[DU] Neues DVG-Liniennetz ab 27.10.2019

Strecken, Fahrzeuge und Technik von Bussen
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146225
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Beitrag von 146225 »

Was jede Stadt hin und wieder mal tun sollte, nämlich prüfen ob das "historisch gewachsene" Busliniennetz noch den Bedürfnissen und Entwicklungen in der Stadt gerecht wird, hat jetzt Duisburg getan und das Liniennetz für den Bus neu aufgestellt. Start der "neuen" Linien ist morgen, am 27.10.2019 - wer mehr darüber erfahren möchte, schaut einfach direkt bei der DVG.
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Dominik
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Beitrag von Dominik »

Der zweite Fahrplanwechsel fand zum 18.08.2021 statt.

Weiterhin gilt für das neue Netz folgendes: Wenige Verbesserungen, sehr viele Verschlechterungen (bei höheren Ausgaben!).

Lieber ein "historisch gewachsenes" Netz, was gar nicht mal so historisch war und trotz der geringen Betriebsleistung einiges ermöglicht hat, als diese Fehlplanung...
146225
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Beitrag von 146225 »

Dominik @ 23 Aug 2021, 12:09 hat geschrieben: Lieber ein "historisch gewachsenes" Netz, was gar nicht mal so historisch war und trotz der geringen Betriebsleistung einiges ermöglicht hat, als diese Fehlplanung...
Ach herrje, das übliche Freak-Gelaber von "Früher war alles besser!!!1!!!11!" - und aus Holz, das hast du glatt vergessen.

Okay, ich lebe erst seit knapp 2 Jahren in der schönsten Stadt an Rhein und Ruhr, von daher habe ich keine Bindung an irgendeinen Status quo ante. Mag sein, dass das anders wäre, wenn man mir eine Verbindung "weggenommen" hätte, die ich davor jahr(zehnt)elang genutzt habe. Selbst dann würde ich aber darüber nicht den Blick dafür verlieren, dass keine Stadt auf ewig stillsteht. Und Duisburg ganz bestimmt nicht.

Nach meinem Dafürhalten ist im Duisburger Nahverkehr nicht unbedingt das Liniennetz das Grundproblem. Sicher, die eine oder andere Verknüpfung oder Querverbindung wäre sicher noch nützlich. Mancher Linienweg könnte direkter sein, und die DVG könnte in ihrer Linienkarte auch die Linien einzeichnen, die von anderen - z.B. von der NIAG - gefahren werden. Dem Fahrgast ist doch jucke, was auf dem Bus steht. Alles gut und schön.

Das größte Problem von allen sind aber nicht die Linien, sondern die Fahrpläne derselben. Statt Takt 30 konsequent Takt 15, statt Takt 60 konsequent Takt 30: schon spart Duisburg erheblich Zeit auf vielen Wegen, weil die üblichen Fälle, wo man von der S-Bahn oder dem Tram kommend feststellt: oh, Bus verkehrt gelegentlich und das nächste Mal in 24 (oder 47) Minuten wären deutlich reduziert. Man würde auf den Wegen durch die Stadt nicht mehr ganz so oft mehr Zeit für das Warten auf Anschlüsse verbrauchen als für die eigentliche Fahrzeit.

Natürlich braucht Duisburg als Halbmillionenstadt noch etliche km Tramschienen neu, und langfristig auch den Takt 10 einfach-immer-überall. Ob in Beeckerwerth, Rheinhausen oder Wedau darf da gar keine Rolle spielen. Aber bevor man richtig laufen kann, kommt erst das Krabbeln!

Und hier sind wir bei einem weiteren Problem der Freaks: Schuld ist also die DVG oder "der VRR" - auch sehr beliebt?! Nein! Damit das mit dem Laufen klappt, muss man vermutlich (auch) in Duisburg den OB und weite Teile von Kommunalpolitik und Stadtverwaltung auswechseln. Nach Jahrzehnten Götzenanbetung vor dem Automobil ist (auch) diese Stadt verkehrstechnisch so kaputt, dass nur noch in Kategorien "A3-A40-A42-A59" und deren Zubringern sowie den wichtigsten sonstigen Hauptstraßen gedacht wird. Plus einem deutlichen Paradigmenwechsel in der NRW-Landespolitik und der Bundespolitik, versteht sich. Das ist die Aufgabe - sonst bleiben Duisburger Wohngebiete chaotisch zugeparkt, so wie bei mir im Viertel, wo vorhin der Linienbus beim Abbiegen an der Kreuzung nur durchkam, weil der Lenker seinen Bus langsam und vorsichtig auf mm genau manövriert bekam. Was beim Bus und der Müllabfuhr nur lästig ist, kann spätestens bei der Feuerwehr lebensgefährlich werden, liebe Anwohner. Aber Hauptsache, der überbreite SUV hat 'nen Parkplatz direkt vor der Haustür. Und vor ein paar Wochen waren alle froh, dass Rhein, Ruhr und Emscher im Stadtgebiet keine großen Schäden angerichtet haben. Wo bitte ist die Garantie, dass es beim nächsten Mal wieder so glimpflich abgeht?

