Das Auto abschaffen

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146225
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Beitrag von 146225 »

Schick, gefällt mir. :rolleyes:
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218 466-1
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 12 Oct 2019, 13:06 hat geschrieben:für seinen Wohnort ist jeder selber verantwortlich.
Insbesondere Eisenbahner würden dieser Aussage nicht unbedingt zustimmen. In vielen Fällen ist der Arbeitgeber für den Wohnort verantwortlich. Mit Inbetriebnahme von ESTW können FdL ihren Beruf oft nicht mehr im Umkreis von <100 Km ausüben und müssen dann dorthin ziehen, wo DB Netz eine Stelle frei hat und ich glaube nicht, dass du in [acronym title="TH: Heilbronn Hbf <Bf>"]TH[/acronym] bleiben würdest, wenn deine Arbeitsstelle nächstes Jahr nach [acronym title="TT: Tübingen Hbf <Bf>"]TT[/acronym] verlegt werden würde.
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Beitrag von 146225 »

218 466-1 @ 13 Oct 2019, 02:26 hat geschrieben: [...] und ich glaube nicht, dass du in [acronym title="TH: Heilbronn Hbf <Bf>"]TH[/acronym] bleiben würdest, wenn deine Arbeitsstelle nächstes Jahr nach [acronym title="TT: Tübingen Hbf <Bf>"]TT[/acronym] verlegt werden würde.
Tübingen wäre ja um die Ecke gewesen. :P

Aber selbst in diesem Fall gilt: man ist selber dafür verantwortlich, ob man in Tübingen (und Umgebung) an einen Platz zieht, wo die ganze alltägliche Nahversorgung vor Ort und ohne Kfz verfügbar ist, oder in einen Weiler, wo man wegen jedem Liter Milch und jedem Stück Brot zuerst eine (längere) Autofahrt unternehmen muss.
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Beitrag von 143 »

146225 @ 12 Oct 2019, 21:58 hat geschrieben: Ich bin doch kein Fundamentalist
Kann man jetzt so und so sehen.

Was ist jemand, der anderen Menschen Wohnort und Verkehrsmittel diktieren will, wenn kein Fundamentalist? ;)
Bayernlover
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Beitrag von Bayernlover »

Es ist vor allem unglaublich arrogant, als kinderloser und vor allem nicht schlecht verdienender Single anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben haben.

Was ist denn, wenn ein Ehepaar vor 20 Jahren ein Haus gebaut hat, beide Arbeitsplätze super angebunden waren und nun jeder 40km in die andere Richtung pendeln muss, weil Firmen verlegt wurden/neue Arbeitsplätze entstanden sind? Evtl. an Orten, wo der ÖPNV nicht existiert?

Klar, dann sucht man sich einfach ne neue Arbeit. Oder ne neue Frau :ph34r:
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Jean
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Beitrag von Jean »

Bayernlover @ 13 Oct 2019, 09:39 hat geschrieben: Es ist vor allem unglaublich arrogant, als kinderloser und vor allem nicht schlecht verdienender Single anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben haben.

Was ist denn, wenn ein Ehepaar vor 20 Jahren ein Haus gebaut hat, beide Arbeitsplätze super angebunden waren und nun jeder 40km in die andere Richtung pendeln muss, weil Firmen verlegt wurden/neue Arbeitsplätze entstanden sind? Evtl. an Orten, wo der ÖPNV nicht existiert?

Klar, dann sucht man sich einfach ne neue Arbeit. Oder ne neue Frau :ph34r:
Trotzdem sehe ich nicht ein, dass man Pendler mit der Pendlerpauschale subventioniert!

Dein Beispiel ist halt ein negatives...aber nach 20 Jahre sollte das Haus abbezahlt sein. Dann zieht das Ehepaar um und ein sucht sich eine neue Arbeit. Oder beide suchen sich eine neue Arbeit...
Danke für das Forum

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Beitrag von 146225 »

Ach, meine lieben aufgeregten Freunde: ich schreibe niemandem nichts vor. Ich diktiere nichts und muss niemanden missionieren. Von mir aus darf jeder tun, lassen, oder glauben was er will, auch was Klimafragen angeht. Mit den Folgen muss er/sie/divers dann eben klar kommen - da wird dann halt auch nicht gefragt. Unschön wird es nur, dass dieselben Folgen ungefragt alle anderen ebenfalls betreffen, womit wir wieder bei der Gretchenfrage angekommen wären ("How dare you!").

