Wie steht ihr zum Elektroauto?

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mapic
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Beitrag von mapic »

Wörtliches Zitat vom VW-Chef aus dem verlinkten Artikel:
"Natürlich habe ich auch ein Tesla Model Y getestet - mit meinem Kollegen Frank Welsch (der Entwicklungschef von Volkswagen, d. Red.). Dieses Auto ist für uns in vielen Aspekten (nicht in allen!) eine Referenz: beim Nutzererlebnis, der Update-Fähigkeit, den Fahrfunktionen, der Leistung der Top-Modelle, dem Ladenetzwerk, der Reichweite"
Scheint wohl doch nicht nur die Meinung der Medien zu sein. Ich habe ja auch ausdrücklich von den "Aussagen der Verantwortlichen" gesprochen, nicht von der Meinung der Journalisten. Eigentlich habe ich auch gerade den Artikel verlinkt, weil da die Aussage um die es mir ging sogar schon mit Quellenangabe in der Überschrift steht. :rolleyes:
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Jean
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Beitrag von Jean »

mapic @ 3 Feb 2021, 08:23 hat geschrieben: Wörtliches Zitat vom VW-Chef aus dem verlinkten Artikel:

Scheint wohl doch nicht nur die Meinung der Medien zu sein. Ich habe ja auch ausdrücklich von den "Aussagen der Verantwortlichen" gesprochen, nicht von der Meinung der Journalisten. Eigentlich habe ich auch gerade den Artikel verlinkt, weil da die Aussage um die es mir ging sogar schon mit Quellenangabe in der Überschrift steht. :rolleyes:
Bei Updates muss ich irgendwie ein Microsoft denken...nicht unbedingt eine Referenz. :rolleyes: Ich glaube wir sind noch lange weg von intelligenten Autos, und zu viel IT ist eingentlich auch nicht gut. Kein Softwareupdate: Auto ist nicht mehr zu gebrauchen. Schrott...obwohl die Hardware noch geht. :D
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Beitrag von Hot Doc »

Ich muss da mapic schon Recht geben. Nicht nur VW auch BMW und Mercedes spricht intern davon unbedingt einen - Zitat: - "Tesla-Fighter" zu brauchen.

Da geht es zwar auf den ersten Blick auch um ein höherklassiges Auto, dass als Prestige-Objekt den jetzigen Teslamodellen Konkurrenz macht - mehr um den Anschluss in der Aufmerksamkeitswahrnehmung bei E-Autos nicht zu verlieren. In Wirklichkeit hat man aber ernsthafte Bedenken, dass Tesla ein vernünftiges Auto (ohne die ganzen Schönheitsfehler der Anfangsmodelle) zu einem vernünftigen Preis für den Massenmarkt aufstellen könnte.
Und im gegensatz zu vielen Asiatischen Herstellern, kauft man eben keine kompletten Bodenpaletten oder Antriebsstränge bei renomierten Herstellern ein, sondern hat eine eigene Plattform entwickelt.
Auch mit der Produktion macht man keine Gefangenen und zieht hier gleich mal ein Werk hoch und schifft die Autos in Zukunft nicht teuer und zeitraubend um die halbe Welt.

Die Restlichen Probleme: Händler, Werkstätten etc. lösen sich über die Masse (oder eben nicht, wenn keine Masse verkauft wird). Aber das ist bei jedem Hersteller so, der neu in den Markt kommt. Einen neuen Dongfeng kannst du halt auch nur von ganz bestimmten Händlern reparieren lassen. Genug z.B. chinesische Hersteller sind genau an diesem Problem gescheitert. Tesla könnte es genau so ergehen, aber das sieht Tesla (natürlich), aber auch alle deutschen Hersteller (das heißt schon was) ziemlich anders.

