Schnellfahrstrecke Berlin-München

Strecken und Fahrzeuge von DB Fernverkehr und anderen als DB Fernverkehr.
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Tegernseebahn
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Beitrag von Tegernseebahn »

Der Grund sind offenbar Bauarbeiten zwischen Bamberg und Nürnberg, ich zitiere von der Baustellenauskunft:

- Mehrere ICE-Züge werden zwischen Erfurt Hbf und Nürnberg Hbf umgeleitet. Die planmäßigen Zwischenhalte fallen aus. Beachten Sie die bis zu 80 Min. spätere Ankunft/frühere Abfahrt in Nürnberg Hbf/München Hbf.
- Mehrere ICE-Züge werden außerdem zwischen Nürnberg Hbf und München Hbf umgeleitet und halten nicht in Donauwörth, Augsburg Hbf und München-Pasing.
- Mehrere ICE-Züge fallen zwischen Nürnberg Hbf und München Hbf aus.

Grund: Bauarbeiten Nürnberg Hbf – Bamberg

Im August und September sind auch mehrere Sperren drin, die durchaus länger sind.
JeDi
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Beitrag von JeDi »

Tegernseebahn @ 14 Jul 2020, 11:14 hat geschrieben: Im August und September sind auch mehrere Sperren drin, die durchaus länger sind.
Und ab Ende September gehts erst richtig los, da gehts dann nämlich zwischen Leipzig und Berlin über Dessau.
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mmouse
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Beitrag von mmouse »

Tegernseebahn @ 14 Jul 2020, 10:14 hat geschrieben: Der Grund sind offenbar Bauarbeiten zwischen Bamberg und Nürnberg, ich zitiere von der Baustellenauskunft:
Also https://bauinfos.deutschebahn.com schreibt was von Bauarbeiten Nürnberg Hbf – Bamberg "von Freitag, 17. Juli, 22.00 Uhr bis Sonntag, 19. Juli, 24.00 Uhr".

Und deshalb gibt es sowohl diese Woche (13.-17.7.) als auch nächste Woche (20.-24.7.) immer nur zwei statt fünf ICE-Sprinter?

Da ist wohl kaum die Baustelle der Grund...
Ein Vier-Milliarden-Tunnel ist kein Ersatz für ein sinnvolles Nahverkehrskonzept.
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rautatie
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Beitrag von rautatie »

mmouse @ 14 Jul 2020, 12:55 hat geschrieben:
Da ist wohl kaum die Baustelle der Grund...
Naja, vielleicht schon. Wenn die Umleitungsstrecken zu wenig Kapazität haben, müssen vielleicht einige Verbindungen gestrichen werden. Jedenfalls finde ich es zu Coronazeiten ungünstig, wenn das Angebot verknappt wird.
Wo ist das Problem?
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

Bei der ÖBB ist das Motto ein ausgefallener Zug ist nicht verspätet und dafür muss man nix zahlen. <_<
Die DB wird es ähnlich sehen.
Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Naja, im Fernverkehr gibt es keine Besteller, also auch keine Strafen.
Und die Verspätungszahlungen sind doch auch Gutscheine.

Ich denke eher, dass die Ausweichstrecke nicht gar so viel Kapazität hat.
JeDi
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Beitrag von JeDi »

Hot Doc @ 14 Jul 2020, 19:19 hat geschrieben: Naja, im Fernverkehr gibt es keine Besteller, also auch keine Strafen.
Und die Verspätungszahlungen sind doch auch Gutscheine.
Naja, wenn du möchtest, kriegst du einen Gutschein (dafür dann in Höhe von 30 bzw. 60% des Fahrkartenwertes, statt sonst 25/50%). Grundsätzlich wird aber auch bar entschädigt.
einen_Benutzernamen
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

Klar mit einen Gutschein sinkt auch der Gewinn da man über den Betrag keine einnahmen hat.
AK1
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Beitrag von AK1 »