Ich finde das nur amüsant, wie sich eine Republik immer noch selbst belügt mit der Phrase "auf das Auto angewiesen!" - wie man in Deutschland heutzutage Leute trifft, die natürlich im Supermarkt nur regional angebaute Bio-Gurken ohne Plastikfolie kaufen (was zweifelsohne nichts falsches ist), weil ihnen die Umwelt ja so wichtig ist, und dann wird dieselbe Gurke mit dem 2-Tonnen-Diesel-SUV nach Hause befördert. Und der Widerspruch fällt niemand auf, sondern es wird noch mit allerlei Beispielen - wie hierzuforum schon gesehen - beteuert warum das genau so sein muss, und niemals nicht anders sein könnte. Ja ne, ist klar.

Wie hoffentlich allgemein bekannt ist, sind Freizügigkeit (das beinhaltet die freie Wahl des Wohnortes) und die freie Wahl des Arbeitsplatzes Bestandteil der Grundrechte unserer Verfassung. Das heißt, es gibt die große Wahlfreiheit, wo man leben und arbeiten möchte, das bedingt umgekehrt aber auch, dass einem die Verantwortung dafür niemand abnehmen kann. Also sind all diese Konstrukte, in denen jemand auf "das Auto angewiesen" ist, auch zum weit größten Teil selber verursacht. Natürlich stehen bestimmte Arbeitsplätze nicht überall und unbegrenzt zur Verfügung und wie schon mal geschrieben, machen die Lebenshaltungskosten in bestimmten deutschen Städten und Verdichtungsräumen es auch nicht einfacher, das habe sehr wohl auch schon ich erfahren müssen. Dennoch ist ein Leben ohne "auf das Auto angewiesen zu sein" in Deutschland 2019 sehr wohl noch in großer Vielfalt möglich, und jeder der etwas anderes behauptet, tut das nicht aus faktischen Zwängen, sondern wegen persönlicher Dinge. Von mir aus, es ist eine persönliche Freiheit, sich so zu verhalten - allerdings: persönliche Freiheiten finden ihre Grenzen dort, wo sie die Freiheiten anderer tangieren. Und da muss sich der Auto-angewiesene-Landbewohner vom Stadtbewohner halt schon auch mal fragen lassen, ob letzterer es eigentlich grundsätzlich hinnehmen muss, dass sein Lebensraum von anderen mit Dreck und Lärm verunreinigt wird - von der Platzverschwendung des PKW-Verkehrs mal ganz zu schweigen.

Also, was sage ich euch? Es liegt oft allein an uns und an unseren Entscheidungen, was möglich ist und was eben nicht. Gegenteilige Beteuerungen von Zwängen halten oftmals der detaillierten Betrachtung nicht wirklich auf Dauer stand.

Und jetzt könnt ihr mich weiter den spinnerten kleinen Fundi-Diktator nennen. Viel Spaß dabei!
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

sind Freizügigkeit (das beinhaltet die freie Wahl des Wohnortes)
Für einen Obdachlosen trifft das zu!
Sonst ist der Wohnraum so knapp das sich viele nur etwas in den äussersten Rand Lagen leisten können bei unseren Städten mit Historischen Kern auf jeden fall. Wenn eine Wohnung neben den Bahnhof das 3x von meinen Lohn kosten würde ist die "Freizügigkeit" auch fürn arsch. <_<
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Beitrag von Bayernlover »

Jean @ 13 Oct 2019, 08:41 hat geschrieben: Dein Beispiel ist halt ein negatives...aber nach 20 Jahre sollte das Haus abbezahlt sein. Dann zieht das Ehepaar um und ein sucht sich eine neue Arbeit. Oder beide suchen sich eine neue Arbeit...
Ja, klar.
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Beitrag von 146225 »

Ja, warum auch nicht? Ginge ich davon aus, dass ich meine jetzigen Lebensumstände und meine jetzigen Arbeitsumstände zwanghaft wie ein Sklave bis zur Rente ausüben müsste, unter dem Zwang es zu müssen, nicht mehr unter der Freude und Freiheit es zu können: ich würde den Job von heute auf morgen bleiben lassen. Und das rate ich auch jedem anderen - alles andere macht nur die Gesundheit kaputt, und das ist kein Job der Welt wert, nirgendwo, niemals, für niemand.
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Beitrag von Bayernlover »

Die Gesundheit kaputt macht es vor allem, anderen Leuten aus ideologischen Gründen zu empfehlen, im Alter nochmal ihre komplette Lebensgrundlage zu verändern. Aber das ist wohl so in einem Forum voller junger Menschen.
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Beitrag von Fichtenmoped »

Jean @ 13 Oct 2019, 09:41 hat geschrieben:
Bayernlover @ 13 Oct 2019, 09:39 hat geschrieben: Es ist vor allem unglaublich arrogant, als kinderloser und vor allem nicht schlecht verdienender Single anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben haben.