Wo ich Rohrbacher Recht geben muss, ist, dass ich diese ständige Updaterei eigentlich bei Autos nicht gut finde. Ich finde das bei PCs schon kacke, weil es irgendwie immer langsamer wird über die Zeit.
Ein Auto muss so wie es zugelassen wurde auch weiter und sicher zu betreiben sein. Ausnahmen sind besondere Vorkommnisse, wie sie auch bei Verbrennern vorkommen, das aus bestimmten Gründen Teile ausgetauscht werden müssen. Dann muss das KBA das aber vorgeben und alle Besitzer anschreiben.
Alle weiteren Updates sollte man abstellen und per Einzelabfrage auswählen können.
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Beitrag von Eisenbahngirl1990 »

Also ich denke, dass die Menschen weiterhin Zug fahren werden. Ich denke auch, dass die Technik nicht nur auf dem Automarkt einen Fotschritt macht. Ich könnte mir vorstellen das dies auch für andere Verkehrsmittel wie Bus oder Zug gilt. Nur weil sich die Autos weiterentwickeln heißt es nicht, dass Menschen die vorher kein Auto hatten sich jetzt plötzlich dafür begeistern. Aber so richtig voraussagen kann man es natürlich nicht. Ich hoffe einfach, dass die Menschen die freude am Zug fahren nicht verlieren :-)
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

Also ich denke, dass die Menschen weiterhin Zug fahren werden.
Klar Auto 130 gegen Zug 300 (in Italien zb.) und 230 bei uns. :D
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Beitrag von Eisenbahngirl1990 »

einen_Benutzernamen @ 6 Feb 2021, 18:24 hat geschrieben: Klar Auto 130 gegen Zug 300 (in Italien zb.) und 230 bei uns. :D
Hihi, ja da kommt eh keiner gegen an :P . Und je nachdem wohin es mit dem Zug geht finde ich die Landschaften wunderschön. Da kann die Autobahn nicht mithalten :D
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Jean
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Beitrag von Jean »

Erste Tiefgarage für E-Autos gesperrt - Focus. Soviel zu dem Thema!
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rautatie
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Beitrag von rautatie »

Eisenbahngirl1990 @ 6 Feb 2021, 16:55 hat geschrieben: Nur weil sich die Autos weiterentwickeln heißt es nicht, dass Menschen die vorher kein Auto hatten sich jetzt plötzlich dafür begeistern.
Ich bin so ein Kandidat, der sich nie wirklich fürs Autofahren begeistern konnte, wobei es bei mir unter anderem einfach daran liegt, dass ich das Fahren im dicht besiedelten Mitteleuropa ziemlich stressig und wenig reizvoll finde. In weiten einsamen Regionen (Kanada, Skandinavien, etc.) sieht es anders aus, da kann ich mich schon fürs Autofahren begeistern. Aber ich fahre weder auf dicht befahrenen Autobahnen noch in engen Städten gern Auto. Da sitze ich wesentlich lieber im Zug, schaue entspannt aus dem Fenster, lese ein Buch oder höre Musik über Kopfhörer - und wenn ich zwischendurch mal einnicke, passiert nichts.
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Jojo423
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Beitrag von Jojo423 »

Jean @ 16 Feb 2021, 10:10 hat geschrieben: Erste Tiefgarage für E-Autos gesperrt - Focus. Soviel zu dem Thema!
Wie viele Tiefgaragen gibt es in Deutschland? Eine Kleinstadt macht das, und dann wird so ein Aufriss darum gemacht? Übrigens: Verbrennen brennen auch. ;-)

Edit: Kleinstadt eingefügt.
Viele Grüße
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Jean
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Beitrag von Jean »

Jojo423 @ 16 Feb 2021, 11:41 hat geschrieben: Wie viele Tiefgaragen gibt es in Deutschland? Eine macht das, und dann wird so ein Aufriss darum gemacht? Übrigens: Verbrennen brennen auch. ;-)
Hast du überhaupt den Artikel gelesen? Und Tiefgaragen gibt es in Deutschland immer mehr da der Grundstückpreis in den Großstädten immer noch steigt! :ph34r:
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Beitrag von Cloakmaster »

