Boris Merath @ 7 Dec 2012, 21:08 hat geschrieben: Die Strecke klingt gut, bin ich absolut dafür (wobei ich nicht weiß ob es da ne sinnvolle Trasse dafür gibt), nur: Das löst die Probleme der U-Bahn nicht, sondern verzögert sie maximal um wenige Jahre, wenn überhaupt.
Nein, habe auch nicht behauptet, dass das die U-Bahn-Probleme löst. Was ich seltsam finde, ist einfach die Vorgehensweise: Man hält offenbar das Fahrgast-Aufkommen Goetheplatz - HBf. - "Maxvorstadt" - Freiheit für groß genug für eine U-Bahn. Bietet aber auf der Strecke bis heute nichtmal eine vernünftige Tramverbindung an. Wenn ich das heute fahren will, muss ich den 58er-Bus nehmen, dann S oder Tram zum Stachus, umsteigen in die 27er, umsteigen am Kurfürstenplatz in den 53er. Geschätzte Fahr-/Wartezeit: uferlos. (Nun führt man endlich den 28er ein, dann verendet der wieder am Sendlinger Tor, statt dass man wenigstens irgendwie den Hbf. mit anbindet.)
Ich denke:
a) Man ist in den 60er-Jahren extrem gut damit gefahren, dass man die U-Bahn-Planung an den (damals) bestehenden Tram-Verbindungen ausgerichtet hat. Wenn die Tram auf einer Verbindung alle 5min fährt und aus den Nähten platzt, dann ist einfach klar, dass sich eine U-Bahn rentiert.
b) Wenn man (wies aktuell aussieht nach weiteren 1-2 Jahren sinnlosem Finanz-Vodoo um die zweite Stammstrecke) vielleicht endlich mal den Südring realisiert, wird man merken, dass das auch die innerstädtischen Fahrgastströme verändert. Mit Bus/Tram kann man darauf viel flexibler reagieren als mit der U-Bahn-Planung.
c) Man kauft sich Zeit für U-Bahn-Planung und Bau. Ich bleibe dabei, eine Tramlinie auf der Strecke kann man in sagen wir 15 Monaten realisieren, wenn man nur will. Für eine U-Bahn würde ich eher 6-8 Jahre veranschlagen. Kommt dazu, dass man heute (anders als in den 60ern) für den U-Bahn-Bau zum Großteil bergmännisch arbeiten könnte, d.h. die Tram während der Bauzeit weiter verkehren könnte.
Ein Vier-Milliarden-Tunnel ist kein Ersatz für ein sinnvolles Nahverkehrskonzept.