Das sind so die Herausforderungen - nicht nur, aber auch in Duisburg.
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Dominik
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Beitrag von Dominik »

Oh je, ein Zugezogener, der meint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Trotzdem antworte ich mal:
Okay, ich lebe erst seit knapp 2 Jahren in der schönsten Stadt an Rhein und Ruhr, von daher habe ich keine Bindung an irgendeinen Status quo ante. Mag sein, dass das anders wäre, wenn man mir eine Verbindung "weggenommen" hätte, die ich davor jahr(zehnt)elang genutzt habe. Selbst dann würde ich aber darüber nicht den Blick dafür verlieren, dass keine Stadt auf ewig stillsteht. Und Duisburg ganz bestimmt nicht.
Und hier fängt schon das Problem an, wenn man die vorherigen Verhältnisse nicht kennt. Dass einzelne sehr schwach nachgefragte Direktverbindungen (wie Baerl <> Beeckerwerth) wegfallen, ist ja noch in Ordnung, wenn man einen entsprechenden Gegenwert bekommt.

Mal nur eine kleine Auswahl an Direktverbindungen, die massiv ausgedünnt oder komplett weggefallen sind:

Ungelsheim <> Hüttenheim
Großenbaum Bf <> Sittardsberg
Wedau <> Wanheimerort
Neudorf <> Duissern
Meiderich Bf. <> Bergstraße
Meiderich Bf. <> Ruhrort bzw. Beeckerwerth
Hamborn <> Beeck

Dafür, dass kaum neue interessante Direktverbindungen entstanden sind, finde ich die Liste ziemlich erschreckend.
Nach meinem Dafürhalten ist im Duisburger Nahverkehr nicht unbedingt das Liniennetz das Grundproblem. Sicher, die eine oder andere Verknüpfung oder Querverbindung wäre sicher noch nützlich. Mancher Linienweg könnte direkter sein, und die DVG könnte in ihrer Linienkarte auch die Linien einzeichnen, die von anderen - z.B. von der NIAG - gefahren werden. Dem Fahrgast ist doch jucke, was auf dem Bus steht. Alles gut und schön.

Das größte Problem von allen sind aber nicht die Linien, sondern die Fahrpläne derselben. Statt Takt 30 konsequent Takt 15, statt Takt 60 konsequent Takt 30: schon spart Duisburg erheblich Zeit auf vielen Wegen, weil die üblichen Fälle, wo man von der S-Bahn oder dem Tram kommend feststellt: oh, Bus verkehrt gelegentlich und das nächste Mal in 24 (oder 47) Minuten wären deutlich reduziert. Man würde auf den Wegen durch die Stadt nicht mehr ganz so oft mehr Zeit für das Warten auf Anschlüsse verbrauchen als für die eigentliche Fahrzeit.

Dass die miesen Takte das größte Problem in Duisburg darstellen, brauchen wir auch nicht zu diskutieren. Dennoch würde ich die Defizite im Liniennetz nicht unterschätzen. Wenn ich beispielsweise von Ungelsheim zu einem Ziel entlang der 903 möchte, bringt mir der 942 selbst im T15 nur bedingt etwas. Zu viele Umstiege und zu lange Fahrzeiten müssen auch vermieden werden.
Natürlich braucht Duisburg als Halbmillionenstadt noch etliche km Tramschienen neu, und langfristig auch den Takt 10 einfach-immer-überall. Ob in Beeckerwerth, Rheinhausen oder Wedau darf da gar keine Rolle spielen. Aber bevor man richtig laufen kann, kommt erst das Krabbeln!
Ja, um aber richtig krabbeln zu können, brauche ich halt zwei Arme und nicht ein volltrainierter Arm, während der andere amputiert wurde...