Jean @ 16 Feb 2021, 11:10 hat geschrieben: Erste Tiefgarage für E-Autos gesperrt - Focus. Soviel zu dem Thema!
Inwieweit das Vorgehen berechtigt ist, ist jedoch strittig. Nach Ansicht der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (VFDB) bergen solche Brände in der Tat "erhebliches Risikopotenzial" und müssen besser erforscht werden. Der Deutsche Feuerwehr-Verband (DFV) sieht für ein generelles Parkverbot von Elektroautos in Tiefgaragen jedoch keinen Anlass. Auch das Laden sei unproblematisch. "Zertifizierte Ladeeinrichtungen auf Einstellplätzen in Garagen können aus heutiger Sicht auch in Tiefgaragen als notwendige Bestandteile des Betriebs und Abstellen von Fahrzeugen akzeptiert werden", heißt es in einer Fachempfehlung aus dem Jahr 2018 (PDF).

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat dazu im Juli 2020 eigene Hinweise für die Brandbekämpfung von Lithium­-Ionen­-Akkus bei Fahrzeugbränden (PDF) veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: "Grundsätzlich unterscheidet sich die Brand­bekämpfung bei Fahrzeugbränden mit Be­teiligung von Lithium-­Ionen-­Akkus nicht wesentlich von Bränden bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen." Auf die spezielle Problematik bei Tiefgaragenbränden wird in den Hinweisen jedoch nicht eingegangen.
mapic
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Beitrag von mapic »

Andere Städte bauen eben Ladesäulen in ihre Tiefgaragen. So viel zum Thema. ;)
Und das sind erheblich mehr als die, die über ein Verbot nachdenken. Aber wenn man darüber berichten würde, klickt sichs halt nicht so gut.
Dass da ein Benziner abgebrannt ist, und daraufhin E-Autos verboten werden, klingt aber schon erst mal ziemlich lächerlich. :lol:
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

:lol: Und was ist mit Gas Fahrzeuge? Die sind auch oft verboten in Unterirdischen Garagen.
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Beitrag von Cloakmaster »

Waren sie mal. in den 1970ern.
Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Zumindest in Deutschland gibt da dafür eine Verordnung, die das bundesweit regelt, dass Parken in Tief- und Parkgaragen mit Gasautos (egal welches Gas) erlaubt ist.

Trotzdem hat der Betreiber immer noch ein Hausrecht. Einen wirklichen Grund hat er allerdings nicht.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Ein Artikel von sueddeutsche.de, der mich voll hart getriggert hat: Teslas doppelte Botschaften

"Elon Musk verspricht gerne viel. Geleakte E-Mails zeigen, wie Tesla die Autopilot-Funktion seiner E-Autos wirklich einschätzt. (...) Könnte es sein, dass er (...) die Leute absichtlich in die Irre führt? Dieser Verdacht wird nun von E-Mails zwischen der kalifornischen Verkehrsbehörde DMV und Tesla-Anwalt Eric Williams befeuert (...) Die (E-Mailkommunikation) gibt es, weil die Behörde mal nachgefragt hatte, warum Tesla eigentlich keine Genehmigung für Testfahrten mit fahrerlosen Autos beantragt habe wie sechs andere Autobauer. (...) Problematisch ist das alles, weil Musk die Features, die etwa 10 000 Dollar Aufpreis kosten, offensiv vermarktet (...) Die nun veröffentlichten E-Mails zeigen, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis Tesla-Autos all die Begriffe, die Musk dafür verwendet, auch wirklich rechtfertigen, und dass der Konzern das weiß. Die Tesla-Jünger dürfte das dennoch kaum stören, sie sagen bei Enthüllungen dieser Art meist: So ist er nun mal, der Elon."
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Beitrag von mapic »

Da du ja mit "trigger" eindeutig auf mich anspielst, möchte ich mich in dem Zusammenhang einfach mal selbst zitieren. Bitte aufs Datum achten:
mapic @ 25 Aug 2018, 08:06 hat geschrieben:Und ich bin auch der Meinung, dass die ganze Sache mit dem voll autonomen Fahren auch die erste Ankündigung von Tesla werden wird, mit der sie wirklich scheitern werden. Angekündigt ist ja zukünftiges voll autonomes fahren nur durch Softwareupdates, also mit der heute verbauten Hardware.
So viel zum Thema Fanboy und so... ;)
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

mapic @ 16 Mar 2021, 18:16 hat geschrieben:Da du ja mit "trigger" eindeutig auf mich anspielst
Eigentlich maximal anteilig. Aber wer sich angesprochen fühlt ... ;)

