Dieselverbote in deutschen Großstädten?

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Iarn
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Beitrag von Iarn »

146225 @ 2 Feb 2019, 09:26 hat geschrieben: als ob Mobilität nur ausschließlich mit Verbrennungsantrieben bekannter Bauart geschehen könnte.
Ohne jetzt wirklich für unseren bescheuerten Verkehrsminister in die Bresche springen zu wollen:
Die überwältigende Mehrheit der öffentlichen Busse fahren auch mit Diesel (Und nicht Euro 6d temp). Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass irgendjemand gegen die kommunalen Ausnahmeregelungen klagt. Und ohne Busse dürfte es in den wenigsten deutschen Städten gehen.
Ganz so einfach schwarz und weiß ist das alles nicht.
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Beitrag von 146225 »

Nein, einfach ist es natürlich nicht. Trotzdem ist das aktuelle Handeln der Bundespolitik zu einseitig, zu rückwärts gewandt.
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Beitrag von 146225 »

In Stuttgart ist das nun auch Demonstrationsthema auf der Straße. Insoweit verständlich, dass durch die Betrügereien von VW & Co., die von einer "verständnisvollen" Bundespolitik noch gedeckt wurden, Menschen sich betrogen fühlen, weil sie sich nichts anderes vorzuwerfen haben, dass sie ein Auto gekauft haben, aber in Deutschland keine realistische Chance haben, für den (auch) an ihnen begangenen Betrug jemals angemessen entschädigt zu werden. Grenzwertig wird es dort, wo Menschen die Grundrechte (körperliche Unversehrtheit) ihrer Mitmenschen für ihre eigenen Interessen (immer und überall Auto fahren) weiterhin mit Füßen treten wollen. Da sage ich mal vorher, dass es bald entsprechende Gegendemos geben wird, und die auch nicht schlecht besucht sein werden, denn letztendlich ist ja auch Gesundheit ein Thema, das noch viel mehr Menschen anspricht wie das heilige Auto. Und allem bizarren Streit um die Höhe und die Richtigkeit der geltenden Grenzwerte zum Trotz, der Dreck in der Luft ist ja objektiv da - ich als Stadtbewohner kann ihn jedenfalls alle paar Wochen in erheblichem Umfang von meinen Fensterbänken wischen.

Schade ist auch, dass Ministerpräsident Kretschmann in dem Artikel nur so bruchstückhaft wiedergegeben wird, im Ganzen war seine Aussage nämlich die, dass seine Regierung den Rechtsstaat achtet und geltende Gesetze einhalten wird. Was dann doch im Gegensatz zur schwarzen Vergangenheit mit den Kungelgeschäften eines Herrn Mappus steht, und gegen diesen Ministerpräsidenten darf auch demonstriert werden, ohne dass er Wasserwerfer einsetzen lässt. Allerdings würde ich mir an seiner Stelle durchaus überlegen, ob ich einen neuen Innenminister brauche, wenn CDU-Schreihals Strobl sich offensichtlich als Oppositionspolitiker wohler fühlen würde, als weiter konstruktiv in der Landesregierung mitzuarbeiten.

Wie das bestehende Problem letztlich als alle Seiten zufriedenstellender Kompromiss zu lösen ist, ist schwierig und dürfte der Landespolitik (vom Bund ist da ja nix zu erwarten) einiges abverlangen - nette Appelle an freiwillige Zurückhaltung haben jedenfalls nicht genug gebracht, ab morgen ist mal wieder "Feinstaubalarm" in Stuttgart, wo man getrost davon ausgehen kann, dass das nicht in relevantem Umfang wahrgenommen wird, und kaum ein Fahrzeug weniger auf den zugestauten Straßen sein wird. Wer aber, das sollte auch den Demonstranten in Stuttgart klar sein, Vernunft nicht annimmt, und die Anliegen seiner Mitmenschen ignoriert, der darf sich auch nicht beschweren, wenn die nächste Maßnahme strenger ist als nett "Bitte" zu sagen. Wäre Vernunft ein allgemeines Gut unter Menschen, es bräuchte viele Gesetze nicht, aber der Mensch hat nun mal den fatalen Hang zur Unvernunft, das ist bei Drogen und Waffen nicht anders als beim Autofahren. Gerne immer wieder gebrachte Themen wie dieses unterstreichen diese emotionale Unvernunft nur.
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Beitrag von 146225 »