Was ist denn, wenn ein Ehepaar vor 20 Jahren ein Haus gebaut hat, beide Arbeitsplätze super angebunden waren und nun jeder 40km in die andere Richtung pendeln muss, weil Firmen verlegt wurden/neue Arbeitsplätze entstanden sind? Evtl. an Orten, wo der ÖPNV nicht existiert?

Klar, dann sucht man sich einfach ne neue Arbeit. Oder ne neue Frau :ph34r:
Trotzdem sehe ich nicht ein, dass man Pendler mit der Pendlerpauschale subventioniert!

Dein Beispiel ist halt ein negatives...aber nach 20 Jahre sollte das Haus abbezahlt sein. Dann zieht das Ehepaar um und ein sucht sich eine neue Arbeit. Oder beide suchen sich eine neue Arbeit...
Das Problem bei der Pendlerpauschale ist ein steuerlrechtliches.

Du hast eine notwendige Aufwendung für Dein Einkommen. Das mindert Deinen Gewinn. Ohne diese Aufwendung - kein Einkommen. Jede Firma, jeder Konzern darf solche Kosten absetzen, aber der 08/15-Bürger darf das nicht?
Die Pendlerpauschale ist KEINE Subvention!
Aufgrund von Rostschäden besteht Signaturersatzverkehr!

Wir bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.
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Beitrag von Bayernlover »

Zumal sie auch die Kosten nicht annähernd deckt. Mal angenommen, das Auto kostet einen 30 Cent/km (und das ist noch wenig) und man setzt 30 Cent/km ab, darf man das aber nur für eine Richtung. Ergo sind es eigentlich nur 15 Cent/km, davon je nach Steuersatz 50 Prozent Erstattung, also grad mal ein Viertel der Gesamtkosten.

Oder anders: von ungefähr 500 Euro im Monat Gesamtkosten bei ca. 20-25km einfacher Strecke pro Tag ersetzt einem der Staat ungefähr 125 Euro. Na, da zieh ich doch noch gleich noch weiter weg! Nicht.
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 13 Oct 2019, 01:40 hat geschrieben:Tübingen wäre ja um die Ecke gewesen.  :P

Aber selbst in diesem Fall gilt: man ist selber dafür verantwortlich, ob man in Tübingen (und Umgebung) an einen Platz zieht, wo die ganze alltägliche Nahversorgung vor Ort und ohne Kfz verfügbar ist, oder in einen Weiler, wo man wegen jedem Liter Milch und jedem Stück Brot zuerst eine (längere) Autofahrt unternehmen muss.
Aber spätestens in Isny oder Messkirch hättest du ein Problem. Seit die Bahnstrecken dort abgebaut sind bzw. nur noch von GZ befahren werden, gibt es ÖPNV-mässig halt ein paar Regionalbusse tagsüber. Ansonsten ist man dort von der Aussenwelt abgeschnitten, ohne MIV. Die meisten dürften dort aber schon gewohnt haben, als es noch SPNV gab. Willst du jetzt alle, die dort wohnen oder arbeiten, pauschal als Klimaschweine bezeichnen? :blink:
146225 @ 13 Oct 2019, 03:22 hat geschrieben:Und da muss sich der Auto-angewiesene-Landbewohner vom Stadtbewohner halt schon auch mal fragen lassen, ob letzterer es eigentlich grundsätzlich hinnehmen muss, dass sein Lebensraum von anderen mit Dreck und Lärm verunreinigt wird - von der Platzverschwendung des PKW-Verkehrs mal ganz zu schweigen.
Ja mei, das ist öffentlicher Raum. Das ist nicht exclusiv sein Lebensraum.
Da kann man genauso sagen, dass der Stadtbewohner selbst schuld ist. Er könnte ja auf's Land ziehen, wo es viel weniger Autos gibt und saubere Luft. Aber dann wird er sich über Gülle-gestank beschweren. :rolleyes:
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Beitrag von 146225 »

