Elektrifizierung von Bahnstrecken

Strecken und Fahrzeuge des Regionalverkehrs (ohne S-Bahn!)
Metropolenbahner
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Beitrag von Metropolenbahner »

Entenfang @ 10 Feb 2021, 22:56 hat geschrieben: Ähm doch? Und sei es schon alleine als Umleitungsstrecke für den <s>EC</s> ECE, oder man könnte auch 1-2 Zugpaare über das touristisch interessantere Immenstadt - Kempten fahren lassen.
Du sagst es ja selbst, Umleiter (also im Regelfall 0) und 1-2 Tourismus-Züge. Alles andere als viel Verkehr, die Paar machen das Kraut nicht fett, da gibts andere Strecke, die deutlich wichtiger sind.
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

ralf.wiedenmann @ 10 Feb 2021, 20:43 hat geschrieben:
Marcus798 @ 10 Feb 2021, 12:46 hat geschrieben: Servus zusammen,

folgendes soll wohl schon entschieden sein:

(+) Die Strecke Mühldorf - Simbach wird elektrifiziert und eventuell auch zweigleisig ausgebaut, da die Züge München - Wien zukünftig über Simbach ohne Halt in Mühldorf verkehren sollen. Die Züge nach Salzburg sollen dagegen in Mühldorf halten und dann weiter Richtung Klagenfurt / Graz verkehren.
(+) Mühldorf - Landshut wird teilweise zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert.
(-) Mühldorf- Rosenheim wurde gestrichen; Meines Erachtens eine Fehlentscheidung. Warum müssen alle Züge, die vom Brenner kommen unbedingt über den überlasteten Knoten München geführt werden, wenn man bei der Neubaustrecke Kufstein - München auch noch einen Abzweig Richtung Wasserburg - Mühldorf bauen und die Züge Richtung Norden / Osten über Landshut - Regensburg ableiten könnte. Man hätte eine Ausweichroute und könnte durch einen zweigleisigen Ausbau auch einen zeitweisen 30 Minutentakt von Mühldorf nach Waldkreiburg (- Wasserburg) anbieten, ohne Trassenkonflikte zu haben.
(-) Garching - Trostberg - Traunstein / Traunreut ist gestrichen.
(+) Augsburg - Buchloe - Kemten - Hergatz wird elektrifiziert, ebenso soll eine Blockverdichtung auf der gesamtem Strecke erfolgen, um die Streckenkapazität zu erhöhen.
(+) Aschaffenburg Hbf - Aschaffenburg Hafen wird elektrifiziert

Zu den anderen Strecken schweigt der Buschfunk noch.

Gruß Marcus
Bis auf das Nein zu Rosenheim-Mühldorf ist der Rest Spekulation. Selbst Mühldorf-Braunau ist noch nicht entschieden, die Projekte zum Deutschlandtakt müssen erst noch bewertet werden. Beides sollte „demnächst“ passieren und veröffentlicht werden.



Aus: https://www.bvwp-projekte.de/schiene_2018/M...chland-Takt.pdf
Mühldorf-Simbach wird wohl eher nicht aus dem Topf elektrische Güterbahn finanziert, sondern eher aus dem normalen Mitteln des Bedarfsplans. Es ist ein Projekt des Deutschlandtakts.

Um die Euphorie weiter zu begrenzen: Die Mittel der Förderinitiative elektrische Güterbahn gemäss Bundeshalt 2021 sind eher bescheiden.

Für 2021 25 Mio Euro, und für die Jahr 2022-2030 116 Mio Euro, also ingesamt für die nächsten 10 Jahre 141 Millionen Euro.
Siehe Seite 1754 gemäss pdf-Nummerierung des Bundeshaushalts 2021: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/226/1922600.pdf

Die Elektrifizierung Lindau-Geltendorf hat 510 Millionen Euro gekostet. Da könnt ihr euch ausrechnen, dass Buchloe-Kempten-Hergatz, 130 km lang und zweigleisig aus diesem Topf nicht finanziert werden kann.