Und hier sind wir bei einem weiteren Problem der Freaks: Schuld ist also die DVG oder "der VRR" - auch sehr beliebt?! Nein! Damit das mit dem Laufen klappt, muss man vermutlich (auch) in Duisburg den OB und weite Teile von Kommunalpolitik und Stadtverwaltung auswechseln.
Naja, schon klar, dass die Stadt der Besteller ist. Aber das bestellte Angebot möchte ja auch ausgestaltet (im Sinne von Anschlüsse bzw. den Umgang mit parallel verlaufenden Linien) werden. Gerade durch das dünne Angebot ist es wichtig, dass wenigstens die Ausgestaltung vernünftig funktioniert - und das hat sich seit dem Oktober 2019 leider verschlechtert.

Ansonsten trage ich schon meinen Teil dazu bei, dass mal Teile der Kommunalpolitik ausgewechselt wird... ;)
JeDi
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Beitrag von JeDi »

Bin ja auch nur Zugezogenes, trotzdem erdreiste ich mich mal, zu antworten:
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Ungelsheim <> Hüttenheim
Da scheint aber auch das größte Problem zu sein, dass der Bus jetzt nicht mehr direkt zum gewohnten Supermarkt fährt, und man jetzt halt woanders einkaufen gehen muss? Zumindest wenn ich das in der Zeitung richtig wahrgenommen habe...
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Großenbaum Bf <> Sittardsberg
So wie ich das sehe, gehts dabei wirklich nur um genau diese Verbindung? So wie ich das sehe, muss eins sich teils etwas umgewöhnen (nämlich, dass der 941er die S1 jetzt in Buchholz statt Großenbaum erreicht), sodass mutmaßlich die einen etwas gewinnen, und die anderen etwas verlieren.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Wedau <> Wanheimerort
Nervt mich auch hin und wieder, die schrecklich große Nachfrage sehe ich aber auch nicht. Und für den Schülerverkehr gibts ja einen 934E, der den Schlenk (no pun intended) über Wanheimerort fährt.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Neudorf <> Duissern
...fährt der 930/931...
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Meiderich Bf. <> Bergstraße
...fährt der 917er...
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Meiderich Bf. <> Ruhrort bzw. Beeckerwerth
Nach Ruhrort fährt der 916er (oder die RB36), wie wichtig die Direktverbindung von Meiderich Süd nach Beeckerwerth ist, kann ich nicht wirklich einschätzen. Grundsätzlich finde ich die Idee des 916ers als Ost-West-Tangente über die Friedrich-Ebert-Brücke gar nicht so doof, ist aber nicht meine Ecke, also eher "Armchair travelling" ;-). Letztlich aber vermutlich schlicht eine Frage, wie am Friedrichplatz durchgebunden wird, und weniger eine des Angebots.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Hamborn <> Beeck
Da fährt der 907er.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Dafür, dass kaum neue interessante Direktverbindungen entstanden sind, finde ich die Liste ziemlich erschreckend.
Ja, die Konzeption der neuen Ringbuslinien scheint mir vor allem darauf ausgelegt zu sein, *irgendwelche* Direktverbindungen zu ermöglichen, und nicht, ob diese Sinnvoll sind.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Wenn ich beispielsweise von Ungelsheim zu einem Ziel entlang der 903 möchte, bringt mir der 942 selbst im T15 nur bedingt etwas.
Naja, du wärst immerhin mit Anschluss zu jeder U79 (dass die besser alle 10 Minuten führe, ohne "Kulturpause" am Kesselsberg ist ein anderes Thema...) ziemlich fix am Kesselsberg. Symtomatisch für den aktuellen DVG-Fahrplan ist die eher schwache Verbindung der drei Schienenachsen im Süden (Von irgendwo dort hin zu kommen geht ja noch; aber der 940 zwischen Buchholz und Wanheim ist die einzig irgendwie vorhandene Verknüpfung der drei. Im Norden scheint mir das mit dem 916 als Tangente (und dem Kreuzen der beiden Straßenbahnlinien am Pollmannkreuz) etwas besser gelöst zu sein.
Dominik @ 23 Aug 2021, 21:02 hat geschrieben:Naja, schon klar, dass die Stadt der Besteller ist. Aber das bestellte Angebot möchte ja auch ausgestaltet (im Sinne von Anschlüsse bzw. den Umgang mit parallel verlaufenden Linien) werden. Gerade durch das dünne Angebot ist es wichtig, dass wenigstens die Ausgestaltung vernünftig funktioniert - und das hat sich seit dem Oktober 2019 leider verschlechtert.
Grundsätzlich scheint mir der Nahverkehrsplan von 2017 der Versuch gewesen zu sein, im Busverkehr möglichst "grüne Wiese" zu planen. Damit gehen natürlich immer gewisse Härten einher, wenn gewohnte Verbindungen (zum Einkaufen/Arztpersonen/Arbeit/Freund_innen) so nicht mehr existieren - was dann zu Aufschreien führt, während sich neue Verbindungen erst etablieren müssen. Daran sind solche Versuche ja auch schon öfters Gescheitert ;-)
Dominik
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Beitrag von Dominik »

