Württembergische Schwarzwaldbahn

Alles über Eisenbahn, was woanders nicht passt.
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Olympiatriebwagen
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Jogi
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Jogi »

Olympiatriebwagen hat geschrieben: 15 Nov 2022, 15:15 Schwarzwälder Bote

Thema: Infrastruktur in der Region
Scharfe Kritik an Querschüssen aus Stuttgart

Die in Haiterbach ansässige Initiative Infrastruktur Nordschwarzwald (IIN) nimmt sich der Hesse-Bahn an. Bei einer selbst ausgerichteten Veranstaltung nahmen die Vertreter der Initiative den Kreis Böblingen und besonders den Verband Region Stuttgart ins Visier.

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inha ... 972ba.html
Okay, der SWB-Artikel scheint sich mit der gleichen – nein, mit der selben Veranstaltung zu befassen, über die in der StN bereits sechs Tage vorher publiziert wurde. Hat sich der berittene Bote da im Schwarzwald verirrt oder warum dauerte das so lange (und warum wohl wird kein Datum zur Veranstaltung genannt)?

Zwei Anmerkungen zu dem da aufgemachten Thema:

Die „Initiative Infrastruktur Nordschwarzwald“ (ruhig mal in die Suchmaschine nach Wahl eingeben und die paar Ergebnisse überfliegen) und die BAUS (ich schenk mir in dem Beitrag mal die dämlichen Punkte dazwischen) versuchen wohl ein neues Framing entwickeln zu wollen, um einen der auffälligen Kritikpunkte an ihrem CALEX 2.0 scheinbar entkräften zu können: 55 cm Einstiegshöhe der HHB und 96 cm der S-Bahn sind nicht kompatibel. Im SWB-Artikel heißt es, die Region Stuttgart soll
"ihre Querschüsse, die sie seit vielen Jahren gegen die Hesse-Bahn führt, ein[]stellen"
und sie
versuche […], die Bahnsteige exklusive für die S-Bahn umzubauen. Dies führe dazu, dass Fahrgäste der Hessebahn [sic] diese nicht nutzen können.
Mit den Bahnsteigerhöhungen und -modernisierungen solle also absichtlich eine Verlängerung der HHB weiter in das S-Bahn-Netz hinein verhindert werden. Ich hab mich schon öfters gefragt, was deren Lösung dieses Problems ist. Mit so einer plumpen habe ich nicht gerechnet.

Das ist eine mindestens wagemutige Erzählung, in der Gut und Böse klar verteilt werden. Der CALEX-Gedanke wurde einmal um 2015, 2016 platziert, dann blieb es lange ruhig um ihn. Ab (der späten) Mitte 2020 wurde die dann als MEX markierte CALEX-Idee wieder verstärkt öffentlich postuliert, beispielhaft eine BAUS-PM vom 2. August 2021 und eine BAUS-PM vom 1. November 2020. Aber auch ein Jahr zuvor wurde Gedanke, wenn auch weniger prominent, geäußert (BAUS-PM vom 29. September 2019). Von den nicht harmonisierenden Bahnsteighöhen ist übrigens nirgendwo die Rede. Das ist der Zeitrahmen, in dem der CALEX-MEX in die Öffentlichkeit gehoben wurde. Während dieser Zeit müsste der VRS darauf reagiert und beschlossen haben, „exklusiv für die S-Bahn“ Bahnsteige umzubauen.

Wichtigste Sitzungsvorlage in dem Themenkomplex Barrierefreiheit ist die Vorlage 148/2021 (PDF) der Sitzung vom 21. Juli 2021, die verschiedene Aspekte und Zustandekommen der Entscheidungen beschreibt. Darin wird auch die Vorlage 337/2019 (Sitzung vom 26. Juni 2019) verwiesen. Darin steht, dass bereits 2015 für sechs als vordringlich ausgemachte Stationen die Planungsmittel zum Umbau auf S-Bahn-Eingstiegshöhe freigegeben werden sollen, zwei weitere Stationen wurden „für die unmittelbar nachfolgenden Planungen vorgeschlagen“, „um eine Realisierung bis 2030 zu ermöglichen.“ Zu diesen zwei Stationen gehört Leonberg. Der VRS hat also diesen Bahnhof seit Sommer 2019 auf dem Schirm zur Erhöhung. Mit allen Vorplanungen bei der DB hat der VRS da also sehr schnell gehandelt, quasi binnen Wochenfrist. Eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Öffentliche Verwaltung. In Deutschland.