WiWo, 16.10.2020: Teslas unbezahlte Wasserrechnung
ZDF Frontal21, heute 21:10 Uhr: Turbo, Tempo, Tesla

"Alles, was sonst Jahre dauert, muss nun in wenigen Monaten genehmigt werden. (...) Durch die Tesla-Produktion im brandenburgischen Grünheide werde es zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen. Das befürchtet der Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler. (...) Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Bündnis90/Die Grünen) betonte, dass für den Produktionsbeginn genug Wasser da sei: "Kapazitätsgrenze heißt nicht, dass aktuell schon die Kapazitätsgrenze überschritten ist", sagte Vogel im Frontal21-Interview. Demnach werde Tesla ab Sommer 2021 zunächst rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen. "Und wenn es noch darüber hinaus gehen sollte, dann könnte es sein, dass Entwicklungen nicht stattfinden", erklärte Vogel. Dass Wasser ein limitierender Faktor für den Fabrikausbau sei, wisse auch Tesla (...) Eine endgültige Baugenehmigung steht aus."

Um nur das mit dem Wasser teilweise zu zitieren. Schon möglich, dass der Typ, der mit angeblich selbstfahrenden Autos trollt und auf den Mars will, ohne endgültige Baugenehmigung eine viel Wasser verbrauchende Fabrik in eine wasserarme Gegend pflanzt, nicht erst oder nur mit seinem "Autopiloten" scheitert. Zumindest dann, wenn sich deutsche Behörden tatsächlich nicht erpressen lassen und den Anwohnern das Wasser abdrehen. Ich hab mich immer schon gefragt, warum man da lieber wieder die Pampa abholzt, wo vielleicht aus guten Gründen sonst kein Konzern eine ähnliche Fabrik plant, statt irgendeine Industriebrache neu zu bebauen. Aber vielleicht stellt sich der "Technoking" das ja vor, dass wie einst bei der Autofabrik des GröFaZ eine komplett neue Stadt drumrum entsteht, vielleicht Elonsburg? Aber vielleicht bin ich mal wieder nur zu doof. Kann Musk eigentlich schwimmen? Ich frag nur vorsorglich. In Bayern hatten wir auch mal einen König, der uns an den unmöglichsten Orten, oft gegen alle fachlichen Widerstände ein paar mehr oder weniger Bauruinen hinterlassen hat. Da kommen ein Jahrhundert später immerhin massenweise Touristen. Wer richtig visionär ist, sichert sich am besten jetzt schonmal alle Souvenirstandl in Grünheide. :D :ph34r:
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Beitrag von 146225 »

Ich weiß nicht, aber für mich liest sich die Angelegenheit als eines von zu vielen Beispielen dafür, dass deutsche Behörden einfach so gut wie mit allem hilflos und rettungslos überfordert sind.
Und Wasser ist nun wirklich nicht die einzige Infrastruktur, die in Deutschland vernachlässigt wurde und ist.
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Beitrag von mapic »

Ah, der Stammtisch ist wieder eröffnet... :unsure: :lol:

Bei Bauvorhaben dieser Größenordnung ist es doch völlig normal, dass stückchenweise genehmigt wird und sich auch während des Baus noch einiges an der Planung ändert. Und wäre es nicht Tesla, würde auch kein Hahn (bzw. Stammtisch) danach krähen.
Das Gewerbegebiet wurde ursprünglich schon mal für BMW ausgewiesen. Wenn die da gebaut hätten, hätte es auch niemanden interessiert, dass da irgendwas abgeholzt wird. Wahrscheinlich wäre außerhalb der Lokalpresse noch nicht mal irgendwas darüber berichtet worden.
Und ich gehe mal davon aus, dass abholzen einfach deutlich günstiger und schneller ist als irgendeine Industriebrache erst mal abzureißen, mit allen (evtl. bislang noch unbekannten) Altlasten, um die man sich dann da drin auch noch kümmern muss.