Da scheint aber auch das größte Problem zu sein, dass der Bus jetzt nicht mehr direkt zum gewohnten Supermarkt fährt, und man jetzt halt woanders einkaufen gehen muss? Zumindest wenn ich das in der Zeitung richtig wahrgenommen habe...
Neben den Einkaufsmöglichkeiten (Da hat man halt Trinkgut, Aldi, Bolten) hat man damit unnötigerweise den Netzschluss zur 903 zerstört. Diesen ganzen Hickhack hätte ich es irgendwo noch verstehen können, wenn man mit dem neuen Netz im Süden (also auf den 940, 941, 942 (und früher halt 946) Umläufe und damit viel Geld gespart hätte. Hat man aber nicht. Zudem kommt noch hinzu, dass man von Mündelheim und Serm zur U79 durch die Schleife durch Ungelsheim mal eben fast zehn Minuten länger pro Richtung braucht. Dazu in der SVZ die nicht mehr funktionierenden Anschlüsse von/zur U79 am Kesselsberg, macht den Nahverkehr dort nicht wirklich attraktiver.
So wie ich das sehe, gehts dabei wirklich nur um genau diese Verbindung? So wie ich das sehe, muss eins sich teils etwas umgewöhnen (nämlich, dass der 941er die S1 jetzt in Buchholz statt Großenbaum erreicht), sodass mutmaßlich die einen etwas gewinnen, und die anderen etwas verlieren.
Man hat hier halt völlig ohne große Not eine Haltestelle "Zu den Birken" mit ordentlichem Einzugsgebiet (dichte Wohnbebauung und Nahversorgung) zugunsten einer völligen Umwegsführung der 940, die zur HVZ in Teilen sehr gerne verstopft ist, aufgegeben. Desweiteren erreicht man das Ärztehaus/Bezirksamt vom Großteil von Großenbaum nur noch mit Umstieg (Der 940 verkehrt ja weiter nach Wanheim). Dafür, dass das direkt benachbarte Stadtteile sind, naja...
Nervt mich auch hin und wieder, die schrecklich große Nachfrage sehe ich aber auch nicht. Und für den Schülerverkehr gibts ja einen 934E, der den Schlenk (no pun intended) über Wanheimerort fährt.
Kein Wunder, nachdem man die Relation derart unattraktiv gemacht hat. So leer waren die Busse an der Stelle gar nicht einmal.

Leider hat man sich hier für die ungünstigste Lösung entschieden und diese Ringlinie dazu missbraucht. Ursprünglich war vorgesehen von Hochfeld kommend ab Grunewald direkt über den Sternbuschweg zur Koloniestraße zu fahren. Hätte hier lieber eine neue Variante der 943 gesehen.

fährt der 930/931...
Entweder als Stadtrundfahrt oder mit mehr schlecht als recht passenden Anschlüssen am Schnabelhuck.
.fährt der 917er...
Aber nur im T30 anstatt im T15 - und schon im T15 waren die Gelenker dort nicht Grund eingesetzt worden. Kann natürlich sein, dass man die Fahrgäste durch die Verhältnisse dort vergrault hat...
Nach Ruhrort fährt der 916er (oder die RB36), wie wichtig die Direktverbindung von Meiderich Süd nach Beeckerwerth ist, kann ich nicht wirklich einschätzen. Grundsätzlich finde ich die Idee des 916ers als Ost-West-Tangente über die Friedrich-Ebert-Brücke gar nicht so doof, ist aber nicht meine Ecke, also eher "Armchair travelling" ;-). Letztlich aber vermutlich schlicht eine Frage, wie am Friedrichplatz durchgebunden wird, und weniger eine des Angebots.
Das Ding ist auch hier: Das Angebot für Mittelmeiderich (RB36 hält dort ja nicht) wurde damit nicht zu knapp reduziert. Beeckerwerth hat sein direkter Anschluss an das eigene Bezirkszentrum in Meiderich verloren - doppelt mies, da der Friedrichplatz schon sehr ungeeignet zum Umsteigen ist.