Auch der GVFG-Topf wird da wohl nicht herhalten können, da sind die Grossstädte mit ihre U-, S- und Strassenbahnprojekten wohl prioritär.
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rautatie
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Beitrag von rautatie »

Marcus798 @ 10 Feb 2021, 12:46 hat geschrieben: Servus zusammen,

folgendes soll wohl schon entschieden sein:

(+) Die Strecke Mühldorf - Simbach wird elektrifiziert und eventuell auch zweigleisig ausgebaut, da die Züge München - Wien zukünftig über Simbach ohne Halt in Mühldorf verkehren sollen.
Ich kann mich nicht mehr so genau an die Strecke erinnern, aber mir schien da ein Flaschenhals der Strecke auf der österreichischen Seite zu liegen. Der Abschnitt von Braunau bis Neumarkt-Kallham (oder zumindest bis Ried im Innkreis) ist doch eine kurvige Nebenstrecke, soweit ich mich erinnere. Da müsste man einiges ausbauen und begradigen, oder?
Wo ist das Problem?
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Beitrag von Metropolenbahner »

rautatie @ 11 Feb 2021, 09:43 hat geschrieben: Ich kann mich nicht mehr so genau an die Strecke erinnern, aber mir schien da ein Flaschenhals der Strecke auf der österreichischen Seite zu liegen. Der Abschnitt von Braunau bis Neumarkt-Kallham (oder zumindest bis Ried im Innkreis) ist doch eine kurvige Nebenstrecke, soweit ich mich erinnere. Da müsste man einiges ausbauen und begradigen, oder?
Das wäre das Optimum, aber die Strippe reicht schon mal, da die Strecke kürzer ist.
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Marcus798 @ 10 Feb 2021, 12:46 hat geschrieben:(+) Augsburg - Buchloe - Kemten - Hergatz wird elektrifiziert, ebenso soll eine Blockverdichtung auf der gesamtem Strecke erfolgen, um die Streckenkapazität zu erhöhen.
Welches durch Blockverdichtung lösbare Kapazitätsproblem des Güterverkehrs existiert denn real oder potentiell südlich von Buchloe?

Rohrbacher @ 10 Feb 2021, 17:03 hat geschrieben:Vielleicht wurde auch schon irgendwie entschieden, die aktuell 12 ausgeschriebenen Wasserstoffzüge bis in einen Zeithorizont von etwa 2050 in einem Durchlauf Passau - Mühldorf - Rosenheim zu verwenden, wo die Züge aus meiner Sicht ganz gut geeignet wären. Die Züge müssten mit marktüblicher Reserve für Passau - Rosenheim ja hinkommen, oder?
Setzt allerdings eine regelmäßig belieferte Wasserstofftankstelle an einem der Endpunkte (oder ggf. Mühldorf) voraus. Nicht unmöglich, aber für die realen Betriebskosten sicher schlechter als die Betankung neben der "Quelle" in Burghausen.


Aschaffenburg - Miltenberg wird übrigens offenbar auch nicht über das Bundesförderprogramm Güterverkehr elektrifiziert: https://primavera24.de/maintalbahn-keine-fo...amm-des-bundes/
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mtg
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Beitrag von mtg »

Südostbayer @ 11 Feb 2021, 16:11 hat geschrieben: Setzt allerdings eine regelmäßig belieferte Wasserstofftankstelle an einem der Endpunkte (oder ggf. Mühldorf) voraus. Nicht unmöglich, aber für die realen Betriebskosten sicher schlechter als die Betankung neben der "Quelle" in Burghausen.
Laut Ausschreibung der BEG ist die Wasserstofftankstelle ohnehin in Mühldorf geplant.
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Beitrag von Hot Doc »

Ich habs noch nicht gespannt. Auf welcher Strecke sollen die H2-Züge eingesetzt werden? (Also Planungsstand jetzt, nicht persönliche Hoffnungen und Zukunftspläne.)
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Beitrag von mapic »

Südostbayer @ 11 Feb 2021, 16:11 hat geschrieben:Welches durch Blockverdichtung lösbare Kapazitätsproblem des Güterverkehrs existiert denn real oder potentiell südlich von Buchloe?
Zwischen Immenstadt und Oberstaufen hat man z.B. nur einen einzigen Block, soweit ich weiß ist das einer der längsten Blöcke, die es überhaupt in Deutschland gibt. Für eine zweigleisige Strecke ist das schon sehr ungewöhlich.