Bayernlover @ 13 Oct 2019, 13:19 hat geschrieben: Die Gesundheit kaputt macht es vor allem, anderen Leuten aus ideologischen Gründen zu empfehlen, im Alter nochmal ihre komplette Lebensgrundlage zu verändern. Aber das ist wohl so in einem Forum voller junger Menschen.
Das finde ich jetzt lustig - vor allem, weil ich von uns beiden doch erkennbar der Ältere bin. Soll gar nicht altklug sein, aber mit 30 habe ich über manches, was Beruf und Leben angeht, auch noch anders gedacht als heute. Allerdings habe ich eben seitdem noch einiges mehr gesehen und erlebt - ganz normal, dass es meine Perspektive beeinflusst, nicht? Ich habe den Kollegen erlebt, der aus rücksichtslosem Karrieredenken seine Familie so gut wie verloren hat (Partnerin und 2 Jungs) und der erst, als ihm der Körper mit Ende 30 klare Warnsignale gesendet hat, einen Schritt zurück treten konnte und zumindest zu seinen Jungs heute wieder eine bessere Bindung hat. Ich habe den immer dem Beruf alles unterordnenden Kollegen gesehen, der mit 63 in Rente ging, um mit 65 zu versterben. Ich habe die Belastung gesehen, die Menschen sich durch falsch verstandenes Netzwerken bis hin zu Intrigen und Gemeinheiten selbst unnötig aufladen, von den negativ Betroffenen anderen bei solch wertlosen "Spielchen" mal ganz zu schweigen. Aber ich habe auch den Kollegen gesehen, der mit 54 eine höchst verantwortungsvolle und gut dotierte leitende Stelle ohne Netz, doppelten Boden oder Plan B einfach niedergelegt hat, weil er eben nicht mit 60 ein körperliches Wrack sein wollte, sein Körper ihm aber immer stärker und an verschiedenen Stellen signalisierte, dass er auf dem besten Weg dorthin war.

Das alles hat natürlich mein Leben und Arbeiten mit beeinflusst. Mal abgesehen davon, dass ich in meiner kleinen Nische meines gewählten Marktsegments sicherlich einer überschaubaren Gemeinde angehöre und deshalb Wissen und Können entspannter anwenden kann, weil ich es möchte, nicht nur weil ich es zum Broterwerb muss, hat es auch zu einer absoluten Fairplay-Haltung in beruflichen Dingen geführt - ich muss nur meinen Job gut machen, aber niemand dabei unangemessen benachteiligen. Natürlich auch nicht mich selbst, und in diesem Sinne möchte ich wirklich jede/n warnen: Wir können alle 1000 Krankheiten haben, aber wir haben nur eine Gesundheit. Wenn man für sich selber feststellen muss, dass einem der gegangene Weg mehr schadet als nützt, muss man umkehren und den Weg anders gehen. Nichts anderes werde ich tun, wenn meine derzeitige Arbeits- und Lebenssituation sich als Belastung für mich herausstellen sollte. Es gibt schon genug Dinge, die man nicht oder nur gering beeinflussen kann (z.B. wirtschaftliche Entwicklung), um so wichtiger ist es, sich die Kontrolle über die Dinge zu behalten, die man beeinflussen kann. Deshalb warne ich auch so davor, sich auf irgend etwas "angewiesen" zu fühlen - ja, auch ich schätze natürlich manche Dinge, seitdem ich (noch weiter) auswärts arbeite, ist meine Heimatstadt Heilbronn für mich zu einem noch wertvolleren Ort geworden, an den ich immer wieder gerne zurückkehre - doch wüsste ich mich darauf "angewiesen", meinetwegen sogar abhängig wie von einer Droge, dann würde ich meine Wohnung hier auflösen. Behaltet die Kontrolle über euer Leben, lasst euch nicht herum schubsen, von niemandem - es gibt keinen Job, keine Partnerschaft, keine irdischen Güter, die euren Seelenfrieden und eure Gesundheit wert wären.

Vor dem Hintergrund ist es vielleicht auch etwas klarer, dass ich Menschen die "auf ihr Auto angewiesen" sein zu glauben, auch nicht unbedingt auf dem richtigen Weg sehe. Vor allem, weil es dabei in der (deutschen) Massenausprägung eben nicht nur negative Folgen für die Menschen selbst hat, sondern auch für alle anderen Mitmenschen. Über die Tragweite dieser Folgen und über ihre zukünftige Ausprägung und/oder Behandlung kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, klar. Die niedliche "Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Haltung", die dabei immer wieder mal zum Vorschein kommt, ist in meinen Augen eben ungeeignet - deswegen bin ich halt (für den einen oder die andere) nicht niedlich.
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Beitrag von 146225 »

Bayernlover @ 13 Oct 2019, 13:47 hat geschrieben: Zumal sie auch die Kosten nicht annähernd deckt. Mal angenommen, das Auto kostet einen 30 Cent/km (und das ist noch wenig) und man setzt 30 Cent/km ab, darf man das aber nur für eine Richtung. Ergo sind es eigentlich nur 15 Cent/km, davon je nach Steuersatz 50 Prozent Erstattung, also grad mal ein Viertel der Gesamtkosten.