Die Idee an sich, eine Ost-West-Achse Meiderich - Hochheide aufzubauen finde ich ja auch nicht grundverkehrt. Nur sind halt die Umstände sehr ungünstig. (Nicht zuletzt auch deswegen, weil im Bereich Hochheide/Homberg viele NIAG-Linien verkehren, aber das würde noch weiter abschweifen)

Da fährt der 907er.
Aber auch hier nur noch im T30. Vor dem Fahrplanwechsel gab es auf der Relation vier Fahrten/pro Stunde - also auch hier mal eben eine Angebotshalbierung.

Ja, die Konzeption der neuen Ringbuslinien scheint mir vor allem darauf ausgelegt zu sein, *irgendwelche* Direktverbindungen zu ermöglichen, und nicht, ob diese Sinnvoll sind.
So kommt es mir auch vor. Bei der Ringlinie 909/910 habe ich vorallem im Abschnitt Hamborn - Meiderich den Eindruck, dass man verzweifelt versucht hat, mit der Taktverdichtung Fahrgäste aus der 903 zu ziehen. Dass man aber nebenbei sämtliche Querverbindungen massiv reduziert, ist wohl einer der (vielen) Kollateralschäden.

Naja, du wärst immerhin mit Anschluss zu jeder U79 (dass die besser alle 10 Minuten führe, ohne "Kulturpause" am Kesselsberg ist ein anderes Thema...) ziemlich fix am Kesselsberg. Symtomatisch für den aktuellen DVG-Fahrplan ist die eher schwache Verbindung der drei Schienenachsen im Süden (Von irgendwo dort hin zu kommen geht ja noch; aber der 940 zwischen Buchholz und Wanheim ist die einzig irgendwie vorhandene Verknüpfung der drei. Im Norden scheint mir das mit dem 916 als Tangente (und dem Kreuzen der beiden Straßenbahnlinien am Pollmannkreuz) etwas besser gelöst zu sein.
Im aktuellen Zustand hätte man halt noch die 941. Mit dem vorherigen Netz ging die Verknüpfung sogar mit drei Linien (942 mit Ausstieg an der (H) Steiermarkstraße).
Grundsätzlich scheint mir der Nahverkehrsplan von 2017 der Versuch gewesen zu sein, im Busverkehr möglichst "grüne Wiese" zu planen. Damit gehen natürlich immer gewisse Härten einher, wenn gewohnte Verbindungen (zum Einkaufen/Arztpersonen/Arbeit/Freund_innen) so nicht mehr existieren - was dann zu Aufschreien führt, während sich neue Verbindungen erst etablieren müssen. Daran sind solche Versuche ja auch schon öfters Gescheitert ;-)
Der NVP wurde ja auch nach der Maßgabe bearbeitet, mit möglichst wenig zusätzlichen Verkehren trotzdem sich wenigstens vom Niveau her an die restlichen Städte des Ruhrgebiets wenigstens anzunähern. An sich ist das für eine Stadt wie Duisburg auch ein Ziel, was man akzeptieren kann. Nur an der Umsetzung hakt es gewaltig.

Und zu den Härten: Wenn trotz Mehrleistung nur neue Härten entstehen (siehe im Duisburger Süden), aber keine effektiven Neuverkehre eingeführt wurden, läuft schon etwas falsch.
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Beitrag von 146225 »

Ich sag mal Danke für die umfangreiche Auflistung, wo so die Schuhe überall drücken - manches kann ich teilen, manches würde ich anders machen, aber gut, das ist ja immer so. Komme leider erst jetzt dazu, mir mal mehr Zeit wie irgendwo unterwegs zu nehmen, um ein paar Gedanken zu antworten.