JeDi @ 14 Jul 2020, 18:53 hat geschrieben:
Hot Doc @ 14 Jul 2020, 19:19 hat geschrieben: Naja, im Fernverkehr gibt es keine Besteller, also auch keine Strafen.
Und die Verspätungszahlungen sind doch auch Gutscheine.
Naja, wenn du möchtest, kriegst du einen Gutschein (dafür dann in Höhe von 30 bzw. 60% des Fahrkartenwertes, statt sonst 25/50%). Grundsätzlich wird aber auch bar entschädigt.
Seit wann gibt's diese Gutscheine denn? Ist mir gänzlich neu. Das klingt natürlich gut...
JeDi
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Beitrag von JeDi »

AK1 @ 14 Jul 2020, 21:40 hat geschrieben: Seit wann gibt's diese Gutscheine denn? Ist mir gänzlich neu. Das klingt natürlich gut...
Seit 01.10.17.
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ralf.wiedenmann
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Bahn schreibt Machbarkeitsstudie / betriebliche Aufgabenstellung Erfurt/Deutschlandtakt aus

Beitrag von ralf.wiedenmann »

Bieterportal Deutsche Bahn, 6.4.22: https://bieterportal.noncd.db.de/everga ... 49/details

Auftrag läuft vom 22.8.22-31.5.24.

Ich nehme an, die verkehrliche Aufgabenstellung ist in der zip-Datei enthalten. Wer daran interessiert ist, sollte das Dokument unbedingt abspeichern. Sobald die Ausschreibungsfrist abläuft, kann man darauf nicht mehr zugreifen!
Metropolenbahner
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Re: Bahn schreibt Machbarkeitsstudie / betriebliche Aufgabenstellung Erfurt/Deutschlandtakt aus

Beitrag von Metropolenbahner »

ralf.wiedenmann hat geschrieben: 07 Apr 2022, 17:10 Bieterportal Deutsche Bahn, 6.4.22: https://bieterportal.noncd.db.de/everga ... 49/details

Auftrag läuft vom 22.8.22-31.5.24.

Ich nehme an, die verkehrliche Aufgabenstellung ist in der zip-Datei enthalten. Wer daran interessiert ist, sollte das Dokument unbedingt abspeichern. Sobald die Ausschreibungsfrist abläuft, kann man darauf nicht mehr zugreifen!
Na dann speicher wir gleich hier im Forum:
1 Allgemeine Beschreibung

Mit dem 3. Gutachterentwurf zum Deutschlandtakt wurden Maßnahmen definiert, welche für die Umsetzung des Deutschlandtaktes (kurz: D-Takt) erforderlich sind. Für die nachfolgenden beiden Maßnahmen, welche im Ergebnis einer wirtschaftlichen Betrachtung im Auftrag des BMDV (ehem.
BMVI) in den vordringlichen Bedarf aufgerückt sind, ist eine Machbarkeitsstudie sowie eine Betriebliche Aufgabenstellung (BAst) zu erstellen:

 VDE 8 MzG (Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhöhung) Erfurt – Nürnberg: Verkürzung der Reisezeit Erfurt – Nürnberg auf < 60 Minuten für den Deutschlandtakt; der Untersuchungsraum für die Geschwindigkeitserhöhung begrenzt sich auf den Abschnitt Breitengüßbach – Erfurt (Strecke 5919) mit Befahrgeschwindigkeiten < 300 km/h

 D-Takt (Deutschlandtakt) Erfurt:
Neubau von Überwerfungsbauwerken Erfurt Hbf im Ost- und Westkopf und korrespondierende Spurplananpassungen; Kapazitätssteigerung bzw. Engpassauflösung aufgrund Mengenausweitung SPFV und SPNV, halbstündliche SPFV-Korrespondenz im Knoten Erfurt mit kurzen Haltezeiten und parallelen Ein- und Ausfahrmöglichkeiten, Anschlussherstellung