Oder anders: von ungefähr 500 Euro im Monat Gesamtkosten bei ca. 20-25km einfacher Strecke pro Tag ersetzt einem der Staat ungefähr 125 Euro. Na, da zieh ich doch noch gleich noch weiter weg! Nicht.
Komisch, meine ÖPNV-Fahrtkosten habe ich bislang immer in voller Höhe erstattet bekommen. Klar hat das auch Nachteile (bei Busbetrieben wie den LVL in Ludwigsburg oder EVU mit der "mir-doch-alles-sch...egal-Einstellung" wie DB Regio Württemberg kann der Weg schon mal länger dauern) - aber letztlich sind wir wieder bei der Frage, dass man eben schon selber danach schauen muss, wo der Arbeitsplatz liegt, wo die Wohnung, und wie man die Distanz dazwischen überwindet. Wenn man den Ist-Zustand als unbefriedigt wertet, darf man nicht warten, bis andere für einen vielleicht was ändern...
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Beitrag von 146225 »

218 466-1 @ 13 Oct 2019, 14:27 hat geschrieben: Ja mei, das ist öffentlicher Raum. Das ist nicht exclusiv sein Lebensraum.
Da kann man genauso sagen, dass der Stadtbewohner selbst schuld ist. Er könnte ja auf's Land ziehen, wo es viel weniger Autos gibt und saubere Luft. Aber dann wird er sich über Güllegestank beschweren. :rolleyes:
Es ist aber auch nicht exklusiv der Lebensraum der Autofahrer, nicht wahr?

Genau um diese Rechtsgüterabwägung - "persönliche Freiheit" vs. "körperliche Unversehrtheit" - geht es vor Gericht, wenn irgendwo Fahrverbote verhängt werden sollen. Nota bene, ich tendiere selten dazu, Dinge per Zwang zu lösen, die auch per Vernunft lösbar wären, aber wo diese Vernunft sich partout und nach mehreren Versuchen nicht einstellen will, muss auch mal eine klare Grenze gezogen werden.

Wenn es öffentlicher Raum ist, wie du zurecht sagst, müssen eben auch die Belange aller Berücksichtigung finden. Das kann ja nicht nur der Fall sein, wenn irgendwo wegen neuer Tramgleise ein Parkplatz wegfallen soll oder Güterzüge mal wieder nur als Lärmquelle wahrgenommen werden.

Wahrnehmung ist übrigens des Pudels Kern: Ein Säufer mag den Chrystal-Meth-Junkie als total kaputt ansehen und seinen Konsum verurteilen, beim Alkohol wird er das lassen, weil er das eben selber tut. Ein Autofahrer mag sich über den Stau aufregen - dass er selbst zu dessen Entstehung beiträgt, sieht er nicht.
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Beitrag von Galaxy »

Jean @ 13 Oct 2019, 09:41 hat geschrieben: Dein Beispiel ist halt ein negatives...aber nach 20 Jahre sollte das Haus abbezahlt sein. Dann zieht das Ehepaar um und ein sucht sich eine neue Arbeit. Oder beide suchen sich eine neue Arbeit...

Es gibt Menschen für die ist eine Immobilie wie eine Jeans die man immer für das neuste Modell eintauscht. Ich habe Freunde die sich alle 3 Jahre ein neues Haus bauen. Sobald die in ein Haus einziehen, planen die das nächste. Vielleicht ist eine derart emotionslose Beziehung zur einem Haus sogar gesund, denn eine Immobilie kann auch eine Last sein. Für die meisten Menschen ist ein Haus aber eher zu Vergleichen mit einem Haustier. Es ist ein Projekt, jedes Jahr wächst die Garteneisenbahn, man betrachtet die Bäume die man vor 20 Jahren gepflanzt hat.

146225 @ 13 Oct 2019, 16:37 hat geschrieben:[
Es ist aber auch nicht exklusiv der Lebensraum der Autofahrer, nicht wahr?



Wenn es öffentlicher Raum ist, wie du zurecht sagst, müssen eben auch die Belange aller Berücksichtigung finden. Das kann ja nicht nur der Fall sein, wenn irgendwo wegen neuer Tramgleise ein Parkplatz wegfallen soll oder Güterzüge mal wieder nur als Lärmquelle wahrgenommen werden.

Du argumentierst so als ob Autofahrer die 1% sind die sich der Mehrheit aufdrängen. Es gibt aber in Deutschland über 64 Millionen Autos. Autofahrer gehören zu allen Kulturen, alle Sozialschichten. Du bist der Exot, und verlangst das sich alle anderen gefälligst deinen Wünschen entsprechend zu verhalten haben.
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Beitrag von 146225 »

Galaxy @ 13 Oct 2019, 22:03 hat geschrieben: Du argumentierst so als ob Autofahrer die 1% sind die sich der Mehrheit aufdrängen. Es gibt aber in Deutschland über 64 Millionen Autos. Autofahrer gehören zu allen Kulturen, alle Sozialschichten. Du bist der Exot, und verlangst das sich alle anderen gefälligst deinen Wünschen entsprechend zu verhalten haben.
Quatsch. Und nur weil eine Mehrheit etwas tut, muss es noch lange nicht kritiklos oder automatisch richtig sein. Wenn das Mehrheitsverhalten schädlich ist, muss man darüber reden, wie man den Schaden, der entsteht, künftig für alle verträglicher gestalten kann. Saubere Luft nutzt ja auch denjenigen, die weiterhin Auto fahren.
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Beitrag von 218 466-1 »