Hot Doc @ 12 Feb 2021, 09:15 hat geschrieben:Ich habs noch nicht gespannt. Auf welcher Strecke sollen die H2-Züge eingesetzt werden? (Also Planungsstand jetzt, nicht persönliche Hoffnungen und Zukunftspläne.)
Die aktuelle Ausschreibung sieht für die H2 Züge vor: Einsatz auf den Strecken Mühldorf-Passau und Mühldorf-Burghausen, Tankstelle in Mühldorf.
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Elektrifizierungsprogramm des Bundes. PM des BMVI vom 3.3.21: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemit...nter-strom.html

Artikel des BMVI zu diesem Thema: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/E...gsprogramm.html

Karte hierzu: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/E/...publicationFile

Es werden in der Karte ausgewiesen:
1. Bedarfsplan - BVWP
2. GVFG
3. Elektrische Güterbahn & Investitionsgesetz Kohleregionen
4. Alternative Antriebe
5. LuFV 8.7
6. Deutschlandtakt
Viel Spass beim Studieren

Für die elektrische Güterbahn wurden von 173 untersuchten Strecken nur 8 Strecken ausgewählt:
Neuburxdorf - Mühlberg,
Duisburg Hochfeld - Duisburg Mannesmann,
Wilhelmshaven Ölweiche - Wilhelmshaven Nord,
Tiefenbroich - Flandersbach (Rohdenhaus),
Gerstungen - Heimboldshausen (- Unterbreizbach),
Borstel - Niedergörne,
Oebisfelde - Glindenberg,
Bremerhaven - Rotenburg.
Es gibt auch noch eine Excel-Liste wo alle zu elektrifiziertenden Strecken einen Förderprogramm zugeordnet werden. Zusätzlich werden auch bereits elektrische Strecken, für die ein Ausbau vorgesehen sind aufgelistet. In dieser Excel-Liste jedoch nicht enthalten, sind die zu elektrifizierenden Strecken gemäss Deutschlandtakt. Diese sind nur in der Karte enthalten: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/E/...publicationFile
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Danke für die Zusammenfassung!

Die Liste der gemäß Förderprogramm "Elektrische Güterbahn & Investitionsgesetz Kohleregionen" zu elektrifizierenden Strecken ist kürzer als erhofft.

"Glindenberg" musste ich nachschlagen - das ist ein Ort ohne Bahnanschluss nördlich von Magdeburg. Gemeint ist demnach die Elektrifizierung der Strecke Oebisfelde - Magdeburg, die ich für sinnvoll halte, auch wenn der Strecke Oebisfelde - Stendal - Rathenow die Elektrifizierung sicher auch gut tun würde...
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Marcus798 @ 10 Feb 2021, 12:46 hat geschrieben:Servus zusammen,

folgendes soll wohl schon entschieden sein:

(+) Die Strecke Mühldorf - Simbach wird elektrifiziert und eventuell auch zweigleisig ausgebaut, da die Züge München - Wien zukünftig über Simbach ohne Halt in Mühldorf verkehren sollen. Die Züge nach Salzburg sollen dagegen in Mühldorf halten und dann weiter Richtung Klagenfurt / Graz verkehren.
(+) Mühldorf - Landshut wird teilweise zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert.
(-) Mühldorf- Rosenheim wurde gestrichen; Meines Erachtens eine Fehlentscheidung. Warum müssen alle Züge, die vom Brenner kommen unbedingt über den überlasteten Knoten München geführt werden, wenn man bei der Neubaustrecke Kufstein - München auch noch einen Abzweig Richtung Wasserburg - Mühldorf bauen und die Züge Richtung Norden / Osten über Landshut - Regensburg ableiten könnte. Man hätte eine Ausweichroute und könnte durch einen zweigleisigen Ausbau auch einen zeitweisen 30 Minutentakt von Mühldorf nach Waldkreiburg (- Wasserburg) anbieten, ohne Trassenkonflikte zu haben.
(-) Garching - Trostberg - Traunstein / Traunreut ist gestrichen.
(+) Augsburg - Buchloe - Kemten - Hergatz wird elektrifiziert, ebenso soll eine Blockverdichtung auf der gesamtem Strecke erfolgen, um die Streckenkapazität zu erhöhen.
(+) Aschaffenburg Hbf - Aschaffenburg Hafen wird elektrifiziert

Zu den anderen Strecken schweigt der Buschfunk noch.