- der Südwesten, Ungelsheim, Hüttenheim, umzu:

Da ich tendenziell den 941 regelmäßig bis KR-Uerdingen durchziehen würde und durch Beschleunigung (Arbeitstitel "SB 41") zu einer Tangente im Süden ausbauen, könnte man den 942 tatsächlich bis Hüttenheim / Tramschleife Mannesmann Tor 2 rückverlängern. Auf dem Weg nach Mündelheim könnte die Bedienung von Ehingen vom 941 mit übernommen werden.

- der gesamte Süden, Wedau bis Mündelheim:

Ob der 941 in seiner Bestandsform so glücklich ist, kann bezweifelt werden. Klar wird es immer Fahrplanzwänge geben, dass entweder der Anschluss an die U79 am Sittardsberg klappt oder an die S1 am Bf. Buchholz. Aber oft genug beides nicht wirklich anzubieten, ist v.a. in der SVZ schon recht "speziell". Im Zuge eines Umbaus der Linie zum "SB 41" kann man dann auch überlegen, ob die Endstelle in Wedau am Wolfssee auf Dauer richtig ist, oder v.a. vor dem Hintergrund der vorgesehenen massiven Bautätigkeit in Wedau verlegt werden muss. Danach am Bf. Buchholz "geradeaus" durch zum Sittardsberg, und von Hüttenheim "ohne Ehingen" durch nach Mündelheim. Wenn überall halbwegs passable Anschlüsse von/zur Schiene vorhanden sind, dann könnte diese Tangente durchaus Fahrgastpotenziale heben. Theoretisch wäre sogar der Schlenker über das Schulzentrum Süd in Huckingen in Frage zu stellen, aber ob der 942 die Nachfrage hier alleine packt, ist fraglich.

Was ist mit der "Afrika-Siedlung" in Buchholz? Keine Sorge, habe ich nicht vergessen. Da auf Dominiks Wunschzettel ja eine Verbindung von Großenbaum zum Sittardsberg steht, würde ich den 940 von der Haltestelle "Am Kiekenbusch" aus links über Keniastraße - "Afrika-Siedlung" zur Sittardsberger Allee führen. Nach der Zimmerstraße bisheriger Linienweg. Der Anschluss von dort an die U79 bleibt ja an der Münchner Straße, und die Verbindung in den "Ortskern" von Buchholz auf der Münchner Straße könnte ja auch Freunde finden.


- Neudorf, Duissern, die Ringlinie 930/931:

Beim Ring 930/931 finde ich außer der Taktung vor allem das jeweilige "Aussetzen" am "Zipfel" in der Ruhrau erschreckend - gibt es einen mir sich nicht erschliessenden Grund, warum man genau das gemacht hat, anstelle den Ring einfach "durch" zu fahren?

Wie weit eine "Quartierlinie", Arbeitstitel 936, die aus dem Bereich "Stapeltor" über das nördliche Duissern und weiter nach Neudorf Sinn machen könnte, das wird sich neben der manischen Autoverliebtheit mal wieder nur am Geld, nicht am Nutzen für die Stadtquartiere entscheiden.


Tja, soweit mal mein Senf für heute...
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Beitrag von JeDi »

146225 @ 25 Aug 2021, 21:20 hat geschrieben: Da ich tendenziell den 941 regelmäßig bis KR-Uerdingen durchziehen würde und durch Beschleunigung (Arbeitstitel "SB 41") zu einer Tangente im Süden ausbauen, könnte man den 942 tatsächlich bis Hüttenheim / Tramschleife Mannesmann Tor 2 rückverlängern.
Wobei ich nicht weiß, ob die Schleifenfahrt über Serm, Mündelheim und Ehingen das ganze für Ungelsheimer_innen wirklich interessant macht. Zumal die (medial geäußerte) Kritik sich ja auch an der fehlenden Erreichbarkeit von Aldi, Rewe, usw an der Haltestelle Rembrandtstraße bezog...
Dominik
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Beitrag von Dominik »

Da ich tendenziell den 941 regelmäßig bis KR-Uerdingen durchziehen würde und durch Beschleunigung (Arbeitstitel "SB 41") zu einer Tangente im Süden ausbauen, könnte man den 942 tatsächlich bis Hüttenheim / Tramschleife Mannesmann Tor 2 rückverlängern. Auf dem Weg nach Mündelheim könnte die Bedienung von Ehingen vom 941 mit übernommen werden.

