen_Benutzernamen
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von einen_Benutzernamen »

Dazu kommt das Ländliche Gemeinden, Städte den Firmen (scheinbar) den Grund,... fast schon schenken weil die dort (lokale) Arbeitskräfte benötigen. :roll: Zumindest für Wien kann Ich sagen das man die Gebiete wo früher noch ein Bahn Grund war lieber für neue Wohnhäuser teuer verkauft und die (Bahn) Infrastruktur dafür schleift.
Das ist recht effizient und auch verkehrlich deutlich besser als die Haustürzustellung.
Da mittlerweile vermehrt Elektro-Transporter im Einsatz sind hat die Tram/U-Bahn auch keine Luftreinhaltungs-Vorteile.
Sry gerade jetzt wo es sehr viel Heimarbeit gibt kommen nicht mehr viele Leute an einen Knotenpunkt vorbei wo man ein Packerl mitnehmen könnte und nicht jeder fährt gerne mit einer Rodel durch die gegend und holt sein Packerl ab. Zumindest bei uns wüsste Ich nichts von einen E Transport wenn man das E-Mofa absieht. Bei uns zumindest stellen alle mit einen Kleinbus zu.
andreas
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von andreas »

Ich denke, man denkt zu klein. Man muß die Warenströme in der Stadt anschauen und dann überlegen, was kann man alternativ fahren. der Augustiner z.b. fährt viel Bier von der Innenstadt raus nach Freiham, das könnte man problemlos auf eine Trambahn übertragen - ein Abzweig in die Brauerei und die ohnehin nötige Verlägerung von Pasing nach Freiham.
Und ich bin mir sicher, daß es solche Verkehre genug gibt in München....
Es heißt nicht, nicht net.
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Lazarus
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von Lazarus »

andreas hat geschrieben: 09 Apr 2022, 20:06 Ich denke, man denkt zu klein. Man muß die Warenströme in der Stadt anschauen und dann überlegen, was kann man alternativ fahren. der Augustiner z.b. fährt viel Bier von der Innenstadt raus nach Freiham, das könnte man problemlos auf eine Trambahn übertragen - ein Abzweig in die Brauerei und die ohnehin nötige Verlägerung von Pasing nach Freiham.
Und ich bin mir sicher, daß es solche Verkehre genug gibt in München....
Solange sich die Stadt nicht aus den Planungen für eine U-Bahn nach Freiham verabschiedet, wird es keine Trambahn geben. Das ist bei der heutigen Haushaltslage vollkommen unrealistisch.
Mehr Geld für den ÖPNV-Ausbau in München! Es wird höchste Zeit!
NatchO
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von NatchO »

Dann muss aber auch eine Tram vom Güterbahnhof Nord über Mossacher Str. direkt zu BMW geplant werden :D
Dann kann man direkt an die Tram am Frakfurter Ring anschließen und schafft vielleicht sogar eine Anbindung an den Petülring.
Valentin
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Re: Warentransport via ÖPNV

Beitrag von Valentin »

andreas hat geschrieben: 09 Apr 2022, 20:06 Ich denke, man denkt zu klein. Man muß die Warenströme in der Stadt anschauen und dann überlegen, was kann man alternativ fahren. der Augustiner z.b. fährt viel Bier von der Innenstadt raus nach Freiham, das könnte man problemlos auf eine Trambahn übertragen - ein Abzweig in die Brauerei und die ohnehin nötige Verlägerung von Pasing nach Freiham.
Und ich bin mir sicher, daß es solche Verkehre genug gibt in München....
Und wie sieht es mit Achslast, Metergewicht, Lichtraum, Spurprofil, Gleisbogenradius und Brückentraglast auf der Strecke aus? Es ist einfach kostengünstiger, die Güter hier auf den LKW aufzuladen und direkt am Ziel abzuladen. Nur einer idealen Welt ohne Priorität auf okale Optimums realisierbar.

Hinzu kommt, daß in München für alle die Immobiliengeschäfte oberste Priorität besitzen. Die Post hat ihre Pakethalle verkauft und die Stadt den Containerbahnhof (=Abschöpfung Planungsgewinn). Jetzt haben wir PWC an representativer Adresse und DHL in einem provisorischen Notbehelf an der Bahn ohne jeden Gleisanschluß. Jede mögliche Fläche Umladeinfrastruktur ist mindestens schon durch Ankerbauten (z.B. vor Paketposthalle) bebaut. Ähnliche Ankerbauten sind für die Fläche des Großmarktes (Veränderungssperre durch Immisionsschutz für Wohngebäude) ebenfalls vorgesehen.
The wonderful thing about being on the right side of history is that we can encourage big tech censorship without any fear that it might one day be used against us.
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