1.1 Zu planende Maßnahmen
1.1.1 VDE 8 MzG (Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhöhung) Erfurt – Nürnberg Ziel der Maßnahmen ist die Verkürzung der Reisezeit zwischen Erfurt – Nürnberg auf < 60 Minuten für den Deutschlandtakt. Der Untersuchungsraum für die Geschwindigkeitserhöhung begrenzt sich auf den Abschnitt Breitengüßbach – Erfurt (Strecke 5919). Dabei sind nur die Abschnitte zu betrachten, auf welchen die Befahrgeschwindigkeit < 300 km/h beträgt. Daher sind die weiteren Untersuchungen auf den südlichen Bereich der Neubaustrecke sowie die erweiterte westliche Einfahrt in den Bahnhof Erfurt zu beschränken. Es sind Wechselwirkungen mit den Maßnahmen im Knoten Erfurt (Neubau Überwerfungsbauwerke und korrespondierende Spurplananpassungen) zu berücksichtigen und zu bewerten, da diese ebenfalls relevant für eine Fahrzeitreduzierung sind. Da die Inbetriebnahme der VDE 8.1 erst in 12/2017 erfolgt ist und die Anlagen sich in einem sehr guten Zustand befinden, sollen diese, soweit möglich, erhalten bleiben und
bestehende Reserven genutzt werden. Die Geschwindigkeitserhöhung soll weitestgehend unter Beibehaltung der Trassierungsachse bzw. mit nur geringfügigen Trassierungskorrekturen erfolgen.

Betroffene Gebietskörperschaften:
Thüringen, Bayern sowie Landkreise entlang der Str. 5919
Eisenbahnbetriebliche und verkehrliche Verhältnisse: Bei der zu planenden Maßnahmen handelt es sich um eine Strecke mit hoher verkehrlicher
Bedeutung. Alle Maßnahmen sind daher so zu planen, dass die baubetrieblichen Einschränkungen auf das technologisch unumgängliche Maß reduziert werden.

1.1.2 D-Takt (Deutschlandtakt) Erfurt; Neubau von Überwerfungsbauwerken Erfurt Hbf im Ost- und Westkopf und korrespondierende Spurplananpassungen Ziel der Maßnahme ist die Kapazitätssteigerung und Engpassbeseitigung aufgrund der geplanten Mengenausweitung SPNV und SPFV sowie Erhöhung der Fahrplanstabilität für den Deutschlandtakt. Hierbei sind östlich und westlich von Erfurt Hbf geeignete Standorte für Kreuzungsbauwerke zu identifizieren und zu planen, durch welche eine Leistungssteigerung des Knotens zur Bewältigung des zukünftigen Betriebsprogrammes ermöglicht wird. Die Planung der Kreuzungsbauwerke schließt notwendige Spurplanänderungen als Folgemaßnahmen im Knotenbereich Erfurt aus den Anforderungen des Deutschlandtaktes mit ein. Maßgebend hierbei sind die bahnsteiggleichen Korrespondenzen im Schienenpersonenfernverkehr an den Bahnsteiggleisen 1 und 2 (Fahrtrichtung West) sowie 9 und 10 (Fahrtrichtung Ost) und die zeitgleiche Nutzung der Bahnsteiggleise 3-8 für den Schienenpersonennahverkehr, was im Bestandsspurplan zu Fahrstraßenausschlüssen und Engpässen an beiden Bahnhofsköpfen führt. Der Untersuchungsraum wird durch die Betriebsstellen (jeweils einschließlich) Neudietendorf, Vieselbach, Erfurt Ost und Erfurt Nord begrenzt. Auszug Abschlussbericht Deutschlandtakt vom 31.08.2021, Seite 58:
„(…). Der Knoten Erfurt zur vollen und halben Stunde strukturiert das Angebot in Ostdeutschland:
– Die halbstündliche Korrespondenz in Erfurt stellt den Halbstundenrhythmus München /
Frankfurt – Erfurt – Berlin / Leipzig sicher

– Ausgehend vom Knoten in Erfurt zur vollen und halben Stunde werden die Knoten Halle (00/30), Leipzig (15/45) und Dresden (30) abgeleitet. Diese sind wiederum strukturgebend für die Landesteile im Nahverkehr.