146225 @ 13 Oct 2019, 23:23 hat geschrieben:Und nur weil eine Mehrheit etwas tut, muss es noch lange nicht kritiklos oder automatisch richtig sein. Wenn das Mehrheitsverhalten schädlich ist, muss man darüber reden, wie man den Schaden, der entsteht, künftig für alle verträglicher gestalten kann. Saubere Luft nutzt ja auch denjenigen, die weiterhin Auto fahren.
Macht eure Mutti doch, die euch Elektroautos aufzwingt schmackhaft machen will.
Alle Massnahmen, die den MIV beschränken, wie Fahrverbote, oder genereller Ausschluss aus Innenstädten, sind in Deutschland nicht umsetzbar. Probier's überall nur da nicht.
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Beitrag von imp-cen »

218 466-1 @ 14 Oct 2019, 06:56 hat geschrieben: Alle Massnahmen, die den MIV beschränken, wie Fahrverbote, oder genereller Ausschluss aus Innenstädten, sind in Deutschland nicht umsetzbar. Probier's überall nur da nicht.
Da fallen hier ein paar Parkplätz weg, da fällt dort eine Spur fort, da gibts an ner andren Stelle mal 500m Busspur.
Man kann's auch häppchenweise verunleiden, ganz ohne Citymaut oder Fahrverbot.

Ansonsten Auto abschaffen?
Ihr seit zu spät!

Die U-Bahn/S-Bahn/Regio-Bahn sind seit Jahren voll - demnächst daher nur noch mit Sitzplatzreservierung für Abonennten mit mehr als 15 Jahren Kundenabo möglich.
(Oder anderst gesagt nix geht meh, weder hüben (Auto) noch drüben (ÖPNV).
Für die dauerhafte werktägliche U8
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Beitrag von 146225 »

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Beitrag von JLanthyer »

Wer eine autofreie Innenstadt in Stuttgart will, sollte über eine Stadtmaut für Stuttgarter Innenstadt und / oder bauliche Maßnahmen zur Umfahrung von Stuttgart (nicht um Innenstadt, sondern ganz außenrum, um Stuttgart) nachdenken (Ich würde eher für beides tendieren).

Mal ehrlich: Wie hoch ist die Kapazität von öffentliche Verkehrsmitteln eigentlich? Viele Stadtbahnzüge, darunter auch S-Bahnen sind trotz MIV gut gefüllt, bis voll. Insbesondere an Messetagen (nicht nur ... ) sind die S-Bahnzüge der Linien S2 und S3 an der "falschen Stelle" so voll, daß kaum bis kein Durchkommen bis zum freien Bereich des S-Bahn-Zuges (Selbst, wenn die S-Bahn im Verband aus 3 Zügen besteht, ist ein Umsteigen an der nächsten Station, damit jemand zum anderen Zug im Verband wechseln kann :rolleyes:, nötig) möglich ist.

Wenn OB Kuhn wirklich eine autofreie Innenstadt will, sollte er mal über die Taktverdichtung der Stadtbahn und der Stadt-, sowie Regionalbus (bel letzterem kommt in der HVZ wohl eher 10-20 Minuten für die Fahrten in die Region in Frage, außerdem sollten die Busse nicht an S-Bahn-Stationen und/oder Stadtbahnhaltestellen beginnen und enden, sondern nach Stuttgart zum Hauptbahnhof. Es wird in Stuttgart sicher eine Abstellmöglichkeit für die Regionalbusse geben. Sie müssen nicht unbedingt an der Bushaltestelle am Hbf 10 Minuten und länger stehen bleiben, wie es früher im ZOB der Fall war. Besser wäre aber die Bereitstellung mindestens 2 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt) nachdenken. 10 Minuten-Takt in der HVZ in Doppeltraktion wird wahrscheinlich kaum ausreichen, um "alle" Fahrgäste "mitnehmen" zu können.

Zum Schluß: Gibt es in München oder Frankfurt auch ähnliche Überlegungen, ob es in Zukunft eine autofreie Innenstadt geben könnte?
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Entenfang
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Beitrag von Entenfang »

einen_Benutzernamen @ 12 Oct 2019, 15:29 hat geschrieben:<_< Nur was machen alte und Behinderte?
Eines der absurdesten Argumente und falsch noch dazu.

