Du wirst es nicht glauben, aber die Bahnreform ist nicht am 1. Januar 1994 vom Himmel gefallen. Die Umstellung und Vereinfachung des Betriebs ging ja schon viel früher los. Das neue Netz mit IR, IC und ICE im Takt wurde ungefähr 1984 beschlossen und in den Folgejahren mit dem schrittweise inkl. neuer Farben für die verschiedenen Produkte (!) eingeführt. Und auch das war halt mal wieder ein gut getarntes Sparprogramm. 1979 nach der Ölkrise und dem berühmten Schmidt-Zitat kamen die IC "jede Stunde, jede Klasse", was super klingt, aber halt nur auf einer Hand voll Taktlinien, im Restnetz wurde bereits ausgedünnt inkl. zwei Stilllegungswelle. Dann praktisch ab 1988, das Defizit ging überraschend durch Selbstverstümmelung nicht weg, das gleiche eine Etage tiefer wieder: Ein paar neue IR-Linien im Takt, dafür fiel alles andere wieder raus, um die DB wettbewerbsfähiger (!) zu kriegen. Das ging immer so weiter, um immer weniger Verbindungen immer noch wettbewerbsfähiger zu machen: Bis 2006 Einstellung der IR, dafür irgendwas zwischen nichts, das gleiche als teurerer IC oder Herabstufung zum RE inkl. meistens Linienverkürzung. Ähnliches passiert gerade beim IC, wo z.B. Berchtesgaden und Dagebüll jetzt raus sind. Das mit der Konzentrierung auf'm Kernnnetz und der Verschlankung des Betriebs wird mit der reinen Wettbewerbsorientierung samt Mittelverknappung immer so weitergehen, das befürchten ja viele Leute und Organisationen. Dass im Gegenzug von der DB oder einem Mitbewerber neue Verkehre abseits der Rennstrecken angekündigt werden, also das nur eine organische Netzumbildung wäre, wenn mal was dichtgemacht würde, ist nicht erkennbar.
Deswegen nehme ich als Vergleichsmaßstab in dem Fall auch exakt 1984 aus'm Regal, wenn ich vorher und nachher zeigen will.