– Die abgeleiteten Überwerfungen in Erfurt sorgen für kurze Zugfolge- und Übergangszeiten in der Korrespondenz und dienen der Engpassauflösung.
Abbildung: Auszug Abschlussbericht Deutschlandtakt vom 31.08.2021, Seite 126
Abbildung: Auszug Abschlussbericht Deutschlandtakt vom 31.08.2021, Netzgrafik Bereich Erfurt
Zu beachtende betriebliche bzw. verkehrliche Rahmenbedingungen lauten:

 es ist in Abhängigkeit von der Lage der Überwerfungsbauwerke stets mindestens eine Entwurfsgeschwindigkeit zu wählen, welche auf allen von der Planung betroffenen Gleisen keine Geschwindigkeitsreduzierung bzw. Fahrzeitverlängerung gegenüber dem Bestand erwirkt; für das Überwerfungsbauwerk West ist eine Geschwindigkeitserhöhung anzustreben

 die maximale Gradiente soll 12,5 Promille betragen, Abweichungen davon sind mit dem AG abzustimmen Parallel zum Planungsprozess des Auftragnehmers erfolgt die Erarbeitung der Verkehrlichen Aufgabenstellung (VAst) sowie der Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen
Untersuchungen (EBWU) durch den Auftraggeber, welche in den Leistungsbereichen 1-4 zu berücksichtigende Varianten und Erkenntnisse des Auftraggebers darstellen werden.
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Iarn
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Iarn »

Ich hatte in letzter Zeit mehrfach die Situation, dass der ICE 1006 7:55 ab München nach Berlin inklusive 1. Klasse ausgebucht war und ich früher fahren oder fliegen musste.
Die DB sollte da dringend mehr Kapazitäten bereit stellen.
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Mühldorfer »

Iarn hat geschrieben: 15 Jun 2022, 17:02 Ich hatte in letzter Zeit mehrfach die Situation, dass der ICE 1006 7:55 ab München nach Berlin inklusive 1. Klasse ausgebucht war und ich früher fahren oder fliegen musste.
Die DB sollte da dringend mehr Kapazitäten bereit stellen.
Früher fahren, warum nicht, von Mühldorf oder Rosenheim ist München-HBF vor 06:00 erreichbar.
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Iarn
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Iarn »

In dem Fall ja, aber die meisten dürften sich dann schnell für den Flieger entscheiden, wo man noch die Wahl der Uhrzeit hat.
Die Bahn punktet vor allem mit der zeitlichen Flexibilität. Ist die nicht mehr gegeben, dann wirken 27x€ für ein Corporate Flexibilität Ticket schnell unattraktiv.
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Rohrbacher
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Rohrbacher »

Iarn hat geschrieben: 16 Jun 2022, 09:36 dann wirken 27x€ für ein Corporate Flexibilität Ticket schnell unattraktiv.
Kann ja gar nicht sein, wenn der Zug oft ausgebucht sein soll ... !? ;)
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Jojo423
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Jojo423 »

Iarn hat geschrieben: 16 Jun 2022, 09:36 In dem Fall ja, aber die meisten dürften sich dann schnell für den Flieger entscheiden, wo man noch die Wahl der Uhrzeit hat.
Die Bahn punktet vor allem mit der zeitlichen Flexibilität. Ist die nicht mehr gegeben, dann wirken 27x€ für ein Corporate Flexibilität Ticket schnell unattraktiv.
Kann es sein, dass die nicht mögliche Buchbarkeit von Zügen zugenommen hat? Mir sind in der letzten Zeit auch vermehrt solche Zugfahrten aufgefallen (sowohl von der Schweiz nach München, als auch von München nach Berlin). Früher™ war das meines Erachtens nicht so schlimm, oder liege ich da falsch? Evtl. hat die Bahn auch intern in ihren System das angepasst, unter Umständen auch durch eine besser Prognose der voraussichtlichen Menge an Fahrgästen.
Viele Grüße
Jojo423
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Lobedan
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Lobedan »

Es sind messbar mehr Menschen im Zug unterwegs und das ganz unabhängig vom 9 Euro-Ticket. Nach Ostern kursierte eine Zahl von +20 % gegenüber 2019 und auch die langen Wochenenden zu Himmelfahrt, Pfingsten und jetzt Fronleichnam zeigen eine höhere Auslastung trotz 9 Euro-Ticket. Auch die Reisezentren berichten von gestiegener Nachfrage an Buchungen und das zunehmend zu Zielen (Entfernungen), die früher sehr selten gebucht wurden.