Warum BMW damals nicht wollte, lag wohl auch hauptsächlich nicht am Grundstück:
"Und obwohl sich die Nachricht wie ein Lottogewinn anfühlte, hätten sie ja mehr als 20 Jahre darauf hingearbeitet: "Wir haben viel von BMW gelernt", sagt er. Für BMW war das Gewerbegebiet 2001 ursprünglich einmal entwickelt worden. Der Autobauer hatte dann aber nicht zugeschlagen. Im Fragenkatalog der Firma an die Gemeinde waren fast nur "weiche Faktoren" aufgetaucht, die im Kampf um Ansiedlungen ein hartes Argument sind: Kitas, Schulen, Freizeitmöglichkeiten. Daran haben sie dann gearbeitet."
https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/wie-...enheide-landet/

Der Souvenirladen würde sich aber wahrscheinlich in jedem Fall lohnen, selbst wenn die Bude in 5 Jahren wegen Wassermangel wieder abgerissen wird. ;)
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Beitrag von Rohrbacher »

mapic @ 16 Mar 2021, 20:51 hat geschrieben:Und ich gehe mal davon aus, dass abholzen einfach deutlich günstiger und schneller ist als irgendeine Industriebrache erst mal abzureißen, mit allen (evtl. bislang noch unbekannten) Altlasten, um die man sich dann da drin auch noch kümmern muss.
Um die muss sich aber dann trotzdem jemand kümmern. Rate mal wer das im Zweifel dann ist. Genau, die gleichen die für's Abholzen und neue Altlasten schaffen auch noch Fördermittel raushauen, weil nach FlowTex, Cargolifter und Wirecard wieder irgendwo eine Firma mit windigem Guru den Hauch vom Globalplayer ins Dorf bringen will. Marsalek ist flüchtig, Musk will gar zum Mars. Mir wäre das suspekt, wenn ich in Brandenburg was zu sagen hätte. :lol:
mapic @ 16 Mar 2021, 20:51 hat geschrieben:Bei Bauvorhaben dieser Größenordnung ist es doch völlig normal, dass stückchenweise genehmigt wird
Ne, es ist nicht normal, dass binnen so kurzer Zeit irgendwas gebaut wird, wo so eine Frage wie das mit dem Wasser jetzt erst "spannend" wird. Der Kollege aus Heilbronn mag seinen Hass haben auf alles, was nach deutscher Verwaltung aussieht, aber dauert gerade in der Größenordnung eben dann doch ein bisschen länger, selbst wenn es Konzerne sind, die mit sehr viel mehr Hausausweisen ihre Sichtweisen ganz oben vortragen können. Und wie du schon festgestellt hast, bei Tesla in Grünheide haben sich echt eine Gemeinde/Region, die seit 20 Jahren unbedingt was will und ein US-Guru gefunden, der auch was will. Da kann man schonmal alles mögliche passend machen. Zumindest so lange bis wir dann eine fertige Fabrik haben, die wegen irgendeinem Gerichtsbeschluss nicht eröffnet werden kann oder nach fünf Jahren wegen nicht Erweiterbarkeit wieder schließt. So wankelmütig wie der Laden ist, hoffe ich doch sehr, dass in deutlich unter 100 Jahren zumindest ein Spaßbad rauskommt. Wie beim Cargolifter. Eine Spitzenidee war das. Auch Brandenburg, nur 60 km weiter.