- der gesamte Süden, Wedau bis Mündelheim:

Ob der 941 in seiner Bestandsform so glücklich ist, kann bezweifelt werden. Klar wird es immer Fahrplanzwänge geben, dass entweder der Anschluss an die U79 am Sittardsberg klappt oder an die S1 am Bf. Buchholz. Aber oft genug beides nicht wirklich anzubieten, ist v.a. in der SVZ schon recht "speziell". Im Zuge eines Umbaus der Linie zum "SB 41" kann man dann auch überlegen, ob die Endstelle in Wedau am Wolfssee auf Dauer richtig ist, oder v.a. vor dem Hintergrund der vorgesehenen massiven Bautätigkeit in Wedau verlegt werden muss. Danach am Bf. Buchholz "geradeaus" durch zum Sittardsberg, und von Hüttenheim "ohne Ehingen" durch nach Mündelheim. Wenn überall halbwegs passable Anschlüsse von/zur Schiene vorhanden sind, dann könnte diese Tangente durchaus Fahrgastpotenziale heben. Theoretisch wäre sogar der Schlenker über das Schulzentrum Süd in Huckingen in Frage zu stellen, aber ob der 942 die Nachfrage hier alleine packt, ist fraglich.

Was ist mit der "Afrika-Siedlung" in Buchholz? Keine Sorge, habe ich nicht vergessen. Da auf Dominiks Wunschzettel ja eine Verbindung von Großenbaum zum Sittardsberg steht, würde ich den 940 von der Haltestelle "Am Kiekenbusch" aus links über Keniastraße - "Afrika-Siedlung" zur Sittardsberger Allee führen. Nach der Zimmerstraße bisheriger Linienweg. Der Anschluss von dort an die U79 bleibt ja an der Münchner Straße, und die Verbindung in den "Ortskern" von Buchholz auf der Münchner Straße könnte ja auch Freunde finden.
Tendenziell finde ich die Idee, den 941 als SB41 weiterzuentwickeln und den 940 durch die Afrika-Siedlung zu jagen, nicht grundsätzlich verkehrt.

Ich hatte da eher folgende Idee für die 94X-Linien:
940: Rahm - Großenbaum - Buchholz Bf - Münchener Straße - Wanheim - Huckingen
Ohne diesen Umweg über die Albert-Hahn-Straße
942: Huckingen - Ungelsheim - Hüttenheim - Sittardsberg - Münchener Straße - Wedau - Bissingheim
Also quasi der vorherige Zustand nur mit dem Ästetausch an der Münchener Straße

941: Großenbaum Bf. - Afrika-Siedlung - Sittardsberg - Hüttenheim - Mündelheim - KR-Uerdingen (evtl. weiter nach Krefeld)
946: Wedau - Buchholz Bf. - Afrika-Siedlung - Sittardsberg - Hüttenheim - Ehingen - Mündelheim - Serm - Huckingen
Der 946 würde in diesem Fall dann die 941 zum T15 ergänzen. Müsste man nur schauen, wie man das ganze in den Ferien und an Wochenenden regelt.

- Neudorf, Duissern, die Ringlinie 930/931:

Beim Ring 930/931 finde ich außer der Taktung vor allem das jeweilige "Aussetzen" am "Zipfel" in der Ruhrau erschreckend - gibt es einen mir sich nicht erschliessenden Grund, warum man genau das gemacht hat, anstelle den Ring einfach "durch" zu fahren?
Der einzige irgendwo nachvollziehbare Grund: Dort hat man eine vollständige Wendemöglichkeit inklusive Toilette. Meines Erachtens nach wäre eine Brechung in Hochfeld verkehrlich weitaus unkritischer gewesen.

Was halt auch zu Recht kritisiert wird, ist halt zusätzlich der Entfall der Haltestelle "Moltkestraße", womit man ein größeres Erschließungsloch mitten im dichtbebauten Duissern gerissen hat.

Wobei ich nicht weiß, ob die Schleifenfahrt über Serm, Mündelheim und Ehingen das ganze für Ungelsheimer_innen wirklich interessant macht. Zumal die (medial geäußerte) Kritik sich ja auch an der fehlenden Erreichbarkeit von Aldi, Rewe, usw an der Haltestelle Rembrandtstraße bezog...
Tatsächlich nicht wirklich, schließlich möchte man auch irgendwann mal ankommen.
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