(Hier bitte eingespieltes Konservenlachen vorstellen)

Dass IIN und BAUS hier ziemliches Blech erzählen, um ihren Traum einer richtigen Eisenbahn zwischen Bad Liebenzell (ja, Bad Liebenzell ist jetzt der neue heiße Schei*, Calw alleine reicht nicht mehr) am Leben zu erhalten, lässt sich auch ohne die ganzen Quellen aufzeigen. Es ist aber interessant zu sehen, wie lange so was Einfaches wie eine Bahnsteigerhöhung vorgeplant und finanziert werden muss. Renningen, zweiter Zwischenhalt im S-Bahn-Netz, an dem der CARL MEX halten soll, damit „der Bosch-Ingenieur“ nicht meiner popeligen, zugesprayten S-Bahn zom Schaffe fahren muss, so Hajo Knupfer, wurde im Rahmen des S60-Ausbaus mit 96 cm hohen Bahnsteigen ausgestattet (wodurch, am Rande gesagt, die kurze S60 die einzige S-Bahnlinie Stuttgarts ist, an der an allen Stationen ein niveaugleicher Einstieg möglich ist, zumindest wenn sie als Kurzzug fährt). Das war 2011, 2012. Der CAMEL wurde Ende 2015 aus der Taufe gehoben.

Eigentlich erschreckend zu sehen, wie aus so etwas Banalem wie Umbau von Stationen, die seit der Eröffnung der Eröffnung der S6 anno 1978 nicht grundsätzlich angefasst wurden, abgesehen von Aufzugeinbauten sowie außer eben Renningen mit der S60 und Malmsheim mit dem zweigleisigen Ausbau 2006, eine Verschwörungserzählung gestrickt wird, der böse VRS wolle der guten Idee vom eigenen Misthaufen Knüppel zwischen die Beine werfen. Das macht er ohne Zweifel, nur dafür braucht er keine Bahnsteige und Realisierungszeiträume von acht bis zehn Jahren, die S62 in Kombination mit freiem Netzzugang reicht vollkommen aus. Das ist der Sylt Shuttle plus Württembergs, einfach die Trasse mit längeren Zugfahrten besetzen und der Netzbetreiber gibt dir den Zuschlag.

Es ist auch bemerkenswert, wer in der neuen Erzählung jetzt in veränderter Rolle auftaucht: der Kreis Böblingen, in der September-Satire noch als Hauptbremser markiert. Fast noch bemerkenswerter, das Land wird gar nicht erwähnt, wo es doch im August 2021 noch so für eine durchgehende Verbindung war, wenn man der BAUS glauben mag. Sachen gibt's.

Weiter oben habe ich Hans-Joachim Knupfer sinngemäß zitiert, Pressesprecher bei der SSB, vergleichbare Funktion bei der BAUS und ohne Zweifel profunder Kenner der historischen WSB. Duktus und Inhalt nach hat er bei DsO ein Statement zu dem gleichen – nein, selben Thema hingeschrieben. Da sind Punkte drin… Gerade die inhärente Widersprüchlichkeit, dass er die selber nicht merkt:
Fünf-Minuten-Takt der S-Bahn und am stärksten belasteter Zulauf in den S21-Keller, aber mit ETCS lässt sich das alles höhengleich kreuzen. Einmal die Stunde, ist aber ein MEX.
Da redet die BAUS von Zukunft, besser, Weiterentwicklung usw., wenn der CARAMEL zwischen Stuttgart und Calw besonders schnell und pünktlich fährt, während die S-Bahn auf der gleichen – nein, auf der selben Strecke noch mehr Verspätung bekommt; jetzt preisen sie sogar eine mögliche Direktverbindung zwischen Stuttgart und Bad Liebenzell an, wozu von Calw Hp WSB weiter nach "Calw Süd", einem neu zu errichtenden Betriebs- oder Personenbahnhof gefahren, die Fahrtrichtung gewechselt und wieder über Calw Hp der Nagoldtalbahn gefahren werden müsste. Warum jetzt gerade die Kurstadt Bad Liebenzell, wo es sich genauso anfühlt wie es klingt? Vermutlich weil es es früher mal so was, als in den 1950ern (oder vielleicht sogar bis in die 60er rein) sonntags ein Dampfer die Relation befuhr und man was braucht, um ein S-Bahn-Ende in Calw negativ zu markieren. Aber dann ausgerechnet Bad Liebenzell-Stuttgart? Wenn das mal nicht zurück in die Zukunft ist.