Hier dürften sich die gestiegenen Spritpreise durchaus bemerkbar machen und auch auf den Flughäfen läuft es ja derzeit absolut nicht rund, da scheinen sich doch zunehmend mehr Menschen auf die Bahn zu verlassen.
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von 146225 »

Lobedan hat geschrieben: 16 Jun 2022, 13:51 [...] da scheinen sich doch zunehmend mehr Menschen auf die Bahn zu verlassen.
Wo sie dann - zumindest bei DB Fernverkehr - aber leider auch oft ordentlich verlassen sind. Elemente wie die Baustelle auf der zentral gelegenen Riedbahn (Mannheim-Frankfurt) haben in den letzten Wochen die Pünktlichkeit in teilweise absurd grottige Sphären abstürzen lassen. So gesehen ist also Bahnfahren tatsächlich günstig, weil das Ausfüllen eines Fahrgastrechte-Formulars ja zwischenzeitlich schon dazu gehört.
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TramBahnFreak
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von TramBahnFreak »

146225 hat geschrieben: 16 Jun 2022, 20:11Elemente wie die Baustelle auf der zentral gelegenen Riedbahn (Mannheim-Frankfurt) haben in den letzten Wochen die Pünktlichkeit in teilweise absurd grottige Sphären abstürzen lassen.
Die Ersatzzugquote bei den Chur-ICEs liegt in den letzten Wochen bei stabilen 100%*.

(*Von allen Zügen, die ich tagesaktuell geprüft habe. Das dürfte etwa 60-70% der Gesamtheit aller Züge (2 pro Tag) ausmachen.)
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Lobedan
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Lobedan »

146225 hat geschrieben: 16 Jun 2022, 20:11 Wo sie dann - zumindest bei DB Fernverkehr - aber leider auch oft ordentlich verlassen sind. Elemente wie die Baustelle auf der zentral gelegenen Riedbahn (Mannheim-Frankfurt) haben in den letzten Wochen die Pünktlichkeit in teilweise absurd grottige Sphären abstürzen lassen. So gesehen ist also Bahnfahren tatsächlich günstig, weil das Ausfüllen eines Fahrgastrechte-Formulars ja zwischenzeitlich schon dazu gehört.
Ja, ich weiß, ich bin selbst davon betroffen, da ich seit 5 Wochen regelmäßig nach Stuttgart muss und letzte Woche auch eine Stunde lang das Vergnügen hatte, das Mannheimer Chaos zu bewundern.
Aber die Leute fahren eben trotzdem Zug. Trotz Überfüllung und Stehplätzen für Stunden, trotz absurden Ansagen auf den Bahnsteigen, widersprüchlichen Informationen im Navigator und ohne Verlass auf irgendwelche Anschlüsse (ich habe schon lange nicht mehr erlebt, dass ein Zug auf einen anderen gewartet hat).
Also entweder ist es anderswo (Autobahn, Flughafen) noch schlimmer oder es läuft einfach noch zu viel gut und richtig bei der Bahn. Vielleicht sind die Menschen durch Pandemie und Homeoffice auch einfach etwas geduldiger geworden und geben nicht mehr so viel auf jede Minute, die ihnen geklaut wird. Ändern kann man als Fahrgast ja meist eh nichts an der Situation, also wozu noch aufregen?
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Entenfang
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Entenfang »

146225 hat geschrieben: 16 Jun 2022, 20:11 Wo sie dann - zumindest bei DB Fernverkehr - aber leider auch oft ordentlich verlassen sind. Elemente wie die Baustelle auf der zentral gelegenen Riedbahn (Mannheim-Frankfurt) haben in den letzten Wochen die Pünktlichkeit in teilweise absurd grottige Sphären abstürzen lassen. So gesehen ist also Bahnfahren tatsächlich günstig, weil das Ausfüllen eines Fahrgastrechte-Formulars ja zwischenzeitlich schon dazu gehört.
Wobei das aber eindeutig ein Versagen irgendwo in der Planung ist. Ich komme regelmässig durch 2 Schweizer Großbaustellen durch (Liestal mit zeitweise Eingleisigkeit) und Bern (2 Gleise gesperrt) und trotzdem nicht jeden Tag eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit.
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- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von 146225 »