Die Oma mit Krückstock kann den Bäcker auf der anderen Straßenseite deutlich einfacher erreichen, wenn sie dabei nicht eine achtstreifige Hauptverkehrsstraße überqueren muss, auf der die Autos 90 s Grün und die Fußgänger 5 s haben und sie angehupt wird, weil die Räumzeit zu kurz ist, um es sicher über die Fahrbahn zu schaffen.

Noch schlimmer ist es, wenn mangels ebenerdiger Kreuzung auch noch etliche Treppen zu einer Unterführung zu überwinden sind.

Auch für Behinderte sind öffentliche Verkehrsmittel heutzutage mit der Verbreitung von Niederflurfahrzeugen gut zugänglich. Mir ist sogar ein Fall bekannt, bei dem ein Rollstuhlfahrer nach dem Renteneintritt sein Haus irgendwo am Ammersee verkauft hat, um in eine größere Stadt zu ziehen, weil er dort den ÖPNV nutzen kann und ihm das leichter fällt, als für alles aufs Auto angewiesen zu sein.
Ganz zu schweigen wenn man mal gescheit Einkaufen fährt?
Einen normalen Lebensmitteleinkauf kann man als normal kräftiger Mensch in der Regel selbst tragen. Und was spricht eigentlich dagegen, größere Einkäufe vom Baumarkt oder Möbelhaus liefern zu lassen? Wenn man das 2x im Jahr machen lässt, wäre das sogar unweltfreundlicher, als 5x selbst mit dem Auto hinzufahren. Oder man nimmt ein Carsharing-Fahrzeug oder leiht sich das Auto vom Nachbarn...

Ganz abgesehen davon, dass die Massenmotorisierung erst dazu geführt hat, dass die früher vorhandene Nahversorgung weggefallen ist. Bis in die 60er Jahre gab es in vielen Dörfern nicht nur Bäcker, Metzger, Lebensmittelhändler und eine Kneipe, sondern oft sogar Bekleidungsgeschäfte. Heute ist davon meist nichts übrig geblieben, weil ja die Shopping Mall auf der Grünen Wiese so toll und Kaufland 20 km weiter paar Cent billiger ist.


Auch wenn ich der Argumentation von 146 225 in einigen Punkten klar widersprechen möchte, denn gerade den Wohnort kann man sich eben leider oft nicht aussuchen, ist das "aufs Auto angewiesen sein" eine Folge mancher gesetzlichen Regelung (Stellplatzsatzung) in Kombination mit dem schlechten ÖPNV-Angebot. Tiefgaragen sind ein nicht unerheblicher Kostentreiber und sorgen für noch höhere Mieten.
Dazu ein Beispiel zur Verdeutlichung: Dieses schöne Grundstück in Metzingen soll bebaut werden. Nun ist - wohl nicht zuletzt angeheizt durch die lokale Zeitung - ein Streit darüber entbrannt, ob es denn sein könne, dass dort wirklich viergeschossige Wohnhäuser entstehen. Ich glaube ja, dass es den lautesten Schreihälsen eher um den Blick auf den Weinberg geht, aber als Grund wird genannt, es wären nicht ausreichend Parkplätze vorgesehen. Die genaue Zahl ist mir nicht bekannt, aber es soll wohl "nur" 1 pro Wohnung sein. Nicht ausreichend, meinen viele Metzinger, denn es ist ja logisch, das fast jeder Haushalt so viele Autos wie Erwachsene Personen hat (was leider oft sogar stimmt). Und man komme auf der Straße ohnehin kaum noch durch, weil alles zugeparkt ist und oh Gottogott, wenn auch noch der Bus kommt...
Und genau da liegt der Hund begraben. Denn der Bus kommt immerhin Mo-Sa von 6-22 Uhr etwa stündlich, ist aber leider eine Durchmesserlinie nach Grafenberg und die Abfahrten dorthin auf die Züge abgestimmt und nicht für den Abschnitt innerhalb Metzingens. Ich habe schon einige Male entnervt aufgegeben und mich von der Verwandtschaft abholen lassen - der Bus passt einfach nie zum Zug, egal wohin man will. Würde Metzingen in der Schweiz liegen, würde der Bus wohl montags bis samstags viertelstündlich verkehren und sonntags halbstündlich, selbstverständlich abgestimmt auf die Züge. Vielleicht würde dann auch nicht jeder Haushalt so viele Autos wie Erwachsene Personen haben (müssen).
Auch das Radfahren zum Bahnhof hat manch einer entnervt aufgegeben, nachdem der Drahtesel mehrfach ganz oder teilweise entwendet wurde. Aber klar, eine größere Tiefgarage ist ja selbstverständlich, wie wäre es stattdessen mal mit einem Fahrradparkhaus, in dem man sein Fahrrad wetter- und diebstahlgeschützt am Bahnhof abstellen kann?
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Beitrag von Hot Doc »