Gruß Marcus
- Mühldorf-Simbach ist gemäss dieser Karte https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/E/...publicationFile
"zusätzlich im Zielfahrplan D-Takt unterstellt"
- Mühldorf-Landshut wird aus dem Bedarfsplan (BVWP) finanziert
- Mühldorf-Rosenheim ist für "ggf. weitere Potenziale für alternative Antriebe" vorgesehen
- Garching - Trostberg - Traunstein / Traunreut ist für "ggf. weitere Potenziale für alternative Antriebe" vorgesehen
- Augsburg-Buchloe-Kempten-Hergatz wird ebenfalls nicht elektrifiziert und ist "ggf. weitere Potenziale für alternative Antriebe" vorgesehen

Dagegen wird Ulm-Memmingen-Kempten "zusätzlich im Zielfahrplan D-Takt unterstellt"
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Entenfang
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Beitrag von Entenfang »

Grundsätzlich mal eine gutes Programm und wenn man das auch alles umsetzt, ist schon einiges getan. Ich nehme mal an, dass man unter ggf. weitere Potenziale für alternative Antriebe keine infrastrukturseitige, sondern eine fahrzeugseitige Elektrifizierung (Akku-Tw) meint.

Ganz schlüssig finde ich das Konzept an einigen Stellen aber nicht:

1. Husum-Kiel und Flensburg-Kiel ist elektrifiziert? Habe ich was verpasst?
2. Görlitz-Zittau elektrifizieren (1x Desiro pro Stunde), aber nicht Schnabelwaid-Bayreuth-Hof und Neukirchen-Weiden? Dann müssen wohl die 612er weiter unter Fahrdraht dieseln oder die Direktverbindungen nach Nürnberg aufgegeben werden.
3. S-Bahn-Stummel zu elektrifizieren, aber dann aufzuhören. Finde eigentlich nur ich die Lücke zwischen Munderkingen und Sigmaringen irgendwie kurios?
4. Schade, dass im Allgäu nichts außer Ulm-Kempten dabei ist. Bleibt dann wohl auf Ewig beim Dieseln unter Fahrdraht.
5. Was passiert mit dem BOB-Netz? Da wäre ein Elektrifizierung überfällig.

Gut finde ich dagegen neue Güterzugrouten zum Umgehen von überlasteten Knoten wie
-Hameln - Elze
-Verden - Uelzen
-Lüneburg-Lübeck

Und auch das Füllen der letzten Meile wie Stendal-Niedergörne oder Neuburxdorf-Mühlberg, welche das Umspannen überflüssig machen und den SGV attraktiver machen.
Hier fehlt mir aber z.B. die Lappwaldbahn ab Haldensleben, wo täglich mehrere sehr schwere Kieszüge fahren, bei denen besonders viel Diesel eingespart werden könnte. Insbesondere unlogisch, da man sogar Arnsdorf - Kamenz und weiter bis Hosena elektrifizieren will, wo wimre längst nicht so viel los ist. ich glaube, da würde man mit Blankenburg - Halberstadt - Magdeburg mehr Effekt erzielen.

-Die Mitte-Deutschland-Verbindung sogar mit Leinefelde-Gotha, das ist eine positive Überraschung.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:4. Schade, dass im Allgäu nichts außer Ulm-Kempten dabei ist. Bleibt dann wohl auf Ewig beim Dieseln unter Fahrdraht.
Wenn ich das richtig sehe, geht es nur um die genannten derzeitigen Förderprogramme des Bundes. Bei Augsburg - Lindau haben wir beispielsweise alternative Antriebe "sofern nicht Vollelektrifizierung durch andere Programme". Und genau so eins wird die Nachfolge des 612 wohl noch irgendwie mal werden (im Sinne von ist es derzeit noch nicht), wo das Land (!) schon relativ deutlich gemacht hat, dass Akkus und Brennstoffzellen sehr wahrscheinlich nicht ausreichend leistungsfähig sind. Und wenn die 612 etwa 2030 schon alt sind, reicht's wenn man sich dem Problem 2040 annimmt. Vielleicht.
Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:5. Was passiert mit dem BOB-Netz? Da wäre ein Elektrifizierung überfällig.
Verstehe nicht ganz? Da fahren einwandfreie Neufahrzeuge, die tun's bis 2050! :ph34r:
Und auch das Füllen der letzten Meile wie Stendal-Niedergörne oder Neuburxdorf-Mühlberg, welche das Umspannen überflüssig machen und den SGV attraktiver machen.
Da immer mehr (hierzuforum für den SPNV ungesehen gefeierte) "fahrzeugseitige Lösungen" auf den Markt kommen, im SGV z.B. die Eurodual, werden sich für den Bund immer mehr Ausreden finden lassen, warum man den Fahrdraht doch nicht braucht. Die teuren Hybridloks zahlt ja der Betreiber. Das ist ungefähr so als würde man steile Schotterstraßen mit Flußdurchfahrten von anno 1870 nicht ausbauen, weil die Speditionen sich ja z.B. einfach MAN KAT kaufen könnten. Einfach für jede Lkw-Fahrt so ein Ding unterstellen und schon spart man sich die ganze teure Infrastruktur! :ph34r:
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben: 2. Görlitz-Zittau elektrifizieren (1x Desiro pro Stunde)
War das nicht Teil von der großen Beschwichtigungsprogramm "huch die Kohle ist von gestern, wir bewerfen Euch mit Geld, damit ihr es einseht"?
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Marcus798 @ 10 Feb 2021, 12:46 hat geschrieben:Servus zusammen,