Entenfang hat geschrieben: 18 Jun 2022, 22:25
Wobei das aber eindeutig ein Versagen irgendwo in der Planung ist. Ich komme regelmässig durch 2 Schweizer Großbaustellen durch (Liestal mit zeitweise Eingleisigkeit) und Bern (2 Gleise gesperrt) und trotzdem nicht jeden Tag eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit.
Auch. Es ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass für die Planung von derartigen Baustellen das Personal so knapp ist wie für alles andere. Dazu noch das übliche tägliche Störungsdurcheinander beim Fernverkehr wir bei allen anderen EVU, und selbst wenn das wie durch ein Wunder ausbleibt, dann hat man noch lange nicht gewonnen, denn dann kommt DB Netz mit Stellwerk-, Weichen- oder Signalstörungen um die Ecke.
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Rohrbacher »

146225 hat geschrieben: 19 Jun 2022, 10:40 Es ist sicher auch dem Umstand geschuldet, dass für die Planung von derartigen Baustellen das Personal so knapp ist wie für alles andere.
Denk an's Bundesbahndefizit!!!!!111elf1!! Deswegen: Mit ganz vielen "schlanken Strukturen" wirtschaftlich arbeiten und wettbewerbsfähig sein! Sonst motzen eh wieder alle, wir hätten an zu vielen Tagen zu viele Leute, die nur Däumchen drehen, zu viel Geld kosten, zu viel Wasserkopf, zu viele schlecht ausgelasteten Maschinen und Fahrzeuge, gar noch Reserven irgendwie, bäh! Hauptsache wir haben genug Leute, um schon kleine Arbeiten, die früher mal eine örtliche Bahnmeisterei erledigt hat bzw. im Straßenverkehr heute noch der örtliche Bauhof macht, mit viel Vorlauf rechtskonform extern ausschreiben zu können, mit tausend anderen Firmen koordiniert zu kriegen und wenn das wieder mal nicht klappt, damit gebunden sind, das Chaos dann zusätzlich noch zu verwalten, was sich dann wie im Schneeballsystem irgendwann kumuliert. Es ist halt immer die gleiche Platte ... sorry.
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Rohrbacher
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von Rohrbacher »

Übrigens läuft doch auch was verkehrt, wenn wir einmalig zusätzlich Milliarden von Steuereuros für ein befristetes 9-Euro-Monatsicket im staatlich organisierten "Nahverkehr" ausgeben (müssen?), während gleichzeitig die noch verfügbaren Tickets in der privatwirtschaftlichen Parallelwelt namens "Fernverkehr" für eine einfache Fahrt von München nach Berlin morgen Vormittag zwischen 115,90 und 242,60 Euro liegen.
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rautatie
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Re: Schnellfahrstrecke Berlin-München

Beitrag von rautatie »

Ich finde das Fahren im Fernverkehr momentan recht anstrengend wegen der vielen Umleitungen und Baustellen. Das führt beispielsweise unter anderem dazu, dass nicht die regulären Bahnhöfe bedient werden, sondern Ausweichbahnhöfe. Wenn man in einer Stadt ankommt, ist es (für mich) nicht mal so wichtig, wo ich ankomme, aber wenn man von dort abfahren will, und jeder Fernzug von einer anderen Haltestelle abfährt, macht es das durchaus kompliziert. Ich denke da an Situationen wie Mannheim (wahlweise wird auch stattdessen Heidelberg bedient), Frankfurt (Hauptbahnhof oder Südbahnhof), Stuttgart (Hauptbahnhof oder Esslingen), Köln (Hauptbahnhof, Messe/Deutz oder Ehrenfeld). Und wer im Ruhrgebiet in einen ICE einsteigen kann, muss Glück haben, um einen Bahnhof zu erreichen, von dem der gewünschte Zug auch abfährt, sofern die Fahrstrecke nicht kurzfristig aufgrund spontaner Umleitungen geändert wird (z.B. Gelsenkirchen statt Essen).
Wo ist das Problem?
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