Schrieb ich nicht noch, von der Bundespolitik ist nichts zu erwarten? Andi Scheuers neuester Standpunkt ist jetzt also, dass Gerichte klären sollen, wozu sich die Politik scheinbar außer Stande sieht? Warum brauchen wir dann Politik dieser Art noch, und: was macht er, wenn die gefällten Gerichtsentscheidungen nicht seinen Vorstellungen entsprechen?
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Jean
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Beitrag von Jean »

146225 @ 3 Feb 2019, 14:09 hat geschrieben: Schrieb ich nicht noch, von der Bundespolitik ist nichts zu erwarten? Andi Scheuers neuester Standpunkt ist jetzt also, dass Gerichte klären sollen, wozu sich die Politik scheinbar außer Stande sieht? Warum brauchen wir dann Politik dieser Art noch, und: was macht er, wenn die gefällten Gerichtsentscheidungen nicht seinen Vorstellungen entsprechen?
Dann spielt man den beleidigten Kleinkind.
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Beitrag von mmouse »

Bei dem Scheuer ist einfach der Name Programm :ph34r:
Ein Vier-Milliarden-Tunnel ist kein Ersatz für ein sinnvolles Nahverkehrskonzept.
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Beitrag von 146225 »

Ein gegenwärtig alltäglicher Anteil von Dieselfahrzeugen auf den Straßen der Städte sind ja auch die ungezählten Lieferwagen von Paketdiensten und ähnlich gelagerten Services. Sieht denn dann vielleicht so, zumindest im Wohnquartier mit beruhigtem Umfeld, die Paketlieferung der Zukunft aus?
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Galaxy
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Beitrag von Galaxy »

146225 @ 23 Apr 2019, 21:44 hat geschrieben: Ein gegenwärtig alltäglicher Anteil von Dieselfahrzeugen auf den Straßen der Städte sind ja auch die ungezählten Lieferwagen von Paketdiensten und ähnlich gelagerten Services. Sieht denn dann vielleicht so, zumindest im Wohnquartier mit beruhigtem Umfeld, die Paketlieferung der Zukunft aus?
Nun, die auslieferung wird definitiv elektrisch sein (eher früher als später) ich weiß aber nicht ob es wirklich Fahrerlos sein wird. Bei vielen Post Vorgängen braucht man jemanden der gegebenenfalls auch anrufen kann um Sachen zu klären, z.B. was Zoll betrifft.

Die Deutsche Post baut ja ihre eigenen E-Fahrzeuge:

https://www.streetscooter.eu/

Ich finde auch dieses UK Produkt sympathisch:

https://arrival.com/
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Entenfang
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Beitrag von Entenfang »

Extra 3 dazu, dass Reutlingen lieber Fußgänger zu riesigen Umwegen zwingt und andere fragwürdige Methoden einsetzt, um Dieselfahrverbote zu vermeiden, ohne den MIV zu reduzieren.
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben."
- vielleicht von Alexander von Humboldt, vielleicht auch nicht.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Entenfang @ 20 Aug 2020, 22:02 hat geschrieben:Extra 3 dazu, dass Reutlingen lieber Fußgänger zu riesigen Umwegen zwingt und andere fragwürdige Methoden einsetzt, um Dieselfahrverbote zu vermeiden, ohne den MIV zu reduzieren.
Genial! :lol:
„Herr Otto Mohl fühlt sich unwohl am Pol ohne Atomstrom.“
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Beitrag von 146225 »