folgendes soll wohl schon entschieden sein:

(+) Die Strecke Mühldorf - Simbach wird elektrifiziert und eventuell auch zweigleisig ausgebaut, da die Züge München - Wien zukünftig über Simbach ohne Halt in Mühldorf verkehren sollen. Die Züge nach Salzburg sollen dagegen in Mühldorf halten und dann weiter Richtung Klagenfurt / Graz verkehren.
Nach dem 3. Gutachterentwurf hält der Fernverkehr München-Wien über Simbach in Mühldorf. Richtung Wien Ankunft zur Minute 30 Abfahrt Minute 33 ungerade Stunde und Richtung München Ankunft 27, Abfahrt 29.

Dagegen verkehrt der Fernverkehr München-Mühldorf-Freilassing-Salzburg in Mühldorf ohne Halt durch.

Siehe: https://assets.ctfassets.net/scbs508bajse/4...wurf_Bayern.pdf
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Südostbayer
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Beitrag von Südostbayer »

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:1. Husum-Kiel und Flensburg-Kiel ist elektrifiziert? Habe ich was verpasst?
Ja, die Karte enthält entweder ein paar Fehler oder es gibt (mir) unbekannte Vereinbarungen zu Elektrifizierungen. Gemäß Karte ist auch die alte "Lehrter Stammbahn" zwischen Oebisfelde, Stendal und Rathenow bereits elektrifiziert. Das hielte ich für den Güterverkehr für sinnvoll, aber momentan hängt dort keine Oberleitung.

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:aber nicht Schnabelwaid-Bayreuth-Hof und Neukirchen-Weiden? Dann müssen wohl die 612er weiter unter Fahrdraht dieseln oder die Direktverbindungen nach Nürnberg aufgegeben werden.
Sehr seltsam ist in dem Kontext auch, dass das kurze Stück von Hersbruck (rechts Pegnitz) nach Pommelsbrunn nicht elektrifiziert werden soll. Man hätte also Oberleitung von Nürnberg bis Furth im Wald, aber nur "links Pegnitz", während auf der heute für die schnellen Züge genutzten Route rechts der Pegnitz eine drei Kilometer lange Lücke bliebe.

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:Und auch das Füllen der letzten Meile wie Stendal-Niedergörne oder Neuburxdorf-Mühlberg, welche das Umspannen überflüssig machen und den SGV attraktiver machen. Hier fehlt mir aber z.B. die Lappwaldbahn ab Haldensleben, wo täglich mehrere sehr schwere Kieszüge fahren, bei denen besonders viel Diesel eingespart werden könnte.
Das gesamte Programm bezieht sich offensichtlich primär auf die Infrastruktur des Bundes. NE-Strecken scheinen nur in Ausnahmefällen berücksichtigt zu sein - die genannte Strecke nach Niedergörne sowie ein paar wenige "Unterstellungen im Zielfahrplan Deutschlandtakt" (Stockach, Taunusbahn, Weißenhorn). Bereits beschlossene Elektrifizierungen von NE-Strecken sind hingegen nicht berücksichtigt (Dagebüll, Tübingen-Herrenberg).

Entenfang @ 4 Mar 2021, 22:20 hat geschrieben:Insbesondere unlogisch, da man sogar Arnsdorf - Kamenz und weiter bis Hosena elektrifizieren will, wo wimre längst nicht so viel los ist.
Die ganzen auf der Karte rot markierten Elektrifizierungen in Südbrandenburg und Sachsen (Ostsachsen, aber auch südlich von Leipzig) sind, kurioserweise mit Ausnahme der Strecke Neuburxdorf-Mühlberg, alle aus dem "Investitionsgesetz Kohleregionen" (das von Iarn genannte Beschwichtigungsprogramm). Hier scheinen niedrigere Schwellwerte für die Streckennutzung zu gelten, wobei aber südlich von Hosena auch mehrere Güterzüge am Tag unterwegs sein sollten (Kieswerke, Tanklager Cunnersdorf).

