Rohrbacher hat geschrieben: ↑09 Jul 2026, 16:33
Hat das jemand behauptet? Aber weiter in der Fläche war der Fernverkehr vor dem großen Kalschlag auf jeden Fall, nur darum geht's mir jetzt hier.
Falsch. In der Fläche wurde der Fernverkehr mit den IR deutlich ausgebaut. Schau dir doch einmal an, was an D/FD auf der Schwarzwaldbahn, auf der Südbahn, oder im Allgäu 1984 oder auch 1987 los war. Eine Handvoll D, die oft auch nicht jeden Tag gefahren sind. An Wochenenden gab es Zeiten, wo auch mal deutlich mehr als 2h gar nichts gefahren ist. 1993 gab es Stundentakt und mindestens alle 2h Fernverkehr.
Rohrbacher hat geschrieben: ↑09 Jul 2026, 16:33Nur gab's den Taktverkehr an nur wenigen ausgewählten Bahnhöfen. Wo war der IR, der Bad Wörishofen direkt und im Takt an NRW angebunden hat? Und gerade auf langen Strecken, wo man morgens in den Zug steigt, um nachmittags/abends anzukommen, was genau bringt dir da ein Takt? Die Gesamtstrecke Berlin-Rom wird deswegen auch ein Einzelzug und kein Takt. Klar, auf Teilstrecken hast du einen, aber den gab's ja früher auch mehr oder weniger.
Also ich würde die gesamte Region Allgäu, Oberschwaben, Bodensee, Donautal, Schwarzwald. Werdenfels, Südostbayernbahn - also nahezu alles südlich der Donau, dazu auch Bundesweit mehr neue CB-Linien, kurz darauf auch ganz RLP, nicht als "wenige ausgewählte Bahnhöfe" bezeichnen.
Bad Wörishofen ist dann auch ein Rosinenbeispiel. Wenn dieser ach so wichtige Ort unbedingt Fernverkehr braucht, dann behaupte ich einfach mal, das Stationen wie Bad Waldsee, Bad Saulgau, Sigmaringen, Albstadt-Ebingen, Balingen, Heidenheim, Füssen usw. mal mindestens das gleiche - oder sogar deutlich mehr Fahrgastpotential haben. Aber wo waren da 1984 die Kurswagen nach Dortmund und Hamburg?
Rohrbacher hat geschrieben: ↑09 Jul 2026, 16:33Es hat den Sinn, die weniger lukrativen Verbindungen aus dem Portfolio zu nehmen und so mehr Finanzkraft im tatsächlichen oder auch nur theoretischen Wettbewerb auf den Rennstrecken zu haben. Wenn der eine Wettbewerber solche Strecken nicht am Bein hängen hat und nur die Rendite aus den Rosinen ziehen kann, ist es für den anderen Wettbewerber ein Wettbewerbsnachteil, wenn er viele andere Minusgeschäfte in den Büchern hat. Also kegelt er die in einem freien Wettbewerb auch raus. Und genau diese Abwärtsspirale läuft bereits seit etwa 40 Jahren, seit man beschlossen hat, die Eisenbahn "wettbewerbsfähig" zu machen. Aber das habe ich eigentlich schon alles mehrfach geschrieben, denke ich.
Herr Bernreiter und viele andere sorgen sich insbesondere auch um die Trassen für den SPNV, fürchten noch mehr Störungen durch noch mehr Züge im Netz, die Zersplitterung der Tarifsysteme im SPFV und dass die ICE, die derzeit über Augsburg-Treuchtlingen fahren, künftig auch über Ingolstadt (ggf. ohne Halt) gehen, wenn das der direkte Wettbewerber eben auch so macht, um schneller zu sein und ggf. die Umläufe zu straffen, um mit weniger Fahrzeugen mehr Output zu haben. Ganz normale Wettbewerbsmechanismen.
Die Gleichung geht nicht auf. NTV fährt doch nur auf den Magistralen. Damit ist doch das angebliche Problem, mit den Trassen in der Fläche totaler Quatsch. Klar, DB InfraGo muss einige Trassen an NTV vergeben, was zu Einschnitten bei ICE führen kann, aber das betrifft dann auch nur die Magistralen und nicht das B-Netz mit IC2.
Das so ein B-Netz nicht wirtschaftlich ist, das ist das Problem der Politik, die diese Bedingungen verbrochen hat. München-Freiburg, München-Basel, hat auch Flix im Angebot. Aber mit dem Bus. Nicht weil die dort keinen Flixtrain fahren wollen, sondern weil die Bedingungen auf der Schiene besch...n sind. Also soll Herr Bernreiter nicht rumheulen, sondern seiner Automobilfreudlichen Partei, Feuer umterm A... machen, wenn ihm der Fernverkehr auf der Schiene so sehr am Herzen liegt.