Entenfang @ 20 Aug 2020, 21:02 hat geschrieben: Extra 3 dazu, dass Reutlingen lieber Fußgänger zu riesigen Umwegen zwingt und andere fragwürdige Methoden einsetzt, um Dieselfahrverbote zu vermeiden, ohne den MIV zu reduzieren.
So ist das in Deutschland - man wird vor dem geheiligten Popanz "Automobil mit Verbrennungsmotor" auf den Knien rutschen, bis es unwiderruflich zu spät ist. Wenn die Schadstoff-Konzentration in der Luft zu hoch ist, hilft vielleicht eine Verordnung über die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung für Fußgänger an allen Hauptstraßen?
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Jean
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Beitrag von Jean »

Rohrbacher @ 20 Aug 2020, 23:44 hat geschrieben: Genial! :lol:
Eher traurig...
Danke für das Forum

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Beitrag von Rohrbacher »

Jean @ 21 Aug 2020, 06:33 hat geschrieben:Eher traurig...
Ne, es ist einfach immer wieder inspirierend, wie man Regeln auch auslegen kann und zwar weniger wegen des "geheiligten Popanz", sondern schlicht und einfach damit die Stadt nicht massiv unpopuläre Maßnahmen ergreifen muss oder verklagt werden kann. Natürlich ist das so gesehen Besch... aber wenn man damit durchkommt, mei. Vielleicht kann man solche Mittel ja auch mal bei was anderem brauchen. Wobei das wird ja gemacht. Anders ist nicht erklärbar, dass die Oberland-LINT mit DEM Spalt und einer 3 cm unterhalb des Bahnsteigniveaus liegenden Einstiegsebene als barrierefrei gelten. Da haben die den Zug bei der Messung vermutlich auf 1.000°C erwärmt, dann hat alles gepasst. Es wird niemand festgelegt haben, dass die Maße bei "Zimmertemperatur" relevant sind. Oder dass der Zug im Gleis stehen muss ... :ph34r:
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Hot Doc
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Beitrag von Hot Doc »

Ist halt ähnlich wie beim Dieselgate nur diesmal von Seiten der Stadt.

Ich hoffe es klagt jemand. Das sollte vor Gericht keinen Bestand haben.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

Hot Doc @ 21 Aug 2020, 16:06 hat geschrieben:Das sollte vor Gericht keinen Bestand haben.
Ich befürchte, man wird argumentieren, dass u.a. die Sperrung der Fahrspur und das alles überhaupt gar nichts mit der Messstelle zu tun hat und einfach bauliche Ursachen vorbringen. Dass da zufällig auch eine Messstelle steht ... ach ja. Der entsprechende Vorsatz zur bewussten Verfälschung der Messergebnisse müsste erstmal nachgewiesen werden. Da muss eigentlich fast schon jemand so blöd sein und das irgendwo offen z.B. in einem Protokoll so reingeschrieben haben. Und selbst dann ist ja die Frage, ob es überhaupt verboten wäre, um eine Messstelle bauliche und verkehrliche Veränderungen vorzunehmen, gerade dann wenn sie dazu beitragen, die Werte für die Anwohner offiziell zu senken. Ich befürchte fast, dass ist nicht wie beim Dieselgate, sondern ist eher mit dem (damals) ganz legalen Pimpen der Prüfstandswerte wie den abgeklebten Spalten vergleichbar.
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Beitrag von einen_Benutzernamen »

:rolleyes: Bei uns baut man die Messstellen gleich am Arsch der Welt das sowas nicht passiert.
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Rohrbacher
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Beitrag von Rohrbacher »

einen_Benutzernamen @ 21 Aug 2020, 18:36 hat geschrieben::rolleyes: Bei uns baut man die Messstellen gleich am Arsch der Welt, dass sowas nicht passiert.
Schön. Jetzt wäre wenigstens definiert, wo der Ar... der Welt ist und wer dort wohnt. :D
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