Genau, es ist dein privates Wahl- und Demokratieverständnis, mehr nicht.Cloakmaster hat geschrieben: ↑24 Mär 2026, 20:10 So rein von meinem Wahl- und Demokratieverständnis her
Tatsächlich wählen die Wähler ein Gremium zusammen und die finden dann untereinander ihre Mehrheiten, wenn's sein muss auch Platz 2 und 3 oder vielleicht bald mal im Osten alle gegen die AfD. Es geht zwar in der Regel ein "Auftrag" an die stärkste Fraktion, aber wenn die keine Regierung zusammenbringt, weil z.B. die beiden Regierungsoptionen der CDU 2011 in Baden-Württemberg lieber zusammen ohne die CDU eine Mehrheit haben, dann ist das so. Das kann sich sogar während der Legislatur ändern, wenn in einem Dreiparteienparlament wie dem Bundestag 1982 die FDP die SPD verlässt und nun der CDU zu einer Mehrheit verhilft. Möglich ist auch, dass man als Minderheitsregierung, wenn andere keine größere zusammenbringen, mit Einzelstimmen aus der Opposition arbeitet. Das ist alles nicht undemokratisch oder gegen irgendwelche Regeln, das ist einfach nur Demokratie.
Nur weil die Wähler irgendwo z.B. die CDU auf Platz 1 und die AfD auf Platz 2 gewählt haben, heißt das auch weder, dass sich "das Volk" eine CDU/AfD-Regierung wünscht, noch heißt es des das Gegenteil. Es heißt einfach gar nichts. Das einzige, was die Wähler bestimmt haben, ist die Zusammensetzung des Parlaments bzw. des Stadtrats. Punkt.
Insbesondere in der Kommune braucht's eigentlich eh keine festen Koalitionen, weil das eine Sachthema hoffentlich auch in München eh eine CSU/SPD-Mehrheit hat, das andere eine SPD/Grüne/FDP/ÖDP und was weiß ich und beim nächsten stimmen aus allen Parteien Leute dafür oder dagegen, weil da vielleicht die Zugehörigkeit zum Stadtteil mehr ausmacht als die Partei. Jedenfalls wählen kommunal auch die Wähler weniger nach Partei als nach Person, Ortsteil, Verein, Familie etc. oder auch nach einer Haltung zu irgendeinem ganz heißen, alles überragendem Großthema. Wer in so einem Gremium sitzt, weiß daher auch, dass Parteispielchen nicht alles sind.