JLanthyer @ 14 Oct 2019, 22:49 hat geschrieben: Zum Schluß: Gibt es in München oder Frankfurt auch ähnliche Überlegungen, ob es in Zukunft eine autofreie Innenstadt geben könnte?
In München gibts die seit den 90er Jahren. Inzwischen auch mehr oder weniger als Fernziel bei einigen Parteien.
einen_Benutzernamen
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

Eines der absurdesten Argumente und falsch noch dazu.
Falsch meine Mutter hatte starke Rückenprobleme und konnte keine 10m weit laufen! Zum Auto auf den Gehsteig vor der Türe hat es gerade gereicht! Willst sagen Sie soll mit den Bus fahren? Die hätte dich erschlagen wennst das gefordert hättest!
Mir geht es leider manchmal auch sehr schlecht und Ich schaffe es irgend wie ins Auto.
Wie Ich da weiter weg gehen sollte weiss Ich auch ned.
Auch für Behinderte sind öffentliche Verkehrsmittel heutzutage mit der Verbreitung von Niederflurfahrzeugen gut zugänglich. Mir ist sogar ein Fall bekannt, bei dem ein Rollstuhlfahrer nach dem Renteneintritt sein Haus irgendwo am Ammersee verkauft hat, um in eine größere Stadt zu ziehen, weil er dort den ÖPNV nutzen kann und ihm das leichter fällt, als für alles aufs Auto angewiesen zu sein.
Genau 1 Rollstuhl Platz im Bus (bei uns) oder 2x Kinderwägen bei einen Takt von 30Minuten.
Sage mal einen Rollstuhlfahrer er soll noch mal 30Min der Kälte hocken nur weil 2 Mütter mit Ihren Rollenden Hotels drinnen stehen.
Mein Rekord waren 4 (!) Kinderwägen und ein 5ter wollte sich rein drängen!
Als Ich derer versuchte klar zumachen da es ned geht würden viele im Bus aggro und hatten mich grundlos angeschrien. Zum gut habe Ich immer mein Pfefferspray dabei! <_<
Einen normalen Lebensmitteleinkauf kann man als normal kräftiger Mensch in der Regel selbst tragen.
Von den Auto in die Wohnung ja geht gerade so. Meistens sind es bei uns 3 - 4 Metro Kisten voll. :lol:
Wie du frischen Fisch und andere TK Produkte über ca. 90Minuten wenn alles gut geht bei -20 Grad und den Fisch ein wenig wärmer ist mir schleierhaft. Trockeneis?
Oder man nimmt ein Carsharing-Fahrzeug
LOL da muss Ich erst mal mit den Öffis ne Stunde in die Innenstadt fahren dort Leihen raus fahren einladen, ausladen bei mir und wieder rein und mit den Öffis Retour super Co2 Billanz.
dass die früher vorhandene Nahversorgung weggefallen ist. Bis in die 60er Jahre gab es in vielen Dörfern nicht nur Bäcker, Metzger, Lebensmittelhändler und eine Kneipe, sondern oft sogar Bekleidungsgeschäfte.
Sage das mal den grossen Konzerne wie A.... wo die Leute ständig spammen.
Denn der Bus kommt immerhin Mo-Sa von 6-22 Uhr etwa stündlich
Mein bekannter wohnt am "falschen" Ende der Ortschaft und bis zur Bahn sind es ca. 2km wenns gut geht. Dort fährt der Bus bei Ihm am Haus auch nur 5x(?) am Tag vorbei. Toll nicht? Und Anschluss gibts auch keinen zur Bahn der fährt 1 Min nach Ankunft ab. Da musst wirklich mit der Kirche ums Kreuz fahren.
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Beitrag von Bayernlover »

Bei manchen Leuten frage ich mich, wie diese lebensfähig sind.
Für mehr Administration. Gegen Sittenverfall. Für den Ausschluss nerviger Weiber.
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Jean
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Beitrag von Jean »

Wenn ein Rollstuhlfahrer kommt haben die Kinderwägen eh Platz zu machen und im Zweifelsfall auszusteigen. So sind nun mal die AGB's!
Danke für das Forum

Für den ÖPNV Ausbau Gegen Experimente und Träuereien. Eine Trambahn braucht einen eigenen Fahrweg, unabhängig vom MIV!
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Beitrag von Hot Doc »

einen_Benutzernamen @ 15 Oct 2019, 00:55 hat geschrieben: Mir geht es leider manchmal auch sehr schlecht und Ich schaffe es irgend wie ins Auto.
Wie Ich da weiter weg gehen sollte weiss Ich auch ned.
Vielleicht würde weniger Auto fahren und mehr Bewegung auf Dauer gut tun..... :ph34r:
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