Den Fanboy zeichnet übrigens aus, dass er kritische Stimmen sofort versucht als "Stammtisch" zu disqualifizieren. ;)
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Beitrag von mapic »

Rohrbacher @ 16 Mar 2021, 23:01 hat geschrieben:Um die muss sich aber dann trotzdem jemand kümmern.
Richtig. Aber was hat das jetzt mit Tesla zu tun? Es wird sich wohl jede Firma so entscheiden, wenn diese beiden Möglichkeiten zur Wahl stehen.
Ne, es ist nicht normal, dass binnen so kurzer Zeit irgendwas gebaut wird
Das habe ich ja auch nicht behauptet. Ich habe gesagt, dass es normal ist, dass so was stückchenweise genehmigt wird. Warum es überhaupt so schnell die ersten Genehmigungen gegeben hat, dürfte neben dem politischen Interesse wohl hauptsächlich daran liegen, dass der Bebauungsplan für das Gelände schon seit über 15 Jahren ein Autowerk vorgesehen hat und ein solches auch schon mal mehr oder weniger konkret dort geplant war. Das ist wohl wirklich nicht normal.


Und Vergleiche mit GröFaZ und König Ludwig haben natürlich absolut nichts mit Stammtisch zu tun, sondern sind selbstverständlich eine rein sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich bitte vielmals um Verzeihung für diese Fehleinschätzung. :unsure:
Ach so, du wolltest ja wissen, ob der Musk schwimmen kann. Das kann ich dir als Fanboy selbstverständlich auch beantworten: Muss er nicht, er kann übers Wasser gehen. :P
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Beitrag von Rohrbacher »

mapic @ 16 Mar 2021, 23:42 hat geschrieben:Richtig. Aber was hat das jetzt mit Tesla zu tun?
Insofern nur, dass es z.B. an einer Strategie der öffentlichen Hand zum Flächenverbrauch fehlt bzw. genau das, was ich sage, wenn irgendwo ein FlowTex, Cargolifter, Wirecard, Tesla & Co. Weltniveau versprechen, alle wie beim "Besuch der alten Dame" sich selbst und eben auch mal ein Trinkwasserschutzgebiet in einer der trockensten Gegenden Deutschlands vergessen. Der Film der Frontal21-Redaktion ist übrigens durchaus zu empfehlen, wer ihn nicht gesehen hat. Vor allem der SPD-Wirtschaftsminister erinnert mich schwer an die Figuren der Zeitgeschichte, die z.B. die FlowTex-Geschichte oder auch das BER-Desaster überhaupt möglich gemacht haben. Am Ende geht's auch noch ein bisschen um die von mir oft schon erwähnte Firmenpolitik. Das sind Zustände wie in der Frühindustrialisierung im 19. Jahrhundert.
mapic @ 16 Mar 2021, 23:42 hat geschrieben:Ich bitte vielmals um Verzeihung für diese Fehleinschätzung.
Kein Problem, ich bin nachsichtig. ;)
mapic @ 16 Mar 2021, 23:42 hat geschrieben:Muss er nicht, er kann übers Wasser gehen. :P
Kann er das oder glauben wieder nur alle, dass er's kann? Was würde der Anwalt sagen, wenn eine Behörde mal konkret nachfragt? ;)
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Beitrag von 146225 »

Rohrbacher @ 16 Mar 2021, 23:01 hat geschrieben: Der Kollege aus Heilbronn mag seinen Hass haben auf alles, was nach deutscher Verwaltung aussieht [...]
Bitte, keinen Hass - ausschließlich Lebenserfahrung.
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Beitrag von mapic »