Rohrbacher @ 4 Mar 2021, 23:54 hat geschrieben:Bei Augsburg - Lindau haben wir beispielsweise alternative Antriebe "sofern nicht Vollelektrifizierung durch andere Programme".
Naja, die Anmerkung "ggf. weitere Potentiale für alternative Antriebe" ist schlicht die wenig aussagekräftige Pauschalangabe für alle DB Netz-Strecken, die keinem anderen Fördertopf zugeordnet sind.



Übrigens zeigt die Karte auch mindestens zwei mir bisher unbekannte Neubauprojekte: Eine Spange westlich von Leipzig, um von Leipzig nach Merseburg zu fahren, und eine Bahnstrecke von Bedburg über Jülich nach Aachen. Jülich-Aachen gab's schon mal, aber Bedburg-Jülich wäre komplett neu.
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Beitrag von Metropolenbahner »

Südostbayer @ 5 Mar 2021, 11:12 hat geschrieben: Ja, die Karte enthält entweder ein paar Fehler oder es gibt (mir) unbekannte Vereinbarungen zu Elektrifizierungen. Gemäß Karte ist auch die alte "Lehrter Stammbahn" zwischen Oebisfelde, Stendal und Rathenow bereits elektrifiziert. Das hielte ich für den Güterverkehr für sinnvoll, aber momentan hängt dort keine Oberleitung.
Wird die Lehrter Bahn nicht gerade schon elektrifiziert, weil man in ein paar Jahren die NBS erneuern muss und deshalb die alten Gleise als temp. Ersatz braucht? Denke das ist schon sehr konkret in dem Fall. Aber über Kiel und Co. wundere ich mich auch.

Edit: Hier noch der Link zum Bauprojekt Lehrter Stammbahn:
https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/hannover-berlin

Das wieder mal nicht wenigstens Augsburg-Buchloe mit dabei ist, war ja leider fast schon zu befürchten :(
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Beitrag von Südostbayer »

Metropolenbahner @ 5 Mar 2021, 16:32 hat geschrieben: Wird die Lehrter Bahn nicht gerade schon elektrifiziert, weil man in ein paar Jahren die NBS erneuern muss und deshalb die alten Gleise als temp. Ersatz braucht? Denke das ist schon sehr konkret in dem Fall. Aber über Kiel und Co. wundere ich mich auch.

Edit: Hier noch der Link zum Bauprojekt Lehrter Stammbahn:
https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/hannover-berlin
Danke für den Tipp. Somit ist nur die farbliche Kennzeichnung auf der Karte falsch.
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Selbst Bayern - nicht nur der Bund - sieht Elektrifizierung Buchloe-Kempten-Hergatz nicht als dringlich:
Perspektivisch ist als Weiterführung der Illertalbahn die Elektrifizierung der Strecke von Kempten bis nach Oberstdorf angedacht. Weiter im Blickfeld hat die Staatsregie- rung auch eine Elektrifizierung der zweigleisigen Strecke von Buchloe über Kempten und Immenstadt bis nach Hergatz.
Bayern hat weder eine Grundlagenermittlung in Auftrag gegeben noch eine Anmeldung zum GVFG geplant. Siehe Antwort der Staatsregierung auf Anfrage der Grünen vom 19.1.21: https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextA.../18_0013237.pdf
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Beitrag von Iarn »

Ich habe ja eine gewisse Hoffnung, dass es im Herbst einen etwas fähigeren Verkehrsminister gibt (und wenn es nur der Hofreiter ist), der dann das Thema evtl unter neuen, am besten bundesweit einheitlichen (ja ich träume) Kriterien neu bewertet.
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Jean
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Beitrag von Jean »

Iarn @ 23 Mar 2021, 11:32 hat geschrieben: Ich habe ja eine gewisse Hoffnung, dass es im Herbst einen etwas fähigeren Verkehrsminister gibt (und wenn es nur der Hofreiter ist), der dann das Thema evtl unter neuen, am besten bundesweit einheitlichen (ja ich träume) Kriterien neu bewertet.
Na ja...weniger fähig wird schwierig...aber mit der CSU ist ja bekanntlich alles möglich.
Danke für das Forum

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Beitrag von Metropolenbahner »

Jean @ 23 Mar 2021, 11:33 hat geschrieben: Na ja...weniger fähig wird schwierig...aber mit der CSU ist ja bekanntlich alles möglich.
Ich glaube die wären mittlerweile froh, wenn sie das Ministerium los wären :lol:
Die Grünen scheinen das Ressort außerdem wegen Klimawandel und Co. unbedingt haben zu wollen, von daher steht der Kompromiss schon vor der Wahl im Raum ...

