SIehe: https://www.bundestag.de/resource/blob/ ... 9-2026.pdf
Berichterstattering ist die Abg. Victoria Broßart [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN].
Den Bericht https://dserver.bundestag.de/btd/21/071/2107165.pdf habe ich am 9.8.2026 in diesem Thema bereits verlinkt und kommentiert.
Klaus Ott, SZ, 6.9.2026: Söder könnte sich beim Brenner als Macher erweisen: https://www.sueddeutsche.de/bayern/bren ... li.3542174
Zusammenfassung: Ott argumentiert, dass die CSU und Markus Söder den geplanten Brenner-Nordzulauf in seiner bisherigen Form stoppen sollten. Er bezeichnet das Projekt ausdrücklich als sehr teuer und aus seiner Sicht unsinnig. Stattdessen sieht er eine bessere Alternative: den endlich konsequenten Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing/Salzburg.
Ausgangspunkt ist der Brennerbasistunnel, der 2032 fertig werden soll. Österreich erwartet zu Recht, dass Deutschland bis dahin auch leistungsfähige Zulaufstrecken schafft. Ott erinnert an die Mahnung von Bundespräsident Steinmeier, Österreich vertraue darauf, dass Deutschland beim Zulauf seine Aufgabe erfüllt.
Interessant ist die Verbindung zu Otts gleichzeitig erschienenem zweiten Artikel: Dort sagt DB-Infrago-Chef Philipp Nagl, die Strecke über Mühldorf sei „enorm wichtig“ und könne in den 2030er-Jahren ausgebaut sein. Gleichzeitig stellt Ott dort ausdrücklich die Frage, ob dieser Ausbau den umstrittenen Brenner-Nordzulauf überflüssig machen könnte. Darüber müsse letztlich der Bundestag entscheiden. (siehe:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/deut ... li.3542173).
Damit läuft Otts Argumentation ungefähr darauf hinaus:
Statt Milliarden in eine neue Brenner-Zulaufstrecke durch den Raum Rosenheim zu stecken, sollte Deutschland die ohnehin seit Jahrzehnten versprochene Strecke München–Mühldorf–Freilassing leistungsfähig ausbauen. Söder könnte sich politisch als „Macher“ profilieren, indem er innerhalb der CSU dafür sorgt, dass diese Alternative vorangetrieben und der Brenner-Nordzulauf gestoppt wird.
Klaus Ott unterläuft dabei ein grosser Denkfehler: Die ABS 38 München–Mühldorf–Freilassing kann Verkehr, der von München Richtung Salzburg fährt, von der Strecke München–Grafing–Rosenheim abziehen. Das schafft nur in diesem Abschnitt zusätzliche Kapazität für Züge Richtung Rosenheim/Brenner.
Und der Widerstand sitzt tatsächlich weiter südlich: Das ist für Otts politische Argumentation noch wichtiger. Die besonders konfliktträchtigen Teile liegen im Raum Rosenheim und im Inntal. Der Landkreis Rosenheim fordert beispielsweise lange Tunnelabschnitte zwischen Innleiten und Kirnstein und weitere Untertunnelungen, gerade um die Belastungen der geplanten Neubaustrecke zu reduzieren. Siehe: https://www.landkreis-rosenheim.de/bren ... -rosenheim
Die ABS 38 entlastet vor allem dort, wo beim Brenner-Nordzulauf vergleichsweise wenig gebaut werden soll – und sie löst das Problem dort nicht, wo die besonders umstrittene Neubaustrecke gebaut werden soll. Wenn sein Argument lautet, man könne wegen der ABS 38 auf den Brenner-Nordzulauf verzichten, müsste er erklären, wie die ABS 38 das Kapazitätsproblem Rosenheim–Kufstein löst. Das tut sie nicht.
Ich versucht, Klaus Ott per Email und Telefon zu kontaktieren und auf seinen Denkfehler hinzuweisen. Allerdings antwortet er nicht.
Auf der Seite der SZ steht geschrieben:
SIehe: https://www.sueddeutsche.de/autoren/klaus-ott-1.1143380Klaus Ott recherchiert und schreibt seit 1984 für die Süddeutsche Zeitung, deren Redaktion er bis Juli 2025 angehört hat. Seitdem ist er in Rente, aber nicht im Ruhestand, und arbeitet jetzt wieder wie schon in jungen Jahren freiberuflich für die SZ und viele weitere Medien. Als Redakteur hat er vor allem im Ressort Investigative Recherche über viele Skandale in Politik und Wirtschaft berichtet, die mit intensiven Recherchen verbunden waren. Daneben hat Ott sich in der SZ zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen darum gekümmert, Schulklassen, Azubis, Unigruppen usw. zu erzählen, wie und nach welchen Standards die Süddeutsche Zeitung arbeitet – als kleiner Beitrag zur Medienbildung, die immer wichtiger wird. Auf diesem Gebiet ist Ott jetzt beim Netzwerk "Journalismus macht Schule" aktiv. Wichtig ist es ihm auch, seine Rechercheerfahrungen an der Deutschen Journalistenschule und anderen Ausbildungsstätten sowie beim Netzwerk Recherche weiterzugeben. Seine Maxime: Recherche muss ergebnisoffen sein, hart und fair zugleich.
Offensichtlich ist seine Journalisten-Ego zu gross, um seine Argument zu hinterfragen, geschweige denn, Denkfehler einzugestehen. Seine Maxime ist also nur ein Lippenbekenntnis.