ausgerüstet mit diversen Occitanie Rail Tour Tickets habe ich mich aufgemacht zwei Wochen die Region Occitanie zu erkunden. Vor dem Hintergund der recht hohen Normalpreise der TER sind 10€ für ein Tagesticket echt ein Schnäppchen. Ich hatte mich in Nîmes, Perpignan und Toulouse einquartiert und dann jeweils das Umfeld erkundet. Der Wettergott war ein wenig launig: Von brennender Sonne, wo ich Lichtschutzfaktur 50 Sonnencreme ausgepackt habe, bis Dauerregen war alles dabei. Aber es gibt ja kein falschen Wetter, sondern...
Montpellier
Seit einigen Jahren hat Montpellier neben dem Bahnhof St Roch direkt in der Stadt einen weiteren am Stadtrand: Montpellier-Sud-de-France der an der Schnellfahrstrecke Contournement de Nîmes et Montpellier liegt. Am Anfang war der Bahnhof aus Montpellier nur per Bus erreichbar. Mittlerweile fährt die Straßenbahn bis dahin. Für die Einwohner von Montpellier ist der ÖPNV gratis. Als Gast kann man Tickets für 90min, 4h und (Mehr-)Tageskarten erwerben. Ich bin mit einer 4h-Karte losgezogen.
Der Bahnhof Sud im Regen. Wenigstens der Regenbogen auf dem Boden bringt ein wenig Farbe ins Bild

Innen sehr luftige Architektur. Vorallem die geschwungene Decke hat was. Und natürlich hat der Bahnhof die bei der SNCF mitterweile übliche Zugangsbarrieren am Abgang zum Gleis

Es gibt noch eine obere Ebene mit einem Wartebereich

Die Gleisanordnung und die Verteilung der 4 Bahnsteige wirkt ein wenig unorthodox

Den Bahnhof in Aktion zu erleben war mir nicht vergönnt, weil das Zugangebot doch eher überschaubar ist. Daher weiter zur Tram: Ein Blick ins Innere

Der Fahrgastinfomonitor zeigt die Route der Ringlinie auf der ich unterwegs war

Die Trams in Montpellier sind bekannt für ihre Farbgebung: Die Lakierung der Fahrzeuge paßt i.d.R. zur Farbe der Linie auf dem Netzplan. Zwei Exemplare am Rande der Altstadt


Durch den Triumphbogen Porte du Peyrou geht es in die Altstadt

Eine Kathedrale hat Montpellier natürlich auch


Gegenüber vom Trumpfbogen liegt das Chateau d'eau Peyrou

das vom Aqueduc de Saint-Clément gespeist wurde. Das im 17 Jahrhundert gebaute Äquadukt war bis Anfang der 1980er Jahre in Benutzung. Heute ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Soviel von einem Dauerregenabstecher nach Montpellier. Einen kurzen Hüfer per TER weg liegt Agde.
Agde
Weithin sichtbar: Die Kathedrale - was auch sonst.

Wobei die aus der Nähe eher was von Trutzburg hat

Inneren heller Stein am Altar und Farbe

Architektur aus dunklem Stein findet sich auch viel in der Altstadt

An sowas kann ich mich nie sattsehen

Der lachfarbene Bahnhof von Agde


Zum einen liegt Agde am Fluß Herault, zum anderen führt aber auch der Canal du Midi durch die Stadt (Der Kanal sollte mir noch einige Mal in dem Urlaub begegnen). Der Kanal führt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs vorbei. Spontanschnappschüsse beim Wandern am Kanal. Intercites und Fracht geben sich die Ehre auf der Kanalbrücke



Kurios: Die Ecluse Ronde (runde Schleuse). Sie drei Ausgänge und erlaubt so zum einen den Weg vom Kanal zu Fluß Herault (geradeaus) und andererseits das Abbiegen Richtung Agde (rechts)

Kurz nach dem Kanal überquert die Bahn auch den Fluß Herault: Ouigo über Wasser hat was (und bringt einen Farbklecks ins graue Wetter

Sète
Auf dem Rückweg nach Nîmes habe ich noch einen Stop in Sète eingelegt. Mein TER verläßt den Bahnhof

Die Art von Bahnhofshallen hat für mich ihren ganz eigenen Charme

Neben der SNCF bietet auch Renfe Verbindungen nach Spanien. Ein AVE vermutlich Richtung Lyon oder Marseille

Diesmal keine Lachsfarbe

Da Sète auf einer Landzunge/Halbinsel liegt und noch von diverse Kanälen durchzogen ist, sind Wasser und Brücken allgegenwärtig. Bei der Innenstadt kam halbes Venedigfeeling bei mir hoch



Nahe des Bahnhofs: Klappbrücke für Autos

Dahiner liegt die Klappbrücke der Bahnstrecke: TER Occitanie und zweimal Gütermann



Fahrt über die Brücke erfolgte mit gesenktem Stromabnehmer.
Pont-du-Gard
Und als Abschluß das Sightseeing Hightlight des Urlaubs: Der Aquädukt von Pont-du-Gard. Oder um es mit Monty Python zu sagen: What have the Romans ever done for us? The aqueduct.
Irgendwann im ersten Jahrhundert erbaut, überspannt es den Fluß Gardon. Verglichen damit ist das Aquädukt in Montpellier ein Jungspund. Obwohl es erwanderbar (ca. 4km weg) eine befahrene Bahnstrecke und den Bahnhof Remoulins gibt, mußte ich mit dem Bus dahin fahren, weil es aktuell keinen regelmäßigen Personenverkehr nach Remoulins gibt. Das soll sich in den nächsten Jahreen aber wohl ändern. Von der Bushaltestelle "Vers-Pont du Gard Rond-point Pont du Gard" war es nur ein kurzer Fußweg. Zugang zum Viadukt ist frei. Nur die Ausstellungen im Besucherzentrum kosten Eintritt. Auf der untersten Ebene kann man das Aquädukt überqueren. Auf die oberste Ebene kommt man wohl mit einer Führung - habe ich nicht gemacht. Einfach anschauen und genießen.



War ein wunderschöner Tagesausflug mit ein bißchen Wandern rechts und links des Gardon und genießen der Ausblicke


Das soll es bisher gewesen sein. Ich hoffe es hat gefallen. Wenn gewünscht, kann ich gerne noch ein wenig mehr in meinen Fotos stöbern
Adieu
Charly