Die CSU bekommt dafür nen anderen wichtigen Posten, Scheuer könnte z.B. dann Finanzminister werden, denn mit Geld kennt er sich seit der Maut ja aus :ph34r:
Selbst Bayern - nicht nur der Bund - sieht Elektrifizierung Buchloe-Kempten-Hergatz nicht als dringlich
Verwundert ehrlich gesagt auch nicht - solange nicht mal Augsburg-Buchloe Fahrdraht hat. Die Lücke müsste als erste geschlossen werden. Wenn Kempten Draht von der Illertalbahn hätte, könnte man Buchloe-Kempten wenigstens mit nem Akku-ET schaffen und in Kempten aufladen.

Ansonsten sollte man auf die Idee kommen und mit Österreich/ÖBB zusammenarbeiten, die scheinen ja schon ne Akku-Strategie samt 25kV-Ladestationen zu haben, bzw. arbeiten daran.
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Beitrag von Jean »

Metropolenbahner @ 23 Mar 2021, 14:56 hat geschrieben: Ansonsten sollte man auf die Idee kommen und mit Österreich/ÖBB zusammenarbeiten, die scheinen ja schon ne Akku-Strategie samt 25kV-Ladestationen zu haben, bzw. arbeiten daran.
Nennt sich Überleitung? :P Man muss nur das Konzept frisch und innovativ verpacken dann wird das schon!
Danke für das Forum

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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Netzwerk Europ. Eisenbahnen und pro Bahn kritisieren Programm elektrischer Güterbahnen als völlig unzureichend, und die Auswahl als nicht nachvollziehbar: https://www.pro-bahn.de/presse/pm_bv_show.php?id=407

Pressemeldung vom 14.4.21. Allerdings hat man bezüglich Volumen nicht mehr erwarten können. Mit 74 Mio Euro ist dieses Programm nur der Tropfen auf den heissen Stein: siehe: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemit...nter-strom.html
Die Anmeldungen haben dieses Programm mehrfach überzeichnet.
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

Metropolenbahner @ 23 Mar 2021, 14:56 hat geschrieben:...
Verwundert ehrlich gesagt auch nicht - solange nicht mal Augsburg-Buchloe Fahrdraht hat. Die Lücke müsste als erste geschlossen werden. Wenn Kempten Draht von der Illertalbahn hätte, könnte man Buchloe-Kempten wenigstens mit nem Akku-ET schaffen und in Kempten aufladen.
...
Zumindest die Illertalbahn Ulm-Memmingen-Kempten ist nun vom Bayern zur Elektrizierung zum Deutschlandtakt angemeldet worden: Siehe Beitrag zur Regio S-Bahn Donau-Iller: https://www.eisenbahnforum.de/index.php?s=7...45&#entry743703

Augsburg-Buchloe ist im Deutschlandtakt nicht erwähnt: https://downloads.ctfassets.net/scbs508bajs...1-00_gesamt.pdf
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

SZ, 21.9.21: https://www.sueddeutsche.de/auto/bahn-elekt...litik-1.5408671
Um den Verkehrssektor klimaneutral zu machen, müssen deutlich mehr Bahnstrecken elektrifiziert werden. Woran der Ausbau hakt und wie auch Fahrgäste von dem Ausbau profitieren könnten - die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Iarn
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Beitrag von Iarn »

PM von Sachsen zu Vereinbarungen zur Elektrifizierung von Landesgrenze - Görlitz - Dresden/Cottbus.
Autonome Volksfront für die Wiedererrichtung der klassischen 22er Tram in München
Nicht zu verwechseln mit der Populären Front
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