Der Vollständigkeit halber, Hauptmotivation dürfte sein, die Verlängerungsoption anzupreisen. Er spricht auch von Wildberg, also eine Weiterführung ab Calw nach Süden, dann naheliegfend bis zum Bf Nagold. Dort sind Diskussionen und Voruntersuchungen recht weit gediehen über eine bessere oder direkt Verbindung nach Stuttgart. Im Raum stehen als Alternativen (i) Ausbau der Bestandsstrecke über Hochdorf, Eutingen, Herrenberg; (ii) Bau einer Regionalstadtbahn-Trasse, die den steilen Abstieg ins Nagoldtal besser schaffen könnte; (iii) Transportsystem Bögl zwischen Herrenberg und Nagold; (iv) Verbesserung des Busverkehrs auf diesem Abschnitt. Es wäre ein leichtes, die HHB da als weitere Alternative einzubringen. Wie man da ausgerechnet auf Bad Liebenzell-Stuttgart kommt...

Noch witziger die Auslassung über die Express-S-Bahn, bezeichnet als
schon ein Widerspruch in sich[.]
Klar, kann so gesehen werden, wobei die AVG da wohl fast schon schwarz-rot anlaufen würde. Die Kritik wäre halt ungleich glaubwürdiger (dafür auch weniger witzig), wenn nicht auf der BAUS-Homepage sowie mit dem eigenen c/o im zugehörigen PDF ein Konzept der
Durchbindung [sic] S60 als Express-Linie Richtung Stuttgart
stehen würde.

Diese "S60-Ex" solle übrigens auch in Feuerbach enden.
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Schwarzwälder Bote

Thema: Regionalverband NSW
Riegger wirbt für Widerstand gegen Region Stuttgart

Hermann-Hesse-Bahn, Express-S-Bahn, Metropolexpress – der Verwaltungs-, Wirtschafts- und Verkehrsausschuss (VWV) des Regionalverbands Nordschwarzwald wollte es einmal genau wissen, wie der aktuelle Sachstand dazu ist. Und ließ sich dazu vom Kreis Calw ausführlich aufklären.

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inha ... d4ff7.html
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Ausschreibungen Deutschland

H 09-22 HHB Turm-Rohbau Referenznummer der Bekanntmachung: H 09-22

https://ausschreibungen-deutschland.de/ ... _2022_Calw
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Macherinnen und Macher der Mobilitätswende ausgezeichnet

Die Bürgeraktion „Unsere Schwarzwaldbahn“ mit Erwin Eisenhardt hat dazu beigetragen, dass bald schon die Hermann-Hesse-Bahn ihren Dienst wieder antritt.

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/se ... gezeichnet
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Leonberger Kreiszeitung

Thema: Engagement für die Hesse-Bahn überzeugt
Renninger Erwin Eisenhardt gewinnt Mobilitätspreis

https://www.leonberger-kreiszeitung.de/ ... ac7ce.html
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Re: Württembergische Schwarzwaldbahn

Beitrag von Olympiatriebwagen »

Schwarzwälder Bote

Thema: Erste Fahrt mit Zügen der Hermann-Hesse-Bahn

Künftig sollen sie auf der Hermann-Hesse-Bahn eingesetzt werden: emissionsfreie Züge von Siemens. Bei der Probefahrt überzeugte das Modell.

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inha ... 7794f.html
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