Rohrbacher @ 17 Mar 2021, 01:00 hat geschrieben:Insofern nur, dass es z.B. an einer Strategie der öffentlichen Hand zum Flächenverbrauch fehlt bzw. genau das, was ich sage, wenn irgendwo ein FlowTex, Cargolifter, Wirecard, Tesla & Co. Weltniveau versprechen, alle wie beim "Besuch der alten Dame" sich selbst und eben auch mal ein Trinkwasserschutzgebiet in einer der trockensten Gegenden Deutschlands vergessen.
Dass die Strategie an der Stelle blöd ist, kann ja durchaus sein. Aber auch hier wieder: Was hat das mit Tesla zu tun? Die Gemeinde hat beschlossen, dass sie auf dieser Fläche gerne ein Autowerk hätte. Daraufhin hat man den Bebauungsplan entsprechend geändert und auch alle anderen rechtlichen Schritte in die Wege geleitet um das möglich zu machen. Und jetzt kommts: Das alles ist zu einem Zeitpunkt geschehen, als die Firma Tesla noch nicht mal existiert hat. Im Grunde setzt sich Tesla dort jetzt einfach nur ins seit 20 Jahren gemachte Nest. Damit dein Argument Sinn ergibt, müsstest du also BMW auch in die Reihe der von dir genannten Firmen mit aufnehmen. ;)
Rohrbacher @ 17 Mar 2021, 01:00 hat geschrieben:Am Ende geht's auch noch ein bisschen um die von mir oft schon erwähnte Firmenpolitik. Das sind Zustände wie in der Frühindustrialisierung im 19. Jahrhundert.
An dem Punkt möchte ich dir durchaus zustimmen. Ich würde in dem Laden auf jeden Fall nicht arbeiten wollen. Ich frage mich auch, ob man sich dort eigentlich bewusst ist, dass es bei uns einfach nicht so laufen wird wie in USA oder gar in China.
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Beitrag von Jean »

mapic @ 17 Mar 2021, 08:42 hat geschrieben: An dem Punkt möchte ich dir durchaus zustimmen. Ich würde in dem Laden auf jeden Fall nicht arbeiten wollen. Ich frage mich auch, ob man sich dort eigentlich bewusst ist, dass es bei uns einfach nicht so laufen wird wie in USA oder gar in China.
Schön, dass du es erwähnst: es gibt Gegenden in den USA, die sind arbeitstechnisch eine reine Katatrophe: dritte Welt Niveau, günstiger als in Mexiko zu produzieren. Das vergisst man oft. Ich habe kein positives Bericht über die Farbiken von Tesla gehört. Nicht nur die Chinesen wissen wie man Mitarbeiter "ausbeutet".
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Beitrag von Balduin »

Ach, zum Thema E-Auto und Wasser mal allgemein:

Zum Lithium aus Chile

Für mehr und größere Akkus im E-Auto wird mehr Lithium denn je benötigt. Und Umweltmäßig ist das zumindest lokal eine Katastrophe...
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Beitrag von Rohrbacher »

mapic @ 17 Mar 2021, 08:42 hat geschrieben:Damit dein Argument Sinn ergibt, müsstest du also BMW auch in die Reihe der von dir genannten Firmen mit aufnehmen. ;)
Jetzt kommt's: Die haben das Werk dort aber nicht gebaut (sondern in Leipzig). ;)
mapic @ 17 Mar 2021, 08:42 hat geschrieben:Aber was hat das jetzt mit Tesla zu tun?
Auch bei dem dritten Versuch, es als offtopic zu branden: Es gehören immer mehrere dazu: Neben selbstbewussten, autoritären Lenkern auf Seiten tatsächlich oder scheinbar großer Unternehmen und komplett eingelullten (Provinz-)Politikern/Bankern, die einmal den richtig großen Coup landen wollen und dem "König" deswegen als untertänige HiWis kommentarlos alle Steine aus dem Weg räumen, Hashtag Weltniwö. Und das stört mich im Falle Grünheide fast noch mehr als das bekannte Gebaren seitens Flowtex Cargolifter Wirecard Tesla.
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Beitrag von mapic »

Rohrbacher @ 17 Mar 2021, 14:27 hat geschrieben:Jetzt kommt's: Die haben das Werk dort aber nicht gebaut (sondern in Leipzig). ;)
Ja und? Was ändert das an den Vorhaben der verantwortlichen Politik in Grünheide bzw. Brandenburg? Die hätten das BMW Werk da ja liebend gerne gehabt, genau wie jetzt das Tesla Werk. Also willst du BMW jetzt in deine Firmenreihe mit aufnehmen oder nicht? ;)

Warum BMW dort nicht gebaut hat, hatten wir ja weiter oben schon.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

mapic @ 17 Mar 2021, 14:37 hat geschrieben: Ja und? (...) Also willst du BMW jetzt in deine Firmenreihe mit aufnehmen oder nicht? ;)
Was spräche denn dafür?
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