PM der BEG vom 4.10.21: Untersu­chungen zur Elektri­fi­zierung der Maintalbahn starten
https://beg.bahnland-bayern.de/de/pressemit...ahn-starten.pdf
MÜNCHEN. Die Bayerische Eisenbahn­ge­sell­schaft (BEG) hat den Zuschlag für eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) der Elektri­fi­zierung der Maintalbahn (Aschaf­fenburg - Miltenberg) erteilt. Die Studie wird von dem Münchner Verkehrs­be­ra­tungs­un­ter­nehmen Intraplan Consult GmbH durchgeführt. Noch im Oktober dieses Jahres soll mit der Untersuchung begonnen werden. “Wir haben damit den nächsten Schritt für dieses zentrale Schienen­in­fra­struk­tur­projekt am Bayerischen Untermain eingeleitet. Ich bin froh, dass der Zuschlag an einen auf diesem Gebiet sehr renommierten Gutachter gegangen ist“ betont Bayerns Verkehrs­mi­nisterin Kerstin Schreyer.
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ralf.wiedenmann
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Beitrag von ralf.wiedenmann »

StMB zu Elektrifizierung von Bahnstrecken in Bayern:
Welche zu elektrifizierenden Strecken plant die Staatsregierung für das GVFG-Bundesprogramm anzumelden?
Die Staatsregierung hat mit der im Jahr 2018 beschlossenen Bayerischen Elektromobilitättrategie Schiene (BESS) erstmals Strecken festgelegt, die für sie jenseits der Elektrifizierungsvorhaben im Bedarfsplan Schiene oberste Priorität haben. Nach der Entscheidung des Bundes über die Projekte des Programms "Elektrische Güterbahn" strebt die Staatsregierung an, für alle diese damals priorisierten Strecken eine Anmeldung fürs GVFG-Bundesprogramm und damit im Ergebnis eine Elektrifizierung zu erreichen. Davon ausgenommen ist - mangels Schienenpersonennahverkehr - der Anschluss der Hafenbahn Aschaffenburg an das DB-Bestandsnetz. Für die Elektrifizierung der Filzenexpress-Strecke zwischen Ebersberg und Wasserburg könnte evtl. auch eine Finanzierung über die Länderquote Bayern der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) Anlage 8.7 in Betracht kommen. Die Staatsregierung hat gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg Anfang 2021 das länderübergreifende Ausbauprojekt "Regio-S-Bahn Donau-Iller" beim Bund für eine Förderung aus dem GVFG-Bundesprogramm angemeldet. Dieses enthält unter anderem die Elektrifizierungen der Strecken zwischen Neu-Ulm und Kempten sowie zwischen Senden und Weißenhorn und den bayerischen Streckenanteil der Brenzbahn zwischen Ulm und Aalen. Die Elektrifizierung der Schnaittachtalbahn zwischen Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf-Hüttenbach ist Teilmaßnahme des Nürnberger S-Bahn-Ausbauprojekts "Sektor Nordost". Für das Ausbauprojekt wird die Staatsregierung 2021 der DB Netz AG den Planungsauftrag mit dem Ziel erteilen, dieses ebenfalls als Gesamtprojekt für das GVFG-Bundesprogramm anzumelden. Darin enthalten ist auch die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Hersbruck rechts der Pegnitz und Pommelsbrunn. Ebenfalls für eine Anmeldung fürs GVFG-Bundesprogramm vorgesehen sind die in BESS priorisierten Elektrifizierungen Aschaffenburg - Miltenberg, Oberlandnetz (Holzkirchen - Lenggries, Schaftlach - Tegernsee und Holzkirchen - Bayrischzell) sowie Markt Erlbach - Siegelsdorf. Die Verbindung nach Markt Erlbach soll im Rahmen des vom Freistaat geschaffenen Ausbauprogramms S-Bahn Nürnberg auf die verkehrlich, baulich und wirtschaftlich sinnvolle Lösung untersucht werden. Bei der ebenfalls in BESS berücksichtigten Stichstrecke zwischen Kaufering und Landsberg a. Lech untersucht die Staatsregierung aktuell im Rahmen des Programms Bahnausbau Region München, wie das Betriebskonzept nach der Elektrifizierung ausgestaltet werden soll. Die Staatsregierung nimmt die Entscheidungen des Bundes zu den Elektrifizierungsprojekten des damaligen Potenziellen Bedarfs im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP 2030) und des Programms "Elektrische Güterbahn" zum Anlass, um die BESS in diesem Jahr zu aktualisieren und gegebenenfalls weitere Streckenelektrifizierungen zu priorisieren, die je nach Streckencharakter dann auch im Hinblick auf eine Anmeldung zum GVFG-Bundesprogramm betrachtet werden sollen.
Siehe Antwort der Staatsregierung vom 25.3.21 auf Anfrage der Grünen: https://www.bayern.landtag.de/ElanTextAblag.../18_0014814.pdf
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